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FIFA-WM 2014 Brasilien

 

 

 

Deutschland ist Weltmeister 2014!

Neymar:

„Könnte im Rollstuhl sitzen“

Brasiliens Superstar Neymar kann dem Kolumbianer Juan Zuniga das brutale Foul im WM-Viertelfinale nur schwer verzeihen. "Wenn er mich zwei Zentimeter weiter in der Mitte getroffen hätte...", sagte der 22-jährige Stürmer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Teresopolis und fing an zu weinen. "Dann könnte ich heute im Rollstuhl sitzen." "Alle, die was vom Fußball verstehen, wissen, dass so ein Foul nicht normal ist", sagte Neymar. Er habe sich immer gegen Fußtritte wehren können, "aber wenn ich jemandem den Rücken zuwende, habe ich keine Möglichkeit, mich zu schützen." Er hatte nach dem Vorfall am vergangenen Freitag beim 2:1-Sieg in Fortaleza zunächst seine Beine nicht gespürt, wie sein Trainer später erzählte, und war in Panik geraten. Wenige Minuten nach seinem Gefühlsausbruch am Donnerstag in Teresoplis zeigte sich Neymar aber nachgiebiger. "Ja, ich würde ihm verzeihen. Ich fühle keine Wut, keinen Hass, nichts." Der Kolumbianer habe ihn am nächsten Tag angerufen und um Verzeihung gebeten. "Er sagte, er habe nicht die Absicht gehabt, mich zu verletzen. Ich wünsche ihm das Beste, dass er glücklich wird und Erfolg in seiner Karriere hat."  

Neymar sprach von "einer der schlimmsten Wochen in meinem Leben. Es war schlimmer, als ich mir jemals hätte vorstellen können."

Damit ging er auch auf das 1:7-Debakel Brasiliens im Halbfinale gegen Deutschland ein, das er zu Hause am Fernseher erlebte. "Das war etwas Unglaubliches, Unerklärliches." Im Spiel um Platz drei gegen die Niederlande am Samstag in Brasilia will Neymar die Mannschaft unterstützen. "Wir haben jetzt alles beweint, was es zu beweinen gab. Und jetzt versuchen wir, am Samstag zu spielen und die Partie zu gewinnen."  Man müsse jetzt die Begegnung gegen die Niederlande angehen, "als ob es ein Endspiel wäre, und diese WM lächelnd beenden".

Kronenzeitung, 11.07.2014 – Image: AP

 

Bester Torschütze aller Zeiten bei Fußball-Weltmeisterschaften:

 

16 Treffer (2002 – 2014)

 

Miroslav Klose Photo

Danke, deutsches Team!

25(29) - 2014 -07-18 - Horst Tischler

Die Welt rückt zusammen

Österreichisch-schweizerische Nachgedanken zur Fussballweltmeisterschaft 2014 

Horst Tischler war während der WM Mitglied des Tipper-Teams von laptopwerk

Die Gruppenspiele

Gruppenspiele haben immer so etwas Eigenes, Spannendes, weil man nie weiss, wie die Länder, die sich qualifiziert haben, einzuschätzen sind. In der Prognose gibt es drei Gruppen: Jene die gesetzt sind wie Brasilien, Spanien, England, Italien etc. Danach die möglichen Überraschungen wie beispielsweise Kolumbien, welches gerne als Geheimfavorit gehandelt wird. Oder Griechenland, immerhin schon einmal Europameister und Mexiko, die einen guten Fussball zeigen. Zuletzt die Aussenseiter, Iran und Bosnien zum Beispiel. Um es kurz zu machen, es kam knüppeldick, Spanien flog genauso raus wie England und Italien. Spaniens Waterloo zeichnete sich schon ab, als sie von Holland nahezu gedemütigt wurden. Danach gab es die Pleite gegen Chile, was bereits das Aus bedeutete, der für spanische Verhältnisse hohe Erfolg gegen Australien war keine Rehabilitation. Ich habe die Toreros nicht als Weltmeister gesehen, aber ein so frühes Ausscheiden hatte ich nicht auf der Rechnung. Italien hingegen hatte ich durchaus als Titelanwärter gesehen. Dass sie mit Toren geizen ist schon Norm, und das Spiel gegen England hatte das bestätigt. Die Niederlagen gegen Costa Rica und Uruguay waren so nicht erwartet, die Frage, wo war ihr Superstar Balotelli? Nun, im weiteren Verlauf des Turniers wurde schonungslos aufgezeigt, dass die Stars kaum in Erscheinung getreten sind. Das gilt für Messi, der mir unverständlicherweise als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde genauso wie Ronaldo, der Portugal nie in Szene bringen konnte. Aber zurück zu den Gruppen, Italien raus, England raus und raus auch die Portugiesen, die jedes Mal reichlich mit Vorschusslorbeeren geziert werden, den Erwartungen aber nie gerecht werden. Brasilien, das das Eröffnungsspiel zwar deutlich, aber wenig überzeugend gewann, tat sich gegen Mexiko schwer, mit dem deutlichen Sieg gegen Kamerun war man aber in der Spur. Überhaupt, die Afrikaner schwächelten in diesem Turnier, einzig Algerien und Nigeria entsprachen den Erwartungen. Mehr erwartet hatte man auch von den Russen, doch die präsentierten sich auffallend harmlos. Zuletzt noch Deutschland. Gegen Portugal souverän, mit 4:0 ein klarer Sieg. Es folgten zwei Spiele, wo man sich fragte, haben die Deutschen schon ihr Pulver verschossen oder hat man den Gegner eindeutig unterschätzt. Die Antwort ist vermutlich in der Mitte zu finden, zweifellos haben sich sowohl die Ghanaer als auch die US-Amerikaner enorm gesteigert. Spielt keine Rolle, Deutschland hatte das erste Ziel erreicht, die wahre Stärke wird die K.-o.-Runde zeigen.       

 

Das Achtelfinale   

Nun war es aus mit dem Taktieren und Rechnen. Jetzt hiess es Farbe bekennen, wollte man nicht ein Ausscheiden riskieren. Und sofort kam auch Spannung auf, obwohl die einzelnen Spiele wenig Spektakuläres boten, sie wurden zu sehr von vorsichtiger Spielweise geprägt. Die Brasilianer, als meistgenannte Favoriten auf den Titel gingen haarscharf am Aus vorbei, gegen Chile gewannen sie nur durch Elfmeterschiessen. Ebenfalls Costa Rica gegen Griechenland obwohl die Hellenen im Spiel die wesentlich stärkere Mannschaft waren. Aufhorchen liessen die Kolumbianer, die ein rüdes Uruguay sicher aus dem Turnier warfen. Argentinien setzte sich in der Nachspielzeit gegen beherzt aufspielende Eidgenossen durch, Belgien schickte die USA nach Hause. Frankreich hielt Nigeria in Schach und Deutschland wie auch Niederlande schoben sich  erwartungsgemäss eine Runde weiter, wenn auch mit Mühe.

 

Das Viertelfinale

Eigentlich sollten sich jetzt schon die Anwärter auf den Titel herausgeschält haben, aber weit gefehlt. Brasilien? Nur noch ein Schatten von einst, wo war die Fussballkunst vergangener Zeiten geblieben, der Samba auf dem grünen Rasen ist einer Kombination aus Wrestling und Kung-Fu gewichen, die „Urus“ haben zusätzlich noch Beissen ins Repertoire aufgenommen. Trotzdem wurde doch auch noch Fussball gespielt. Brasilien setzte sich gegen Kolumbien durch, die Oranjes behaupteten sich gegen Costa Rica, allerdings erst  im Elfmeterschiessen. Deutschland schickte die Franzosen nach Hause, das knappe Resultat täuscht etwas, die Mannen um Jogi Löw waren nie gefährdet. Und dann wieder die Gauchos, seit den Ausscheidungsspielen mogelten die sich mit einer stabilen Verteidigung durch das Turnier. Schon gegen die Schweiz nur 1:0 schafften sie mit demselben Resultat gegen Belgien denkbar knapp ein Weiterkommen.

 

Das Halbfinale

Da waren sie nun, die letzten im Bewerb verbliebenen Länder, namentlich Brasilien, Argentinien, Niederlande und Deutschland. Alle vier hatte man schon im Vorfeld als mögliche Weltmeister erwartet, spannende Auseinandersetzungen also vorprogrammiert. Doch wieder einmal kam es anders. In der ersten Begegnung trafen Deutschland und Gastgeber Brasilien aufeinander, eine Partie, die man gerne im Finale gesehen hätte. Vor dem Spiel hielten sich die Vorhersagen in etwa die Waage mit leichtem Vorteil für die Platzherren. Die legten auch gleich los und sorgten dafür, dass Deutschlands Hintermannschaft ordentlich beschäftigt war. Nach etwas mehr als zehn Minuten flaute das Ganze merklich ab, und dann trat etwas ein, das Millionen von Zuschauern die Augen reiben liess. Innerhalb einer knappen Viertelstunde begann ein munteres Zielschiessen auf das brasilianische Tor - getreu dem Motto, wer hat noch nicht, wer will noch mal. In dieser Zeit lagen die Ballkünstler vom Zuckerhut mit 0:5 hinten, ein Resultat, das sogar dem Kommentator die Sprache verschlug. Noch nie hat man eine so desolate Verteidigung beim fünffachen Weltmeister gesehen. Die beiden Tore in der zweiten Hälfte waren Zugabe, bevor die Germanen den Gelb-Blauen noch ein Törchen zugestanden haben. Am Schluss wurde getröstet, Freund und Feind lagen im Clinch, die einen mit dem lachenden, die anderen, na Sie wissen schon. Mit diesem Resultat mutierte Deutschland selbstverständlich zum Weltmeisterschaftsfavoriten.  Jetzt war man gespannt, wer der Gegner sein wird. Das machten Holland und Argentinien unter sich aus, nehmen wir es vorweg, auch den Niederländern gelang es nicht, die massive Abwehr der Blau-Weissen zu knacken. Die Entscheidung fiel im Elfmeterschiessen, da hatten die Südamerikaner das glücklicher Händchen, pardon Füsschen. Noch ein Wort zu den Argentiniern, die hatten eine kaum zu knackende Abwehr, aber scheinbar hat es sich bei denen nicht rumgesprochen, dass im Fussball Tore geschossen werden müssen. Und da haperte es gewaltig, hier kann man mit Fug und Recht behaupten, sie haben Fortuna über Gebühr strapaziert.   

 

Das Finale      

Deutschland gegen Argentinien, das gab es doch schon 1986 und 1990 mit unterschiedlichem Ausgang. 1986 gingen die Südamerikaner als Sieger hervor, 1990 schoss Andy Brehme mit einem Elfmeter die Deutschen ins Glück. Nun eine erneute Auflage mit Deutschland als meistgenanntem Sieger. War es gegen Brasilien noch ein lockeres Schützenfest, rannte man gegen die Gauchos über neunzig Minuten erfolglos an. Erst in der Nachspielzeit erlöste Götze mit seinem Tor Publikum und Nation. Deutschland hatte es geschafft, Lahm und Co. die verdienten Weltmeister.

 

Nachwort

Dem Betrachter wurde im Grossen und Ganzen guter Sport geboten, das vor allem von den Nationen, welche sonst nicht gross in Erscheinung treten. Costa Rica zu Beispiel oder Kolumbien, aber auch Griechenland und die USA, die von Klinsmann bestens auf Erfolgskurs gebracht wurden. Einen grossen Anteil hatte zweifellos auch das Glück, welches einmal der einen, einmal der anderen Mannschaft hold war. Die Spiele sind vorbei, jetzt haben wir erst einmal wieder zwei Jahre Pause, bevor König Fussball zumindest in Europa wieder die ungeteilte Aufmerksamkeit der Bevölkerung hat.

Horst Tischler

24(54) - 2014 -07-14 - Nicky vom Königstein

Acht goldene Regeln für eine Hunde-Fußballschule

     Liebe „Habe“ und „Laptop“ Web-Seiten,

mein Herrschen hat gesagt, wenn Du unbedingt Deinen Senf loswerden willst, musst Du es machen.

Da habe ich gedacht, wenn mein Herrchen Mist schreibt, kann ich es auch! Also bitte:

 

Nach diesem großen Menschen Spektakel WM erlaube ich mir nun auch mal eine persönliche Bilanz aus der Sicht eines unschuldigen vierbeinigen Menschenbegleiters.

Aus Gründen der Beitragslänge verzichte ich auf das, bei Menschen so furchtbare „Äh“ im Text. Außerdem wäre es bei mir zu laut, denn bei Hunden heißt es „Wau“.

 

Erster Fakt:  

Ich war anfangs regelrecht erschrocken, was aus meinem Herrchen, das sonst gern dominant mir gegenüber sein will, wird, nur weil da 44, zugegeben, leckere Waden hinter einem Ball herrasen. Da lief mir manchmal das Wasser im Maul zusammen, nicht wegen des Balls, aber wegen der Waden! (Es gab zwar noch einige Waden mehr, aber da die den Unparteiischen gehörten, waren sie für mich sowieso tabu!) Zurück zum Herrchen, da wird laut gebrüllt, auf die Schenkel geklatscht, geflucht, Hände vors Gesicht geschlagen, es war fast zum Fürchten. Das sollte mein liebes Herrchen sein, das da im Sessel tobte? war doch nicht mein Herrchen.

                      

Zweiter Fakt:

Da ich nicht so der große Fernsehgucker bin, habe ich von den Spielen nicht allzu viel

mitgekriegt. Aber eins hat mich gewundert, wenn die Einen mal den Ball nicht hatten, wurden

von denen einige gleich gemein und haben die anderen einfach weggeschubst oder sogar

umgehauen. Selbst gebissen wurde im Spiel! Das finde ich gemein, denn bei uns Hunden wird

generell erst mal geknurrt oder es werden die Zähne gefletscht, bevor gebissen wird. Obwohl das Zähnefletschen bei meisten von uns nicht mehr so gut aussieht, denn durch das stellenweise vermenschte Futter zu Haus haben viele von uns ganz schlechte Zähne. Und wer zeigt so was schon gerne? Ich war jedenfalls ganz schön entsetzt über die Zweibeiner; Wenn sie uns an der Leine haben, da machen sie einen auf großen Hundeflüsterer, und wenn sie mal losgelassen,dann benehmen sie sich schlimmer als Straßenhunde. Oh, das musste jetzt mal raus.

 

Dritter Fakt: 

Die Welt ist ganz schön ungerecht, denn wenn wir mal nicht gleich „Männchen machen“ oder

„Bitte Bitte“, gibt es Strafe oder sogar Leckerli Entzug, aber auf dem Fußballplatz gibt es keine

Strafe, im Gegenteil, aller Nase lang gab es sogar was zu schlabbern. Und erst die Haare, wenn

mir ein Artgenosse mit so einer Frisur entgegen kommen würde, gäbe es bei mir kein Schnuffeln und nichts. Dagegen sieht ja noch manche Pudeldame geil aus.                      

 

Vierter Fakt: 

Was ich auch echt ungerecht fand, war die Tatsache, dass Frauchen (hat ja auch mitgeguckt) und Herrchen beim Essen keinen Fußball geguckt haben, schade, den ich dachte, wenn die abgelenktsind, kann ich mir mal was vom Wurstteller angeln, aber denkste. Das nur mal am Rande.

 

Fünfter Fakt:

Jetzt, wo alles vorbei ist, ist es auch wieder etwas ruhiger geworden, und, ich hab gestaunt,

meine Herrschaften können sich auch wieder unterhalten, natürlich meist über mich. Thema ist

immer dasselbe, der bekommt zuviel Leckerli, und eigentlich hat er ja abends nichts im Bett zu

suchen. Das langweilt! Da war Fußball eigentlich gar nicht so schlecht! Aber eins hat mich

gewaltig gestört: Wie machen die das auf dem Platz mit markieren? Ich habe keinen einzigen

Baum gesehen.

 

Soweit meine Sicht zu der abgelaufenen Balljagd der Menschen.

 

Übrigens habe ich nach reiflicher Überlegung entschieden, dass ich für meine vierbeinigen Freunde, falls sie auch mal so eine Veranstaltung planen, eine Hunde-Fußball-Schule einrichten werde. Da werden wir unseren Zweibeinern mal zeigen, wie man (Hund) sich auf dem Platz verhalten sollte.

Darum hier vorab schon mal meine acht goldenen Regeln.

 

Vielleicht sehen wir uns ja mal auf dem Bolzplatz der Hundeschule!

Tschüß, Euer Nicky vom Königstein (Jetzt kann ich endlich auch mal Wau-Wau machen)

23(74) - 2014 -07-14 - Bernd Jürgen Morchutt

Brasilianer liebten es zur WM rumänisch

Tausende Brasilianer und Touristen  fuhren während der WM in Eisenbahnwaggons, die in Rumänien produziert worden sind. „Astra Vagoane Calatori“ exportierte 95 Wagen in das Land des Turniergastgebers – als Teil eines Vertrages in Höhe von 116 Millionen €, der 2012 unterzeichnet wurde. Die Waggons erster und zweiter Klasse bzw. Restaurantwagen stammen aus dem westrumänischen Arad und entsprechen in Technik, Komfort und Sicherheit neuesten Standards. Videoüberwachung, Feuerdetektoren und Unterhaltungssysteme wurden von der rumänischen Firma UTI-Group beigesteuert.

Im rumänischen Ambiente sicher zum nächsten Spiel

Werkfoto

22 - 2014 -07-13 - Herbert Grießig

Bluff oder blutiger Ernst ?

Die Nachfolger des Propheten Mohammed versprechen eine blutige WM in Katar

Wenn man den Nachrichten trauen darf, dann stehen dem internationalen Fußball schlimme Zeiten bevor. Und diese News kommen genau dann, wenn wir alle feiern und jubeln oder etwas gefasster auf das Finale der Weltmeisterschaft Deutschland gegen Argentinien warten.

 

Die Freude ist gerade unermesslich groß, hat jedoch in der Nachdenklichkeit Konkurrenz gefunden. Der Brasilianer Neymar weint vor offenen Kameras und kann dem Kolumbianer Zuniga (noch) nicht verzeihen. Das Maß aller sportlichen Dinge ist der  Fußball und könnte es auch bleiben. Wenn, ja wenn da nicht Politik und Religion stören würden.

 

Es ist der Fluch der bösen Tat, dass sie  fortwährend Böses muss gebären. Wir kennen alle dieses fatale Idiom aus unserer Schulzeit und mussten immer wieder konsterniert begreifen, dass Johann Wolfgang von Goethe ein Prophet war. Aber weshalb denn diesmal ? 

Religionskrieger des ISIS - Islamic State of Iraq and Syria (al-Sham)

Das Kalifat hat sich gemeldet, dessen Religionskrieger im Namen der einzig wahren Nachfolger von Prophet Mohammed seit Monaten durch den vor allem von den USA  und dem Westen destabilisierten Nahen und Mittleren Osten morden und der Errichtung von „Musterdemokratien“ die Wiederbelebung einer mehr als 1000 Jahr alten Ordnung, jenseits zivilisatorisch vorstellbaren Regeln – auch heftigst von Islamgelehrten umstritten – entgegenstellen. Es ist ein Fluch der bösen Tat, der dem Westen in regelmäßigen Abständen „gelingt“. Und jetzt hat er auch noch den weltweit als unteilbares gemeinsames Kulturgut anerkannten Fußball erreicht.

Aktuelle Situation im Nahen Osten

Der Kalif Ibrahim Bin Awad Alqarshi, in seiner Jugend selbst ein talentierter Fußballspieler, hat einen Brief an Sepp Blatter geschrieben (oder schreiben lassen), worin er nicht nur über das islamische Verbot des Fußballspielens informiert, sondern auch gleich noch warnt, die Weltmeisterschaften 2022 in Katar, dessen Integrität er überhaupt in Frage stellt und gleich mal dem Islamischen Kalifat in Syrien und Irak zurechnet, durchzuführen.

2010,  zwei Wochen vor der Vergabe der  Fußball - WM  hatte er das schon einmal – damals noch ohne „Hinterland“ – getan, und der FIFA seine blutige Antwort im Verweigerungsfall offeriert. Die Botschaft ist eineindeutig: „Wir empfehlen, Katar die WM wieder zu entziehen. Der  Islamische Staat verfügt über weitreichende Scud-Raketen, die Katar erreichen können.“

 

Scheinbar tut sich hier ein Widerspruch auf. Aber nur scheinbar. Finanzkräftige Kreise in Katar, selbst ein sunnitisch beherrschter arabischer Staat, unterstützen nicht nur mit Peanuts die militärische Offensive und politische Etablierung eines Kalifaten-Reiches im  Machtvakuum von Syrien und Irak, sondern sie desavouieren gleichzeitig auch das in Katar herrschende, sich an den westlichen Genüssen labende Scheichtum. Ähnliche Unterstützung gibt es auch aus Saudi-Arabien, ebenfalls nicht gerade schwach um die wirtschaftliche Männerbrust herum.

 

Und das soll dann noch einer verstehen: Heute kauf´ ich einen europäischen Fußballklub, morgen back´ ich mir eine Fußball-Weltmeisterschaft und übermorgen schieß´ ich sie alle wieder in die Luft. Irrational ?  Mag man meinen. Aber nein, alles ist „logisch“ und nachvollziehbar. Die einen meinen, dass Fußball und Sport  überhaupt nach dem Koran verboten sind, weil es die Gläubigen von den religiösen Pflichten abhält und ihre Gemeinschaft spaltet. Die anderen rufen auf, die Fatwa – eine Rechtsauskunft, die nur unter der Scharia Gesetzeskraft hat – zu ignorieren und sich gerade des Fußballs, aktiv oder als Zuschauer, zu erfreuen.

 

Der Nahe und Mittlere Osten und die nordafrikanische Welt, sei es der Irak, Iran, Syrien, Saudi-Arabien, Libanon, Palästina, Marokko, Algerien, Nigeria oder Kenia, waren bislang  keine (Kost-)Verächter des Fußballs. Israel auch nicht, aber seine Integration in die regionale sportliche Welt ist leider nach wie vor ein schier unlösbares Problem, was beileibe  nicht die Schuld der Sportler oder gar der Fußballer ist.

Aus dem Achtelfinale der deutschen Mannschaft mit dem aufopferungsvoll kämpfenden Team von Algerien

 

Ihre Fußballer spielen nicht nur mit, wie zur brasilianischen WM Nigeria, Iran und Algerien nachdrücklich bewiesen, sondern ihre Profis finden auch Anerkennung  und Fans in europäischen Klubs. Wer als Berliner erinnert sich in diesem Zusammenhang nicht gern an Ali Daei, der für Hertha in der Liga 59 und in der Champions League vier Tore schoss?

Die Begeisterung für das runde Leder scheint überall in den arabischen Ländern groß. Das autonome Kurdistan richtete sogar einen Weltcup aus, den die FIFA jedoch (noch) nicht anerkennen wollte.

 

Andererseits erschauern uns die Nachrichten über Bombenattentate durch die Islamischen  Milizen Al Shabab und Boko Haram gegen Fußballfans in Somalia und Nigeria, wo 21 Zuschauer starben als sie das WM-Spiel zwischen Brasilien und Mexiko beim Public Viewing verfolgten.

 

Wenn dem deutsch-türkischen Spieler Mesut Özil und dem Schweden Zlatan Ibrahimovic noch infantil mit dem Finger gedroht wird, wenn sie die „Vorteile des Jihad“ ignorieren, werden dem noch namenlosen portugiesischen Ex-Profi, der den Ball beim Londoner Klub Arsenal mit der Kalaschnikow in Syrien getauscht haben soll, bereits jetzt die obligaten 26 Jungfrauen versprochen, falls ihn die tödliche Kugel treffen sollte.

 

Ein auf Twitter # WorldCup and #Worldcup 2014 vom Islamischen Staat platziertes Video mit den Worten „Das ist unser Ball …gemacht aus Haut“ und die Enthauptung eines gefangenen Polizisten zeigt, setzt dem Ganzen jedoch die blutig ernst gemeinte Krone auf.

 

Nun wird noch immer nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Aber das, was wir  dazu bisher hören und sehen konnten, sind leider nicht nur Drohgebärden jenseits des akzeptierten Zivilcodes menschlicher Gemeinschaften des 21.Jahrhunderts operierender Heiliger Krieger. Es sind schreckliche Fakten, die nicht verdrängt, sondern verdammt ernst genommen werden sollten. Sport war und bleibt trotz aller anderen postulierten Bekanntmachungen politisch und kann ganz schnell als Mittel gegen sein eigenes Mantra eingesetzt werden, nämlich dem Frieden und der Freundschaft zwischen den Menschen höchstmöglichen Schaden zuzufügen anstatt – wie im Eid zu Olympia vereinbart - zu fördern.

 

Es wäre allerdings arrogant zu meinen, die sind´s alleine schuld. Die westliche Welt hatte  bereits vorab viel zu viel zu diesem Schlamassel beigetragen.

 

Warten wir trotzdem freudig den Sonntagabendfußball ab, vergessen dabei aber den Ernst hinter der Freude nicht.

 

Herbert Grießig

Images: The National; Turbulent World of Middle East Soccer

21(210) - 2014 -07-12 - Klaus Blume

Der zwölfte deutsche Feldspieler sitzt im Knast

„Dialog der Kulturen“ oder Millionen-Abzocke?

Helge Achenbach

Image: H. Bühler

Der zwölfte Feldspieler fehlt, wenn sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag vor dem Brandenburger Tor in Berlin ihren Fans stellt. Denn Helge Achenbach sitzt seit dem 10. Juni in der Justizvollzugsanstalt Essen in Untersuchungshaft. Achenbach, 62 Jahre alt, Kunstberater zu Düsseldorf und dort von 1997 bis 2001 zugleich Präsident des lokalen Fußballklubs Fortuna, hatte das brasilianische DFB-Quartier Campo Bahia in Santo André mit Kunst ausgestattet. „Dialog der Kulturen“ nannte Achenbach das, was sieben brasilianische und sieben deutsche Künstler zum Wohlbefinden der deutschen Kicker beigesteuert haben.

Mit alledem, wiederholt nun Marco Rocchi, der PR-Chef des Campo Bahia, gebetsmühlenhaft, habe der Deutsche Fußball-Bund nichts - aber auch gar nichts - zu tun. Was einigermaßen verwundert. Denn andererseits, so eine ebenso erstaunte wie diskrete DFB-Stimme, wobei im Kunsthandel alle Stimmen  diskret sind, sei Achenbach doch so etwas  „wie unser zwölfter Feldspieler“ gewesen. Denn die von ihm angebrachten Kunstobjekte hätten sich auf den Teamgeist, die Fantasie und die Spielkultur der deutschen Mannschaft äußerst positiv ausgewirkt.

 

Na, wie schön! 

 

Denn was Achenbach im Campo Bahia  installiert hat, hat ja wohl auch im ureigenstem (Geschäfts)-Interesse stattgefunden. Denn Achenbach, der nicht nur in der deutschen Kunstszene hervorragend vernetzt ist, hatte bereits vor vielen Jahren erkannt, dass nicht nur deutsche Fußball-Millionäre - wie Michael Ballack und Stefan Effenberg - für Kunstobjekte aller Art  - als Anlagemodelle, versteht sich -  sehr empfänglich sind. Der Kreis ist natürlich viel, viel größer, zumal der Kunstmarkt so herrlich undurchsichtig ist. Es gibt, zum Beispiel, keine geregelten Festpreise, was die Sache zwar riskant, aber eben auch undurchsichtig macht.

 

Selbst für Steuerfahnder

 

 Nun also sollen nach dem Auszug der deutschen Nationalmannschaft einige Kunstwerke aus Campo Bahia versteigert werden; allerdings nur jene, auf die der eine oder andere deutsche Spieler nicht bereits einen begehrlichen Blick geworfen hat.

Deshalb aber sitzt Achenbach nicht in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vielmehr vor, er habe Kunden um mehrere Millionen Euro betrogen. Für die Erben des 2012 verstorbenen Unternehmers Berthold Albrecht (Aldi-Nord) soll sich beispielsweise der Schaden auf 18 Millionen Euro belaufen. Doch Achenbach soll, so sickerte es aus der Staatsanwaltschaft durch, auch andere Klienten übervorteilt haben.

 

Auch den DFB?

 

Wäre nicht überraschend. Denn die Unkenntnis wächst ja in diesem merkwürdigen Geschäft bekanntermaßen im Verhältnis zum Wohlstand. Und der DFB hat derzeit immerhin rund eine Milliarde Euro erwirtschaftet. 

Dennoch: Über die Kunstsammlung im Campo Bahia wird in Deutschland nach dem WM-Finale am Sonntag so gut wie niemand mehr reden - nur noch die ermittelnde  Staatsanwaltschaft. Und das hat mehr als ein Geschmäckle.

KBL 

20(53) - 2014 -07-11 - Walter Staufenbiel

Dritte persönliche Bilanz nach Achtel-, Viertel- und Halbfinale dieser WM 

Erster Fakt

  

Vor den letzten zwei Spielen gibt es für mich bereits einen klaren Sieger dieser Weltmeisterschaft,

die Fans! Wie die Menschen mitgegangen sind, das war einzigartig. Besonders in den

Spielen, die durch Verlängerung oder gar Elfmeter-Schießen einen Sieger finden mussten, war das Minenspiel der Zuschauer wirklich der Spiegel des Spielfeldes. Freude, Trauer, ja selbst Verzweiflung, alles konnte man in den Gesichtern der Fans ablesen. Besonders beeindruckend waren diese Bilder im Spiel Brasilien gegen Deutschland; Kinder und Erwachsene, die gleichsam weinten und nicht fassen konnten, was sich innerhalb von 15 Minuten unten auf dem Rasen abgespielt hatte, die Demontage einer fast schon Legende. Aber auch Wut konnte man sehen,z.B. im zweiten Halbfinale, Wut über ein destruktives Spiel, das nur von Angst vor einem Gegentorgeprägt wurde.

 

Zweiter Fakt

 

Der große Kampf zwischen den vermeidlich Schwächeren und den sogenannten Favoriten war in den K.-o.-Runden besonders spannend und dramatisch. Es gab packende Duelle mit knappen Spielausgängen, Entscheidungen in letzter Sekunde und natürlich auch Verlängerungen und Entscheidungen vom 11-Meter-Punkt. Obwohl sportlich, ist es immer wieder auch dramatisch, wenn nach 120 Minuten das Elfmeter-Schiessen entscheiden muss. Ich glaube, die meisten Zuschauer wissen nicht, welch ungeheure Nervenanspannung in diesem Moment auf dem Schützen liegt. Meine Hochachtung! Diese tollen Bilder, wenn alle am Mittelkreis mit den eigenen Schützen fiebern, dann der Jubel, der alle Dämme brechen lässt, oder aber die grenzenlose Verzweiflung, wenn es aus ist. Welch

Dramatik! Am Ende waren die Argentinier im Elfmeter-Duell die Glücklicheren. Wo war eigentlich in den 120 Minuten davor der so schnelle Angriffsfußball der Robben und Co.?

Nun greifen die zwei noch verbliebenen ehemaligen Weltmeister Argentinien und Deutschland nach der Krone. 

Im nicht so geliebten Spiel um den 3. Platz haben die Mannschaften der Niederlande und

Brasiliens die Chance einer Wiedergutmachung. Aber kann und muss man eigentlich so reden, wenn man zum Kreis der vier besten Mannschaften der Welt zählt?  Ich kann auch nicht verstehen, warum es Ablehnungen gegen das Spiel um Platz drei gibt.

                      

Dritter Fakt

 

In meinen vorherigen Bilanzen habe ich an dieser Stelle geschrieben, dass Schiedsrichter

Entscheidungen immer Momententscheidungen sind, und hoffentlich auch bleiben. Krasse

Fehlentscheidungen, wie bei der Beißattacke von Suarez oder dem Foul an Neymar werden da immer wieder passieren. Ich bin mir nur nicht sicher, ob Entscheidungen „Danach“ die Lösung sind. Sinnvoller wäre es für mich, das ganze „Drumherum“ um den Fußball etwas abzuschwächen. Eigentlich war es doch mal „Die schönste Nebensache der Welt“, oder?

Aber heute kommt es mir vor, es ist der größte Zirkus der Welt, in dem Milliarden umgesetzt

werden. Wenn man rund um die WM jetzt die Neuigkeiten vom Transfermarkt liest, dann sträuben sich mir die wenigen Haare, die ich noch habe. Diese Unsummen, die die Stars allein pro Woche

verdienen, lassen doch die meisten anderen arbeitenden Menschen am Sinn ihres Daseins

zweifeln. Es geht für mich schon langsam in den Bereich des Unanständigen. Früher wurde eine Berufung in das Nationalteam als Ehre angesehen, aber heute wird nach dem Geld gefragt. Ist das mittlerweile alles in dieser Welt? Leider spielen da die geldgierigen Gremien der FIFA eine absolut negative Vorbildrolle. Nach dieser WM wird es wieder überall Verjüngungen in den Mannschaften

geben. Warum eigentlich nicht auch in der FIFA? Das ganze, unwürdige Hick-Hack  um die

Vergabe der nächsten Turniere, der greise Chef an der Spitze, oder soll ich besser Diktator sagen,lässt mich gar nicht fröhlich in die Zukunft schauen.     

 

Vierter Fakt

 

Nach der WM freue ich mich auf Fernsehsendungen ohne „Experten“ am Ende einer Sendung. Auch in den K.-o.-Spielen habe ich mich immer wieder gefragt, warum muss ich nach dem Spiel mir noch mal irgendwelche Höhepunkte oder Spielzüge erklären lassen. Was soll’s, das Spiel ist vorbei. Diese furchtbare „Wenn und aber“ und “wenn ja, warum“ ist mir die ganze Zeit auf den Geist gegangen. Und ganz nebenbei habe ich gedacht, wenigstens die Hälfte aller nach Brasilien delegierten Berichterstatter hätte man einsparen können. Wenn ich da allein an die vielen nationalen und regionalen TV Sender denke, brauchten wir vielleicht kaum noch Fernsehgebühren zahlen...Und so ist das mittlerweile bei jedem sportlichen Großereignis!

 

Fünfter Fakt

 

Hier komme ich nicht umhin, mich zu wiederholen. Die Spiele bisher wurden auch durch die

Kunst der Live-Übertragungen stark geprägt. Eine sensible und trotzdem immer „am Ball“

Übertragung hat für mich die Spiele zu Erlebnissen werden lassen. Dazu kommt die heutige

Technik, einfach Spitze! Wenn ich da an 1958 denke, ein Bekannter hatte einen s/w Fernseher mit kleinem Bildschirm...Trotzdem hat uns damals schon der junge Pele begeistert. Obwohl er auf der winzigen Röhre kaum zu sehen war!

 

Übrigens verzichte ich diesmal auf eine Kritik meinerseits, denn wo soll ich da anfangen. Und einen Experten kann ich mir absolut nicht leisten. Obwohl es ja gerade eine Rentenerhöhung gab.

Ich habe lange überlegt, ob ich meine Rente pro Woche mal ausrechne und dann mit dem Wochenlohn des Spielers ... vergleiche?    

 

Auf solche blöde Idee kann auch bloß Staufi vom Flohmarkt kommen!

19(209) - 2014 -07-08 - Klaus Blume

Die WM-Glosse

Menottis Träumereien

Aber der Fußball ist ebenso unargentinisch wie der Tango

Archivfoto

Nein, imponiert haben die Argentinier wirklich noch nicht.  Sollten sie Mittwochnacht dennoch im WM-Finale stehen, wird nicht nur die Fußball-Welt über die argentinische Industriestadt Rosario reden. Denn dort erblickten einst der viermalige Weltfußballer Lionel Messi, die Trainer-Legende Cesar Luis Menotti und Che Guevara das Licht der Welt. Aber auch die derzeitige Bürgermeisterin Monica Fein. Damit ist Rosario Argentiniens einzige Stadt, die von der linken Partido Socialista regiert wird.

 

Soweit das Heute

 

Und das Gestern? Zwar sitzt Cesar Luis Menotti  in seinem Büro, mitten in Buenos Aires, vor einem Bild Che Guevaras - doch das ist wohl nur noch revolutionäre Romantik. Oder eher Imagepflege? Im November wird er nämlich sechsundsiebzig, und immer ist er noch wohl der am meisten verehrte Fußball-Trainer der Welt. Pep Guardiola und José Mourinho sinken in Gedanken in die Knie, wenn sie über ihn reden.

Denn Menotti ist noch immer so schlank und rank wie einst, doch nicht, weil er weiterhin achtzig Zigaretten am Tage raucht - das hat er schon vor zwei Jahren aufgegeben - sondern weil der Trainer-Millionär auf seiner Finca nun regelmäßig schwimmt. 

Warum er jedoch noch immer so verehrt wird, wie vor vierzig Jahren? Weil er damals die populärste Sportart der Welt in rechten Fußball - hässlich, körperbetont, defensiv - und linken Fußball - romantisch, offensiv, mit kurzen eleganten Pässen - aufgeteilt hat.  

Hört sich noch immer fabelhaft an, doch der Trainer Menotti gewann 1978, während Videlas faschistischem Staatsterror, nicht deshalb die WM im eigenen Lande, sondern, weil er sich skrupellos Videlas Unterstützung bedient hatte. 6:0  gewann damals Argentinien gegen Peru, um auf diese Weise Erzgegner Brasilien auszubooten. Was sich Peru  teuer bezahlen ließ: mit üppigen Getreidelieferungen und noch viel üppigeren Millionenzahlungen. In Argentiniens Zeitungen stand davon kein Wort.

 

Und sonst?

 

Von wegen linker Fußball! Romantik, Freiheit, Debatten - wir alle hingen damals an Menottis Lippen, wenn er darüber predigte. Dabei hatte gerade er ein Jahr vor der WM im eigenen Lande seinen Kader streng kaserniert und jedem Spieler einen Maulkorb verpasst. Aber vor der versammelten Weltpresse deklamierte Menotti dann Albert Camus, der gesagt hatte, alles, was er über Moral wisse, habe er auf dem Fußballplatz gelernt. Oder er dozierte, Fußball sei Raum, Zeit und Täuschung - wie das richtige Leben.

 

Was für ein Philosoph!

 

Noch heute bezeichnet sich der Arztsohn und mehrfache Millionär als „hormonellen Marxisten.“ So etwas macht Eindruck, aber diesen Begriff, den er wie eine eigene Lebenserfahrung vor sich herträgt, hat er bei dem portugiesischen Literatur-Nobelpreisträge José Saramago gelesen . . . 

Dass Argentinien am Sonntag  ausgerechnet in Brasilien Weltmeister wird, sei - so sinniert Menotti heute - deshalb der Lauf der Dinge, weil Fußball nun einmal ur-argentinisch sei. Da bleibt nur noch, mit dem 1986 verstorbenen argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges dagegen zu halten. Der erkannte nämlich: „Der Fußball ist ebenso unargentinisch wie der Tango.“

KBL 

18(72) - 2014 -07-03 - Bernd Jürgen Morchutt

Im TV-Sessel notiert:

"Cooling Break" oder die Hitzeschlacht von Blagowestschensk

Die Spielpause zwischen Achtel- und Viertelfinale gibt wieder Zeit und Gelegenheit zu resümieren, oder in Erinnerungen zu schwelgen. Die erste anstrengende K.-o.-Runde haben Mannschaften und Zuschauer überstanden. Die Spieler verloren in der Nachmittagshitze die Sinne und wir unseren Nachtschlaf. Die im Voraus ausgemachten Favoriten erreichten dennoch die nächste Runde, aber die Unterlegenen dürfen erhobenen Hauptes die Heimreise antreten. Alle acht Spiele waren extrem knapp und bis in die letzten Sekunden hart umkämpft. Es zeigte sich wieder, dass viele der Stars aus den europäischen Topclubs einfach platt sind. Das war die Chance der Underdogs, die diese leider nicht nutzen konnten. Mit Kolumbien und Costa Rica sind allerdings noch zwei positive Überraschungen im Rennen. Ich gehe davon aus, dass wir mindestens eine davon auch im Halbfinale erleben werden. Als Journalist muss man ja schlecht über Schiedsrichter reden und schreiben. Ich tue das nicht. Im Gegenteil – ich bewundere die Laufleistung und die geringe Fehlerquote der Referees. Ich versuche mir nur vorzustellen, wie ein Spiel aussehen und verlaufen würde, in dem die Spieler weniger Fehler als der Unparteiische begingen. Grandios!                                                                                                  Und die Reporter sollten endlich lernen, die Tatsachenentscheidungen der Schiedsrichter zu akzeptieren, anstatt in zig Wiederholungen nach einem vermeindlich falschen Pfiff zu suchen. Als Zuseher müssen wir schließlich auch alle Fehler der Kommentatoren hinnehmen. Wir können auch nicht im Replay alle fachlichen und grammatikalischen Fauxpas eliminieren.

 

Torkameras und Trinkpausen

 

Zwei Neuerungen dieser WM gefallen mir. Die Torlinientechnik begrüße ich ebenso wie den „Cooling Break“. Bei den vorherrschenden äußeren Bedingungen dient die Trinkpause einfach der Gesundheit der Aktiven. Mir fallen dann immer zwei Hitzeschlachten ein, die ich als untrainierter Fußball-Amateur bestreiten musste. Lang, lang ist es her. Wir waren als Hallenser Studenten in den sommerlichen Semesterferien im fernen Baschkirien – heute heisst es wohl Baschkortostan – zum Arbeitseinsatz. Mitten im Ural, an der geografischen Grenze Europas, haben wir am Bau einer Hühnerfabrik mitgewirkt. Wenn uns nachts um 2.00 Uhr die Temperaturen und die  Mückenplage aus den Wohnwaggons trieben, spielten wir Fußball, um uns die Zeit bis zum Frühstück zu vertreiben. So hatten wir zumindest etwas Ballkontakt bevor wir zum Freundschaftsmatch gegen die Stadtauswahl von Blagowestschensk herausgefordert wurden.

 

Hitze und Wadenkrämpfe

 

Die 30.000-Einwohner-Stadt liegt 40 km nördlich von Ufa, der damaligen Hauptstadt der Baschkirischen Autonomen Sowjetrepublik. Die Millionen-Metropole  Baschkortostans feiert in diesem Jahr übrigens ihr 440-jähriges Bestehen.

Die deutsch-baschkirische Studentenauswahl vor dem Spiel 1971 in Blagowestschensk – hintere Reihe, Dritter von rechts, der Linksaußen BJM

Als das Spiel begann, zeigte das Termometer wieder mehr als 30 Grad an. Unser Gegner war eingespielt und legte los, als ginge es um die Qualifikation zur Fußballweltmeisterschaft. Nach 20 Minuten stand es bereits 3:0 gegen uns. Unser gemischtes Team bestand aus sechs Studenten der Martin-Luther-Universität und fünf Kollegen der Universität Ufa. Kurz vor der Halbzeitpause gelang mir der Anschlusstreffer zum 1:3. Zur zweiten Hälfte konnte ich leider nicht mehr antreten, da mich Wadenkrämpfe in beiden Beinen plagten. Stattdessen legte ich mich in den nahegelegenen  Fluss Belaja („Die Weiße“) und nahm meinen „Cooling Break“. Von dort hörte ich zweimal heftige Zuschauerschreie. Da die baschkirischen und deutschen Kommilitonen die Mehrheit unter den Supportern ausmachten, fragte ich mich nach den Gründen der Euphorie. Nach Spielschluss zog es meine Mitspieler ebenfalls sofort zum Wasser. Voller Stolz berichteten sie vom Unentschieden von 3:3.

Das ist die Flanke, die per Direktannahme zum Anschlusstreffer führte und die Wende im Spiel einleitete

Eine Woche später gab es wieder ein Treffen mit einer Mannschaft aus der Region. Wir spielten in der prallen Mittagssonne. Diesmal stand ich zwei Halbzeiten durch und erzielte sogar beide Tore zum 2:1-Sieg. Trotzdem war der Sprung danach in die Belaja der Höhepunkt des Tages. Untertauchen, Mund auf und einfach laufen lassen – „Cooling Break“ eben! Daran denke ich in diesen Tagen, wenn ich von meinem Fernsehsessel aus mit einem wohltemperierten Bier in der Hand das schweißtreibende Geschehen auf brasilianischem Rasen beobachte.

BJM

17(207) - 2014 -07-02 - Klaus Blume

Die WM-Glosse:

Klinsmanns unamerikanischer Traum

Verlieren ist unamerikanisch. Das saugt jeder Amerikaner mit der Muttermilch auf. Und das weiß natürlich auch Jürgen Klinsmann. Er weiß auch, dass sein in Brasilien begeisterndes US-Team daheim stante pede in diese Falle tappen kann. Sicher, gestern haben sie auf den Fan-Meilen in Washington und Chicago noch gejubelt, wie sonst nur in Europa - aber auch morgen noch?

Das war knapp gegen Belgien, aber verloren ist verloren

Image: C. Marshall

Kann Klinsmann darauf hoffen? Im mittleren Westen kaum und erst recht nicht in Texas. Dafür sorgen - von Küste  zu Küste - ebenso schlagfertige wie gewiefte Schnelldenker. Bei den Republikanern und deren Freunden, selbstredend in der radikal-konservativen Tea-Party und vor allem bei jenen, die noch radikaler denken und vor allem handeln möchten. Sie alle wünschen Klinsmann dorthin zurück, woher er gekommen ist: In dieses gottverdammte und gottlose Europa. 

Zu den profiliertesten Wortführern dieser Gruppierungen zählt Ann Coulter. Die 53-jährige Blondine aus New York vertritt seit vielen Jahren regelmäßig und überaus erfolgreich rechte bis rechtsradikale Positionen in fast allen amerikanischen Talk-Shows, im Fernsehen wie im Radio. Klinsmann ist für Frau Coulter in erster Linie ein Teufel aus Deutschland, der alle  amerikanischen Sitten untergräbt!

Die in ihrer Heimat zunehmende Beliebtheit des Fußballs deutet sie -unter Beifall -. „als Zeichen des moralischen Verfalls“ in der amerikanischen Gesellschaft, dem Bollwerk gegen alles Böse - draußen in dieser schlimmen Welt. 

Bitte, nicht darüber lächeln! Die Dame wird seit Jahren in den USA ernst genommen, und das nicht nur von der Bush-Family, sondern von Millionen Amerikanern. Glauben Sie nicht? Sechs ihrer fragwürdigen bis obskuren Sachbücher nisteten sich sogar im oberen Drittel der Bestsellerliste der New York Times ein.

Eine Zeitung, die - laut Ann Coulter - in dem „zweifelhaften Ruf“ steht, „liberal“, also ganz und gar unamerikanisch zu argumentieren. Fast so, wie die Kommunisten.

Ann Coulter: „Fußball ist ein mädchenhafter Immigrantenspleen…“

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Klinsmann weiß also, was er in seiner amerikanischen Wahlheimat losgetreten hat. Im schlimmsten Falle einen politischen Albtraum. Frau Coulter, gebildet, schlagfertig, attraktiv, weiß schließlich ebenso zu emotionalisieren wie er. Deshalb hat sie jetzt einen Aufsatz geschrieben, der den bezeichnenden Titel trägt: „Nationales Hobby der USA: Fußball hassen!“ Da kann man lesen, Fußball sei ein „mädchenhafter Immigrantenspleen zur Unterminierung der amerikanischen Wehrhaftigkeit.“ Deshalb sei nun der Präsident gefordert . . .

„Denn im Fußball“, erklärt Frau Coulter, „ist die Schuld verteilt. Es gibt keine Helden, keine Verlierer, keine Verantwortlichkeit.“ Dass sich heute immer mehr Amerikaner für das unamerikanische „Soccer“ erwärmen würden, sei übrigens das schreckliche Erbe von Teddy Kennedys Einwanderungsgesetzen aus dem Jahre 1965. 

Diese gelte es zu bekämpfen, und damit die gesamte liberale Partei der Kennedys und Obamas. Und dann weg mit diesem Jürgen Klinsmann. Wer hat den überhaupt gerufen?

KBL 

16 - 2014 -07-01 - Uwe Morchutt

Tonstörungen willkommen!

Quälgeister, Selbstdarsteller und Besserwisser bis sich die Pixel biegen

Jeder sportinteressierte Zuschauer, und nicht nur der, freut sich über einen guten HD-Empfang und eine dazu passende Tonqualität. Besonders  unterhaltsam können Fußballspiele einer Fußballweltmeisterschaft sein. Selbst auf attraktive und spannende Spiele, trotz teilweise unmenschlicher klimatischer Bedingungen, muss der geneigte Zuschauer in seinem bequemen Sessel nicht verzichten.

Experten sind für die Katz

Was aber gar nicht geht, sind nervtötende Nebengeräusche unserer Fußballkommentatoren und Moderatoren samt ihrer Experten. Selten zuvor habe ich mich so sehr über Tonstörungen, leider viel zu selten, gefreut, wie zu dieser Fußballweltmeisterschaft. Selbstdarsteller und Besserwisser posaunen noch flacher aus dem an sich schon flachen Medium, dass sich die Pixel biegen. Die Poschmanns, Rethys, Warks, Bartels, Simons und Müller-Hohensteins, um nur die auffälligsten Quälgeister zu nennen, braucht kein Sport interessierter Fernsehkonsument.

 

1966 habe ich die erste Fußball-WM bewusst miterlebt. Die Bildqualität zu der Zeit schlecht und schwarz-weiß. Der Empfänger ein Monstrum aus Staub und Röhren. Nichtsdestotrotz, was soll und kann mir da ein Experte heute noch Neues erklären?

 

48 Jahre, also genau 13 Fußballweltmeisterschaften später, genießen wir ein hochauflösendes Bild, das kaum Wünsche übrig lässt. Nur, was ist mit dem Ton? Kommentatoren, die einem zum Teil seit Jahrzehnten auf den Geist gehen. Und noch schlimmer: Warum gibt es eigentlich keine Sportübertragungen mehr, ohne dass einem ein teuer eingekaufter Experte an der Seite von Moderatoren die schönste Stimmung vermiest? Sei es nun Biathlon, Schwimmen, Handball oder aktuell Fußball.

 

Wer ist eigentlich auf die „grandiose“ Idee gekommen, den Sportjournalisten, die meisten davon waren selbst einmal Sportler, obendrein noch einen so genannte Experten an die Seite zu stellen. An den Bildschirmausmaßen kann es ja wohl nicht liegen?

Carsten Sostmeier – einer der wenigen Sportreporter, die zur rechten Zeit den richtigen Ton treffen

Foto: C. Winkel

Eine Lanze möchte ich an dieser Stelle aber trotzdem brechen, wie es auch anders geht. Schaue ich mir beispielsweise Fernsehübertragungen über das Springreiten an, selten genug im Programm, geht es auch ohne Experten. Grund hierfür, ein Kommentator, Carsten Sostmeier, der sein Handwerk versteht. Wohltuend, weil  informativ, vergeht die Zeit mit exzellentem und anmutigem Hochleistungsport von Mensch und Tier wie im Fluge. Leider halt nur eine Randsportart. Unnötige Experten würden hier bloß das Budget sprengen.

 

Den Tonausschalter ständig zu bemühen, der zum Glück noch bei vielen Geräten vorhanden ist, den Ein- und Ausschalter sucht man indes bei vielen neuen Fernsehern schon vergeblich, ist nun auch nicht der Weisheit letzter Schluss! Ob das die Fernbedienung auf Dauer aushält?

umo

15(71) - 2014 -06-30 - Bernd Jürgen Morchutt

Ich lasse tippen!

Unser WM-Tipp-Spiel geht in die entscheidende Phase

Die K.-o.-Runde lässt keine zögerlichen Tipps auf Unentschieden mehr zu. Für mich beginnt erst jetzt die Weltmeisterschaft. Danke, Hilmar!

Von Dir kam die Idee, unsere beiden Teams gegeneinander antreten zu lassen. Dass es aber so irre spannend werden würde, hätten wir uns beide nicht vorstellen können. Trotz unseres im Moment recht deutlichen Vorsprungs ist noch rein gar nichts entschieden. Mit jeder Runde steigt die zu vergebende Punktzahl. Da sind schnell mal hundert Zähler drin. Der Endspiel-Tipp wird immerhin 50 Punkte für das  richtige Ergebnis bringen. Selbst dann lässt sich noch so mancher Rückstand wettmachen. Die Mannschaft von laptopwerk führt, und in der Einzelwertung liegt mein Bruder Uwe vorn. Was will ich mehr? Gut, dass wir die Tipps rechtzeitig vor den Spielen veröffentlichen. So kann mir keiner unterstellen, meinem kleinen Bruder günstigere Bedingungen zu verschaffen. Fußballwissen liegt eben in unserer Familie! Von Kindesbeinen an traten wir gegen die Lederkugel. Manch Loch im Gartenzaun oder ramponiertes Blumenbeet brachte die Anwohner der Tambacher Straße in Gotha gegen uns auf. Das setzte sich in Ilmenau fort, wo wir den Bolzplatz direkt vor dem Haus hatten. Für kurze Zeit stellten wir auch unsere fußballerischen Talente den lokalen Fußball-Klubs zur Verfügung. Leider spielten wir nie in einer Mannschaft. Uwe war mehr der Stratege im Mittelfeld. Für mich zählte nur, möglichst viele Tore zu schießen. Da der Fußball damals keine besonderen materiellen Anreize versprach, entschieden wir uns, alle Kraft der Ausbildung und dem Studium zu widmen. Von da an gingen wir getrennte Wege. Er ins Baufach. Mich zog es ins Kaufmännische. Doch landeten wir beide im Mediengeschäft. Uwe als Fachjournalist für Bauwesen – für mich ging es über die Computerei in den Sport und zum Boulevard. Während Uwe später mit seinen Büchern versuchte, Bauherren vor vermeidbaren Fehlern zu bewahren, trainierte ich Redaktionsteams in Osteuropa, Zeitschriften zu produzieren, ohne die das Leben auch funktioniert hätte. Wie die Gene so spielen – Uwes Sohn Ronnie layoutet jeden Tag die Bild-Zeitung.

Uwe (links) und Bernd waren schon immer von bedrucktem Papier fasziniert

Trotz räumlicher Distanz kämpfen wir jetzt wieder gemeinsam, und zwar für LWP. Selbst, wenn Uwe bis zum Ende der WM seine Spitzenposition noch einbüßen sollte, hat er sich bereits jetzt als echter Laptopwerker erwiesen. Diesen Status wird er nach der WM auch offiziell zuerkannt bekommen. Und wetten und tippen darf er auch weiter – bei seinem großen Hobby, dem Galopprennsport. Ob vier oder zwei Beine, die Unterschiede scheinen nicht so groß zu sein.

BJM

14(206) - 2014 -06-30 - Klaus Blume

Die Rechnung, aber ganz schnell!

Für wie blöd haltet ihr Sportjounalisten uns eigentlich?

Nein, nicht jeder lässt sich vom WM-Trommelfeuer kirre machen. Doris, die pensionierte Studienrätin und ehemalige Hockeyspielerin,  schimpft wie ein Rohrspatz über diese „saublöden“ Fußball-Übertragungen bei ARD und ZDF. Die anderen Sender würden sich nämlich nicht getrauen, einen ordentlichen Spielfilm oder eine handfeste Dokumentation dagegen zu setzen, so das man ausweichen könne. Sondern stattdessen eine Konserve nach der anderen senden. 

„Unverschämtheit, das sollte man mal bei einer Hockey-WM tun“, erregt sie sich. Das könne sie nun wirklich nicht vergleichen, werfe ich ein. Doch nun schaltet Doris endgültig auf stur:

 

„Manche WM-Fußballspiele muss man überhaupt nicht zeigen!

 

Zum Beispiel Deutschland gegen die USA. Wo von vornherein feststand, dass beide Mannschaften eine Runde weiter kommen. Da werden unsere Gebühren sinnlos verplempert.“

Meinen zaghaften Versuch, dass es auch anders hätte kommen können, und es obendrein landesweit einen millionenfachen Entrüstungssturm verursacht hätte, wäre dieses Spiel nicht gesendet worden, fegt sie rabiat zur Seite: „Ach was, kein Mensch will diese hirnlosen Fußballer nach einem solchen Spiel auch noch hören! Was sollen sie auch auf eure tiefschürende Frage antworten: Haben sie nun mit der linken oder mit der rechten Fußspitze gegen den Ball getreten?

 

„Ja, für wie blöd haltet ihr Sportjournalisten uns eigentlich?“

 

„Genau“, blafft mich nun  Hein von der Seite an. Hein ist Elektromeister, mit einem ganzen Stall an Gesellen und Lehrlingen. „Ich“, redet er sich in Rage, „ackere und ackere und sorge für Arbeitsplätze. Und du? Du darfst für lau ins Stadion und bekommst dafür auch noch Gehalt oder wie ihr das  vornehm nennt.“ Ich wende - unnötiger Weise -  etwas kleinlaut, ein, ich würde im Stadion ja arbeiten - da prustet die Runde aber richtig los! Er habe noch nie einen Journalisten gekannt, der jemals in seinem Leben richtig gearbeitet habe, kontert Franz, der Auto-Verkäufer. Und alles johlt begeistert! Die Meute ist so richtig in Stimmung! Bis auf Doris. Will ausgerechnet sie mir jetzt beispringen?

Als sich das Gejohle gelegt hat, bellt sie mich an: „Ihr haltet euch wohl für den Mittelpunkt der Welt, ihr mit eurem blöden Sport.“ Was nun? Nur weg, denke ich. Aber das wäre ja so etwas wie Fahnenflucht. Also sage ich stattdessen: „Liebe Doris, auch wir Sportjournalisten gucken gelegentlich über den Tellerrand.“ Und ziehe wieder die rote Karte! 

„Ja, warum hat dann Israel in Brasilien nicht mitspielen dürfen“, fällt sie mir lautstark ins Wort, „das ist doch politisch gedrechselt worden. Aber das interessiert euch Sportjournalisten ja den feuchten Kehricht.“ 

Bevor ich erklären kann, Israel sei zuvor - sportlich, also keineswegs politisch - in der Qualifikation an Russland und Portugal gescheitert, lästert Freund Hein, der Elektromeister: „Bevor du uns etwas erklären willst, solltest du erst mal lernen, was Arbeit ist. Ich kann mir nämlich lebhaft vorstellen, wie dein Tag so abläuft.“

Ja, wie denn Hein? „Morgens trinkt ihr erst mal in aller Ruhe in eurer Kantine Kaffee. Danach haltet ihr stundenlang ein Schwätzchen, das ihr Angeber Konferenz nennt. Und schon ist Mittagspause, also wieder ab in die Kantine. Danach ein Nachmittagsschwätzchen und im Nu ist Feierabend. Und wir müssen das alles mit unseren Steuern bezahlen.“

Toni, der Wirt, fragt mich: „Willst du noch ein Bier, Klaus?“

„Nein, die Rechnung. Aber ganz schnell.“

KBL 

13(52) - 2014 -06-28 - Walter Staufenbiel

Unwahrscheinliche Begeisterung, tolle und farbenfrohe Fans, aber nervige Experten

Nach der Vorrunde dieser WM wird es für mich Zeit, meine zweite persönliche Bilanz zu ziehen.

 

Erster Fakt:     

Ich habe ca. die Hälfte der 48 Spiele am Bildschirm verfolgt. Und was ich bei meiner ersten Bilanz festgestellt habe, hat weiterhin Gültigkeit; Eine unwahrscheinliche Begeisterungswelle schwappte bei jedem Spiel durch die Stadien. Egal ob es regnete, ob große Hitze oder Schwüle in den Hexenkesseln war, die Zuschauer waren immer „am Ball“, sie freuten sich, sie weinten, aber sie standen hinter ihren Mannschaften. Und das alles in so farbenfroher Ausstattung, da musste man auch gute Laune haben. Danke, liebe Fans!         

 

Zweiter Fakt:   

Titel und vergangene Erfolge sind Schall und Rauch. Diese alte Wahrheit mussten einige „Große“ schmerzhaft erfahren. Nach einer Vorrunde soviel Prominenz, die sich um Rückflugkarten kümmern musste, hat es bestimmt noch nie gegeben. Drei ehemalige Weltmeister nicht mehr dabei, das ist hart, bitter, hoffentlich aber auch lehrreich. Nun werden wohl Tonnen von Papier  mit Analysen vollgeschrieben. Dabei hat man deutlich gesehen, ohne Leidenschaft geht nichts. Im Gegenteil, mit welch unbändigem Willen und eben dieser Leidenschaft hier einige Teams aus Süd- und Mittelamerika gekämpft haben, das könnte auch Stoff für Fußball-Lehrfilme sein.

 

Dritter Fakt:    

Es gab mal einen James Bond Film, da war auf der Seite der Bösen ein Furcht  und Schrecken verbreitender Hüne mit einem noch schrecklicheren Gebiss. Er hatte nur einen Nachteil, er konnte nicht Fußball spielen. Dafür gibt es aber einen, fast begnadeten Fußballspieler, der kräftig zubeißt, allerdings nicht, wie ein ehemaliger Boxer, in Ohren, nein, dieser Fußballer hat sich auf Schultern spezialisiert. Meine ganz persönliche Meinung dazu: Runter vom Platz!

Meine Bilanz zur bisherigen Leistung der „Pfeifen Truppe“ fällt gemischt aus, denn es gab für mich doch krasse Unterschiede in der Handhabung der bunten Karten. Allerdings gebe ich auch zu, dass es bestimmt schwierig ist, in diesen, teilweise Hexenkesseln immer auf der Höhe zu sein. Und eins steht auch fest, Tatsachenentscheidungen fällt man in Bruchteilen von Sekunden. Und noch eins, Torkamera ja, aber Video Beweise für alles, nein danke! Dann stirbt der Fußball!                           

Vierter Fakt:   

Am Ende jedes Spiels wird bei mir (natürlich mit Einverständnis meiner Gattin) sofort der Fernseher ausgeschaltet, denn ich möchte auf keinen Fall die Meinungen der sogenannten ARD- und ZDF Experten hören. Ich finde es belastend, Sekunden nach einem Spiel noch mal über das Vergangene zu philosophieren und was wäre wenn, u.s.w.  Die sogenannten Experten waren in ihrer aktiven Zeit alle tolle Spieler, aber diese Analysen sind für mich echt wertlos und sollten lieber den dafür Verantwortlichen vorbehalten bleiben.       

 

Fünfter Fakt:  

Wie schon in der ersten Bilanz möchte ich an dieser Stelle wieder den, für mich namenlosen Kamera- und Regieleuten ein großes „Dankeschön“ zuwerfen, denn sie liefern mir tolle Bilder, nicht nur das Geschehen auf dem Platz, sondern auch immer wieder diese einmalige Stimmung drum herum einfangen.

 

Soweit meine, wieder ganz persönliche Sicht auf die abgeschlossene Vorrunde der Fußball WM in Brasilien.

 

Übrigens sollte ich an dieser Stelle etwas Selbstkritik zu meiner bisherigen Leistung im Tipper Team des LWP üben. Berauschend war es nicht gerade, durchwachsen auch nicht, aber ich bin noch steigerungsfähig und da besteht noch Hoffnung, die ja bekanntlich zuletzt stirbt. (Gibt es denn wirklich keine Möglichkeit, den Mannschaften meine Tipps irgendwie vorher zukommen zu lassen?)

Habe ich in meiner ersten Bilanz noch den Teams verziehen, weil sie nicht so gespielt haben, wie ich getippt habe, so werde ich jetzt alle Teams, die ich nicht im Achtelfinale gesehen habe, um Verzeihung bitten, da ich nicht ihr Potential gesehen habe.

 

Das verspricht Staufi vom Flohmarkt!

12(205) - 2014 -06-26 - Klaus Blume

Ein Gitarren-Solo zum Eckstoß

Wie haben wir eigentlich früher unser Leben gemeistert? Ganz ohne Experten. Also nichts gegen Olli Kahn und erst recht nichts gegen Mehmet Scholl, die uns im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erklären, was wir zuvor schon gesehen haben - wenn wir nicht gerade Bier holen waren. Aber das ist nur von temporärer Unart und wird sich in vierzehn Tagen legen.

Mehmet Scholl (rechts): Vom Spieler zum Spielerklärer

Doch was wird bleiben? Mein Buchverlag hat mir gerade eingetrichtert, sogenannte Expertenbücher, also Ratgeber, würden noch immer fleißiger konsumiert als Krimis. Doch sie dürften nicht allzu präzise geschrieben sein. Das käme Otto Normalverbraucher dann besserwisserisch vor und würde es als Bevormundungen empfinden. Besser sei es also, würden die Marketing-Experten behaupten, alle vorhandenen Allgemeinplätze nun ausdauernd zur Wüste zu zertrampeln. Vielleicht lasse sich ja sogar in einem winzigen Körnchen Sand noch ein Körnchen Weisheit finden.

 

Dass unsere Krankenkassen Derartiges vorbildlich beherrschen - wem ist es nicht schon aufgefallen? Da steht, zum Beispiel: Wenn Sie müde sind, schlafen Sie sich aus! Oder: Haben Sie Durst, trinken Sie ein halbes Glas Wasser mehr!

 

Dank Alexandra Schätzle, der Präventations-Expertin der Techniker-Krankenkasse in Hessen, wissen wir nun sogar, wie gesund Public Viewing - also das Massenbesäufnis vor einer Großleinwand - für uns alle sein kann. Originalton Schätzle: „Das empfinden die meisten als befreiend. Gerade Männer trauen sich im Alltag eher nicht, ihren Emotionen freien Lauf zu lassen.“ Und: „Nicht selten entstehen beim Public Viewing neue Freundschaften oder sogar Liebesbeziehungen.“

Woraus wir erstens lernen, Fußball ohne Frauen - das geht hierzulande schon mal gar nicht, und zweitens - weil Frauen ja viel mehr lesen als Männer - werden sie nun zwei weitere männliche Fachrichtungen erobern. Mittels der Ratgeber über Fußball-Taktik und Grillen. Denn das eine hängt unmittelbar mit dem anderen zusammen. Glauben Sie nicht? Fragen Sie Ihre Frau!

Also, ich schaue dann doch lieber nach Italien. Dort wird der Sonntag noch immer so schön aufgeteilt, wie eh und je: Morgens gehen Mann und Frau gemeinsam in die Kirche, nachmittags entschwindet sie in ihre Küche und er auf seinen Fußballplatz. Und abends sieht man dann gemeinsam fern. Da ist ja immer was los!

Im römischen Staatsfernsehen RAI, beispielsweise, brüllten sich jetzt bei einem Spiel - zwecks Unterhaltung und Information - gleich vier Kommentatoren laufstark an, und eine Frau begleitete jede Auswechslung und jeden Eckstoß mit einem Gitarren-Solo und einem kleinen Liedchen.

Das sollten sich mal ARD und ZDF leisten! Mehmet Scholl als Luft-Gitarrist! Undenkbar. Denn Fußball, diese Mixtur aus Sport, Entertainment und staatstragender Ernsthaftigkeit, ist in Deutschland schließlich Expertensache.

KBL 

11(204) - 2014 -06-23 - Klaus Blume

Im Wunderland der guten Fee und des heiligen Joseph

Einundzwanzig Tote, beim Public Viewing in Nigeria aus dem Hinterhalt hingemetzelt, nötigten Joseph Blatter gerademal ein viereinhalbzeiliges Statement ab. Lapidar. Nichts sagend. Wer will vom Boss einer mafiösen Vereinigung namens FIFA auch mehr erwarten? Völkerverständigung, Frieden über alle Grenzen hinweg - diesem Etikettenschwindel haben sich Blatter und dessen Millionenmacher zwar mit aller Inbrunst verschrieben - aber was soll‘s?  So jubelten sie auch programmgemäß über die erste WM-Woche, vor allem über die erstaunlichen Erfolge der Mannschaften aus Süd- und Mittelamerika.

Das stärke das Selbstbewusstsein der dortigen Bevölkerung und fördere vor allem das Ansehen dieser Länder - und zwar  in aller Welt.

 

Welches Ansehen?

 

Auf Kolumbien fallen derzeit achtzig Prozent  des Weltumsatzes aller Rauschgiftmittel; erst im April wurden in einem dortigen Hafen sieben Tonnen Kokain beschlagnahmt - bestimmt für einen europäischen Kunden in Rotterdam. Ein Geschäft, dessen Drogenkriege in letzter Zeit 250 Menschen das Leben gekostet haben. Für wessen Ansehen spielt also Kolumbiens Elf?

Oder Mexiko! Wer soll sich dort an der WM ergötzen, wenn es seit 2006 mehr als 7000 öffentlich erschossene und erstochene Opfer im landesweiten Drogenkrieg gegeben hat. Eine Tatsache, die das Heidelberger Institut für Konfliktforschung als „innerstaatlichen Krieg“ einstuft. In Honduras wiederum haben sie ein unterirdisches Kokain-Lager ausgenommen. Aktueller Warenwert: rund 350 Millionen Euro. Dagegen kommt keine Fan-Meile an!

 

Costa Rica, die mittelamerikanische Schweiz?

 

Spricht man darüber mit einem FIFA-Funktionär, kontert dieser das mit dem allfälligen Hinweis, so etwas könne der Fußball nun mal nicht aus der Welt schaffen. Immerhin würden die hervorragenden Fußballer aus Costa Rica für einen Staat Punkte sammeln, den alle Welt als „die Schweiz Mittelamerikas“ hochachte. Liberal, wohlhabend, kultiviert. So kultiviert, dass die zuständige UNO-Kommission an der ständig wachsenden Entwicklung der Kinderprostitution in Costa Rica geradezu verzweifelt - vor allem an der Ekel erregenden wohlhabenden Klientel aus Kanada und den USA.

Aber noch eine andere Klientel sucht die „Schweiz Mittelamerikas“ heim: die Drogenbarone aus Mexiko und Kolumbien kämpfen dort um neue Anbauflächen. 43 Prozent davon haben sie den dortigen Bauern bereits abgenommen. Ähnliches läuft seit 2012 in Ekuador ab, wo allein die Kokainproduktion seitdem um etwas mehr als 20 Prozent gesteigert wurde. Lässt sich dort die WM feiern?

Auch die chilenischen Fußballer imponieren derzeit in Brasilien. Doch sie können keinesfalls vergessen machen, das daheim Kinderarbeit - ob im Drogenhandel oder in der Prostitution - von Monat zu Monat  zunimmt.

Blatter aber, so ließ uns die FIFA jetzt wissen, habe Papst Franziskus einen Brief geschrieben, in dem er die Friedensmission seines monopolistischen Konzerns ausdrücklich unterstrichen habe. Fußball-Fan Franziskus wird aber sehr wohl wissen, dass in seiner Heimat, im Fußball-Land Argentinien, täglich Unsummen aus kaum durchschaubaren Sozialprogrammen in immer neueren Korruptionsskandalen verschwinden. Geschäftsmodelle, die auch der FIFA nicht unbekannt sei dürften.

Der FIFA dürfte  in den letzten zwanzig Jahren auch kaum verborgen geblieben sein, wie eng das organisierte argentinische Verbrechen, die Politik und der Fußball gerade dort miteinander verflochten sind. Aber im Wunderland der guten Fee Christina Kirchner gibt es ja nichts Böses, keine Kriminalität und keine Skandale. Wie im Paradies des Joseph Blatter.
KBL

10(70) - 2014 -06-22 - Bernd Jürgen Morchutt

Geschichten rund um den WM-Fußball

Deutsch-Deutsches von hüben und drüben

22. Juni 1974: Shakehands vor dem deutsch-deutschen Duell - Bundeskanzler Helmut Schmidt (rechts) und der Leiter der Ständigen Vertretung der DDR in der BRD, Michael Kohl (1981 verstorben)

Foto: Archiv LW+

In dieser fußballintensiven Zeit tut es gut, hin und wieder mal ein Spiel auszulassen. Dann schalte ich lediglich die letzte Viertelstunde ein, um rechtzeitig das Ergebnis zu erfassen. Schließlich muss ich sehen, wie meine Tipp-Mannschaft abgeschnitten hat. Einige Spiele verlaufen auch recht langweilig. Da bleibt Zeit zum Nachdenken. Viele Geschichten kommen mir in den Sinn, die irgendwie mit den WM-Highlights der Vergangenheit zusammenhängen. Meine ersten drei Fußball-Weltmeisterschaften fanden im Radio statt. 1954 habe ich das Geschehen noch nicht wirklich wahrgenommen. Ich erinnere mich nur an die entsetzlichen Schreie meines Vaters, die er vor dem Radio ausstieß. Von den darauffolgenden Weltmeisterschaften in Schweden (1958) und in Chile (1962) blieb mir der aufkommende Superstar Pele in Erinnerung. Wenn wir uns in dieser Zeit auf dem Bolzplatz vor unserem Haus trafen, wollte ich entweder Jaschin oder Pele sein.

 

Unser erster Fernseher                      

 

Die erste Fußball-Weltmeisterschaft, die ich komplett und bewusst verfolgte, fand 1966 in England statt. Die Vorrundenspiele durfte ich bei meinem Freund Wolfram Fiedler, dem späteren Rennschlittenweltmeister, schauen. Neben dem Endspiel blieben mir vor allem zwei Begegnungen im Gedächtnis: Das 3.1 der Ungarn gegen Brasilien mit den überragenden Bene und Farkas und das Viertelfinale der Portugiesen gegen Nordkorea. Vier Tore von Eusebio zum 5:3-Sieg nachdem die Koreaner bereits 3:0 in Führung lagen.                  Während dieser WM entschloss sich mein Vater, endlich den ersten Fernseher für unsere Familie zu kaufen, so dass ich die letzten Spiele sogar zu Hause verfolgen konnte.                                                                 Von der WM 1970 blieb natürlich das legendäre  3:4 der Deutschen gegen Italien hängen.                                                                               Die Titelkämpfe 1974 waren aber für mich das herausragende Ereignis. Erstmals nahmen zwei deutsche Mannschaften teil und wurden auch noch in eine Gruppe gelost. Ganz richtig und vollständig ist das nicht. Denn bei der Qualifikation zur WM 1954 in der Schweiz trafen auch zwei deutsche Nationalmannschaften aufeinander – das Saarland und die Bundesrepublik Deutschland. Die Spieler aus Saarbrücken und Neunkirchen unterlagen damals 0:3 und 1:3. Sie verpassten als Gruppenzweiter aber die WM-Teilnahme. 1956 schließlich schloss sich das Saarland dem DFB an.

 

Die goldene Generation

                                                                                                                   Für die DDR wurde 1974 ein Traum wahr. Die beste Fußballergeneration, die das Land in 40 Jahren aufzubieten hatte, schaffte den Sprung ins große Weltturnier. Die Magdeburger holten sechs Wochen vorher den Europapokal der Cupsieger und zwei Jahre später folgte der Olympiasieg. Das war unsere kurze goldene Ära.   Diese WM kam für mich zur rechten Zeit. Mein Studium an der Martin-Luther-Universität in Halle war fast zu Ende, die Diplomarbeit abgegeben. So konnte ich mich genüsslich dem Fußball widmen. Die Familie meines Studienfreundes Ernst-Helmut gab mir einen Wohnungsschlüssel, so dass ich ungehindert auch die Programme einschalten konnte, die im Internat nicht verfügbar waren. Da meine Gastgeber wenig Fußball-Interesse zeigten, saß ich meistens allein in deren Wohnzimmer. Nicht so am 22. Juni 1974. Da wurde es etwas enger auf der Couch, denn die beiden deutschen Teams trafen in Hamburg aufeinander. Der Siegtreffer von Jürgen Sparwasser ging in die gesamtdeutsche Fußballgeschichte ein. Drei Tore kennt jeder deutsche Fußballfan: Helmut Rahns 3:2 im 1954er Endspiel gegen Ungarn, das umstrittene Wembley-Tor von 1966 und jenes Hamburger 1:0 von Spari.

 

Das getrübte Bier danach

 

Nach dem Match gingen mein Kumpel und ich auf ein Bier um die Ecke. Ich war noch freudig erregt, ob des Spiels und unseres Sieges. Aber in der Kneipe herrschte Trauerstimmung. Immer wieder hörte ich von den Nebentischen: „Mist, wie konnten wir dieses Spiel nur verlieren?“ Ich war tatsächlich der Einzige, der sich freute, aber das durfte ich in dieser Umgebung gar nicht laut sagen. In dem Moment ahnte natürlich keiner, dass die Bundesrepublik ein paar Tage nach dieser Tragödie doch noch zum Weltchampion aufsteigen würde. Seit dem Endspiel gegen die Niederlande war ich übrigens nicht wieder bei Familie Rost in Halle an der Saale. Wie das Leben so manchmal spielt.

 

Märchenurlaub in der Toskana

 

Zum Schluss noch eine Bemerkung zum Sommermärchen von 2006. Jedes Spiel der deutschen Mannschaft habe ich an einem anderen Ort und in vier verschiedenen Ländern verfolgt. Bei der Ankunft in den Hotels lautete stets meine erste Frage: „Funktioniert der Fernseher auf dem Zimmer?“ Zum Halbfinale schließlich war ich mit meiner Familie in Il Pelagone in der Toskana. Urlaub im Land unseres WM-/EM-Angstgegners. Die triumphierenden und hämischen Blicke der Kellner und Strandnachbarn am Morgen danach werde ich mein Leben lang nicht vergessen.                                                                                         So lässt sich jede Fußball-Weltmeisterschaft mit einem besonderen persönlichen Erlebnis oder einer netten Story am Rande verbinden. Die Ausgabe von 2014 wird sicher wegen unseres spannenden WM-Tipp-Spiels im Gedächtnis haften bleiben.

BJM

9(69) - 2014 -06-20 - Bernd Jürgen Morchutt

England – The Biggest Error

Das neue Trikot der „Three Lions“

Was niemand erwartet hatte. Costa Rica schlägt Italien. Damit ist die letzte Hoffnung der Engländer dahin. Sie dürfen vorzeitig ihre Koffer packen und in Urlaub fahren. Die „Three Lions“ bereits in der Vorrunde gescheitert. Das gab es seit 56 Jahren nicht mehr. Wer jetzt sagt, na die Spanier sind ja auch schon raus, der liegt völlig falsch mit diesem Vergleich. Die gewannen schließlich die letzten drei Fußball-Großereignisse. Und England? In keinem anderen Land trifften Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinander. Seit der Heim-WM 1966 gab es keinen weiteren Titel für das Mutterland des Fußballs. Alle sprechen von der stärksten Liga der Welt. Aber wer hat dort das Sagen? Steuerabstinente Russen, Araber und Amerikaner wählten den englischen Fußball als Spielcasino, in dem sie Ihr „Pocket Money“ auf internationale Stars setzen. Die Rooneys dienen als Local Heroes, aber auf dem Platz spielen sie längst keine Rolle mehr. Diese Loser des Alltags treten dann alle zwei Jahre bei internationalen Meisterschaften an und müssen ihr Land vertreten. Was dabei rauskommt, haben wir in den vergangenen Tagen gerade wieder gesehen. Großbritannien und seine vier Nationalteams. Schottland, Wales und Nordirland sind bereits drittklassig. England ist auf dem besten Wege, ihnen zu folgen. Gareth Bale von Real Madrid, der zur Zeit beste britische Fußballer, ist Waliser. Ein Superstar im Nowhereland. Die Tore in und gegen England schießt ein Mr. Suarez. Aber der Luis kommt aus Uruguay. Die internationale Konkurrenz freut sich darüber.

8(203) - 2014 -06-19 - Klaus Blume

Gustave, noch einen kleinen Roten!

Al Jazeera und ein Volk von Bastlern und Schwarzsehern

Es gilt wieder, wie in unseren Kindertagen, zu erzählen. Nicht nur atemlos irgend etwas Informatives herunter raspeln, nein! Es gilt, wie in unseren Kindertagen, in epischer Breite zu erzählen. Bilder in Worte zu fassen. Damit es der Zuhörer erlebt, als sei auch er dabei - im besten Falle sogar mittendrin. Was eignet sich dafür besser, als ein Fußballspiel? Am Freitagabend, wenn in der WM-Gruppe E, im heißen Salvador, die Schweiz auf Frankreich trifft, gilt es, darüber zu erzählen. Zu erzählen, was sich gerade zuträgt, und warum es sich so und eben nicht anders zuträgt.

 

Und zwar den Freunden in Frankreich. Denn im Heimatland meiner Großeltern können nur wenige dieses Spiel am Fernsehgerät miterleben - es sei denn, sie bezahlen dafür. Und zwar an den reichen katarischen Sender „beINSport“, einer Tochtergesellschaft des umstrittenen arabischen TV-Netzwerks Al Jazeera. Die Katarer haben den französischen Fußball nämlich fast völlig im Griff. Die 1. und 2. Liga sowieso und sogar die Europameisterschaft 2016 in unserem Nachbarland. Public Viewing gibt‘s, Al Jazeera sei Dank, in diesen WM-Tagen so gut wie gar nicht in Frankreich. Als würden sich gerade die redefreudigen und geselligen Franzosen aus dem Weg gehen!

 

Weil also nun andere Sitten einreißen, werde ich alle zehn Minuten in Frankreich anrufen und den wissbegierigen Freunden möglichst farbig und lebhaft schildern, was ich in Hamburg auf dem Bildschirm sehe. 

 

Die Freunde haben mir nämlich erzählt, dass selbst ein Kneipenbesuch wenig Sinn mache; es sei denn, der Wirt ihres Vertrauens kriege den Sender, allerdings ohne Ton, und sonst auch stark gestört, rein und stelle dazu das Radio an. Im Internet gäbe es tausend Tipps, was am Freitagabend alles möglich sei.

 

Die Grand Nation, ein Volk von Bastlern und Schwarzsehern?

 

Mon Dieu, was waren das noch für Zeiten, als wir während der Tour de France bei einem petit Rouge an irgendeiner Theke standen und gemeinsam mit den Dorfbewohnern in die Röhre starrten, um Fußball zu gucken. Wie am 9. Juli 2006 im bretonischen Nest Saint-Méen-le-Grand. Mucksmäuschenstill war es damals - als im fernen Berlin Frankreichs Nationalheld Zinedine Zidane dem Italiener Marco Materazzi seinen weltberühmten Kopfstoß verpasste.

 

Gustave, noch einen Roten!

 

Darüber gäbe es mehr zu erzählen, zu kommentieren, als über die Skandal-Tour 2006. Das macht ja gerade das Faszinosum Fußball aus! Jeder kann darüber mit jedem reden. Rund um den Globus. Fußball ist wirklich weltumspannend. Auf „Youtube“ habe ich erstaunt gesehen, dass selbst in der heiligen Stadt Kyodo  junge Japaner in deutschen Trikots herumlaufen, auf den „Kahn“ oder „Beckenbauer“ steht. 

 

Das wird die Chinesen nicht ruhen lassen. Und böse Zungen behaupten, sogar im Vatikan gäbe es einen hochgeheimen Plan, wie man über kurz oder lang eine schlagkräftige Nationalmannschaft zusammen bekäme - schließlich sei der jetzige Papst ja Argentinier. Und dessen Landsleute spielen am Sonnabend gegen den Iran. Ob der Papst dann zuschaut oder ob ihm einer seiner Vertrauten das Spiel erzählt? Erzählen ist ja gerade wieder en vogue.

KBL

7(16) - 2014 -06-18 - Gerhard Vögtler

Löw auf den Spuren des Kaisers

Der DFB und seine WM-Cheftrainer / Herberger und Schön an der Spitze

Der klare Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft beim Turnier um die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien setzte dem Jubiläum ein Glanzlicht auf. Das 4:0 gegen Portugal verlieh dem 100. WM-Spiel einer DFB-Auswahl den würdigen Rahmen.

Passend zum Anlass auch die Bilanz: 61 Siege, 19 Unentschieden, 20 Niederlagen seit der WM-Premiere (1934 in Italien 5:2 gegen Belgien).

Bundestrainer Joachim Löw bestritt beim 4:0 gegen Portugal seinen achten WM-Einsatz als Chef der deutschen Nationalmannschaft: Sechs Siege, Zwei Niederlagen, 20:5 Tore.

Im letzten Gruppenspiel am 26. Juni gegen die USA feiert Löw ein kleines Jubiläum: 10. WM-Spiel als Cheftrainer. Bei der WM 2006 in Deutschland war Löw Assistent von Jürgen Klinsmann, der jetzt die Auswahl der USA betreut. Vor acht Jahren verbuchte das Trainerduo Klinsmann/Löw bei der WM im eigenen Land fünf Siege sowie je ein Unentschieden und eine Niederlage.

Bisher kam außer der DFB-Auswahl noch keine Nationalmannschaft auf 100 WM-Spiele. Rekordmeister Brasilien weist zwar als einzige Nationalmannschaft alle 20 WM-Teilnahmen seit 1930 auf, kommt aber nicht an die 100 Rekordspiele der DFB-Auswahl heran, die 1930 und 1950 bei den WM-Turnieren fehlte.

Der Dresdner Helmut Schön ist der Bundestrainer mit den meisten WM-Teilnahmen und –Spielen

Foto. imago

Mit seiner zweiten WM-Teilnahme als verantwortlicher Trainer der Nationalmannschaft zieht Joachim Löw mit Franz Beckenbauer und Berti Vogts gleich. An der Spitze liegen Sepp Herberger und Helmut Schön mit je vier WM-Turnieren.

Unübertroffen ist Schön als Spitzenreiter mit 25 WM-Spielen, gefolgt von Herberger mit 18 WM-Spielen. Bleibt Löw mit dem DFB-Team in Brasilien bis zum Schluss im Rennen, kommt er wie der Rangdritte Beckenbauer auf 14 WM-Spiele als Chefcoach.

Trainer Löw und die WM-Geschichte: Ein neues Kapitel in der DFB-Chronik ist aufgeschlagen.

 

Gerhard Vögtler

6(68) - 2014 -06-17 - Bernd Jürgen Morchutt

Die Nerven liegen blank

HBW und LWP punkten unterschiedlich

Ich freue mich auf die K.-o.-Runde, da wird es keine Unentschieden mehr geben

Klaus Blume sprach von Knistern. Ich möchte da noch einen Schritt weiter gehen. Heute gab es die erste handfeste Meinungsverschiedenheit zwischen den Tipp-Teams HBW und LWP. Schuld war das gestrige Unentschieden zwischen Iran und Nigeria. Wie soll ein 2:2-Tipp gewertet werden, wenn das Spiel 0:0 endet? Hilmar, der Coach der Thüringer, vergab 3 Punkte. Ich dagegen honorierte den Tipp mit nur einem Punkt. Bei richtiger Tendenz und gleicher Tordifferenz bekommt man sonst auch 3 Zähler gutgeschrieben, meinten die Gothaer. Aber bei einem getippten Remis ist doch die Tordifferenz automatisch gleich, oder? Deshalb entschied ich mich für die zu einem Punkt passende richtige Tendenz. Somit stimmten wohl beide Argumente! Hm, diese Zwickmühle hatten wir vorher nicht im Blick.

Da wir befreundete Websites sind, einigten wir uns schnell. Es ist besser, mehr als weniger Punkte zu vergeben. Bei künftig richtig getippten Unentschieden, aber falschen Toren, erhalten die Tipper 3 Punkte. Die 1-Punkt-Variante entfällt bei „draw results“, wie die Engländer sagen würden.

Ich hoffe, es wird in der Vorrunde noch einige Remis geben, damit auch unser Team von dieser Regel profitieren kann.

BJM

5(202) - 2014 -06-17 - Tipper KBL (Klaus Blume)

Eine WM wie Lotto

Und es knistert bereits im Gebälk

Erst das 4:0 der deutschen Mannschaft gegen ein Team aus Portugal, das die Lissabonner Sportzeitung „A Bola“ kurz zuvor noch als „großen Kandidaten“ angekündigt hatte - und nun auch noch unser Punkteverlust gegen die Thüringer Experten aus dem fußballfernen Gotha - also da knistert es im großen Rund. Ganz gehörig, meine ich. Oder? 

 

Also habe ich mir mal im Nachhinein Gedanken gemacht, warum ich so und nicht anders getippt habe. Eine Sache ist dabei klar: Bei meinen zaghaften Voraussagen aller deutschen Spiele spielte durchaus eine Rolle, dass ich WM‘s und EM‘s jahrzehntelang als Redakteur überregionaler Tageszeitungen zu betreuen hatte. Damals spielte stets die Hoffnung mit, die deutsche Mannschaft würde doch - bitte - so früh wie möglich ausscheiden.

 

Dann hätte ich nämlich weniger Spätdienste, als geplant, zu schrubben und könnte mich gegebenenfalls auch wieder anderen Themen zuwenden. Eine, zugegebenermaßen, egoistische und damit auch unfaire Erklärung . . .

 

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an die WM 1974 in Deutschland, als ich der Vorrunden-Gruppe 2 zugeteilt wurde. Der Grund: Als sogenannter Leichtathletik-Fachmann hatte ich zuvor eine Menge über die Läufer aus Kenia geschrieben. Also hatte ich mich während der WM den afrikanischen Fußballern aus Zaire zu widmen. Befehl von oben! Aber Gott sei Dank nur bis zum 18. Juni, auf Schalke. Dort verloren „meine afrikanischen Jungens“ nämlich gegen Jugoslawien mit 0:9 (!) - und ich wurde stante pede nach Hause beordert. 

 

Nun zu den aktuellen Ergebnissen. Klar, alle wollen in Brasilien gewinnen. Vor allem die Großen machen kein Hehl daraus. Die Argentinier sind ganz offiziell auf einer „Mision Mundial“ unterwegs, Italiens Überfußballer Andrea Pirlo tönt: „Wir sind hier für die Copa.“ Und die Deutschen? 

 

Wir werden sehen, denn auch diese WM ist ein wenig wie Lotto. Jeder darf vom großen Gewinn träumen. Kolumbien, Ghana, Algerien - nur nicht Zaire. Und wer weiß schon, dass man 3000 Euro für einen eingesetzten Euro gewinnen könnte, sollte Honduras Weltmeister werden? 

 

Die Nummer 33 der aktuellen Weltrangliste wird aber ebenso wenig Weltmeister, wie dreißig andere Mitbewerber. Denn nur einer der 32 Turnier-Teilnehmer kann den Titel gewinnen - alle anderen fahren als Verlierer nach Hause. Als große und unerwartete Verlierer. Als erstaunliche und als kleine Verlierer. 

 

So wird es auch im Wettstreit zwischen Gotha und „laptopwerk“ enden. Wie sonst?

KBL

4(67) - 2014 -06-16 - Telefon-Interview

LWP sprach mit Uwe Morchutt, dem Führenden in der Tipp-Wertung

 

Hallo Uwe, bist Du mit Deinen bisherigen Ergebnissen zufrieden?

 

Na klar, bis jetzt läuft es doch gut für mich. Gestern hatte ich gehofft, dass Frankreich kein drittes Tor mehr schießt. Leider war Karim Benzema zu gierig und hat meinen Tipp zerstört. Ein Tor mehr oder weniger, und du verlierst 5 Punkte. Ich war bei meinen Vorausschauen davon ausgegangen, dass bei diesen Temperaturen eher knappe Ergebnisse entstehen werden. In der zweiten Halbzeit sind doch alle ziemlich platt.

 

Wie schätzt Du den bisherigen Verlauf der WM ein?

 

Die inzwischen sehr satten Spanier haben Robben & Co. so richtig zum Toreschießen eingeladen. Eine Wachablösung wäre ja nicht schlecht. Übermorgen gegen Chile entscheidet sich schon, ob sie frühzeitig nach Hause fahren dürfen.  Kolumbien hat mich positiv überrascht. Einige der südamerikanischen Mannschaften kennt man nur sehr wenig. Das hat auch das Tippen beeinflusst. Brasilien ist sehr stark besetzt, die werden im Verlauf des Turniers noch zulegen. Italien gefällt mir. Deren Spielweise passt zu den äußeren Bedingungen. Die haben sogar das erste Spiel gewonnen. Bei den vorherigen Titelkämpfen taten sie sich jeweils recht schwer in der Vorrunde. Bei den jungen Franzosen sollten wir abwarten, was sie mit stärkeren Gegnern anfangen können. Honduras war da noch kein Maßstab.

 

Und heute die Deutschen - was erwartest Du?

 

Wenn CR 7 in der 89. Minute einen Freistoß bekommt, dann ist vieles möglich. Ich rechne mit einem knappen Ausgang. Das typisch deutsche Forechecking wird sich nicht über das ganze Spiel praktizieren lassen. Mal sehen, wie sie mit dem Klima umgehen werden. Ein frühes Tor kann Gold wert sein. Dann lässt es sich einfacher von hinten heraus spielen. Ich hatte ja Unentschieden getippt.

 

Vielen Dank, Uwe. Ich melde mich in den nächsten Tagen wieder.

BJM

3(51) - 2014 -06-13 - Walter Staufenbiel

Bem Vindo ao Brasil - Willkommen im Land des Gürteltiers!

Meine Bilanz nach den ersten Spielen dieser WM

Ich verzeihe allen, die anders spielten, als ich getippt hatte!

Über solche Bilder freue ich mich auf meinem WM-Sofa

Erster Fakt:  

Ich bin tief beeindruckt von den farbenfrohen und lebensbejahenden Bildern aus den Stadien. Wie die Fans, teils in bunten Kostümen die Höhen und Tiefen des Geschehens unten auf dem Rasen in meist fröhlicher Begeisterung kommentieren und widerspiegeln, ist große Klasse und steckt an.

 

Zweiter Fakt:

Mit welcher Leidenschaft sich die vermeidlich Schwächeren in ihre Aufgabe knien und den angeblichen Favoriten Paroli bieten, ist schon große Klasse. In einigen Partien wurde schon sehr deutlich gezeigt, dass mit pomadiger und selbstherrlicher Spielweise nicht viel zu holen sein wird. Hut ab vor dem Team aus Costa Rica, das mit wahnsinniger Leidenschaft gezeigt hat, was unbedingter Wille kann. Auch die Begegnung Spanien vs. Niederlande hat mir wieder mal gezeigt, wie schön Fußball sein kann. 

 

Dritter Fakt: 

Die ersten Spiele haben auch wieder deutlich gemacht, wer auf Momententscheidungen

angewiesen ist, bleibt nicht fehlerlos, und die Schuldigen in ihrer bunten Kleidung stehen ja auch schon fest. Aber nur mit dem Finger auf die Schiedsrichterzunft zu zeigen, ist garantiert der falsche Weg. Auch das X-malige zeigen von „Abseits Linien“ ändert an einer Tatsachenentscheidung auch nichts mehr, putscht höchstens noch militante sogenannte Fans auf.

 

Vierter Fakt: 

Nach meinen bisherig gesehenen Spielen kann ich (persönlich) es nun nicht mehr hören, zu welchem „Kopfgeld“ der oder jener Spieler bei diesem oder jenem Verein jetzt oder in Zukunft spielt.

 

Fünfter Fakt:

Ich möchte an dieser Stelle der, für mich namenlosen Regie in den Stadien danken, dass es ihr bis jetzt gelungen ist, möglichst keine Bilder von sogenannten Funktionärs Gewaltigen aus dem Dunstkreis der FIFA zu zeigen. Wenn man diese, zum Teil verkniffenen Gesichter der mittlerweile auch schon „Jungen Garde“ sieht, denkt man auch bloß noch an Milliardengeschäfte und nicht mehr an Fußball. Es ist doch eine Schande, was uns zur Zeit an unrühmlichen Diskussionen aus diesen so mächtigen Gremien angeboten wird. Warum altern wir eigentlich bloß immer...?

 

Soweit meine, ganz persönliche Sicht auf die bisher gelaufenen Gruppen-Spiele der Fußball-WM in Brasilien.

 

Übrigens habe ich nach reiflicher Überlegung entschieden, dass ich  keinem Team, das meine klar und deutlich ausgedrückten Wunsch-Spielergebnisse bisher ignorierte, Steine in den weiteren sportlichen Weg legen werde.

Allen, die anders gespielt haben, als ich getippt habe, sei hiermit verziehen!  

 

Das verspricht Staufi vom Flohmarkt!

2(66) - 2014 -06-13 - Bernd Jürgen Morchutt

Bem Vindo ao Brasil - Willkommen im Land des Gürteltiers!

Die Fußballweltmeisterschaft läuft

Bunte Show konnte Spannungen im Lande nicht wegwischen

Die WM wurde endlich eröffnet. Eine große festliche Show sollte uns zeigen, wie vereint das Land ist. Alle Ethnien und Minderheiten wurden einbezogen. Es macht sich immer gut, die aufgepoppte malerische  Völker-Vielfalt eines Landes zu präsentieren. Die halbe Welt schaut zu und ergötzt sich an den bunten Bildern. Die Millionen für das farbenfrohe Treiben im Stadion wären besser in die Indianerreservate oder die allgemeinbildenden Schulen des Landes geflossen. Nach zehn Minuten habe ich den Fernseher wieder ausgeschaltet. Für solchen Gigantismus besitze ich kein Gefühl, fehlt mir der Nerv. Es gibt kein Land in dieser Welt, das es sich leisten könnte, derart verschwenderisch Ressourcen zu verschleudern. Für mich beginnt jedes sportliche Großereignis mit dem ersten Wettkampf!

Und der konnte sich sehen lassen. Brasilien gegen Kroatien oder das erste Duell Südamerika versus Europa. Es war ein munteres Spiel zweier ebenbürtiger Mannschaften. Das Selbsttor der Brasilianer passte genau in das Konzept der Kroaten. Der WM-Gastgeber agierte unter dem Druck des Gewinnenmüssens nervös, es gab viele Ungenauigkeiten im Spiel der Selecao. Die Kroaten standen gut, griffen den Gegner frühzeitig an und zogen ihr Spiel über Rakitic und Modric immer wieder in die Breite. Dann ging es über die Außen Olic und Perisic mit hohem Tempo nach vorn. Nur, wenn Neymar am Ball war, wurden leichte Vorteile für Brasilien erkennbar. Nicht zufällig schoss der Mann vom FC Barcelona auch das 1:1. Das Match wurde in der zweiten Halbzeit entschieden, als ein Brasilianer im Strafraum ausrutschte und der japanische Schiri auf den Punkt zeigte. Mit viel Glück verwandelte Neymar den unberechtigten Strafstoß. Dem kroatischen Keeper Stipe Pletikosa fehlten 2 cm, dann hätte er den Schuss noch um den Pfosten gelenkt. Doppeltes Pech! Das 3:1 durch Oscar, nach einer feinen Einzelleistung, war dann nur noch Formsache.

Allerdings nicht für das Tipp-Team von Habe-Web. Mit dem letzten Tor landeten sie zwei Volltreffer und erreichten insgesamt 14 Punkte. Unsere Laptopwerker lagen dreimal fast richtig. Das brachte uns 7 Punkte aufs Konto. Heute werden wir den Spieß umdrehen!

Di                 25.04.2017 

Nr.            2.384 - 1.081

Aktualisierung        12:55

Übrigens,

 

… die Kriminalitätsstatistik ist da - daraus lassen sich folgende Meldungen machen, die beide stimmen:

 

1. Berlin immer schlimmer! Die Stadt ist jetzt mit 16.161 Straftaten pro 100.000 Einwohner die gefährlichste deutsche Großstadt vor Leipzig (15.811) und Hannover (15.764). Der bisherige Spitzenreiter Frankfurt ist auf Platz 4 abgerutscht, bravste deutsche Großstadt ist München (7909).

 

2. Berlin immer sicherer! Die Stadt verzeichnet mit 16.161 Straftaten pro 100.000 Einwohner relativ gesehen weniger Fälle als im Vorjahr (16.414). Die leichte Steigerung in absoluten Zahlen ist allein dem starken Wachstum Berlins geschuldet.

 

Jeder kann daraus machen, was Ihm politisch am besten in den Kram passt. Aber daran denken: Es handelt sich um die Zahlen für 2016. Es kann nur noch schlimmer werden.

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 22.04.2017

1    11    12   19   25   32    SZ: 7

Spiel 77:  2152 168

 

Super 6: 437 607   

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

1898 (2017-04-25) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Die IGA 2017 machte es möglich

Ein U-Bahnhof verlor seinen Namen

Ein neuer Blickfang an der Linie U5

BREAKING NEWS

Stand: 25.04.2017; 10.15 Uhr

 

International

 

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan reist nach Angaben seines Büros Mitte Mai zu US-Präsident Donald Trump nach Washington. Trump habe Erdoğan zu der Begegnung im Weißen Haus eingeladen.


Die schwedische Polizei hat im Zusammenhang mit dem Lastwagen-Anschlag in Stockholm eine zweite verdächtige Person festgenommen.


Dass Emmanuel Macron im ersten Wahlgang mit seinen 24 Prozent die Nationalistin Marine Le Pen (sie kam auf 21,3 Prozent) übertraf, hat zwar bei allen EU-Befürwortern eine enorme Erleichterung ausgelöst, knapp darauf wurde man aber wieder von Sorgen heimgesucht – und zwar spätestens seit der Siegesrede, die Macron hielt. Ein Überhang an zum Teil peinlichen Leerfloskeln in dieser Rede wirft die Frage auf: kann dieser, ein wenig windig wirkende Dauerlächler auch noch die vierzehn Tage bis zur Stichwahl am 7.Mai erfolgreich überstehen? Aber diese Bedenken bezüglich der Konsistenz des parteilosen Jungstars (Macron ist mit 39 Jahren der jüngste Präsidentschaftskandidat) teilten auch schon vor dem ersten Wahlgang etliche Beobachter in Paris mit Ausnahme der Meinungsforscher, die seit Monaten Macrons Erfolgskurve unbeirrt wiedergaben.


In ersten Umfragen werden Macron für den zweiten Wahlgang am 7. Mai 62 Prozent der Stimmen gutgeschrieben, Le Pen 38 Prozent. Das ist einerseits ein klarer Abstand; er zeigt aber auch das Potenzial der bisherigen FN-Chefin, die in einem TV-Interview am Montagabend bekanntgab, sie werde den Parteivorsitz ruhend stellen, bis die Wahl geschlagen ist.


In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben Aktivisten zur Abschaffung eines Gesetzes aufgerufen, mit dem Vergewaltiger durch die Heirat mit ihrem Opfer einer Bestrafung entgehen können. Sie forderten die Parlamentarier am Samstag auf, bei einer anstehenden Beratung den umstrittenen Artikel 522 des Strafgesetzes abzuschaffen.

 

Die Lage ist ernst, diesmal aber wirklich. Bis Montag um 16 Uhr konnten die rund 12.000 Mitarbeiter über den Rettungsplan samt Jobabbau und Gehaltskürzungen abstimmen. An der Urabstimmung hatten sich rund 90 Prozent der Belegschaft beteiligt. Laut italienischen Medien überschritten die Nein-Stimmen im Laufe des Montag-Abend bereits die 50 Prozent-Marke. Damit dürfte Italiens größte Airline unter die Kontrolle eines Insolvenzverwalters gestellt werden.

 

Deutschland/Berlin

 

Angesichts der Zunahme von Gewalttaten in Deutschland fordert die Gewerkschaft der Polizei (GDP) von Bund und Ländern, das Personal bei den Sicherheitskräften und der Justiz massiv aufzustocken. Um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu verbessern, müssten deutlich mehr Polizisten sichtbar auf der Straße unterwegs sein.

 

Ein geplantes Treffen des deutschen Außenministers Sigmar Gabriel mit linken Menschenrechtsorganisationen während seines Antrittsbesuchs in Israel sorgt für Wirbel. Das israelische Fernsehen berichtete am Montagabend, Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erwäge deswegen eine Absage seines Gesprächs mit Gabriel am Dienstag. Der private Sender Channel 2 meldete, der Regierungschef habe seinen Gast aus Deutschland vor die Wahl gestellt, sich mit den Menschenrechtlern oder mit ihm zu treffen.

 

CSU-Chef Seehofer will entgegen früherer Ankündigungen über 2018 hinaus im Amt bleiben. Er will am Parteitag im November nun doch erneut als CSU-Chef kandidieren und im Herbst 2018 wieder als Spitzenkandidat in die Landtagswahl ziehen.

 

Sport

 

 

Fussball

 

Die U19-Mannschaft von Red Bull Salzburg hat am Montag den wichtigsten europäischen Nachwuchsbewerb auf Klubebene gewonnen. Das Nachwuchs-Team des österreichischen Fußball-Meisters setzte sich im Finale der UEFA Youth League in Nyon gegen Benfica Lissabon mit 2:1 (0:1) durch.

 

Zlatan Ibrahimovic denkt trotz seiner schweren Knieverletzung nicht an ein Karriereende. "Ich werde das durchstehen wie alles andere und sogar noch stärker zurückkommen", schrieb der schwedische Fußball-Superstar bei Instagram. Der Torjäger von Manchester United hat sich britischen Medien zufolge das vordere und hintere Kreuzband gerissen und wird daher wohl bis Jahresende ausfallen.

 

500 Pflichtspieltore von Messi für Barça in knapp 12 Jahren: Bei den Katalanen feiert man wieder einmal seinen Superstar.

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