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51 (2017-09-12) Stephan B.

Warum ich als ehemaliger Linker die AfD wähle!

                                          Ich habe Angst um meine Heimat

 

Ich war Linker – und bin es eigentlich im Herzen auch jetzt noch

 

Links bedeutet für mich nämlich nichts anderes, als für eine gerechte Gesellschaft einzutreten, die Schmarotzern das Handwerk legt und Schwache nicht zurücklässt. Darum sind für mich „Linksextremismus“ oder „Linke Gewalt“ auch nicht wirklich links, sondern nackte Straftaten, verübt von Chaoten und Verbrechern mit extremem Gewaltpotenzial.

 

Als ich mich 2014 in Dresden PEGIDA anschloss, war das für mich kein Widerspruch zu meiner politischen Gesinnung. Denn die dortigen Türen standen unabhängig vom Parteibuch für jeden offen, der die Missstände und Verkrustungen in unserem Land nicht mehr hinnehmen wollte und sich mit den zehn Dresdner Thesen identifizieren konnte. Auch ich wurde nun fortan als Nazi, Rassist, Fremdenfeind oder Pack bezeichnet – auch von meiner Partei „Die Linke“, der ich daraufhin nach mehreren Jahren Zugehörigkeit den Rücken gekehrt habe.

 

Das war für mich ein schmerzhafter Prozess, der mir schlaflose Nächte beschert und einmal mehr klar gemacht hat, dass die sogenannten „etablierten Parteien“ über Leichen gehen, um politische Konkurrenz in den Parlamenten auszuschalten und loszuwerden. Gerade die Linke und auch die Grünen haben offenbar längst vergessen, dass sie in ihren Anfangsjahren ebenso behandelt wurden. Man will den Kuchen der Macht nicht mit anderen teilen müssen. Und so wurde auch die aufstrebende AfD seit ihrem Beginn diffamiert und mit einer beispiellosen Hetz- und Lügenkampagne überzogen.

 

Permanente Gehirnwäsche der Altparteien

 

Die permanente Gehirnwäsche aus den Kanonenrohren aller Parteien, die die AfD als braun oder rechtsextrem hinstellten, trägt inzwischen Früchte: Jede Aktivität der AfD wird von teils gewalttätigen Protesten begleitet oder gar verhindert und kaum einer in der politisch eingelullten Masse hat sich die Mühe gemacht, die Rechtmäßigkeit des öffentlichen Bildes dieser Partei unvoreingenommen nachzuprüfen. Wenn man sich heute das Parteiprogramm der AfD anschaut, dann unterscheidet sich dieses (mit einigen aktuellen Ausnahmen) kaum von dem, für das die CDU/CSU jahrzehntelang stand.

Im Unverständnis dieser massiven Ausgrenzung begann ich ein Solidaritätsgefühl für diese Partei zu entwickeln und beobachtete deren Werdegang genau. Bis heute ist es mir unverständlich geblieben, was an den Zielen der AfD so falsch sein soll: Schutz und Förderung der Familie, der eigenen Kultur, ein Mindestmaß an Selbstbestimmung unseres Volkes, mehr direkte Demokratie, Sicherung der Grenzen sowie eine strenge und gerechte Einwanderungspolitik bzw. Abschiebung von Sozialschmarotzern aus sicheren Herkunftsländern, potentiellen Terroristen und religiösen Fanatikern, die unsere Sicherheit gefährden und unsere Werte infrage stellen – was ist daran rechtsextrem?

 

Und wie sieht es heute in Deutschland aus?

 

Eine unbestreitbar schleichende Islamisierung, immer mehr No-Go-Areas, in die sich selbst tagsüber die Polizei nur noch in Mannschaftsstärke hineintraut. Rentner, die Zeitungen austragen, um über die Runden zu kommen, während unsere Sozialkassen von hunderttausenden „traumatisierten Neuankömmlingen“ geplündert werden, obwohl diese noch keinen Finger für dieses Land krumm gemacht haben.

 

Ungehindert agierende Scharia-Polizei und Parallelgesellschaften, vermummte Burka-Gestalten oder koranverschenkende Salafisten in den Fußgängerzonen. Verordnete Political Correctness über gleichgeschaltete Medien, wie ich es zuletzt in der DDR erlebt habe. Irrer Genderwahnsinn oder Ausnahmezustand bei Volksfesten oder Konzerten, die mit Nizzasperren [Betonsperren], Wachtürmen und schwer bewaffneten Streifen geschützt werden müssen. Dazu Hofierung von terroristischen Organisationen wie der Antifa oder lasche Bekämpfung bzw. Duldung von Hasspredigern in Moscheen.

 

Ich habe Angst um meine Heimat

 

Nun ist der Terror auch hier angekommen und ein Großteil unserer Bevölkerung scheint das nicht aufzurütteln. Wie viel Tote soll es in Deutschland und Europa denn noch geben, bis Gutmenschen, Bahnhofsklatscher und Teddybärenwerfer endlich kapieren, dass wir nach und nach unser Land verlieren und kein Stück davon mehr zurückbekommen, wenn wir nicht endlich aus dieser unsäglichen Lethargie aufwachen?

Ich habe Angst um meine Heimat und alles, was mir lieb und teuer ist. Ich möchte mein Land auch in zehn oder 20 Jahren noch wiedererkennen. Die Veränderungen der letzten Jahre haben mir die Augen geöffnet und die Sinne geschärft. Bis heute engagiere ich mich wöchentlich als Ordner bei PEGIDA in Dresden und trete ohne Wenn und Aber für die Ziele der AfD ein, denn sie ist hierzulande die einzige Partei, die sich nicht der Realität verweigert.

Es ist mir letztlich egal, ob die AfD mit oder ohne Frauke Petry agiert und ein kontroverser Streit zur Selbstfindung ist mir lieber als vorgetäuschte Einigkeit. So sehe ich wenigstens, dass diese Partei lebt. Verschiedene Strömungen gibt es in allen anderen Parteien auch, aber die Grundrichtung der AfD stimmt und ist die einzige und letzte Chance, dieses Land noch zu retten. Darum werde ich am 24. September mein Kreuz an der richtigen Stelle machen. Die Wirklichkeit, die uns eingeholt hat, lässt mir gar keine andere Wahl.

50 (2017-09-10) Andreea Oance aus Timișoara

 

Das versunkene Dorf Geamăna

Eine Umweltkatastrophe wird zur Touristenattraktion

 

Die Geschichte könnte sich wiederholen

 

Aus der Umweltkatastrophe in Geamăna im rumänischen Westgebirge/Munţii Apuseni haben wohl wenige etwas gelernt. Der Regierungschef Rumäniens Mihai Tudose plant, eigenen Angaben zufolge, den Vorschlag der Vorgängerregierung bezüglich der Aufnahme des Bergbaugebiets Goldbach/Roşia Montană auf die vorläufige Liste Rumäniens für das Welterbe der UNESCO zurückzuziehen. Laut Tudose könne Rumänien vor Ort keinen Abbau der eigenen Erzvorkommen planen, solange das Gebiet auf einer Liste von Vorschlägen betreffend das Weltkultur- oder -naturerbe der UNESCO steht. Bezüglich der Klage des kanadischen Bergbauunternehmens Gabriel Resources vor einem privaten Schiedsgericht der Weltbank sowie der Entschädigungsforderung der Kanadier in Höhe von 4,4 Milliarden US-Dollar äußerte der Premier seine Überzeugung, dass Rumänien bei der im Herbst 2019 anstehenden Anhörung vor dem Schiedsgericht nicht unterliegen werde.

Das Antragsverfahren für das Aufnehmen von Goldbach in das UNESCO-Welterbe hat 2011 begonnen, doch konkret wurden die Unterlagen im Dezember 2016 eingereicht. Umweltschutzvereine sind der Meinung, dass die Regierung zu einem Kompromiss mit der Gesellschaft „Gabriel Resources” kommen möchte, nachdem die kanadische Gesellschaft 4,4 Milliarden Dollar Entschädigung verlangt hat. Das Projekt zum Goldabbau der kanadischen Bergbaufirma Gabriel Resources, Hauptgesellschafter der Roşia Montană Gold Corporation (RMGC), sah vor, rund um das Bergbaustädtchen den größten Goldtagebau Europas zu eröffnen.

 

Umweltschützer befürchten desaströse Umweltschäden

 

Denn bei der Ausflockung des Goldes aus dem Muttergestein soll Zyanid verwendet werden. Zudem sollen auch Dörfer auf dem betroffenen Gelände, nach dem Modell von Geamăna, umgesiedelt werden, denn das mit Zyanid durchsetzte Taubgestein soll, durch Dämme gesichert, in Tälern abgelagert werden.

 

Bis dahin rückt aber die Geschichte und das desaströse Schicksal des Dorfes Geamăna immer wieder in den Vordergrund. Das im giftigen Schlamm versunkene Dorf wurde in den letzten Jahren zu einer Touristenattraktion. 
Die Landstraße ist schmal und führt durch den Wald. Man hat nahezu den Eindruck, man habe sich verlaufen. Dieser Weg führt wahrscheinlich ins Nirgendwo. Und doch: Nach mehreren Kilometern hört man am Rande der Straße ein Geräusch, als würde hier ein Wasserfall rauschen. Das Auto hält an. Die Passagiere steigen aus und bemerken, dass von einem dicken Rohr eine graue Substanz mit großer Kraft ausgespuckt wird. Die Baumstämme und die Pflanzen in unmittelbarer Nähe sind grau. Ohne Pause spuckt der Wasserstrahl ähnliche Substanzen aus. Das Dorf muss hier in der Nähe sein, denken sich die Leute, die dann schnell wieder ins Auto steigen und losfahren. Bloß wenige Kilometer weiter bekommt man, vom Waldweg aus, eine unfassbare Ansicht: Durch die festen, diesmal grünen Blätter der Bäume am Straßenrand kann man einen Teich erblicken – einen zweifarbigen Teich. 

Der orange-rote Wasserspiegel trifft an einer verschwommenen Grenze auf einen grauen, zementähnlichen Schlamm. 

Die Besucher verstummen

 

Diesen Ort gibt es wirklich. Bilder im Internet und in den Medien haben doch die Wahrheit wiedergegeben. Die Neugier wächst. „Lass uns wieder ins Auto steigen“, ruft eine Stimme. Das Fahrzeug fährt los. Nach wenigen Kilometern kommt man in der Gemeinde Lupşa an – beim ersten Anblick, ein ruhiges Dorf. Hie und da hört man einen Hund bellen; einige fleißige Hennen verkünden stolz, dass sie gerade frische Eier gelegt haben; Kuhglocken bimmeln in der Ferne und einige Pferde wiehern unweit der Straße. Doch nicht das ist der Anziehungspunkt der Gegend. Wenn Autos in die Ortschaft hineinfahren und Dorfbewohner vor ihren Häusern stehen, dann wissen sie, was sie zu antworten haben, noch bevor die Frage gestellt wird: „Zur versunkenen Kirche fahren sie geradeaus. Die Kirche ist linker Hand zu sehen“. Der Name des Dorfes ist bereits vielen bekannt – Geamăna, das Dorf im Verwaltungskreis Alba, im Westgebirge, zieht Touristen aus dem In- und Ausland wie ein Magnet an.

Noch bevor man den sogenannten „See“ erblicken kann, führt die Dorfstraße an einer neuen Kirche vorbei – auf einem Hügel, rechter Hand – sowie an Häusern, an deren Fassaden sich die Dorfbewohner nicht mehr bemüht haben, einen Verputz anzubringen. In einem Garten ist gerade eine Frau zu beobachten – sie sammelt die vom Baum gefallenen Pflaumen in einem Plastikeimer ein. In der Ferne kann man eine andere etwas ältere Frau beim Heumachen erblicken. So viel. Sonst nur jede Menge Stille. Im Hintergrund dieser Landschaft, der zweifarbige See. Abgesehen von den wenigen Geräuschen sieht alles wie ein altes Gemälde aus, wobei mitten im Bild die alte Kirche mit ihrem Turm thront.

 

Die Frau im Garten kommt froh den Besuchern entgegen. Das Fahrzeug mit Fahrrädern im Träger oben auf der Haube hat wohl ihre Aufmerksamkeit erweckt. „Sie sind gekommen, um die versunkene Kirche zu sehen, nicht wahr?“ fragt sie. „Bald wird nicht einmal ihr Turm mehr zu sehen sein“, fügt sie hinzu, mit etwas Bedauern in der Stimme, so als würde es ihr leid tun, dass dann niemand mehr zu Besuch kommen werde. „So wie diese Kirche sind wir auch“, sagt sie weiter und weist darauf hin, dass sie, die gebliebenen Dorfbewohner, genau-so wie die versunkene Kirche, im Laufe der Jahre zu Zeugen der Umweltkatastrophe geworden sind. Die Frau Mitte 50 hat sich vor Jahrzehnten, als das Schicksal ihres Heimatdorfes schon besiegelt war, entschieden, vor Ort zu bleiben und musste im Laufe der Jahre sehen, wie Zentimeter für Zentimeter des malerischen Taldorfes unter dem Schlamm verschwunden ist. Zuerst waren es Gassen und Gärten, dann die Häuser und der Friedhof.

 

Von der einstigen Ortschaft sind heute allein einzelne Dächer der Häuser, die auf den Hügeln gebaut waren, und die Kirche noch zu sehen

 

„Meine Großeltern und Verwandten waren am Friedhof begraben – alles ist inzwischen im Schlamm versunken“, sagt die Frau. Ihre Familie musste vor mehreren Jahren ein neues Haus, etwas höher auf dem Berg, bauen. Viele ihrer Bekannten, Freunde und Verwandten zogen für immer fort. Sie aber, genauso wie die wenigen alten Dorfbewohner, blieb zurück, um die Katastrophe zu beobachten. Das Wasser, das sie trinkt, könnte verseucht sein, das gibt sie zu. „Doch was kann man machen?“ fragt sie resigniert. Die Bürger haben sich neue Brunnen gebohrt und neue Gemüsegärten angelegt. Dass die giftigen Substanzen tief in den Boden gedrungen sind, darüber machen sich die Frau und die anderen Dorfbewohner wohl keine Gedanken. „Für jeden Mensch ist das Schicksal vorbestimmt. Das ist unseres“, sagt die Frau mit bitterer Stimme. Dann kehrt sie zurück zu ihren Pflaumen im Eimer.

Das Gespräch hat auch Petre mitbekommen. Der grauhaarige Mann hält ein Auge auf seine Kühe auf der Weide, bloß wenige Meter vom Rand des Schlammteichs entfernt. Er habe sich auch für sein Schicksal in Geamăna entschieden. Seine Erinnerungen an Schule und Kindheit im Dorf sind noch wach, auch wenn sich über all diese Sachen eine dicke Schlammschicht gelegt hat. „Jedes Jahr komme ich an das Ufer des Sees und stecke einen Stock rein, dann beobachte ich während des Jahres, wie er im Laufe der Monate Zentimeter für Zentimeter versinkt“, erzählt der Mann. „Wenn der Schlamm das Dach der Kirche erreicht. Dann hören sie mit dem Schlammausschütten auf“, ließ er sich sagen und das erzählt er auch stolz weiter. „Es ist nicht mehr lange, bis das passiert“, setzt der Mann fort. Aus dem bereits über 130 Hektar großen Schlammteich ragen nun mehrere solche Stöcke sowie zahlreiche abgestorbene Baumkronen. Kein Vogel fliegt über dem See. 

 

 

Es sieht so aus, als wäre die Zeit hier erstarrt

Während er sich mit den Besuchern aus dem Verwaltungskreis Temesch unterhält, kommt ein anderes Auto vorbei, diesmal mit Kennzeichen aus Jassy/Iaşi. Sie holen ihre Kameras raus und schon beginnen sie zu fotografieren. „Wir sind zur Touristenattraktion geworden“, scherzt Petre  bitter. Und als man sich vom „Seeufer“ entfernt, ins Auto steigt und sich wieder auf den Weg machen will, kommen noch zwei weitere Autos aus der Ferne langsam die Dorfstraße entlang gefahren. Peter hat recht. Die Touristenattraktion Geamăna ist ein Ort für sich. Das Tal im Westgebirge wird bereits seit 40 Jahren mit giftigem Schlamm gefüllt. Der kommunistische Präsident Rumäniens, Nicolae Ceauşescu, entschied Ende der 70er Jahre, in der Nachbarschaft des Dorfes, bei Roşia Poeni, eine Kupfermine in Betrieb zu nehmen. Die Mine enthält das größte Kupfervorkommen Rumäniens. Für die Kupfergewinnung wird das abgebaute Kupfererz fein gemahlen und die Kupfermineralien werden mit Luft und Zusatzstoffen gewaschen und dann abgeleitet – dieser Stoff wird „Tailing“ genannt. Dieses wird meistens im Umfeld der Minen in Becken oder Schlammteichen gelagert.


 

Tiefer im Tal hat das sumpfige Wasser eine rötliche Farbe

 

Alle Rückstände, die vom Kupferabbau stammen, werden hierher gespült. Ein dickes, schwarzes Rohr schlängelt sich das Ufer entlang und führt in den See: Horcht man genau, so kann man das darin fließende Tailing, mit Kalk vermischt, hören. Ab und zu bekommt der Teich dadurch auch eine weiße Farbe. Der Kalk, der manchmal ins Wasser gespült wird, soll die toxischen Elemente des Tailings neutralisieren. In den letzten Jahrzehnten ist das Dorf unter knapp über 40 Millionen Tonnen Tailing versunken. Die Aufnahmekapazität: 103 Millionen Tonnen Schlamm können hier gelagert werden. In der Mine wird allerdings nur noch an einer einzigen Produktionslinie gearbeitet. In Geamăna lebten in den 70er Jahren an die 1000 Menschen in etwa 400 Familien. Die meisten sind vor dem giftigen Schlammsee im Laufe der Jahre geflohen. Heute sind im Dorf nur noch elf Familien zu Hause. ADZ

49 (2017-08-25) Roland Tichy

Märchen vom verlorenen Pass

Urlaubswelle im Irak und Syrien: Flüchtlinge auf Heimaturlaub

Seit Jahren reisen zahlreiche "Flüchtlinge" in ihre Herkunftsländer, um dort Urlaub zu machen. Ihr Schutzstatus als Asylbewerber blieb bislang bestehen. So funktioniert der Trick mit dem verlorenen Pass.

 

In Baden-Württemberg sind „Flüchtlinge“ einem Bericht zufolge aus dem Südwesten zeitweise wieder in ihre Herkunftsländer gereist. Die Ausländerbehörden in Baden-Württemberg hätten 100 Flüchtlinge erfasst, die seit 2014 zum Teil mehrfach in ihre Heimatstaaten gereist seien und nach der Rückkehr ihren Schutzstatus als Asylbewerber behalten hätten, berichtete etwa der Mannheimer Morgen unter Berufung auf eine Erhebung des Innenministeriums.

 

In der Stellungnahme auf einen Antrag der AfD-Landtagsfraktion schrieb Ministerialdirektor Julian Würtenberger (CDU) demnach: „Wenn anerkannte Schutzberechtigte trotz einer Verfolgung oder Bedrohung zu Urlaubszwecken wieder in ihr Heimatland reisen, stellt sich zu Recht die Frage nach der Schutzbedürftigkeit dieser Ausländer.“

 

Zielländer waren nach Angaben eines Sprechers etwa Syrien und der Irak. Man müsse von einer „gewissen Dunkelziffer“ ausgehen. Aber natürlich passiert das auch in anderen Bundesländern und in sehr viel größerer Zahl, als der Stuttgarter Beschönigungs-Minister zugibt. Derzeit fliegen allein in Nordrhein-Westfalen zwischen 10 und 50 Fälle auf – täglich.

So funktioniert Pass-Ringelreigen

 

„Flüchtlinge“, die als Asylberechtigte anerkannt sind, erhalten von der Ausländerbehörde einen deutschen Reisepass, wenn sie, was ja fast immer der Fall ist, ihren eigenen irgendwie verloren oder angeblich zurückgelassen haben. Wer vor Fassbomben flieht, so weiß es auch Claudia Roth, denkt nicht an den Pass.

Mit dem deutschen Dokument reisen die Asylbewerber dann von NRW bevorzugt nach Kopenhagen, aus Süddeutschland nach Zürich und von dort mit dem Ferienflieger nach Istanbul. Die Reise ist bis dahin ohne Spuren.

 

Von Istanbul geht es in den Irak oder nach Syrien. Beide Länder aber stempeln die Pässe mit Ein- und Ausreisevermerken ab. Damit beginnen „Flüchtlinge“ Spuren zu hinterlassen: Der Pass wird damit zum Beweis dafür, dass es keinen Asylgrund gibt und die Asylberechtigung sowie die erheblichen Sozialleistungen erschwindelt wurden: Wer zu Hause Urlaub macht, ist sicherlich nicht „verfolgt“.

 

Der simple und der elegante Passtrick

 

Um Strafen und Folgen zu entgehen, gibt es zwei Möglichkeiten: Zurück in Deutschland, die Einreise via Zürich oder Kopenhagen ist ja unkontrolliert, wird der Pass mit den verräterischen Stempeln als verloren gemeldet. Deutsche Behörden sind wohlmeinend. Für die Ausländerbehörden beginnt der erneute Weg der Passausstellung. Der nächste Urlaub ist gesichert.

 

Das ist der simple Weg. Es geht auch eleganter: Ausreise aus Deutschland und Einreise stempelfrei in die Türkei – das ist der erste Schritt. Dann, oh Wunder, geht es weiter mit dem irakischen oder syrischen Pass, den man bei den Deutschen als verloren angegeben hat. Zurück nach Deutschland geht es mit einem stempelfreien deutschen Pass. Der Urlaub im Fluchtland ist gelungen. Der Pass blieb sauber.

 

Leider sind andere Länder auf diesen Trick gekommen – selbstverständlich nicht die Bundespolizei mit ihren treuherzigen blauen Augen.

Folgenlos bleibt hierzulande alles – für Migranten

 

Der aufmerksamen Flughafenpolizei in Kopenhagen fielen die vielen Einreisen mit syrischen und irakischen Pässen auf – mit Wohnsitz in Deutschland, insbesondere in NRW. Seither meldet die dänische Polizei diese Personen an die bislang ahnungslose wie hilflose Bundespolizei. Die Bürokraten der Bundespolizei schicken diese Daten auf den langen Behördenweg in das jeweilige Bundesland, von dort gelangen sie in die Ausländerbehörden.

 

Täglich, so berichten Mitarbeiter, tauchen bis zu 50 Fälle auf. Die Ausländerbehörden sind gehalten, ein Wiederrufsverfahren zum Asylbescheid einzuleiten. Bekanntlich landen diese Verfahren in total überlasteten Behörden und Gerichten und werden durch Klagen in die Länge gezogen. In jedem Fall ist sichergestellt, dass der Serien-Schwindel – die Verlustmeldung der in Wahrheit vorhandenen Papiere, die Verschleierung der eigenen Identität, die Urlaubsreise in das angebliche Verfolgungsland – nicht zu einer Ausweisung führen kann: Längst ist die Dreijahres-Frist errreicht, die die Aufenthaltsduldung auch bei Vergehen sicherstellt.

 

17. August 2017 Tichys Einblick

48 (2017-08-21) Jürgen Fritz

 

Der Würseler ohne Schulabschluss

hat doch keine Chance

Wie Deutschland sich von Merkel befreien kann

 

Fast 53 Prozent der Deutschen möchten Merkel endlich in Rente schicken. Schulz wollen sie aber noch viel weniger. Gibt es denn gar keine Möglichkeit, sich von Merkel und der absolutistischen Parteienherrschaft zu befreien? Doch die gibt es.

 

Ein Gefühl der Ohnmacht breitet sich aus


Merkel 4 kann doch gar nicht mehr verhindert werden.“ – „Wer soll die denn stoppen?“ – „Der Würseler ohne Schulabschluss hat doch keine Chance gegen Merkel und wäre als Kanzler ja noch viel schlechter.“ – „Das Volk hat doch gar keinen Einfluss. Die setzen uns ihre Spitzenkandidaten vor, so dass wir nur noch zwischen Pest und Cholera entscheiden können. Was hat das denn noch mit Demokratie zu tun?“.


Solche und ähnliche Statements hört man diese Tage, Wochen und Monate überall im Lande. Millionen über Millionen Menschen denken so oder so ähnlich. Viele ziehen sich enttäuscht zurück, verlieren das Vertrauen nicht nur in die agierenden deutschen Politiker, sondern auch in unseren demokratischen Rechtsstaat. Direkte Demokratie wird von nahezu allen Vertretern der „etablierten Parteien“ abgelehnt oder maximal das Wort hin und wieder im Mund geführt, mehr aber auch nicht.


Die Unwürdigkeit des Über-sich-bestimmen-Lassens


Eine achtstellige Zahl an Deutschen spürt immer mehr, dass wir längst in einer Parteiokratur leben. Immer mehr durchschauen auch die Zusammenhänge dieser absolutistischen Parteienherrschaft, die immer deutlicher ihre Fratze, ihre Feindlichkeit gegen, ihre Verachtung für das eigene Volk zeigt. Doch über 90, mindestens aber über 80 Prozent sind nicht willens, sich dagegen zu wehren. Sie lassen sich seit Jahren und Jahrzehnten immer mehr entmachten, sind formal noch der Souverän, de facto aber vollständig sechs Parteien und deren Macht- und Ränkespiele ausgeliefert. Ja das Volk lässt sich inzwischen den Mund verbieten, lässt sich zensieren, lässt es zu, dass Menschen unterdrückt, dass Hetzjagden auf Regierungs- und vor allem auf Islamkritiker veranstaltet werden.


Man ist geneigt, diejenigen zu fragen, was sie eigentlich unter dem Begriff „der Würde des Menschen“ verstehen, sofern sie mit diesem überhaupt noch etwas anfangen können. Menschenwürde bedeutet, wie Immanuel Kant in unnachahmlicher Klarheit herausgearbeitet hat: die Fähigkeit zur Selbstbestimmung, die den Menschen von allen bekannten Lebewesen, von allen Maschinen und auch der modernsten, höchstentwickelten künstlichen Intelligenz unterscheidet. Der Mensch hat keinen Preis, keinen bezifferbaren Wert, er hat Würde. Er hat die Fähigkeit, über sich selbst zu bestimmen. Und er hat ein Recht auf Selbst- und Mitbestimmung. Sich dies nehmen zu lassen, obschon man sich dagegen wehren könnte, ist ein Verstoß gegen die eigene Würde.


Aber was soll ich denn tun, ich bin doch machtlos“ werden jetzt viele denken. Ich will im folgenden aufzeigen, dass dies nicht stimmt, dass wir nicht machtlos sind.


Wenn jetzt schon Bundestagswahlen wären


Richtig ist sicherlich, dass Merkel 4 kaum noch verhindert werden kann. Genauer: dass nicht mehr abwendbar ist, dass die CDU/CSU auch die nächste Regierung anführen wird. Warum nicht? a) Weil ihr Vorsprung vor der SPD mit ca. 15 Prozentpunkten viel zu groß ist, als dass man davon ausgehen könnte, dies wäre noch aufholbar. b) Weil alle Konstellationen ganz ohne CDU/CSU viel zu weit von einer absoluten Mehrheit entfernt sind. Dazu wären (wegen der rund 4 Prozent Stimmen für sonstige Parteien, die an der Fünfprozenthürde scheitern werden, nicht 50, sondern) ca. 48 Prozent der abgegebenen gültigen Zweitstimmen notwendig.


Wären jetzt schon Bundestagswahlen, dann kämen die Parteien etwa auf folgende Ergebnisse:

 

CDU/CSU: 37 – 40 %

SPD: 22 – 25 %

Linkspartei: 8 – 10,5 %

AfD: 8 – 9 %

FDP: 7 – 9 %

Grüne: 6,5 – 8 %

Sonstige: 3 – 6 %

Im gewichteten arithmethischen Wahl-O-Matrix-Durchschnitt, welcher von jedem Institut das aktuellste Ergebnis einrechnet, sofern dies bezogen auf den mittleren Tag der Befragung nicht älter ist als vier Wochen, sieht das wie folgt aus:

 

Mögliche Regierungskoalitionen


Damit gäbe es nur zwei realistische Möglichkeiten für eine Regierungskoalition:


CDU/CSU + SPD, eine weitere große Koalition (GroKo): ca. 62 %

Schwarz–Gelb–Grün (Jamaika): ca. 54 – 55 %

Für folgende Kombinationen würde es derzeit wahrscheinlich nicht ganz reichen. Dies könnte sich bis zum 24. September aber leicht ändern, da hier nur ein bis zwei Prozentpunkte fehlen, was ohnehin innerhalb der Fehlertoleranz liegt und die Kräfteverhältnisse sich in den nächsten Wochen noch etwas verschieben können.


Schwarz–Gelb: ca. 47 %

Schwarz–Grün: ca. 46 – 47 %

Diese mögliche Koalitionen haben wohl keine realistische Chance auf eine Mehrheit:


Rot–Dunkelrot–Grün: ca. 40 – 41 %

Rot–Gelb–Grün (Ampel): ca. 39 – 40 %

Rot–Grün: ca. 31 – 32 %

Einen Kanzler Schulz wird es nicht geben


Man sieht, die vier ersten Varianten jenseits der 46 Prozent würden alle von der CDU/CSU angeführt. Ein Kanzler Schulz stellt keine Gefahr mehr dar respektive aus der Sicht des links(extremen) Lagers keine realistische Hoffnung. Rot-Dunkelrot-Grün (RRG) wäre noch am ehesten eine Chance auf eine Mehrheit unter einer SPD-Führung. Von 40 – 41 Prozent auf 48 ist aber ein weiter Weg. Und selbst wenn diese drei Parteien etwas zulegen könnten, würde das vielen Wählern, die die SPD präferieren, Angst machen, da sie Rot-Dunkelrot-Grün nicht haben wollen, so dass ein Anstieg von RRG sich selbst konterkarierend ausbremsen würde.

Somit spricht wirklich alles für Merkel 4 und wir kommen mithin zur Schlüsselfrage.

 

Wie kann Deutschland sich von Merkel befreien?


Zunächst müssen wir uns folgendes klar machen: 1. Merkel kann nur aus der eigenen Partei heraus gestürzt werden. Denn die Union liegt viel zu weit vor der SPD, als dass Merkel über einen SPD-Kanzler abgelöst werden könnte. 2. Merkels Position innerhalb der CDU ist aber enorm stark. Derzeit ist niemand in Sicht, der es wagen würde, Merkel ernsthaft zu attackieren. Das würde niemand in der CDU überleben, nicht einmal Wolfgang Schäuble. Der alte Fuchs ist aber viel zu schlau, so etwas überhaupt zu probieren, solange es aussichtslos ist. Außerdem ist er von seiner Persönlichkeitsstruktur her in höchstem Maße loyal, durch und durch ein Parteisoldat, kein Umstürzler.


Alle anderen innerhalb der CDU sind aber viel zu schwach, um Merkel auch nur in Gefahr bringen zu können. Dafür hat die Parteivorsitzende seit mindestens zwölf Jahren gesorgt, dass niemand mehr da ist, der ihr gefährlich werden könnte. Ja ein Großteil ihrer Politik war genau darauf abgestellt: auf die eigene Machtsicherung und den Machtausbau innerhalb der CDU, der Schlüsselpartei Deutschlands. Was kann also getan werden?


Merkel hat einen großen Schwachpunkt: Durch ihre nahezu vollständige Sozialdemokratisierung der CDU gelang es ihr zwar, die SPD unter 25 Prozent zu drücken, sie hat aber die rechte, die konservative und auch die liberale Flanke nahezu vollkommen preisgegeben. Und nun kommen wir zum Schlüssel, wie Merkel entmachtet werden kann. Es geht nur über die Schwächung ihrer Position innerhalb der CDU. Das ist der einzig gangbare Weg. Wie soll aber ihre parteiinterne Position geschwächt werden? Auch hier gibt es wiederum nur eine Möglichkeit: über ein schlechtes, ja miserables Unions-Wahlergebnis. Merkels gesamte Macht basiert wie bei allen Politikern letztlich primär auf einem: auf guten Wahlresultaten. Keine Partei tauscht ihr Spitzenpersonal aus, wenn dieses Wahlsiege einfährt. Ergo muss, wenn man Merkel los werden will, die CDU massiv geschwächt werden. Somit stellt sich aber sofort die nächste Frage.

 

Wen soll man denn dann wählen?


Und auch hier gibt es nur eine einzige wirksame Alternative: die AfD. Warum? Wenn viele potentielle CDU-Wähler zur SPD überliefen, wie reagierte Merkel darauf? Sie würde die CDU noch mehr sozialdemokratisieren, sie noch weiter nach links rücken. Das aber bedeutete: noch mehr (illegale) Massenimmigration, noch weniger Abschiebungen, noch weniger innere Sicherheit, noch mehr Verbrechen und sexuelle Übergriffe, noch mehr Terroranschläge, noch mehr Milliarden nach Athen, noch höhere Staatsverschuldung, noch geringere Zinsen, noch mehr EU, noch mehr deutsche Haftung auch für italienische und französische Schulden, noch mehr grüne Genderpolitik, noch mehr Abstieg im Bildungsbereich, noch mehr Abwanderung junger, gut qualifizierter Nettosteuerzahler usw.


Ähnliches gilt für die FDP, die in vielen der genannten Punkten für das gleiche Elend steht. Noch schlimmer wäre ein Wechsel von CDU-/CSU-Wählern zu den Grünen oder zur Linkspartei (SED-Nachfolgerin), die die Zerstörung Deutschlands noch viel exzessiver betreiben als die SPD. Ein Erstarken der Grünen und/oder der Linkspartei führte zwangsläufig zum weiter nach links Rücken der SPD, was dann wiederum ein Nachrücken der CDU zur Folge hätte.


Was spricht gegen die kleinen, sonstigen Parteien?


Wer dagegen eine kleine Partei wählt, die keine Chance auf Überwindung der Fünfprozenthürde hat, der richtet zwar keinen Schaden an, seine Stimme wird aber im neuen Bundestag nicht abgebildet sein. Er nimmt also keinerlei Einfluss auf die Zusammensetzung des Parlamentes. Stellen Sie sich, um es vom Prinzip her zu verdeutlichen, einfach vor, es gäbe 25 Parteien, die alle so zwischen 2 und 4 Prozent, im Schnitt bei 3 Prozent lägen. Diese 25 Kleinparteien kämen somit zusammen auf 75 Prozent. Dann würden nur die 25 Prozent der Wähler der Über-Fünf-Prozent-Parteien alleine bestimmen, wie sich der neue Bundestag zusammensetzt. Käme eine Partei dann auf 12,51 Prozent, hätte sie damit die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament und könnte alleine regieren. Mit 12,51 Prozent, also einem Achtel der abgegebenen gültigen Stimmen!


Ergo: Wer Kleinstparteien wählt, die keine realistische Chance auf Überwinden der Fünfprozenthürde haben, stärkt damit die Parteien, die über 5 Prozent liegen, weil ihre Anzahl der Sitze im Parlament – und das ist das Entscheidende! – dadurch steigt. Mathematisch gesprochen: weil durch die Stimmabgabe für sonstige Parteien der Nenner (Anzahl der Stimmen für Parteien, die in den Bundestag einziehen) verkleinert wird, so dass die Bruchzahl (Sitze im BT) bei gleichem Zähler (Stimmen z.B. für die CDU) dadurch größer wird.


Oder kurz: Wer eine Minipartei wählt, bestätigt damit indirekt die Merkelwahl der anderen, weil er nicht gegen sie stimmt, da sein Kreuz für die Zusammensetzung des Bundestages keinerlei Auswirkung hat.


Auch ungültig oder gar nicht wählen bringt nichts


Ähnliches gilt für Gar-nicht-wählen-Gehen und für Ungültig-wählen. Denn was passiert hier? Stellen Sie sich, wiederum um das Prinzip zu verstehen, vor, es wären tausend Personen aufgerufen über etwas abzustimmen. 901 hätten aber entweder keine Lust, kein Interesse, keine Zeit, was anderes vor oder wollten sich aus Protest nicht beteiligen bzw. würden extra ungültig stimmen. Dann würden die verbleibenden 99 über die Belange der Tausend entscheiden. Angenommen es würden 50 zu 49 für den Vorschlag X stimmen, dann hätten diese 50, fünf Prozent aller Betroffener, über das entschieden, was tausend Wahlberechtigte betrifft.


Ergo: Wer gar nicht oder ungültig wählt, der vergibt seine Chance auf eine Korrektur des Votums der anderen. Er bestätigt im Grunde die gültigen abgegebenen Stimmen und sagt indirekt: „Ich bin voll und ganz einverstanden, was ihr entscheidet. Ich möchte dies kein bisschen verändern.“ Damit wählt auch er indirekt Merkel, weil er nicht gegen sie stimmt, wodurch er sie schwächen würde.

 

Warum die AfD das einzige Korrektiv darstellt


Somit ist klar, was die einzig sinnvolle Gegenstrategie sein kann: für die AfD stimmen. Denn welche Folgen wird dies haben, wenn die AfD gestärkt wird? Stellen wir uns dazu, wiederum aus heuristischen Gründen, um also das Prinzip zu verstehen, folgendes vor. Angenommen jeder Sechste, der im Moment noch zu CDU/CSU neigt, könnte sich dazu durchringen, die AfD zu wählen. Außerdem jeder siebte jetzige FDP-, jeder achte SPD-Sympathisant und jeder neunte Linkspartei-Zugeneigte sowie jeder zwanzigste Sonstige-Sympathisant und jeder vierzigste Grünen-Wähler. Dann hätten wir bei der Bundestagswahl in etwa folgendes Ergebnis:


CDU/CSU: ca. 32 %

SPD: ca. 21 %

AfD: ca. 20 %

Linkspartei: ca. 8 %

Grüne: ca. 7,5 %

FDP: ca. 7 %

Sonstige: ca. 4 %

Was würde ein solches Ergebnis bedeuten?


Positive Folgen einer möglichst starken AfD


Erstens wären Schwarz-Gelb und Schwarz-Grün mit unter 40 Prozent definitiv vom Tisch. Zweitens hätte auch Jamaika (Schwarz-Gelb-Grün) mit 46,5 Prozent keine Mehrheit mehr. So könnten die Grünen aus der Regierung rausgehalten werden. Für die CDU/CSU blieben damit nur zwei mögliche Koalitionspartner: die SPD oder die AfD.


Die Union würde sich mit Sicherheit für die SPD entscheiden. Ein Bündnis mit der AfD wird vor allem die CDU mindestens noch zwei bis vier Jahre ablehnen, was insofern auch sinnvoll ist, weil die AfD erstmal parlamentarische Erfahrung auf Bundesebene sammeln muss und so auch zeigen könnte, wie sie sich entwickelt. In vier Jahren könnte der Wähler dann eher abschätzen, ob die AfD bereits mitregierungsfähig ist oder ob man nochmals vier Jahre zuwarten muss. Es bliebe also vorerst nur eine weitere GroKo.


Vor allem aber – und das ist das Entscheidende – wäre drittens Merkels Macht gebrochen. 32 Prozent für CDU und CSU zusammen, also nur rund 25 Prozent für die CDU würde ihr die eigene Partei nicht verzeihen. Merkels Sieger-Nimbus wäre dahin. Was würde nun geschehen?


Entweder würde Merkel nach einem solchen Einbruch von fast 10 Prozent seit der letzten Bundestagswahl (von 41,5 auf 32 Prozent) sofort das Handtuch werfen und den Weg für jemand anders frei machen, vielleicht für Schäuble als Übergangskandidat für zwei Jahre. Oder aber die Machtkämpfe in der CDU würde beginnen. Am wahrscheinlichsten dürfte sein, dass Merkel ihren Rücktritt für das Jahr 2019 ankündigen und dann nach zwei Jahren abtreten würde. In der Zeit hätte die CDU die Chance, a) einen neuen Bundeskanzler aufzubauen (z.B. Jens Spahn), vor allem aber b) sich zu reformieren. Denn die AfD würde mit über 20 Prozent der Sitze im Bundestag einen enormen Druck auf die CDU und die CSU ausüben. Auch Seehofer würde bei einem sehr schwachen CSU-Ergebnis wanken und fallen, den Weg für einen Jüngeren, wahrscheinlich für Söder frei machen.

 

 

Unser Land könnte wieder aufatmen


Natürlich kann auch eine AfD mit 8 oder 9 Prozent eine starke Opposition im Deutschen Bundestag bilden. Aber mit jedem Prozentpunkt mehr steigt auch ihr Einfluss und die Möglichkeit, Druck auf die Regierung auszuüben. Bei 15 oder noch besser 20 Prozent wäre dieser Druck enorm. CDU und CSU müssten sich komplett erneuern, um bei den nächsten Wahlen nicht noch mehr Stimmen an die AfD zu verlieren.


Innere Sicherheit, das Schlüsselthema der nächsten Jahre und Jahrzehnte, wäre nun kein reines Lippenbekenntnis mehr. CDU, CSU und auch SPD müssten jetzt handeln. Es käme zu zahlreichen Abschiebungen von Leuten, die nie hätten einreisen dürfen, zu strengen Grenzkontrollen, zum Abbau des massenhaften Asylmissbrauchs. Die Terroranschläge und die Verbrechensraten würden nicht weiter explodieren. Es würden nicht immer weiter unendliche Milliarden ins völlig marode Griechenland fließen. Eurobonds, also die unbegrenzte Haftung für die Schulden anderer, könnten verhindert werden. Familien würden mehr gefördert, die Steuer- und Abgabenbelastung der Bürger nicht immer weiter hochgefahren. Und ganz wichtig: die Menschen könnten wieder frei sprechen. Der linksgrünen totalitären Gesinnungsdiktatur würde endlich ein Riegel vorgeschoben.

 

Der Islam hätte nicht weiter unter dem Deckmantel der Religion einen absoluten Freibrief. Islamkritik würde salon- und gesellschaftsfähig. Die Islamisierung Deutschlands könnte zumindest gebremst, vielleicht sogar gestoppt und langfristig gedreht werden. Innerhalb der CDU würden im Laufe der Jahre völlig andere Politiker heranwachsen. Und Angela Merkel wäre in einigen Jahren nur noch eine Erinnerung. Und zwar eine sehr finstere solche. Mehr Demokratie, Rechts- und Verfassungstreue könnten Einzug halten. Unser Land könnte endlich wieder aufatmen.


9. AUGUST 2017

47 (2017-08-19) Heiko Schrang aus Zühlsdorf

Die Rechts-Linkslüge entlarvt

Was bedeutet eigentlich

der Begriff „rechts“?

 

Glaubt man den etablierten Medien und der Politik, bedeutet rechts“ = „Nazi“. Wenn wir aber in ein älteres Wörterbuch schauen, die Rede ist von Büchern aus der Zeit von 1970 bis 2000, dann wird man erstaunt sein, was tatsächlich unter „rechts“ zu verstehen ist.

Dort steht zum Beispiel, dass „rechts“ den gleichen Wortstamm wie „richtig“ hat. Außerdem findet sich dort die Wortkette „rechts“, „Recht“ und „richtig“. Folgende Wörter haben den gleichen Ursprung:

– rechtschaffend,

– Rechtsprechung,

– zur Rechten Gottes sitzend,

– der rechte Weg,

– rechtes Handeln,

– aufrechtes Gehen.

Im Deutschunterricht würde kein Lehrer auf die Idee kommen, seinen Schülern „Linksschreibung“ beizubringen, sondern wie wir alle wissen, mussten wir die „Rechtschreibung“ lernen. Auch bezeichnet man einen Staat als „Rechtsstaat“ und nicht als „Rechtstaat“, denn es geht nur an zweiter Stelle um das Recht. Vorrangig geht es um „rechts“, wie „richtig“, also um einen rechten, sprich ge-rechten Staat.

In der englischen Sprache, die mit der deutschen Sprache sehr eng verwandt ist, gibt es den Spruch: „Right is right and left is wrong”, was heißt: „rechts ist richtig und links ist falsch.“ Der sprachliche Witz liegt darin, dass „right“ im Englischen nicht nur „rechts“, sondern auch „richtig“ heißt. Anders als im Deutschen hat sich der Wortstamm hier noch nicht in zwei Begriffe aufgespalten.

Im Buddhismus, der die gleichen sprachlichen Wurzeln hat, wie die deutsche Sprache, ist ein Hauptelement der „Edle Achtfache Pfad“ der laut Buddha zur Erleuchtung führt:

Rechtes Verständnis

Rechtes Denken

Rechte Rede

Rechte Handlung

Rechter Lebenserwerb

Rechte Anstrengung

Rechte Achtsamkeit

Rechte Konzentration

Wie wir sehen, wurde der Begriff „rechts“ über Jahrtausende positiv assoziiert. Umso erstaunlicher ist, dass speziell in den letzten Jahren, im Zuge der „Political Correctness“ massiv versucht wird, die alte Wortbedeutung von „rechts“ zu eliminieren. Das ist auch der Grund, weswegen man dies in aktuellen Wörterbuch-Ausgaben nicht mehr findet, sondern mit negativen Assoziationen gearbeitet wird. Hier heißt es: „Terror von rechts, Kampf gegen rechts, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus.“

 

Schauen wir uns zum Vergleich doch einmal das Wort „links“ an, dann finden wir in älteren Wörterbüchern die Erklärung, dass „links“ den gleichen Wortstamm hat wie „linken“. Außerdem findet sich dort die entsprechende Wortkette: „link“, „linkisch“, „links“. Ferner steht das Wort „links“ im direkten Bedeutungszusammenhang von:

– täuschen,

– betrügen,

– hintergehen,

– übervorteilen,

– hinterlistig,

– falsch.

Man spricht entsprechend nicht von einem „Linksstaat“, was bedeuten würde, dass dort gelinkt, sprich getäuscht, betrogen und hintergangen wird.

Interessant ist, dass den meisten Menschen die wahre Bedeutung der eben beschriebenen Begrifflichkeiten gar nicht bekannt ist.

46 (2017-08-12) Thorsten Schulte

Gesellschaftliches Darknet Deutschland

Das gefährliche Leben der Andersdenkenden

 

 

Amazon hat noch immer eine Lieferzeit von ein bis vier Wochen für mein neues Buch, obgleich der Verlag alles unternahm. Aber ich habe heute trotz der vielen Widrigkeiten und des Gegenwinds Freudentränen vergossen. Das Buch ist bereits in der 2. Woche nach Erscheinen in die Spiegel-Bestsellerliste aufgenommen worden (Amazon Platz 50 unter allen Büchern, Platz 1 in Deutsche Politik sowie in Börse & Geld). 

 

Ich hoffe, dass jeder Leser des Buchs erkennt, wie viel Herzblut und Sorge um unser Land in diesem Buch steckt. Die 2. Auflage von weiteren 10.000 Exemplaren geht bereits heute in den Druck.

Ich danke Willy Wimmer ganz persönlich für sein Vorwort. Dies ist alles andere als selbstverständlich in einer Zeit, wo stets und überall ein Minenfeld auf uns lauert. Ich danke Jochen Kopp für das Verlegen des Buchs, meinem Grafiker Manuel, Volker, Ben, Dirk und Petra, Jörg, Hannelore, Brigitte und Regina, Tilman, Jacky, Marco, Thomas und ganz besonders meinen Eltern. Viele weitere Namen kommen hinzu.

Ohne Eure Unterstützung in den letzten Monaten hätte ich das Buch nicht schreiben und die Videos nicht aufnehmen können. Danke! Ich freue mich sehr, wohlwissend, dass die kommenden Wochen und Monate voller Gefahren sein werden.

 

Gestern, am 11.8., erhielt ich erstmals in meinem Leben eine Vorladung der Polizei als Beschuldigter (siehe oben). Es geht um "üble Nachrede". Nun legen mir also nicht mehr nur Amazon, ARD, Wiwo, die Welt und viele andere System-Organe Steine in den Weg.Die nächste Stufe der Eskalation, vor der ich gewarnt wurde, beginnt. Kommende Woche werde ich zwei öffentliche Erklärungen abgeben. Ich wusste, dass ich mich mit diesem Buch in Gefahr begebe. 

 

Klar ist: Ich hege keine Selbstmordgedanken, bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, meine letzte Betriebsprüfung des Finanzamtes wurde nach fast 3 Jahren ohne Nachzahlung eingestellt, ich unterziehe mich gern einem Drogentest, habe keine Kinderpornographie auf meinem Rechner usw.! Dies ist hier kein Marketinggag. Ich muss nur in den kommenen Wochen und Monaten alles öffentlich verbreiten, weil dies meine einzige Chance ist. Ich bin und bleibe parteilos und strebe nicht nach Ämtern und Mandaten. Dennoch werde ich die Öffentlichkeit suchen, wo und wann es geht. Und halte dies niemand für einen PR-Gag. Mein Leben ist jetzt ein anderes....

Der Verlag und ich sind bereit, größere und wichtigste Teile des Buches großen Medien zum Abdruck freizugeben. Wir werden sehen, ob dies geschieht.
Meine Bitte an diejenigen, die mich mögen und schätzen: Sichert bitte mit einem Screenshot diese Nachricht und verbreitet Sie im Falle eines Falles. Alternative Medien besitzen ein Video von mir, welches veröfffentlicht wird, sollte mir etwas zustoßen. Gott segne uns.

 

Text und Images: Facebook

45 (2017-07-05) Ingrid Teufl aus Wien

Die Sucht nach dem Smartphone

Ständig online zu sein,

ist selbstverständlich geworden

 

 

Ein Like hier, ein Emoji da, schnell mal durch die Timeline gescrollt und noch eine Runde auf Tinder geswiped. Letzteres kennen Sie nicht? Das ist eine Technik, bei der der Daumen auf dem Display nach links oder rechts wischt. Wer swiped, bewegt auch den Finger ohne Anheben über die Tastatur. Die "Generation Daumen" schafft damit locker, 50 Wörter pro Minute zu schreiben.

Im digitalisierten Alltag ist all das längst selbstverständlich geworden. Smartphone, Tablet und Notebook gehören für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zum Leben. Die Digital Natives kennen es nicht anders. Mehrere Stunden täglich im Internet zu verbringen, ist für sie völlig normal.

 

Dabei zeigt sich: Die Nutzer werden immer jünger

 

Eine deutsche Untersuchung ergab, dass bereits 75 Prozent der Zwei- bis Vierjährigen täglich mehr als 30 Minuten mit dem Smartphone spielen. Der Mini-Computer mit Telefonfunktion hat damit eine Sonderstellung: "Es ist das moderne Allzweckmesser, das man rund um die Uhr dabei hat und das überall einsetzbar ist", sagt Christian Montag von der Abteilung für Molekulare Psychologie an der Universität Ulm.

Langzeitfolgen

 

Verändert das die Menschen? Noch ist es zu kurz, um etwaige Langzeitfolgen zu sehen. Das Internet ist vor etwa 25 Jahren in den Alltag eingezogen, das Smartphone vor zehn Jahren – "das Phänomen ist noch so neu, dass größtenteils die Erfahrung fehlt", sagt Prim. Kurosch Yazdi. Der Psychiater leitet am Kepler Universitätsklinikum Linz eine Abteilung mit Schwerpunkt Suchtmedizin.

Studien zeigen diesbezüglich erste Ergebnisse, sagt der Psychologe Montag: "Es gibt erste empirische Hinweise, dass die problematische Nutzung mit Aufmerksamkeitsdefiziten und Empathie-Einschränkungen in Zusammenhang stehen." Bei kleinen Kindern verhindert der Non-stop-Blick ins Smartphone, Emotionen im Gesicht anderer zu lesen und zu deuten – auch von nahen Bezugspersonen. "Wenn diese Fähigkeit nicht ausreichend gelernt wird, könnte das zu sozial inkompetenteren Kindern führen." Fingerübungen mit technischen Geräten ersetzen häufig das Spiel im Freien – auch das könnte fatale Folgen haben, sagt Montag: "Herumtollen und mit anderen Kindern spielen, ist enorm wichtig für die Entwicklung von sozialen Kompetenzen und die Grobmotorik. Es ist bedeutend für die gesunde Reifung des Gehirns."

 

Die Affinität beginnt bereits bei den Eltern, die ständig mit dem Smartphone hantieren. "Kinder lernen am Modell und ahmen Erwachsene nach", betont Montag. Der deutsche Kinderpsychiater Michael Hinterhof spricht in einem Interview mit "Business Insider Deutschland" von ständiger Reizüberflutung – ein Teufelskreis. Denn oft wird erst wieder das Internet gewählt, um Kinder rasch zufrieden zu stellen. So entwickle sich aber keine Frustrationstoleranz – eine wichtige Fähigkeit, um im Alltag zu bestehen. Etwa, wenn das Kind nicht sofort das bekommt, was es will. "Je jünger ein Kind ist, desto mehr müssen die Eltern Einschränkungen aussprechen ", betont Yazdi. "Das ist eine Bringschuld der Eltern und gehört zum Erziehen." Ein Dreijähriger könne nicht selbst über seinen Schokoladekonsum entscheiden, ein Elfjähriger nicht über eine vernünftige tägliche Internet-Dosis. Bei Älteren sind andere Strategien gefragt: "Da geht es weniger um Einschränkungen als ums Schaffen von Bewusstsein, indem man miteinander darüber redet."

 

Zwölfjährige süchtig

 

Wenn die Smartphone-Nutzung zwanghaft wird oder man Angst hat, etwas zu verpassen ("fomo" – Fear of missing out), besteht das Risiko einer Suchtgefährdung.

Je nach Untersuchung sind drei bist fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen betroffen. Sie werden immer jünger, bemerkt Yazdi. "Früher hatten wir vor allem Studenten in der Klinik, heute kommen Zwölf- und 13-Jährige, die internet- und spielsüchtig sind." So richtig darauf eingestellt hat sich das Gesundheitssystem noch nicht. "Das Angebot ist weit unter dem Bedarf." Er fordert eine flächendeckende Versorgung – zumal das Problem eher größer als kleiner werden wird.

Die Grenze zur Sucht definiert Yazdi so: "Dort, wo normales Leben deutlich beeinträchtigt ist oder wo ich es nicht mehr ohne Leistungseinbußen schaffe." Gute Schüler sacken dann in der Schule ab, Lehrlinge verbocken Arbeitsstücke. Auch die sozialen Kontakte im Familien- und Freundeskreis nehmen ab, weil der Jugendliche stunden-, tage- oder gar nächtelang vor dem Computer sitzt und spielt.

Dazu kommt, dass den Betroffenen das Bewusstsein fehlt, ein Problem zu haben. "Für sie ist das normal – das Problem haben eher die anderen, also Eltern oder Lehrer." Das sind Mitgründe, warum die Behandlung der jugendlichen Internetsucht so schwierig ist. "Anders als Erwachsene spüren sie nicht, dass sich Suchtmechanismen aufbauen", erklärt Yazdi. "Das Gehirn unterscheidet nicht zwischen einzelnen Süchten, die Mechanismen sind immer sehr ähnlich, egal ob Drogen-, Nikotin- oder eben Internetsucht. Es kommt zu klassischen Entzugserscheinungen wie massive Nervosität, Schlafstörungen, extreme innere Anspannung und Reizbarkeit."

Die Behandlung verläuft auf verschiedenen Ebenen – sofern die Betroffenen das wollen. In Gruppentherapien wird etwa erarbeitet, warum einem das Internet so wichtig ist oder wie ein Leben ohne aussehen könnte. Yazdi: "Es geht darum, einen Weg zur Internetnutzung zu finden, die nicht schadet. Es ganz aus dem Alltag zu verbannen, ist heutzutage unrealistisch." Das sieht auch Psychologe Montag so: "Abstinenz ist heute kein Ziel. Es muss Medienkompetenz erreicht werden, etwa, indem man Selbstregulationsfähigkeiten fördert."

 

Eltern haben nicht nur in der Vorbeugung und Erziehung, sondern auch in der Suchttherapie eine wichtige Rolle. "Je jünger das Kind, desto wichtiger der pädagogische Teil zu Hause", betont der Linzer Suchtexperte Yazdi. "Wir unterstützen die Eltern dabei, wie es funktionieren könnte." Es gibt am Uniklinikum eine Elterngruppe internetsüchtiger Kinder, die sich regelmäßig mit einem Psychotherapeuten trifft. "Es werden gemeinsam individuelle Lösungen erarbeitet. Die Eltern profitieren auch gegenseitig von Erfahrungen."

 

Mag. Ingrid Teufl – Kurier; Redakteurin im Ressort Lebensart.  

Schwerpunkt Gesundheit, Wellness, Lifestyle, Genuss.

Seit 1997 beim KURIER, Studium Geschichte/Publizistik, Germanistik, Politikwissenschaften [Mag.phil.]

Mag Menschen, Landschaften und Dinge, die gut tun, gut schmecken, gut riechen, neu sind.....und darüber schreiben.

44 (2017 - 07 - 05) Pressemitteilung

Strafe für den Weltmeister bestätigt

Tour ab heute

ohne Peter Sagan

 

Der Einspruch von Peter Sagans Rennstall gegen die Disqualifikation des Weltmeisters bei der Tour de France bleibt erfolglos. Bei dessen Opfer Mark Cavendish wird unterdessen ein Ellbogenbruch diagnostiziert. Der deutsche Radrennstall Bora-hansgrohe ist vor dem Radsportweltverband UCI abgeblitzt. Das Team hatte am Dienstag Einspruch gegen den Ausschluss von Weltmeister Peter Sagan bei der 104. Tour de France eingelegt. Sagan war von der Rennjury disqualifiziert worden, weil er im Finale der vierten Etappe in Vittel den Briten Mark Cavendish mit einem Ellbogencheck in die Absperrgitter gedrängt hatte.

43 (2017 - 06 - 27) Michael Paulwitz aus Stuttgart 

Sie fluten Europa

NGO (non-governmental organizations) als Menschenschleuser

 

Tarnbegriffe und Vernebelungswörter sind die propagandistische Begleitmusik der Masseneinwanderung aus Nord­afrika und dem Vorderen Orient nach Europa. „Flüchtlinge“ ist der am weitesten verbreitete dieser Lügentermini, die Europas Nationen gegenüber der anhaltenden Invasion moralisch entwaffnen und wehrlos machen sollen. „Nichtregierungsorganisationen“ (NRO, englisch NGO) ist ein weiteres dieser Wieselwörter, die die Öffentlichkeit systematisch über die Dimensionen dieser Völkerwanderung und die mit ihr verknüpften Interessenlagen täuschen.

 

Glaubt man der offiziösen Melodie, wie sie von Tagespresse, Staatsfunkern und den Einwanderungslobbyisten gesungen wird, sind „Sea Watch“, „Sea Eye“, „SOS Méditerranée“, „Ärzte ohne Grenzen“, „Jugend rettet“ und all die anderen Organisationen, die ganze Flotten von „Hilfsschiffen“ im Mittelmeer betreiben, selbstlose Helden, die sich mit der „unmenschlich“ abgeschotteten „Festung Europa“ anlegen, um „verzweifelte Menschen“ vor dem sicheren Tod bei der gefahrvollen „Flucht“ übers Mittelmeer zu „retten“.

Sprünge im Bild vom edlen Ritter

 

Das sentimentale Bild von den edlen Rittern hat inzwischen massive Sprünge bekommen. Die inflationäre Vermehrung der NRO-Rettungsflotten im südlichen Mittelmeer steht im direkten Zusammenhang mit dem Anschwellen der Migrantenströme. Mehr als 200.000 werden in diesem Jahr allein über Libyen kommen, deutlich mehr als noch 2016.

 

Haben NRO-Schiffe schon im Vorjahr rund ein Viertel der „Rettungseinsätze“ gefahren, sind es derzeit sogar ein Drittel. Daß die Mittelmeerroute den von den Anrainerstaaten erfolgreich gesperrten Balkanweg als neues Haupteinfallstor der illegalen Einwanderung nach Europa abgelöst hat, geht wesentlich auf das Wirken der „Nichtregierungsorganisationen“ zurück.

Hand in Hand mit kriminiellen Schleppern?

 

Faktisch besorgen diese als „humanitäre Schleuser“ längst ein Gutteil des kriminellen Geschäfts der organisierten Schlepperbanden. Mußten diese ihre menschliche Fracht anfangs noch in die Nähe der italienischen Küsten bringen, werden die Illegalen inzwischen direkt vor der libyschen Küste abgeholt. Das reduziert den Aufwand der örtlichen Schleuser, die ihre Kundschaft nur noch ein paar Meilen aufs Meer hinausbringen müssen, enorm und macht ihr Geschäft noch profitabler.

 

Der Verdacht, daß humanitäre NRO-Schleuser und kriminelle libysche Schlepper direkt Hand in Hand arbeiten und sich auch den Profit teilen, liegt da auf der Hand. Carmelo Zuccaro, der als Oberstaatsanwalt im sizilischen Catania einsam der NRO-Schleusermafia die Stirn bietet, hat ihn ebenso geäußert wie der Chef der Oppositionspartei „Fünf Sterne“, Beppe Grillo. Die libysche Küstenwache spricht von handfesten Beweisen, und auch die EU-Grenzschutzagentur Frontex unterstellt den „Wassertaxis“ der NRO „mögliche Komplizenschaft“.

 

Groteske Einwanderungspolitik der EU

 

Die Situation ist grotesk: Offiziell will die EU ihre Außengrenzen sichern und illegale Migration zu Land und zur See unterbinden. Sie nimmt einiges Geld in die Hand, um Libyen zu stabilisieren, damit der seit dem – von führenden EU-Mitgliedstaaten maßgeblich bewerkstelligte – Sturz von Diktator Gaddafi zusammengebrochene Grenzschutz an der Gegenküste wiederhergestellt werden kann. Gleichzeitig läßt die EU tatenlos und wohlwollend zu, daß von ihrem Gebiet aus operierende Organisationen die Bemühungen der libyschen Küstenwache zunichte machen, illegale Migranten zurückzuhalten und die Infrastruktur der Schleuser zu zerschlagen.

 

Der Widerspruch ist in der EU-Migrationspolitik selbst angelegt. Denn die betrachtet den Schutz der Außengrenzen vor illegaler Migration nur als eine ihrer Aufgaben. Daneben steht die Verpflichtung auf den „Schutz“ von Migranten und die Ermöglichung legaler Ansiedlung außereuropäischer Einwanderer im Rahmen des „Resettlement“.

Illegale Einwanderung letztlich legalisieren

 

Letzteres zielt darauf, illegale Einwanderung zu legalisieren; im Namen des „Schutzes“ werden Migranten nach wie vor im Rahmen offizieller EU-Missionen aus ihren Nußschalen geborgen und auf europäischen Boden gebracht, statt sie umgehend zurückzuführen. Die angeblichen „Nichtregierungsorganisationen“ können sich somit als Helfer und Vollstrecker dieses Regierungshandelns sehen; lediglich auf die heuchlerische Zerstörung leicht ersetzbarer Schlepperboote, während ihre Insassen auf deutschen und europäischen Marineschiffen kostenlos ans Ziel transportiert werden, verzichten sie gleich ganz.

 

Solange diese EU-Migrationsagenda nicht in Frage gestellt wird, ist der Grenzschutz-Aktionismus kaum mehr als Augenwischerei. Das muß sich auch der österreichische Außenminister Sebastian Kurz vorhalten lassen, der einerseits publikumswirksam die „Sperrung“ der Mittelmeerroute fordert, andererseits sich ganz im Sinne der Brüsseler Pläne für Ansiedlungsprogramme stark macht.

 

Kampf gegen Umtriebe der „Nichtregierungsorganisationen“

 

Das Beispiel Australiens zeigt, daß illegale Migration auf dem Seeweg sehr wohl wirksam unterbunden werden kann. Voraussetzung ist die Abschaffung der politischen Anreize, die Migranten veranlassen, sich auf den Weg nach Europa zu machen, viel Geld an Kriminelle zu bezahlen und sich in Lebensgefahr zu begeben: Sozialleistungen, die ein sorgenfreies Leben auf Staatskosten versprechen, staatliche und nichtstaatliche Transportgarantien und die Aussicht, nie wieder gehen zu müssen, wenn man es einmal geschafft hat.

 

Es ist an den Mitgliedstaaten, die Initiative zurückzugewinnen: indem sie sich, wie die mitteleuropäischen Visegrád-Staaten, konsequent der EU-Ansiedlungsagenda verweigern, und indem sie den humanitären Schleusern das Handwerk legen und ihren Nimbus demaskieren. Mit fünf Organisationen und sechs Schiffen sind deutsche NRO am stärksten im Mittelmeer präsent. Die deutsche Justiz sollte Oberstaatsanwalt Zuccaro in dessen Kampf gegen die Umtriebe der „Nichtregierungsorganisationen“ nicht länger alleine lassen.

 

JF 26/17

42 (2017 - 06 - 19) Steffen Munter 

Bad Essen: Mit dem Taxi zur Arbeit

Amt zahlt Syrer

1.300 Euro pro Monat

In Bad Essen, Landkreis Osnabrück, wird ein Flüchtling mit dem Taxi zur 15 Kilometer entfernten neuen Arbeitsstelle gefahren, für 1.300 Euro im Monat. Die Busverbindung ist für einen Drei-Schichtler schlecht. Mit dem Fahrrad zu fahren, wird ihm von Amtsseite offenbar nicht zugemutet. Vor einigen Tagen starb in Berlin ein Radfahrer, weil er gegen eine Porschetür kracht. Der Berliner war auf dem Heimweg von der Spätschicht. Seit 25 Jahren fuhr er die Strecke, 14 Kilometer hin, 14 Kilometer zurück. Was ist zumutbar, was nicht?

 

Die "Neue Osnabrücker Zeitung kommentiert: „Das kennt man sonst nur von Topmanagern, deren Dienstwagen zur Reparatur ist.“

 

Doch worum geht es: Die Jobvermittlung des Landkreises Osnabrück zahlt einem syrischen Flüchtling aus Bad Essen die Fahrtkosten zum vermittelten Vollzeitjob. Seit dem 29. Mai fährt der Mann die Strecke von rund 15 Kilometern von seiner Unterkunft bis zur Firma in Ostercappeln-Venne mit dem Taxi.

Monatlich kommen so bis zu 1.300 Euro zusammen, wie Kimberly Lübbersmann, Sprecherin des Bereichs Wirtschaft und Arbeit des Landkreis Osnabrück auf Anfrage der "NOZ" mitteilte.

 

Eine Frage der Zumutbarkeit

 

Die Maßarbeit (kommunale Arbeitsvermittlung des Landkreises) prüfe bei der Arbeitsaufnahme jedes Bewerbers, ob eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Fahrrad „zumutbar“ sei. Habe ein Bewerber keinen Führerschein oder gebe es keine „zumutbare“ Busanbindung, werde auch eine kurzfristige Taxinutzung in Erwägung gezogen.

 
„Da er in einem Drei-Schicht-Rotationssystem eingesetzt wird und die Zeiten nur unzureichend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln abgedeckt werden, wird für die ersten drei Monate die Beförderung durch ein Taxiunternehmen sichergestellt.“
(Kinberly Lübbersmann, Landkreis Osnabrück)
 

Schlechte Busverbindung

 

Konkret arbeite der Mann in den Zeiten von 5 bis 13 Uhr zur Frühschicht, 13 bis 21 Uhr in der Spätschicht und zur Nachtschicht von 21 bis 5 Uhr.

Die Busse von Bad Essen nach Venne fahren in der Gegend in etwa zwischen 5.30 Uhr und 20.30 Uhr. Die Hinfahrt der Frühschicht, die Rückfahrt der Spätschicht und die gesamte Nachtschicht dürften damit nicht realisierbar sein.

Was bleibt: Sich mit Kollegen arrangieren und Führerschein machen. Bis dahin muss der Mann mit dem Bus, bzw. wenn dieser nicht mehr oder noch nicht fährt, mit dem Taxi fahren.

Radfahren zumutbar?

 

Eine weitere Option wäre das Fahrrad. Eine Fahrradfahrt auf dieser 15-Kilometer-Strecke ist in unter einer Stunde zu leisten und verläuft prinzipiell immer geradeaus über die B65 und die B218.

Ist das zumutbar? Vielleicht, vielleicht nicht. Jedoch ist es möglich, wie ein tragisches Beispiel der letzten Tage zeigt.

In der Dienstagnacht gegen 23 Uhr erunglückte in Berlin ein Fahrradfahrer, als er mit seinem Rad gegen die plötzlich geöffnete Fahrertür eines im absoluten Halteverbot und auf dem Radweg parkenden Porsche Cayenne eines saudi-arabischen Diplomaten prallte. Am Mittwochmittag starb der Mann im Krankenhaus.

 

41 (2017 - 06 - 07) Gerd R. Rueger 

Wählen die Bilderberger 2017 Schäubles Nachfolger?

Die westlichen

Machteliten treffen sich derzeit in den USA 

 

Chantilly (USA). Zur jährlichen Bilderberg-Konferenz hinter verschlossenen Türen findet, wie man vermuten darf, eine Casting-Show der besonderen Art statt: Polit-Nachwuchs defiliert vor den Mächtigen aus Finanzwelt (Goldman Sachs & Co) und Deep State, um sich für künftige Neubesetzungen zu bewerben. 

Den Dieter Bohlen gibt Bilderberger-Urgestein Henry Kissinger, der als Nestor US-amerikanischer Geopolitik zum Gesicht des Deep State der Westoligarchen geworden ist (soweit man bei einer gesichtslosen Machtelite in Plutokratien davon sprechen kann). Als heißer Tipp für Schäubles Nachfolge gilt übrigens -nach seiner Einladung nun- Jens Spahn (CDU).

Wichtig ist den westlichen Machteliten ihre Herrschaft über die Medien, denn damit beherrschen sie die Köpfe der Menschen und manipulieren den Ausgang von (mit dieser Einschränkung eben) demokratischen Wahlen. Ausnahmen wie eine legendäre Sendung von Die Anstalt bestätigen die Regel -die Medien schweigen danach einfach eisern weiter. Wie sagte doch einst SPD-Finanzminister Steinbrück in entlarvender Dämlichkeit? Steinbrück: „Transparenz gibt es nur in Diktaturen“.

 

Und wie wird man eigentlich zu dieser illustren Geheimkonferenz eingeladen? Durch ihre Drahtzieher in Macht- und Medieneliten: 2012 plauderte der Grünen-Politiker und Bilderberger-Profiteuer Jürgen Trittin aus, dass ihn Pressemann Matthias Nass („Die Zeit“) zur Bilderberg-Konferenz in Chantilly 2012 eingeladen hatte. Gruner+Jahr, ZEIT und Burda sind die Medien-Connections der Bilderberger in Deutschland.

 

Goldman Sachs & Friends


An der aktuellen Bilderberg-Konferenz nehmen aus Deutschland neben Pressemann Mathias Döpfner (Springer/BILD/Welt) die Bosse aus Finanz- und Industrie-Elite Paul Achleitner (Deutsche Bank) Oliver Bäte (Allianz), Carsten Engeter (Dt.Börse AG), Werner Baumann (Bayer), Thomas Enders (Airbus) und die mehr durch ihr Liebesleben bekannte Milliardärin Susanne Klatten (Skion) teil. Mit dabei sind auch Gewerkschaftsboss Frank Bsirske (Ver.di) und Finanz-Staatssekretär Jens Spahn (CDU).

Wenn sie den Casting-Catwalk erfolgreich bewältigen, sehen wir hier vielleicht Schäubles Nachfolger als Finanzminister und EU-Totspar-Kommissar, sowie den künftigen Bundesarbeitsminister (sofern die SPD weiter an der Macht klebt). Es lohnt sich eben, wenn eine Gewerkschaft grassierende Niedriglöhnerei zulässt und durch Streikscheu ihr Herz für die Geldelite zeigt. Kissinger wirds freuen, ärgern wird ihn die Wikileaks-Datenbank, die seine Verbrechen aufklären will.

Goldman Sachs vertritt kein Geringerer als José Barroso (einst Bilderbergers Mann in Brüssel), neben Firmenbossen wie David Rubenstein (Carlyle), dem deutschstämmigen Milliardär Peter Thiel und vielen anderen. Das Handelsblatt beschwerte sich, „Kritiker“ würden der Bilderberg-Konferenz vorwerfen, einen „angeblich gewaltigen Einfluss auf Politik und Wirtschaft außerhalb des demokratischen Meinungsbildungskongress“ auszuüben. Wie kommen diese Kritiker nur darauf?

Der in der Protestszene, so das empörte Handelsblatt, populäre Buchautor („Drahtzieher der Macht: Die Bilderberger“) Gerhard Wisnewski spricht von einer „Verschwörung der Spitzen von Wirtschaft, Politik und Medien.“ Wie kann man nur auf so abwegige Ideen kommen, wenn die Mächtigen sich heimlich versammeln, um unser aller Schicksal in ihre vom Geldzählen ganz schwieligen Hände nehmen? Reiche und Superreiche kamen (mit ihrem Neid und Geiz, den sie dann anderen unterstellen) jedoch nicht immer so glänzend weg, wie in den Bilderberger-Medien.

Ehrengast ist der „Held von Kiew“, Ex-CIA-Boss John Brennan, der den immer noch tobenden Krieg in der Ukraine „begleitete“. Entspannung mit Moskau wird dann wohl eher nicht zu den Zielen gehören, wie deutsche Industrielle traurig ob entgangener Handelsprofite einsehen müssen.

 

Teilnehmer aus deutschen Landen 2017

 

Achleitner, Paul M., Aufsichtsratboss, Deutsche Bank AG

Bäte, Oliver, Chef, Allianz SE

Baumann, Werner, Boss, Bayer AG

Bsirske, Frank, GewerkschaftsbossVerdi

Döpfner, Mathias, Chef, Axel Springer SE

Kengeter, Carsten, Chef, Deutsche Börse AG

Klatten, Susanne, Managing Director, SKion GmbH

Spahn, Jens (CDU), Finanz-Staatssekretär

 

Bilderberg 2017 Themenliste

 

Etwas zum Lachen am Rande: Bildeberger-Website-FAQ: Mit solch hochkarätigen Gästen, warum gibt es so wenig Berichterstattung über Bilderberg? (Diese Frage wird denen wohl sehr oft gestellt)

 

Bilderberg-Treffen haben nie eine öffentliche Aufmerksamkeit angestrebt. Eine jährliche Pressekonferenz am Vorabend des Treffens fand mehrere Jahrzehnte bis in die neunziger Jahre statt, wurde aber wegen mangelnder Interessenten gestoppt. Die Teilnehmerliste, die wichtigsten Themen und der Ort werden jedoch immer ein paar Tage vor jeder Tagung veröffentlicht. (Diese Pressekonferenz darf man wohl im Reich der Märchen vermuten, Mitteilungen sollen tatsächlich irgendwann verschickt worden sein, aber erst nach dem Treffen und ganz schlau, wie es sich für eine Elite gehört, rückdatiert auf vorher.)


 

Gerd R. Rueger, Jahrgang 1972. Geboren in Frankfurt am Main als Sohn einer Tunesierin und eines dt. Arztes, aufgewachsen in Frankfurt und Tunis. Ausbildung zum Fernmeldetechniker bei der Deutschen Bundespost. Studium der Soziologie, Politik, Geschichte und Kulturwissenschaft in Münster, Berlin und Tunis. Arbeitsgebiete: Orientalistik, Technik- und Medizingeschichte, Power Structure Research, Wissenssoziologie, Netzpolitik, WikiLeaks, Whistleblower. Blogger u.a. bei The Intelligence, Le Bohemien. Buchpublikationen: "Julian Assange -Die Zerstörung von WikiLeaks? Anonymous..." und "Cholera und Kommunikation".

http://berlinergazette.de/author/gerd-r-rueger/

40 (2017 - 05 - 19) Ingrid Ansari  

Sag Deine Meinung, Du darfst, verdammt noch mal, Du darfst!

Hamed Abdel-Samad erklärt uns die Meinungsfreiheit

 

Die Welt scheint sich schleichend mit immer mehr „Populisten“ zu bevölkern. „Populismus“ ist ein schillernder Begriff, der mit ganz unterschiedlichen politischen Richtungen und Zielsetzungen einhergehen kann. Inzwischen hat er sich im politisch korrekten Raum jedoch als Schimpfwort etabliert, das wir uns Tag für Tag – zusammen mit vielen anderen Floskeln – um die Ohren schlagen lassen müssen und das mit dem Adjektiv „rechts“ wie ein siamesischer Zwilling untrennbar verbunden zu sein scheint. „Rechts, rechtspopulistisch, rechtsradikal, rechtsextrem,“ – da ist es nur ein Schritt bis hin zu den Dumpfbacken mit „einfachen Antworten“, von Frank-Walter Steinmeier auch als „geistige Brandstifter“ bezeichnet, denen „wir uns mit aller Vehemenz entgegenstellen“ müssen. Denn das „wir“ bezieht sich nicht mehr auf alle, die hier leben.


Ausgrenzung


Man geht mit „denen“ doch nicht in eine Talkshow: Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat es vorgemacht; andere sind ihr gefolgt. Und erst am Donnerstag (11. Mai) ist vor der Sendung mit Maybrit Illner ein Streit wie im Kindergarten um „wer mit wem“ und „wer neben wem“ entbrannt. Lieber setzt man sich mit einer vollverschleierten Salafistin oder mit Erdogan-Verteidigern an einen Tisch und hört sich – meist ohne merkliche Empörung – deren radikale Thesen an. Wenigstens Julia Klöckner scheint schon im Erwachsenen-Alter angekommen zu sein, wenn sie uns wissen lässt: „Solange ein politischer Gegner zu Wahlen zugelassen wird und nicht verboten ist, müssen wir uns ihm öffentlich stellen und zwar mit Argumenten.“ – Nach der Wahl im Saarland war weder in der „Berliner Runde“ noch bei Anne Will die AfD vertreten. Dafür zweimal die Grünen, die die 5%-Hürde nicht geschafft hatten. Dasselbe jetzt nach der NRW-Wahl – kein Vertreter der AfD in den Runden.


In seiner Amtszeit als Außenminister hat sich Frank-Walter Steinmeier einen ganz erstaunlichen Pöbel-Wortschatz angeeignet. Im Rahmen einer Fragestunde in Rostock im August letzten Jahres blickt er mit großer Sorge auf „das Ungeheuer des Nationalismus“, das sich weltweit ausbreite. „Hassprediger“ wie Präsident Trump (dem zur Wahl zu gratulieren er nicht für nötig hielt) und „die Verantwortlichen des Brexit und die AfD“ vereine, dass sie mit den Ängsten der Menschen Politik machten. Dies sei ein „Brandsatz für die Gesellschaft“, dessen Feuer womöglich Flüchtlingsheime in Brand setze. Mit Blick auf die AfD und die bevorstehende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sagte der inzwischen höchste Repräsentant Deutschlands: „Diesen Brandsatz kann man, den muss man in der Wahlkabine löschen.“ – Herr Steinmeier, würden Sie uns bitte einmal erklären, wie man das macht – den Brandsatz in der Wahlkabine löschen? Jedenfalls klingt das verdächtig nach den von Frau von der Leyen wieder hoffähig gemachten „Säuberungen“. In diesem Zusammenhang kann man den oft angefügten Ausspruch, man müsse die „Sorgen und Bedenken der Bürger ernst nehmen“, doch nur noch als reinen Hohn empfinden.

 

Der Aufklärer


Ist es so weit gekommen, das uns erst ein gebürtiger Ägypter die Demokratie neu erklären muss? Hamed Abdel-Samad, ein freier Geist im Sinne der Aufklärung, der sich von niemandem vereinnahmen lassen will, bei seinem Auftritt bei der AfD in Dachau: „Ich bin hierhergekommen, weil ich viel von der Meinungsfreiheit halte.[…] Heute ist die traurigste Lesung, die ich je in diesem Land hatte.“ Protestierende, die vor dem Veranstaltungsgebäude mit „Hau ab“ und schlimmeren Zurufen eine „Mahnwache“ abhielten, hatten ihn als „Faschisten“ diffamiert und ihm den Mittelfinger gezeigt. Er habe daraufhin versucht, mit den Menschen in einen Dialog zu treten, um ihre Anliegen kennenzulernen, doch die, die dazu bereit gewesen seien, hätten aggressiven Scharfmachern weichen müssen. Der politisch korrekte Ulrich Kienzle wollte ihm das bei Lanz nicht zugestehen.


Die AfD bezeichnet Abdel-Samad als eine rechtskonservative Partei mit Positionen, die man kritisieren kann. Was aber spreche dagegen, fährt er fort, dass er seine Botschaft uneingeschränkt jeder zugelassenen Partei, die ihn einlade, vortrage. Menschen, die sich durch die AfD angesprochen fühlten, seien Teil der Gesellschaft. Wenn man etwas ändern wolle, könne man das nur in einem mit Respekt geführten Meinungsaustausch tun. Indem man ganze Menschengruppen diffamiere und unter Druck setze, könne man nichts erreichen: schon lange eine grundlegende Erkenntnis zum Verständnis der Psyche des Menschen.

 

Demokratie-Rezession


Die sogenannten Populisten sind nicht aus dem Nichts gekommen. Sie sind die natürliche Konsequenz, wenn sich die Bürger von der Politik übergangen fühlen, wenn demokratische Prozesse nicht mehr funktionieren, wie es besonders seit der Öffnung der Grenzen und den dramatischen Folgen auch dem Letzten schockartig spürbar und sichtbar werden musste. Ordnung und Sicherheit können von den Verursachern der Krise nicht mehr aufrecht erhalten werden und erzeugen Ängste, die die Politik dann den Bürgern vorhält wie einen Makel, den man bekämpfen muss. „Demokratien scheitern, wenn das Volk den Glauben an sie verliert“, so der Politikwissenschaftler und Standford-Professor Larry Jay Diamond, der von einer weltweiten Demokratie-Rezession spricht. Korruption und Vorteilsdenken von Konzernen, Lobbyisten und Politik sind überall auf dem Vormarsch.


Warum sollte sich der Bürger mit einer Zuschauerrolle anfreunden, wenn über seinen Kopf hinweg für ihn lebenswichtige Entscheidungen wie undurchschaubare EU-Rettungsaktionen, Verschuldungen und andere Risiken wie – um nur ein Beispiel zu nennen – der ESM-Vertrag, von der Mehrheit der Abgeordneten abgenickte Auslandseinsätze der Bundeswehr u.ä. getroffen wurden und werden. Die Fortsetzung der Masseneinwanderung illegaler Migranten und ihrer nachfolgenden Familien findet inzwischen verdeckt statt. Trotz beständiger Warnungen aufgeklärter Muslime hofiert und stärkt die Politik weiter die Islamverbände, die nur einen geringen Prozentsatz der Gläubigen vertreten und die moderaten schon Integrierten unter Druck setzen.

All dies wird von den Meinungsführer-Medien weitgehend gestützt und begleitet. Statt einen Schutzraum für freie Meinungsäußerung und Konsensfindung zu bieten, werden abweichende Meinungen stigmatisiert. Politiker und Lobbyisten, die Interessen bedienen, die der Gesellschaft nicht zugutekommen, werden dann zu Moralaposteln, die versuchen, den Bürgern ins Gewissen zu reden. Eigentlich eine klar durchschaubare Taktik. Doch nur wenige wagen den öffentlichen Widerspruch, die meisten lassen sich von der Presse vernebeln.

 

Erschütterung alter Gewissheiten

 

In den 70er Jahren etwa begann man den Tag, ohne groß darüber nachzudenken, was morgen sein könnte. Man musste sich auch nicht ständig mit Politik beschäftigen. Ordnung und Sicherheit schienen gewährleistet. Man wusste meistens, wen man wählen wollte, empfand sich mehr oder weniger in Übereinstimmung mit den Entscheidungen seiner Partei, wusste, wofür sie stand, und fühlte sich eingebettet in ein Gemeinwesen. Die europäischen Nationalstaaten wurden noch nicht von vereinzelten individualistischen Gruppierungen bewohnt, waren weniger pluralistisch, aber die Menschen konnten sich ungeachtet aller Unterschiede als gleichwertige Staatsbürger empfinden. Im Osten Deutschlands ist davon übrigens noch mehr als im Westen erhalten geblieben.

 

Diese alten Gewissheiten sind erschüttert, die sozialen Milieus und die Familienstrukturen aufgelöst, die überkommenen Ordnungen zerfallen. Von den immer wieder propagierten Vorteilen der Globalisierung profitieren nur die Eliten. Die Entstehung supranationaler Strukturen machen heimatlos, stellen den sozialen Frieden in Frage und vergrößern beständig die Kluft zwischen Arm und Reich. Der Sozialstaat ist nun mal ein Produkt des Nationalstaates. Zerfällt dieser, ist auch der Sozialstaat in Gefahr. Aus Gewohnheit wählt man vielleicht noch seine frühere Partei, obgleich sie sich kaum noch von den meisten anderen unterscheidet. Viele fühlen sich von einer wirklichkeitsfernen Elite fremdgesteuert, die sich liberal gibt, aber alle gering schätzt, die die Welt anders sehen als sie. Wer für uns die Entscheidungen trifft, kann man nicht mehr ausmachen. Der Bürger ist zu einem entwurzelten Individuum ohne Bindung an eine lebendige, gewachsene Gemeinschaft geworden.

 

Jemand, der sich nicht der politischen Korrektheit unterwerfen will, deren Sprache er als leer und inhaltslos erkennt, der nicht resignieren oder sich ducken will, lehnt sich naturgemäß auf. Er sieht, was für eine ewig dasselbe daher leiernde, humorlose, geistlose und eindimensionale, moralisierende Eliten-Riege heute an der Spitze steht. Eine Elite, die den Balken im eigenen Auge nicht sehen will. Die ihre gesellschaftliche Aufgabe darin sieht, sich um Randgruppen zu kümmern, die im Alltag der meisten Menschen nicht vorkommen.

 

Zum Schluss noch einmal Hamed Abdel-Samad. „Ich habe das Gefühl, dass eine Meinung in Deutschland nur willkommen ist, wenn sie belanglos ist. Wenn sie nichts verändern will. Oder wenn sie in den Konsens, in den Mainstream hineinpasst. Dann ist sie willkommen. Dann ist sie hilfreich. Alles andere muss man abstellen. Und viele Deutsche nehmen ihre eigene Meinung nicht so ernst. Sie müssen sie immer am Ende abschwächen: ‚Ich mein‘ ja nur‘, sagen sie. ‚Das ist nur meine Meinung‘, oder ‚Wenn ich das so sagen darf.‘ – Du darfst, verdammt noch mal, du darfst!“

 

Gefunden bei Tichys Einblick

 

Ingrid Ansari: Nach dem Abitur in Oldenburg einjährige Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin. Anschließend: Studium zur Übersetzerin (Englisch-Französisch) mit Diplom-Abschluss am Auslands- und Dolmetscherinstitut der Universität Mainz in Germersheim. Fast vierzig Jahre lang – bis zur Pensionierung – Tätigkeit am Goethe-Institut e. V. mit Schwerpunkt “Deutsch als Fremdsprache”. Kulturarbeit und Hinführung von Studenten aus aller Welt zu den verschiedenen Sprachabschlüssen.

39 (2017 - 04 - 26)  News

Deutsche Flüchtlingshelfer kooperieren mit Schlepperbanden

Rettungsorganisationen

zelebrieren ihr eigenes Spiel

 

Ein italienischer Staatsanwalt hat Flüchtlingsorganisationen Zusammenarbeit mit Schleppern im Mittelmeer vorgeworfen. Besonders deutsche Gruppierungen stehen dabei im Visier der Ermittler. „Wir haben Beweise dafür, daß es direkte Kontakte zwischen einigen Nichtregierungsorganisationen und Schleppern in Libyen gibt“, sagte Staatsanwalt Carmelo Zuccaro der Tageszeitung La Stampa.

 

Je mehr Retter die internationale Gemeinschaft in die Gewässer vor Libyen sende, desto voller packten Schmuggler die nicht seetüchtigen Boote im Wissen, dass die Insassen vor der Küste gerettet würden. Soll heißen, die Retter begünstigten das Geschäft der Menschschmuggler. Die Vorwürfe gegen einzelne Rettungsvereine gehen sogar so weit, dass sie sich mit den Menschenschmugglern absprächen, wofür es aber bisher keine Belege gibt. Private Rettungsorganisationen wie Moas oder Sea Watch hingegen werfen Europa vor, im Rahmen der EU-Mission Sophia zu wenig Schiffe zur Rettung zur Verfügung zu stellen und so den Tod Tausender hinzunehmen. 

 

 

Man habe Telefonanrufe aus Libyen bei bestimmten Nichtregierungsorganisationen registriert. Zudem würden Migranten durch Lichtsignale in Richtung der Schiffe der jeweiligen Organisationen gelenkt. Transponder zur Ortung der Schiffe würden dann ausgeschaltet. Weiter gebe es Ermittlungen, ob gewisse linke Nichtregierungsorganisationen sogar von libyschen Schlepperbanden finanziert würden.

 

Deutsche Organisation weist Vorwürfe zurück

 

Die Vorwürfe betreffen nicht die größeren, sondern richten sich gegen kleinere, meist deutsche Organisationen, bestätigte Zuccaro. Eine der in den Fokus geratenen Organisationen, Jugend Rettet e.V., hat diese auf Facebook als „blanken Zynismus“ zurückgewiesen und auf das Transparenzsiegel verwiesen, das sie als Verein erhalten hätten.

 

„Unsere Crew hat in unermüdlichem Einsatz versucht, die Notsituation vor Ort zu entschärfen – eine Situation, die der europäischen Abschottungspolitik geschuldet ist.“ Bereits im vergangenen Jahr hatte die Europäische Grenzschutzagentur Frontex ähnliche Anschuldigungen erhoben. Unter anderem, daß freiwillige Helfer einen „Taxidienst“ zwischen Libyen und Italien eingerichtet hätten. (tb)

Image: picture alliance/JOKER

38 (2017 - 04 - 16)  Judith Bergman

Vorwärts ins Mittelalter!

Der Westen unterwirft

sich Blasphemiegesetzen

„In vielen Staaten mit Staatsreligion ist Gotteslästerung eine Straftat. In manchen dieser Staaten kann sie mit der Todesstrafe bestraft werden, z.B. in Saudi-Arabien, der Islamischen Republik Pakistan, der Islamischen Republik Afghanistan und der Islamischen Republik Iran. Ob und in welchem Umfang bestimmte Handlungen oder Äußerungen als „Blasphemie“ gelten, hängt ab von den rechtsgültigen Kriterien für ihre Feststellung und vom Stellenwert religiöser Traditionen und Wertorientierungen in einer Gesellschaft. Diese können sich innerhalb der Geschichte einer Religion stark wandeln.

Religiöse, besonders fundamentalistische Gruppen sehen oft bereits Dinge als Blasphemie an, die in westlichen Staaten explizit durch die Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Redefreiheit geschützt sind.

Die westlichen Länder sind durch das Zeitalter der Aufklärung geprägt und schützen explizit (meist in einer Verfassung) die Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit und Redefreiheit ihrer Bürger, solange sie keine Rechte Dritter massiv verletzen. Deshalb wird in westlichen Ländern nur selten der Vorwurf der Blasphemie erhoben; gelegentlich kommt es gleichwohl zu Verurteilungen wegen Blasphemie.“ Wikipedia

Der Westen unterwirft sich Blasphemiegesetzen. Dänemark hat beispielsweise anscheinend beschlossen, dass jetzt die Zeit ist, einen verstaubten, alten Gotteslästerungsparagraphen hervorzukramen. Dänemark hat immer noch eine Bestimmung gegen Blasphemie im Strafgesetzbuch, aber bis jetzt wurde sie nur dreimal angerufen. Das letzte Mal war vor fast einem halben Jahrhundert, im Jahr 1971. Dänemarks Generalstaatsanwalt hat nichtsdestotrotz soeben einen Mann der Verbrennung eines Korans angeklagt.


Im Westen gilt die Blasphemie als Straftat seit Jahrhunderten als Relikt der Vergangenheit. In einer weitgehend gottlosen Gesellschaft fühlen sich nur wenige Menschen durch blasphemische Kommentare oder Handlungen beleidigt. Christen gehen nicht auf angebliche Lästerer mit Gewehren und Messern los, und Verleger machen sich keine Sorgen um "beleidigte" Christen.

 

Im Jahr 1997 finanzierte der dänische öffentlich-rechtliche Rundfunk einen Künstler, der eine Bibel verbrannte und im nationalen Fernsehen ausstrahlte. Niemand wurde angeklagt, obwohl es Beschwerden gab und der Staatsanwalt den Fall untersuchte.


Dennoch wird ein dänischer Mann angeklagt. Er verbrannte seinen eigenen Koran in seinem eigenen Garten und postete dann das Video in eine öffentliche Facebook-Gruppe "Ja zur Freiheit, Nein zum Islam", mit dem begleitenden Text "Nehmen Sie Rücksicht auf Ihren Nachbarn, es stinkt, wenn er brennt". Rechtsanwalt Jan Reckendorff erklärte:


"Es ist die Auffassung der Staatsanwaltschaft, daß die Umstände der Verbrennung von heiligen Büchern wie der Bibel und dem Koran implizieren, daß es in manchen Fällen eine Verletzung des Gotteslästerungsverbots sein kann, die sich mit öffentlichem Spott oder einer Verachtung gegen eine Religion beschäftigt. Es ist unsere Meinung, dass die Umstände dieses Falles verlangen, dass es strafrechtlich verfolgt werden muss, damit die Gerichte die Möglichkeit haben, sich in dieser Angelegenheit zu äußern."


Der Generalstaatsanwalt hat die Bibel wohl nur höflichkeitshalber erwähnt. Immerhin wurde in Dänemark niemand für die Verbrennung einer Bibel verfolgt, noch nicht einmal ihre öffentliche Verbrennung im nationalen Fernsehen wurde als hinreichend beleidigend betrachtet. Der Koran ist eindeutig eine ganz andere Sache.


Die Entscheidung hat eine erneute Debatte über die Abschaffung des Blasphemie-Paragraphen in Dänemark hervorgerufen - ein Thema, das regelmäßig aufpoppt.


In Norwegen wurde das Blasphemieverbot im Jahr 2005 abgeschafft. Eine im Januar durchgeführte Umfrage ergab, dass 41 Prozent der norwegischen Muslime glauben, dass Blasphemie bestraft werden sollte, und 7 Prozent glauben, dass die Strafe für Gotteslästerung, egal wo, eine kapitale Strafe sein sollte.


In Großbritannien wurde mindestens ein Mann (im Jahr 2011) gerichtlich verfolgt und verurteilt für die Verbrennung des Korans und mehrere wurden 2010 und 2014 verhaftet.


Die Durchsetzung von Gotteslästerungsverboten, die in einem weitgehend nachchristlichen Europa so fehl am Platz sind, bringt das Mittelalter zurück, als die Gotteslästerung von der Kirche heftig verfolgt wurde. Ist das wirklich angebracht in der modernen europäischen Gesellschaft, nach Jahrhunderten des Kampfes um die Redefreiheit?

 

In Kanada werden mittlerweile Anti-Islamophobie-Gesetzesvorstösse, die allmählich alle Kritik am Islam verbieten - und Teil der muslimischen Gotteslästerungsgesetze - verabschiedet. Das Parlament von Ontario hat im Februar eine Anti-Islamophobie-Motion einstimmig gutgeheissen. Die Motion fordert die Legislative auf, "gegen alle Formen von Hass, Feindseligkeit, Vorurteile, Rassismus und Intoleranz einzustehen, die ...wachsende Flut anti-muslimischer Rhetorik und Gefühle" und "alle Formen von Islamophobie zu verurteilen". Unnötig zu sagen, dass keine solchen Motionen angenommen wurden, um das Judentum oder das Christentum zu schützen.


Im Oktober 2016 verabschiedete das kanadische Nationalparlament einstimmig eine Anti-Islamophobie-Motion, die das Ergebnis einer Petition war, die vom der Muslimbruderschaft nahestehenden Samer Majzoub, Präsident des kanadischen Muslim-Forums, eingereicht wurde. Zu der Zeit wusste niemand, was sie verurteilten: Kritik am Islam? Kritik an Muslimen? Diskussion darüber, ob ISIS eine wahre Manifestation des Islam ist? Niemand wusste es, denn niemand hatte sich die Mühe gemacht, es zu definieren.


Die fehlende Definition hat jedoch Iqra Khalid, ein Mitglied des Parlaments von der regierenden Liberalen Partei, nicht davon abgehalten, eine neue Motion, Motion M-103, auf dem Rücken der vorherigen im kanadischen Parlament einzubringen. Die Motion fordert, dass "Islamophobie" nicht nur verurteilt wird, sondern dass die Regierung ein umfassendes Konzept zur Reduktion oder Beseitigung von Islamophobie entwickle. Die Motion bietet immer noch keine Definition oder irgendwelche Statistiken, um ihre Behauptung zu stützen, dass "Islamophobie" in Kanada ein Problem ist. Allerdings sollte es kaum schockieren, dass der erste Antrag, der die Islamophobie verurteilt, so schnell von einer neuen Motion gefolgt wurde, die konkrete Regierungsmaßnahmen fordert. Nachdem die erste Motion einstimmig verabschiedet worden war, hatte der Mann, der die ursprüngliche Petition initiierte, Samer Majzoub, folgendes in einem Interview mit dem kanadischen Muslim Forum zu sagen:


"Jetzt, wo Islamophobie verurteilt wurde, ist das nicht das Ende, sondern der Anfang ... Wir müssen weiterhin politisch und sozial und mit der Presse arbeiten. Sie haben an der Existenz von Islamophobie gezweifelt, aber jetzt müssen wir uns darum keine Sorge mehr machen; alle Blöcke und politischen Persönlichkeiten, die durch die oberste gesetzgebende Autorität Kanadas vertreten sind, haben von dieser Existenz gesprochen. In der Offensive müssen wir die politischen Entscheidungsträger dazu bringen, etwas zu tun, besonders wenn es um die Liberalen geht, die eine deutliche Offenheit gezeigt haben in Bezug auf Muslime und alle Ethnien ... Alle von uns müssen hart arbeiten, um unseren friedlichen, sozialen und humanitären Kampf zu erhalten, so dass Verurteilung von einer umfassenden Politik gefolgt wird."


Wünscht der Westen wirklich, dass es wieder zu den Inquisitionen des Mittelalters kommt?

 

7. März 2017

 

Judith Bergman ist Schriftstellerin, Kolumnistin, Anwältin und politische Analystin.

Englischer Originaltext: The West Submits to Blasphemy Laws

Übersetzung: Daniel Heiniger

37 (2017 - 04 - 14)  News

Einreiseverbot für die russische Sängerin Yulia Samoilowa

 

                                                       Der 62. Eurovision Song                                                          Contest wird ohne                                                                    Russland stattfinden

 

Nach dem Streit mit dem Ausrichterland Ukraine, das der russischen Kandidatin Julia Samoilowa wegen eines Auftritts auf der besetzten Krim die Einreise verweigert hatte, gab Russland am Donnerstag bekannt, den Bewerb nicht zu übertragen und auch keinen anderen Sänger nach Kiew zu schicken.

 

"Das bedeutet unglücklicherweise, dass Russland nicht länger am diesjährigen Wettbewerb teilnehmen kann", teilte die EBU am Abend in einem Statement mit. "Wir verurteilen die Entscheidung der ukrainischen Behörden auf das Schärfste, gegen Yulia Samoilowa ein Einreiseverbot auszusprechen, da wir glauben, dass dies die Integrität und den unpolitischen Charakter des Eurovision Song Contests unterläuft und sein Ziel, alle Nationen in einem friedvollen Wettbewerb zusammenzubringen", so Frank Dieter Freiling, Vorsitzender der Eurovision Song Contest Reference Group in einer Stellungnahme am Abend. Dennoch würden die Vorbereitungen in der ukrainischen Hauptstadt unvermindert fortgesetzt.

 

Die wegen einer Erkrankung seit ihrer Kindheit im Rollstuhl sitzende Russin Samoilowa war 2015 auf der Krim aufgetreten. Da Reisen auf die von Russland besetzte Halbinsel seit der Annexion von ukrainischer Seite verboten sind, hatte die Ukraine Russlands Kandidatin mit einem Einreisebann belegt und Appelle der EBU ungehört verhallen lassen.

Der Fernsehanstaltenverbund wiederum hatte Russland als Kompromiss vorgeschlagen, ausnahmsweise die eigene Kandidatin via Liveschaltung in den Bewerb zu übertragen oder einen anderen Kandidaten zu nominieren. Dies hatten allerdings sowohl Russland wie auch die Ukraine abgelehnt.

Demnach werden nun also nur mehr 42 Nationen zwischen 9. und 13. Mai in Kiew gegeneinander antreten. Kurier.at

Images: ESC 

36 (2017 - 02 - 08)  Uwe Morchutt

Verbaler Brandbeschleuniger

Hans-Joachim Watzke – Borussia Dortmund

"Bei Rasenballsport, wie sie ja tatsächlich heißen, haben wir das erste Mal den Fall, dass da nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen ist." sagt Watzke, der als Verfechter der „50+1-Regel“ gilt. Der Populist Watzke, wie er schon vor Jahren von Reinhold Beckmann in der Sportschau bezeichnet wurde, versucht nun kleinlaut den „Brand“ zu löschen, den er angefacht hat. Sogenannte Fußballfans, die vor allem die Tradition verteidigen wollen, im Namen von Watzke, fühlten sich doch tatsächlich aufgefordert, gegen die friedfertigen Besucher von RB Leipzig, darunter Frauen und Kinder, ihr wahres Gesicht zu zeigen: die hässliche Fratze der Fußball-Fankultur.

 

Der Hass richtet sich seit geraumer Zeit gegen VfL Wolfsburg, Bayer 04 Leverkusen, TSG 1899 Hoffenheim und aktuell gegen RB Leipzig. Bekanntlich alles Clubs, die durch private Personen oder Firmen als Geldgeber, sich das sportliche Recht erspielt haben, in der Bundesliga mitzukicken. Wie gerade gesehen, gibt es sogar immer noch Steigerungsmöglichkeiten in der „Fanszene“!

 

Und zwar im Profi-Fußball, wo seit Jahren nur eines zählt: das Geld. Eine aberwitzige und abenteurliche Heuchelei bekleidet die schamlosen Umstände. In einem Sport-Betrieb, wo nahezu alle Passagiere im Mannschafts-Bus, außer dem Busfahrer, Millionengehälter kassieren. Sogar Vorbestrafte und Kriminelle in Chefetagen sitzen und die „Moral“ predigen, die sie selbst missachten! Und nach immer noch mehr Geld schreien, um angeblich wettbewerbsfähig zu bleiben! So führt der Weg unweigerlich in die Sackgasse!

 

"Wir ermitteln jetzt", sagte eine Sprecherin der Polizei. Bisher hatte die Polizei Kenntnis von zehn Verletzten, darunter sechs Gästefans und vier Polizisten. Außerdem sei ein Diensthund der Polizei verletzt worden. Alles, was zum Werfen taugte, wurde geworfen! Abnormal! Die Reaktion danach, Politiker ähnliche Phrasen: Wir werden alles tun, um die Täter zu bestrafen! Wer soll das eigentlich noch glauben! Angesichts der offenen Verrohung der Gesellschaft!

 

Noch dazu in Zeiten, wo die Wirtschaft mit schlechtem Beispiel vorangeht: Ehemalige Vorzeigeunternehmen „Made in Germany“, wie VW und die Deutsche Bank, Milliardenstrafen in den USA zahlen müssen, weil sie betrogen und getrickst haben! Kunden also absichtlich über den Tisch gezogen haben. Nur in Deutschland gehen sie bisher straffrei aus. Das bekannte Täter-Opfer-Ritual in Deutschland, wir leben ja schließlich in einem Rechtsstaat! Der Kunde hierzulande nur das Recht besitzt, viel und reichlich zu konsumieren!

 

Auch Rainer Milkoreit, Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), sah in den "abartigen" Vorkommnissen beim Spitzenspiel und Watzkes Verhalten einen Zusammenhang. "Es ist fatal, wenn sich verantwortliche Leute in einem Verein öffentlich abwertend gegen Leipzig äußern. Das kann Dinge auslösen, die sie vielleicht nicht wollen, die aber passieren", sagte der frühere DFB-Vizepräsident.

 

Nach den Fan-Ausschreitungen ist der Börsenkurs der Borussia Dortmund AG um fünf Prozent von 5,34 auf 5,08 Euro pro Aktie gefallen. Fußball erzeugt Gewalt! Wer das noch leugnet, ist taub und blind! Zum Vergleich: Seit über 30 Jahren gehe ich nun schon zum Pferderennen. Noch nie gab es Randale! Es muss demnach am Fußball-Publikum liegen? Ein Spiegelbild der Gesellschaft? umo

35 (2017 - 01 - 26)  News

Dosenklub gegen Dorfverein

Spitzenspiel der Bundesliga

 

 

Deutscher Spitzenfußball braucht keine Tradition. Im Spitzenspiel der 18. Runde empfängt der Zweite den Dritten, spielt am Samstag (15.30 Uhr) Hoffenheim in Leipzig. Angesichts dieses Duells der beiden Bayern-Jäger wird den Hütern der hehren deutschen Fußballtradition flau im Magen. Die TSG 1899 Hoffenheim ist vor 117 Jahren gegründet worden. Seit 1972 ist die Gemeinde (3148 Einwohner) Teil des Städtchens Sinsheim (35.175 Einwohner). Erst seit SAP-Gründer Dietmar Hopp (aufgewachsen in Hoffenheim) seit 1990 Geld zuschießt, gelang der Aufstieg aus der Kreisliga in die Bundesliga. RB Leipzig wurde 2009 gegründet und spielte an Stelle des SSV Markranstädt in der fünfthöchsten Spielklasse. Seit Sommer ist der Klub erstklassig.

 

Leipzig wird als Dosenklub abgekanzelt, dessen RB für RasenBallsport steht, aber auch für Red Bull und die Millionen von Dietrich Mateschitz. Der aktuelle Spiegel veröffentlicht ein Interview mit Ralph Hasenhüttl, Trainer von RB Leipzig. Der Österreicher wird gefragt: "Wollen Sie dem Markenklub eines Dosengetränks, das keine Tradition hat, ein freundliches Image verleihen?" Die pragmatische Antwort des 49-Jährigen: "Sehen Sie, für einen Trainer ist es überhaupt kein Nachteil, wenn der Verein keine große Tradition hat." Warum nicht? "Selten kommt dort einer um die Ecke und erzählt, wie toll alles vor 20 Jahren war." kurier.at

34 (2017 - 01 - 18)  Pressemitteilung

Milliardenspiel Fußball

Club Licensing Benchmarking Report

 

Es ist der umfangreichste Almanach des europäischen Klubfußballs: Jahr für Jahr veröffentlicht die UEFA im Januar den sogenannten "Club Licensing Benchmarking Report". Der österreichische KURIER hat sich durch die 130 Seiten lange wirtschaftliche Analyse des Fußball-Geschäftsjahres 2015 gearbeitet und die interessanten Zahlen herausgefiltert:

1,296 Milliarden Euro lukrierte die Premier League aus Sponsorenverträgen. Das sind im Schnitt 64,8 Mio. € pro Verein.

718 Millionen Euro Umsatz erwirtschafte die englische Premier League aus dem Ticketverkauf. Die Deutsche Bundesliga (475 Mio. €) und die spanische Primera División (419 Mio. €) folgen abgeschlagen.

694 Millionen Euro nahmen die 20 Klubs der italienischen Serie A durch Spielerverkäufe ein.

578 Millionen Euro Einnahmen verbuchte Real – etwas mehr als Barça (561 Mio. €). Unter den 30 einnahmenstärksten Klubs kamen 14 aus der Premier League.

536 Millionen Euro Schulden hat Manchester United. Das sind 25 Prozent mehr als das Jahr zuvor. Es folgen Benfica Lissabon (336 Mio. €) und Inter Mailand (306 Mio. €) im Schuldenranking.

340 Millionen Euro an Gehältern bezahlte Barcelona an seine Stars. Real (289 Mio. €) und Chelsea (285 Mio. €) belegen die Plätze 2 und 3 im Gehaltsranking.

134,5 Millionen Euro hat jeder der 20 Premier-League-Vereine im Durchschnitt an Lohnkosten. Diese sind fast doppelt so hoch wie jene in der Deutschen Bundesliga (69,7 Mio. € pro Klub), die im Gehaltsranking auf Platz zwei liegt.

131 Millionen Euro hat Manchester United vergangene Saison in neue Spieler investiert. Es reichte dennoch nur zu Tabellenplatz fünf. Über 100 Millionen Euro investierte sonst nur Real Madrid (105) – mit mehr Erfolg: Die "Königlichen" holten 2016 den Champions-League-Titel.

131 Millionen Euro nahm Real Madrid aus dem Verkauf von Eintrittskarten ein. Das sind 4,9 Millionen pro Heimspiel.

111 Millionen Euro Einnahmen lukrierte Real aus Transfergeschäften (Verkäufe, Leihen). Mit Liverpool (104 Mio.) und Porto (100 Mio.) waren noch zwei weitere Klubs im dreistelligen Millionenbereich.

81.178 Fans lockte Dortmund im Schnitt pro Heimspiel an. Barcelona (79.724) und Manchester United (75.286) folgen.

43.300 Zuschauer pro Spiel lockte die Deutsche Bundesliga im Schnitt ins Stadion – und damit deutlich mehr als die Premier League (36.461) und die Primera División (28.568).

43 Erstligisten aus den Top-16-Ligen wurden von Nike ausgestattet – gefolgt von Adidas (41) und Puma (19).

6 Vereine (Real, Paris SG, Arsenal, Milan, HSV, Benfica Lissabon) trugen in den 16 größten Ligen Europas den Schriftzug der Emirates-Airline auf ihrer Brust.

(kurier) Erstellt am 18.01.2017, 08:00

33 (2017 - 01 - 13)  Jürgen Fritz

Warum Sie mit psychopathologisch

gestörten Gutmenschen

nicht diskutieren sollten

 

Normalerweise liegt es mir vollkommen fern, Menschen zu pathologisieren. Damit sollte man äußerst vorsichtig sein und wenn immer möglich davon absehen. In diesem speziellen Fall erscheint es mir aber notwendig, da ansonsten nicht verständlich wird, was in nahezu allen westlichen Gesellschaften seit einigen Jahrzehnten so gewaltig schief läuft. Und da ich hier keine Einzelpersonen anspreche respektive diagnostiziere, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, möchte ich mir heute diese Freiheit nehmen, von meinem Grundsatz ausnahmsweise abzurücken.

 

Grün-linke Gutmenschen (eigentlich nur Gutmeiner, weil gute Menschen etwas anderes meint) erscheinen mir – und ich sage das nicht einfach so dahin – krank. Nicht körperlich, sondern geistig-psychisch. Daher ist es auch weder sinnvoll noch empfehlenswert, sich auf größere Diskussionen mit ihnen einzulassen. Warum nicht?

Eine offene und ehrliche Diskussion setzt voraus, dass beide sich von besseren Argumenten und Fakten potentiell überzeugen lassen. Ansonsten hat die Diskussion ja gar keinen Sinn. Sie setzt die Bereitschaft zum Denken, zum Nachdenken, zur kritischen Überprüfung der eigenen Position und den gemeinsamen Willen zur Wahrheitsfindung voraus. Andernfalls sind es reine Machtkämpfe, in denen der Eine dem Anderen und Umstehenden seine Überlegenheit demonstrieren und sich mit allen Mitteln durchzusetzen versucht.

Ersteres funktioniert bei psychopathologisch gestörten Gutmenschen aber nicht. Sie haben sich partiell von der Realität abgekoppelt und schweben in einer Welt der Negation jeglicher Negationen, was natürlich ein Widerspruch in sich ist, dessen sie aber wiederum nicht gewahr werden, weil sie nicht kritisch denken, vor allem sich selbst nicht reflektieren können.

Sie können Differenzierungen und Bewertungen von Menschen, die immer auch mit Negationen einhergehen, auch solche rein sachlicher Art, innerlich nicht ertragen, weil sie rein gefühlsgesteuert agieren und ihnen die Vorstellung, dass Menschen unterschiedlich, auch für die Gesellschaft unterschiedlich wertvoll, ja, viele sogar schädlich sind, unangenehme Gefühle bereitet und dies für sie der höchste und im Grunde einzige Maßstab ist, wie sich etwas anfühlt. Ganz wie beim Tier oder beim Kleinkind.

Grün-linke Gutmenschen meinen, wenn sie die Vorstellung unterschiedlicher Bewertungen, damit auch der Wertigkeit, mithin das Negieren von etwas zulassen, dass dann das Negative in sie hineinkäme und da dies ihr Harmoniebedürfnis und ihr Bedürfnis mit allem verbunden, mit allem eins zu sein (Verschmelzungssehnsucht) und das eigene Ich aufzulösen, konterkariert, lehnen sie dies ab, was natürlich wiederum eine Negation darstellt, die ihnen aber nicht bewusst wird, da sie nicht denken, sondern primär fühlen.

 

Dem liegt ein tief gestörtes Verhältnis zum eigenen Ich, welches sich allererst aus Abgrenzung konstituiert und entwickelt, dem liegen Angst vor Bewertung, vor dem Gefühl der Minderwertigkeit sowie Realitätsverlust und schwere Traumatisierungen, die nie verarbeitet wurden, sowie die völlige Unfähigkeit der kritischen Selbstreflexion zugrunde.

Mit derart gestörten Personen sollte man nicht großartig diskutieren. Man muss sie behandeln. Aber das müssen spezialisierte Fachärzte machen. Dies würde wiederum voraussetzen, dass die davon Betroffenen ihre Krankheit selbst erkennen und vor sich selbst eingestehen. Einem Alkoholiker kann man nur helfen, wenn er sich a) eingesteht, ein solcher zu sein, und b) die Bereitschaft und den festen Willen aufbringt, das ändern zu wollen, was alles andere als leicht ist.

Da dies bei den psychisch gestörten Gutmenschen fast nie der Fall ist – sie halten sich ja für gesund und die anderen für böse, zeichnen sich regelrechte Feindbilder (alle, die ihre Negation aller Negationen nicht teilen) – kann ihnen wahrscheinlich nicht geholfen werden, zumal wenn sie auch noch in der Mehrheit sind und sich permanent ihrer selbst gegenseitig versichern und sich so immer tiefer in die Pathologie hineintreiben. Ein Ausbrechen aus dieser Spirale wird in den meisten Fällen kaum möglich sein.

Mit ihnen diskutieren, ist daher sinnlos und wenn man sie argumentativ aushebelt und sie der Argumentation folgen (können), was allerdings fast nie der Fall ist, da sie das Denken a priori und per se abwerten, weil sie es nicht so gut können, dann schotten sie sich von einem ab, weil das ihr von der Realität partiell losgelöstes Konstrukt stören, sie in ein inneres Ungleichgewicht (kognitive Dissonanzen) bringen würde, was unangenehme Gefühle verursacht und genau die versuchen sie ja rund um die Uhr zu vermeiden.

 

Da sie rein gefühlsgesteuert sind und angenehme Gefühle zum absoluten Maßstab ihres eigenen wie jedes anderen Daseins erheben, wollen sie dem, wenn immer möglich, aus dem Weg gehen. Dadurch stagnieren sie natürlich kognitiv und überhaupt seelisch, bleiben bis zu ihrem Tode im Grunde auf dem personal-psychisch-emotionalen Niveau von Kleinkindern.

Und mit Kleinkindern kann man nicht auf Augenhöhe diskutieren. Man muss sich um sie kümmern und für sie sorgen, ihnen die Welt erklären, was aber voraussetzt, dass sie zuhören und lernen wollen. Bei kleinen Kindern ist das immer der Fall. Sie sind geradezu lern- und wissbegierig und dankbar für Anstöße und Erklärungen. Wenn sie auf kognitive Dissonanzen stoßen, bauen sie ihr Weltbild so lange um, bis es wieder zur Realität passt. Sie passen also ihr Inneres, ihre Vorstellungswelt immer mehr der Realität, der tatsächlichen Welt an, so dass eine innere Entwicklung stattfindet, sowohl kognitiv wie auch emotional.

Genau das wollen die psychopathologisch gestörten Erwachsenen, die übrigens unsere Gesellschaft inzwischen weitgehend dominieren, aber nicht. Jemand, der nicht dazulernen will, der “so bleiben will, wie er ist”, ist geistig-seelisch im Grunde schon tot. Und mit so jemand diskutieren zu wollen, ist vergebliche Liebesmüh.

Schonen Sie also bitte Ihre Nerven und tun Sie es nicht. Reden Sie lieber mit denen, die geistig offen, die – abgesehen von kleinen psychischen Störungen, die wir wohl alle haben – innerlich weitgehend gesund sind. Das ist a) befriedigender für einen selbst und b) kann man so etwas Positives bewirken, indem man selbst von dem anderen lernt und dieser von einem, so dass beide vorankommen und sich weiterentwickeln können, was vielleicht eine Sinndimension unseres Daseins darstellt.

 

(Dieser Artikel ist erst bei „Tichys Einblick“ erschienen, wurde dann gelöscht, ist aber im Webcache noch verfügbar. Erklärung dazu auf sciencefiles.org. 1. Karikatur: Bernd Zeller)

32 (2016 - 12 - 12)  Hubertus Hilgers

Leben in der Normalzeit

Die Petition befindet sich in der Prüfung beim Empfänger

 
Liebe gesundheitsbewußte Normalzeitler,

seit der Uhrzeitrückstellung vor sechs Wochen, in der Nacht von Sonntag, den 30. Oktober 2016, dürfen wir alle wieder im normalen Uhrzeitrhythmus leben, schlafen und arbeiten!

Die gesundheitlichen Befindlichkeitsstörungen, die jetzt noch kurzfristig auftreten, sind allesamt noch die Aus- und Nachwirkungen von sieben Monaten permanenten Schlafmangels und dem damit verbundenen Dauerstreß des widernatürlich verschobenen Zeit- und Biorhythmus des Körpers. (Taktung auf 23 Stunden).

Zur Uhrzeitrückstellung auf Normalzeit wurde auch wieder in den Medien über dieses Thema und die daraus entstehende Problematik eingegangen. und die Presse berichtet teilweise endlich mal "richtig" und spricht von der Normalzeit (die wir jetzt haben) und nicht von "Winterzeit"
.
Merke: Winterzeit ist eine Jahreszeit!!

Wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, das übrigens alle Menschen betrifft, die von dieser Uhr-Zeit-Verordnung betroffen sind, zeigt der folgende Sachverhalt vom 23. März 2015 in einer EU-Anhörung vor drei Ausschüssen von der Kollegin Prof. Dr. Martha Merrow zum Thema "Die negativen Auswirkungen der Uhr-Zeit-Umstellung auf Daylight saving time MESZ (fälschlicherweise "Sommer"-Zeit genannt) vorgetragen wurde:

Bei dieser Expertenanhörung im Europaparlament schilderten Fachleute teils enorm negative Gesundheitsfolgen, Risiken und Probleme durch die Uhr-Zeit-Umstellung auf die MESZ - hier die wichtigsten Erkenntnisse:

- Gerade Ältere und Schulkinder leiden oft längere Zeit an der Uhr-Zeit-Umstellung MESZ.

- Der genetische Biorhythmus wird so massiv gestört, daß es zu starker Übermüdung, Konzentrationsstörungen und hohen Belastungen von Körper und Psyche mit dramatischen Folgen kommt: Eine höhere Zahl an Unfällen, speziell im Verkehr, deutlich mehr Herzinfarkte und schief gegangene Operationen (Kunstfehler), die in Summe tausende Menschenleben fordern.

- Der längerfristige chronische Schlafmangel verursacht eine:
signifikante Zunahme von Nikotin- und Alkoholkonsum und anderen Drogen, Übergewicht, Diabetes, Depressionen und sogar eine höhere Selbstmordrate.

- In der Arbeitswelt sind gravierende Folgen erkennbar: Die Leistungsfähigkeit und Produktivität von Mitarbeitern u.a. im Schichtbetrieb sinken markant. 

- Seit langem können auch die Landwirte ein Lied davon singen: Denn die Tiere haben es gleichfalls schwer, sich an neue Zeiten zu gewöhnen, in Deutschland wurde zuletzt ein Rückgang der Milchproduktion um 10 Prozent festgestellt.

- Und: Nach letzten Untersuchungen entstehen durch die Uhr-Zeitumstellungen jährliche Kosten in Milliardenhöhe, sowohl durch Mehraufwand im Transport- und Verkehrswesen, zum Beispiel durch die häufigen Fahrplanumstellungen.

 

Vielen herzlichen Dank im Voraus für Ihre Aufmerksamkeit und für Ihr beharrliches persönliches Engagement zur Beibehaltung der ganzjährigen Normalzeit!

Mit gesundheitlichen Grüßen in der endlich normalen Uhrzeit aus der Medizinstadt Erlangen


                                                        Equipe MEZ.MOMO & Hubertus Hilgers

Di                  19.09.2017 

Nr.             2.522 - 1.219

Sollte es in diesen Tagen zu Unregelmäßigkeiten bei der Aktualisierung der Website kommen, bitte ich um Entschuldigung. Webmaster und Internet Provider primacom führen einen Vertragsstreit!

BJM

Aktualisierung        11:05

Übrigens,

 

… der Abschuss eines Wisents, eine europäische Art des Bisons (rechts), in Brandenburg am 13. September schlägt immer höhere Wellen. Der aus Polen stammende 900-kg-Bulle wurde nahe des Städtchens Lebus auf Anweisung des Ordnungsamtes abgeknallt. Ein Tierarzt mit einem Betäubungsgewehr sei vor Einbruch der Dunkelheit nicht aufzutreiben gewesen, hieß es. "Deutschland – kein Land für Wisente", titelte die regierungsnahe Zeitung Gazeta Polska Codzienna vorwurfsvoll. Nun kann den Deutschen der Schwarze Peter in Sachen Naturschutz zugeschoben werden. "Deutsche Logik – den geschützten Wisent abschießen, aber die Borkenkäfer in unserem Urwald schützen" so eine von vielen Twitter-Meldungen. Es ist der alte Vorwurf östlich der Oder, dass man in Deutschland Polen gern belehre, sich selbst jedoch mehr Freiheiten herausnehme.

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 16.09.2017

21    26    27   31    35   47    SZ: 9

Spiel 77:  4741 600

 

Super 6: 169 673 

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

2035 (2017-09-19) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Im Süden der Insel Rügen direkt

an der Deutschen Alleenstraße

Putbus - die ehemalige Fürstenresidenz

Name kommt vom slawischen epod boz - hinter dem Holunderbusch

BREAKING NEWS

Stand: 19.09.2017 - 11.05 Uhr

 

International

 

Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist laut einem CNN-Bericht während des Wahlkampfs bis nach dem Urnengang heimlich von den Behörden abgehört worden. Manaforts Gespräche seien auf Grundlage einer geheimen Gerichtsanordnung bis mindestens Anfang dieses Jahres mitgeschnitten worden.Unter Berufung auf drei Quellen berichtete CNN, die abgehörten Gespräche hätten bei den Ermittlern den Verdacht genährt, dass Manafort Russland ermutigt habe, zugunsten von Trump in den Wahlkampf einzugreifen. Zwei der Quellen gaben demnach allerdings an, dass die Beweise nicht ausreichend gewesen seien.

 

Spanien weist den nordkoreanischen Botschafter aus. Wegen der wiederholten Weigerung des asiatischen Landes, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben, müsse der Diplomat Spanien bis Ende des Monats verlassen, erklärte das spanische Außenministerium am Montag. Der Botschafter sei einbestellt und zur persona non grata erklärt worden.

 

Mitten in der Nordkorea-Krise haben Russland und China sowie die USA und Südkorea am Montag Militärmanöver in der Nähe des isolierten Landes gestartet.

 

Deutschland/Berlin

 

Als Angela Merkel am Montag am Rednerpult steht, im badischen Offenburg, da geht es nicht um das, was sie sagt. Es geht um das, was sie nicht sagt. Das weiß auch der Jubilar in der ersten Reihe. Wolfgang Schäuble ist gerade 75 geworden, er scheint das Brimborium um ihn zu genießen, selbst die Blasmusik, die seine CDU für ihn spielen lässt. Seit 45 Jahren sitzt er im Bundestag, ist damit nicht nur der dienstälteste CDUler, sondern auch der längstdienende Mandatar der Geschichte; und immer ist er per Direktmandat gewählt worden. Letztes Mal waren es 56 Prozent in Offenburg, wo er herkommt, wo gefeiert wird. Dass es am Sonntag ebenso viele sein werden, gilt als ausgemacht. Und dass er weitermachen will als Finanzminister, trotz der vielen Jahre in Spitzenämtern, daran lässt er selbst keinen Zweifel. Nur: Ob er noch darf, ist die Frage.


Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat das türkische Außenministerium den deutschen Botschafter einbestellt. Erst am Samstag hatte Martin Erdmann im Außenministerium in Ankara antreten müssen, weil die Türkei sich über eine Kurdendemonstration in Köln beschwert hatte.

 

Sport

 

Fussball

 

Am Tag vor dem Bundesliga-Schlager gegen Schalke hat Bayern München einen Rückschlag verdauen müssen. So verletzte sich Tormann Manuel Neuer im geheimen Abschlusstraining am Montag erneut am linken Fuß, nach Informationen der "Bild"-Zeitung droht dem Kapitän wieder eine Operation und damit eine mehrmonatige Pause. Neuer hatte erst vor drei Wochen in Bremen sein Bundesliga-Comeback gefeiert. 

 

Rad-WM in Bergen/Norwegen

 

Das deutsche Team Sunweb um Giro-Sieger Tom Dumoulin hat am Sonntag bei der Radstraßen-WM im norwegischen Bergen überraschend Gold geholt. Völlig unerwartet wurden die wesentlich höher eingeschätzten Teams wie Sky, BMC Racing und Titelverteidiger Quick-Step Floors geschlagen.

 

Sonntag: Herren, Teamzeitfahren (42,5 km): 1. Sunweb (GER/Tom Dumoulin, Lennard Kämna, Wilco Kelderman, Sören Andersen, Michael Matthews, Sam Oomen) 47:50,42 Min. – 2. BMC (USA/Rohan Dennis, Silvan Dillier, Stefan Küng, Daniel Oss, Miles Scotson, Tejay van Garderen) + 8,29 Sek. – 3. Sky (GBR/Owain Doull, Chris Froome, Wasil Kirijenka, Michal Kwiatkowski, Gianni Moscon, Geraint Thomas) 22,35. 

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