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GÄSTE-PLATZ

2014-02-23

USCHI DISL

Evi schadet dem gesamten deutschen Sport

Uschi Disl, 43, ist eine der erfolgreichsten Biathletinnen der Sportgeschichte: zweimal Olympiasiegerin, achtmal Weltmeisterin. Mit 30 Einzelsiegen im Weltcup steht sie hinter der Schwedin Magdalena Forsberg (42 Siege) und Magdalena Neuner (34) an dritter Stelle der ewigen Weltrangliste. Am 26. März 2006 trat sie am Holmenkollen in Oslo vom aktiven Wettkampfsport zurück. Mit ihrem schwedischen Lebensgefährten Thomas Söderberg - er betreut als Skitechniker die norwegische Nationalmannschaft - und den gemeinsamen Kindern - einer Tochter und einem Sohn - lebt Uschi Disl seit Anfang 2013 auf einem 100 Jahre alten Gehöft im schwedischen Mora. Den Skifans in aller Welt als ganz besonderer Wallfahrtsort geläufig, denn Mora bildet seit 1922 das Ziel des 90 Kilometer langen Wasa-Rennens, der größten Skilanglauf-Veranstaltung der Welt. Klaus Blume telefonierte mit Uschi Disl.


Hallo Uschi, ich las schon, was Du per Facebook geschrieben hast: "Welches Fiasko und welch schwarzer Tag für Biathlon und Deutschland!"

 

Uschi Disl: Ja, so ist es nun mal. Was mich aber am Fall Evi Sachenbacher-Stehle am allermeisten ärgert - ob sie das Methylhexanamin nun aus Dummheit oder gewollt zu sich genommen hat, ist dabei einerlei - dass sie sich damit aber nicht nur selbst, sondern das gesamte Biathlon ins Unglück stürzt; dass sie obendrein damit den deutschen Sport in den Dreck zieht - das macht mich unglücklich. 



Siehst Du das jetzt nicht ein wenig zu schwarz?

 

Disl: Nein! Du weisst doch genau, wie jetzt - quer durch Europa - die öffentliche Diskussion verläuft, und zwar auch bei denen, die sich nur gelegentlich für Sport interessieren - wie jetzt bei Olympia in Sotschi. Dort wird es heißen: Wir haben alle schon immer gewusst, dass alle schon immer gedopt gewesen sind. Und die so genannten Experten werden jetzt, per Fernsehen, Radio und Zeitung, ihre Meinung über Doping verbreiten, wobei natürlich nicht nur über Stimulanzien gesprochen und geschrieben wird, sondern auch über EPO. Obwohl im Falle Sachenbacher-Stehle davon überhaupt nicht die Rede sein kann. 

 

Das wäre doch Wahnsinn . . .

 

Disl: . . . ja, aber so verläuft nun mal der ganz normale Wahnsinn! Obwohl wir extreme Kontrollen haben, wird das - was jetzt, im Februar 2014 in Sotschi passiert ist - sogar bis auf mich zurück gehen. Auch, wenn ich weiß, dass ich mir nie eine Medaille ins Wohnzimmer legen würde, die ich unfair erkämpft hätte. Deshalb noch einmal: Was sich jetzt in Sotschi zugetragen hat, was uns noch lange beschäftigen wird, ist schlimm für den gesamten deutschen Sport.

 

Also reden wir über den deutschen Sport, reden wir über Biathlon. Vier bis sechs Medaillen hatte der Deutsche Ski-Verband geplant, rausgekommen sind zum Schluss lediglich zwei silberne. So betrachtet, können diese Planungen doch keinen realistischen Hintergrund gehabt haben - oder?

 

Disl: Doch! Das haben die vorher gegangenen Weltcup-Veranstaltungen ebenso gezeigt, wie die Möglichkeiten unserer jungen Talente.

 

Die aber, wie in der Frauen-Staffel, hoffnungslos überfordert waren . . .

 

Disl: . . . weil in dieser Staffel mit Franziska Preuss und Laura Dahlmeier zwei ganz junge Sportlerinnen dabei gewesen sind, die den Fall Evi Sachenbacher-Stehle nicht so einfach über Nacht wegstecken konnten. Wäre das nicht passiert, hätten sie eine Medaille gewonnen. Da bin ich mir ganz sicher.

 

Also steht es gar nicht so schlimm um den deutschen Biathlonsport, wie  immer geschrieben wird?

 

Disl: Es steht um die Männer, die in der Staffel die Silbermedaille erkämpft haben, besser, als um die Frauen. Wenn jetzt Andrea Henkel aufhört, fehlt den Frauen nämlich eine Führungs- und Integrationsperson. Da wird erstmal Probleme bringen, und daran müssen wir uns gewöhnen. Ich setzte deshalb jetzt erst mal auf eine endlich wieder gesunde Miriam Gössner, die mit ihrer Erfahrung so etwas wie die Henkel-Rolle im Team spielen könnte.


Wir sehen in aller Welt deutsche Trainer erfolgreich arbeiten: Klaus Siebert in Weißrussland, Remo Krug in Österreich und, und, und . . .

 

Disl: Das ist in der Tat ein Problem. Sicher können nicht alle von denen Bundestrainer werden, doch muss man sie deshalb ohne Not hergeben?

 

2014-02-16

CHRISTA KINSHOFER

Für wen ist Maria ein Vorbild?

Es gibt eine Athletin zu feiern von ganz besonderem Können: Maria Höfl-Riesch aus Garmisch-Partenkirchen. Denn mit drei gewonnenen Gold- und einer Silberme-daille - 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi - ist sie nun Deutschlands erfolgreichste alpine Skifahrerin der olympischen Geschichte.

 

Bisher gebührte dieser Rang Katja Seizinger, die es zwischen 1992 und 1998 auf drei goldene und zwei bronzene Medaillen gebracht hatte. Ich habe darüber mit Christa Kinshofer (53) debattiert, die in den 1970er- und 1980er Jahren zu den weltbesten alpinen Rennläufe-rinnen zählte: 1980 gewann sie in Lake Placid Silber im Slalom, acht Jahre später in Calgary Silber im Riesentorlauf und Bronze im Slalom. 1979 hat sie bereits den Gesamt-Weltcup im Riesentorlauf geholt.

 

Hallo Christa, wie ist es Dir denn ergangen, als die Maria im Super-G zur Silbermedaille gebraust ist?

 

Christa Kinshofer: Zuerst bin ich vor Freude vom Sofa gesprungen, doch dann wurde ich sehr nachdenklich. Was wird aus dem alpinen Rennsport in Deutschland, schoss es mir durch den Kopf, wenn Maria aufhört? Also erst mal gar nicht daran denken, sagte ich mir, sondern mit Maria Höfl-Riesch freuen. Freuen mit einer 29jährigen Athletin, wie es sie in Deutschland zuvor noch nie gegeben hat. Und das ist doch was!

 

Nun gilt der Super-G gegenüber den beiden klassischen alpinen Disziplinen, der Abfahrt und dem Slalom, als ein klein wenig nachrangiger. Schmälert das Marias Erfolg vom Samstag in Sotschi?


Christa Kinshofer: Nein! Marias Silber im Super-G, hinter der Österreicherin Anna Fenninger, strahlt für mich eher schon fast wie Gold. Denn sie trumpfte in einem völlig irrwitzigen Rennen auf, in dem zuvor eine Läuferin nach der anderen ausgeschieden war. Ich bin früher auch Super-G gefahren und weiß, du bist in dieser Speed-Diszplin fast so schnell wie in der Abfahrt. Aber es gibt nicht, wie in der Abfahrt, zuvor einen Trainingslauf.

 

Und wie verhält man sich dann, wenn vor einem fast keine Konkurrentin den Lauf zu Ende bringt?

 

Christa Kinshofer: Du verlässt dich auf das, was dir von den Trainern und den Serviceleuten hinauf zum Start gefunkt wird, schaust Fernsehen und richtest dich entsprechend ein.

 

Das ist mir zu theoretisch. Wie war es denn jetzt im Falle Höfl-Riesch?

 

Christa Kinshofer: Trotz dieses Mankos hat Maria das fantastisch gelöst, weil sie nicht die Ideallinie, die wir die Kampflinie nennen, sondern ihre eigene Erfolgslinie fuhr. Und das gleich nach dem Sprung. Das war großes Können!

 

Maria ist jetzt 29 Jahre alt. In vier Jahren, bei den nächsten Olympischen Winterspielen, wird sie nicht mehr dabei sein. Das hat sie gesagt. Was dann?

 

Christa Kinshofer: Dass sie ans Aufhören denkt, ist doch verständlich. Sie ist eine große Allrounderin des Skisports - mit ganz großer Leidensfähigkeit. Aber irgendwann ist auch bei ihr mal ein Punkt erreicht, wo sie sagt: jetzt ist mal Schluss.

 

Wie kommst Du darauf?

 

Christa Kinshofer: Ich denke dabei nur an 2005, als sie innerhalb eines Jahres gleich zwei Kreuzbandrisse erlitt und sich dennoch zäh zurück kämpfte - bis ganz nach oben Ein Vorbild! Doch für wen? Ich sehe weit und breit in Deutschland niemanden, die ihr folgen könnte.

 

Interview: Klaus Blume

 

2014-02-15

MANUELA HENKEL

Diese Bronze ist Gold wert

Kennen Sie eigentlich noch Manuela Henkel? Die jetzt 39jährige ehemalige Skilangläuferin der Extraklasse aus Oberhof gewann bei den Olympischen Spielen vor zwölf Jahren im amerikanischen Salt Lake City die Goldmedaille. Damals gemeinsam mit Evi Sachenbacher, Viola Bauer und - Claudia Künzel, die heute Nystad heißt.

 

Am Samstagnachmittag gewannen die deutschen Skilangläuferinnen in der 4 x 5-Kilometer-Staffel von Sotschi  Bronze - und noch immer war Claudia Künzel-Nystad dabei. „Eigentlich“, sagt Manuela Henkel, die Schwester der Biathlon-Olympiasiegerin Andrea Henkel, „gehört so was langsam mal ins Guinness-Buch der Rekorde. Aber ich weiß gar nicht, ob es für so was dort überhaupt eine Rubrik gibt.“

 

Und dann sprudelten die Worte nur so aus Manuela Henkel heraus, die ja nicht nur Olympiasiegerin, sondern 2003, in Val di Fiemme, mit der deutschen Staffel auch noch Weltmeisterin geworden war. Eine Ski-Athletin, die vieles konnte: fast mühelos von der einen in die andere Stilart wechseln, Sprints und überlange Strecken fast ähnlich gut meistern. Eben eine, die sich auskannte und noch immer auskennt; auch in dem, was gerade hierzulande Skilangläuferinnen so mitunter zu ertragen haben. „Wie oft“, sagt sie, „habe ich mir von meinem Tankwart anhören müssen, was ich doch für eine Pfeife sei.“

 

Ja, die veröffentlichte und die öffentliche Meinung! Denn nicht viel anders würde es ja den Mädels heute ergehen. Sie sähe schon die Schlagzeilen am Montag in den deutschen Zeitungen vor sich: „Denise Herrmann verliert die Goldmedaille!“ Dann legt sie eine Pause ein und fragt: „Oder glaubst du vielleicht, das kommt ein Lob? Du kennst doch deine Kollegen - für die ist ein vierter Platz doch einfach miserabel, und wenn er das nicht ist, dann wird er eben dazu gemacht.“

 

Kein Einwand! Also sage ich lieber: „Weiß du, es kann ja auch passieren, dass alle Welt jetzt die Bronzemedaille von Nicole Fessel, Steffi Böhler, Claudia Nystad und Denise Herrmann schön redet.“ So oberflächlich mag es ja durchaus kommen, wendet die Olympiasiegerin aus Thüringen ein, doch ihr  wäre lieber, wenn man stattdessen folgende Dinge würdigen könne:

 

Erstens, dass diese Bronzemedaille nicht nur von einer, sondern in der Tat von vier Läuferinnen gewonnen wurde, die allesamt an und sogar über ihre Leistungsgrenzen hinaus gegangen sind. Und zweitens, das so etwas, siehe andere Staffeln, wie Schweden oder Norwegen, eben durchaus nicht üblich sei. Und dann:  „Ich freue mich wahnsinnig, dass unsere Läuferinnen für ihre jahrelange Quälerei endlich belohnt worden sind, ich bin echt begeistert, denn die hätten in der Tat dieses Rennen sogar gewinnen können. Ich habe mit Tränen in den Augen vor meinem Fernseher gesessen und habe mir gesagt: diese Bronzemedaille ist wirklich Gold wert.“

 

Denn nun, so weiß es die erfahrene Ex-Weltmeisterin, kann noch viel Gutes passieren, zum Beispiel im Team-Sprint, „ohne einen immer wieder mit bösen Zeitungsartikeln vollgepackten Rucksack.“ Schon der sechste Platz durch Steffi Böhler einige Tage zuvor habe auf die anderen drei Staffelkameradinnen wie eine Befreiung gewirkt. Manuela Henkel:  „Jetzt darf niemand um diese Mädels herum deren Selbstbewusstsein wieder klein reden.

Klaus Blume 

 

2014-02-12

GEORG HETTICH

Wie Daniel Düsentrieb

Er war der Held der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin. Jedenfalls aus deutscher Sicht. Denn in Italien gewann der Schwarzwälder Georg Hettich (35) in der Nordischen Kombination Gold, Silber und Bronze. Derzeit promoviert er im Bereich Sportmotorik am Institut für Sport und Sportwissenschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Klaus Blume sprach mit Georg Hettich.

 

Herr Hettich, haben Sie in der Nordischen Kombination schon einmal soviel Souveränität erlebt, wie jetzt in Sotschi durch Eric Frenzel?

 

Georg Hettich: Es war schon beeindruckend, zu erleben, wie abgebrüht er an die Sache herangegangen ist. Und wie sicher er sich dabei war! Immerhin gelang ihm ein Olympiasieg nach vorheriger Ansage - und das ist meines Wissens in der Kombination zuvor noch niemanden gelungen. 

 

Eric Frenzel hatte im Vorfeld Olympias sieben Weltcups gewonnen - eine fast schon unheimliche Serie . . .

 

Hettich: . . . die natürlich allein physisch und technisch eine Basis für ihn geschaffen hat, wie für keinen anderen Athleten. Will sagen: Er wusste natürlich, bringe ich in Sotschi nur meine ganz normale Leistung rüber - beim Springen ebenso wie beim Laufen - ist das bereits Weltspitze! Und setze ich noch dann noch einen drauf - na, wie das geht, haben wir ja alle gesehen.

 

Frenzel sagt, seine Kraft liege in seiner kleinen Familie, die ebenso in Sotschi zugegen war, wie die Schwiegereltern und seine Eltern. Ist das wirklich so?

 

Hettich: In seinem Fall muss man das ernst nehmen. Eric ist schon mit achtzehn Jahren Vater geworden und hat damals ganz bewusst Verantwortung übernommen; Verantwortung, die er auch in seinen Sport übertragen hat und die sich ständig widerspiegelt. 

 

Er studiert obendrein an der Hochschule Mittweida, denn er will ja irgendwann mal Wirtschaftsingenieur sein. Seine Kommilitonen und die Dozenten haben - vorhin auf dem Campus - auf einer Großleinwand seinen Sturmlauf zur Goldmedaille gezeigt.

 

Hettich: Das finde ich klasse! Denn alles so etwas hilft, unsere Sportart auch in einer breiteren Öffentlichkeit populärer werden zu lassen. 

 

Zurück zu Eric Frenzels erstem olympischen Wettkampf in Sotschi: Alle Welt hatte gemeint, er würde, wie beim letzten Weltcup, auch diesmal wieder am letzten Anstieg attackieren. Tat er aber nicht. Warum?

 

Hettich: Weil er wusste, dass er hervorragend präpariertes Material unter seinen Füßen hatte. Das spürte und testete er nochmals auf der letzten Abfahrt - und danach ging‘s dahin, als sei er Daniel Düsentrieb.

 

Gold für Frenzel, danach folgten mit Rydzek, Riessle und Edelmann nochmals drei deutsche Kombinierer unter den besten Neun. Addiert man diese Ergebniss, hätte Deutschland auch die nicht vorhandene Mannschaftswertung gewonnen . . .

 

Hettich: Jaja, aber so kann man nicht rechnen.

 

Wie dann?

 

Hettich: In dem man sich klar macht, dass jeder dieser Vier - Frenzel, Rydzek, Riessle und Edelmann - am nächsten Dienstag beim olympischen Wettkampf von der Großschanze eine Medaille gewinnen kann. 

 

2014-02-12

SYLKE OTTO

Kein anderer Verband ist erfolgreicher

Sylke Otto, 44, war einst Mitglied des SC Traktor Oberwiesenthal. Die zweimalige Olympiasiegerin und sechsmalige Weltmeisterin gilt auch wegen ihrer 37 Weltcup-Erfolge als erfolgreichste deutsche Rennrodlerin aller Zeiten. Heute lebt die Ehrenbürgerin von Oberwiesenthal mit ihrem Lebenspartner im fränkischen Zirndorf. Klaus Blume sprach mit der Sotschi-Touristin Sylke Otto.


Dreißig Medaillen haben das Bundesinnenministerium und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als Möglichkeit für das deutsche Olympiateam in Sotschi hoch gerechnet. Wie sähe denn eine solche Hochrechnung ohne die deutschen Rodler aus?

 

Sylke Otto: Ziemlich bescheiden, denn es gibt im gesamten deutschen Wintersport keinen anderen Verband, der in allen seinen Diszplinen so erfolgreich ist, wie der unserige. 

 

Wie kommt so etwas?

 

Otto: Weil die Spitzenrodler von der Bundeswehr und der Bundespolizei voll unterstützt werden, haben sie keinerlei materiellen Sorgen und können sich, wie Profis, voll auf ihren Sport konzentrieren. Außerdem: Als die DDR und die BRD zu einem Deutschland wurden, hatten wir auf einmal vier erstklassige Bahnen mit vier hervorragenden Stützpunkten: in Oberhof in Thüringen, im sächsischen Altenberg, in Winterberg im Sauerland und am Königssee. Das ist gewissermaßen das Non plus ultra in diesem Sport und kann von keinem anderen Land ausgeglichen werden.

 

Und wie sieht es mit dem Material aus?

 

Otto: Das war ja schon, durch das FES in Berlin erarbeitet, in der DDR erstklassig und ist es noch heute. Hinzu kommen bayrische Privatkonstruktionen, zu denen auch die von Georg Hackl gehörten und noch immer gehören. 


Die er angeblich heute nur noch Olympiasieger Felix Loch zur Verfügung stellt . . .
.

 

Otto: . . . also diese so genannte „Trainingsgemeinschaft Sonnenschein“ aus Berchtesgaden, zu der auch Olympiasiegerin Natalie Geisenberger gehört und auch die Doppelsitzer Sebastian Arlt und Tobias Wendt, gefällt mir nicht allzu sehr. In dieser Gemeinschaft kümmert man sich ja auch um Natalies Schlitten - und das ist ja schön und gut. Man gibt Informationen innerhalb dieser Gruppe weiter , doch nicht aus ihr heraus. Ich mag es einfach nicht, wenn man sich innerhalb eines erfolgreichen Verbandes noch mal abspaltet.


Tatjana Hüfner, lange verletzt, in Sotschi hinter Natalie Geisenberger nun Zweite, wirkte ja schon auf dem Siegerpodest ziemlich angefressen. In der internationalen Pressekonferenz hat sie dann ganz offen über eine Ungleichbehandlung im Verband gewettert . . .


Otto: . . . ja, jetzt haben wir also auch unser ,Zickenduell‘ (lacht darüber!). 

 

Hüfner sagte aber, wörtlich: „Ich habe den Eindruck, dass eine Natalie Geisenberger deutlich mehr Unterstützung kriegt.“

 

Otto: Da ist sicher im Sommer einiges zwischen ihrem damaligen Trainer André Florschütz und dem Verband nicht gerade reibungsfrei gelaufen, aber das hat nicht grundsätzlich etwas mit den Strukturen des Verbandes zu tun.

 

Also bilanzieren wir weiter: Gold bei den Herren und Damen - sind die anderen schwächer geworden oder woraus ergibt sich diese Überlegenheit?

 

Otto: Nein, die internationale Konkurrenz ist nicht schwächer geworden, vor allem nicht die aus Russland und jene aus den USA. Außerdem arbeiten deutsche Trainer inzwischen erfolgreich in aller Welt: in Österreich, in Kanada - ja, sogar in Südkorea.

 

Dennoch ist Rennrodeln DIE olympische Wintersportart deutscher Prägung schlechthin geworden. Ein deutsches Architekturbüro aus Leipzig, zum Beispiel, hat die Olympiabahn vor vier Jahren in Whistler in Kanada und auch jene jetzt in Sotschi gebaut. Damit kann man natürlich auch Leistungsvorgaben beeinflussen - oder?


Otto: Könnte man, rein theoretisch. Doch nicht in der Praxis. Denn die Vorgaben für diese Bahnen kommen ja nicht vom Deutschen Bob- und Schlittenverband, sondern sie kommen vom Veranstalter vor Ort. Wir in Deutschland können dabei natürlich, mit unserer ganzen Erfahrung, auf solche Vorgaben einwirken, so dass - wie jetzt in Sotschi -  eine Bahn mal fairer und weniger spektakulär gestaltet wird. So etwas ist doch in jeder Hinsicht positiv.

2014-02-09

ANNI FRIESINGER-POSTMA

Fast alle waren schneller

Würde Anni Friesinger-Postma, 37, in diesem Frühjahr nicht ihr zweites Kind zur Welt bringen, wäre sie in Sotschi dabei - als Reporterin des staatlichen niederländischen Fernsehns NOS. Denn die Tochter einer Polin und eines Bayern, in Bad Reichenhall zur Welt gekommen, lebt seit einigen Jahren mit ihrem niederländischen Ehemann Ids Postma in Friesland. Und spricht holländisch so perfekt wie deutsch. KLAUS BLUME hat die dreimalige Olympiasiegerin und 16malige Weltmeisterin  nach dem 3000-m-Lauf der Frauen in Sotschi angerufen und mit ihr geplaudert.


Na, was sagst Du nun?

Anni: Wer etwas anderes erwartet hatte, als den dritten Olympiasieg der Niederländerin Irene Wüst und den medaillenlosen vierten Platz durch Claudia Pechstein, hat nicht nur diese olympische, sondern auch die vorolympische Saison falsch eingeschätzt. 



Bist Du da sicher? 

Anni: Claudia, im vorgerückten Hochleistungsalter von fast 42 Jahren, wollte es in Sotschi aller Welt noch einmal beweisen - und das ist ihr im Grund ja auch gelungen. Im letzten Winter schaffte sie auf dem Eis von Sotschi die 3000 Meter in 4:07 Minuten. Jetzt war sie, wie fast alle ihrer Konkurrentinnen, zwei Sekunden schneller. 



Warum hat das aber keine Medaille ergeben?

Anni: Sie begann ihr Rennen sehr schnell, um zum Schluss ständig langsamer zu werden. Das hätte ausgerechnet einer so routinierten Athletin wie ihr nicht widerfahren dürfen. Wusste sie doch seit dem letzten Jahr, dass das Eis von Sotschi zwar zum Gleiten verführt, sich aber nur sehr bedingt dazu eignet. Man muss also für die Schlussrunden fleißig Körner sparen!

 

Meinst Du, das gelingt ihr noch?

Anni:  Vielleicht beachtet sie das ja in zehn Tagen, wenn es über 5000 Meter geht. Zumal sie sich extrem steigern kann,  wenn sie ein zuvor angestrebtes Ziel verfehlt hat. Aber auch dann sollte sie die russischen Läuferinnen nicht unterschätzen. Denn sie haben sich enorm gesteigert; so, wie 2006 in Turin die Italiener und 2010 in Vancouver die Kanadier. Dass die Russin Olga Graf also Claudia die Bronzemedaille wegschnappte, war nicht überraschend.


In Sotschi feiert das holländische Königspaar, mitten unter den niederländischen Fans, die Erfolge Eurer Mannschaft.Ist so etwas normal? 

 

Anni: Völlig normal! Und die Norweger halten es ja nicht viel anders. Eisschnelllauf hat bei uns in den Niederlanden nun mal genau den Stellenwert, den auch Fußball hat. Das spielt eine entscheidende Rolle.

 


Ist deshalb Patrick Beckert aus Erfurt in den Niederlanden populärer als in Deutschland?


Anni: Sicher auch deshalb. Aber vor allem wird er beobachtet, weil er in Sotschi über 10 000 Meter eine Überraschung bringen kann. Nicht, dass er Gold gewinnen könnte, das holt ein Holländer, ganz klar, aber Platz drei, vier oder fünf - das alles ist ja für ihn drin.

 

Mi                 22.11.2017 

Nr.            2.585 - 1.282

Aktualisierung:        16:30

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