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Balkan und Umgebung

 

238 (2017-11-12) Pressemitteilung

Fett und lockig

Förderprogramm

für Mangalitza-Schweine

Das rumänische Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung will demnächst ein Förderprogramm für jene Bauernhöfe starten, die zwischen fünf und 20 Schweine aus autochthonen Rassen halten. Das Ministerium arbeite bereits an einem entsprechenden Erlass, wie die Bukarester Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“ vor Kurzem schrieb.

Es gehe in erster Linie um den Erhalt des Mangalitza- (siehe links) und des Bazna-Schweins, alte Schweinerassen, die auf dem Gebiet Rumäniens und insbesondere in Siebenbürgen gezüchtet worden sind, aber auch um die Erhöhung der Schweinefleischproduktion, da Rumänien den Eigenbedarf aus einheimischer Produktion nicht decken kann und auf hohe Importe angewiesen ist. Knapp die Hälfte des 2016 konsumierten Schweinefleischs stammte aus dem Ausland, der Wert der einschlägigen Importe bezifferte sich auf 343,5 Millionen Euro. Rumäniens Schweinefleischexporte lagen voriges Jahr dagegen bei nur 49 Millionen Euro. Hauptlieferant ist Spanien, das 2016 Schweinefleisch im Wert von knapp 88 Millionen Euro nach Rumänien verkaufen konnte.

 

Sowohl das Mangalitza- (siehe oben) als auch das Bazna-Schwein gehörten zu den traditionellen Schweinerassen in Siebenbürgen, wurden jedoch im 20. Jahrhundert vor allem von englischen Rassen verdrängt. Für den Erhalt des Mangalitza-Schweins setzen sich insbesondere ungarische Landwirte ein, die Rasse wird als ungarisch anerkannt, das Nachbarland fördert seit mehreren Jahren die Zucht der Mangalitza-Schweine (siehe unten).

 

Das Mangalitza ist die einzige einheimische ungarische Schweinerasse. Charakteristisch für die Tiere ist ihr lockiges Fell (s.u.). Zudem gehört das Mangalitza Schwein zu den fettigsten Schweinerassen der Welt. Die Mangalitza Schweine leben auf den Höfen der Mangalitza Farmen. Das sind Höfe von Familienunternehmen, die sich auf die Zucht des Wollschweins spezialisiert haben. Auf den Höfen der Züchter leben die Tiere auf freien Flächen im Wald oder auf der Wiese. Im grasigen und erdigen Land können sie sich frei bewegen und sich nach Lust und Laune suhlen. Die Tiere ernähren sich von Getreide, das auf den Feldern der Züchter wächst. Im Frühling und den Sommermonaten fressen die Mangalitza Schweine außerdem Gras und Gemüse.

 

In Rumänien ist das Interesse an dieser alten Rasse seit ein paar Jahren ebenfalls gestiegen, der wichtigste Züchter stammt aus dem Kreis Maramuresch/Maramureş. Noch in den 70er Jahren sollen rumänische Bauernhöfe etwa eine halbe Million Mangalitza-Schweine gezüchtet haben, jetzt dürfte es landesweit etwa 35.000 Exemplare geben.

ADZ 09. November 2017

 

237 (2017-11-03) Cordula Puchwein aus Wien

Ironman als Braumeister

Südböhmen beglückt mit schönen alten Städten und hervorragenden, modernen Brauereien

Laß mich dein Badewasser schlürfen". Der Ohrwurm der Comedian Harmonists aus den 30er Jahren ist unvermeidlich, wenn man im schönen Südböhmen in der Badewanne liegt. Okay, die Wanne ist eigentlich ein massiver, ovaler, zwei Meter langer Holzbottich. Und das wohlige Bad eine Mischung aus Wasser und Biersud. Die hopfige Wellnesswonne wird im "Mladina Spa" des Brauhotels "Svachovka" in Svachova Lhotka, unweit des ewig mystischen Krumau, angeboten. 

Das Hotel gehört zur Brauerei Glokner und verwöhnt mit elysischen Bieren und gierig-gärigen Bädern im Gerstensaft. Dazu wird der vitalstoffreiche Sud über eine Leitung aus der Brauerei direkt in die Wanne geleitet, und das hat eine überaus beglückende Wirkung. Der Sud regt den Stoffwechsel an, durchblutet und strafft die Haut. Außerdem ist man nach 20 Minuten in der warmen Brühe so was von entspannt, fast ein wenig high. Muss wohl am Bier liegen, das man beim Planschen noch extra trinkt. Denn der Zapfhahn befindet sich gleich neben der Wanne. Man suhlt sich im Bier, man trinkt Bier, man inhaliert die im Dampf aufsteigenden Bieraromen. Heiliger Gambrinus! Dagegen ist das Oktoberfest ein Kindergeburtstag. 

Die Tschechen verstehen es meisterhaft, ihr Nationalgetränk zu vermarkten. Zu Recht, denn ihre Biere sind qualitätsvoll und vielfältig. Und Südböhmen ist das Biermekka. Auch hier ist der Trend zu kleinen Brauereien, die mit ungewöhnlichen Variationen in Kleinstmengen aufwarten, angekommen. Budweis ist ein Hotspot: Neben der Weltbrauerei Budweiser gibt es hervorragende Kleine, wie die Minibrauerei "Krajinska 27".

An dieser Adresse wurde schon 1482 Bier gebraut. Dann lange Zeit nicht mehr, bis vor sechs Jahren Jaroslaw Dvořák das historische Erbe wieder aufgegriffen hat. Seitdem braut er mitten in Budweis in offenen Sudkesseln Biere von Format. Dvořák: "Wir machen klassische Biere nach alten Rezepturen aus erstklassigen und natürlichen Zutaten." Das heißt: Zum Brauen werden Gerstenmalz, tschechischer Hopfen und Hefe untergärig vergoren. Das kann man sich auch live anschauen.

 

Der sportliche Wirt

 

Die Braumeister in Südböhmen lassen sich gerne über die Schulter schauen. Wie auch Michal Piloušek (oben), der in Prachatice seine gleichnamige Brauerei führt. Bis vor ein paar Jahren war er Triathlet und Ironman-Teilnehmer. Der Mann weiß also, was gesunde Elektrolyte sind. Auf seiner Karte stehen ausschließlich ungefilterte, pasteurisierte Biere. Dazu kredenzt der sportliche Wirt südböhmische Küche.

Apropos, eine gute kulinarische Untermalung zu Bier gibt es auch in Třeboň, bekannt für Karpfen und die Brauerei Regent, die älteste Tschechiens. Ein feines Duo, denn wie heißt es so schön: Fisch muss schwimmen – am besten in böhmischem Bier.

Zusatzinformationen

 

Währung/Preisniveau: 1 € = ca. 25,57 CZK (Tschechische Kronen). Ein großes Bier kostet je nach Typ und Lage des Lokals zwischen 30 und 80 Kronen, also um 2 €.

Essen und Trinken: Třeboň ist für Wittingauer Karpfen berühmt. Am besten schmeckt er im Restaurant Supinka. Dazu: ein Bier aus der hiesigen Brauerei Regent (links). Sie ist eine der ältesten der Welt.

– In Budweis ist die Brauerei Budvar ein Gigant. Eine Führung gewährt Einblick hinter die Kulissen.

Bierreisende sollten auch im schönen Prachatice einen Stopp einlegen. Das Bier, das der Ex-Triathlet Michal Piloušek in der Brauerei Prachatice serviert, ist pure Power. www.pivovarprachatice.cz


Übernachten: Das Hotel Budweis am Altwasserarm der Malše in Budweis war einst eine Mühle und ist heute ein solides 4*-Hotel mit historischem Charme. www.hotelbudweis.cz

Auskunft: Tschechische Zentrale für Tourismus

kurier.at

236 (2017-10-24) Pressemitteilung

Grenzstürmer in Ungarn verurteilt

Vermummte Schutzsuchende durchbrachen 2015 die Sicherungsanlagen

 

Nachdem Ungarn im Einklang mit dem Dublin-Abkommen seine EU-Außengrenze mit einem Grenzzaun sicherer gemacht hatte, wollten das einige sogenannte Flüchtlinge nicht akzeptieren. Sie versuchten am 16. September 2015 mit Gewaltaktionen die Grenze zu stürmen, um so illegal von Serbien auf ungarisches Territorium, also in die EU zu gelangen.

 

Grenzzaun war erstes wirksames Mittel gegen illegale Migration

 

Bei jenen Personen, die sich im Jahre 2015 auf dem als Balkanroute bezeichneten Migrationsweg befanden, um nach Österreich, Deutschland oder Schweden zu gelangen, handelte es sich durchwegs um Personen, die bereits in Griechenland EU-Boden betreten hatten und dort (eben nach dem Dublin-Abkommen) um Asyl hätten ansuchen müssen.

 

Sie bevorzugten es stattdessen, die EU wieder zu verlassen, um an anderer Stelle (Serbien/ Ungarn) nochmals illegal einzureisen. Der ungarische Grenzzaun war das erste wirksame Mittel, die illegale Migration durch Europa einzuschränken.

 

Bei Asylgrund Einreise auch über Ungarn möglich

 

Trotzdem ist es natürlich auch heute noch möglich, auf legalem Weg von Serbien nach Ungarn einzureisen, wenn ein tatsächlicher Fluchtgrund und daher Recht auf Asyl in der EU besteht.

 

Ungarisches Gericht verurteilt gewalttätigen Grenzstürmer

 

Jene Personen, die allerdings versuchten, im Herbst 2015 das Grenztor am Grenzübergang Röszke zu stürmen, lag es nicht an einer geordneten Einreise, sondern sie versuchten, diese durch Gewalt zu erzwingen.

 

Nun wurde, nach einer Information der Ungarischen Nachrichtenagentur MIT, einer der Grenzstürmer, ein 40-jähriger Syrer, von einem ungarischen Gericht in erster Instanz zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das Gericht in Szeged hat es als erwiesen betrachtet, dass sich der Mann „terroristischer Aktivitäten“ schuldig gemacht hat. Die Vorwürfe lauteten neben dem illegalen Grenzübertritt im Besonderen auf Gewaltanwendung als direkt Beteiligter am Grenzsturm. Zwei Drittel der Haft müssen auf jeden Fall abgesessen werden, dann folgt eine Landesverweisung.

 

Mob mit Lautsprecher zu Gewaltaktionen aufgewiegelt

 

Im Konkreten Fall soll der Syrer, so berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, gezielt Steine auf Polizisten geworfen haben. Ebenso wird ihm vorgeworfen, mit einem Megaphon hunderte Migranten aufgewiegelt zu haben, den Grenzübergang zu stürmen. Die ungarische Polizei konnte damals mit Wasserwerfern dem randalierenden Mob sogenannter Schutzsuchender Einhalt gebieten.

 

Haftstrafen für Grenzstürmer

 

Bereits im Juli mussten sich zehn Grenzstürmer, die mit Steinen, Stöcken, Flaschen und weiteren gefährlichen Gegenständen gegen die ungarischen Grenzsicherungsbeamten vorgegangen sind, bei Gericht für ihre Taten verantworten. Die Strafen lagen damals von einem bis drei Jahren Haft, wobei neun Grenzverletzer unter Anrechnung der Untersuchungshaft freigelassen und aus Ungarn ausgewiesen worden sind.

 

Die zehnjährige Haftstrafe ist die höchste, die bisher in Ungarn wegen dieses Grenzsturms ausgesprochen worden ist.

 

Woher hatte Flüchtling ein Megaphon?

 

Zuletzt wäre freilich ebenso interessant zu erfahren, woher ein syrischer Migrant ein Megaphon zur Hand hatte. Dieses wird er wohl kaum aus seinem Heimatland durch die Türkei, übers Meer, durch Griechenland und durch die Balkanroute mitgeschleppt haben.

 

Daher darf man davon ausgehen, dass dieses beliebte Instrument linker Demo-Gruppen irgendwie in seine Hände gefallen sein muss…, eventuell als Willkommensgeschenk gutmenschlicher „Refugees Welcome“-Fans, die sich „zufällig“ an der serbisch-ungarischen Grenze befunden haben…

 

https://www.unzensuriert.at/

235 (2017-10-23) Pressemitteilung

Keine Chance für

illegale Migranten

Ungarn setzt Grenzzaun

zu Serbien unter Strom

 

Auf der ungarischen Seite des doppelten Grenzzaunes zu Serbien warnen seit kurzem Hinweistafeln Migranten vor dem Versuch, illegal die Grenze nach Ungarn zu überschreiten. Derartige Schilder gibt es schon länger. Neu ist das, was drauf steht. Die gelben Warnschilder, die in ungarischer, serbischer und arabischer Sprache verfasst sind, lassen keine Zweifel:

 

Hier fließt ab sofort Strom!

 

Eine spontane Inaugenscheinnahme der Grenze am Übergang Röszke bestätigt diese Vermutung. Parallel zum Boden verlaufende Drähte, die an 12 Punkten abgedichtet sind, halten den Zaun kontinuierlich unter Strom. Kontakte, die auf Bewegung, Berührung und auf Druck reagieren, lösen elektrische Schläge aus und alarmieren einen Grenzschutzposten, der illegale Grenzverletzer dann mit seinem Hundefänger ohne Umweg in die Abschiebehaft befördert.

 

Wie hoch die Stromschläge sind, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden

 

Ein handelsüblicher Elektroschocker penetriert die Zielperson mit bis zu 500.00 Volt. Eine vergleichbare Spannung am Grenzzaun setzt Migranten, die den Versuch unternehmen, die ungarische Staatsgrenze gewaltsam zu überwinden, definitiv außer Gefecht. Je nachdem wie lange ein Grenzverletzer dem Stromschlag ausgesetzt ist, hätte dies ganz unterschiedliche Folgen:

 

1 bis 2 Sekunden: Kurzer Schlag, Muskelkrämpfe und Schreckmomente

1 bis 3 Sekunden: Mittlerer Schlag, Schock und seelische Erschütterungen

4 bis 5 Sekunden: Voller Schlag, schwerer Schock und Verlust der Orientierung

 

Zwei parallel verlaufende Kabel mit entsprechenden Führungen, dazu Erdungen wie man sie u.a. von elektrischen Weidezäunen kennt, dazu alle paar Meter gelbe Warnschilder, „Vorsicht, Zaun unter Strom!“. Das ganze erstreckt sich über eine Länge von ca. 10 Kilometern.

 

Auf Nachfrage bestätigen ungarische Offizielle, dass es sich bei der Installation um ein neuartiges Sicherheitssystem handelt, das Berührungssensoren betreibt und unter Zuhilfenahme von Elektroimpulsen im Nieder- aber auch im mittleren Spannungsbereich operieren kann. Das System ist getestet und zugelassen. Eine internationale Kontrollbehörde hat die Anlage abgenommen und im Zuge dessen bestätigt, dass mit Strom penetrierte Migranten keine nachhaltigen körperlichen Schäden davontragen.

 

Der aktive Schutz der ungarischen Landesgrenzen

 

Die Zuhilfenahme von Elektrizität wurde erst notwendig, nachdem die bestehenden Warnhinweise, die ungarische Grenze nicht illegal zu überqueren, durch die illegalen Zuwanderer gänzlich ignoriert wurden. Ob die neuen auffallenden Warnschilder, die jetzt sogar auf Arabisch darüber informieren, dass man die illegale Überwindung der Grenzanlagen durch Stromschläge bestraft, Migranten schlussendlich davon abhält, wird sich zeigen. Durch derartige Schilder kann man ohnehin nur diejenigen warnen, die auch im Stande sind, diese zu lesen.

 

Während Schlepperkönigin Angela Merkel, das deutsche Volk Ende 2015, durch Massenmigration und Willkommenskultur, an den Rand eines Genozids manövriert hat, handelte man in Ungarn geistesgegenwärtig und schloss sämtliche Grenzen. In den vergangenen zwei Jahren investierte die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán massiv in den Grenzschutz. An allen wichtigen Grenzabschnitten stehen heute doppelte Grenzzäune, die mit hochmodernen elektronischen Überwachungsanlagen wie Bewegungssensoren und Wärmebildkameras ausgerüstet sind.

 

Außerdem wurden entlang der Grenzen breite Patrouillen-Straßen gebaut

 

Auf denen können sich ungarische Grenzschützer und Soldaten schnell und flexibel mit Fahrzeugen bewegen. Mit dem Ausbau der Grenzanlagen sank die Zahl der illegalen Einwanderer auf täglich ein Dutzend. In den ersten sechs Monaten in 2015 waren es noch rund 100 pro Tag gewesen. Laszlo Toroczkai. der Bürgermeister von Asotthalom, bestätigt die Wirkung des Zauns. „Hier im Dorf ist praktisch wieder die Ordnung hergestellt worden“.

 

In 2015 war die Lage kaum noch zu ertragen gewesen

 

Teilweise sind Tausende Migranten pro Tag durch seinen Ort marschiert, erzählt Toroczkai. Wenn sich der elektrifizierte Zaun in den kommenden Monaten bewährt und zufriedenstellende Ergebnisse liefert, stehen die Chancen recht gut, dass man den 155 Kilometer langen Grenzabschnitt zu Serbien vollständig unter Strom setzen wird. In der ungarischen Grenzstadt Asotthalom ist man diesbezüglich schon einen Schritt weiter. Die Bauarbeiten zur Absicherung der Grenze mit Strom sind dort bereits abgeschlossen. Bürgermeister Toroczkai freut sich: Seit Strom durch seinen Grenzzaun fließt, konnte der Flüchtlingszustrom in Asotthalom vollständig gestoppt werden.

234 (2017-10-18) Johann Steiner aus Bonn

Mustafa ist böse

Aber bitte Walachien

 

 

Mustafa will es nicht mehr hinnehmen, er will sich und sein Herkunftsland nicht mehr beleidigen lassen. Er fordert Gleichberechtigung. In einer Demokratie sollte das möglich sein, meint er.


Bitterböse geworden ist er vor geraumer Zeit, als er sich mit einigen Nachbarn zu einem kleinen Rudel-Fernsehtreff eingefunden hatte. Eben hatte der deutsche Fußball-Nationaltrainer Joachim Löw seine Mannschaft in Prag zum Länderspiel auflaufen lassen und der Kommentator hatte das Wort Tschechien in den Mund genommen, da war Mustafa in der Runde seiner multikulturellen Freunde fast nicht mehr zu halten. Er forderte lautstark, gleich behandelt zu werden: Wenn es keine „Tschechei“ mehr gebe, dürfe es auch keine „Türkei“ mehr geben. Er wolle sich an den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages wenden. Der solle endlich aktiv werden, damit wenigsten sichergestellt werde, dass im Parlament Gleichberechtigung herrsche.


Ob er das inzwischen getan hat, ist unbekannt, denn Mustafa ist auf Urlaub, in seinem Herkunftsland „Türkei“. Hoffentlich liest er diese Zeilen nie, denn sonst könnte es sein, dass ihm endgültig der Kragen platzt. Denn: Er möchte das beleidigende Wort „Türkei“ nicht mehr hören und lesen. Was den Tschechen recht ist, ist Mustafa billig: Von nun an sollte es auf gut Deutsch „Türkien“ heißen.


Doch Mustafa ist kein Egoist: Er hat auch an seine beleidigten Leidensgenossen gedacht, die von Europa bis Fernost zu Hause sind. Seine Forderung: Auch alle anderen sollten den Tschechen gleichgestellt werden.


Die „Slowakei“ müsse ab sofort „Slowakien“ heißen. Früher, als Tschechen und Slowaken noch in einem Staat waren, sei kaum zu rütteln gewesen an dem Namen Tschechoslowakei. Nun, nachdem sich die beiden Völker längst getrennt hätten, werden die einen gut-sprachlich behandelt, die andern aber weiter beleidigt. Das gehe nicht an.


Mustafa setzt noch einen drauf: Auch die Mongolen und Mandschuren müssten endlich zu ihrem Recht kommen. Deshalb sollte ab sofort nur noch von „Mongolien“ und „Mandschurien“ die Rede sein. Aber Mustafa hat auch Freunde, die er Fratelli nennt und aus der „Lombardei“ stammen. Ihr Landstrich im schönen Italien dürfe nach seiner Vorstellung nur noch „Lombardien“ genannt werden.


Aber auch an seine rumänischen Freunde denkt Mustafa. Jener Teil der rumänischen Lande, der üblicherweise „Walachei“ genannt wird, dürfe aber bitte nur noch „Walachien“ heißen.


Mustafa ist in der bundesdeutschen Demokratie groß geworden, auch die Gut-Sprache hat er sich offensichtlich zu eigen gemacht. Mustafa – ein Musterbeispiel an Integration, auch Gut-Deutsch hat er sich angeeignet.

ADZ - 08. Oktober 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johann Steiner, geboren 1948 in Billed/Biled im Banat (Rumänien) ist Freier Mitarbeiter der Banater Post in Bonn und international bekannter Buchautor

233 (2017-10-13) Pressemitteilung

Hundert

Jahre

Handball

Anthologie mit 50 handverlesenen Texten erschienen

 

Seit hundert Jahren wird Handball gespielt. Eine deutsche Erfindung, die sich in dieser Zeit weltweit durchgesetzt hat. Für den in Hildesheim ansässigen Arete-Verlag Anlass zur Herausgabe einer Anthologie unter dem Titel „100 Jahre Handball“. Das Buch versammelt 50 handverlesene Texte über dieses dynamische, kampfbetonte Spiel. Der Leser erfährt Biografisches und Autobiografisches, er kann triumphale Siege und schmerzliche Niederlagen miterleben und in die Geschichte einer immer wieder faszinierenden Sportart eintauchen, die einst in Berlin erfunden wurde.

Dr. Detlef Kuhlmann (rechts), der Herausgeber dieser Anthologie, ist Professor für Sportwissenschaft an der Leibniz-Universität Hannover. Er will dieses Buch als ein „kleines Geschenk zum runden Geburtstag des Handballspiels“ verstanden wissen, als ein Geschenk für alle, die das Spiel lieben oder selbst ein Stück Handballgeschichte geschrieben haben. Dabei handelt es sich um Texte, die in den vergangenen 100 Jahren über das Handballspiel in Büchern publiziert wurden, und zwar mit einer einzigen Ausnahme.

Zwei der 50 Texte sind Auszüge aus dem Buch „Handball-Geschichte(n). Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben ebnen Rumänien den Weg zu sieben Weltmeistertiteln“, das der Journalist Johann Steiner im ADZ-Verlag herausgebracht hat. In einem berichtet Steiner über die Korrespondenz des Erfinders des Handballspiels, des Berliner Sportlehrers Carl Schelenz, mit der Siebenbürger Sächsin Marianne Wonner, im zweiten über den Werdegang der Handball-Legende Hansi Schmidt aus dem Banater Winzerdorf Marienfeld, der den VfL Gummersbach weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekanntgemacht hat. Weitere Texte stammen von Waldemar Hartmann, Dora Heldt, Bernhard Kempa, Stefan Kretzschmar, Willi Lemke, Siegfried Lenz, Uwe Seeler oder Dagur Sigurdsson.


Detlef Kuhlmann, Hundert Jahre Handball. 50 handverlesene Texte zum Spiel. Eine Anthologie, 216 Seiten, Arete-Verlag, Hildesheim.

 

ADZ - 11. Oktober 2017

 

232 (2017-10-03) Barbara Sallee-Kereszturi

Außergewöhnlich gute Weinernte am Balaton

Auch in diesem Jahr

nehmen Großstädter teil

 

 

Ungarn hat sieben Weinregionen, davon ist eine der bekanntesten die rund 32.000 Hektar umfassende Balaton-Weinregion, wo etwa auf einem Drittel der Fläche tatsächlich Reben angebaut werden. An der Weinregion haben die Komitate Somogy, Zala, Vas und Veszprém Anteil, weshalb Weinproduktion und Weingenuss einen vitalen Teil des regionalen Tourismus ausmachen. Rund um den Balaton wurden Reben bereits vor 2000 Jahren durch die Römer angebaut. Einzelne Ortschaften tragen noch in den Namen ihrer Straßen die Erinnerung an diese Wurzeln, z.B. die an vielen Stellen mit Pflastersteinen besetzte Römer-Straße (Római út) in Badacsony und Badacsonytördemic, an der sich viele Weintouristen und Biker erfreuen.

 

Die Balaton-Weinregion war im 19. Jahrhundert eine einheitliche Anbauregion. Heute kann sie in sechs Teilregionen unterteilt werden, alle mit unterschiedlichen Charakteristiken des Anbaus und der Weine selbst. Die wohl berühmtesten sind heute Badacsony und Balatonboglár, die wohl am meisten bekannten und getrunkenen Weine der Italienische Riesling (Olaszrizling) und der Pinot gris (Szürkebarát = Grauer Mönch). Aber auch die anderen Teilregionen, Balaton-felvidék (Balaton-Oberland), Balatonfüred–Csopak, Nagy-Somló (Groß-Somló) und Zala (Balaton-melléke / Nebenbalaton) haben gute Tropfen, vor allem Weißweine, anzubieten. Viele wissen, dass es sich lohnt, vor allem kleinere Anbauer aufzusuchen und ihre, oftmals nur bei der eigenen Kellerei angebotenen Weine zu probieren. Es gibt Anbieter, die gezielt solche Weintouren führen.

 

Tradition und Gemeinschaftssinn


Bei der Traubenlese oder „Herbsten“, wie sie auch genannt wird, spielen in Ungarn und so auch in der Balaton-Region die Gemeinschaft, das Gemeinschaftserlebnis eine große Rolle. Wer selbst keinen Wein mehr anbaut (nachdem im 19. Jahrhundert die Reben vor allem in klerikaler Hand waren, wurden in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts die Klein- und Kleinstparzellen der Hobbyanbauer im Familienbetrieb dominant), nimmt heute an der Weinlese bei Verwandten, Freunden und Bekannten teil. Die Arbeit findet bei schönem Wetter statt, geerntet wird manuell. Doch alle anfallenden Arbeiten, die Lese, das Pressen (zudem vor allem viele Reinigungsarbeiten gehören) und das Kochen für die Mannschaft sind dabei Tätigkeiten von gleichem Rang. Die Weinhügel und -berge hallen in der Zeit der Weinlese von der guten Laune der Winzer und ihrer Freunde wider, werden zu Orten von Festen, die bis zum späten Abend andauern. Die zu Gast geladenen werden mit gutem Essen und Pálinka (Schnaps), falls vorhanden mit Speisetrauben und gut gelauntem Beisammensein „entlohnt“. Auch Nachbarn gesellen sich gerne zu den feiernden Familien. Die Erinnerung an das Erlebnis hält lange an, verbindet und ist nicht zuletzt (wie die ganzjährigen Arbeiten im Weinberg) eine gesunde Tätigkeit im Freien, die viele, vor allem aus der älteren Generation fit hält. Wer keine Gelegenheit hat, sich an solch ein familiäres „Arbeitstreffen“ anzuschließen, besucht die Weinlese-Feste, die von fast jeder Ortschaft im September oder Oktober veranstaltet werden, gewinnt einen Einblick in heute noch lebendige Traditionen und erfährt nicht zuletzt auch, wie die diesjährige Ernte ausgefallen ist.

Sich wandelnde Gesellschaftsstruktur,

neue Trends


Seit ein paar Jahren jedoch ist auch eine andere Erscheinung beobachtbar. Viele ehemalige Rebenbesitzer können ihre Grundstücke nicht mehr an ihre Kinder und Enkel vererben, die Bearbeitung überlassen, da diese ihren Lebensunterhalt anders bestreiten, was ihnen keine Zeit mehr lässt. Weinbau in diesen Maßstäben lohnt sich kaum, vor allem, wenn man von weitem anreisen muss. Eine andere Entwicklung – bald vielleicht schon ein Trend – ist der bewusste Miteinbezug von Großstädtern, die sonst im Asphaltdschungel höchstens einen Balkon oder im besten Fall ein Gründach bepflanzen.


Chuck und Sergej sind gerade mal für einen, zwar sehr langen Tag aus Budapest auf den Sankt Georg-Berg am nördlichen Seeufer gekommen, um Einblick in eine echte Weinlese zu gewinnen und gleich mit anzupacken. Der Betrieb, den sie sich über das Internet ausgesucht haben, liegt auf der Südwestseite des Hügels und ist kaum 1 Hektar groß. Die Arbeiten mit den insgesamt sechs verschiedenen, hier angebauten Rebsorten werden alle von Hand und nach „intelligenten“ Prinzipien verrichtet. Auf die Frage, was „intelligenter Weinbau“ bedeute lautet die Antwort: alles, was gesund, ökologisch, gleichzeitig sinnvoll ist. Wichtig z.B. ist minimaler Schwefeleinsatz und ja, auch mit Hightech-Methoden, jedoch ohne Öko- oder Bio-Zertifizierung. Es wird gewissenhaft auf Niederschlagsmenge und Sonnenstunden geachtet, diese und andere Daten werden mit genauen Methoden erfasst, auf wenige Dutzend Quadratmeter genau, die Pflege gilt den einzelnen Reben fast individuell. Die Lese der Rebsorten erfolgt separat, die Tage der Ernte, die unter anderem vom Zuckergehalt und pH-Wert der Trauben mitbestimmt werden, wurden sorgfältig ausgewählt.

Der bewährte Italienische (Riesling)


Bei Chucks und Sergejs Besuch steht die Ernte des Italienischen Rieslings an. Die Sorte stammt vermutlich aus Norditalien, worauf auch ihre Bezeichnung als „Welschriesling“ (Österreich) bzw. „Olaszrizling“ (Ungarn) hindeutet. Weder Chuck, noch Sergej haben je zuvor auf einem Weinberg mitgearbeitet. Chuck kommt aus Alaska, Sergej aus Sibirien. Beide arbeiten im IT-Bereich bei internationalen Firmen in Budapest und sind seit zehn, respektive zwanzig Jahren in Ungarn. Sie kennen sich von berufswegen und treffen zusammen mit ihren Partnern und Familien oftmals andere Ex-Patrioten. Ihnen gefällt das Land, doch wegen der Sprache ist es noch immer schwierig für sie, spontan mit Landsleuten in Kontakt zu kommen. Die Idee, mal bei einer Weinlese mitzuarbeiten, kam durch das Lesen von englischsprachigen Blogs über den Weinanbau und Weinverarbeitung am Balaton. Dem Einsatz ging Planung voraus und auch ein Abtasten dessen, was die beiden Großstädter wirklich interessieren würde. Ziel war, dass beide so viele Teile des Prozesses bewusst miterleben können, wie es an einem Tag nur möglich ist.

Die Arbeit beginnt mit Erklärungen über Reben, Terroir und Klima. Es steht eine dem Datum nach relativ frühe, jedoch Qualitätsernte bevor. Die Reben sind sehr schön, der Name der Art „Edle Weinrebe“ (Vitis vinifera) scheint in diesem Jahr besonders angebracht. Der ganze Weinleseprozess wird erklärt, wie auch der Keller gezeigt und der Pressvorgang erläutert. Dann geht es zu den Reben, an denen die richtige Handhabung der reifen Trauben und der Gartenschere vorgeführt wird.


Der Arbeitstag verläuft in guter Laune, nach und nach werden die mit den sorgfältig abgeschnittenen, vollkommen gesunden Trauben gefüllten Kunststoffeimer in den Presskeller geschafft, Reihe für Reihe wird der Rebberg erobert. Beim Mittagessen mit frischem Brot, Käse, hausgetrockneten Tomaten und Oliven wird das wunderschöne, Ruhe ausstrahlende Panorama des 1500 Hektar großen Badacsony-Weinanbaugebietes bewundert. Dass Wein in einem Nationalpark angebaut wird, ist für beide Besucher eine Besonderheit. Auch dies wird in Budapest bestimmt ein Thema werden.

 

Dass hier in der Region guter Wein gedeiht, ist wohl kein Wunder. Die Nähe des Wassers, der vulkanische Boden, das Kontinentalklima und durchschnittliche sommerliche Temperaturen von 25-27 °C geben den notwendigen Hintergrund für einen guten Ertrag. Auch dass von den 2000 Sonnenstunden pro Jahr die meisten auf den Juni fallen (ca. 10 Sonnenstunden pro Tag), hilft den Reben und begünstigt die Entwicklung eines hohen Zuckergehalts der Trauben. Nach den Wetter- und Klimaextremen der letzten Jahre, wie Sturm, Hagel und ausgiebige Trockenheit, durften wir uns alle dieses Jahr auf eine ganz besonders schöne Ernte mit gutem Ertrag freuen.

 

Ganzheitliches Erlebnis

 

Am späten Nachmittag wird gepresst. Die Presse wird handbetrieben, Ladung für Ladung werden die frischen Trauben gepresst, der Pressvorgang pro Ladung zweimal wiederholt, dabei die Erstpressung von der Zweiten sorgfältig getrennt. Am Abend sind über 350 Liter Traubensaft gepresst, alles mechanisch. Der Duft im Keller ist betörend und schwebt während den ganzen Reinigungsarbeiten der Utensilien im und vor dem Keller.


Bei der Abreise werden als Souvenir Speisetrauben mitgenommen und frisch gereifte Gartentomaten, etwas Muskelkater und natürlich die Erlebnisse. Für einige Weinflaschen der eigenen Ernte wird man im nächsten Jahr wiederkommen. Die während des Tages gehörten Informationen und der Gedanke „nun habe auch ich Wein geerntet“ sind erfüllend, so sind auch die gemeinsamen Gespräche über weit entfernte Kulturkreise. Erst lange nach der Abfahrt, noch immer mit dem Duft der Trauben in der Nase fällt es auf: es wurde am ganzen Tag kein einziges Wort über Politik gesprochen.


2. Oktober 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

Barbara Sallee-Kereszturi, Humanökologin

Kontakt: mail@barke.hu

 

 

231 (2017-09-26) Ralf Sudrigian

Doppelsieg

für Pius Paschke

Continental Cup in Râşnov/Siebenbürgen

 

Pius Paschke (WSV Kiefersfelden) siegte am Wochenende in den beiden Etappen des Continental Cup (COC), die auf der Skisprungschanze in Rosenau/Râşnov ausgetragen wurden.

 

Dem 27-Jährigen gelangen am Sonntag auf der Normalschanze zwei Sprünge von 102 bzw. von 98,5 m. Zweiter wurde Tilen Bartol aus Slowenien (102 + 95 m). Den dritten Podestplatz belegte Daniel Huber aus Österreich (99,5 + 93,5 m). Im Bild oben sind die drei Podestspringer zu sehen.

Am Samstag konnte sich Paschke mit Sprüngen von 99,5 und 94 m vor dem Jungtalent Timi Zajc (17) aus Slowenien und dem Norweger Joachim Hauer durchsetzen. Der Erste der Gesamtwertung des COC, der Pole Klemens Muranka, belegte am Samstag Platz 8, konnte sich aber am Sonntag auf Platz 4 verbessern. 

 

Vor den beiden letzten Etappen, die in Klingenthal (Deutschland) am Wochenende ausgetragen werden, führt Muranka mit 649 Punkten vor Paschke (536) und Bartol (447).

 

Die rumänischen Skispringer konnten auf dem Kunstrasen in Rosenau keine besondere Leistung aufweisen. Keiner von ihnen schaffte es unter die besten 30 Springer. In Rosenau konnte der Junioren-Weltmeister David Siegel (Deutschland) nach langer Verletzungspause ein bemerkenswertes Comeback feiern: am Samstag wurde er 20., am Sonntag verbesserte er sich auf Platz 10. Der bekannte norwegische Skispringer Tom Hilde hatte hingegen Schwierigkeiten, zu seiner früheren Form zu finden. Er wurde nur 12. und 19. 

Bei den Frauen siegte

die Rumänin Dana Haralambie


Im FIS-Cup konnte am Freitag Dana Haralambie (links), die aus Săcele (unten) am Schwarzen Meer – wie Fußball-Legende Gheorghe Hagi - stammt, mit zwei Sprüngen von je 88 m vor Kamila Karpiel und Kinga Rajda (beide aus Polen) siegen. 

 

 

230 (2017-09-21) Pressemitteilung

Danke, Burka-Verbot

in Österreich

Ab 1. Oktober drohen

150 Euro Strafe

 

Beamte verteilen vorher viersprachige Folder

 

Heute, Donnerstag, wird deshalb ein Erlass es Innenministeriums ausgeschickt, der regelt, wie die Beamten ab 1. Oktober vorgehen sollen. Auch die Medien werden informiert. Offenbar soll das Motto vor allem lauten: "Aufklären vor dem Strafen". Die Beamten werden zunächst einen Folder übergeben, auch am Flughafen soll dieser bei der Einreise aufliegen. In vier Sprachen wird in dem Papier, das der Redaktion aus Polizeikreisen zugespielt wurde, auf das "Verbot Gesichtsverhüllung in Österreich" hingewiesen.

Darin ist auf deutsch, türkisch, englisch und arabisch zu lesen


"Das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz sieht vor, dass an öffentlichen Orten (...) die Gesichtszüge nicht durch Kleidung oder andere Gegenstände in einer Weise verhüllt (...) werden dürfen, dass sie nicht mehr erkennbar sind. Als öffentlicher Ort ist jeder Ort zu verstehen, der von einem nicht von vornherein beschränkten Personenkreis ständig oder zu bestimmten Zeiten betreten werden kann, einschließlich des Bus-, Schienen-, Flug- und Schiffsverkehrs."

In dem Folder wird auch erklärt, wie die Polizisten bei der Vollstreckung vorgehen sollen


"Ein Verstoß gegen das neue Gesetz zieht eine Organstrafverfügung in der Höhe von bis zu 150 Euro nach sich (...). Die Strafe ist in bar oder mit Kreditkarte zu bezahlen. Bitte beachten Sie, dass die Gesichtsverschleierung jedenfalls auf Aufforderung vor Ort abgenommen werden muss. Wenn Ihre Identität nicht festgestellt werden kann, Sie letztlich trotz Abmahnung die strafbare Handlung fortsetzen, indem Sie sich weigern die Verhüllung zu entfernen (...), könnten Sie (...) auf die Polizeistation gebracht werden."

Die Tourismusbranche hat für den Ernstfall vorgesorgt


"Wir informieren in den betroffenen Märkten, vor allem in Saudi-Arabien", sagt Ulrike Rauch-Keschmann, Sprecherin der Österreich-Werbung. "Derzeit ist es kein Thema. Es ist bisher sehr ruhig." Allerdings verweist Rauch-Keschmann darauf, dass die Hauptsaison zu Ende und die Buchungen für kommenden Sommer noch nicht angelaufen seien. "Wir gehen aber derzeit nicht davon aus, dass es aufgrund des Vollverschleierungsverbots zu massiven Rückgängen kommen wird", meint Rauch-Keschmann.

 

 

229 (2017-09-17) Pressemitteilung

Krimineller

Roma-König

Steuerhinterziehung

in Rumänien

 

Der selbsternannte König der Roma, Dorin Cioabă, sowie weitere fünf Personen wurden am Mittwochabend für 24 Stunden festgenommen. Sie werden der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche bezichtigt. Die Festnahme erging infolge mehrerer in unterschiedlichen Landeskreisen unternommener Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft Mehedinţi, die die Zeit 2009-2014 betrafen. Koordiniert wurden sie von der Direktion zur Untersuchung der Wirtschaftskriminalität im Rahmen der Rumänischen Polizei. Diese beschlagnahmte rund 793.000 Lei, 48.000 Euro und 800 US-Dollar und pfändete ein Bankkonto mit 97.000 Lei.

 

Infolge der Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Vertreter mehrerer Gesellschaften einen Steuerhinterziehungsring geschaffen hatten, in dem durch fiktiven Handel Rechnungen in Höhe von 18,4 Millionen Lei verbucht wurden, für welche illegale Mehrwertsteuererstattungen erfolgt waren und die Einkommenssteuer künstlich herabgesetzt wurde. Der Schaden beläuft sich auf über 5 Millionen Euro.

 

Infolge der Anhörungen bei der Staatsanwaltschaft in Mehedinţi wurden am Donnerstag alle Verdächtigen entlassen und unter Gerichtsaufsicht gestellt.

ADZ - 17. September 2017

 

 

228 (2017-09-09) Pressemitteilung

Ukraine schränkt

den rumänischen Unterricht ein

Bukarester Außenministerium

will einschreiten

 

 

Das Parlament der Ukraine, die Oberste Rada, hat am 5. September ein neues Unterrichtsgesetz verabschiedet, das in Artikel 7 neue, stark einschränkende Bestimmungen für den Unterricht in den Sprachen der ethnischen Minderheiten enthält. In diesem Artikel ist vorgesehen, dass der Unterricht an Lyzeen und Hochschulen nur in der Staatssprache Ukrainisch erfolgt.

 

In der Sprache der Minderheiten kann lediglich in den Kindergärten und in der Grundstufe (Klassen I- IV) unterrichtet werden. Das wird in Bukarest als ein Schlag gegen die rumänischen Schulen eingeschätzt, wobei die rumänische Minderheit in der Ukraine 500.000 Mitglieder zählt. Zur Eröffnung der Regierungssitzung von Donnerstag hatte Premier Mihai Tudose gesagt: „Hier macht man ein nationales Problem aus einem einzigen ungarischen Lyzeum und dort schließt man uns sämtliche Schulen.“ Der Premier ersuchte das Außenministerium, in Kiew vorstellig zu werden. Dazu teilt das Außenministerium mit, dass diese „besorgniserregende“ Angelegenheit nächste Woche beim Besuch des Staatssekretärs Victor Micula in Kiew prioritär behandelt werden soll. (Mediafax/ADZ)

 

227 (2017-09-08) Pressemitteilung

Motivationsmaßnahme oder Kindergarten?

Daum ließ Spieler den Mannschaftsbus ziehen

 

Der rumänische Nationaltrainer Christoph Daum hat die von vielen Seiten kritisierte Bus-Zieh-Aktion als eine "Motivations-Maßnahme" deklariert. Wie der 63-Jährige im Interview mit der Tageszeitung Die Welt erklärte, wollte er bei seinen Spielern ein "Aha-Erlebnis" hervorrufen. Demnach saß die Mannschaft vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark (0:0) am 26. März im Teambus, als der ehemalige Bundesliga-Trainer fragte, ob die Spieler sich vorstellen können, einen 35-Tonnen-Bus zu ziehen. Als daraufhin die ganze Mannschaft mit angepackt hat, sei es den Spielern gelungen, den Bus ein Stück weit zu ziehen. "Ich hatte das Gefühl, dass das gut ankam und die Spieler gemerkt haben, dass sie etwas erreichen können, wenn wir an einem Strang ziehen", sagte Daum.

Mittelfeldspieler Gabriel Torje hatte zuvor in der rumänischen Zeitung Gazeta Sporturilor seinen Unmut über die zweifelhafte Aktion geäußert. "Sind wir im Kindergarten?", hatte Torje den Trainer laut eigener Aussage gefragt und polterte weiter gegen den in der Kritik stehenden Nationaltrainer: "Daum wollte Spieler, die nichts sagen, die den Kopf gesenkt halten." Daum, der mit den Istanbuler Klubs Besiktas sowie Fenerbahçe die türkische Meisterschaft gewann, steht nach der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland vor dem Aus, eine Entscheidung über seine Zukunft soll zeitnah erfolgen. Auch die rumänischen Fans waren zuletzt von ihm abgerückt. Beim 1:0-Erfolg am vergangenen Freitag in Bukarest gegen Armenien gab es deutliche Unmutsbekundungen der Zuschauer in Richtung des Trainers. (APA; 7.9.2017)

 

226 (2017-09-06) Medienbericht

Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Migration

Acht Schleuser seit Jahresbeginn in Rumänien festgenommen

 

Rumänische Grenzpolizisten haben in der vergangenen Woche unter Einsatz von Schusswaffen eine Gruppe von Migranten gefasst, die illegal aus dem Nachbarland Serbien über die Grenze gekommen war. Die zwölf Menschen "afro-asiatischer Herkunft" waren mit ihrem serbischen Schlepper in zwei Autos zehn Kilometer von der serbischen Grenze entfernt unterwegs, teilte die Grenzpolizei in Bukarest mit.

 

Die Schlepperautos durchbrachen demnach eine Polizeisperre auf einer Landstraße, die das serbische Vrsac mit dem rumänischen Moravita verbindet.

Mehr als 1200 ausländische Bürger, die von Serbien aus illegal nach Rumänien gelangen wollten, sind seit Jahresbeginn an der Süd-West-Grenze festgenommen worden. Dies teilte der Temeswarer Grenzschutz in einer Pressekonferenz am Donnerstag mit. Bei den Migranten handelt es sich um Menschen aus dem Irak, Pakistan, Syrien, Afghanistan, Bangladesch, Kuba, Indien, dem Iran, Libyen, Palästina, Tunesien, Yemen und der Türkei, Kinder und Erwachsene zugleich, die von den Grenzschützern auf frischer Tat ertappt wurden. Gleichzeitig wurden acht Schleuser gefasst.

 

Der Grenzschutz kommt dem Rückführungsabkommen der EU mit Serbien nach, so dass zunächst eine Rückführung der Migranten nach Serbien angestrebt wird. Fordern die Migranten Schutz vom rumänischen Staat, so werden sie vom Regionalzentrum für Asylantrag-steller Temeswar übernommen. „Wir haben mehrere Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Migration getroffen.

 

Die Grenzen werden verstärkt überwacht, darüber hinaus arbeiten wir mit der mobilen Gendarmerie Temesch und den Polizeiämtern Temesch, Karasch-Severin und Mehedinţi zusammen, um die öffentliche Ordnung zu wahren und für die Sicherheit der Bürger zu sorgen“, berichtet der Temeswarer Grenzschutz. Die gemischten Überwachungsteams an der Grenze nutzen modernes Equipment, zu ihrer Ausstattung gehören Spezialfahrzeuge mit Wärmebildkameras und trainierte Hunde.

 

225 (2017-08-28) Pressemitteilung

 

Die Dürre und der Pegel der Donau

Schifffahrt durch Niedrigwasser behindert

 

Der einzige Abschnitt, wo die Donauschifffahrt auf rumänischem Staatsgebiet ungehindert vonstatten geht, ist jener der 120 Kilometer des Donaustausees beim Eisernen Tor und des rund 30 Kilometer langen Rückstaus vom Eisernes Tor an der Südgrenze des Verwaltungskreises Mehedinţi.

 

Ansonsten sind die 3300 bis 3700 Kubikmeter Durchflussmenge am Unterlauf der Donau viel zu wenig gegenüber einem vieljährigen mittleren Durchfluss von 4400 Kubikmeter, um den Schiffen eine ungefährdete Fahrt zu gewährleisten. An manchen Abschnitten des Unterlaufs der Donau, etwa der Einmündung des Pruth, gibt es seitens der Verwaltung der Unteren Donau ernsthafte Überlegungen, mittels Drainageschiffen Durchfahrtskanäle zu schaffen, die auch in Dürrezeiten eine ungehinderte Schifffahrt ermöglichen. ADZ

 

224 (2017-08-26) Dr. Dan Cărămidariu aus Timișoara

Wenn zusammenwächst, was nicht unbedingt zusammengehörte

Die Stabilität des Instabilen oder die Bilanz des ersten rumänischen Jahrhunderts

 

Als 2014 in West- und Mitteleuropa damit begonnen wurde, an den damals vor hundert Jahren begonnenen Großen Krieg zu erinnern, hatte Rumänien andere Sorgen. Das Land stand vor dem Wahlkampf für das Amt des Staatspräsidenten: Oberhaupt der Nation dürfe nur ein Rumäne orthodoxen Glaubens werden, hieß es damals. Dazu ist es bekanntlich nicht mehr gekommen. Ein Siebenbürger Sachse zog in den Cotroceni-Palast ein und eben diesem Siebenbürger Sachsen Klaus Johannis (im Bild unten) erwies das rumänische Heer Anfang August 2017 in Mărăşeşti die Ehre.

 

Die Ironie des Geschichte ist manchmal nicht zu überbieten


Im Sommer 1917 konnte Rumäniens angeschlagene Armee nur schwer das deutsche Heer bei Mărăşeşti, Mărăşti und Oituz stoppen, mehr als das halbe Altreich war bereits vom Deutschen Kaiserreich besetzt. Keine drei Jahre später besiegelte der Vertrag von Trianon das Ende des fast tausendjährigen ungarischen Königreichs und die Deutschen in Siebenbürgen und dem Banat sprachen sich für die Vereinigung ihrer Regionen mit Rumänien aus. 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wählte das rumänische Volk einen Rumäniendeutschen zum Staatspräsidenten, der in Mărăşeşti als Staatschef des seit 1918 vereinten Rumäniens die Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der siegreichen Schlacht eröffnete.

 

Im kommenden Jahr wird Rumänien also 100 Jahre feiern, seit sich Bessarabien, die Bukowina, Siebenbürgen, die Maramuresch, das Partium und das Banat mit dem Altreich vereinigten. Und es wird viel Tinte fließen, die einen werden den Nationalgeist beschwören, die anderen werden von Abspaltung und Autonomie reden. Wie stark sind noch die Unterschiede zwischen Siebenbürgen und dem Banat einerseits und dem 1859 entstandenen Altreich/Vechiul Regat andererseits? Gibt es Gemeinsamkeiten? Ist zusammengewachsen, was nicht unbedingt zusammengehörte? Lebt die 1918 untergegangene Grenze zwischen dem mitteleuropäischen Habsburgerreich und dem byzantinisch-balkanisch-orientalischen Altreich in den Köpfen fort?


Historiker, Ökonomen, Soziologen, Philosophen, sie alle werden das Wort ergreifen


Und weil der Rumäne sich sowieso bestens auskennt, wird er Historiker, Ökonom, Soziologe und Philosoph gleichzeitig spielen. Rumäniens Politiker werden, wie in Mărăşeşti vor Kurzem, große Worte in den Mund nehmen; die Vergangenheit ist seit eh und je glorreich, vielleicht auch die Zukunft, allein die Gegenwart bereitet Kopfzerbrechen. Andere dagegen, zum Beispiel der Klausenburger Hitzkopf Sabin Gherman, werden zumindest indirekt der Donaumonarchie nachtrauern. Und eine Welle der Entrüstung auslösen, die jedes Mal hochsteigt, wenn das Vaterland kritisiert und an der Unzertrennlichkeit des Volkes und am Nationalcharakter des Staates gerüttelt wird. Kein Zweifel – die 25 langen Jahre nationalistischer Propaganda unter Ceauşescu tragen weiterhin ihre Früchte. Wer Zeit hat, der verfolge ab nun ganz aufmerksam die öffentliche Diskussion um das Jahr 1918 und die Gründung Großrumäniens. Es könnte interessant werden und auf alle Fälle unterhaltsam. Es ist natürlich zu hoffen, dass Regierung und Gesellschaft den angemessenen Ton finden werden, um an das Jahr 1918 würdig zu erinnern. Wenn sie sowieso die Vereinigung von 1918 nicht mehr mit entsprechenden Projekten feiern können, wie zum Beispiel Infrastrukturinvestitionen, die mehr für die Vereinigung in den Köpfen tun könnten als jedwedes Polit-Gelaber mit obligatorischer Kranzniederlegung vor Kriegsdenkmälern.


99 Jahre nach den glücklichen Fügungen des Jahres 1918 ist Rumäniens Bilanz ambivalent


Und relativ. Alles eine Sache des Blickpunkts, des Betrachters. Das rumänische Jahrhundert hat eindeutig Gewinner und Verlierer. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg, der kommunistischen Diktatur und der krisenreichen Transformationszeit konnte das Land seine Staatlichkeit behaupten, eine halbwegs funktionierende Marktwirtschaft und eine, zugegeben, manchmal sehr originale Demokratie errichten. Hundert Jahre nachdem rumänische Soldaten bei Mărăşeşti das Land vor dem endgültigen Desaster retten konnten, ist das Land als volles Mitglied der EU und der NATO in der Gemeinschaft der freien Welt fest verankert.

 

Zu den Verlierern aber dürften die Minderheiten zählen, jene, die in der Zwischenkriegszeit fast ein Drittel der Bevölkerung des Königreichs Rumäniens dargestellten hatten und allmählich verschwunden sind. Die Juden, aber vor allem die Deutschen, deren Zahl in den Wirren des Zweiten Weltkriegs, des Kalten Kriegs, der Ceauşescu-Diktatur und der dramatischen Transformationszeit verschwindend gering geworden ist. Auch die Magyaren zählen zu den Verlierern, das Gefühl des dauerhaften Verlustes werden sie wohl nie überwinden. Sie bleiben Rumäniens größte Minderheit und sie genießen zweifelsohne alle Rechte, die ihnen gebühren. Aber ob sie sich in Rumänien wohl fühlen? Nicht wirklich. Mit Ausnahme jener unter ihnen natürlich, die sich mit dem Bukarester Establishment seit 1989 prächtig arrangiert haben. Es gibt davon einige, dem Durchschnittsungarn zwischen Sathmar/Satu Mare und Sankt Georgen/Sfântu Gheorghe müssten sie zum Hals raushängen, aber er wird sie weiterhin wählen. Als notwendiges Übel sozusagen. Und die Politiker-Kaste an der Dâmboviţa wird sie immer wieder für Gelegenheitsallianzen nutzen und sie entsprechend vorzeigen, als Garanten der Stabilität, der europäischen Verankerung des Landes, des Rechtsschutzes aller Bürger, die den nationalen Minderheiten angehören. Wie dem auch sei, besonders viel wird 2018 von den Minderheiten wohl nicht die Rede sein, obwohl ihr Beitrag zur Entwicklung und zur Vielfalt dieses Landes nicht geleugnet werden kann.


Schaut man sich alle gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Indikatoren an, geht es Rumänien 99 Jahre seit dem Schicksalsjahr 1918 so gut wie noch nie. Dank der Zugehörigkeit zu der anderswo so verschmähten Europäischen Union und zum NATO-Bündnis, hat das Land eine Entwicklung durchgemacht, die es zwar aus der eindeutig peripheren Position noch nicht losgelöst, aber immerhin die Voraussetzungen dafür geschaffen hat. Dass daraus das Beste gemacht wird, das ist dann natürlich allein die Sache des staatstragenden Volkes. Ob ihm das auch gelingt, ist keineswegs klar.


Was kann denn aus Rumänien werden, wenn in den kommenden Jahrzehnten alles gut geht?


Wenn die Europäische Union bestehen bleibt, ihre Stagnationsphase überwindet, wenn Russland in Zaum gehalten wird, keine Wirtschaftskrise ausbricht und das stets zarte Pflänzchen der Demokratie weiterhin wächst? Im besten Falle wird Rumänien zu einer Art Italien auf dem Balkan, ein verhältnismäßig wohlhabendes Land, in dem es den Bürgern gut geht, sie aber kein Vertrauen in ihren Staat haben und auch der Staat kein Vertrauen in seine Bürger hegt. Dementsprechend ist auch die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen und der Infrastruktur, und – wie heute hierzulande und auch wie in Italien – wird weiterhin die Rede von Korruption sein, die unbedingt bekämpft werden muss. Das kollektive Gejammer wird weitergehen, Selbstmitleid bleibt an der Tagesordnung, aber unterm Strich wird es relativ gemütlich zugehen. Verhältnismäßig komfortabel. Natürlich nicht wie in Dänemark, aber so wie in Mittel- und Süditalien. Oder wie in Portugal. Besser noch: wie in Griechenland, aber Griechenland ist seit der wirtschaftlichen Misere des letzten Jahrzehnts kein Beispiel mehr, das anzustreben wäre.


Mittlerweile aber muss man auf die Gegenwart schauen


Und die Bilanz der letzten 100 Jahre ziehen. Zumindest die wirtschaftliche, denn die kulturell-gesellschaftliche ist heikel, mitunter gefährlich. 2018 wird keine Autobahn von Neumarkt/Târgu Mureş nach Jassy/Iaşi führen, keine von Hermannstadt/Sibiu nach Piteşti oder von Lugosch/Lugoj nach Drobeta-Turnu Severin. Der Zug von Klausenburg/Cluj-Napoca nach Bukarest wird langsamer fahren als in der Zwischenkriegszeit. Der halbe Kreis Mehedinţi wird in Temeswar/Timişoara wohnen, in Klausenburg dürften die Immobilienpreise weiterhin steigen, während im 90 Kilometer entfernten Zillenmarkt/Zalău die Zeit längst stehen geblieben ist. Genauso wie in Reschitza/Reşiţa oder in Vaslui, in Alexandria oder in Hunedoara. Und die Zahl der Auslandsrumänen wird weiterhin wachsen; wenn sie die Vier-Millionen-Marke noch nicht erreicht hat, dann dürfte dies 2018 geschehen. Mehr rumänische Kinder werden im westeuropäischen Ausland auf die Welt kommen als zwischen Altbeba/Beba Veche und Sulina. Und auf einer Autofahrt im August, von Temeswar nach Bukarest zum Beispiel, wird es fast genauso viele italienische, spanische, österreichische und deutsche Kennzeichen wie einheimische geben. Und in den Schulen und Universitäten wird die Verdummung des Durchschnittsschülers und -studenten weitergehen, aber zumindest das ist kein rein rumänisches Problem. Ein schwacher Trost, aber immerhin einer.


Lösungen für alle diese Probleme gibt es kaum


Jedenfalls sind sie von der gegenwärtigen politischen Klasse nicht zu erwarten. Auch vor hundert Jahren haben die Politiker des Altreichs so manchen groben Fehler gemacht, aber das Land hatte halt Glück. Viel Glück. Jetzt ist es wohl anders, allein die Lobeshymnen auf die mutigen Soldaten von Mărăşeşti dürften nicht mehr ausreichen. Und auch nicht, dass ab und wann etwas doch fertiggestellt wird, eine Strecke Autobahn, eine instandgesetzte Fernstraße, ein Wasser- und Kanalisationsnetz, eine Grünfläche irgendwo. Klar, man soll das alles nicht herunterspielen, schließlich kann sich ein Land wie Rumänien nur durch kleine Schritte entwickeln, eben auch durch solche.


Aber im Unterschied zu 1917/1918 scheinen Rumäniens Eliten nicht zu wissen, was sie mit dem Land machen sollen. Damals zumindest wussten der König und die tonangebenden Politiker, was sie wollten. Sie wollten Siebenbürgen, sie bekamen Bessarabien, die Bukowina und das Banat dazu. Was nun Rumäniens führende Schicht will, was das Volk will, und, natürlich, wie das Ziel erreicht werden soll, ist mehr als unklar. Am liebsten wohl weitermachen wie bisher. Die Stabilität des Instabilen bleibt ein rumänisches Geheimrezept. Zum erfolgreichen Sich-Durchwursteln. ADZ

 

223 (2017-08-25) News

Sporting

deklassiert FCSB

Champions-League eine Nummer zu groß für den rumänischen Fußball

 

Während die Fakten zur herben 1:5-Niederlage von FCSB Bukarest gegen Sporting Lissabon in der Play-Off-Runde zur Champions-League-Gruppen-Phase unwiderlegbar sind, gehen die Meinungen zur Zukunft der Mannschaft in den europäischen Fußball-Pokalwettbewerben auseinander. Der Torschütze Junior Morais will nämlich „in den europäischen Fußballfrühling einziehen“, sein Vereinsboss Gigi Becali wird hingegen in der rumänischen Sportpresse mit „die Europa-League interessiert mich nicht, wir werden da die Ersatzspieler einsetzen“ zitiert.


Der gesperrte Mihai Pintilii fehlte praktisch an allen Ecken und Enden. Für ihn war Filip ins defensive Mittelfeld gerückt, doch diesem fehlt momentan, nach einer langen Verletzungspause, die Spielpraxis. Genauso war der Mittelfeldspieler Constantin Budescu nach einer Verletzung nur eine Halbzeit lang mit von der Partie. Ganze neun Spieler standen in der Stammformation, die am Wochenende in der Meisterschaft gegen Juventus Bukarest entweder noch verletzt waren oder eine Ruhepause bekommen hatten. Es war ein wahrhaftiges Desaster, wie Sporting Lissabon die Bukares-ter vor eigenem Publikum ab der 60. Spielminute vorführte, nachdem das Hinspiel 0:0 ausgegangen und im Lager von FCSB eine wahre Euphorie aufgekommen war. Bis zur Pause schossen beide Mannschaften je einmal ein. Der für Bas Dost in der Startelf bevorzugte Doumbia sowie Junior Morais für FCSB erzielten die Treffer der ersten Halbzeit zum 1:1, das FCSB noch Hoffnung machte. Acuna, Gelson, der eingewechselte ehemalige Wolfsburger Dost sowie Battaglia verpassten den Bukarestern im zweiten Durchgang vier Tore zu einer letztendlich niederschmetternden Niederlage und schickten diese in die Europa-League.


Der FCSB-Geldgeber Becali kannte zwar die Überlegenheit der Portugiesen an, zeigte jedoch seinen Unmut und seine Enttäuschung, indem er sagte, man werde sich auf die interne Meisterschaft konzentrieren und in der Europa-League Ersatzspieler auflaufen lassen. Dabei ist offensichtlich was wir bereits hervorhoben, dass die Champions-League mindestens um einen Nummer zu groß ist für den rumänischen Fußball.

 

Dabei muss man wissen, dass es sich beim FCSB um den ehemaligen Club Steaua Bukarest, Gewinner im Fußball-Europapokal der Landesmeister von 1986, handelt. Der Verein hatte sich vor einem halben Jahr einen neuen Namen zulegen müssen und firmiert jetzt unter FCSB (Football Club Steaua Bucharest). Ein Gericht bestätigte, dass die Namensrechte an Steaua beim rumänischen Verteidigungsministerium liegen, das den Club 1947 gegründet hatte. Somit verwendete der Klub den Namen illegal. Um Probleme bei der Lizenzierung und dem Startrecht in internationalen Wettbewerben zu vermeiden, entschloss sich die Vereinsführung zu einer Namensänderung.

 

222 (2017-08-16) Medienbericht

So sieht Unterstützung aus

USA bauen Militärstützpunkt in der Ukraine nahe russischer Grenze

 

 

Laut Medienberichten arbeiten derzeit ukrainische und amerikanische Soldaten sowie zivile Baufirmen am Aufbau eines Marinestützpunktes in der südlichen Ukraine, nahe der seit 2014 russischen Halbinsel Krim, der gemeinsam genutzt werden soll.

 

Die Seestreitkräfte der US-Armee haben, so die Berichte, im April mit dem Bau des Operationszentrums für die ukrainischen Truppen in Ochakov begonnen. Ochakov ist eine kleinere südukrainische Hafenstadt wenige hundert Kilometer von der Halbinsel Krim entfernt. Es wird angenommen, dass sie anschließend von Militärpersonal der Ukraine für die Marine und für kombinierte Waffenübungen verwendet werden. Die Konstruktion läuft als Militärhilfe der Vereinigten Staaten zu seinem Verbündeten, sog. Foreign Military Construction Sales (FMCS).

 

Seabees [die Bautruppe der US-Army, Anm. d. Red.] hielten eine ehrenwerte Eröffnungszeremonie für ein Marineoperationszentrum an der Ochakov Naval Base, Ukraine, der 25. Juli“ heißt es in einem offiziellen Statement der US-Navy.

 

Der offizielle Befehlshaber wird die ukrainische Regierung sein, doch das Zentrum soll gemeinsam genutzt werden. Es werden also, regelmäßig, auch US-Navy-Truppen vor Ort sein – und das nur wenige hundert Kilometer von der neuen russischen Grenze an der Krim entfernt.

 

Der Beginn mit dem Bau in der Ukraine ist ein großer Erfolg“, sagte Lt. j.g. Jason McGee, officer in charge der Ukraine, und weiter:

 

Unsere Bemühungen, westliche Unterstützung in unserem Land zu sichern ist ein wesentlicher Faktor für unsere nationale Sicherheit und Verteidigungsinfrastruktur; Das Aufbauen und Erweitern von Beziehungen ermöglicht bilaterale Trainings- und Einsatzkapazitäten“.

 

Quellen:

life.ru

navy.mil

macedoniaonline.eu

 

221 (2017-08-14) Nina May aus Bukarest

Ein kulinarischer Sachsensommer in Siebenbürgen

Küche, Kultur

und Kirchenburgen

 

„Der Sommer ist unfehlbar die Jahreszeit der Sachsen!” Mit diesem Zitat beginnt die Broschüre „Rezeptheft aus dem Haferland” mit gesammelten siebenbürgischen Köstlichkeiten, herausgegeben von Claudia-Romana Rista, dem „Mädchen, das mit Blumen kocht”, und der Michael-Schmidt-Stiftung. Ein Sachsensommer wurde es gleich zweifach: Die mittlerweile fünfte Haferlandwoche (9.-14. August) schloss sich dieses Jahr fast nahtlos an das vermutlich größte Sachsentreffen aller Zeiten (4.-6. August) in Hermannstadt/Sibiu an.In der Welt zuhause, in Siebenbürgen daheim.“

 

Unter diesem Motto stand das 27. Sachsentreffen in Hermannstadt/Sibiu, an dem fast 18.000 Siebenbürger Sachsen aus dem Ausland teilnahmen.17.000 Sachsen aus Deutschland, über 200 aus Österreich und ein paar Hundert aus Übersee sind ins Land ihrer Wurzeln gekommen, um hier ihre siebenbürgische Seele zu streicheln. Eine Zahl, die ihre etwa 12.000 in Siebenbürgen verbliebenen Landsleute bei weitem übersteigt! Als eine der ersten, im 12. Jahrhundert von deutschen Siedlern gegründeten Niederlassungen ist Sibiu seit dem Mittelalter politisches Zentrum der Siebenbürger Sachsen, seit 1867 Bischofssitz der evangelischen Kirche A.B., seit 1990 Gründungsort und Sitz des deutschen Forums und war 2007 Kulturhauptstadt Europas - dank des damaligen Bürgermeisters und heutigen Staatspräsidenten Klaus Johannis.

 

Verschiedene Aktivitäten vor allem für sächsische Besucher – Feste, Wanderungen, Gottesdienste, Gedenkveranstaltungen, Konzerte etc. - gab es auch zwischen dem 29. Juli und dem 13. August in den sächsischen Gemeinden um Hermannstadt, im Harbachtal, in der Mediascher und der Mühlbacher Umgebung, im Repser und im Fogarascher Land sowie im Schäßburger Raum.

 

Die Haferland-Kulturwoche ist längst Tradition, das Programm wird mit jedem Jahr vielfältiger. Für dieses Jahr meldeten sich noch mehr Gemeinden aus der Region zwischen Reps/Rupea und Schäßburg/Sighişoara, dem sogenannten Haferland, an. Zu den Organisatoren gehörten in diesem Jahr die Michael-Schmidt-Stiftung, die Stiftung Adept, die Peter-Maffay-Stiftung, der Mihai Eminescu Trust sowie der Verein der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Zielgruppe waren zum einen die Siebenbürger Sachsen, die zum großen Sachsentreffen anreisten, aber auch rumänische und ausländische Touristen, die das Haferland als lohnendes Reiseziel für sich entdeckten – Tourismus ist immerhin ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die lokalen Einwohner auf dem Land. Diese Bestrebungen wurden auch von Tourismus-Spezialisten gewürdigt: durch die Verleihung eines Preises im Rahmen des eTravelAwards 2016-Wettbewerbs in der Kategorie Best Destination Campaign, wie die Michael-Schmidt-Stiftung mitteilt.

 

Mit üppigen sächsischen Brunches in romantischen Kirchhöfen, Orgelmusik in Kirchenburgen, Open Air Konzerten und Filmen in malerischer historischer Kulisse, Theatervergnügen auf Sächsisch, einem traditionellen sächsischen Ball und viel Gelegenheit zur sportlichen Betätigung in der Natur erwarteten in diesem Jahr zehn Gemeinden - Deutsch-Kreuz/Criţ, Deutsch-Weißkirch/Viscri, Klosdorf/Cloaşterf, Meschendorf, Reps/Rupea, Radeln/Roadeş, Keisd/Saschiz, Bodendorf/Buneşti, Hamruden/Homorod und Arkeden/Archita – schätzungsweise mindestens 5000 Besucher.


Liebe geht durch den Magen


Das Motto der diesjährigen Haferlandwoche lautete, frei übersetzt, „Sächsische Traditionen in märchenhaften Kreationen” („Tradiţii săseşti in bucate de poveşti”) und richtete sich an alle, die sächsische Spezialitäten kennenlernen wollen. Vor allem aber sollte die sächsische Jugend aus Deutschland zu einer kulinarischen Zeitreise in die Küche ihrer Großeltern und Urgroßeltern verführt werden. Liebe geht bekanntlich durch den Magen, Heimatliebe macht bestimmt keine Ausnahme...

 

In diesem Sinne begann die Haferlandwoche mit einem Brunch mit lokalen Spezialitäten am 9. August in Arkeden. In der Scheune des Pfarrhauses servierte am 10. August Deutsch-Weißkirch traditionelle Gerichte, am Abend gab’s ein Speck-Picknick im Freien. Zum sächsischen Frühstück im Kirchhof lud am 11. August Bodendorf ein; Keisd bot an diesem Tag einen musikalischen Brunch, zubereitet von den Frauen der Nachbarschaft; in Deutsch-Kreuz konnte man abends sächsische Party-Häppchen auf dem Ball probieren.

Interessant wurde es am 12. August in Meschendorf: Dort (und in Deutsch-Kreuz) lebten kurz vor der Zeit des Kommunismus zwei italienische Brüder, die sich auf die Kunst der Hartkäse- und Parmesanherstellung verstanden. Heute führt eine italienisch-rumänische Familie diese Tradition fort. Besucher können dort die italienische und sächsische Küche probieren oder sich in einem Workshop zur Herstellung von „Meschendorfer Parmesan” inspirieren lassen.

Ob der „Weg des Brotes“ am 12. August im Rahmen der Aufführung traditioneller Volksbräuche, Musik und multikultureller Tänze in Reps, geboten vom Ensemble „Junii Cetății“, auch Kostproben beinhaltete?

Am Tag von Deutsch-Kreuz, dem 13. August, wurden alte Rezepte dann nach aktuellen Trends kreativ abgewandelt. Das „Mädchen, das mit Blumen kocht”, setzt, so die Broschüre, auf Rharbarber, Rosinen, Sauerkirschen oder grüne Stachelbeeren, sogar in pikanten Gerichten. Aber auch klassische Rezepte wie Hanklich, Rhabarberkuchen, Roulade mit Faschiertem (Hackbraten) und Hühnersuppe mit hausgemachten Nudeln gehören zum Repertoire. Wer jetzt immer noch nicht satt wurde, konnte abschließend nochmal am 14. August: beim traditionellen Brunch in Klosdorf essen.


Radeln, wandern, Tanzbein schwingen


Die Extra-Kalorien konnte man am Freizeit-Kulturtag, dem 11. August, so richtig abstrampeln, als es morgens von der Kirchenburg Bodendorf mit speziellen Führern auf dem Fahrrad durch die herrliche Landschaft nach Meschendorf ging. Zwischenstopps luden zum Genießen, Erzählen und Besichtigen ein. Wer nicht radeln wollte, konnte im Pferdewagen mitfahren. 

Auch auf Schusters Rappen ließen sich kulinarische Sünden abbüßen: Täglich wurde Gelegenheit zu geführten Touren geboten, zur Bauernburg von Keisd, zur Teufelsbach-Schlucht in Meschendorf oder auf der Strecke zwischen Arkeden und Radeln. Nicht zuletzt lud der sächsische Ball in Deutsch-Kreuz am 11. August zum Tanzbein-Schwingen und Hüftspeck-Schmelzen ein. Ob das sächsische Theaterstück „De Diätkur”, am 10. August in Hamruden präsentiert, auch den gewünschten Effekt zeigte?

 

Vor allem eine „Kulturwoche”...


Zumindest verbal gesättigt, widmen wir uns endlich der Kultur. Besondere musikalische Appetithappen: Zur Feier des 200-jährigen Bestehens der Thois-Orgel in Deutsch-Weißkirch fand am 10. August das Jubiläums-Konzert „Ein feste Burg“ mit Jürg Leutert und Ensemble statt. Am 11. August folgte auf das Orgelkonzert in Keisd ein bunter „Musical Brunch“ mit den „Towersey Morris Men“, der „Berkamstead Ukulele Band“, den „Căluşari“ aus Birthälm/Biertan und der Gruppe „Românaşul“ aus Keisd. Auf dem sächsischen Ball am selben Abend in Deutsch-Kreuz spielte die „Feeling Band“. Ein Highlight war das Klavierrecital mit audiovisueller Präsentation „Auf den Spuren des Wunderkinds von Siebenbürgen, Carl Filtsch“, präsentiert von Brigitte Drodtloff in Deutsch-Kreuz am 13. August. Einen Stilmix an Musikrichtungen gab am selben Ort und Abend das Acker-Quartett in der Kirchenburg zum Besten. Frontsängerin Petra Acker besticht durch ein vielfältiges Repertoire und experimentiert mit einer faszinierenden, dunklen Stimme. Natürlich mangelte es an allen Orten auch nicht an traditionellen Tänzen und Blasmusik. Ein Theaterstück in sächsischem Dialekt bot Lidertrun in Hamruden, erstmals Teilnehmer an der Haferlandwoche, mit alter Musik und unter Teilnahme der Jugendtanzgruppe aus Biberach.


Freunde des traditionellen Handwerks kamen in Keisd und Bodendorf auf ihre Kosten: In Keisd gab es eine Töpferwerkstatt, in der die früher typische, aparte, blau-weiße Keramik wieder hergestellt wird. Auf einem kleinen Markt konnte man dort auch lokale Produkte und Souvenirs erstehen. In Bodendorf demonstrierten Handwerksmeister die einst verbreiteten Aktivitäten im Haferland: Gerben, Nähen, Filzen, Sticken oder Schreinern.

Mit Ausstellungen zu Malerei, Handarbeit und Weberei und einer Filmvorführung auf der Bauernburg lockte Reps am 12.8.: Gezeigt wurde der Film „Paşaport de Germania“ über den Freikauf der Deutschen im Ceauşescu-Regime „...aber in Deutschland war ich der Rumäne“ von Răzvan Georgescu. 

 

Erinnerungen der Sachsen und Dorfleute“ wurden in Bodendorf (11.8.) wiederbelebt, während Deutsch-Kreuz (13.8.) mit „Erinnerungen an die Zukunft der sächsischen Dörfer“ den sächsischen Jugendlichen aus Deutschland kulturelle Werte und Reize Siebenbürgens, sowie Zukunftschancen in Siebenbürgen und Rumänien nahe brachte. Mit einer lustigen Schatzsuche mit Preisen für die Gewinner endete die fünfte Haferlandwoche in Klosdorf (14.8.). ADZ

 

220 (2017-08-12) Dan Caramidariu aus Bukarest

Wenn`s um die Wurst geht...

Schwarze rumänische Zahlen

für deutschen Wurstfabrikanten

 

Der deutsche Wurstwarenhersteller Reinert, der nördlich von Kronstadt/Braşov seit 2007 eine Fabrik betreibt, konnte im vergangenen Jahr seinen Rumänien-Umsatz bis auf 89 Millionen Lei (etwa 20 Millionen Euro) erhöhen. Dies entspricht einem Wachstum im Vergleich zu 2015 von 18 Prozent.

 

Dies geht aus einer Analyse der Bukarester Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“ hervor, die sich auf Informationen des Finanzministeriums bezieht. Seit fünf Jahren wächst das Reinert-Geschäft in Rumänien ununterbrochen, 2011 lag der Umsatz des Fleischwarenfabrikanten bei 52 Millionen Lei. Die Gewinne des Unternehmens nahmen jedoch 2016 im Vergleich zu 2015 ab, sie lagen im vergangenen Jahr bei 1,3 Millionen Lei. Mehrere Jahre hindurch, zwischen 2010 und 2014, hatte die Rumänien-Niederlassung von Reinert rote Zahlen geschrieben, die Gesamtverluste bezifferten sich für diese Zeitspanne auf 13,4 Millionen Lei. Reinert stellt mehrere Salami-, Schinken-, Würste- und Leberwürste-Sorten her und ist unter anderem auf Produkte für Kinder spezialisiert.

Reinert-Produkte werden im fast ganzen rumänischen Einzelhandel angeboten. 1931 in Westfalen als Familienunternehmen gegründet, zählt die Reinert-Unternehmensgruppe zu den mittelgroßen deutschen Wurstwarenhersteller. Sie beschäftigt insgesamt 1200 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Gesamtumsatz von 325 Millionen Euro.

 

219 (2017-08-11) News

Pink überzeugte mit Auftakt am "Sziget"

Bis 15. August läuft

das Festival in der ungarischen Hauptstadt

 

 

Mit einer spektakulären Live-Show eröffnete Sängerin Pink am Mittwoch das Sziget Festival in Budapest. Eineinhalb Stunden lang heizte sie dem Publikum mit Tänzerinnen, Pyrotechnik und einer Flug-Einlage ein, posierte auch für das ein oder andere Selfie – und entschädigte damit für ihre Kollegin Rihanna, die im Vorjahr mit einem lieblosen Auftakt enttäuscht hatte. Für eine Woche verwandelt sich die Budapester Hajógyári-Insel wieder in eine Party-Stadt auf Zeit, 500.000 „Szitizens“ aus aller Welt werden erwartet. Am Mittwoch wurde übrigens der achtmillionste Besucher der Sziget-Geschichte gezählt – die Studentin aus Rumänien bekam einen Festivalpass auf Lebenszeit. Das wohl größte Festival Europas feiert heuer 25. Geburtstag, das Jubiläums-Line-up blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück: Bis 15. August treten Acts wie Kasabian, Mando Diao, Macklemore & Lewis, Wiz Khalifa, PJ Harvey, Bad Religion, Interpol und Birdy in der ungarischen Hauptstadt auf. Die wichtigsten Konzerte der sieben Festivaltage sind täglich ab 16 Uhr auf der Homepage des Veranstalters sowie bei ARTE online im Live-Stream zu sehen.

 

218 (2017-08-06) News

Kroatien vertrocknet und verdurstet

Hitzeplage über Süd-

und Südosteuropa

 

Der Preis ist heiß: eine Dose Bier, wenn Milan Škobalj beim Gießen am Ende des Gartens angelangt ist. Doch es ist nur ein Etappensieg. Gleich geht es am anderen Ende des Gartens mit dem Gießen von vorn los. In Dubrovnik wurden Freitag schon um acht Uhr in Früh 37 Grad im Schatten gemessen. Im Hinterland steigt die Quecksilbersäule seit Tagen auf 40 Grad und mehr an. Ganz Südeuropa und besonders der Balkan leiden unter der Hitze. Das heißeste Land Europas ist derzeit Kroatien.

 

Nicht einmal der Sprung ins Wasser bringt Erleichterung. In Süddalmatien hat die Adria die 27-Grad-Marke geknackt, in Istrien, wo das Wasser flacher ist, wurden sogar 29 Grad gemessen. Und noch bevor man nach dem Bad den Liegestuhl oder die Poolbar erreicht hat, rinnt der Schweiß erneut in Strömen.

 

"Wenn man das Smartphone mal nicht dabei hat, ist das ärgerlich, aber keine Katastrophe. Bei der Wasserflasche ist es genau umgekehrt", sagt der Dubrovniker Arzt Henryk Domeš. Es sollte stilles Wasser sein, nicht mit Kohlensäure versetzte "Rülps-Wasser", was Nordlichter bevorzugen. In Dubrovnik (Bild oben) kann man das sogar aus den Trinkbrunnen zapfen.

 

Ein Ende ist nicht abzusehen. Der Wetterdienst verspricht frühestens für Ende dieser Woche "Erleichterung": Werte um die 30 Grad. Ob es zu Mariä Himmelfahrt den ersten Regen gibt, wie es eine Bauernregel weiß, ist so sicher nicht. "Das Klima wandelt sich", sagt Maria, die Tomaten auf dem Markt in Dubrovnik verkauft.

Mi                 22.11.2017 

Nr.            2.585 - 1.282

Aktualisierung:        16:30

Übrigens,

 

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