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... SÜDOST - NEWS and FEATURES ...

Balkan und Umgebung

 

229 (2017-09-17) Pressemitteilung

Krimineller

Roma-König

Steuerhinterziehung

in Rumänien

 

Der selbsternannte König der Roma, Dorin Cioabă, sowie weitere fünf Personen wurden am Mittwochabend für 24 Stunden festgenommen. Sie werden der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche bezichtigt. Die Festnahme erging infolge mehrerer in unterschiedlichen Landeskreisen unternommener Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft Mehedinţi, die die Zeit 2009-2014 betrafen. Koordiniert wurden sie von der Direktion zur Untersuchung der Wirtschaftskriminalität im Rahmen der Rumänischen Polizei. Diese beschlagnahmte rund 793.000 Lei, 48.000 Euro und 800 US-Dollar und pfändete ein Bankkonto mit 97.000 Lei.

 

Infolge der Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Vertreter mehrerer Gesellschaften einen Steuerhinterziehungsring geschaffen hatten, in dem durch fiktiven Handel Rechnungen in Höhe von 18,4 Millionen Lei verbucht wurden, für welche illegale Mehrwertsteuererstattungen erfolgt waren und die Einkommenssteuer künstlich herabgesetzt wurde. Der Schaden beläuft sich auf über 5 Millionen Euro.

 

Infolge der Anhörungen bei der Staatsanwaltschaft in Mehedinţi wurden am Donnerstag alle Verdächtigen entlassen und unter Gerichtsaufsicht gestellt.

ADZ - 17. September 2017

 

 

228 (2017-09-09) Pressemitteilung

Ukraine schränkt

den rumänischen Unterricht ein

Bukarester Außenministerium

will einschreiten

 

 

Das Parlament der Ukraine, die Oberste Rada, hat am 5. September ein neues Unterrichtsgesetz verabschiedet, das in Artikel 7 neue, stark einschränkende Bestimmungen für den Unterricht in den Sprachen der ethnischen Minderheiten enthält. In diesem Artikel ist vorgesehen, dass der Unterricht an Lyzeen und Hochschulen nur in der Staatssprache Ukrainisch erfolgt.

 

In der Sprache der Minderheiten kann lediglich in den Kindergärten und in der Grundstufe (Klassen I- IV) unterrichtet werden. Das wird in Bukarest als ein Schlag gegen die rumänischen Schulen eingeschätzt, wobei die rumänische Minderheit in der Ukraine 500.000 Mitglieder zählt. Zur Eröffnung der Regierungssitzung von Donnerstag hatte Premier Mihai Tudose gesagt: „Hier macht man ein nationales Problem aus einem einzigen ungarischen Lyzeum und dort schließt man uns sämtliche Schulen.“ Der Premier ersuchte das Außenministerium, in Kiew vorstellig zu werden. Dazu teilt das Außenministerium mit, dass diese „besorgniserregende“ Angelegenheit nächste Woche beim Besuch des Staatssekretärs Victor Micula in Kiew prioritär behandelt werden soll. (Mediafax/ADZ)

 

227 (2017-09-08) Pressemitteilung

Motivationsmaßnahme oder Kindergarten?

Daum ließ Spieler den Mannschaftsbus ziehen

 

Der rumänische Nationaltrainer Christoph Daum hat die von vielen Seiten kritisierte Bus-Zieh-Aktion als eine "Motivations-Maßnahme" deklariert. Wie der 63-Jährige im Interview mit der Tageszeitung Die Welt erklärte, wollte er bei seinen Spielern ein "Aha-Erlebnis" hervorrufen. Demnach saß die Mannschaft vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark (0:0) am 26. März im Teambus, als der ehemalige Bundesliga-Trainer fragte, ob die Spieler sich vorstellen können, einen 35-Tonnen-Bus zu ziehen. Als daraufhin die ganze Mannschaft mit angepackt hat, sei es den Spielern gelungen, den Bus ein Stück weit zu ziehen. "Ich hatte das Gefühl, dass das gut ankam und die Spieler gemerkt haben, dass sie etwas erreichen können, wenn wir an einem Strang ziehen", sagte Daum.

Mittelfeldspieler Gabriel Torje hatte zuvor in der rumänischen Zeitung Gazeta Sporturilor seinen Unmut über die zweifelhafte Aktion geäußert. "Sind wir im Kindergarten?", hatte Torje den Trainer laut eigener Aussage gefragt und polterte weiter gegen den in der Kritik stehenden Nationaltrainer: "Daum wollte Spieler, die nichts sagen, die den Kopf gesenkt halten." Daum, der mit den Istanbuler Klubs Besiktas sowie Fenerbahçe die türkische Meisterschaft gewann, steht nach der verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland vor dem Aus, eine Entscheidung über seine Zukunft soll zeitnah erfolgen. Auch die rumänischen Fans waren zuletzt von ihm abgerückt. Beim 1:0-Erfolg am vergangenen Freitag in Bukarest gegen Armenien gab es deutliche Unmutsbekundungen der Zuschauer in Richtung des Trainers. (APA; 7.9.2017)

 

226 (2017-09-06) Medienbericht

Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Migration

Acht Schleuser seit Jahresbeginn in Rumänien festgenommen

 

Rumänische Grenzpolizisten haben in der vergangenen Woche unter Einsatz von Schusswaffen eine Gruppe von Migranten gefasst, die illegal aus dem Nachbarland Serbien über die Grenze gekommen war. Die zwölf Menschen "afro-asiatischer Herkunft" waren mit ihrem serbischen Schlepper in zwei Autos zehn Kilometer von der serbischen Grenze entfernt unterwegs, teilte die Grenzpolizei in Bukarest mit.

 

Die Schlepperautos durchbrachen demnach eine Polizeisperre auf einer Landstraße, die das serbische Vrsac mit dem rumänischen Moravita verbindet.

Mehr als 1200 ausländische Bürger, die von Serbien aus illegal nach Rumänien gelangen wollten, sind seit Jahresbeginn an der Süd-West-Grenze festgenommen worden. Dies teilte der Temeswarer Grenzschutz in einer Pressekonferenz am Donnerstag mit. Bei den Migranten handelt es sich um Menschen aus dem Irak, Pakistan, Syrien, Afghanistan, Bangladesch, Kuba, Indien, dem Iran, Libyen, Palästina, Tunesien, Yemen und der Türkei, Kinder und Erwachsene zugleich, die von den Grenzschützern auf frischer Tat ertappt wurden. Gleichzeitig wurden acht Schleuser gefasst.

 

Der Grenzschutz kommt dem Rückführungsabkommen der EU mit Serbien nach, so dass zunächst eine Rückführung der Migranten nach Serbien angestrebt wird. Fordern die Migranten Schutz vom rumänischen Staat, so werden sie vom Regionalzentrum für Asylantrag-steller Temeswar übernommen. „Wir haben mehrere Maßnahmen zur Bekämpfung der illegalen Migration getroffen.

 

Die Grenzen werden verstärkt überwacht, darüber hinaus arbeiten wir mit der mobilen Gendarmerie Temesch und den Polizeiämtern Temesch, Karasch-Severin und Mehedinţi zusammen, um die öffentliche Ordnung zu wahren und für die Sicherheit der Bürger zu sorgen“, berichtet der Temeswarer Grenzschutz. Die gemischten Überwachungsteams an der Grenze nutzen modernes Equipment, zu ihrer Ausstattung gehören Spezialfahrzeuge mit Wärmebildkameras und trainierte Hunde.

 

225 (2017-08-28) Pressemitteilung

 

Die Dürre und der Pegel der Donau

Schifffahrt durch Niedrigwasser behindert

 

Der einzige Abschnitt, wo die Donauschifffahrt auf rumänischem Staatsgebiet ungehindert vonstatten geht, ist jener der 120 Kilometer des Donaustausees beim Eisernen Tor und des rund 30 Kilometer langen Rückstaus vom Eisernes Tor an der Südgrenze des Verwaltungskreises Mehedinţi.

 

Ansonsten sind die 3300 bis 3700 Kubikmeter Durchflussmenge am Unterlauf der Donau viel zu wenig gegenüber einem vieljährigen mittleren Durchfluss von 4400 Kubikmeter, um den Schiffen eine ungefährdete Fahrt zu gewährleisten. An manchen Abschnitten des Unterlaufs der Donau, etwa der Einmündung des Pruth, gibt es seitens der Verwaltung der Unteren Donau ernsthafte Überlegungen, mittels Drainageschiffen Durchfahrtskanäle zu schaffen, die auch in Dürrezeiten eine ungehinderte Schifffahrt ermöglichen. ADZ

 

224 (2017-08-26) Dr. Dan Cărămidariu aus Timișoara

Wenn zusammenwächst, was nicht unbedingt zusammengehörte

Die Stabilität des Instabilen oder die Bilanz des ersten rumänischen Jahrhunderts

 

Als 2014 in West- und Mitteleuropa damit begonnen wurde, an den damals vor hundert Jahren begonnenen Großen Krieg zu erinnern, hatte Rumänien andere Sorgen. Das Land stand vor dem Wahlkampf für das Amt des Staatspräsidenten: Oberhaupt der Nation dürfe nur ein Rumäne orthodoxen Glaubens werden, hieß es damals. Dazu ist es bekanntlich nicht mehr gekommen. Ein Siebenbürger Sachse zog in den Cotroceni-Palast ein und eben diesem Siebenbürger Sachsen Klaus Johannis (im Bild unten) erwies das rumänische Heer Anfang August 2017 in Mărăşeşti die Ehre.

 

Die Ironie des Geschichte ist manchmal nicht zu überbieten


Im Sommer 1917 konnte Rumäniens angeschlagene Armee nur schwer das deutsche Heer bei Mărăşeşti, Mărăşti und Oituz stoppen, mehr als das halbe Altreich war bereits vom Deutschen Kaiserreich besetzt. Keine drei Jahre später besiegelte der Vertrag von Trianon das Ende des fast tausendjährigen ungarischen Königreichs und die Deutschen in Siebenbürgen und dem Banat sprachen sich für die Vereinigung ihrer Regionen mit Rumänien aus. 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wählte das rumänische Volk einen Rumäniendeutschen zum Staatspräsidenten, der in Mărăşeşti als Staatschef des seit 1918 vereinten Rumäniens die Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der siegreichen Schlacht eröffnete.

 

Im kommenden Jahr wird Rumänien also 100 Jahre feiern, seit sich Bessarabien, die Bukowina, Siebenbürgen, die Maramuresch, das Partium und das Banat mit dem Altreich vereinigten. Und es wird viel Tinte fließen, die einen werden den Nationalgeist beschwören, die anderen werden von Abspaltung und Autonomie reden. Wie stark sind noch die Unterschiede zwischen Siebenbürgen und dem Banat einerseits und dem 1859 entstandenen Altreich/Vechiul Regat andererseits? Gibt es Gemeinsamkeiten? Ist zusammengewachsen, was nicht unbedingt zusammengehörte? Lebt die 1918 untergegangene Grenze zwischen dem mitteleuropäischen Habsburgerreich und dem byzantinisch-balkanisch-orientalischen Altreich in den Köpfen fort?


Historiker, Ökonomen, Soziologen, Philosophen, sie alle werden das Wort ergreifen


Und weil der Rumäne sich sowieso bestens auskennt, wird er Historiker, Ökonom, Soziologe und Philosoph gleichzeitig spielen. Rumäniens Politiker werden, wie in Mărăşeşti vor Kurzem, große Worte in den Mund nehmen; die Vergangenheit ist seit eh und je glorreich, vielleicht auch die Zukunft, allein die Gegenwart bereitet Kopfzerbrechen. Andere dagegen, zum Beispiel der Klausenburger Hitzkopf Sabin Gherman, werden zumindest indirekt der Donaumonarchie nachtrauern. Und eine Welle der Entrüstung auslösen, die jedes Mal hochsteigt, wenn das Vaterland kritisiert und an der Unzertrennlichkeit des Volkes und am Nationalcharakter des Staates gerüttelt wird. Kein Zweifel – die 25 langen Jahre nationalistischer Propaganda unter Ceauşescu tragen weiterhin ihre Früchte. Wer Zeit hat, der verfolge ab nun ganz aufmerksam die öffentliche Diskussion um das Jahr 1918 und die Gründung Großrumäniens. Es könnte interessant werden und auf alle Fälle unterhaltsam. Es ist natürlich zu hoffen, dass Regierung und Gesellschaft den angemessenen Ton finden werden, um an das Jahr 1918 würdig zu erinnern. Wenn sie sowieso die Vereinigung von 1918 nicht mehr mit entsprechenden Projekten feiern können, wie zum Beispiel Infrastrukturinvestitionen, die mehr für die Vereinigung in den Köpfen tun könnten als jedwedes Polit-Gelaber mit obligatorischer Kranzniederlegung vor Kriegsdenkmälern.


99 Jahre nach den glücklichen Fügungen des Jahres 1918 ist Rumäniens Bilanz ambivalent


Und relativ. Alles eine Sache des Blickpunkts, des Betrachters. Das rumänische Jahrhundert hat eindeutig Gewinner und Verlierer. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg, der kommunistischen Diktatur und der krisenreichen Transformationszeit konnte das Land seine Staatlichkeit behaupten, eine halbwegs funktionierende Marktwirtschaft und eine, zugegeben, manchmal sehr originale Demokratie errichten. Hundert Jahre nachdem rumänische Soldaten bei Mărăşeşti das Land vor dem endgültigen Desaster retten konnten, ist das Land als volles Mitglied der EU und der NATO in der Gemeinschaft der freien Welt fest verankert.

 

Zu den Verlierern aber dürften die Minderheiten zählen, jene, die in der Zwischenkriegszeit fast ein Drittel der Bevölkerung des Königreichs Rumäniens dargestellten hatten und allmählich verschwunden sind. Die Juden, aber vor allem die Deutschen, deren Zahl in den Wirren des Zweiten Weltkriegs, des Kalten Kriegs, der Ceauşescu-Diktatur und der dramatischen Transformationszeit verschwindend gering geworden ist. Auch die Magyaren zählen zu den Verlierern, das Gefühl des dauerhaften Verlustes werden sie wohl nie überwinden. Sie bleiben Rumäniens größte Minderheit und sie genießen zweifelsohne alle Rechte, die ihnen gebühren. Aber ob sie sich in Rumänien wohl fühlen? Nicht wirklich. Mit Ausnahme jener unter ihnen natürlich, die sich mit dem Bukarester Establishment seit 1989 prächtig arrangiert haben. Es gibt davon einige, dem Durchschnittsungarn zwischen Sathmar/Satu Mare und Sankt Georgen/Sfântu Gheorghe müssten sie zum Hals raushängen, aber er wird sie weiterhin wählen. Als notwendiges Übel sozusagen. Und die Politiker-Kaste an der Dâmboviţa wird sie immer wieder für Gelegenheitsallianzen nutzen und sie entsprechend vorzeigen, als Garanten der Stabilität, der europäischen Verankerung des Landes, des Rechtsschutzes aller Bürger, die den nationalen Minderheiten angehören. Wie dem auch sei, besonders viel wird 2018 von den Minderheiten wohl nicht die Rede sein, obwohl ihr Beitrag zur Entwicklung und zur Vielfalt dieses Landes nicht geleugnet werden kann.


Schaut man sich alle gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Indikatoren an, geht es Rumänien 99 Jahre seit dem Schicksalsjahr 1918 so gut wie noch nie. Dank der Zugehörigkeit zu der anderswo so verschmähten Europäischen Union und zum NATO-Bündnis, hat das Land eine Entwicklung durchgemacht, die es zwar aus der eindeutig peripheren Position noch nicht losgelöst, aber immerhin die Voraussetzungen dafür geschaffen hat. Dass daraus das Beste gemacht wird, das ist dann natürlich allein die Sache des staatstragenden Volkes. Ob ihm das auch gelingt, ist keineswegs klar.


Was kann denn aus Rumänien werden, wenn in den kommenden Jahrzehnten alles gut geht?


Wenn die Europäische Union bestehen bleibt, ihre Stagnationsphase überwindet, wenn Russland in Zaum gehalten wird, keine Wirtschaftskrise ausbricht und das stets zarte Pflänzchen der Demokratie weiterhin wächst? Im besten Falle wird Rumänien zu einer Art Italien auf dem Balkan, ein verhältnismäßig wohlhabendes Land, in dem es den Bürgern gut geht, sie aber kein Vertrauen in ihren Staat haben und auch der Staat kein Vertrauen in seine Bürger hegt. Dementsprechend ist auch die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen und der Infrastruktur, und – wie heute hierzulande und auch wie in Italien – wird weiterhin die Rede von Korruption sein, die unbedingt bekämpft werden muss. Das kollektive Gejammer wird weitergehen, Selbstmitleid bleibt an der Tagesordnung, aber unterm Strich wird es relativ gemütlich zugehen. Verhältnismäßig komfortabel. Natürlich nicht wie in Dänemark, aber so wie in Mittel- und Süditalien. Oder wie in Portugal. Besser noch: wie in Griechenland, aber Griechenland ist seit der wirtschaftlichen Misere des letzten Jahrzehnts kein Beispiel mehr, das anzustreben wäre.


Mittlerweile aber muss man auf die Gegenwart schauen


Und die Bilanz der letzten 100 Jahre ziehen. Zumindest die wirtschaftliche, denn die kulturell-gesellschaftliche ist heikel, mitunter gefährlich. 2018 wird keine Autobahn von Neumarkt/Târgu Mureş nach Jassy/Iaşi führen, keine von Hermannstadt/Sibiu nach Piteşti oder von Lugosch/Lugoj nach Drobeta-Turnu Severin. Der Zug von Klausenburg/Cluj-Napoca nach Bukarest wird langsamer fahren als in der Zwischenkriegszeit. Der halbe Kreis Mehedinţi wird in Temeswar/Timişoara wohnen, in Klausenburg dürften die Immobilienpreise weiterhin steigen, während im 90 Kilometer entfernten Zillenmarkt/Zalău die Zeit längst stehen geblieben ist. Genauso wie in Reschitza/Reşiţa oder in Vaslui, in Alexandria oder in Hunedoara. Und die Zahl der Auslandsrumänen wird weiterhin wachsen; wenn sie die Vier-Millionen-Marke noch nicht erreicht hat, dann dürfte dies 2018 geschehen. Mehr rumänische Kinder werden im westeuropäischen Ausland auf die Welt kommen als zwischen Altbeba/Beba Veche und Sulina. Und auf einer Autofahrt im August, von Temeswar nach Bukarest zum Beispiel, wird es fast genauso viele italienische, spanische, österreichische und deutsche Kennzeichen wie einheimische geben. Und in den Schulen und Universitäten wird die Verdummung des Durchschnittsschülers und -studenten weitergehen, aber zumindest das ist kein rein rumänisches Problem. Ein schwacher Trost, aber immerhin einer.


Lösungen für alle diese Probleme gibt es kaum


Jedenfalls sind sie von der gegenwärtigen politischen Klasse nicht zu erwarten. Auch vor hundert Jahren haben die Politiker des Altreichs so manchen groben Fehler gemacht, aber das Land hatte halt Glück. Viel Glück. Jetzt ist es wohl anders, allein die Lobeshymnen auf die mutigen Soldaten von Mărăşeşti dürften nicht mehr ausreichen. Und auch nicht, dass ab und wann etwas doch fertiggestellt wird, eine Strecke Autobahn, eine instandgesetzte Fernstraße, ein Wasser- und Kanalisationsnetz, eine Grünfläche irgendwo. Klar, man soll das alles nicht herunterspielen, schließlich kann sich ein Land wie Rumänien nur durch kleine Schritte entwickeln, eben auch durch solche.


Aber im Unterschied zu 1917/1918 scheinen Rumäniens Eliten nicht zu wissen, was sie mit dem Land machen sollen. Damals zumindest wussten der König und die tonangebenden Politiker, was sie wollten. Sie wollten Siebenbürgen, sie bekamen Bessarabien, die Bukowina und das Banat dazu. Was nun Rumäniens führende Schicht will, was das Volk will, und, natürlich, wie das Ziel erreicht werden soll, ist mehr als unklar. Am liebsten wohl weitermachen wie bisher. Die Stabilität des Instabilen bleibt ein rumänisches Geheimrezept. Zum erfolgreichen Sich-Durchwursteln. ADZ

 

223 (2017-08-25) News

Sporting

deklassiert FCSB

Champions-League eine Nummer zu groß für den rumänischen Fußball

 

Während die Fakten zur herben 1:5-Niederlage von FCSB Bukarest gegen Sporting Lissabon in der Play-Off-Runde zur Champions-League-Gruppen-Phase unwiderlegbar sind, gehen die Meinungen zur Zukunft der Mannschaft in den europäischen Fußball-Pokalwettbewerben auseinander. Der Torschütze Junior Morais will nämlich „in den europäischen Fußballfrühling einziehen“, sein Vereinsboss Gigi Becali wird hingegen in der rumänischen Sportpresse mit „die Europa-League interessiert mich nicht, wir werden da die Ersatzspieler einsetzen“ zitiert.


Der gesperrte Mihai Pintilii fehlte praktisch an allen Ecken und Enden. Für ihn war Filip ins defensive Mittelfeld gerückt, doch diesem fehlt momentan, nach einer langen Verletzungspause, die Spielpraxis. Genauso war der Mittelfeldspieler Constantin Budescu nach einer Verletzung nur eine Halbzeit lang mit von der Partie. Ganze neun Spieler standen in der Stammformation, die am Wochenende in der Meisterschaft gegen Juventus Bukarest entweder noch verletzt waren oder eine Ruhepause bekommen hatten. Es war ein wahrhaftiges Desaster, wie Sporting Lissabon die Bukares-ter vor eigenem Publikum ab der 60. Spielminute vorführte, nachdem das Hinspiel 0:0 ausgegangen und im Lager von FCSB eine wahre Euphorie aufgekommen war. Bis zur Pause schossen beide Mannschaften je einmal ein. Der für Bas Dost in der Startelf bevorzugte Doumbia sowie Junior Morais für FCSB erzielten die Treffer der ersten Halbzeit zum 1:1, das FCSB noch Hoffnung machte. Acuna, Gelson, der eingewechselte ehemalige Wolfsburger Dost sowie Battaglia verpassten den Bukarestern im zweiten Durchgang vier Tore zu einer letztendlich niederschmetternden Niederlage und schickten diese in die Europa-League.


Der FCSB-Geldgeber Becali kannte zwar die Überlegenheit der Portugiesen an, zeigte jedoch seinen Unmut und seine Enttäuschung, indem er sagte, man werde sich auf die interne Meisterschaft konzentrieren und in der Europa-League Ersatzspieler auflaufen lassen. Dabei ist offensichtlich was wir bereits hervorhoben, dass die Champions-League mindestens um einen Nummer zu groß ist für den rumänischen Fußball.

 

Dabei muss man wissen, dass es sich beim FCSB um den ehemaligen Club Steaua Bukarest, Gewinner im Fußball-Europapokal der Landesmeister von 1986, handelt. Der Verein hatte sich vor einem halben Jahr einen neuen Namen zulegen müssen und firmiert jetzt unter FCSB (Football Club Steaua Bucharest). Ein Gericht bestätigte, dass die Namensrechte an Steaua beim rumänischen Verteidigungsministerium liegen, das den Club 1947 gegründet hatte. Somit verwendete der Klub den Namen illegal. Um Probleme bei der Lizenzierung und dem Startrecht in internationalen Wettbewerben zu vermeiden, entschloss sich die Vereinsführung zu einer Namensänderung.

 

222 (2017-08-16) Medienbericht

So sieht Unterstützung aus

USA bauen Militärstützpunkt in der Ukraine nahe russischer Grenze

 

 

Laut Medienberichten arbeiten derzeit ukrainische und amerikanische Soldaten sowie zivile Baufirmen am Aufbau eines Marinestützpunktes in der südlichen Ukraine, nahe der seit 2014 russischen Halbinsel Krim, der gemeinsam genutzt werden soll.

 

Die Seestreitkräfte der US-Armee haben, so die Berichte, im April mit dem Bau des Operationszentrums für die ukrainischen Truppen in Ochakov begonnen. Ochakov ist eine kleinere südukrainische Hafenstadt wenige hundert Kilometer von der Halbinsel Krim entfernt. Es wird angenommen, dass sie anschließend von Militärpersonal der Ukraine für die Marine und für kombinierte Waffenübungen verwendet werden. Die Konstruktion läuft als Militärhilfe der Vereinigten Staaten zu seinem Verbündeten, sog. Foreign Military Construction Sales (FMCS).

 

Seabees [die Bautruppe der US-Army, Anm. d. Red.] hielten eine ehrenwerte Eröffnungszeremonie für ein Marineoperationszentrum an der Ochakov Naval Base, Ukraine, der 25. Juli“ heißt es in einem offiziellen Statement der US-Navy.

 

Der offizielle Befehlshaber wird die ukrainische Regierung sein, doch das Zentrum soll gemeinsam genutzt werden. Es werden also, regelmäßig, auch US-Navy-Truppen vor Ort sein – und das nur wenige hundert Kilometer von der neuen russischen Grenze an der Krim entfernt.

 

Der Beginn mit dem Bau in der Ukraine ist ein großer Erfolg“, sagte Lt. j.g. Jason McGee, officer in charge der Ukraine, und weiter:

 

Unsere Bemühungen, westliche Unterstützung in unserem Land zu sichern ist ein wesentlicher Faktor für unsere nationale Sicherheit und Verteidigungsinfrastruktur; Das Aufbauen und Erweitern von Beziehungen ermöglicht bilaterale Trainings- und Einsatzkapazitäten“.

 

Quellen:

life.ru

navy.mil

macedoniaonline.eu

 

221 (2017-08-14) Nina May aus Bukarest

Ein kulinarischer Sachsensommer in Siebenbürgen

Küche, Kultur

und Kirchenburgen

 

„Der Sommer ist unfehlbar die Jahreszeit der Sachsen!” Mit diesem Zitat beginnt die Broschüre „Rezeptheft aus dem Haferland” mit gesammelten siebenbürgischen Köstlichkeiten, herausgegeben von Claudia-Romana Rista, dem „Mädchen, das mit Blumen kocht”, und der Michael-Schmidt-Stiftung. Ein Sachsensommer wurde es gleich zweifach: Die mittlerweile fünfte Haferlandwoche (9.-14. August) schloss sich dieses Jahr fast nahtlos an das vermutlich größte Sachsentreffen aller Zeiten (4.-6. August) in Hermannstadt/Sibiu an.In der Welt zuhause, in Siebenbürgen daheim.“

 

Unter diesem Motto stand das 27. Sachsentreffen in Hermannstadt/Sibiu, an dem fast 18.000 Siebenbürger Sachsen aus dem Ausland teilnahmen.17.000 Sachsen aus Deutschland, über 200 aus Österreich und ein paar Hundert aus Übersee sind ins Land ihrer Wurzeln gekommen, um hier ihre siebenbürgische Seele zu streicheln. Eine Zahl, die ihre etwa 12.000 in Siebenbürgen verbliebenen Landsleute bei weitem übersteigt! Als eine der ersten, im 12. Jahrhundert von deutschen Siedlern gegründeten Niederlassungen ist Sibiu seit dem Mittelalter politisches Zentrum der Siebenbürger Sachsen, seit 1867 Bischofssitz der evangelischen Kirche A.B., seit 1990 Gründungsort und Sitz des deutschen Forums und war 2007 Kulturhauptstadt Europas - dank des damaligen Bürgermeisters und heutigen Staatspräsidenten Klaus Johannis.

 

Verschiedene Aktivitäten vor allem für sächsische Besucher – Feste, Wanderungen, Gottesdienste, Gedenkveranstaltungen, Konzerte etc. - gab es auch zwischen dem 29. Juli und dem 13. August in den sächsischen Gemeinden um Hermannstadt, im Harbachtal, in der Mediascher und der Mühlbacher Umgebung, im Repser und im Fogarascher Land sowie im Schäßburger Raum.

 

Die Haferland-Kulturwoche ist längst Tradition, das Programm wird mit jedem Jahr vielfältiger. Für dieses Jahr meldeten sich noch mehr Gemeinden aus der Region zwischen Reps/Rupea und Schäßburg/Sighişoara, dem sogenannten Haferland, an. Zu den Organisatoren gehörten in diesem Jahr die Michael-Schmidt-Stiftung, die Stiftung Adept, die Peter-Maffay-Stiftung, der Mihai Eminescu Trust sowie der Verein der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Zielgruppe waren zum einen die Siebenbürger Sachsen, die zum großen Sachsentreffen anreisten, aber auch rumänische und ausländische Touristen, die das Haferland als lohnendes Reiseziel für sich entdeckten – Tourismus ist immerhin ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die lokalen Einwohner auf dem Land. Diese Bestrebungen wurden auch von Tourismus-Spezialisten gewürdigt: durch die Verleihung eines Preises im Rahmen des eTravelAwards 2016-Wettbewerbs in der Kategorie Best Destination Campaign, wie die Michael-Schmidt-Stiftung mitteilt.

 

Mit üppigen sächsischen Brunches in romantischen Kirchhöfen, Orgelmusik in Kirchenburgen, Open Air Konzerten und Filmen in malerischer historischer Kulisse, Theatervergnügen auf Sächsisch, einem traditionellen sächsischen Ball und viel Gelegenheit zur sportlichen Betätigung in der Natur erwarteten in diesem Jahr zehn Gemeinden - Deutsch-Kreuz/Criţ, Deutsch-Weißkirch/Viscri, Klosdorf/Cloaşterf, Meschendorf, Reps/Rupea, Radeln/Roadeş, Keisd/Saschiz, Bodendorf/Buneşti, Hamruden/Homorod und Arkeden/Archita – schätzungsweise mindestens 5000 Besucher.


Liebe geht durch den Magen


Das Motto der diesjährigen Haferlandwoche lautete, frei übersetzt, „Sächsische Traditionen in märchenhaften Kreationen” („Tradiţii săseşti in bucate de poveşti”) und richtete sich an alle, die sächsische Spezialitäten kennenlernen wollen. Vor allem aber sollte die sächsische Jugend aus Deutschland zu einer kulinarischen Zeitreise in die Küche ihrer Großeltern und Urgroßeltern verführt werden. Liebe geht bekanntlich durch den Magen, Heimatliebe macht bestimmt keine Ausnahme...

 

In diesem Sinne begann die Haferlandwoche mit einem Brunch mit lokalen Spezialitäten am 9. August in Arkeden. In der Scheune des Pfarrhauses servierte am 10. August Deutsch-Weißkirch traditionelle Gerichte, am Abend gab’s ein Speck-Picknick im Freien. Zum sächsischen Frühstück im Kirchhof lud am 11. August Bodendorf ein; Keisd bot an diesem Tag einen musikalischen Brunch, zubereitet von den Frauen der Nachbarschaft; in Deutsch-Kreuz konnte man abends sächsische Party-Häppchen auf dem Ball probieren.

Interessant wurde es am 12. August in Meschendorf: Dort (und in Deutsch-Kreuz) lebten kurz vor der Zeit des Kommunismus zwei italienische Brüder, die sich auf die Kunst der Hartkäse- und Parmesanherstellung verstanden. Heute führt eine italienisch-rumänische Familie diese Tradition fort. Besucher können dort die italienische und sächsische Küche probieren oder sich in einem Workshop zur Herstellung von „Meschendorfer Parmesan” inspirieren lassen.

Ob der „Weg des Brotes“ am 12. August im Rahmen der Aufführung traditioneller Volksbräuche, Musik und multikultureller Tänze in Reps, geboten vom Ensemble „Junii Cetății“, auch Kostproben beinhaltete?

Am Tag von Deutsch-Kreuz, dem 13. August, wurden alte Rezepte dann nach aktuellen Trends kreativ abgewandelt. Das „Mädchen, das mit Blumen kocht”, setzt, so die Broschüre, auf Rharbarber, Rosinen, Sauerkirschen oder grüne Stachelbeeren, sogar in pikanten Gerichten. Aber auch klassische Rezepte wie Hanklich, Rhabarberkuchen, Roulade mit Faschiertem (Hackbraten) und Hühnersuppe mit hausgemachten Nudeln gehören zum Repertoire. Wer jetzt immer noch nicht satt wurde, konnte abschließend nochmal am 14. August: beim traditionellen Brunch in Klosdorf essen.


Radeln, wandern, Tanzbein schwingen


Die Extra-Kalorien konnte man am Freizeit-Kulturtag, dem 11. August, so richtig abstrampeln, als es morgens von der Kirchenburg Bodendorf mit speziellen Führern auf dem Fahrrad durch die herrliche Landschaft nach Meschendorf ging. Zwischenstopps luden zum Genießen, Erzählen und Besichtigen ein. Wer nicht radeln wollte, konnte im Pferdewagen mitfahren. 

Auch auf Schusters Rappen ließen sich kulinarische Sünden abbüßen: Täglich wurde Gelegenheit zu geführten Touren geboten, zur Bauernburg von Keisd, zur Teufelsbach-Schlucht in Meschendorf oder auf der Strecke zwischen Arkeden und Radeln. Nicht zuletzt lud der sächsische Ball in Deutsch-Kreuz am 11. August zum Tanzbein-Schwingen und Hüftspeck-Schmelzen ein. Ob das sächsische Theaterstück „De Diätkur”, am 10. August in Hamruden präsentiert, auch den gewünschten Effekt zeigte?

 

Vor allem eine „Kulturwoche”...


Zumindest verbal gesättigt, widmen wir uns endlich der Kultur. Besondere musikalische Appetithappen: Zur Feier des 200-jährigen Bestehens der Thois-Orgel in Deutsch-Weißkirch fand am 10. August das Jubiläums-Konzert „Ein feste Burg“ mit Jürg Leutert und Ensemble statt. Am 11. August folgte auf das Orgelkonzert in Keisd ein bunter „Musical Brunch“ mit den „Towersey Morris Men“, der „Berkamstead Ukulele Band“, den „Căluşari“ aus Birthälm/Biertan und der Gruppe „Românaşul“ aus Keisd. Auf dem sächsischen Ball am selben Abend in Deutsch-Kreuz spielte die „Feeling Band“. Ein Highlight war das Klavierrecital mit audiovisueller Präsentation „Auf den Spuren des Wunderkinds von Siebenbürgen, Carl Filtsch“, präsentiert von Brigitte Drodtloff in Deutsch-Kreuz am 13. August. Einen Stilmix an Musikrichtungen gab am selben Ort und Abend das Acker-Quartett in der Kirchenburg zum Besten. Frontsängerin Petra Acker besticht durch ein vielfältiges Repertoire und experimentiert mit einer faszinierenden, dunklen Stimme. Natürlich mangelte es an allen Orten auch nicht an traditionellen Tänzen und Blasmusik. Ein Theaterstück in sächsischem Dialekt bot Lidertrun in Hamruden, erstmals Teilnehmer an der Haferlandwoche, mit alter Musik und unter Teilnahme der Jugendtanzgruppe aus Biberach.


Freunde des traditionellen Handwerks kamen in Keisd und Bodendorf auf ihre Kosten: In Keisd gab es eine Töpferwerkstatt, in der die früher typische, aparte, blau-weiße Keramik wieder hergestellt wird. Auf einem kleinen Markt konnte man dort auch lokale Produkte und Souvenirs erstehen. In Bodendorf demonstrierten Handwerksmeister die einst verbreiteten Aktivitäten im Haferland: Gerben, Nähen, Filzen, Sticken oder Schreinern.

Mit Ausstellungen zu Malerei, Handarbeit und Weberei und einer Filmvorführung auf der Bauernburg lockte Reps am 12.8.: Gezeigt wurde der Film „Paşaport de Germania“ über den Freikauf der Deutschen im Ceauşescu-Regime „...aber in Deutschland war ich der Rumäne“ von Răzvan Georgescu. 

 

Erinnerungen der Sachsen und Dorfleute“ wurden in Bodendorf (11.8.) wiederbelebt, während Deutsch-Kreuz (13.8.) mit „Erinnerungen an die Zukunft der sächsischen Dörfer“ den sächsischen Jugendlichen aus Deutschland kulturelle Werte und Reize Siebenbürgens, sowie Zukunftschancen in Siebenbürgen und Rumänien nahe brachte. Mit einer lustigen Schatzsuche mit Preisen für die Gewinner endete die fünfte Haferlandwoche in Klosdorf (14.8.). ADZ

 

220 (2017-08-12) Dan Caramidariu aus Bukarest

Wenn`s um die Wurst geht...

Schwarze rumänische Zahlen

für deutschen Wurstfabrikanten

 

Der deutsche Wurstwarenhersteller Reinert, der nördlich von Kronstadt/Braşov seit 2007 eine Fabrik betreibt, konnte im vergangenen Jahr seinen Rumänien-Umsatz bis auf 89 Millionen Lei (etwa 20 Millionen Euro) erhöhen. Dies entspricht einem Wachstum im Vergleich zu 2015 von 18 Prozent.

 

Dies geht aus einer Analyse der Bukarester Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“ hervor, die sich auf Informationen des Finanzministeriums bezieht. Seit fünf Jahren wächst das Reinert-Geschäft in Rumänien ununterbrochen, 2011 lag der Umsatz des Fleischwarenfabrikanten bei 52 Millionen Lei. Die Gewinne des Unternehmens nahmen jedoch 2016 im Vergleich zu 2015 ab, sie lagen im vergangenen Jahr bei 1,3 Millionen Lei. Mehrere Jahre hindurch, zwischen 2010 und 2014, hatte die Rumänien-Niederlassung von Reinert rote Zahlen geschrieben, die Gesamtverluste bezifferten sich für diese Zeitspanne auf 13,4 Millionen Lei. Reinert stellt mehrere Salami-, Schinken-, Würste- und Leberwürste-Sorten her und ist unter anderem auf Produkte für Kinder spezialisiert.

Reinert-Produkte werden im fast ganzen rumänischen Einzelhandel angeboten. 1931 in Westfalen als Familienunternehmen gegründet, zählt die Reinert-Unternehmensgruppe zu den mittelgroßen deutschen Wurstwarenhersteller. Sie beschäftigt insgesamt 1200 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Gesamtumsatz von 325 Millionen Euro.

 

219 (2017-08-11) News

Pink überzeugte mit Auftakt am "Sziget"

Bis 15. August läuft

das Festival in der ungarischen Hauptstadt

 

 

Mit einer spektakulären Live-Show eröffnete Sängerin Pink am Mittwoch das Sziget Festival in Budapest. Eineinhalb Stunden lang heizte sie dem Publikum mit Tänzerinnen, Pyrotechnik und einer Flug-Einlage ein, posierte auch für das ein oder andere Selfie – und entschädigte damit für ihre Kollegin Rihanna, die im Vorjahr mit einem lieblosen Auftakt enttäuscht hatte. Für eine Woche verwandelt sich die Budapester Hajógyári-Insel wieder in eine Party-Stadt auf Zeit, 500.000 „Szitizens“ aus aller Welt werden erwartet. Am Mittwoch wurde übrigens der achtmillionste Besucher der Sziget-Geschichte gezählt – die Studentin aus Rumänien bekam einen Festivalpass auf Lebenszeit. Das wohl größte Festival Europas feiert heuer 25. Geburtstag, das Jubiläums-Line-up blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück: Bis 15. August treten Acts wie Kasabian, Mando Diao, Macklemore & Lewis, Wiz Khalifa, PJ Harvey, Bad Religion, Interpol und Birdy in der ungarischen Hauptstadt auf. Die wichtigsten Konzerte der sieben Festivaltage sind täglich ab 16 Uhr auf der Homepage des Veranstalters sowie bei ARTE online im Live-Stream zu sehen.

 

218 (2017-08-06) News

Kroatien vertrocknet und verdurstet

Hitzeplage über Süd-

und Südosteuropa

 

Der Preis ist heiß: eine Dose Bier, wenn Milan Škobalj beim Gießen am Ende des Gartens angelangt ist. Doch es ist nur ein Etappensieg. Gleich geht es am anderen Ende des Gartens mit dem Gießen von vorn los. In Dubrovnik wurden Freitag schon um acht Uhr in Früh 37 Grad im Schatten gemessen. Im Hinterland steigt die Quecksilbersäule seit Tagen auf 40 Grad und mehr an. Ganz Südeuropa und besonders der Balkan leiden unter der Hitze. Das heißeste Land Europas ist derzeit Kroatien.

 

Nicht einmal der Sprung ins Wasser bringt Erleichterung. In Süddalmatien hat die Adria die 27-Grad-Marke geknackt, in Istrien, wo das Wasser flacher ist, wurden sogar 29 Grad gemessen. Und noch bevor man nach dem Bad den Liegestuhl oder die Poolbar erreicht hat, rinnt der Schweiß erneut in Strömen.

 

"Wenn man das Smartphone mal nicht dabei hat, ist das ärgerlich, aber keine Katastrophe. Bei der Wasserflasche ist es genau umgekehrt", sagt der Dubrovniker Arzt Henryk Domeš. Es sollte stilles Wasser sein, nicht mit Kohlensäure versetzte "Rülps-Wasser", was Nordlichter bevorzugen. In Dubrovnik (Bild oben) kann man das sogar aus den Trinkbrunnen zapfen.

 

Ein Ende ist nicht abzusehen. Der Wetterdienst verspricht frühestens für Ende dieser Woche "Erleichterung": Werte um die 30 Grad. Ob es zu Mariä Himmelfahrt den ersten Regen gibt, wie es eine Bauernregel weiß, ist so sicher nicht. "Das Klima wandelt sich", sagt Maria, die Tomaten auf dem Markt in Dubrovnik verkauft.

 

217 (2017-07-31) Presseinformation

Prinz Charles unterstützt Invictus-Teilnehmer

15 rumänische Soldaten bereiten

sich auf die Spiele in Toronto vor

 

Der britische Thronfolger, Prinz Charles, greift den rumänischen Teilnehmern an der diesjährigen Ausgabe der „Invictus“-Spiele, der weltweit größten Sportveranstaltung für kriegsversehrte Veteranen, unter die Arme. 

 

Wie die Stiftung des Prinzen von Wales diese Tage mitteilte, übernimmt sie die Kosten für die von drei rumänischen Militärangehörigen benötigten handbetriebenen Spezial-Fahrräder für beinamputierte Veteranen sowie für eine vom einzigen Leichtathleten des rumänischen „Invictus“-Teams benötigte Beinprothese.

 

Insgesamt bereiten sich 15 kriegsversehrte rumänische Militärangehörige – allesamt während Afghanistan-Einsätzen schwerverletzt – schon seit Monaten darauf vor, in den diesmal in der kanadischen Metropole Toronto im Zeitraum 23. - 30. September 2017 ausgetragenen sportlichen Wettkämpfen antreten zu können.

 

Die „Invictus“-Spiele wurden bekanntlich von Prinz Harry, dem jüngeren Sohn des britischen Thronfolgers, ins Leben gerufen – sie sollen kriegsversehrten Veteranen mit Hilfe des Sports den Weg zurück ins

Leben erleichtern.

 

Die Invictus Games sind eine paralympische Sportveranstaltung für kriegsversehrte Soldaten, die 2014 erstmals in London im Queen Elizabeth Olympic Park ausgetragen wurde. Die Sieger und Platzierten erhielten Medaillen und Urkunden, aber es wurde ausdrücklich kein offizieller Medaillenspiegel nach Nationen erstellt.

Die zweite Austragung der Invictus Games fand vom 8. Mai 2016 bis zum 12. Mai 2016 statt. Austragungsort war der ESPN Wide World of Sports Complex in Orlando (Florida).

Das Wort invictus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet unbesiegt, unbezwungen.

 

216 (2017-07-25) Presseinformation

Luther und

Osteuropa

Die Reformation

und ihre Folgen

 

Soeben erschien ein 60-seitiger, reich bebilderter Wegweiser zu Stätten der Reformation im östlichen Europa: Ausgehend von Wittenberg werden wichtige Orte der protestantischen Kirchengeschichte in Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien sowie in der russischen Exklave Kaliningrad vorgestellt.

Das Heft ist in sechs Sprachfassungen erschienen — deutsch, polnisch, tschechisch, slowakisch, ungarisch und rumänisch. Es wird einschlägigen Institutionen und Gemeinden zur Verteilung an ein interessiertes Publikum während des Reformationsjubiläumsjahres zur Verfügung gestellt. Der Wegweiser ist aus einer Kooperation zwischen dem Deutschen Kulturforum östliches Europa Potsdam mit dem Zentrum für Kultur/Geschichte Niederjahna hervorgegangen und wurde vom Auswärtigen Amt gefördert.

Das im ehemaligen Rittergut Jahna bestehende „Zentrum für Kultur//Geschichte“ widmet sich nicht nur der Geschichte des sächsischen Adels, es konzipiert Ausstellungen, gibt Publikationen heraus, erarbeitet Museumskonzeptionen, organisiert Tagungen und ist recherchierend tätig. Als Verlag veröffentlicht es nicht nur Bücher, sondern auch die regelmäßig erscheinenden Sächsischen Heimatblätter.

Anfragen und Vorschläge für die Verteilung sind zu richten an:

Deutsches Kulturforum östliches Europa

Berliner Straße 135 Haus K 1

14467 Potsdam

Tel. +49 (0331) 200980

deutsches@kulturforum.info

 

Donath, Matthias; Dannenberg, Lars-Arne; Roth, Harald: Das Erbe der Reformation im östlichen Europa. Orte evangelischer Kultur und Geschichte in Polen, Russland, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien, Potsdam 2017. Eine Publikation des Deutschen Kulturforums östliches Europa und des Zentrums für Kultur/Geschichte. Gefördert durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland.

 

215 (2017-07-25) Pressemitteilung

Monatsticket

für 16 Cent

18-jähriger E-Ticket-Hacker                                                    in Ungarn festgenommen

 

Wer eine Sicherheitslücke an ein Unternehmen meldet, sollte es dafür eigentlich nicht mit der Polizei zu tun bekommen. Doch ein Schüler in Ungarn wurde festgenommen, nachdem er Schwachstellen im neuen E-Ticket-System der Budapester U-Bahn gefunden hatte.

 

Ein 18-jähriger Schüler aus Ungarn hat eine Schwachstelle im E-Ticketing-System der Nahverkehrsbetriebe in der ungarischen Hauptstadt Budapest gefunden und wurde kurz nach Meldung der Probleme an das Unternehmen festgenommen. Das System wird von T-Systems Hungary betrieben. Das Unternehmen gehört zum ungarischen Telekommunikationsanbieter Telekom Hungary.

Dem Schüler gelang es, einen beliebigen Preis für ein Monatsticket festzulegen und sich ein gültiges Ticket auszustellen. Statt 9.500 Forint (etwa 30 Euro) bezahlte er mit 50 Forint nur noch etwa 16 Cent für das Ticket. Diesen Fehler meldete er ohne vorherige öffentliche Bekanntmachung an den Nahverkehrsbetreiber BKK (responsible disclosure). Trotzdem wurde er am Tag nach der Meldung vorübergehend festgenommen. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß. Unklar ist, ob ihm nun eine Anklage droht.

 

Betreiber sah Angriff auf IT-Systeme


Offenbar hatte der Betreiber des Systems, die Firma T-Systems Hungary (Ungarn) die ungewöhnlichen Anfragen des Schülers als Angriff interpretiert und im Rahmen der ungarischen Meldepflicht für IT-Vorfälle an die Behörden gemeldet. Dazu gehöre eine Anzeige gegen unbekannt, wie ein Sprecher der T-Systems International Golem.de sagte. T-Systems Hungary gehörte zum internationalen Konzern, wurde jedoch vor einigen Jahren an die Hungary Telekom verkauft. An der Hungary Telekom wiederum hält die Deutsche Telekom 59 Prozent der Anteile, der Rest der Anteile gehört dem ungarischen Staat.

 

Das E-Ticketing-System der BKK ist derzeit offenbar abgeschaltet und wird vermutlich überarbeitet, genauere Informationen dazu liegen uns jedoch bislang nicht vor. Laut eines Blogposts, der die Geschichte des Schülers erstmals öffentlich machte, soll T-Systems Hungary pro Monat rund 80.000 Euro für den Betrieb des Ticketing-Systems erhalten. Für diese Information gibt es jedoch keine offizielle Bestätigung.

Das System soll weitere Schwachstellen haben. Die Passwörter werden angeblich im Klartext gespeichert und Nutzern bei einer Passwort-vergessen-Anfrage auch im Klartext per Mail übersendet. Ob das dafür verantwortliche System ebenfalls von T-Systems Hungary oder einem anderen Zulieferer stammt, ist derzeit nicht bekannt.

 

214 (2017-07-21) Bernd Jürgen Morchutt

Hinterhöfe

sind beliebte Ausflugsziele

Bären verlieren

ihre Reviere

und suchen neue

 

Bei uns in Mitteleuropa ist die Chance, einem wilden Braunbären zu begegnen, verschwindend gering. Doch in Skandinavien und vor allem in Südosteuropa passiert das sehr häufig. Dort gibt es noch größere Bärenpopulationen und in einigen Gegenden streift "Meister Petz" auf seiner Nahrungssuche auch durch die Dörfer und Städte.

 

Sonnenbad mit Bär?

 

So wie an jenem Mittwoch im Juni, gegen 14 Uhr. Eine junge Frau beabsichtigte, auf der Terrasse ihres Elternhauses in der Oberen Vorstadt von Kronstadt/Braşov in Siebenbürgen, ein Sonnenbad zu nehmen. Sie kam jedoch nur wenige Schritte aus dem Haus, als sie einen ruhig vorbei spazierenden Braunbären sah. Sie machte auf der Stelle kehrt und rief den Notdienst 112 an. Eine Einsatzmannschaft war auch in wenigen Minuten vor Ort, doch der Bär – wohl selbst ein wenig erschrocken – hatte sich in den angrenzenden Wald geflüchtet. Der Zwischenfall erfolgte zwei Tage nachdem ein Bär - vielleicht sogar derselbe? - keine 300 Meter weiter, eine Ziege getötet hatte. 

Die Obere Vorstadt von Kronstadt ist ein Stadtteil, der sich in einem enger werdenden Tal bis zum Salomon-Felsen erstreckt und von Bären oft besucht wird. Es ist das Bergmassiv Piatra Craiului, das nach Braşov heranreicht - die Königsteiner Alpen, Heimat von Wolf, Luchs und Braunbär. Oft enden die Hnterhöfe von Reihenhäusern direkt am Waldrand.

Kein Wunder also, wenn die Bären auf der Suche nach leckerem Fressen durch die Gärten streichen und nicht selten auch einen Hühnerstall heimsuchen. 

Wandererlebnisse

 

Doch auch beim Wandern sollte man auf eine Begegnung mit einem solchen kraftvollen „Kuscheltier“ gefasst sein. Ein amerikanischer Tourist wurde im vergangenen November ins Kronstädter Kreiskrankenhaus eingeliefert, nachdem er beim Salomon-Felsen/Pietrele lui Solomon von einem Bären angegriffen worden war. Der 20-Jährige erlitt leichte Verletzungen am linken Unterarm. In dieser Gegend wird, besonders an Sommer-Wochenenden, häufig gegrillt. Da viele Touristen und Ausflügler „vergessen“, den Abfall wegzutragen, geraten die Bären aus dem nahe gelegenen Wald in große Versuchung. Gleich nach dem Vorfall durchsuchten Gendarmen, Polizisten und Jäger den Wald in der Nähe des Salomon-Felsens. Das Tier wurde jedoch nicht gefunden. Deshalb sollten Besucher nur die markierten Wanderwege benutzen. In Gruppen und bei Tageslicht sind die Chancen geringer, eine bedrohliche Begegnung zu erleben. Falls trotzdem ein Bär auftaucht, muss man wissen, dass das Tier erst dann attackiert, wenn es sich in Gefahr fühlt.

Bärenparadies Siebenbürgen

 

In Rumäniens Karpaten leben noch rund 5.500 Braunbären auf einer Fläche von der Größe Bayerns. Es ist der größte Bärenbestand Europas außerhalb Russlands und die mit Abstand größte Population in der Europäischen Union.

 

Die Behörden in Braşov haben reagiert. Die Abfallbehälter werden häufiger entleert, die Container schließen besser als früher, Schilder warnen vor den Bären.

 

Kriminelle Profitsucht

 

Die bisher geschilderten Vorkommnisse sind nicht der Kern des Problems. Diese erzeugen nur Angst und negative Emotionen. Lenken von den eigentlichen Tatsachen ab. Machen Tiere zu Feindbildern.

 

Illegale Abholzung ist in Rumänien für den Tod hunderter Bären verantwortlich. Durch die Zerstörung ihrer Lebensräume werden sie in menschliche Siedlungen getrieben – und dort sehr oft abgeschossen

Ob Papier vom Schreibwarendiscounter, Möbel oder Holz im Baumarkt: Wir Verbraucher/innen vertrauen darauf, dass Produkte mit dem Siegel der Organisation Forest Stewardship Council (FSC) nicht aus dem Kahlschlag geschützter Wälder stammen. Doch der Schein trügt. Die Wirklichkeit sieht oft ganz anders aus.

In Rumänien ist einer der größten Holzkonzerne Europas in illegale Abholzungen verstrickt. Skrupellose Holzfäller vertreiben dabei geschützte Braunbären aus Europas letzten Urwäldern, bestechen Beamte und schüchtern Umweltaktivisten vor Ort mit Gewalt ein. Trotz seiner Geschäfte mit dieser Holzmafia, führte der österreichische Schweighofer-Konzern über Jahre das renommierte FSC-Siegel – und machte damit auch in Deutschland ein sehr gutes Geschäft.

 

Doch die zahlreichen Proteste in Rumänien, Österreich und Deutschland veranlassten den FSC, im Januar 2017 folgende Presseerklärung herauszugeben: „Der Forest Stewardship Council (FSC) hat entschieden, die laufende Bewährung gegen die österreichische Schweighofer Gruppe aufzuheben und sich von der Unternehmensgruppe zu trennen.“ 


Nicht die Bären stellen eine Gefahr dar.

Unser größter Feind ist der Mensch!

BJM

 

213 (2017-07-19) Erwin Hellmann aus Brașov in Rumänien

Woher kommen die Sinti?

Aus Indien?

Kurze Skizze

aus der Geschichte 

der Zigeuner

 

In der monumentalen „Geschichte des Eisens“ von Ludwig Beck (siehe unten) - dem Vater von General Ludwig Beck, einem deutschen Heeresoffizier, der sich am versuchten Staatsstreich vom 20. Juli 1944 gegen Adolf Hitler beteiligte und in dem Zusammenhang zum Selbstmord gezwungen wurde - habe ich einen Abschnitt über die Zigeuner gefunden. Da dieser sich auch auf Siebenbürgen bezieht, könnte er auch für uns Heutige interessant sein.

Es folgt dieser Abschnitt ungekürzt und mit der Orthographie des ausgehenden 19. Jahrhunderts, also noch bevor die Reform der deutschen Sprache von Duden eingeführt wurde.

 

Beck schreibt:

 

„Europa kam mit der Eisenindustrie der Indier nicht allein durch den Handel in Berührung sondern die indische Eisengewinnung ist im Mittelalter direkt nach Europa importiert worden durch die Zigeuner. Dass diese aus Indien stammen kann nicht mehr bezweifelt werden, wenn sie sich auch selbst, um sich ein größeres Ansehen zu geben und um als von Jerusalem heimkehrende Pilger sich Schutzbriefe zu erwirken, Ägypter oder eigentlich Pharao Nephek, ‘Volk Pharaos’, genannt haben. Ihre Sprache ist mit dem Sanskrit nahe verwandt. Sie wandern heute noch zahlreich in lndien und Persien. Einer der Namen, die sie sich selbst beilegen ist Sinte, d. h. Indier. In Aserbidscham (heute Aserbeidschan) im nördlichen Persien nennt man sie Hindu Karusch, d. h. schwarze Indier. In Syrien heißen sie Kabuli, d. i. Leute aus dem Kabulthal. Diese Namen geben uns nähere Aufklärung über ihre Herkunft. Sie stammen aus dem nördlichen Indien.

 

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie einen Stamm bildeten, ähnlich den oben erwähnten Kohata, die das Schmiedegewerbe, namentlich die Gewinnung und Verarbeitung des Eisens als Hauptbeschäftigung schon in ihrer Heimat betrieben und die durch Timurs Kriegszug nach Indien 1398 aus ihrer Heimat verdrängt wurden. Es ist leicht möglich, dass Timur, der in vielen Dingen an die großen Kriegsfürsten Assyriens erinnert, den ganzen Stamm mit Gewalt fortgeführt hat, ähnlich wie er alle Schmiede und Eisenarbeiter aus Damaskus nach seiner Hauptstadt Samarkand und nach anderen Städten geschleppt hat. Es gelang ihm aber nicht, die Zigeuner anzusiedeln, wie sie auch in ihrer eigenen Heimat wahrscheinlich nicht sesshaft gewesen waren und so hatte diese gewaltsame Wegführung nur zur Folge, dass sie sich, ähnlich wie durch gleiche Veranlassung die Juden, über die ganze Welt verbreiteten. Sicher ist, dass sie sich zum Anfang des 15. Jahrhunderts zuerst über Westasien, dann über ganz Europa und Nordafrika ausbreiteten.

 

Am meisten folgten sie den Kriegs- und Siegeszügen der Türken. Noch heutzutage sind sie in der Türkei am zahlreichsten, wo etwa 200.000 leben, danach sind sie am meisten verbreitet in den Grenzländern der Türkei, besonders in Siebenbürgen und Ungarn. In Siebenbürgen betreiben sie noch das Goldwaschen und dort nennt man diese Goldwäscher Rudari oder Aurari. In der Türkei wie in Ungarn und Siebenbürgen beschäftigen sie sich noch ganz vorzugsweise mit der Gewinnung und Verarbeitung des Eisens. Diese Schmiedezigeuner heißen in der Türkei Demirdschiler. Sie bekennen sich zu der mohammedanischen Religion, durchziehen hausierend das Land und kommen nur selten nach Konstantinopel, wenn dies geschieht, so kampieren sie in schwarzen Filzzelten außerhalb Pera bei dem Kavilierplatz. 

 

In Siebenbürgen und Ungarn betreiben sie neben dem Schmiedehandwerk und der Drahtflechterei auch noch die Gewinnung des Eisens. Ihr Verfahren ist höchst einfach und gleicht außerordentlich dem Verfahren der Kohata und der Schmiede von Orissa. Das Schmelzen geschieht in einfachen Gruben, die in die Erde gegraben sind, mit Hilfe von Handbälgen. Diese Schmelzvorrichtungen der Zigeuner heißen im Volksmunde Heidenfeuer. Die Schmiede in Südungarn, sowie zum Teil selbst die slowakischen Draht- und Blecharbeiter, die besonders als Mausfallenhändler Deutschland durchziehen und an einzelnen Orten, wie z. B. in Schierstein bei Wiesbaden, förmlich Kolonien gebildet haben, beziehen, bzw. bezogen früher in ihrer Heimat ihr Eisen vielfach von den ‘Heiden’, d. h. von den Zigeunern.“

So weit Beck. 

 

Zigeuner (Sinti und Roma) im heutigen Rumänien, wo nach inoffiziellen Schätzungen mindestens vier Mio. Angehörige dieser Minderheit leben

Eine Romni (Roma - Mehrzahl männlich, mitunter auch rom; Einzahl männlich: rom, Einzahl weiblich: romni, Mehrzahl weiblich: romnija) bietet verzinkte Kessel auf dem Markt von Prizren (Kosovo) an

Hier will ich noch eine selbst erlebte Begebenheit vom Ende der 50er Jahre erzählen: Im Traktorenwerk brauchte man für die Holzkisten, in denen die Traktoren exportiert wurden, viele Holzbohrer. In der gut eingerichteten Werkzeugmacherei des Werkes gelang es nicht, diese Bohrer in entsprechender Qualität herzustellen. Da stellte sich ein „Bulibaşa“ ein und versprach für einen annehmbaren Preis, diese Bohrer in der benötigten Anzahl und Güte zu produzieren. Seine Bedingung war, ihm eine bestimmte Quantität eines ganz normalen Baustahles zur Verfügung zu stellen und ihm einen Raum außerhalb der Hallen anzuweisen, zu dem niemand Zutritt erhalten dürfe.

 

Der damalige Chef des Werkzeugbaus (der an der Hochschule einer meiner Lehrer war), akzeptierte die Bedingungen unter dem Spott seiner Kollegen. Aber der Zigeuner (damals wussten wir von Sintis und Romas noch nichts) hielt Wort, noch viele Jahre später waren die „sfârleze ţigăneşti“ (Zigeunerbohrer) von den Tischlern sehr gesucht.

 

„Die Mehrheit der deutschen Zigeuner bezeichnet sich als Sinti; die internationale Zigeunerbewegung bezeichnet das Volk der Zigeuner als Roma.“ Wikipedia


Literaturhinweis: Beck, Ludwig: Die Geschichte des Eisens. Bd. 1: Von der ältesten Zeit bis um das Jahr 1500 n. Chr. Braunschweig, 1884


Aus: ADZ - Karpatenrundschau, 14.Juli 2017 

Der Diplom-Ingenieur Erwin Hellmann, der am 28. April seinen 82. Geburtstag feierte, wurde 1935 in Kronstadt/Brașov geboren, hat die schulische Ausbildung wie auch seine Fachausbildung an der technischen Universität in seiner Geburtsstadt durchgeführt. Nach seinem beruflichen Leben hat er sich besonders für seine Mitmenschen, sowohl als Kurator des Kronstädter Kirchenbezirkes als auch der Honterusgemeinde, eingesetzt, war ein Vorreiter für die Gründung des Kronstädter Altenheimes Blumenau, hat sich bei der Restaurierung der Schwarzen Kirche und der Buchholzorgel bleibende Verdienste erworben, hat bei der Gründung des Kronstädter Forums nach der Wende mitgewirkt und als Mitglied dessen Vorstandes viel Initiative an den Tag gelegt.

Für seinen Einsatz im Dienste der Gemeinschaft wurde Hellmann 2011 mit der Honterus-Medaille des Siebenbürgenforums und 2014 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

 

Erwin Hellmann (im linken Foto links) erhielt 2011 die Honterus-Medaille. Konsulin Judith Urban überreichte 2014 Erwin Hellmann die Verleihungsurkunde und das Verdienstkreuz
 

Fotos: Richard Sterner; Andrey Kolobov

 

 

212 (2017-07-15) Hanno Vollenweider

Ungarn gehört zu den sichersten Ländern

Dank Viktor Orban

und seiner Regierung

 

Während insgesamt mehr Länder friedlicher geworden sind, bescheinigt eine aktuelle Studie den USA und Europa eine zunehmende Unsicherheit. Der Grund sei vor allem der Vertrauensverlust der Menschen in die Politik und damit verbunden die Destabilisierung demokratischer Systeme.

Diese Nachricht wird vielen EU-Regierungschefs und Mainstreammedien gar nicht schmecken: Ungarn, das Land in dem Viktor Orbán seit 2010 das Amt des Premierministers bekleidet, rangiert laut der jährlichen Studie über die sichersten Länder des Erdballs des »Global Peace Indes« auf Rang 15. Das ist seit dem vergangenen Jahr eine Verbessserung um vier Plätze.

Bei der Verkündigung der Zahlen durch den ungarische Kanzleramtsminister János Lázár (im Bild links) während der Pressekonferenz der Regierung am vergangnen Donnerstag konnte man ihm den Stolz förmlich ansehen, und damit nicht genug: das Ziel sei es – so die Vorgabe des Premiers Orbán – das Land in den nächsten Jahren unter die Top-Ten zu befördern. In der Studie des australischen Institute for Economics and Peace (IEP) werden 163 Staaten nach ihrer Sicherheitslage im Jahr 2016 bewertet.

Europa wird seit der ersten Erhebung des Global Peace Index im Jahr 2007 als die friedlichste Region der Welt geführt. Von den zehn sichersten Staaten liegen sieben auf dem alten Kontinent, Deutschland allerdings nimmt wie im Vorjahr den 16. Platz ein .

Als sicherstes Land gilt Island, gefolgt von Neuseeland und Portugal. Großbritannien und Frankreich erreichen die Plätze 41 und 51, die USA liegen mit Rang 114 im unteren Mittelfeld. Die Türkei rangiert auf

Platz 146, die Ukraine landet an 154. Stelle. Das unsicherste Land

(Rang 163) ist Syrien.

 

Das sei ein großer Erfolg, denn nach dieser Einschätzung gehöre Ungarn bereits heute zu den sichersten Ländern der Welt. Dabei hatte der Zustand der öffentlichen Sicherheit im Zeitraum 2006-2010 noch eines der größten Defizite zu beklagen, erinnerte der Minister, um anzufügen, die Orbán-Regierung habe seither ihr Programm zum Schutz der Bürger verwirklicht, die Zahl der Straftaten sei deutlich gesunken.

 

Damit war er beim ewigen Thema Migration angelangt, mit der üblichen These, wonach die ungarische Regierung die Migration nicht organisieren, sondern stoppen wolle. Neu war jedoch der Hinweis des Ministers, wonach der Druck aus Afrika solange nicht wirklich abnehmen kann, wie sich Deutschland nicht in die Konsolidierung einbringe. „In Europa hat nämlich allein Deutschland so viel Geld, mit dem sich Afrika spürbar konsolidieren ließe“, sagte Lázár wörtlich. In diesem Sinne richte sich die laufende Plakatkampagne auch nicht gegen „die Herkunft oder Identität von Soros“, sondern wolle vor dem von Soros vertretenen Standpunkt warnen, die Grenzen Europas den Einwanderern zu öffnen.

 

Unter den Wirtschaftsthemen deutete der Kanzleramtsminister an, das Wohnungsbauförderprogramm CSOK werde im Herbst dahingehend überprüft, die Bedingungen für die Modernisierung von Wohnraum zu verbessern. Landesweit stünden 300.000 Wohnimmobilien leer. Die Regierung habe mehrere Großprojekte zur Modernisierung von Eisenbahnstrecken beschlossen, so die Rekonstruktion der Abschnitte Százhalombatta-Pusztaszabolcs und Budapest-Hatvan bis 2021/22 sowie das Schnellbahnprojekt zwischen Szeged und Szabadka (Subotica in Serbien) mit Anbindung von Hódmezővásárhely.

 

Neben Tschechien, der Slowakei und Polen gehört Ungarn zu den EU-Ländern, die sich mit aller Kraft gegen die von der Merkel-Regierung aufgezwungene „Willkommens- und Verteilungskultur“ für „Flüchtlinge“ aus aller Welt zur Wehr setzen. In diesem Zusammenhang hat sich Orbán auch erfolgreich gegen unglaubliche Erpressungsversuche aus Brüssel zur Wehr gesetzt, drohte man Ungarn doch EU-Hilfsgelder zu streichen, wenn sich die Regierung in Budapest weiter dagegen wehren würde, „Flüchtlinge“ aufzunehmen.

Dass diese Politik absolut richtig war, zeigt sich im europäischen Vergleich. Während in Ungarn die Kriminalität deutlich zurückgeht, steigt sie in vielen EU-Ländern teil enorm an (siehe Artikel „Weniger bekannte Fakten zur Ausländerkriminalität in Deutschland“).

Zudem braucht Ungarn keine Milliarden in zweifelhafte Integrationsmaßnahmen zu investieren und hat somit mehr Spielraum für Ausgaben im Bereich Infrastruktur, Wohnungsbau und Bildung.

Damit schafft die ungarische Regierung gleichzeitig auch die Grundlage für neue Arbeitsplätze, was wiederum das Ziel der Vollbeschäftigung in einen überschaubaren Zeitrahmen rückt. Derzeit liegt die Zahl der Arbeitslosen in Ungarn bei 4,3 Prozent (Deutschland 5,6%).

 

211 (2017-07-08) Soeren Kern aus New York

Europas Migrantenkrise: Ansichten aus Mitteleuropa

"Wir werden uns an dem Wahnsinn der Brüsseler Elite nicht beteiligen"

Die Europäische Union hat rechtliche Schritte gegen die Tschechische Republik, Ungarn und Polen eingeleitet, weil diese Länder einem umstrittenen Befehl, Tausende Migranten aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten aufzunehmen, nicht nachgekommen sind.


Das sogenannte Vertragsverletzungsverfahren, das die Europäische Kommission, den mächtigen exekutiven Arm der Europäischen Union, dazu ermächtigt, Mitgliedsstaaten zu verklagen, die verdächtigt werden, ihren aus dem EU-Recht erwachsenden Verpflichtungen nicht nachzukommen, könnte zu massiven finanziellen Strafen führen.


Der Streit geht zurück auf den September 2015, als die EU-Mitgliedsstaaten auf dem Höhepunkt von Europas Migrationskrise mit knapper Mehrheit dafür votierten, 120.000 "Flüchtlinge" aus Italien und Griechenland in andere Teil der EU zu verschicken. Diese Zahl galt zusätzlich zu den bereits nach einem Plan von Juli 2015 verteilten 40.000 Migranten aus Italien und Griechenland.

 

Neun Ländern in Zentral- und Osteuropa wurde befohlen, 15.000 der 160.000 "aufzuteilenden" Migranten aufzunehmen. Obwohl die Tschechische Republik, Ungarn, Rumänien und die Slowakei gegen das Abkommen stimmten, sind sie trotzdem gezwungen, sich zu fügen.


Seither haben sich zahlreiche mitteleuropäische EU-Mitgliedsländer vehement geweigert, ihre festgelegten Quoten von Migranten zu erfüllen. Polen etwa hat eine Quote von 6.182 Migranten, keiner davon wurde bislang aufgenommen. Die Tschechische Republik hat eine Quote von 2.691 Migranten und hat nur zwölf aufgenommen. Ungarn, mit einer Quote von 1.294, hat keinen aufgenommen.


In der ganzen EU wurden bislang nur 20.000 Migranten verlegt (6,896 aus Italien und 13.973 aus Griechenland) – das besagt der am 13. Juni 2017 vorgelegte Bericht zur Umverteilung und Neuansiedlung. Von den 28 EU-Mitgliedsländern hat allein Malta seine Quote vollständig erfüllt – 131 Migranten.

 

Viele sogenannte Asylbewerber haben sich geweigert, nach Mittel- und Osteuropa umzuziehen, weil die finanziellen Vergütungen dort nicht so großzügig sind wie in Frankreich, Deutschland oder Skandinavien. Außerdem sind Hunderte von Migranten, die nach Estland, Lettland, Litauen umgesiedelt wurden – Staaten, die zu den ärmsten in der EU zählen –, seither nach Deutschland und in andere reichere EU-Länder geflohen.


Unterdessen haben die Vollstrecker der europäischen "Einheit" durch Anrufung nebulöser Konstrukte wie europäischer "Werte" und "Solidarität" versucht, die mitteleuropäischen Widerstandsnester so zu beschämen, dass diese sich fügen. Der französische Präsident Emmanuel Macron etwa warnte kürzlich:


"Europäische Länder, die die Regeln nicht respektieren, sollten die vollen politischen Konsequenzen tragen. Es gibt einen doppelten Verrat. Sie entschließen sich dazu, die Prinzipien der EU aufzugeben, kehren Europa den Rücken und haben eine zynische Haltung zur Union, von der sie Geld erhalten, ohne ihre Werte zu respektieren."


Doch Spitzenpolitiker in Mittel- und Osteuropa weichen nicht zurück. In Polen sagte Ministerpräsidentin Beata Szydło, ihr Land werde sich von EU-Offiziellen nicht erpressen lassen. In einer Rede vor dem Parlament, die sie am 24. Mai hielt – zwei Tage nach dem dschihadistischen Anschlag von Manchester, bei dem ein polnisches Paar getötet worden war –, sagte sie:


"Wir werden uns an dem Wahnsinn der Brüsseler Elite nicht beteiligen. ... Erhebt euch von euren Knien und aus eurer Lethargie, anderenfalls werdet ihr jeden Tag eure Kinder beweinen."


"Wenn ihr das nicht sehen könnt – wenn ihr nicht sehen könnt, dass der Terrorismus derzeit das Potenzial hat, jedes Land in Europa zu verletzen und denkt, dass Polen sich nicht verteidigen sollte –, dann arbeitet ihr Hand in Hand mit jenen, die diese Waffe auf Europa richten, gegen uns alle."


"Es muss klar und direkt gesagt werden: Dies ist ein Angriff auf Europa, auf unsere Kultur, auf unsere Traditionen. Wollen wir starke Politiker, die in der Lage sind, die Gefahr zu sehen und sie effektiv zu bekämpfen?"


Der polnische Innenminister sagte, den Quoten der EU zuzustimmen, sei "mit Sicherheit schlimmer" als jegliche Bestrafung, die sich Brüssel ausdenken könne:


"Wir dürfen nicht die Terroranschläge vergessen, die sich in Westeuropa ereignet haben und wie diese in den größeren EU-Ländern nun leider eine ständige Erscheinung geworden sind. Erinnert euch daran, dass die sehr zahlreichen muslimischen Gemeinschaften in Westeuropa mit relativ kleinen Zahlen angefangen haben..."


"Ich sage meinen Amtskollegen in Westeuropa, dass die Umsiedlungsstrategie die illegale Migration nur noch verstärkt, weil die Schleuser noch mehr Kunden bekommen, wenn die Migrationswilligen hören, dass Leute, die nach Europa gebracht werden, Unterschlupf in anderen EU-Nationen als Italien und Griechenland bekommen."


Henryk Kowalczyk, ein Mitglied des polnischen Parlaments, sagte:


"Polen leistet einen Beitrag zur EU ... Wir tun, was die Union sagt, was in den Verträgen steht. Wenn der französische Präsident an Flüchtlinge denkt – nun, darüber steht nichts in den Verträgen, und als wir der Europäischen Union beigetreten sind, sind wir keine solche Verpflichtung eingegangen."


Polens Minister für europäische Angelegenheiten, Konrad Szymański, fügte hinzu: "Es gibt zwischen der Kommission und Polen keinen Konflikt um Werte – es geht darum, wie diese Werte zu interpretieren sind."

 

 

In der Tschechischen Republik sagte Ministerpräsident Bohuslav Sobotka, die tschechische Regierung werde "angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage in Europa und dem Nichtfunktionieren des Quotensystems nicht an diesem teilnehmen." Er fügte hinzu: "Wir sind bereit, unsere Position in der EU und den relevanten Justizorganen zu verteidigen."


Der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek sagte, die EU solle sich auf "wirtschaftliche und soziale Konvergenz unter den EU-Ländern konzentrieren, statt zu versuchen, Migranten mit erzwungenen Quoten zu verteilen". Er wies darauf hin, dass in einigen osteuropäischen Ländern "die sozial schwächsten Einwohner oft ärmer sind als die ankommenden Migranten".


Zaorálek fügte hinzu, "diejenigen, die kommen, haben kein wirkliches Interesse daran, integriert zu werden" und wollten mit ihren "Partnern aus demselben kulturellen, ethnischen, religiösen Hintergrund" leben. Die Leute in Mittel- und Osteuropa wollten nicht "die Fehler der westlichen Länder wiederholen", wo es "Stadtviertel mit Tausenden und Abertausenden von Menschen gibt, die unter unzulänglichen Lebensbedingungen leben" und in denen es "sehr gefährlich ist, nicht nur in der Nacht, sondern auch am Tag". Er wies darauf hin, dass es "unter den Ukrainern oder Vietnamesen" – zwei seit langem in der Tschechischen Republik existierenden Gemeinschaften – "keine Selbstmordbomber gibt".

 

In der Slowakei sagte Ministerpräsident Robert Fico, die Massenmigration und der erzwungene Multikulturalismus werde das Wesen seines Landes verändern:


"Ich denke, es ist die Pflicht von Politikern, über diese Dinge sehr klar und offen zu reden. Ich will in der Slowakei keine muslimische Gemeinschaft sehen. Ich will nicht, dass es etliche Zehntausend Muslime gibt, die schrittweise anfangen, ihre Ideologie voranzutreiben. Wir wollen die Gepflogenheiten dieses Landes nicht ändern, die auf der christlichen Tradition beruhen. So war es seit Jahrhunderten. Souveränität und Nationalstolz müssen Teil unserer regierenden Koalition sein."


Fico fügte hinzu, 95 Prozent der sogenannten Flüchtlinge seien in Wirklichkeit Wirtschaftsmigranten:


"Wir werden bei diesem Irrsinn nicht mit offenen Armen mitspielen und so tun, als würden wir sie alle akzeptieren, egal, ob sie Wirtschaftsmigranten sind oder nicht. Wir müssen anfangen, die Wahrheit über Migration zu erzählen."

 

In Ungarn warnte Ministerpräsident Viktor Orbán vor den "explosiven Folgen" eines Zusammenpralls der Kulturen zwischen Europa und den Migranten aus der muslimischen Welt:


"Um zu verstehen, was wir tun müssen, müssen wir die wahre Natur der Situation begreifen, vor der wir stehen. Europa steckt nicht in einem 'Flüchtlingsproblem' oder einer 'Flüchtlingssituation', sondern der europäische Kontinent wird von einer immer weiter anschwellenden Welle neuzeitlicher Völkerwanderung bedroht. Bewegung von Menschen findet in einem immensen Maß statt, und von Europa aus gesehen scheint die Zahl potenzieller zukünftiger Einwanderer grenzenlos."


"Mit jedem neuen Tag sehen wir, dass Hunderttausende aufgetaucht sind und an unseren Grenzen poltern, und es gibt Millionen weitere, die die Absicht haben, sich auf den Weg nach Europa zu machen, getrieben von wirtschaftlichen Motiven ..."


"Wir müssen einsehen, dass die fehlgeleitete Einwanderungspolitik der Europäischen Union für diese Situation verantwortlich ist. Unverantwortlichkeit ist das Kennzeichen jedes europäischen Politikers, der Immigranten ein besseres Leben verspricht und sie dazu ermuntert, alles zurückzulassen und für eine Überfahrt nach Europa ihr Leben zu riskieren. Wenn Europa nicht auf den Pfad des gesunden Menschenverstands zurückkehrt, wird es sich bald von ungünstiger Position aus in einer Schlacht um sein Schicksal wiederfinden ..."


"Lasst uns nicht vergessen, dass diejenigen, die hier ankommen, mit einer anderen Religion aufgewachsen sind und eine radikal andere Kultur vertreten. Die meisten von ihnen sind keine Christen, sondern Muslime. Das ist eine wichtige Frage, denn Europa und die europäische Identität basieren auf dem Christentum. Ist es nicht schon selbst ein Grund zur Beunruhigung, dass die christliche Kultur Europas bereits kaum noch in der Lage ist, Europa in der eigenen christlichen Werteordnung zu halten? Wenn wir das aus den Augen verlieren, könnte die Idee von Europa auf ihrem eigenen Kontinent zu einem Minderheitsinteresse werden."


Mit Hinweis auf die Besatzung Ungarns durch das Osmanische Reich zwischen 1541 und 1699, sagte Orbán:


"Ich glaube, dass wir ein Recht haben zu entscheiden, dass wir nicht eine große Zahl von Muslimen in unserem Land haben wollen. Die Konsequenzen einer großen muslimischen Gemeinde, die wir in anderen Ländern beobachten können, gefallen uns nicht, und ich sehe keinen Grund, warum uns irgendjemand anders dazu zwingen könnte, in Ungarn eine Art des Zusammenlebens zu schaffen, die wir nicht wollen. Das ist für uns eine Lehre aus der Geschichte."


Soeren Kern ist ein Senior Fellow des New Yorker Gatestone Institute.

 

Di                  19.09.2017 

Nr.             2.522 - 1.219

Sollte es in diesen Tagen zu Unregelmäßigkeiten bei der Aktualisierung der Website kommen, bitte ich um Entschuldigung. Webmaster und Internet Provider primacom führen einen Vertragsstreit!

BJM

Aktualisierung        11:05

Übrigens,

 

… der Abschuss eines Wisents, eine europäische Art des Bisons (rechts), in Brandenburg am 13. September schlägt immer höhere Wellen. Der aus Polen stammende 900-kg-Bulle wurde nahe des Städtchens Lebus auf Anweisung des Ordnungsamtes abgeknallt. Ein Tierarzt mit einem Betäubungsgewehr sei vor Einbruch der Dunkelheit nicht aufzutreiben gewesen, hieß es. "Deutschland – kein Land für Wisente", titelte die regierungsnahe Zeitung Gazeta Polska Codzienna vorwurfsvoll. Nun kann den Deutschen der Schwarze Peter in Sachen Naturschutz zugeschoben werden. "Deutsche Logik – den geschützten Wisent abschießen, aber die Borkenkäfer in unserem Urwald schützen" so eine von vielen Twitter-Meldungen. Es ist der alte Vorwurf östlich der Oder, dass man in Deutschland Polen gern belehre, sich selbst jedoch mehr Freiheiten herausnehme.

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 16.09.2017

21    26    27   31    35   47    SZ: 9

Spiel 77:  4741 600

 

Super 6: 169 673 

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

2035 (2017-09-19) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Im Süden der Insel Rügen direkt

an der Deutschen Alleenstraße

Putbus - die ehemalige Fürstenresidenz

Name kommt vom slawischen epod boz - hinter dem Holunderbusch

BREAKING NEWS

Stand: 19.09.2017 - 11.05 Uhr

 

International

 

Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist laut einem CNN-Bericht während des Wahlkampfs bis nach dem Urnengang heimlich von den Behörden abgehört worden. Manaforts Gespräche seien auf Grundlage einer geheimen Gerichtsanordnung bis mindestens Anfang dieses Jahres mitgeschnitten worden.Unter Berufung auf drei Quellen berichtete CNN, die abgehörten Gespräche hätten bei den Ermittlern den Verdacht genährt, dass Manafort Russland ermutigt habe, zugunsten von Trump in den Wahlkampf einzugreifen. Zwei der Quellen gaben demnach allerdings an, dass die Beweise nicht ausreichend gewesen seien.

 

Spanien weist den nordkoreanischen Botschafter aus. Wegen der wiederholten Weigerung des asiatischen Landes, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben, müsse der Diplomat Spanien bis Ende des Monats verlassen, erklärte das spanische Außenministerium am Montag. Der Botschafter sei einbestellt und zur persona non grata erklärt worden.

 

Mitten in der Nordkorea-Krise haben Russland und China sowie die USA und Südkorea am Montag Militärmanöver in der Nähe des isolierten Landes gestartet.

 

Deutschland/Berlin

 

Als Angela Merkel am Montag am Rednerpult steht, im badischen Offenburg, da geht es nicht um das, was sie sagt. Es geht um das, was sie nicht sagt. Das weiß auch der Jubilar in der ersten Reihe. Wolfgang Schäuble ist gerade 75 geworden, er scheint das Brimborium um ihn zu genießen, selbst die Blasmusik, die seine CDU für ihn spielen lässt. Seit 45 Jahren sitzt er im Bundestag, ist damit nicht nur der dienstälteste CDUler, sondern auch der längstdienende Mandatar der Geschichte; und immer ist er per Direktmandat gewählt worden. Letztes Mal waren es 56 Prozent in Offenburg, wo er herkommt, wo gefeiert wird. Dass es am Sonntag ebenso viele sein werden, gilt als ausgemacht. Und dass er weitermachen will als Finanzminister, trotz der vielen Jahre in Spitzenämtern, daran lässt er selbst keinen Zweifel. Nur: Ob er noch darf, ist die Frage.


Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat das türkische Außenministerium den deutschen Botschafter einbestellt. Erst am Samstag hatte Martin Erdmann im Außenministerium in Ankara antreten müssen, weil die Türkei sich über eine Kurdendemonstration in Köln beschwert hatte.

 

Sport

 

Fussball

 

Am Tag vor dem Bundesliga-Schlager gegen Schalke hat Bayern München einen Rückschlag verdauen müssen. So verletzte sich Tormann Manuel Neuer im geheimen Abschlusstraining am Montag erneut am linken Fuß, nach Informationen der "Bild"-Zeitung droht dem Kapitän wieder eine Operation und damit eine mehrmonatige Pause. Neuer hatte erst vor drei Wochen in Bremen sein Bundesliga-Comeback gefeiert. 

 

Rad-WM in Bergen/Norwegen

 

Das deutsche Team Sunweb um Giro-Sieger Tom Dumoulin hat am Sonntag bei der Radstraßen-WM im norwegischen Bergen überraschend Gold geholt. Völlig unerwartet wurden die wesentlich höher eingeschätzten Teams wie Sky, BMC Racing und Titelverteidiger Quick-Step Floors geschlagen.

 

Sonntag: Herren, Teamzeitfahren (42,5 km): 1. Sunweb (GER/Tom Dumoulin, Lennard Kämna, Wilco Kelderman, Sören Andersen, Michael Matthews, Sam Oomen) 47:50,42 Min. – 2. BMC (USA/Rohan Dennis, Silvan Dillier, Stefan Küng, Daniel Oss, Miles Scotson, Tejay van Garderen) + 8,29 Sek. – 3. Sky (GBR/Owain Doull, Chris Froome, Wasil Kirijenka, Michal Kwiatkowski, Gianni Moscon, Geraint Thomas) 22,35. 

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