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GERTs

AUS-LESE 

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AUS-LESE 132 (2016-01-19)

 

Vom Fischbrötchen

bis zur Sterne-Gastronomie

Auf Rügen regt sich was

Wir Berliner haben es, verkehrstechnisch betrachtet, richtig gut. Wir können in alle vier Himmelsrichtungen ausschwärmen und erreichen die schönsten Ausflugs-und Urlaubsziele schnell und unkompliziert. Wir wollten den Jahreswechsel auf der Insel Rügen genießen. Weg von der Dauerknallerei, schon im Interesse unseres Vierbeiners.

Nach rund drei Stunden Autofahrt hatten wir unser Reiseziel erreicht. Und mussten schnell feststellen, wir sind nicht allein auf der Insel… Viele Pkw mit Kennzeichen von A bis Z, viele Menschen auf der Strandpromenade und in den Straßen vom mondänen Ostseebad Binz und anderen Orten.

 

Rügen hat sich zu einem Magnet für Inselreife entwickelt!

 

Ein Prospekt verspricht nicht zu viel, wenn er offeriert; hier können sie jede der vier Jahreszeiten sehen, spüren und schmecken.

1957 hatte ich meine erste Begegnung mit der Insel. Nach etwa zwölf Stunden Zugfahrt ab Halberstadt kam ich mit meinen Eltern übermüdet auf dem kleinen Bahnhof in Sellin an. Als mir auch noch der kleine See in der Nähe des Bahnhofes als die Ostsee „angeboten“ wurde, war ich stocksauer und wollte sofort die Heimreise antreten. Es folgte ein langer Gepäckmarsch vom Bahnhof über Haupt-und Wilhelmstrasse, denn wir hatten unser privat-vermitteltes Ferienzimmer in der Warmbad-Strasse, der letzten Querstraße vor der Küste. Ich war am Ende, es war inzwischen sehr warm geworden und ich entfernte mich ja immer weiter von „der See“. Und plötzlich war die Wilhelmstrasse zu Ende, Steilküste, Blick auf die weite, blaue Ostsee und unter mir die Seebrücke von Sellin. Umwerfend!! Inzwischen sind 59 Jahre vergangen. 

 

Rügen, wie hast du dich verändert

 

Ich möchte nur drei Aspekte hervorheben; Architektur, Gastronomie und Touristik. Viele Gebäude wurden neu gebaut, restauriert oder renoviert (besonders die alten Bäderhäuser und Pensionen an den Strandpromenaden). Gastronomisch ist jetzt alles vorhanden, das Angebot ist hervorragend, vom beliebten Fischbrötchen bis zur Sterne-Gastronomie.

Bleibt die Touristik, was kann ich als Urlauber und Zeitinsulaner unternehmen. Bei Luft( -3 Grad)-und Wassertemperaturen(+ 9 Grad) schließe ich mal das Baden in der Ostsee aus. Doch geblieben sind, trotz des anhaltenden Baubooms, idyllische Fischerdörfer, entlegene Winkel und die unberührte Natur. Aber auch noch einsame Gehöfte, wo man glaubt, die Zeit sei stehengeblieben.

Nach dem Motto, selbst ist der Mann, holten wir uns ein paar Insidertipps von unserem Freund und Pensionswirt, schauten ins Urlaubermagazin und schon stand ein Sieben-Tage-Programm.

 

Ein Hafenbesuch in Sassnitz muss sein

 

Natürlich hatten auch hunderte anderer Inseltouristen die gleiche Idee. Auch hier wesentliche Veränderungen. Das große Abfertigungsgebäude für die Fährverbindung nach Trelleborg/Schweden wurde stillgelegt, ein großes Parkhaus löst andere Probleme. Alles rund um Gastronomie in Sachen Fisch bestens aufgestellt. Und dann die vielen Dinge, die die Welt nicht braucht….oder doch? Souveniers, wie kleine Leuchttürme, Muscheln, Plastemöwen und vieles mehr. Angebracht waren allerdings Mützen und Wollschals sowie Wetterbekleidung, denn es wehte ein starker Nordostwind.

 

Während ich meine Frau in ein Restaurant schickte, nahm ich mir die Zeit zu einem Besuch des Sassnitzer Fischerei-und Hafenmuseums. Daran schloss sich eine Einzelführung auf dem Fischkutter „Havel“ an, der vor dem Museum fest vertäut an der Kaimauer liegt. Einzelführung deshalb, weil durch eine nicht eindeutige Werbung für das Schiff sich keiner auf den Kutter „traut“. Erst muss man in das Museum, seine Bordkarte ( 2 Euro) erwerben, dann wird man per Handy avisiert und von einem Mittfünfziger, der selbst als Maschinist und Fischer auf einem solchen Kutter gearbeitet hat, sehr freundlich (!) empfangen. 

 

Er erklärte mir den Fischkutter von der Brücke über die Kabinen (für sieben Mann Besatzung), den Maschinenraum bis hin zur Kombüse. Was er mir erzählte, größter Respekt, das war authentisch und ähnlich wie auf dem Traditionsschiff „Frieden“ am Kai von Lütten-Klein, ging mir das richtig unter die Haut. Was diese fischenden Seeleute mit ihrem „Fanggerät“, bei Wind und Wetter (blöder Begriff) geleistet haben oder besser geschuftet haben (Beispiel: das gefüllte Fangnetz von einer Tonne wurde anfangs per Hand an Bord gezogen, bis dann eine Winde die Arbeit etwas erleichterte.)! Ich konnte hier wirklich nicht den Hauch von Kreuzfahrtromantik feststellen. Auf die DMAX-Reportagen über die Krabbenfischer vor Alaska angesprochen, bestätigte mir mein Seemann, dass es in vielem mit ihrer Fischerei übereinstimmt. Doch im Gegensatz dazu, war jeder Fischkutter-Kapitän darauf bedacht, erst der Mensch und dann der Fang, jeder hatte sich an Bord zu sichern (eine Hand für die eigene Sicherheit und eine für die Arbeit). Waren die Wetterverhältnisse zu stürmisch, dann legte man lieber einen Ruhetag auf See ein. Nun steht noch der Besuch des russischen U-Bootes an, welches nur hundert Meter entfernt auf Besucher wartet. Nachdem ich schon mit meiner Frau auf der (besser in) der Nautilus von Kapitän Nemo bestens gespeist hatte, kann ich diese Empfehlungen nur zu gern weitergeben.

Ein kulinarischer Höhepunkt vom feinsten

 

In 18574 Poseritz gibt es die Molkerei-Naturprodukt GmbH „Rügener Inselfrische“. Das Angebot an Milchprodukten, über Marmeladen und hausgemachte Kuchen ist große Klasse. Meine Frau und ich kommen an dieser „Spezialitäten-Molkerei“ (Name stammt von mir) einfach nicht vorbei. So bedauern wir es nach einem Besuch immer wieder, dass 280 km zwischen Berlin und Poseritz liegen und wir nicht kurz einmal zu einem Wochenendeinkauf vorbeischauen können.

 

Ab auf unsere Lieblingsinsel

 

In wenigen Wochen wird die Insel Rügen unser fester Wohnsitz, wir können es kaum noch erwarten. Vor 59 Jahren mein erster Inselbesuch und jetzt unser Ruhesitz. Als Rentner auf Rügen haben wir beide uns viel vorgenommen. Auf alle Fälle mehr als nur von der warmen Wohnstube aus die Möwen zählen.

GR 

AUS-LESE 131 (2015-08-14)

Die Quarktanten

von Rügen

Typisch oder einzigartig –

die Milchunternehmerin von der Ostsee

 

Es gibt „VIVA“ auch im Fernsehen. Nein, nicht, was Sie denken, den Jugendmusiksender, sondern eine Fernsehsendung des Norddeutschen Rundfunks NDR „Typisch!“ heißt sie. Seit November 2008 existiert die regionale Reportagereihe über typische Menschen aus allen norddeutschen Regionen, egal ob ländlich oder städtisch. Typisch sind die Menschen mit ihren Ideen, die darin vorkommen – so wie in VIVA, dem Magazin aus dem Stern-Verlag, das ebenso über Menschen mit Erfahrungen, Vorhaben und interessanten Lebensentwürfen spannende Lektüre bringt.

Die Reportage Nr. 241 mit dem Titel „Die Quarktanten von Rügen. Der Siegeszug der Inselmilch“ hat mich besonders interessiert wie begeistert. Warum? Es ging um eine Molkerei auf Rügen in Mecklenburg-Vorpommern, im Mittelpunkt deren Produkte und die Chefin: Sylva Rahm-Präger. Seit 1967 kenne ich Sylva, ihren Vater Peter Pellegrin, denn er lud mich damals in seine Sassnitzer Wohnung ein. Über Jahre hinweg hatten wir keinen Kontakt. Da ich aber inzwischen herausgefunden hatte, dass er in Binz wohnhaft geworden war, nahm ich zunächst telefonischen Kontakt auf. Daraus entwickelten sich Besuche und eine echte Männerfreundschaft, auf die ich echt stolz bin.

Das Unternehmerblut, so würde ich heute einschätzen, hat Sylva von ihrem Vater. Ihre Eltern bauten in Lancken-Granitz die Alte Mühle zu einer Pension aus und führten diese über Jahrzehnte erfolgreich.

 

Die Verbundenheit mit der Insel, die Liebe zur Natur und zu den Tieren, auch wenn es bei ihrem Vater die Katzen sind, hat sich vererbt. Deshalb kann ich Sylva verstehen, als sie 1994 eine tiefgreifende Entscheidung traf, auf einer Wiese in Poseritz aus einem LPG-Schweinestall eine Molkerei entstehen zu lassen! 

 

Dass die folgenden Jahre brutal und zu den härtesten Jahren in ihrem Leben wurden und ihr alles abverlangten, kann jeder verstehen, der sich mit einer Geschäftsidee und wenig finanziellen Mitteln selbstständig gemacht hat. Als Angestellter mit Festgehalt, in einer sicheren Position alles aufzugeben, eventuell den finanziellen Ruin zu riskieren, das erfordert Mut, Selbstvertrauen und konzeptionelles Denken. Befürworter und Zweifler wechseln sich ab, Bürokratie und Ablehnungen der Banken - alles das verursacht schlaflose Nächte.

Heute ist Dr. Sylva Rahm-Präger froh, sich für die Milch entschieden zu haben. Denn damit ist ihr eine der nicht allzu häufigen Karrieren auf der Ostsee-Insel gelungen.

Sylva Rahm-Präger und Tochter Caroline Rahm von der Poseritzer Molkerei „Rügener Inselfrische“

© Christian Rödel

Man muss was tun, so lautet ihr Credo, in der Führung ihrer zwölf Mitarbeiterinnen als auch von der Produktion bis zum Absatz der Molkereiprodukte. Sie trifft die Entscheidungen, denn sie hat auch die Verantwortung. Von der promovierten Agrarwissenschaftlerin zur Unternehmerin ist ein sehr beachtenswerter Lebensweg. Dass Sylva auch stolze, leidenschaftliche Oma ist, ihr Vater Peter Tick-Tack-Opa (Uropa) wurde, alles das kam in dieser Reportage sehr gut rüber.

Nachdem ich, gemeinsam mit meiner Frau, die Reportage angesehen hatte, kamen uns doch Zweifel am Titel „Typisch“ auf, denn ganz so typisch schien mir dieser Lebensweg nicht zu sein. GR

AUS-LESE 130 (2015-07-12)

Einmal Proband sein

 

Als Neuling unter professionellen Versuchskaninchen

der Pharmaindustrie

Alles begann mit einem Hundespaziergang. Während der abendlichen Runde darf unser Hund in aller Ruhe den Weg „bestimmen“ und seine Abendzeitung mit den Tagesnachrichten erschnüffeln. So hielt er sich längere Zeit an einer überdachten Bushaltestelle auf und gab mir die Möglichkeiten, die dort befestigten Werbeplakate zu lesen.

Auf einem dieser Plakate wurden von einem Auftragsforschungsinstitut für Arzneimittelstudien Männer und Frauen ab dem 60. Lebensjahr gesucht. Diese Probanden würden mit einem vierstelligen €-Betrag honoriert werden.

Meine Neugier war geweckt, zumal auch ein intensiver Gesundheitscheck, medizinische Betreung sowie das Prinzip der Freiwilligkeit im Vordergrund standen.

Am nächsten Tag rief ich das Institut an, gab meine persönlichen Daten an und erhielt eine Einladung zu einer Studieneinführung.

 

Ich sagte meine Teilnahme zu

 

Zur Studieneinführung, die von dem ärztlichen Leiter der Studie durchgeführt wurde, hatten sich etwa 25 bis 30 Männer und Frauen eingefunden. Ich konnte an den untereinander geführten Gesprächen schnell feststellen, dass sich unter den Anwesenden schon erfahrene Probanden befanden, die aus ganz Deutschland angereist waren.

Zunächst wurde uns Grundsätzliches vermittelt, wie „ Jede Teilnahme an einer Arzneimittelstudie ist freiwillig. Der Aufwand wird finanziell angemessen honoriert. Der Studienverlauf gliedert sich in drei Schritte: 1. Voruntersuchung mit Vorgespräch und einer umfangreichen ärztlichen Untersuchung. 2. Bestehen keine medizinischen Einwände, folgt die Einladung zur Teilnahme an der Studie. 3. Den Abschluss bildet eine Nachuntersuchung.

Neben dieser Einweisung bekamen wir ein sehr umfangreiches Informationsmaterial ausgehändigt. Hierin wurden die Studieneinführungen noch einmal ausführlich behandelt, sowie Grund und Ziele der stationären Arzneimittelstudie und die Zeit ihrer Durchführung genannt.

 

Radtour zur BUGA fiel flach

 

Nun hielt ich die Zeit für gekommen, meine Frau über meine Absichten zu informieren. Ich konnte ihr ja entsprechendes Informationsmaterial vorlegen. Außerdem brauchte ich unbedingt ihr Verständnis und ihre Zustimmung, denn ich hatte mich, falls für die Studie geeignet, für eine 24 Tage dauernde stationäre Studie entschieden, die vom 06. bis 30. Juni 2015 gehen sollte. Es passte genau in meinen Zeitplan, denn vor dieser Zeit hatte ich, gemeinsam mit meinen Freunden, eine viertägige Radwanderung von Potsdam über Brandenburg bis Havelberg, einschließlich BUGA-Besuchen, geplant.

An meinem Geburtstag kam, für mich unerwartet, von einer Studienbetreuerin die Zusage, dass ich zum 06. Juni die Studie antreten kann. A b e r unter Beachtung, dass ich ab sofort keine sportlichen oder körperlich schweren Tätigkeiten ausüben, keine Sonnenbäder, Sauna oder Solarien sowie keine fettreiche, scharfe Nahrung und keinen Alkohol zu mir nehmen darf.

Schweren Herzens musste ich meine Teilnahme an der Radtour absagen. Bewusst hatte ich vorab niemanden über mein Vorhaben informiert. Denn es war meine freiwillige Entscheidung. Erst im Nachhinein wurden mir Geldgeilheit, Versuchskarnickel oder Prostitution „vorgeworfen“. Das alles ahnte ich zwar, wollte es mir aber einfach ersparen.

 

Ohne medizinischen Grund ins Krankenhaus

 

Zum Studienverlauf möchte ich folgende Erfahrungen mitteilen. Es ist schon ein komisches Gefühl, als Gesunder in ein Krankenhaus ähnliches Bettenhaus einzuziehen, einen festen Zeitplan diszipliniert einzuhalten, stündlich für EKG`s, Blutdruckmessungen und Blutentnahmen sowie medizinische und neurologische Untersuchungen bereit zu sein. Mit fünf Probanden in einem großen, hellen Zimmer seine 24 Tage, rund um die Uhr zu teilen, erfordert Toleranz und Einfühlungsvermögen. Zum Glück verstand ich mich mit meinen fünf „Kollegen“ sehr gut. Es gab keinen Schnarcher unter uns. So kam der Spaß nicht zu kurz, es wurde viel gelacht. Ich erhielt Nachhilfe im Umgang mit meinem Smartphone, den Apps, WLAN und natürlich seinem Internetzugang. Drei Mahlzeiten, auf die Minute genau, wurden zu den täglichen Höhepunkten. Ich würde es als ausgewogene Schonkost bezeichnen, essbar, aber ungewohnt, denn zu Hause steht etwas Anderes auf meinem Tisch (siehe nichts Fettes, nichts Scharfes, kein Alkohol). Es konnte und durfte nur das konsumiert werden, was auf dem Teller lag, welches ein Cateringunternehmen täglich anlieferte. Wie schon berichtet, durften alle Probanden ihre Smartphone, Laptops, Bücher, Brettspiele und Spielkarten mitbringen. Ich musste feststellen, dass es eine (Un)sitte geworden ist, sein Smartphone selbst bei der Einnahme der Mahlzeiten nicht mehr aus der Hand zu legen. Gleiches stellte ich bei meinen eher seltenen Fahrten mit den Öffentlichen fest.

 

Kernpunkt und Ziel der Arzneimittelstudie: Die Medikation

 

Ich zitiere aus dem Informationsmaterial: “Das Hauptziel dieser klinischen Prüfung ist die Untersuchung der Sicherheit und Verträglichkeit verschiedener Dosierungen des zu prüfenden Arzneimittels durch Messungen der Vitalzeichen und der Herzfunktion sowie durch körperliche Untersuchung und Befragung nach unerwünschten Wirkungen….“

Für uns Probanden hieß das; an 14 Tage zu festgelegter Uhrzeit in einem Labor unter Kontrolle jeweils eine 10 mg Kapsel zu uns zu nehmen. Ob es sich dabei um die bewusste Substanz oder ein Placebo (Scheinmedikament) handelte, war angeblich nur dem Auftraggeber, einem Pharmakonzern bekannt. Nach der Medikation mussten wir vier Stunden aufrecht sitzen und für eine Stunde im Zimmer verbleiben. Wir nutzten die Zeit für eine ausgiebige Presseschau, denn uns standen fünf Tageszeitungen zur Verfügung. Nachdem wir fünfmal fast gleich lautende Inhalte „gelesen“ und sich zu bestimmten, aktuellen Themen (Flüchtlingsproblem, Griechenland) eine kontroverse Diskussion entwickelt hatte, freuten wir uns auf das Frühstück.

Angst vor dem Rausschmiss

 

Ja, so vergingen die Tage doch recht schnell. Ich bedauerte es nur, dass man außer dem 30-minütigen, unter Aufsicht geführten Spaziergang, keine Möglichkeit der sportlichen Betätigung gegeben war. Selbst eine morgendliche Gymnastik war nicht erwünscht.

Denn alle Probanden wurden in die Hausordnung eingewiesen, belehrt und mussten es mit ihrer Unterschrift bestätigen. Jegliche Zuwiderhandlungen, Disziplinverstöße oder nicht genehmigte Handlungen hätten zum Abbruch der Studie führen können, d.h. Rausschmiss!

 

Probandenprofis auf EU-Basis

 

Aber wer wollte das schon, denn alle Probanden bestätigten sich gegenseitig, dass finanzielles Interesse der Grund für ihr Probandendasein ist. Mit dieser Aufwandsentschädigung, so erfuhr ich, wollte man sich lang gehegte Wünsche erfüllen, wie eine Auslandsreise, einen neuen Computer oder einfach seinen Lebensunterhalt aufbessern. Einige der Probanden würde ich schon als „Probandenprofis“ bezeichnen, denn die hatten es schon auf mehr als 20 Arzneimittelstudien in verschiedenen EU-Staaten gebracht und lebten davon.

Mein Fazit: Ich war einfach neugierig, hatte mich freiwillig dafür entschieden, es bewusst interessiert und diszipliniert durchgezogen und gut überstanden. Ein mehrseitiges, umfangreiches Blutbild bekommen, dazu zwei fachärztliche Augenuntersuchungen und Erkenntnisse über neurologische Untersuchungen bekommen. U n d nach erfolgreicher Nachuntersuchung einen Scheck für meinen Aufwand erhalten.

Für weitere Hinweise an alle Interessierten, die unvoreingenommen an solche Studien herangehen, gebe ich gern Auskunft.

GR   

AUS-LESE 129 (2015-02-26)

Auf die Kraft-Senioren

ist Verlass

Deutsche Meisterschaften im Strict-Curl 

in Berlin-Tiergarten

Der SV Siegfried-Nordwest in Berlin-Tiergarten war der Ausrichter und 87 Kraftsportler/innen aller Altersklassen aus sechs Bundesländern, Bremen und Berlin waren dem Ausschreibungsruf gefolgt. Wie bekannt, haben es mir ja die Altersklassen III (60-70Jahre) mit sechs Sportfreunden und die Altersklasse IV (über 70 Jahre) mit fünf Startern besonders angetan; weil ich dazugehöre. Um die Statistik zu vervollständigen, im Krafttrainingsraum von „Siegfried“ hatten sich über 100 Sportler mit ihrem treuen Anhang versammelt.

Beim Wiegen konnte ich Klaus Feldmann begrüßen. Klaus ist mit Jahrgang 1936 (!) das absolute noch aktive Urgestein unter uns Kraftsportlern. Seine Feststellung, wir leiden alle an derselben Krankheit. Nicht schon wieder, dachte ich, denn mir fielen sofort alle Krankheitsgeschichten bis zur Rentnerarmut ein. Weit gefehlt, denn Feldmann beantwortete seinen Satz mit: wir werden immer älter. Recht hat er und unser berechtigter Stolz, wir bleiben aktiv, wir bleiben am Eisen!

Und dass man mit über 60 Lebensjahren noch beachtliche Leistungen vollbringen kann, das zeigte sich im Wettkampfverlauf. Es sind nicht die Kilogramm, die man „schafft“, es ist die Disziplin und der persönliche Leistungswille, sich dem Wettkampf zu stellen. Man rafft sich auf, „runter von der Couch“, trainiert im Verein, Studio oder zu Hause. Man erstellt sich einen Trainingsplan und je näher man an den Wettkampftermin kommt, desto größer wird das Kribbeln im Bauch.

Ich glaube, es geht allen Sportlern so. Aber am intensivsten ist es bestimmt in den Einzelsportarten. Ich versuche es zu erklären. Wie im Kraftdreikampf mit Bankdrücken, Kniebeuge und Kreuzheben, hat man seine persönliche Bestleistung, so auch im Strict-Curl. Im Wettkampf muss man vor seinem ersten Versuch (von dreien) sein Anfangsgewicht angeben. Um diesen ersten Versuch - gültig - zu bekommen, fängt man mehrere Kilo unter seiner Bestleistung an. Steigert dann im zweiten Versuch, wenn man sich gut fühlt, auf sein Bestleistungsgewicht. Auch hier gültig, dann versucht man sich an einer neuen persönlichen Bestleistung. Wenn man die schafft, ist die Freude vollkommen.

In meinem Wettkampf hatte ich einen ungefähr gleichstarken Konkurrenten, der aber ein zwei Kilo höheres Körpergewicht hatte. Ich brauchte also nur die gleiche Last schaffen wie er und wäre dadurch der Sieger. Da wir unsere dritten Versuche nicht schafften, er auch noch um 0,5 kg erhöhen musste, um mich zu übertreffen, stand ich als Sieger und damit Deutscher Meister der AK III in meiner Gewichtsklasse fest. Ziel erreicht, persönliche Bestleistung um drei Kilo verbessert und den Titel. Beifall und Glückwünsche von vielen Sportfreunden zu bekommen, Herz was willst du mehr.

Extrabeifall für meine Sportfreunde M. Grothe (75 Jahre), der neuen deutschen Rekord aufstellte und für W. Kolditz (75 Jahre), der den bestehenden deutschen Rekord nur knapp verfehlte, aber anschließend als Wettkampfsprecher für einen zügigen, reibungslosen Wettkampfverlauf sorgte. Auf die Alten ist eben Verlass.

GR

 

AUS-LESE 128 (2014-12-29)

Großes Gefühlskino:

Honig in Kopf

Der große Kinosaal im Le Prom  in Marzahn war bis auf den letzten Platz besetzt. Wir bekamen eine tragikomische Geschichte zu sehen, in der wir lachten aber auch unsere Tränen nicht verbargen.

„Wie fühlt man sich, wenn man alles vergisst, wollte die elfjährige Tilda (Emma Schweiger) von ihrem an Alzheimer erkrankten Opa (Didi Hallervorden) wissen.  „So wie Honig im Kopf“ erklärte dieser seiner Enkelin.

12 Prozent aller Deutschen über 65 Jahre werden im Honig versinken, so stand es in der BILD. Da ist es nur zu verständlich, dass  man sich mit dieser noch unheilbaren Krankheit auseinandersetzt und in der  Familie oder  seinem persönlichen Umfeld demenzkranke Menschen kennt, Kontakt hat oder auch betreut.

Til Schweiger hat als Regisseur, Drehbuchautor(gemeinsam mit Hilly Martinek) und als Akteur einen Film geschaffen, der sich ganz anders mit dieser Thematik  auseinandersetzt. Er nimmt die Zuschauer auf eine  gefühlsbetonte Reise mit, es wird gelacht, aber niemals ausgelacht, es sind witzige und berührende Momente. Diese Krankheit ist unendlich schlimm, doch die auf Tatsachen beruhende Handlung gibt auch Hoffnung. Eine Erkenntnis ist, Kinder gehen viel besser mit Alzheimerpatienten um. Kinder sind natürlicher, ungehemmter und naiver, sie gehen auf den Kranken zu, nehmen ihn mit. So ist es für Tilda  gar nicht schlimm, wenn ihr Opa immer mehr vergisst, statt Kuchen die Pumps seiner Schwiegertochter in die heiße Bratröhre schiebt, im Nachthemd und mit Teddy unterm Arm aus dem Zug nach Venedig steigt. Sie übernimmt,  teils kindlich unbewusst, Verantwortung für ihren Opa. Tilda akzeptiert ihn so wie er ist. In allen Szenen zeigt sie eine schöne, ungekünzelte Mimik, aus der man viel ablesen konnte.

In einem Interview äußerte Til Schweiger zu bekanntgewordenen Meinungsverschiedenheiten mit Didi Hallervorden während des Drehs,: „Am Schluss muss der Regisseur dafür sorgen, dass  der Film so wird, wie er es möchte – nicht weil er ein Diktator ist, sondern weil er eine VISION hat“.

Und ich möchte Schweiger applaudieren, hervorragend umgesetzt!

 

Eine große Verbeugung vor Didi Hallervorden. Er begeisterte mich schon auf Grund seines Spiels und körperlichen Einsatzes in „Sein letztes Rennen“. Doch was er hier an darstellerischer Leistung zeigte, war einfach  große Klasse.  Hallervorden sagte selbst: „Es ist eine sehr schwierige Rolle-weil sie einen auch mit dem eigenen Leben konfrontiert. Aber es könnte die größte Charakterrolle meines Lebens sein.“

Beeindruckend die letzten Filmszenen; die Familie ist wieder vereint, Opa kommt nicht ins Pflegeheim, eine Elfjährige hat zu dieser schwierigen Entscheidung ihrer Eltern entscheidend beigetragen. Akzeptanz, immer das Schöne sehen und viel gemeinsames Lachen helfen, im täglichen Leben,  die Hürden der Krankheit zu meistern.                                              

GR 

AUS-LESE 127 (2014-12-25)

Was sollte vor unserer „Restlaufzeit“ geschehen?

„Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu“ (Marcus Tullius Cicero) 

Wenn ein gerade 50-jähriger Mann sich Gedanken macht, wie seine „Restlaufzeit“ (Zeit als Rentner) in etwa 15 bis 20 Jahren in den Lebenslagen – Gesundheit-Finanzen-Wohnen-Kommunikation - wohl sein wird, so mutet das für seine Mitmenschen zunächst erstaunlich bis unverständlich an. Warum gerade jetzt, der hat doch noch genug Zeit? Steigt man aber in das fundierte Sachbuch, so würde ich es bezeichnen, tiefer ein und besitzt bereits acht Jahre Erfahrung als Rentner, dann liest man diese Recherchen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Feststellungen mit einem ganz anderen Hintergrund. Mit meinem heutigen Wissensstand würde ich jedem „Mittfünfziger“ raten, nehmt „Restlaufzeit“ als Grundlage für eigene, persönliche Analysen, macht Euch Gedanken über die Gesunderhaltung, Wohnen im Alter, finanzielle Absicherung bis zum Ausbau eines Kommunikations-Netzwerkes.

In vier Komplexen beschreibt der Autor im Vorwort zunächst seine zumutbaren Erwartungen an seine eigene Restlaufzeit: „Ich will gesund bleiben, nicht allein sein, nicht verblöden, ich will was Sinnvolles anstellen, selbstbestimmt leben, meiner Familie nicht zur Last fallen“ und schließt mit der Frage, „Geht das?“

Das vierte Kapitel (Seite 242ff) -Meine 24 Vorhaben- „fasst er als Essenz seiner Erkenntnisse“ zusammen in 24 persönliche Vorhaben. Man könnte es auch Plan B nennen.

 

„Die Lebensjahre von 0 bis 65 sind strukturiert, um den Rest hat sich jeder selbst zu kümmern“

 

Wie so selbst kümmern, kann man Selbstständigkeit lernen?

Auf das doppelte –st- kommt es dabei an, denn ableitend aus den zwei Worten selbst und ständig ergibt sich für mich der tiefere Sinn. Was verbinde ich mit dem Wort Selbstständigkeit? Eigenständigkeit, Unabhängigkeit und eine Existenz als Selbstständiger.

Mit der Berentung beginnt wirklich eine neue Lebenszeit. Von einem zum anderen Tag wird man zur Selbstständigkeit „verurteilt“. Über sechs Jahrzehnte war man gewohnt, dass man gesagt bekommt, was man zu tun oder zu unterlassen hat. Viele (oft) ungeliebte Tätigkeiten führte man aus, weil es Eltern, Lehrer oder Arbeitgeber so verlangten, bzw. man dafür bezahlt wurde.

Grundsätzlich ein JA zur Erlernbarkeit. Egal ob man als „Kopf- oder Handarbeiter“ tätig war, besteht für mich ein wesentlicher Punkt darin, war ich in meinem Arbeitsleben Arbeitnehmer oder Selbstständiger. War ich mit meinem Leben als Arbeitnehmer zufrieden, abgesichert in der Festanstellung, habe nur reagiert, ausgeführt, was mir andere vorschrieben. Oder war ich selbstständig tätig, traf eigenständig Entscheidungen, arbeitete eigenverantwortlich, auf eigenes Risiko. In diesem Fall agierte ich!

Dr. Hajo Schumacher fordert in seinem Buch „Restlaufzeit“, dass man sich bereits ab dem 50. Lebensjahr über seine Zeit als Rentner Gedanken machen sollte.

 

Einen Plan B entwickeln

 

Was für Wünsche, Vorstellungen bis hin zu Visionen verbindet man mit der Zeit nach dem Berufsleben. Wohlbemerkt keine Illusionen, Spinnereien oder Luftschlösser. Immer wieder bekam ich zu hören;  ja, wenn ich genug Geld hätte, dann würde ich…. Falsch, zurück zum realen Leben.

Hier möchte ich gern in meinem nächsten Beitrag ansetzen. Wie bin ich in meine Restlaufzeit gestartet, hat mein Plan B funktioniert, welche schmerzlichen Feststellungen musste ich machen aber auch welche schönen Überraschungen hielt das Leben für mich bereit.

Ich kenne Hajo Schumacher leider noch nicht persönlich. Aber ich spürte beim Lesen, wie er mit tiefsinnigem Ernst viele Lebensfragen stellte und tiefgründig recherchierte, nach fundierten Antworten suchte und fand.                                                                            

GR  

AUS-LESE 126 (2014-11-30)

Keine Chance für den

inneren Schweinehund

Hans-Günter Nieberlein und Wolfgang „Keule“ Kolditz – zwei prägende Persönlichkeiten des Berliner Kraftsports 

Es sind gut vier Wochen vergangen, da kündigte ich in meinem Beitrag „ über die Überwindung der eigenen Trägheit“ an, nach fast zwei Jahren wieder an einem Kraftsportwettkampf im Bankdrücken teilzunehmen.

Nun ist der 20. Tiergartenpokal-Wettkampf schon wieder Geschichte. Die Teilnahme daran war mein selbstgestecktes Ziel und um erfolgreich abzuschneiden führte der Weg nur über tägliches Training.

Die Frage eines gleichaltrigen Bekannten, warum ich mir das antue, möchte ich hier mit einem persönlichen Wettkampfbericht beantworten.

Wie für jeden Wettkampfsport gibt es einen klaren Ablaufplan oder vorher die Ausschreibung. Darin wird klar festgelegt:  der  Termin der Anmeldung, Wiegezeitpunkt, Anzugsordnung, Wettkampfbeginn bis zum Startgeld. Pünktlich vor Ort, konnte ich einige meiner alten Sportkameraden gesund und munter begrüßen. Neuigkeiten wurden ausgetauscht bis zu privaten Fragen, wie es den Familien geht.

Initiator Hans-GünterNieberlein bei der Eröffnung des 20. Tiergartenpokal-Wettkampfes

Punkt 12 Uhr rief der Vorsitzende des Sportvereins „Siegfried Nordwest 1887“, Hans-Günter Nieberlein, alle teilnehmenden Athleten zur Eröffnung. Nieberlein (74 Jahre)verkündete stolz, dass er der Initiator des Wettkampfes vor 20 Jahren war, und ich muss hinzufügen, dass Hans-Günter seit mehr als drei Jahrzehnten „den Laden zusammenhält“. Damals begrüßte er über 120 Sportler/innen aus mehr als 20 Vereinen. Heute waren es 17 Sportler von 23, die gemeldet hatten. Ursachen dafür konnte sich Nieberlein nicht erklären. Auch ich vermisste mehrere bekannte Gesichter, warum?

Als ich meinen Wettkampf begann und an „die Hantel gerufen“ wurde, muss ich gestehen, dass viele Fragen in meinem Kopf rumschwirrten; reichte meine relativ kurze Vorbereitung aus, wie kam ich mit der Drückerbank zurecht, stimmte meine Griffbreite und dann der Bewegungsablauf bis zu den Kommandos des Kampfrichters. Ziel war, mein Anfangsgewicht auf der Hantel – drei-mal-gültig  durchzubekommen, um danach zu steigern. In diesem Moment ist man ganz auf sich gestellt. Es ist schon etwas kribbelnd, aber auch ein schönes Gefühl, „im Mittelpunkt des Geschehens“ zu stehen bzw. zu liegen. Denn es ist nun mal eine Einzelsportart! Ich konnte mit zwei guten Versuchen meine Trainingsleistungen bestätigen, nur im dritten Versuch, der eine neue persönliche Bestmarke setzen sollte, hatte ich einen Fehler im Bewegungsablauf, leider ungültig. Fazit, es war ein schöner Wettkampf, zum einen bin ich mit mir zufrieden, zum anderen habe ich mir bewiesen, dass es Spaß macht, wieder seinen Körper zu spüren, Muskeln zu aktivieren und sich auf ein höheres Leistungsniveau zu fahren. Denn in letzter Zeit beschäftige ich mich sehr mit dem Muskelabbau im Alter. Dieser Abbau beginnt beim Menschen bereits mit dem 30. Lebensjahr, natürlich vorausgesetzt, dass sich der Mensch der Bewegung „verweigert“, und steigert sich jährlich. Aber unser Körper ist so eingerichtet, dass er dankbar auf jegliche sportliche Tätigkeit reagiert und die „schlafenden, zurückgebildeten Muskel“ zu neuem Leben erweckt. Unser Körper wartet förmlich auf unser T U N !

Wolfgang Kolditz in der Konzentrationsphase vor seinem Versuch

Ein Sportkamerad  imponiert mir besonders, darum möchte ich ihm hier eine kleine Laudatio widmen. Diplomsportlehrer Wolfgang „Keule“ Kolditz, wir kennen uns fast 50 Jahre. Seit dieser Zeit ist er immer dem Gewichtheber-und Kraftsport treu geblieben. Heute, mit 74 Jahren, macht er immer noch eine tadellose Figur an der Hantel und anschließend  als Wettkampfsprecher führt er souverän durch die Veranstaltung und trägt zu deren reibungslosem Verlauf bei. Und als Herr über 4000 Witze dient er der Unterhaltung in den kurzen Wettkampfpausen, man muss ihn nur ein wenig animieren. Beste Gesundheit, Lebensfreude und weiter so, lieber Keule!

„Keule“ Kolditz ganz entspannt nach der Siegerehrung


Dass es bei diesem  Wettkampf auch richtig zur Sache geht, soll ein Foto beweisen, wo die Hantel mit über 200 Kilo beladen ist und von einem Aktiven (21 bis 40 Jahre) zur Hochstrecke gebracht wird. Eine starke Kraftleistung, in der viel Trainingsarbeit steckt. Tagesbestleistung waren 220 kg.

Beladene Hantel mit über 200 kg 

Jetzt heißt es für mich, dranbleiben, der innere Schweinehund ist überwunden, es hat mir richtig gut getan und mit diesen Zeilen lasse ich einen schönen Tag ausklingen.                       

GR 

AUS-LESE 125 (2014-11-27)

„Restlaufzeit“

von Hajo Schumacher

Tiefsinnig, inhaltsreich, analytisch und sehr persönlich – einfach der „Hammer“

Seit meinem Renteneintritt im Jahr 2007 interessieren mich folgende Fragen, wie gestalten Männer und Frauen  ihren dritten Lebensabschnitt, wie haben sie sich auf die Rentnerzeit vorbereitet, welche Wünsche, Hoffnungen, Vorhaben und Ideen haben sie.

Jetzt(!) habe ich Dr. Hajo Schumachers Restlaufzeit  gelesen, ein Sachbuch mit seiner ganz persönlichen Sicht der Dinge. Schumacher, freier Journalist und Moderator, bekannt auch unter Achim Achilles ist 50 Jahre, enthusiastischer Freizeitläufer,  stellt sich persönlich die Frage, wie geht es „hinterm Ruhestand weiter“. Er analysiert die derzeitige Situation, wie soll oder könnte in rund 15 Jahren seine Restlaufzeit beginnen, welche „ Modelle“ gibt es und was muss er selbst vor dieser Zeit dafür tun!

Was Hajo Schumacher  in seinem Buch als Restlaufzeit bezeichnet,  ist für mich der dritte Lebensabschnitt, in dem ich schon sieben Jahre lebe. Nun trennen uns siebzehn Lebensjahre. Schumacher, mit 50,  geht sehr positiv, aktiv und authentisch mit dem Thema um. Er hat sehr tiefgründig  recherchiert, ernsthafte und ehrliche Gespräche geführt und wiedergegeben, sich persönlich von Wohngemeinschaften, Senioren-und Pflegeheimen ein Bild gemacht, spannende Projekte, Ideen und Visionen sich von den „Aktivisten“ erklären lassen, deren Miteinander aber auch Gründe des Scheiterns.

Ich bekenne mich hier: Es ist das inhaltsreichste, mit tiefsinnigem Ernst verfasste Buch, welches ich bisher gelesen habe. Es könnte eine absolute Bereicherung für alle ab 40 und unter 75 sein, denn es ist immer noch genügend Zeit für mehrere  glückliche Jahre……Restlaufzeit.

Dieses Buch stellt man nicht so einfach im Regal ab. Das ist sehr  inhaltsreich, fundiert und mit persönlichen Lebensfragen gespickt, so  dass ich wiederholt dazu Stellung beziehen werde. Man muss einfach darüber diskutieren. Vielleicht gelingt es mir dieses Mal, in einen Diskurs mit Lesern  zu treten, die  Restlaufzeit auch gelesen haben und denen diese Thematik nahegeht.                                          

GR

AUS-LESE 124 (2014-11-24)

Atombunker

mit Flugwetterstation verwechselt

Was hatten der Irak und Harnekop gemeinsam?

Über beides wurde ich bei einem Besuch des Atombunkers (Objekt 16/102) im brandenburgischen Harnekop nachträglich aufgeklärt.

Ein trüber, regnerischer Novembertag, geeignet für Museumsbesuche. So nahm ich mir mit Freunden vor, den Atombunker zu besichtigen. Dank Internet konnte ich Kontakt zu dem Bunkerverein und Betreiber herstellen und eine Sonderführung (ab 10 Personen möglich) vereinbaren.

Obwohl man in letzter Zeit in Medien über denkmalgeschützte Bunkeranlagen las, ist es doch für Interessenten angebracht, sich vor Ort zu informieren. Denn es geistern widersprüchliche Zeitzeugenaussagen und gelegentlich recht kühne Darstellungen von angeblich Sachkundigen umher.

 

Atomsicherer, dreistöckiger Großbunker

 

Dieser liegt tief verborgen in der Hügel-und Waldlandschaft des oberen Barnim, etwa einen Kilometer vom Dorf Harnekop entfernt auf einem 300 ha Grundstück, welches sich jetzt in Privatbesitz befindet. Der Grundstückseigentümer hat dem Bunkerverein gestattet, den seit 2002 auf die Denkmalliste des Landes Brandenburg gesetzten Bunker zu “verwalten“ und Führungen durchzuführen.

Hier nur einige Details; der Bunker wurde zwischen 1971 und 1976 unter Regie der Verwaltung für Spezialbauwesen der NVA errichtet. Alle am Bau beteiligten Personen mussten Verschwiegenheitserklärungen unterschreiben. Der damalige Armeegeneral  Hoffmann ging von einer Investsumme von 80 Mio. Mark der DDR aus. Insider sprechen aber vom Dreifachen!

Wenn man bedenkt, dass in der Zeit des Kalten Krieges,  sowohl der Warschauer Vertrag als auch die NATO atomsichere Bunkeranlagen konstruierten und in absoluter Geheimhaltung bauten, so wurde bei Harnekop  der Standort für die Hauptführungsstelle des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR errichtet. Hier sollten, bei einem „heißen Krieg“ unter Einsatz von Atomwaffen, rund 300 NVA-Führungskräfte, Spezialisten und Techniker für 25 Tage kommandieren, sprich aushalten. Man fragt sich dann nur, was wäre danach geworden, wenn sie nach dieser Zeit, den Bunker verlassen hätten/mussten. 

Warum sehen sich Wetterstationen und Atombunker so ähnlich?

 

Als 1990  die Bundeswehr, den Standort Strausberg übernahm, war man sehr erstaunt(Insider!), was man im Wald bei Harnekop vorfand. Die NATO war bis zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass  es sich um eine Flugwetterstation handele und hatten dieser keine Bedeutung beigemessen. Und zu meiner zweiten Frage, es gibt noch einen zweiten, gleichartigen Bunker. Dieser wurde im Irak des Saddam Hussein gebaut, denn der hatte einst gute Kontakte in den Ostblock und wünschte sich auch etwas zum Überleben. Nun frage ich mich nur, warum hat er sich bei der US-Invasion in einem Erdloch verkrochen? In solch einem Atombunker(sprich Wetterstation) hätte er „bis heute“ überlebt…

                                                                                                                                                                                 GR 

AUS-LESE 123 (2014-11-15)

Auf Schalke wird ausgemistet

Was haben ein Tierzuchtbetrieb und der

Transfermarkt gemein?

Mit dieser Teilüberschrift auf www.bild.de/sport wurde ich gestern überrascht. Zunächst dachte ich, ich hätte die Landwirtschaftsseite angeklickt. Nein, ganz im Gegenteil, es war die Seite, die über das aktuelle Fußball-Geschehen der Bundesliga berichtet. Nun soll ja, so wurde mir von erfahrenen Journalisten vermittelt, eine Überschrift so prägnant sein, dass sie Interesse bzw. Neugier beim Leser wecken soll, damit er diesen Artikel liest.

 

Also hier die Überschrift in vollem Wortlaut:                                     Schalke mistet aus                                                                             Diese 5 Stars sollen im Winter weg

 

Es handelt sich also um Fußballspieler (um Menschen!), die der Bundesligaklub eingekauft hat (die Summe ist mir leider unbekannt) und die die Erwartungen scheinbar nicht erfüllt haben. Nun werden sie auf dem Transfermarkt angeboten und sicher mit Verlust verkauft. Sofern ein anderer Club „diesen Mist“ kauft.

Bei aller Exklusivität und offensichtlicher überschätzter Originalität des Überschriftensetzers, das ist unterste Schublade.  Zum einen, es sind junge Menschen, die es durch ihr außergewöhnliches Talent gepaart mit großem Ehrgeiz in den Rang eines Fußballers der 1. Bundesliga geschafft haben. Sie haben mit ihrem sportlichen Können den Beweis erbracht und sich ins Blickfeld der Fußballtrainer, Manager und anderer Club-Herren gespielt.

Durch einen Onkel, der Landwirt war, bekam ich als Junge die Gelegenheit, einen Schweinestall auszumisten. Dung und Jauche sind schon von den Gerüchen her, die nicht angenehmsten Dinge. Aber das Ausmisten, die Sauberkeit in einem Tierzuchtbetrieb herzustellen, ist eine absolute Notwendigkeit. Das kam mir so alles wieder ins Gedächtnis. Und mit dieser Tätigkeit vom Schwein auf den Menschen abzuleiten, war etwas zu viel für mein Gefühl. Leben wir wirklich in einer menschenverachtenden Gesellschaft, wo nur der zählt, der die Erwartungen erfüllt?

Wer als Arbeitnehmer schon einmal eine Kündigung bekam, dem ist bewusst geworden, wie schmerzhaft es mitunter sein kann, nicht mehr  gebraucht zu werden. Und wenn sich dann noch einer seiner Arbeitgeber aufschwingt zu sagen, er muss sein Unternehmen ausmisten und der Dreck muss weg, um wieder profitabel zu sein. Diesem Typen möchte man am liebsten eins aufs M….hauen.

Aber ehe ich mich zu solchen Bemerkungen hinreißen lasse, ist es ratsamer, mich auf das nächste Fußballspiel vorzubereiten.                                                                                      

GR 

AUS-LESE 122 (2014-11-09)

Erstmals  SKY Deutschland  erlebt

Tolles Spiel, süffiges Bier, prima Unterhaltung und lästige Experten

Seit Tagen geisterte es durch alle Sportsendungen der öffentlich-rechtlichen wie der privaten Sender, das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga:   Bayern München gegen Borussia Dortmund.

Sonnabend, 18 Uhr war auch ich, der sonst sehr zurückhaltend auf Fußballübertragungen reagiert, so „angeheizt“, dass ich mich erstmals entschloss, Ja, du gehst in eine Gaststätte und schaust dir l i v e dieses Spitzenspiel (der Erste gegen den Vorletzten!) an. Diese Gaststätte warb schon lange Zeit für die Möglichkeit, ausgewählte Sportveranstaltungen aktuell mitzuerleben.

Neugierig betrat ich die Gastwirtschaft, fragte höflich, ob man hier „Fußball gucken und dabei ein Bierchen trinken könne“ und wurde sehr zuvorkommend in einen Nebenraum verwiesen. Ein Flachbildschirm und davor ein Tisch mit zehn Sessel.

 

Kaum saß ich, stand schon mein Pils vor mir

 

Noch war ich allein, zum Glück gesellten sich kurz vor Spielbeginn zwei weitere Fans hinzu. Mit einem kam ich ins Gespräch und an unseren Aussprachen erkannten wir sofort, wir beide sind keine gebürtigen Berliner sondern Sachsen-Anhaltiner, frühere 1.FC Magdeburg-Anhänger und noch immer gern in unseren Geburtsorten und Umgebung unterwegs. Dabei blieb es nicht aus, dass man über „vergangene Zeiten“ schwatzte, so hatte jeder seinen Standpunkt zur Fußballfankultur in den Stadien, den „Absturz“ der einstigen DDR-Oberligamannschaften(Dresden, Magdeburg, Rostock usw.) in die Bedeutungslosigkeit. Aber auch wie friedlich und stimmungsvoll frühere Fußballspiele  abliefen. Beispiel aus meiner Heimat; Lok Halberstadt, in den 60-er Jahren 3. Liga, hatte bei Heimspielen, je nach Bedeutung des Gastes, ca. 1000 bis 4000 Zuschauer. Beste Stimmung bei den Zuschauern, tolle Sprüche und witzige Einwürfe. Und danach, egal wie das Endergebnis ausfiel, alles wanderte friedlich ab! Das einzige was im Stadion vorfuhr, war der Krankenwagen und ein Polizeistreifenwagen. Wobei ersterer öfter benötigt wurde, für verletzte Spieler. Anschließend machten die Wirte der umliegenden Gaststätten glänzende Geschäfte, sie waren voll diskutierender Fußballfans.

Zurück zu Sky. 

… mit SKY immer einen Logenplatz

Für mich ein Riesenaufwand für eine Fußballübertragung

 

Man sprach von 208 Ländern, außer Nordkorea, wohin das Spiel übertragen würde. Zunächst noch vor dem Spiel die Expertenrunde, jeder mutmaßte über Taktik, Aufstellung und Endergebnis. Inhaltslose Interviews, zum Beispiel mit einem Herrn M. Sammer, der die hübsche Reporterin mit belanglosen Floskeln abspeiste. Was mir gefiel, unzählige Kameras und Bildeinstellungen brachten in ihren Wiederholungen das in Zehntelsekunden abgelaufene Geschehen noch einmal nahe. So waren die taktischen Fehler der Spieler oder die überraschenden schnellen (will das Wort-genial- nicht benutzen) Spielzüge sehr schön zu erkennen.

 

Die Experten sollten wegbleiben

 

Was mir missfiel, und das stellte ich auch bei dieser Sky-Sportübertragung fest, diese Experten! Ich gehe davon aus, dass jeder, der sich ein Fußballspiel anschaut, schon einmal gegen einen Ball getreten hat, etwas von den Fußballregeln versteht und sich eine eigene Meinung bilden kann. So war meinem Gesprächspartner und mir klar, dass in der zweiten Halbzeit, als sich Dortmund von den Bayern „einschnüren“ ließ, es nur eine Frage der Zeit sei, wann Ausgleich und eventuell auch Siegtor für Bayern fallen würde. Muss ich mir, nach dem Spiel, das von einem Experten bestätigen lassen?

… manche mögen Fußball nicht. Liegt das an den Experten?

Images: BJM/GR  

Ich möchte es bei diesem Beispiel belassen und nicht auf weitere Sportarten ausdehnen.

Weil wir uns recht sympathisch fanden, ein spannendes Fußballspiel  gemeinsam  angesehen hatten, verabredeten wir uns für das Rückspiel Dortmund gegen Bayern in der Rückrunde wieder hier vor Ort, bei Sky-Deutschland.GR                                                                   

AUS-LESE 121 (2014-11-07)

Für die Parkbank noch zu jung?

„Wer das Ziel kennt, findet den Weg!“

Wir suchen in allem zuerst das Kritikwürdige. Hier auf dem Foto;  naja da sitzen sie nun rum die ollen Rentner und haben nichts Besseres zu tun…..Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass, wenn man in den Medien über Senioren/innen berichtet, sei es die Renten-oder Krankheitsproblematik,  immer zeigt man ältere grauhaarige Menschen auf einer Bank, die einem den Rücken zudrehen. Dieses Motiv habe ich auf einem Spaziergang am Ufer des Seddin-Sees gesehen und dachte mir spontan, das musst du „knipsen“, um nicht andere Bild-Veröffentlichungen –verbotenerweise- zu nehmen. Doch einer von den vier war wachsam, reagierte sofort und forderte mich auf, sie können noch mehr Aufnahmen machen, kommen sie ruhig näher.  Was sollte ich davon halten? Also antwortete ich, dass ich nur ihre Silhouetten und die Bank aufgenommen habe, um ja nicht ihre Persönlichkeitsrechte zu verletzen.

Was leite ich aus dem Foto ab. Hier haben sich vier Menschen zusammengefunden.  Sie sind gemeinsam in der Natur unterwegs, vielleicht waren sie vorher auf dem „Kaffeekahn“ am Seddin-See bei Schmöckwitz und jetzt nach dem Spaziergang eine kleine Pause mit Seeblick. Gemeinsam und ich betone es hier besonders, haben sie etwas unternommen. Ich hätte sie gern gefragt, was sie sonst noch so “drauf haben“. Aber das fiel mir erst im Nachhinein ein. Denn es sind die Gemeinsamkeiten, die uns miteinander verbinden.

Und wenn man in den Ruhestand getreten ist, scheint es mir umso wichtiger zu sein, die Gemeinschaft zu suchen. Bei unseren Ausflügen und Besuchen von Ausflugslokalitäten fiel mir auf, es können dort zehn Tische  mit  vier bis sechs Stühlen stehen, alle zehn Tische sind besetzt aber nur mit jeweils zwei Personen.

 

Keiner will dem anderen zu nahe treten, oder?

 

Ist es einem unangenehm, den dort sitzenden Gast zu fragen, ob man an seinem Tisch Platz nehmen darf? Hat man vielleicht Angst vor einem –nein-?  Mir fiel bei dem hier Geschilderten auf, an einem Tisch mit sechs Stühlen saß ein ca. 50-jähriges Pärchen. Auf zwei Stühlen hatten sie ihre Rucksäcke platziert, die anderen beiden Stühle mit ihren Jacken abgedeckt. Andere Platzsuchende wagten gar nicht, an diesem Tisch nachzufragen und gingen lieber wieder.

Ich gehe gern auf Menschen zu

 

Und so haben wir viele interessante, nette Mitbürger kennengelernt, wenn wir an deren Tischen Platz nahmen. Nun muss ich aber hinzufügen, wir haben in unserem Nash auch einen Türöffner. Denn zum einen erregt er mit seinem vielen Fell (sprich Pelzmantel) Aufsehen und man erkundigt sich zuerst nach dem Hund. Dann outet sich bestimmt „einer“ als Hunde-oder Katzenliebhaber und damit ist man drin in der Unterhaltung.

 

Warum schotten sich viele Menschen so ab?

 

Sie verlassen kaum die Wohnung, schleichen grußlos aneinander vorbei. Andere machen allein Radtouren oder joggen durch die Natur, gehen ins Fitnessstudio, um für sich allein zu trainieren, aber ihre Umgebung behalten sie schon im Auge….

Am 29 November 2014 werde ich bei meinem ehemaligen Sportverein „Siegfried Nordwest 1887“ am Wettkampf im Bankdrücken um den Tiergartenpokal teilnehmen. Den Pokal werde ich wohl nicht erkämpfen können, aber ich bin es den seit Jahrzehnten(!) unermüdlichen Sportkameraden schuldig, die Jahr für Jahr Wettkämpfe organisieren, dafür Sporthallen buchen, wettkampftechnisch alles bestens vorbereiten bis hin zum Imbiss für Athleten und Zuschauer. Ich war dabei, als im Jahr 2004 der Vorsitzende der Sportgemeinschaft über 120 Athleten/innen begrüßte. Bei der letzten Berliner Meisterschaft im Oktober 2014 waren es gerade  16 (sechzehn) Starter. Wenn wir Senioren, die nun wirklich Zeit haben, unseren Sport auszuüben, nicht mehr an diesen Wettkämpfen teilnehmen, wer denn sonst? Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es auch 2015 Kraftsportwettkämpfe geben wird.

Nun hat sich meine Frage, für die Parkbank wohl von selbst beantwortet. Ich bin jetzt über sieben Jahre Rentner.

 

Auch ich muss jeden Tag den inneren Schweinehund überwinden

 

In einer Kolumne habe ich bereits diesen herrlichen Wegweiser im Kampf gegen diesen „Hund“ vorgestellt.

Es gibt einen herrlichen Spruch, der es genau trifft:

Wer das Ziel kennt, findet den Weg“

Ich habe einen Terminkalender, der zum einen mit Arbeitsaufträgen leicht gefüllt ist, aber in dem großen Freizeitteil stehen etliche Termine. Und am meisten freuen mich die Unternehmungen, die ich mit angenehmen Zeitgenossen verbringen kann. Wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe, dann möchte ich es auch erreichen, und das gelingt nur durch persönliche Initiativen und Disziplin. Als Rentner bist du ziemlich allein auf dich gestellt.  Ich finde es gut, Eigeninitiative zu entwickeln, Mitstreiter zu finden und aktiv am Leben teilzunehmen.                                                      

GR 

AUS-LESE 120 (2014-10-27)

Vorfreude auf die 25. Hanse Sail in Rostock/Warnemünde

Highlight und Pflichtprogramm für jeden Seefahrt-Freak

Jedes Jahr am zweiten August-Wochenende passieren 250 Traditionssegler, Museumsdampfer und Gastschiffe mehrfach die Warnemünder Molen auf dem Weg zum Passagierkai oder in den Rostocker Stadthafen und zurück. Wer auf den Molen einen Platz findet, sitzt tatsächlich in der ersten Reihe. Vollschiffe, Barkentinen, Briggs, Schoner, Koggen und Haikutter, aber auch Dampfschiffe wie der dicke Eisbrecher »Stettin« oder der Dampfschlepper »Woltman« sind dabei. Hier gilt: Je älter, umso schöner!

 

Alles, was schwimmen kann, ist dabei

 

Die Gesamtlänge der offiziellen Teilnehmerschiffe beträgt zur Hanse Sail rund sechs Kilometer und zusammen sind sie insgesamt 12.000 Jahre alt!

Nachbau der „Santa Maria“ von C. Kolumbus, mit der er zwischen 1492-1504 Reisen in die Karibik unternahm

Unmittelbaren Kontakt zu den Traditionsschiffen und ihren Besatzungen finden die Besucher auf den Bummelmeilen in Warnemünde und Rostock, bei Open-Ship oder bei einem gemeinsamen Shanty, wie überhaupt das Landprogramm der Hanse Sail mit Musik, Tanz, Ausstellungen, Riesenrad und Rollmops einen üppigen Rahmen für das Wasserprogramm bietet. Spannend für die ganze Familie ist ein Besuch des Segelstadions oder der Silo-Halbinsel mit der Präsentation »Leben in der Hansezeit«.

Heck des Segelschulschiffes der Bundesmarine „Gorch Fock“2, Indienststellung: Dezember 1958

Beeindruckendes Schauspiel auf der „Wasserbühne“

 

Noch spannender, als einen Molenplatz einzunehmen, ist es, unmittelbar bei diesem Wasserschauspiel mitzumachen, zum Beispiel beim Segelsetzen an Bord der Traditionssegler bei einem Mitsegeltörn. Rund 30.000 Mitsegler nutzen inzwischen diese Gelegenheit und tragen so zum Erhalt der wertvollen maritimen Kulturgüter bei.

Neben den offiziellen Teilnehmerschiffen findet man auf der »Wasserbühne« vor Warnemünde und auf der Warnow so ziemlich alles, was schwimmt: Von Kreuzlinern und Fährschiffen, über Schlepper und Spezialschiffe der Deutschen Marine, bis zu Yachten und Schlauchbooten.

Dampfeisbrecher „Stettin“ gilt als technisches Kulturdenkmal und wurde 1933 in Dienst gestellt

Die Jubiläumssail 2015

 

Alles wird im nächsten Jahr noch übertroffen, denn dann steigt in Rostock die 25. Hanse Sail.  Meine Vorfreude ist kaum noch zu bändigen. Von Monat zu Monat werde ich unruhiger. Deshalb erinnere ich mich gerade jetzt an die Erlebnisse des vergangenen Jahres.

Da war zunächst die Anfahrt. 2013 buchten wir den Nostalgie-Sonderzug, der vom Berliner Ostbahnhof bis Bhf. Warnemünde und zurück fuhr. Vom Bahnhof  gelangten wir in drei Minuten Fußweg zur Pier an die Warnow. Dann ging es zum Fähranleger nach Hohe Düne, Markgrafenheide.

„Christian Radich“ ehemaliges Schulschiff aus Norwegen, Indienststellung 1937, ab 1999 nur noch Charterfahrten. Auf allen Sails zu Gast

Danach gab es die Große Hafenrundfahrt  mit dem Ziel : Rostocker Stadthafen und zurück - Dauer etwa 3,5 Stunden.

Eine Besonderheit sollte man beachten: Ab 9.00 Uhr laufen alle Schiffe, die zu Gast bei der Sail sind, mit Passagieren an Bord aus, um nach einem Segeltörn an ihre Liegeplätze zurückzukehren.

14.00 Uhr waren wir von der Hafenrundfahrt zurück, dann brachen wir auf in Richtung Alter Strom und Uferpromenade in Warnemünde.

In den verbleibenden drei Stunden haben wir dann ausgiebig Fisch „verkostet“, andere Spezialitäten probiert oder einfach auf einer Bank mit „Wasserblick“ abgeruht. Ich liebe es,Schiffe und Leute zu gucken.

Pünktlich 17.00 Uhr bekam unser Sonderzug zurück nach Berlin sein Ausfahrtssignal.

Passagierschiffe und Kogge, dazwischen liegen 500 Jahre Schiffbau

Auf geht`s im nächsten Jahr

 

Akteure oder Zuschauer – egal, diese maritime Dramaturgie, diese schöne Wasserinszenierung an und auf der Warnow sowie auf der Ostsee vor Warnemünde, begeistern jährlich immer wieder aufs Neue etwa eine Million Besucher. Und in zehn Monaten hat die Hanse Sail ihr 25. Jubiläum. Für mich heisst das, Teilnahme ist Pflicht!

GR

AUS-LESE 119 (2014-10-21)

„Königin der Meere“ vom

Kai aus beobachtet

Queen Mary 2 - von Norwegen über Hamburg

nach New York

Wedel:

Kleinstadt westlich von Hamburg in Schleswig-Holstein

Dass ich ein Faible für Schiffe aller Art und Größe habe und stundenlang am Ufer sitzen könnte, um vorbeifahrende Schiffe anzuschauen, hat sich in der Familie und bei Freunden herumgesprochen. Da war man dann auch nicht erstaunt über meinen Wunsch, die „Königin der Meere“ „ankieken“ und fotografieren zu wollen. Sie ist für mich eines der schönsten Schiffe der Welt. Andere Menschen geraten bei Autos, Panzern oder Jagdflugzeugen in Ekstase, ich genieße es am liebsten allein und in Ruhe an einer Uferpromenade. 

Der Traum

von einem Schiff

im Hafen

von Trondheim

in Norwegen

Die Fahrt an die Elbe nach Wedel bei Hamburg

 

Hier ist eine der bedeutendsten Schiffsbegrüßungsanlagen, namens „Willkomm Höft“. Über die britische Reederei-Cunard Line konnte ich  schnell erfahren, wann die Königin den Hamburger Hafen anlaufen würde und wie die Hafenliege- und Auslaufzeit sein wird. Schnell war eine Wochenendübernachtung im Hotel in Wedel gebucht und zur Schiffsbegrüßungsanlage waren es keine fünf Minuten Fußweg. Bekannt war bis dahin, dass „sie“ sonnabends in der Früh aus Norwegen kommend in Hamburg einlaufen würde. Der diensthabende Kapitän in Willkomm Höft präzisierte es, indem er mir sagte, „Junge sei gegen 7.00 Uhr hier, dann bist du richtig“.

 

Besser eine Stunde früher

 

Wir waren aber vorsichtshalber schon um 6.00 Uhr vor Ort und mit uns auch die ersten Schaulustigen. Eine Kaffee-/Bratwurstbude öffnete und wurde sofort belagert. Irgendwie war eine Spannung in der Luft, wenn alle Menschen aus demselben Grund zusammen stehen und auf etwas warten. Es war noch recht frisch und der Morgennebel lag über der Elbe. Aber man hatte trotzdem eine Sicht von etwa 500 Metern. Zuerst sahen wir das Blaulicht eines kleinen Polizeibootes, rund 100 Meter dahinter dann …SIE !

Stets großer Andrang am „Willkomm Höft“

Zweimal zu sehen – die „Königin der Meere“

 

Das Flaggschiff der britischen Reederei „Cunard Line“: Queen Mary 2  (genannt QM 2)

Indienststellung: 12. Jan 2004 Baukosten: 870 Mio. €      Länge: 345 m, Breite: 41m,. Höhe: 72 m, ein Kreuzfahrtschiff mit 1.310 Kabinen für 3.090 Passagiere,    Besatzung: 1.253 Mann

 

Ich muss gestehen, es war faszinierend, wie die QM 2 lautlos immer näher kam und somit immer gewaltiger in ihren Ausmaßen wurde. Auf Höhe der Schiffsbegrüßungsanlage wurde sie mit einer Melodie aus Zar und Zimmermann begrüßt, die englische Nationalhymne abgespielt, die Flaggen aufgezogen. Dann ließ die Queen Mary 2  ihr Martinshorn ertönen. Auf einen derart lauten und dumpfen Ton waren die mehrere Hundert Anwesenden nicht gefasst. Ein Riesensturm aus Beifall und Jubelschreien waren unsere Antwort.

Am Abend sollte die Queen Mary 2 wieder den Hafen verlassen und ihre Reise nach New York antreten. Natürlich war es eine angenehme „Pflicht“ wieder dabei zu sein. 

Die „Königin der Meere“ im Hamburger Hafen

Volksfeststimmung am „Willkomm Höft“

 

Und dieser Abend entwickelte sich hier zu einem wahren Volksfest. Ich schätzte, dass mehrere Tausend Menschen sich gegen 20 Uhr eingefunden hatten. Alle Plätze der Gaststätte, alle weiteren Sitzgelegenheiten waren belegt. Die Menschen saßen auf den großen Rasenflächen oder machten Picknick.  Die Zeit ran dahin, keiner konnte die Frage beantworten, wann kommt sie. Es war mittlerweile schon 22:30 Uhr. Kundige Schiffskieker, die es schon mal erlebt hatten, hörten am Geböller eines Feuerwerkes am Hamburger Hafen, jetzt wird die QM 2 auslaufen. Elbabwärts kam aber ein großes, weißes AIDA-Schiff mit voller Beleuchtung, lauter Musik und vielen winkenden Menschen an Bord. Nach seiner Verabschiedung wieder Spannung und der Blick ins Dunkel Richtung Hamburg.

Es vergingen weitere 30 Minuten, die Böllerschüsse und das Feuerwerk kamen immer näher und wieder brach ein Jubelsturm los. Die „Königin der Meere“, Queen Mary 2, schwebte vorbei und entschwand Richtung Nordsee in dunkler Nacht. Es war einfach schön und beeindruckend, welches auch meine Begleiter zugeben mussten. Mein nächstes Ziel, die Ausschiffung eines Riesenkreuzfahrtschiffes der Meyer-Werft in Papenburg über die Ems in die Nordsee zu begleiten. Dass ich das nicht allein genießen kann, ist mir nach meinem Queen-Mary-Erlebnis klar. Warum nicht Freude teilen….!  Siehe auch IM BILDE vom 21.10.2014.   

GR 

AUS-LESE 116 (2014-10-10)

Besuch auf einer Legende oder der unerfüllte Traum

von der Seefahrt

Tradition, Geschichten und sehr viel Romantik rund um einen 10.000-Tonner

Nach 42 Jahren war ich erstmals wieder hier, um „sie“ zu besuchen.  Sie, das ist „mein“ Schiff, ein Jugendwunsch, eine Berufsvorstellung, denn nur auf solch einem Handelsschiff wollte ich zur See fahren. Inspiriert hatten mich die Schilderungen eines Spielkameraden, der Ende der 50er Jahre plötzlich aus Halberstadt verschwunden war ( Grund: er war mit seinen Eltern nach Hamburg „verzogen“) und jetzt saß er mir in der Milchbar gegenüber.

 

Alles nur Seemannsgarn?

 

Inzwischen war er ein stattlicher Kerl von 20 Jahren geworden, fuhr auf einem Frachtschiff einer Hamburger Reederei um die Welt. Nun mag viel Seemannsromantik in seinen Schilderungen gewesen sein, doch sein Auftreten hatte was… Mein Vater, der von meinen Ambitionen wusste, schenkte mir den Bildband „Auf allen Meeren“ und ich kann nicht sagen, wie oft ich mir das Buch anschaute und meinen Träumen nachhing.

Was aber war dem vorausgegangen? Im Juni 1957 wurde der erste 10.000-Tonnen-Stückgutfrachter FRIEDEN der Typ-IV-Serie, gebaut auf der Warnow-Werft Warnemünde, an die Deutsche Seereederei Rostock (DSR) übergeben. Zwölf Schiffe diesen Typs, die später alle ihre eigene Geschichte schrieben, bildeten die eigentliche Grundausrüstung der DDR-Handelsflotte. Anfang 1990 besaß die DSR  172 Schiffe, dies entsprach über 20 Prozent der gesamtdeutschen Handelsschiffstonnage. Ein zweiter Aspekt war, dass im Halberstädter Schwermaschinenbau die großen Schiffsdiesel-Antriebsaggregate gebaut wurden. Also war auch hiermit eine weitere Beziehung aufgebaut.

 

Aufregung pur

 

Mit ein wenig Bauchkribbeln und Herzpochen näherte ich mich dem Traditionsschiff, welches seit 1970 zum größten schwimmenden Schiffbau-und Schifffahrtsmuseum Europas ausgebaut worden ist. Außer diesem imposanten Schiff mit einer Länge von 157 m, den schneeweißen Aufbauten erkannte ich nichts wieder, konnte mich auch an Details nicht erinnern. Im Foyer des Schiffes, man konnte es auch mit Fahrstuhl erreichen, eine freundliche Museumsmitarbeiterin, und viel Anschauungsmaterial. Mich aber reizte die Brücke, von dort runter in den Maschinenraum, vorbei an den Mannschaftskabinen, Kombüse und Krankenstation. Erst danach hatte ich Muße, mir die Ausstellung über den Schiffbau an der Ostsee anzuschauen.

 

Noch ein faszinierendes Buch

 

Zurück im Foyer, fand ich in den Literatur-und Prospektauslagen ein Buch, welches ich in den nächsten Tagen nicht mehr aus der Hand legte:

Typ IV – Was hat diese Schiffe zu einer Legende gemacht?      

Von Gerhard Marx

Gerhard Marx hat dieses Buch im Sommer 2007 seinem sechsjährigen Enkel gewidmet, um ihm mit seinen Schilderungen über die Besonderheiten dieser außergewöhnlichen Frachtschiffe, eine Vorstellung zu geben, mit welchen einfachen Mitteln die Maschinenbesatzungen auf den zwölf Schiffen, den Schiffsmaschinenbetrieb und damit die Betriebssicherheit aufrechterhalten haben.

Inzwischen ist der Enkel 13 Jahre alt, hat das Buch bestimmt gelesen und sicher viele Fragen an seinen Opa. Denn Gerhard Marx war Konstrukteur, Außenhandelskaufmann, Maschinenassistent und Schiffsingenieur. Spezialisiert auf diesen Schiffstyp, fuhr er viele Jahre als leitender Schiffsingenieur , in der Bordsprache „Chief“ genannt. Wer hätte es besser und kompetenter beschreiben können als er? Und wenn Gerhard Marx von einer Legende schreibt, dann würdigt er zugleich die außergewöhnlichen Arbeitsleistungen der Besatzung, die bei Maschinenraumtemperaturen von plus 45 bis 50 Grad Celsius und einem Lärmpegel von 120 dB rund um die Uhr den Maschinenbetrieb gewährleistet hat. Dieser Typ IV galt als sehr arbeitsintensiv und wurde von 26 Mann (8 Schiffsingenieuren und 18 Maschinisten) in Fahrt gehalten.

Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, stellte ich mir die Frage, du wolltest doch auch zur See, die Schiffsmarine sollte es sein und zeitlich wärst du sicher auf ein Frachtschiff Typ IV gekommen? Fluch oder Segen, dass es anders gekommen ist, denn im Haus der Schifffahrt in Rostock liegen bestimmt noch meine Bewerbungsunterlagen…..

Eines möchte ich hier noch würdigen. Ich finde es gut und beeindruckend, wenn ältere Menschen, nach Ausscheiden aus  dem Berufsleben über ihr Leben und Wirken berichten. Denn jeder Mensch hat eine spezifische, authentische Lebensgeschichte und die heranwachsende Generation(wie hier der Enkel von Gerhard Marx) bekommt eines Tages eine kompetente und eindrucksvolle Antwort, wenn sie fragt, wer waren meine Großeltern?  

Anmerkung: Das Traditionsschiff liegt an seinem angestammten Platz in Rostock-Schmarl und war sicher ein sehr guter Besuchermagnet zu IGA-Zeiten. Jetzt scheint es mir ziemlich still um das Schiff geworden zu sein und wird nur noch von Insidern beachtet. Wie ich erfahren habe, soll es in der Stadtverwaltung Rostock eine Standort/Liegeplatz-Diskussion geben. Es soll der Wunsch bestehen, das Schiff in den Stadthafen Rostock zu bugsieren und um es hier den Besuchern besser zugänglich zu machen. Keine schlechte Idee!                                                                                                  

G. Rickers.

Do              20.07.2017 

Nr.           2.461 - 1.158

Aktualisierung        19:15

Übrigens,

 

… in Berlin werden immer noch dringend Wahlhelfer gesucht - ein Interessent wollte sich deshalb melden, aber … Sie glauben nicht, was dann geschah (doch Sie ahnen es sicherlich): Online ließ sich die „Bereitschaftserklärung" auf dem beschriebenen Weg an die angegebene Stelle nicht senden, also schickte unser freundlicher Helfer das Papier per Mail an die allgemeine Adresse des Bezirksamts - das war vor zehn Tagen, bis heute keine Antwort. Nächster Versuch: Persönliche Anmeldung im Rathaus Weißensee - doch dort hieß es: Nicht bei uns! Fahren Sie zum Rathaus Pankow … Das Resümee: „Im Bürgeramt Weißensee kann man kein Formular raussuchen und das ausgefüllte Ding dann nach Pankow senden? Statt dessen soll ich noch Fahrgeld bezahlen, um nach Pankow zu kommen? Also lassen wir das.“ TSCP

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 19.07.2017

17    19   21   27    36   41    SZ: 1

Spiel 77:  0177 997 

 

Super 6: 422 100  

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

1974 (2017-07-20) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Metalldiebe im Bergener Gotteshaus

In Sankt Marien hat

die Stunde 61 Minuten

Die westliche Außenwand

mit dem Grabstein einens

wendischen Priesters

BREAKING NEWS

Stand: 20.07.2017 - 19.25 Uhr

 

International

 

US-Präsident Donald Trump hat laut einem Medienbericht die verdeckten Waffenlieferungen der CIA an syrische Rebellen, die gegen die Regierung von Bashar al-Assad kämpfen, stoppen lassen. Die Entscheidung habe Trump vor knapp einem Monat nach einem Treffen mit CIA-Direktor Mike Pompeo und seinem Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster getroffen.

 

Nach dem Hickhack um die Gesundheitsreform und die Russland-Affäre seines Sohnes bringt ein Zeitungsinterview US-Präsident Donald Trump abermals in Erklärungsnot. Eben wegen der Kontakte seines Teams nach Moskau hat sich Trump nun offenbar nachhaltig mit seinem Justizminister Jeff Sessions entzweit. Er hätte Sessions nicht ernannt, wenn er gewusst hätte, dass dieser sich in der Causa für befangen erklären würde, sagte Trump in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der "New York Times".

 

In Russland ist der Entzug der Staatsbürgerschaft bei einer Verurteilung wegen terroristischer Straftaten nun möglich. Die Abgeordneten des Unterhauses verabschiedeten am Mittwoch in Moskau in dritter Lesung das Gesetz, das ausschließlich eingebürgerte Russen betrifft.

 

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu befand sich im Gespräch mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán. Sein Mikrofon soll bei dem privaten Treffen zeitweise noch eingeschaltet gewesen sein, so dass ihn Journalisten außerhalb des Zimmers hätten hören können. "Europa gefährdet seine eigene Entwicklung, in dem es seine Beziehung zu Israel in Gefahr bringt wegen dieses verrückten Versuchs, Bedingungen zu schaffen" für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern, sagte er laut "Ynet" weiter. "Europa muss sich entscheiden, ob es leben und gedeihen will oder ausdörren und verschwinden."

 

In Griechenland haben sich in den vergangenen Wochen gewalttätige Angriffe auf Migranten gehäuft. Die Attacken werden meist nachts von Schlägertrupps durchgeführt, die mit Messern und Schlagstöcken bewaffnet sind.

 

Beim Errichten von Wohnraum haut Österreich im internationalen Vergleich kräftig auf den Putz: Mit 7,6 Bauvorhaben pro 1.000 Einwohner wurde 2016 der höchste Wert von 19 untersuchten Ländern erreicht, wie aus dem aktuellen Deloitte Property Index hervorgeht. Dahinter folgten Israel mit 6,1 und Frankreich mit 5,7 geplanten Wohnungen. Das Schlusslicht bildete Portugal mit 1,1 Wohnbauvorhaben. 

 

Deutschland/Berlin

 

Im Streit zwischen der Türkei und Deutschland über die Inhaftierung deutscher Staatsbürger wird der Ton immer schärfer. Das türkische Außenministerium erklärte am Donnerstag, die deutschen Äußerungen zur Festnahme von Menschenrechtsaktivisten seien nicht akzeptabel. "Das war eine direkte Einmischung in Angelegenheiten der türkischen Justiz."

 

Ein Unwetter über dem Ruhrgebiet hat zum Tod einer 51 Jahre alten Frau in Dortmund geführt. Die Frau sei an den lebensgefährlichen Verletzungen gestorben, die ihr am Mittwochabend ein umstürzender Baum zugefügt habe, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. 

 

Sport

 

Fussball

 

Teammanager Antonio Conte hat seinen Vertrag beim englischen Fußball-Meister FC Chelsea vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2021 verlängert. Das gaben die Londoner am Dienstagabend bekannt. Der ursprüngliche Vertrag des 47-Jährigen wäre bis 2019 gelaufen.

 

Spaniens Fußball-Teamstürmer Alvaro Morata wechselt von Champions-League-Sieger Real Madrid nach London zum englischen Meister Chelsea. Dies bestätigten beide Clubs am Mittwochabend. Die Ablösesumme für den 24-Jährigen soll laut spanischen Medienberichten 80 Millionen Euro betragen. Damit würde Morata zum Rekord-Verkauf der Madrilenen und zum teuersten Chelsea-Transfer. 

 

Radsport

 

Tour de France

 

Chris Froome strampelt bei der Tour de France seinem vierten Gesamtsieg entgegen. Der Brite hielt mit seinem Sky-Team am Donnerstag auch auf der letzten Bergetappe den Angriffen der Konkurrenz stand. Auf der 18. Etappe mit dem Schlussanstieg auf den Col d'Izoard belegte Froome Rang vier zeitgleich hinter seinem schärfsten Rivalen Romain Bardet.

 

18. Etappe, Briancon – Izoard (179,5 km):

 

1. Warren Barguil (FRA) Sunweb 4:40:33 Stunden 2. Darwin Atapuma (COL) UAE +20 Sek. 3. Romain Bardet (FRA) AG2R 4. Chris Froome (GBR) Sky 5. Rigoberto Uran (COL) Cannondale 22 6. Mikel Landa (ESP) Sky 32 7. Louis Meintjes (RSA) UAE 37 8. Daniel Martin (IRL) Quick-Step 39 9. Simon Yates (GBR) Orica 59 10. Alberto Contador (ESP) Trek 1:09 Min.

 

Gesamtwertung:

 

1. Froome 78:08:19 2. Bardet +23 Sek. 3. Uran 29 4. Landa 1:36 5. Aru 1:55 6. Martin 2:56 7. Yates 4:46 8. Meintjes 6:52 9. Barguil 8:22 10. Contador 8:34

 

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