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(RH)EINSICHTEN

von Uwe Morchutt

 

 

229 (2017-09-19) Uwe Morchutt

Rundfunkgebühr

„Freifahrtschein

der Staatspresse“

 

 

Ich will, dass Journalismus eine Zukunft hat. Ich möchte, dass Verlage auch in der digitalen Welt noch eine wichtige gesellschaftspolitische Rolle spielen. Und ich werde deshalb dafür kämpfen, dass Verlage auch im Jahr 2050 noch ein gesundes und attraktives Geschäftsmodell haben. Denn eine Demokratie braucht unabhängige, kritisch recherchierende Journalisten.“ Diese einleitenden Worte sprach  BDZV-Präsident Dr. Mathias Döpfner beim Zeitungskongress am 26. September 2016 in Berlin aus. Also vor rund einem Jahr.

Zur Illustration erzählte Dr. Döpfner damals den Verleger-Witz der Saison, der überspitzt skizziert, wie das Geld des Gebührenzahlers versickert. Im Paradies soll ein neues Nachrichtenportal gelauncht (Markteinführung) werden. Eine Ausschreibung läuft. Als erstes reagiert ein deutscher Zeitungsverleger.

Wieviel die Sache koste, fragt Petrus nach einer Tour durch den neuen Newsroom des Verlags.

„10 Mio. Euro“, sagt der Zeitungsverleger. „Und was wollen Sie mit dem Geld machen?“, fragt Petrus. „Ein Drittel für die besten Journalisten des Landes, ein Drittel für die Aufbereitung der Inhalte auf allen Plattformen und ein Drittel als Gewinn.“


Als Zweiter legt ein ARD-Manager umfangreiche Pläne vor und fordert für gute öffentlich-rechtliche Wertarbeit 20 Millionen Euro: Je ein Drittel für Verwaltung, ein Drittel für Spesen und ein Drittel für Altersversorgung.


Der Dritte Bewerber, Founder eines großen Social Media Unternehmens, verlangt 30 Mio. Euro. „Was? Soviel für ein Nachrichten-Portal??? Wie wollen sie das viele Geld denn verwenden?“, fragt Petrus entgeistert. „Ganz einfach: 10 Millionen sind für Dich, 10 Millionen für mich. Und für den Rest lassen wir den Verleger die Arbeit machen.“


Darüber hinaus betonte Döpfner, dass die Nachrichtenversorgung durch öffentlich-rechtliche Sender absolut ausreichend ist. Mehr als 60 Radiostationen und über 20 TV-Sender von ARD und ZDF haben bei einem Budget von rund acht Mrd. Euro aus Gebühren das notwendige Maß längst überschritten. Die Zahl der Sender gehört verringert, nicht weiter ausgebaut. Soweit der Rückblick auf das Gesagte vor zwölf Monaten.

Jetzt komme ich zu den wichtigsten Punkten der diesjährigen Ausführungen des BDZV-Präsidenten und Springer-CEO Mathias Döpfner. Nur wenige Stunden alt. Für dieses Jahr hat sich der Springer-Chef die Auseinandersetzungen mit Google, Facebook und Co., dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wie auch dem Staat, der den Mindestlohn eingeführt hat, und als neuer Konkurrent, der sich vermehrt auftut, die Gemeinden und Kommunen in diesem Land auf die Fahne geschrieben.

Dr. Döpfner zu den neuen Technologien: „Bei aller Begeisterung für die neuen Technologien sollten wir nicht vergessen, dass es nicht die US-amerikanischen Online-Plattformen wie Google, Twitter und Facebook, sondern vor allem seriöse Informationsquellen wie unsere Zeitungen sind, die mit ihrer Professionalität und Vielfalt einen wesentlichen Beitrag zu Freiheitlichkeit und Demokratie unserer Gesellschaft leisten.“ Die dominante Rolle von Google oder auch sozialen Netzwerken hatte Döpfner bereits im vergangenen Jahr betont.


Fast wortgleich fiel in diesem Jahr die Kritik am Mindestlohn aus, den die Bundesregierung auch für Zeitungszusteller eingeführt hatte. Für Verlage sei das ein „Knüppel zwischen den Beinen“, wiederholte Döpfner.

Die Mehrbelastungen seien „extrem“, die Zustellung an „sämtlich relevanten Erscheinungstagen“ werde immer schwieriger, die Phase

für Zeitungshäuser „kritisch“, betonte der Präsident in Richtung des anwesenden Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von

Baden-Württemberg.

Des Weiteren warnte Döpfner davor, die Rundfunkgebühren als „Freifahrtschein“ zu werten, mit dem der „Grundversorgungsauftrag ins Uferlose“ ausgeweitet werden könne. Der Verlagsbranche ist der Wandel der öffentlich-rechtlichen in Zeiten der Digitalisierung bereits seit Jahren ein Dorn im Auge. Der prominenteste Konfliktpunkt war dabei der Launch der Tagesschau-App, den Verlage als presseähnlich eingestuft haben und ihren Standpunkt rechtlich auch gerichtlich bestätigt bekommen haben.


Döpfner aber findet noch mehr Publikationen, bei denen die Grenzen des öffentlich-rechtlichen Auftrages überschritten worden sind. Döpfner spart bei seiner Kritik nicht mit drastischem Vokabular: Die „gebührenfinanzierte Staats-Presse“ verzerre den Wettbewerb und nehme den privaten Medien „Entfaltungsmöglichkeiten“. Als Beispiel nannte Döpfner horrende Preise für Sportrechte. Ebenfalls wie im vergangenen Jahr warnte er davor, dass das duale System ins Wanken gerate und wiederholte auch seinen Vergleich mit Diktaturen: „Nur Staatsfernsehen und Staatspresse im Netz – das wäre eher etwas nach dem Geschmack von Nordkorea“, wiederholte der Springer-Boss.


Neu an Döpfners Rede ist ein weitere Zielscheibe, die die Verleger erkannt haben: Gemeinden und Kommunen. Was für die öffentlich-rechtlichen gelte, müsse auch mit Blick auf Gemeinde- und Amtsblätter gelten. „Wenn die mit öffentlichen Steuermitteln finanzierten Amtsblätter anfangen, den lokalen und regionalen Tageszeitungen mit Inhalte-Angeboten Konkurrenz zu machen, ist eine Grenze überschritten“, so der Präsident. Einen Wettbewerb zulasten der Branche werde man „auf keinen Fall“ hinnehmen.


Damit aber nicht genug: Die Forderungen an die Politik für ein angenehmeres Marktumfeld der Verlage ergänzte Dr. Döpfner schließlich noch um Pläne, die der ehemalige EU-Digital-Kommissar Günther Oettinger angestoßen hatte. Dieser durfte, obwohl in der EU nicht mehr für Medien zuständig, bereits in der Stuttgarter Zeitung sprechen. Döpfner forderte die EU auf, das geplante „Publisher’s Right“ umzusetzen, um „erstmals den Verlagen einen eigenen, europaweit geltenden Rechtsanspruch“ zu vermitteln. Dabei gehe es darum, „die unerlaubte Nutzung unserer Inhalte zu unterbinden“. 

Die ARD-Vorsitzende Karola Wille, 1959 in Karl-Marx-Stadt geboren, reagierte auf der Stelle: Sie sei „befremdet“ auf Döpfners Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Was sollte Frau Wille auch anders sagen? Schließlich wird sie üppigst vom Gebührenzahler ausgestattet! Dr. Döpfner sprach von "Staatspresse" und warnte vor Zuständen wie in Nordkorea. Seine Attacke bleibt bei der ARD nicht ohne Reaktion, so Frau Wille und wirft dem Springer-CEO "Fake News" vor und fordert mehr Sachlichkeit. Übrigens: Karl-Marx-Stadt, Staatsfernsehen, war da nicht etwas?


Als neutraler Beobachter und Fachjournalist mit fast 30-jähriger Medienerfahrung stelle ich mir jetzt die Frage: Wie kommt Dr. Döpfner auf einen derartigen Vergleich? Wenn der oberste Zeitungsverleger in diesem Land eine derartige Komparation heranzieht, muss doch etwas mit der überzogenen, gebührenverschlingenden Berichterstattung in Deutschland nicht stimmen, Frau Wille? Ebenso beim ZDF!

Dr. Döpfner warnte eindringlich davor, die Rundfunkbeiträge als „Freifahrtschein“ zu werten, mit dem der „Grundversorgungsauftrag ins Uferlose“ ausgeweitet werden könne. Als mündiger GEZ-Konsument muss ich mich leider Dr. Döpfners Kritik anschließen! Wieso muss eigentlich der Gebührenbezahler für die Altersversorgung der öffentlich-rechtlichen Mitarbeiter aufkommen? Ist die staatliche Rentenversicherung nur etwas für Gebührenzahler? umo


Quellen:

  • Rede von BDZV-Präsident Dr. Mathias Döpfner beim Zeitungskongress

  • am 26. September 2016 in Berlin

  • Rede von BDZV-Präsident Dr. Mathias Döpfner beim Zeitungskongress

  • am 19. September 2017 in Stuttgart

  • BDZV - Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger

228 (2017-09-09) Uwe Morchutt

Hilfe, „Irma“ kommt!

Das Klima verändert das Wetter

 

 

Palim, Palim! Es ist Wahlkampf. Wer es bisher noch nicht bemerkt haben soll, dem sage ich es hiermit. Die zwei rhetorischen Lichtgestalten, die im TV-Duell den unzähligen Pennälern im Land den Rang streitig machen wollen, obwohl sie sich für das zweithöchste Amt im Staat bewerben, haben doch zum Erstaunen aller gar nichts über den Klimawandel gesagt! 

 

Ist etwa alles gut mit unserem Klima?


Dann fragen Sie einmal Donald Trump, den „Klimaexperten“, der aktuell von einem Post-Hurrikan zum anderen eilt, um die Schäden zu besichtigen, die die gewaltigen „Pustebacken“ zurückgelassen haben.! Pennäler sagen vielleicht auch Tropensturm dazu! Nach den Verwüstungen durch den tropischen Wirbelsturm „Harvey“ und den anhaltenden Überschwemmungen hat der US-Bundesstaat Texas jetzt eine erste Schadensbilanz gezogen. 

 

Es sollen weit mehr als 100 Mrd. Dollar sein, und die Summe wird täglich größer. Eine stattliche Menge Geld, die man unter gewissen Umständen, wenn man es möchte, auch in Klimaschutzprojekte stecken könnte! Oder man ändert etwas am Wirtschaftssystem?

 

Aber warum tragen die Stürme eigentlich so komische Namen?


Bei der Auswahl der Namen ist entscheidend, dass sie kurz und einfach sind. Namen wie „Irma“ oder „Harvey“ lassen sich einfach merken, im Gegensatz zu Längen- und Breitengraden. Vor allem Sturmopfer werden sich schnell daran erinnern! Insgesamt gibt es sechs Listen, die fortwährend rotieren: Die Namensliste von 2017 wird also 2023 wieder Verwendung finden. Die zügellose „Irma“ kann uns demnach 2023 wieder begegnen, vielleicht dann sogar noch stärker? Jede Liste führt 21 Namen, die in alphabetischer Reihenfolge vergeben werden.

Bis zur Einführung der Listen 1953 wurden Hurrikane meist einfach durchnummeriert oder im Nachhinein nach dem Ort oder dem Tag benannt, an dem sie gewütet hatten. 

 

Wie entstehen eigentlich diese Stürme?


Die stürmische „Irma“ hat zum Beispiel, so Klimaexperten, nie den Kontakt zum warmen Karibikwasser verloren, so dass sie auch nichts an Stärke einbüßte. Jetzt könnte ein Ahnungsloser wie ich fragen, warum ist das Karibikwasser eigentlich so warm? Ist doch ideal für Touristen und Urlauber?


Fragen über Fragen. Keine Antworten! Vielleicht haben deshalb unsere TV-Dueller nichts darüber gesagt, weil sie keine Antworten haben zu den brennenden Fragen des Klimas?

 

 

Haben sie überhaupt Antworten zu den dringenden Fragen unserer Zeit?


Da habe ich zwei Wochen vor der Wahl so meine Bedenken! Ein Glück wohne ich nicht im Einfallsgebiet von „Irma“ und „Harvey“! Wie heißt nochmal der Nächste auf der Liste? Womöglich sind noch die vielen Dieselstinker aus Wolfsburg daran schuld? umo

227 (2017-09-03) Uwe Morchutt

 

 

Es wird niemals gut

Von Gutenberg bis zu von Guttenberg

 

Johannes Gensfleisch, besser bekannt als Gutenberg, hat bekanntermaßen den modernen Buchdruck mit beweglichen Metall-Lettern und die dazugehörige Druckerpresse erfunden. Diese bahnbrechende Erfindung ab ca. 1450 revolutionierte die herkömmliche Methode der Buchproduktion und löste in Europa eine Medienrevolution aus. Die Geschichte verrät sogleich, dass das Abschreiben von Hand fortan überflüssig wurde.

Runde 550 Jahre später, der Computer bestimmt den Alltag und das Leben der Menschen, insbesondere seit es das Internet gibt, wird selbstverständlich nicht mehr mit der Hand abgeschrieben. Wo kämen wir da hin? Wie altmodisch! Nein: „Drag and drop“ beherrscht die Szenerie! Man kann auch sagen, eine für sich geeignete Textpassage markieren, kopieren und ins eigene Manuskript einfügen. Kinderleicht, aber in der Regel Betrug, wenn die Quelle geistiges Eigentum eines Anderen verletzt! Wieso erzähle ich das eigentlich?

Weil ein gewisser Herr Guttenberg es doch für angebracht erachtet, sein Büßerhemd, lat. saccus cilicinus, doch endlich ablegen zu dürfen. Es ist schließlich Wahlkampf! In seiner fränkischen Heimat erklärte Guttenberg den Skandal, den er persönlich ausgelöst hat, für beendet. Wer ein schlechtes Gedächtnis haben sollte, dem helfe ich auf die Sprünge. Der heutige von Guttenberg erklärte nach etwas Bedenkzeit 2011 seinen Rücktritt von all seinen politischen Ämtern, weil er bei seiner Doktorarbeit getrickst hatte. Mir ist allerdings nicht bekannt, ob er „Drag and drop“ verwendet hat.

 

Bei einem Wahlkampfauftritt für die CSU in Kulmbach sagte doch der Betrüger vor wenigen Tagen: "Ich habe, glaube ich, alle Konsequenzen gezogen und getragen", so der inzwischen 45-Jährige. Doch nun dürfe er "nach langer Zeit" auch sagen: "Jetzt ist auch mal irgendwann gut". Der Hochstapler nimmt sich also das Recht heraus, eigens zu bestimmen, wann die Affäre beendet ist. Er denkt sich sicher, in einer Zeit, in der Autokonzerne in Deutschland betrügen dürfen, ohne belangt zu werden, kann ich als Freiherr zu Guttenberg das schon lange, so dass er sein „saccus cilicinus“ endlich mit gutem Gewissen in den Schrank hängen dürfe.

 

Als Akademiker, zwar nur mit dem Grad eines Diplom-Ingenieurs (abgekürzt: Dipl.-Ing. (FH)) sage ich, es wird niemals gut, Herr Freiherr. Zum Leben braucht man nämlich keinen Doktortitel, auch nicht in der Politik, siehe Frau Schavan, schon gar nicht einen erschwindelten. Zur Erinnerung: Seit Juli 2014 ist die Betrügerin Schavan, Parteifreundin von Frau Dr. Merkel, deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl (Vatikan). Sie war von 2005 bis 2013 Bundesministerin für Bildung und Forschung. Sagt das nicht alles über unser Verhältnis zu Bildung und Forschung: „Drag and drop“?

Wer auf diese erbärmliche Art betrügt, außer man hat eine Kanzlerin als Fürsprecherin, hat sein Recht auf ein öffentliches Amt für alle Zeit verwirkt. Auch wenn viele der Meinung sind, der „arme“ Herr von Guttenberg hat doch auch eine zweite Chance verdient. In meinen Augen klipp und klar nein! Betrug erzeugt bekanntermaßen neuerlichen Betrug und tausendfache Nachahmer, wenn sich herausstellt, dass sich das Betrügen auch noch lohnt. Ist ja alles nicht so schlimm!

Als ehrlicher Master of Engineering (abgekürzt: M.Eng.), so will es der europäische Bologna-Prozess, denke ich, es wäre keine aufrechte Geste, wenn man an die unzähligen Studenten und Auszubildenden in Deutschland denkt, ausgerechnet hier Milde walten zu lassen. Die gesamte Akademikerfamilie, die ihren akademischen Grad durch Fleiß und Anstrengung ehrlich erworben hat, würde dadurch in den Dreck gezogen! Darüber hinaus wären alle derzeitigen Doktoranden mit Hohn und Spott beworfen, die ihre Dissertation mit ehrlichen Mittel erwerben wollen! Was sagen eigentlich die vielen Doktorväter dazu?


Übrigens: Ich habe meinen Titel als Diplom-Ingenieur, Master of Engineering, 1981 erworben, lange vor „Drag and drop“! Ich frage Sie ganz offen: Wollen Sie überführte Betrüger in der Politik? umo

226 (2017-08-28) Uwe Morchutt

Unfähigkeit kein Kündigungsgrund!

Teures Desaster

eines Vorzeigeprojektes

 

Was muss man noch alles tun, um aus einem Amt entfernt zu werden?

 

Der Wähler kann es leider nicht! Er ist zwar der Souverän, wie die demokratisch Legitimierten allzu gern betonen, insbesondere im Wahlkampf, er wird aber leider nicht gefragt. Wer zum Beispiel Verkehrsminister in Deutschland werden darf? Unser Maut- und Diesel-Abgas-Experte, Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU), der auf der Liste der Bewerber stand, weil er das dafür erforderliche Parteibuch besitzt, hat sich doch tatsächlich schon wieder einen neuen, unrühmlichen Titel erhascht. „Herr of Desaster“ des ÖPP! Viele Leser werden sich jetzt fragen: ÖPP, was?

Hier eine kurze Erklärung

 

Eine Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) oder Public-Private-Partnership (PPP) ist eine vertraglich geregelte Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand, also der Geldverwalter des Steuerzahlers, und Unternehmen der Privatwirtschaft in einer Zweckgesellschaft. Ziel solch einer Zweckgemeinschaft ist die Arbeitsteilung, wobei der private Partner die Verantwortung zur effizienten Erstellung der Leistung übernimmt, das kann schon einmal den Bau eines Autobahn-Abschnittes bedeuten, während die öffentliche Hand dafür Sorge trägt, also die „Volksvertreter“, die den Steuerzahler vertreten, dass gemeinwohl-orientierte Ziele beachtet werden. Ein äußerst beliebtes Beispiel ist dabei der Bau von Verkehrswegen. Das Vorhaben mündet in der Regel in einem Betreibermodell. Es soll schneller und billiger gehen, versprechen die privaten Betreiber!

Das Betreibermodell sieht vor, dass der private Unternehmer ein Infrastrukturprojekt auf eigenes Risiko plant, errichtet, finanziert und betreibt; er hat die Bauherreneigenschaft und trägt das wirtschaftliche Risiko. Die Betriebskosten und der Kapitaldienst werden durch Gebühren aufgebracht, die die Nutzer für die Inanspruchnahme der Einrichtung zu entrichten haben, beispielsweise eine Straßennutzungsgebühr (Wegegeld), auch bekannt als Maut.

Der Haken an der Geschichte, es geht nicht unbedingt demokratisch zu!

 

Die Verträge dieses PPP-Modells sind selbst für Abgeordnete des Bundestags nicht frei zugänglich. Eine öffentliche Kontrolle ist dadurch massiv erschwert. Der Steuerzahler bleibt außen vor? Funktioniert so unsere Demokratie? Die NDR-Fernsehdokumentation „Der geplünderte Staat“ von Stefan Aust und Thomas Ammann hat bereits 2013 die Nachteile von PPP-Projekten aufgezeigt: Geheimhaltung der Verträge, keine parlamentarische Kontrolle, Anfälligkeit für Korruption und mangelnde Wirtschaftlichkeit werden dabei im Detail belegt. Als ein Beispiel unter vielen diente den Autoren der Ausbau der Autobahn A1 zwischen Hamburg und Bremen. Man höre und staune! Jetzt befinden wir uns Ende August 2017.

Grund für die plötzliche Aufregung, wir befinden uns schließlich im Wahlkampf, ist die drohende Pleite des privaten Autobahnbetreibers A1 mobil. Unser „Experte“ Dobrindt, so aktuell die Auguren, soll schon seit Jahren von den Finanzproblemen der Gesellschaft gewusst haben. Das Konsortium betreibt einen 72,5 Kilometer langen Abschnitt der A1 zwischen Hamburg und Bremen, den es von 2008 bis 2012 sechsspurig ausgebaut hat. Der Vertrag läuft über 30 Jahre. Finanziert werden sollte das Projekt durch anteilige Einnahmen aus der Lkw-Maut auf der Strecke - doch die fielen deutlich geringer aus als erhofft.


Vor wenigen Tagen schlug nun die Bombe ein, der Betreiber A1 mobil will die Bundesrepublik Deutschland, wegen Insolvenzgefahr, verklagen. Nach dpa-Informationen liegt der Streitwert bei mehr als 700 Mio. Euro. An der Gesellschaft beteiligt sind Johann Bunte, ein Bauunternehmen aus Papenburg, und der britische Infrastrukturfonds John Laing.

 

Die A1 galt einmal als Vorzeigeprojekt des Verkehrsministeriums

 

Die Baukosten für die sogenannte Hansalinie betrugen eine halbe Mrd. Euro.

Johannes Kahrs, haushaltspolitischer Sprecher der SPD im Bundestag, ist dagegen, das Autobahnkonsortium zu unterstützen. "Wir werden keinen Euro in diese Autobahn-Betreibergesellschaft reinstecken", sagte Kahrs. "Das heißt: kein Steuergeld für dieses gescheiterte Modell." Zudem müsse überprüft werden, "ob die anderen ÖPP-Projekte rückabgewickelt werden können. Wir halten die ÖPP-Modelle für unwirtschaftlich." Bisher gibt es sechs ÖPP-Projekte: neben der A1 zwischen Hamburg und Bremen zwei Abschnitte der A8 zwischen Ulm und München sowie Abschnitte auf der A4 bei Gotha, der A5 zwischen Karlsruhe und Offenbach und der A9 in Thüringen.

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir warf Dobrindt vor, einen "Scherbenhaufen" zu hinterlassen. "Zu seinem Versagen beim Abgas-Skandal und dem Maut-Murks gesellt sich jetzt auch noch ein Privatisierungsdebakel auf Kosten der Steuerzahler", beklagt Özdemir. Dobrindt habe immer an überteuerten und undurchsichtigen Privatbeteiligungen im Straßenbau festgehalten, "obwohl die A1-Pleite anscheinend vor Jahren schon absehbar war".

 

Der Bundesrechnungshof kritisiert seit Jahren öffentlich-private Partnerschaften im Autobahnbau

 

Die erwiesen sich regelmäßig als teurer für den Staat als ein Bau in Eigenregie ohne privates Kapital, das mit vollmundigen Renditezusagen gelockt wird. Die mögliche Pleite eines Betreibers ist in diesen Rechnungen gar nicht vorgesehen! Deutschland, das Bauentwicklungsland! Herr Dobrindt, schöne Grüße aus Schilda! Vorsicht, Wahlkampf! umo

225 (2017-08-23) Uwe Morchutt

Neuer Preisgeldrekord

137. US Open - Flushing Meadows

 

Wahrlich keine Überraschung!

 

Das Preisgeld im Tennissport kennt weiterhin nur eine Richtung, nämlich die nach oben. Wie die Organisatoren des vierten Grand-Slam-Tennisturniers des Jahres 2017 soeben mitteilten, wird das Preisgeld in Flushing Meadows in diesem Jahr auf den Weltrekordwert von umgerechnet 43,3 Mio. Euro (50,4 Mio. Dollar) angehoben. Im Vorjahr waren es 41,7 Mio. Euro gewesen. Die Sieger der Einzelkonkurrenzen erhalten jeweils einen Scheck über rund 3,2 Mio. Euro.

 

Zum Vergleich

 

Beim prestigeträchtigsten Grand-Slam-Turnier in Wimbledon lag das Preisgeld in diesem Jahr bei 34,7 Mio. Euro. Die Australian Open waren mit 34,8 Mio. Euro dotiert, die French Open mit 36 Mio. Euro. Die 137. Auflage der US Open beginnt am 28. August und endet am 10. September 2017. Die Sieger bekommen dieses Jahr: 3,7 Mio. US-Dollar; die Verlierer der 1. Runde: 50.000 US-Dollar.

Die Verlierer, auch Loser genannt, in der ersten Runde bekommen demnach 50 000 US-Dollar. Das betrifft immerhin 64 Damen und 64 Herren. Aufgepasst! Für ein verlorenes Tennis-Match bekommen die Erstrunden-Loser also mehr Geld als ein Durchschnittsverdiener in Deutschland, der ein ganzes Jahr arbeiten muss! Wie krank ist diese Welt in Wirklichkeit? Soweit die nackten Preisgeldzahlen.

Tennis kann aber auch anders, im Gegensatz zum Fußball

 

Der Streit um den kleinen Filz-Ball an der Linie: War er nun drauf oder daneben? wurde schon vor 16 Jahren entschärft. Entwickelt wurde das System im Jahr 2001 von Paul Hawkins, einem britischen Mathematiker. Das sogenannte Hawk-Eye (zu deutsch: Habicht-Auge) ist ein computergestütztes System zur Ballverfolgung im Sport. Erstmals eingesetzt im Tennis bei den US Open im Jahr 2006!

Im Vergleich dazu

 

Im Juli 2012 wurde von der FIFA das durch das IFAB erlaubte Hawk-Eye testweise auch im Fußball eingeführt. Das Hawk-Eye ist im Fußball dann erstmals bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2012 zum Einsatz gekommen. HawkEye Ltd. ist übrigens ein Tochterunternehmen von Sony Europe. Mittlerweile versucht man sich im Milliardengeschäft des Fußballs am Videobeweis. Erstmals beim diesjährigen Confed-Cup zu erleben. Eine stümperhafte Umsetzung, wie der erste Spieltag der Bundesliga offenlegte, zeigt aber, dass Veränderungen in der Sportart Nummer 1 seine Zeit braucht und gar nicht echt gewollt sind! Steht der Videobeweis vielleicht schon auf der Kippe? Nur immer große Töne spucken und abkassieren, Fußball-“Verrückte“ gibt es ja genug, reicht auf Dauer auch im Fußball nicht aus!

Doch zurück zum Tennis

 

Ein Blick auf die aktuellen Ranglisten verrät, dass die kommenden US Open durchaus spannend werden können, weil kein klarer Favorit zu sehen ist. Weder bei den Damen, noch bei den Herren. Die Vorjahressieger Stan Wawrinka und Angelique Kerber sind endweder nicht dabei oder in einer Formkrise. Novak Djokovic nimmt zudem eine Auszeit!

 

Gespannt darf man über den Auftritt des neuen Tennisaufsteigers Alexander „Mischa“ Zverev sein, der inzwischen als Weltranglisten-Sechster im Vorfeld dieses Turnieres für Furore sorgte. Mit seinen gerade einmal 20 Jahren wird ihm eine große Karriere prophezeit, wenn er auf dem sprichwörtlichen Tennis-Teppich bleibt.

 

Übrigens

 

Boris Becker, mittlerweile 49 Jahre alt, wird „Head of Mens Tennis“ beim DTB. Eine schöne Geste des Deutschen Tennis-Bundes. Denn schließlich hat der dreimalige Wimbledonsieger viel für das deutsche Tennis getan. Der beste Tennisspieler Deutschlands kann dann endlich wieder für positive Schlagzeilen sorgen und seine Rechnungen wie ein Ehrenmann begleichen! 

Bitte, nur einmal ein Verlierer sein! Ach, wäre ich doch bloß ein Loser in der ersten Runde.

Für 50 000 US-$ verliert man doch gern einmal? Wahnsinn!

umo

224 (2017-08-16) Uwe Morchutt

Rheintalbahn

Das böse Wort: Schienenersatzverkehr

 

Wer an die Bahn denkt, denkt unweigerlich an den Zug, der Verspätung hat, oder an schmutzige Toiletten, wo man sein dringendes Bedürfnis lieber rausschwitzt. Doch die Bahn kann auch anders! Nämlich bauen! Sie versucht es wenigstens. Leider klappt auch das nicht, wie großmundig versprochen! Es wäre sicher übertrieben, wenn man sagen würde:

 

Was soll man von einem Staatsunternehmen auch anderes erwarten?

 

Die vielen Negativbeispiele geben den zahlreichen Kritikern leider recht. Jetzt macht das böse Wort Schienenersatzverkehr die Runde. Verantwortliche der Bahn versuchen krampfhaft zu beschwichtigen, obwohl sie die genauen Umstände im Detail noch gar nicht kennen! Der Verlierer ist der Bahnreisende, der sehen muss, wie er an sein Reiseziel kommt. Denn die Bahn kommt nicht!

 

Die Schweiz hat vorgemacht, wie es geht

 

Die Weltmeister im Tunnelbau haben ihren Tunnel, den Gotthard-Basistunnel am 1. Juni 2016 eröffnet. Übrigens 57 km lang. Der Winzling auf deutscher Seite zwischen Rastatt und Baden-Baden ist hingegen ein Kinderspiel. Sollte man meinen! Jetzt ist die Bahnstrecke Karlsruhe Richtung Basel erst einmal gesperrt. Eine der wichtigsten Zugstrecken in Europa überhaupt, will man von Norden nach Süden kommt. Der Boden ist urplötzlich abgesackt. Wann die Strecke wieder befahrbar ist, wissen die Geister! 

 

Was ist geschehen?

 

Zwei Faktoren beschreiben die Komplexität und Schwierigkeit des Vorhabens: instabiler Boden (Sand) und hohes Grundwasser. Wer dort einen Tunnel bauen will, muss entweder größenwahnsinnig sein, oder er beherrscht das Bauen im Untergrund. Der Fachbegriff für dieses komplizierte Bauen heißt Spezialtiefbau. Dass diese Stelle kritisch ist, wusste die Bahn. Gemeint ist der Bauabschnitt zwischen Rastatt und Baden-Baden. Die bekannte Lösung, eine Tunneldurchquerung mittels Schildvortrieb.

 

Um den Boden zu stabilisieren, sollte er zunächst vereist werden. Die Bodenvereisung oder Baugrundvereisung ist ein geeignetes Bauverfahren im Tiefbau, bei dem der Boden durch künstliches Gefrieren des Bodenwassers verfestigt und wasserundurchlässig gemacht wird. Der entstehende Frostkörper verleiht der Baugrube ein gewisses Maß an Stabilität und schützt sie vor Wasserzutritt, bis diese Funktionen vom Bauwerk selbst übernommen werden können. 

 

Soweit die Theorie!

 

Im Gleisbereich Rastatt hat man den Boden rund um die Röhren vereist, auf Temperaturen von bis zu Minus 33 Grad. Zu diesem Zweck wurden um die Tunnel-Röhren herum Dutzende kleinere 200 m lange Rohre durchs Erdreich getrieben, durch die eine Kühlflüssigkeit fließt, um den Boden zu vereisen. Voraussetzung für die Anwendung dieses Verfahrens ist ein ausreichend hoher Wassergehalt des Bodens und keine zu hohen Grundwasser-Geschwindigkeiten. Bekanntes Szenario: Fließende Gewässer gefrieren schwerer! 

 

Nun ist der Ernstfall eingetreten

 

Der Erdboden ist eingebrochen, die Gleise haben sich verzogen. Angrenzende Hausbebauungen sind ebenfalls gefährdet, so dass ihre Bewohner sicherheitshalber ihre Häuser verlasssen mussten. Einsturzgefahr? Warum das alles passiert ist, darauf konnte die Projektleitung bisher noch keine Antwort geben. Das Krisenmanagement gleicht einer verspäteten Zugfahrt!

 

Übrigens: Rastatt, knapp 50 000 Einwohner, liegt 12 km nördlich von Baden-Baden. Also nur wenige Kilometer von Iffezheim entfernt, bestens bekannt durch seine feine Galopprennbahn. Wer einmal Halt in Rastatt machen sollte, dem kann ich zwei Highlights ans Herz legen. Zum einen den Hopfenschlingel, der ein köstliches Bier selbst braut, und zum zweiten das Porzellanschloss der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden: das Schloss Favorite! 

 

Auf meinem Weg zum Pferderennen habe ich das Schloss mit seiner wunderschönen Gartenanlage des Öfteren besucht! Wer denkt bei so viel Schönheit noch an den Schrecken bei der Bahn: Schienenersatzverkehr! umo

223 (2017-08-11) Uwe Morchutt

„Dopingfall“

Mehmet Scholl

Bitte, nicht ins

Programm einmischen!

 

Was ist schlimmer: stimulierende Mittel einnehmen oder nur darüber reden? Jeder halbwegs gebildete Fußballfan hierzulande weiß, dass nur im russischen Fußball gedopt wird. Wenn überhaupt? Schließlich reden unsere GEZ-Medien beispiellos darüber, dass es auch der Letzte, der sich vielleicht gar nichts aus Fußball macht, glauben muss. Was ständig in den Gehörgängen der Gebührenzahler herumgeistert, muss doch wohl auch stimmen, oder?

Einer der beliebtesten Experten, ein sogenannter Fußballexperte, der am Rande des Spielfeldes bisweilen kluge Einwürfe von sich gab, natürlich nur rhetorisch gemeint, hat sich doch kritisch zu einer Dopinggeschichte im russischen Fußball während des Confed Cups geäußert. Ein letzter Quergeist, der gegen den Mainstream schwimmt? Mitnichten! Das gehört sich nun aber gar nicht. Was erlauben Scholl, sich ins öffentlich-rechtliche Programm einzumischen, wo hier nur Saubermänner, hin und wieder trifft man auch mal eine saubere Frau, am Regiepult stehen!

 

Und nicht nur dort, nein, auch vor den Kameras. Sportreporter und Moderatoren, die seit Jahrzehnten nichts anderes tun, als dem Fernsehkonsument das Einmaleins des Dopings zu erklären. Passt die Leistung deutscher Sportler gerade einmal nicht, was immer häufiger vorkommt, kann man immer noch über Dopingsünder in der bösen Sportwelt fabulieren.

 

Das Privileg, über solch komplizierte Zusammenhänge zu schwadronieren, besitzt schließlich nur das GEZ-Imperium! ARD und ZDF überbieten sich da reihenweise, als wenn nur so Einschaltquoten zu generieren wären. Dabei sagt Scholl, zu aller Verwunderung, Doping im Fußball mache gar keinen Sinn, weil es nichts bringt. Schließlich geht es ja vor allem um die Technik am Ball. Ein Ballkünstler der dopt, was soll das denn? Einfach nur laufen können doch gefälligst die Anderen? Der Sport geht indes unaufhaltsam weiter. Ein neuer „Fußballexperte“ ist auch schnell gefunden. Welcher ehemalige Kicker verdient schon nach der Karriere viel Geld?

Ein gewisser Herr Gatlin (im Bild links), der den Messias der Leichtathletik, Usain Bolt, gerade geschlagen hat, zeigt, dass auch ein zweifacher Dopingtäter, mit überhöhtem Testosteron erwischt, weiter schnell laufen darf. Trotz Buhrufe, aber dank Schiedsgericht! Deutschland, das Doping-Verurteiler-Land Nummer eins, hat es doch tatsächlich geschafft, in ehemaligen Vorzeigesportarten, ich denke da nur an das Schwimmen und aktuell an die Leichtathletik, zum Entwicklungsland degradiert zu werden. Der Sportnachwuchs wird denken: Warum soll man sich auch quälen, noch dazu für ein unsportliches Honorar, wenn man alles in einer App verfolgen kann? Vielleicht mit einer Tüte Ships in der Hand?

Zu guter Letzt gab es keine andere Lösung, als sich in beiderseitigem Einvernehmen zu trennen. Mit Scholl hatte die ARD zwar einen "meinungsstarken, streitbaren und originellen Experten", wie es ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky formulierte. Eine selten gewordene Spezies, die in den Sendeanstalten nun mal aber gar nicht erwünscht ist? Deswegen schwafeln viele „Sportexperten“ ja auch nur so dahin, ohne tiefere Einblicke in ihre Sportart zu vermitteln. Scholls berühmtester Satz: "Ich hatte zwischendurch Angst, dass er sich wundliegt und mal gewendet werden muss.“ Gemeint war damit Stürmer Mario Gomez. In Anlehnung an den unterbezahlten Pflegeberuf sollte man allerdings hinzufügen: Finde erst einmal jemanden, der einen wundgelegenen Fußballer wendet?

 

Schließlich wird nur im Fußball das große Geld verdient! Noch dazu ganz legal und ohne Doping! Dumme gibt es ja genug, die das alles bezahlen! Wer muss da noch schnell schwimmen und laufen können? Viele Deutsche können gar nicht mehr schwimmen, trotz Sportunterricht! Hauptsache das sportliche Outfit mit den Sportcracks stimmt. So ist man auch immer mittendrin und nicht dabei! Zur Freude der Sportartikelausrüster, die auch mit Unsportlichen fette Kasse machen! Wer will schon freiwillig auf das neue Trikot der Lieblingsmannschaft verzichten! Auch Übergewichtige können sich so durchaus sehen lassen!

 

Auf zur 55. Spielzeit der Bundesliga! Fußball, die moderne Gelddruckmaschine! Welcher Dummkopf spricht da noch über Doping? umo

222 (2017-08-08) Uwe Morchutt

Gefahren vertuscht und bagatellisiert!

Fipronil in den Eiern,

Nitrat im Grundwasser

 

Wer schützt eigentlich uns Verbraucher? Ein Skandal löst den nächsten ab. Zu viele Stickoxide in der Luft, Fipronil in den Eiern und zu hohe Nitratwerte im Grundwasser.

 

Heißen so die modernen „Massenvernichtungswaffen“?

 

10 000 000 Eier sollen von Holland nach Deutschland geliefert worden sein, die das Insektizid Fipronil enthalten sollen. Eine unfassbare Menge an Eiern, wofür es viele Hühner braucht! Welche Behörde hat da den Schlaf der Unwissenden abgehalten?

Fragt man nach Fipronil, so schütteln alle, ich eingeschlossen, den Kopf: noch nie gehört! Es wirkt als Kontaktgift schnell und lang anhaltend gegen Ackerschädlinge sowie Ektoparasiten wie Flöhe, Haarlinge, Tierläuse, Zecken, Raubmilben, Herbstgrasmilben und Räudemilben. In der Europäischen Union gilt seit 2007 eine Zulassung von Fipronil ausschließlich zur Saatgutbehandlung, die zum 31. Juli 2018 ausläuft. Auf nationaler Ebene ist Fipronil in Belgien und den Niederlanden zugelassen. Und genau da liegen die Wurzeln!

 

Einfach zu viele Ausnahmeregelungen in der EU?

 

Im Juni, Juli und August 2017 wurde in Hühnereiern, Hühnerfleisch und Hühnerkot aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland Fipronil nachgewiesen, obwohl die Verwendung des Insektizids bei Tieren, die der Lebensmittelerzeugung dienen, verboten ist. Ein Skandal! Ursache sei kriminelles Handeln, erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) im Deutschlandfunk. Zudem verurteilte er, dass Belgien entsprechende Informationen nicht weitergegeben hätte. 

Was funktioniert eigentlich in der EU?

 

Seit Wochen geistert das Gespenst in den Medien herum, dass das Trinkwasser teurer werden könnte. Der Grund: eine zu hohe Nitratkonzentration in unserem Trinkwasser! Wasseraufbereitungsanlagen klagen seit längerem wegen zu hoher Nitratbelastung. Wässer, die diesen Grenzwert überschreiten, werden von Wasserversorgern oft mit nitratärmerem Wasser vermischt, um überhaupt den Grenzwert einzuhalten.

 

Bereits im Jahr 2014 leitete die EU gegen Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren wegen überhöhter Nitratwerte im Grundwasser ein. Nitrate sind die Salze und Ester der Salpetersäure (HNO3). Die Nitratwerte im deutschen Grundwasser sind nach wie vor an vielen Orten zu hoch: An gut einem Viertel der berücksichtigten Messstellen seien die Grenzwerte für den gesundheitsschädlichen Düngestoff überschritten worden, zitierte die "Neue Osnabrücker Zeitung" ("NOZ") aus einem aktuellen Bericht der Bundesregierung. Erinnert sei an die Richtlinie des Rates der Europäischen Gemeinschaft 676/EWG von 1991! 

Was wurde seither getan?

 

Problematisch für die Umwelt ist den Befunden zufolge auch das hohe Vorkommen von Phosphor im Grundwasser, das über landwirtschaftliche Flächen letztlich in Nord- und Ostsee gelangt und dort das Algenwachstum begünstigt. 65 Prozent der Messstellen an Seen und Flüssen wiesen zu hohe Werte auf. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte der "NOZ", man müsse bei der Düngung mit Gülle und Kunstdünger im Sinne des Gemeinwohls stärker gegensteuern. Das gehe nur mit "verschärften Düngeregeln". Sie verwies auf die 2016 fertiggestellte Novelle des Düngerechts, die bislang aber noch nicht in Kraft getreten ist. 

Wieder einmal zu gute Lobbyarbeit der Bauern?

 

Im November 2016 hatte die EU-Kommission die Bundesrepublik wegen Verstößen gegen die EU-Nitratrichtlinie verklagt. Im Falle einer Verurteilung drohen Deutschland hohe Geldstrafen. Die Nitratrichtlinie sieht vor, die Verunreinigung von Grund- und Oberflächenwasser durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen zu verhindern. "Die intensivierte Landwirtschaft kommt uns immer wieder teuer zu stehen", warnte Hendricks. Das Übermaß an Nährstoffen gefährde obendrein die Artenvielfalt. Fipronil in den Eiern, Nitrat im Grundwasser, Parasiten in der Politik!

 

Wer möchte noch ein Ei zum Frühstück?

 

Guten Appetit! umo

 

221 (2017-08-03) Uwe Morchutt

Diesel-Gipfel

Rechtsbruch in aller Öffentlichkeit!

 

 

Nach dem G20-Gipfel schon wieder ein Gipfel. Ein Gipfel bezeichnet umgangssprachlich ein Maximum. Trotzdem kann ich das Wort, das eigentlich nichts dafür kann, nicht mehr hören. Welches Maximum ist eigentlich diesmal gemeint. Das Maximum an Respektlosigkeit vor dem Verbraucher? Ein Gipfel nur für den Diesel-Motor.

Rudolf Diesel, dessen Tod bis heute Rätsel aufgibt. Er wird doch nicht etwa eine Vorahnung ....? Am 29. September 1913 ging er freiwillig über Bord auf den Schiffsweg nach London!

 

Bei meinen Recherchen bin ich auf ein „sensationelles“ Urteil des Europäischen Gerichtshofs gestoßen: Europas Bürger können die Behörden künftig dazu zwingen, die Feinstaub-Belastung an vielbefahrenen Straßen zu reduzieren. Damit ist ein "Recht auf saubere Luft" geschaffen worden. Die Behörden müssen handeln. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat entschieden, dass die Überschreitung der Grenzwerte "auf ein Minimum" zu verringern sei (Rechtssache C-237/07). Also das Gegenteil von Gipfel! Die schlechte Nachricht, das Urteil ist fast zehn Jahre alt!

 

Am 25. Juli 2008 hieß es in der Urteilsbegründung u.a.: „Dieses Ersuchen ergeht im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen Herrn Dieter Janecek und dem Freistaat Bayern über einen Antrag, den Freistaat Bayern zur Aufstellung eines Aktionsplans zur Luftreinhaltung im Bereich der Landshuter Allee in München, wo der Betroffene wohnt, zu verpflichten, der kurzfristig zu ergreifende Maßnahmen zu dem Zweck festlegt, die gemeinschaftsrechtlich zugelassene Grenze für Emissionen von Feinstaubpartikeln PM10 in die Luft einzuhalten.“

 

Bevor ein Bürger überhaupt nach Luxemburg darf, um dort sein Recht einzuklagen, muss er die Mühlen des Gesetzes in Deutschland durchlaufen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat für Herrn Janecek den Weg frei gemacht. Das Bundesumweltministerium begrüßte die damalige Entscheidung (vom 27. September 2007 - Bürger haben ein „Recht auf saubere Luft“) des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, nach der Anwohner einer Durchgangsstraße grundsätzlich Anspruch auf Verkehrsbeschränkungen zum Schutz vor überhöhten Feinstaubbelastungen haben. "Mit dieser höchstrichterlichen Entscheidung ist ein Prinzip des deutschen Luftqualitätsrechts bestätig worden", sagte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium Matthias Machnig. "Das führt zu mehr Rechtssicherheit und stärkt den Gesundheitsschutz." Aus heutiger Sicht der blanke Hohn!

 

Soweit die kurze Vorgeschichte. Nun zurück zum Diesel-Forum! Gastgeber waren Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und seine Umweltkollegin Barbara Hendricks (SPD). Aus dem Kabinett waren noch Brigitte Zypries (SPD/Wirtschaft) und Johanna Wanka (CDU/Forschung) dabei. Dazu kamen neun Ministerpräsidenten: einerseits aus den Autoländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland - anderseits aus den Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit hoher Luftverschmutzung. Für die Branche nahmen die Chefs von Volkswagen, Porsche, Audi, Mercedes, BMW sowie Opel und Ford in Deutschland teil. Am Tisch saßen außerdem Städtetag, IG Metall und die Arbeitgebervereinigung BDA. Umwelt- und Verbraucherverbände mussten draußen bleiben.

 

Last but not least, zu guter Letzt, saß auch ein gewisser Herr Machnig mit am „Plaudertisch“, der mit seinem Satz: „Das führt zu mehr Rechtssicherheit und stärkt den Gesundheitsschutz", vor zehn Jahren zwar etwas Wichtiges aussprach, was aber bis heute keinen veranlasste, ernsthaft etwas zu unternehmen, um die Luftqualität explizit zu verbessern! Rechtsbruch auf oberster Ebene! Viele Gipfelteilnehmer sind übrigens glühende Verfechter der europäischen Idee!

 

Auf die lächerlichen Ergebnisse des Diesel-Gipfels möchte ich an der Stelle verzichten, weil die spärlichen Zusagen der Autohersteller das Papier nicht wert sind, um formuliert zu werden. Nur zwei Zitate möchte ich anfügen, um die Brisanz der Problematik auszudrücken: „Der Verlierer ist der Autofahrer, der womöglich Wertverluste in Kauf nehmen muss. Diejenigen, die uns die Suppe eingebrockt haben, kommen hingegen mit wenigen Worten davon", sagte Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer dem Fernsehsender Phoenix.

 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bezeichnete die Ergebnisse des Gipfels ebenfalls als unzureichend. "Mit der Entscheidung für reine Software-Updates, die nicht einmal verpflichtend sind, werden Fahrverbote unausweichlich", erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. "Erneut haben sich die Autohersteller gegen die Interessen von Verbrauchern und Umweltschützern durchgesetzt."

 

Apropos: Sieben Wochen vor der Bundestagswahl haben führende Politiker gezeigt, wem sie in Wirklichkeit dienen, nicht dem Volk, sondern der Wirtschaft! Zudem ist keiner bereit, Schaden vom Volk abzuwenden, wie sie es im Amts-Eid öffentlich schwören! Der Autokäufer kann nun mit seiner Kaufentscheidung zeigen, was er von den Ergebnissen des Diesel-“Maximums“ hält! umo

 

Quelle: Urteil des EuGH (Zweite Kammer) vom 25. Juli 2008 – AZ.: C 237/07 - Betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 234 EG, eingereicht vom Bundesverwaltungsgericht (Deutschland) mit Entscheidung vom 29. März 2007, beim Gerichtshof eingegangen am 14. Mai 2007.

220 (2017-07-27) Uwe Morchutt

Energiewende –

Halt vor der Kellertür

Sanierungsstau im Heizungskeller

 

Obwohl augenblicklich heizfreie Zeit herrscht, sollte man schon jetzt an seine Heizungsanlage denken. Ein Blick vom Fachmann, der die Anlage kontrolliert, kann Kosten sparen und Ärger im Winter vermeiden. Die meisten Hausbesitzer in Deutschland verfolgen dabei das Motto: Warum etwas wegwerfen oder austauschen, wenn es noch gut funktioniert? Ein Motto, das mir sehr bekannt vorkommt. Wenn einer jetzt glaubt, ich wäre allein mit dieser Herangehensweise, der täuscht sich gewaltig. In der Regel tauschen Hausbesitzer ihre alte Heizung nur aus, wenn sie kaputt ist. Das wurmt natürlich die Politik, die Wirtschaft und Energieexperten extrem. Insbesondere die Heizungslobby ärgert sich darüber maßlos, könnte man doch viel mehr neue Heizungen in Gebäude einbauen!

 

 

Denn von rund 21 Mio. Heizungen in Deutschland sind gute zwei Drittel 20 Jahre und älter - "und damit nicht mehr Stand der Technik", sagt Lothar Breidenbach, Geschäftsführer Technik im Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) in Köln. Nur einer von vielen Lobbyisten, die nur Heizungen verkaufen wollen. Eine energetische Sanierung verlangt aber mehr als nur eine neue Heizung, Herr Breidenbach? Was nutzt mir eine neue Heizung, wenn die Wärme durch die Wände leise Servus sagt? Zuerst muss die Gebäudehülle auf ein höheres Niveau gebracht werden!

 

Die Sanierungsquote bei gasbasierten Heizungen betrage lediglich rund drei Prozent pro Jahr, die von Ölheizungen nur rund ein Prozent. Beklagen die Heizungsprofis. Wer durchaus die Mittel hat, denkt nicht automatisch an eine neue Heizung. Das vorhandene Geld geht eher in ein fesches, neues Auto, in eine neue Küche oder in den Ausbau des Badezimmers, ärgert sich Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Wieder so ein Lobbyist, der nur Heizungen verkaufen will!

 

Dazu kommt die Unsicherheit: Langfristiges Ziel ist es, aus Klimaschutzgründen den Verbrauch von Öl, Kohle und Gas zu drosseln. Trotz Steueranreize seitens der Politik macht der Sanierungsstau vor der Kellertür aber abrupt halt. Marcus Weber von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online sagt z.B.: Die wenigsten Anlagen sind richtig eingestellt. Damit ist der Brenner am Heizkessel gemeint. Daran sollte man immer zuerst denken. Das Gemeine an einer alten Heizungsanlage ist nämlich, dass sie immer dann kaputtgeht, wenn man sie am nötigsten braucht. Da fällt mir automatisch der Winter ein!

 

 

Wer noch eine über 30 Jahre alte Ölheizung besitzt, also Baujahr vor 1985, muss jedes Jahr einen Heizungsbauer mit einer Kontrolle beauftragen. Ab 1. August 2017 besteht eine Prüfpflicht des sogenannten Grenzwertgebers am Tank. Außerdem muss der Lieferant den Tankstand deutlich erkennen können. Hier ist der Heizungsbesitzer in der Pflicht! Wer den Check nicht durchführen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

 

Eine etwas ältere Studie besagt, dass in den rund 4 0,4 Mio. Wohnungen in Deutschland folgende Heizungssysteme vorherrschen: In 70,4 Prozent der Wohnungen ist eine Zentralheizung installiert, wovon mehr als die Hälfte mit Erdgas betrieben wird. 13,5 Prozent aller Wohnungen werden mit Fernwärme beheizt, Erdgas-Etagenheizungen sind in 9,8 Prozent der Wohnungen installiert. Insgesamt mögen es die Deutschen, wenn sich die Heizungsanlage unkompliziert Handhaben lässt und die Sicherheit gewährleistet ist (71 Prozent).

 

In fast jeder zweiten Wohnung (19,3 Mio.) in Deutschland wird mit Gas geheizt. Gas hat mit 49,3 Prozent den mit Abstand größten Anteil unter den verschiedenen Energieträgern. In 26,8 Prozent aller Wohnungen sorgt Heizöl für Wärme. Eine funtionierende Heizung! Gibt es etwas Schöneres? Wenn es draußen so richtig kalt ist, die Wohnung aber kuschelig warm wird. Wunderbar! Übrigens, nicht nur Katzen lieben das! umo

219 (2017-07-22) Uwe Morchutt

Böser Verdacht im „Motorraum“

Rechtsstaat ausgetrickst?

 

Das Wochenmagazin „Der Spiegel“ sorgt mit seinem aktuellen Titel „Das Kartell“ für Aufsehen. Wer mit solch' einer Geschichte an die Öffentlichkeit geht, hat entweder gute Anwälte oder sauber recherchiert! Denn die hochbezahlten Anwälte der Autokonzerne stehen für einen Rechtsstreit-Marathon bereits in den Startlöchern!!

Gehegt und gepflegt, hofiert und alimentiert

 

Die Politik unterstützt die deutsche Autoindustrie, wo sie nur kann. An der Spitze Frau Merkel! Die allzu gern von der überwiegenden Mehrzahl der Medien als Retterin des Weltklimas gefeiert wird! Da bekomme ich automatisch einen Lachkrampf! Die Folge: deutsche Autobosse drohen schon gern einmal mit Konsequenzen, weil zu viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Angeblich sollen allein 600 000 Arbeitsplätze an den Verbrennungsmotoren hängen! Bekanntes Erpresser-Szenario: Too big to fail? Die Autobosse lachen sich derweil ins Fäustchen angesichts der Freiräume, die die Politik ihnen gewährt! Die Politiker bekommen sofort schlotternde Knie. 

Sind unsere Politiker nur die Handlanger der Autobosse?

 

Jetzt, ich glaube es nicht, steht ein ungeheuerlicher Verdacht im Raum. In der Autoindustrie, also in der Vorzeigebranche der deutschen Wirtschaft, gibt es womöglich ein Kartẹll. Kartelle gibt es und gab es viele in der näheren Vergangenheit. Der Verlierer ist dabei immer der Kunde und Verbraucher. Weil die Firmen sich untereinander absprechen. Zum Beispiel werden gern Preisabspachen zum Vorteil der Branche getätigt. Der Rechtsstaat, in seiner jetzigen Form, steht auf dem Spiel?

 

Dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zufolge stimmten sich seit den 1990er Jahren mehr als 200 Mitarbeiter der Unternehmen in über 60 Arbeitsgruppen ab. Dabei soll es um die Technik der Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer, Märkte, Strategien und die Abgasreinigung der Dieselfahrzeuge gegangen sein. Auch die Auswahl von Lieferanten und die Preise von Bauteilen in allen Bereichen der Auto-Entwicklung - von Motoren über Bremsen bis hin zu Getrieben - seien Gegenstand der Gespräche gewesen.

 

Ein ungeheuerlicher Verdacht?

 

Das Wort Selbstanzeige, um die zu erwartende Strafe zu mildern, macht bereits die Runde!

Wenn das nur in Ansätzen wahr sein sollte, steht die Autobranche vor der größten Krise ihres Bestehens! Der Dieselskandal, womöglich auch abgesprochen, sonst währen ja nicht so viele Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller im Blickfeld der Abgasprüfer mit ihren schlechten Werten, wäre dabei nur ein Fall von Verbrauchertäuschung. 

 

Was machen eigentlich die Verbraucherschützer in unserem Land?

 

Ist allen in der Verantwortung Stehenden die Autoindustrie wichtiger als die Umwelt, das Klima und die Gesundheit der Menschen? Ein schwer Kranker oder Toter, der wegen schadstoffhaltiger Luft sein Auto abgemeldet hat, braucht übrigens keinen Arbeitsplatz mehr! Daran sollte der Mautexperte, Herr Dobrindt, und seine Mitstreiter in der Politik und im KBA einmal denken! Der Autoinhaber muss zudem alle zwei Jahre zum TÜV, um das „getunte“ Auto untersuchen zu lassen. Die AU, die Abgasuntersuchung, im Umfang der HU, Hauptuntersuchung, erscheint in diesem Zusammenhang in einem ganz neuen „Abgas“! Sie gilt übrigens auch für Diesel-Fahrzeuge! Was wird da eigentlich gemessen?

 

Das Schlimmste daran, Kartelle werden in der Regel nur mit verhältnismäßig geringen Geldbußen bestraft. Nur ein kleiner Verlust, wenn man an die Millardengewinne denkt! Die Familie Quandt von BMW hat Auguren zufolge gerade eine Dividende von rund 2 Mrd. Euro kassiert! Da lacht sich „Das Kartell“ ja kaputt! Fakt ist aber auch: Das Autoland der Erfinder Otto (1832 bis 1891) und Diesel (1858 bis 1913) wird die Zeche mit einem immensen Vertrauensverust bezahlen! Der weltweite Wettbewerb reibt sich derweil die Hände! umo

218 (2017-07-18) Uwe Morchutt

Banalität nicht angreifbar

Sommerinterview mit der Kanzlerin

 

Der Sommer kann so grausam sein. Wenn ich nur an die Sommer-Interviews deutscher Spitzenpolitiker in der ARD denke, schmerzen meine in die Jahre gekommenen Gehörgänge. Obendrein sträuben sich die immer weniger werdenden Haare im Angesicht der banalen Aneinanderreihung beispielloser Worthülsen, die mein Wortschatz erst mühevoll aus dem hintersten Winkel hervorkramen muss, um sie nur ansatzweise zu verstehen. Sie ahnen es vielleicht, der Höhepunkt der sommerlichen Fragerunde stand aktuell an: Frau Merkel als Interview-Gast. Die Höchststrafe für die zwei Fragesteller der ARD, Tina Hassel und Thomas Baumann. Das Beste an der medialen Inszenierung, sie dauerte nur 20 Minuten an!

 

Und das alles neun Wochen vor der Bundestagswahl. Die Händler von Schlafmitteln haben das Nachsehen! Jeder Naivling könnte vermuten, jetzt wird von der Bundeskanzlerin eine klare Kante gezeigt und die Zukunft Deutschland interpretiert. Die Fragesteller wurden allerdings gleich zu Beginn des „rhetorischen Schlagabtauschs“ in den schlichten Dunstkreis der Kanzlerin hineingezogen, dass einem die Pixel samt Ton abhanden kamen. Nichts da von Zukunftsgedanken und innovativen Ideen, die unserem Land ganz gut zu Gesicht stünden?

 

Routiniert, bisweilen gelangweilt in ihrer sachlichen Art, beantwortete die Bundeskanzlerin die Fragen, der sichtlich überforderten ARD-Vorzeige-Journalisten. Man kann auch sagen, das Banale beherrschte die eintönige Fragerunde. Das Adjektiv banal wird übrigens stellvertretend für die Begriffe einfach, schlicht, trivial und anspruchslos verwendet. Es ist eine Begrifflichkeit, welche auch ihren Weg in die gesprochene Sprache gefunden hat und findet gelegentlich Anwendung. Aktuell am Beispiel des Sommerinterviews!

 

Frau Merkel hat es doch tatsächlich geschafft, zwölf Jahre das bevölkerungsreichste Land der EU mit einer Banalität von Worthülsen zu fluten, die man sonst nirgendwo antrifft. Die Folge daraus, sie wird uns weitere vier Jahre, sie plant schon einmal bis 2021, mit ihrer ungelenken Art des Regierens auf die Nerven gehen! Die meisten Menschen finden das sogar noch gut, ansonsten würden sie es nicht in Erwägung ziehen, sie noch einmal zu wählen.

 

Merkels unnachahmlicher Trick, sie bleibt unkonkret und unangreifbar, so dass sich keiner vor den Kopf gestoßen fühlt. Vor allem aber keiner brüskiert wird, um sie vielleicht nicht wieder zu wählen! Merkel gibt sich wie gewohnt beliebig, so dass ihre Antworten austauschbar bleiben. Auch den Vorwurf, die international geschätzte "Klimakanzlerin" komme zu Hause, also in „good old Germany“, nicht so recht voran mit den Klimazielen, kontert Merkel eifrig: Da ist der Klimaschutzplan für 2020, da sind die Klimaziele bis 2050, und Ende des Jahrhunderts sollten wir dann "weitgehend CO2-frei" leben. Ob das die deutschen Autohersteller auch so sehen?

 

Ein kümmerliches Interview mit nichts Konkretem? Nur bei einem Punkt bleibt Frau Merkel stur und ihrer Linie treu: "Zur Obergrenze ist meine Haltung klar, das heißt, ich werde sie nicht akzeptieren." Gemeint sind die Asylsuchenden! Ein Sommerinterview, das man nicht gesehen haben muss. Eine 20-minütige Anhäufung von Banalitäten, die nicht zu überbieten sind! Eigentlich eine Steilvorlage für Kanzlerkandidat Schulz von der SPD. Ob er sie nutzen kann? Eine zweite Chance bekommt er nämlich nicht! umo

Di                  19.09.2017 

Nr.             2.522 - 1.219

Sollte es in diesen Tagen zu Unregelmäßigkeiten bei der Aktualisierung der Website kommen, bitte ich um Entschuldigung. Webmaster und Internet Provider primacom führen einen Vertragsstreit!

BJM

Aktualisierung        11:05

Übrigens,

 

… der Abschuss eines Wisents, eine europäische Art des Bisons (rechts), in Brandenburg am 13. September schlägt immer höhere Wellen. Der aus Polen stammende 900-kg-Bulle wurde nahe des Städtchens Lebus auf Anweisung des Ordnungsamtes abgeknallt. Ein Tierarzt mit einem Betäubungsgewehr sei vor Einbruch der Dunkelheit nicht aufzutreiben gewesen, hieß es. "Deutschland – kein Land für Wisente", titelte die regierungsnahe Zeitung Gazeta Polska Codzienna vorwurfsvoll. Nun kann den Deutschen der Schwarze Peter in Sachen Naturschutz zugeschoben werden. "Deutsche Logik – den geschützten Wisent abschießen, aber die Borkenkäfer in unserem Urwald schützen" so eine von vielen Twitter-Meldungen. Es ist der alte Vorwurf östlich der Oder, dass man in Deutschland Polen gern belehre, sich selbst jedoch mehr Freiheiten herausnehme.

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 16.09.2017

21    26    27   31    35   47    SZ: 9

Spiel 77:  4741 600

 

Super 6: 169 673 

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

2035 (2017-09-19) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Im Süden der Insel Rügen direkt

an der Deutschen Alleenstraße

Putbus - die ehemalige Fürstenresidenz

Name kommt vom slawischen epod boz - hinter dem Holunderbusch

BREAKING NEWS

Stand: 19.09.2017 - 11.05 Uhr

 

International

 

Der frühere Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist laut einem CNN-Bericht während des Wahlkampfs bis nach dem Urnengang heimlich von den Behörden abgehört worden. Manaforts Gespräche seien auf Grundlage einer geheimen Gerichtsanordnung bis mindestens Anfang dieses Jahres mitgeschnitten worden.Unter Berufung auf drei Quellen berichtete CNN, die abgehörten Gespräche hätten bei den Ermittlern den Verdacht genährt, dass Manafort Russland ermutigt habe, zugunsten von Trump in den Wahlkampf einzugreifen. Zwei der Quellen gaben demnach allerdings an, dass die Beweise nicht ausreichend gewesen seien.

 

Spanien weist den nordkoreanischen Botschafter aus. Wegen der wiederholten Weigerung des asiatischen Landes, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben, müsse der Diplomat Spanien bis Ende des Monats verlassen, erklärte das spanische Außenministerium am Montag. Der Botschafter sei einbestellt und zur persona non grata erklärt worden.

 

Mitten in der Nordkorea-Krise haben Russland und China sowie die USA und Südkorea am Montag Militärmanöver in der Nähe des isolierten Landes gestartet.

 

Deutschland/Berlin

 

Als Angela Merkel am Montag am Rednerpult steht, im badischen Offenburg, da geht es nicht um das, was sie sagt. Es geht um das, was sie nicht sagt. Das weiß auch der Jubilar in der ersten Reihe. Wolfgang Schäuble ist gerade 75 geworden, er scheint das Brimborium um ihn zu genießen, selbst die Blasmusik, die seine CDU für ihn spielen lässt. Seit 45 Jahren sitzt er im Bundestag, ist damit nicht nur der dienstälteste CDUler, sondern auch der längstdienende Mandatar der Geschichte; und immer ist er per Direktmandat gewählt worden. Letztes Mal waren es 56 Prozent in Offenburg, wo er herkommt, wo gefeiert wird. Dass es am Sonntag ebenso viele sein werden, gilt als ausgemacht. Und dass er weitermachen will als Finanzminister, trotz der vielen Jahre in Spitzenämtern, daran lässt er selbst keinen Zweifel. Nur: Ob er noch darf, ist die Frage.


Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hat das türkische Außenministerium den deutschen Botschafter einbestellt. Erst am Samstag hatte Martin Erdmann im Außenministerium in Ankara antreten müssen, weil die Türkei sich über eine Kurdendemonstration in Köln beschwert hatte.

 

Sport

 

Fussball

 

Am Tag vor dem Bundesliga-Schlager gegen Schalke hat Bayern München einen Rückschlag verdauen müssen. So verletzte sich Tormann Manuel Neuer im geheimen Abschlusstraining am Montag erneut am linken Fuß, nach Informationen der "Bild"-Zeitung droht dem Kapitän wieder eine Operation und damit eine mehrmonatige Pause. Neuer hatte erst vor drei Wochen in Bremen sein Bundesliga-Comeback gefeiert. 

 

Rad-WM in Bergen/Norwegen

 

Das deutsche Team Sunweb um Giro-Sieger Tom Dumoulin hat am Sonntag bei der Radstraßen-WM im norwegischen Bergen überraschend Gold geholt. Völlig unerwartet wurden die wesentlich höher eingeschätzten Teams wie Sky, BMC Racing und Titelverteidiger Quick-Step Floors geschlagen.

 

Sonntag: Herren, Teamzeitfahren (42,5 km): 1. Sunweb (GER/Tom Dumoulin, Lennard Kämna, Wilco Kelderman, Sören Andersen, Michael Matthews, Sam Oomen) 47:50,42 Min. – 2. BMC (USA/Rohan Dennis, Silvan Dillier, Stefan Küng, Daniel Oss, Miles Scotson, Tejay van Garderen) + 8,29 Sek. – 3. Sky (GBR/Owain Doull, Chris Froome, Wasil Kirijenka, Michal Kwiatkowski, Gianni Moscon, Geraint Thomas) 22,35. 

Profiwissen für den

privaten Bauherrn

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