LaptopwerkPlus
LaptopwerkPlus

(RH)EINSICHTEN

von Uwe Morchutt

 

 

241 (2017-11-17) Uwe Morchutt

Flinker,

schlanker, schöner!

Firefox Quantum

 

 

Geschichtsträchtig: Ein Satz aus dem Oktober 1989. Als Michail Gorbatschow die DDR besuchte, traf seine Mahnung ein, wie Paukenschlag: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Angeblich soll er den Satz gar nicht so gesagt haben. Wenige Tage später war Erich Honecker nur noch eine Randfigur für die Geschichtsbücher. Sicher kennt auch Frau Merkel diesen Satz. Handelt sie auch dementsprechend?


Eigentlich wollte ich ja über etwas Schönes schreiben. Wer nicht „up to date“ ist, also nicht auf dem Laufenden, verliert User oder Wähler. So geschehen mit dem beliebten Browser Mozilla Firefox, ein Open-Source-Projekt! Leider war er gar nicht mehr so beliebt! Chrome von google hatte ihn in relativ kurzer Zeit von der Spitzenposition verdrängt.

 

Apropos: Webbrowser oder allgemein auch Browser (engl.: to browse, stöbern, schmökern, umsehen‘, auch ‚abgrasen‘) sind spezielle Computerprogramme zur Darstellung von Webseiten im World Wide Web oder allgemein von Dokumenten und Daten. Neben HTML-Seiten können Webbrowser verschiedene andere Arten von Dokumenten wie zum Beispiel Bilder und PDF-Dokumente anzeigen. Webbrowser stellen die Benutzeroberfläche für Webanwendungen dar.


Jetzt aber genug mit langsam und tröge. Der kleine „Feuerfuchs“ in Form von Firefox Quantum ist verfügbar und laut Mozilla das "größte Update aller Zeiten". Der Browser ist agil, superschlank und durchaus attraktiv geworden und soll endlich mit Chrome mithalten – und ihn natürlich überholen. Gelingt Firefox das große Comeback? Die "Wiedergeburt von Firefox"? Die größte Neuerung, die den Seitenaufbau deutlich beschleunigen soll und dabei weniger RAM, Random-Access Memory ist ein Datenspeicher, der besonders bei Computern als Arbeitsspeicher Verwendung findet, meist in Form von Speichermodulen, beansprucht als ältere Firefox-Fassungen. Auch das Firefox-Logo hat einen neuen Anstrich erhalten und wirkt gleich viel frischer. Ich habe ihn heruntergeladen: "Er ist wirklich schnell", super schnell! Sehr viel Ballast abgeworfen, um jetzt schnell die Seiten aufzubauen.

 

Quantum, von lateinisch für „wie viel“, „wie groß“, ist schnell und schlank und kein Kompromiss, wie ein gutes Bier. Dieses Ziel zu erreichen, kostete viel Aufwand für die Entwickler: Die nimmermüden Tüftler haben 75 Prozent der Codebasis von Firefox angefasst – das sind fast sieben Mio. Codezeilen. Quantum ist ein "pretty big deal", so die Macher. Wenn das Trump hört? Probiert es nur aus! Es lohnt sich! Jetzt noch schneller zu meiner Lieblingsseite: laptopwerk.de! umo

240 (2017-11-11) Uwe Morchutt

Wenige Gewinner, viele Verlierer!

Geschichte des WM-Fußballs - 1930 bis 2018

 

Gerade wurde der wunderschöne neue WM-Ball von adidas für die Fußball-WM in Russland der Weltöffentlichkeit feierlich vorgestellt. Wie viele der Millionen Fußballfans auf der Welt wissen eigentlich, wo die Fußbälle herkommen und wie sie produziert werden? Um der Frage nachzugehen, bin ich bei meiner Recherche, natürlich rein zufällig, auf eine Studie der TU Berlin aus dem Jahr 2015 gestoßen. Wer das liest, denkt in Zukunft vielleicht etwas anders über die weltweit beliebteste Sportart, den Fußball.

 

Es geht im wahrsten Sinne um den Ball, den Fußball

 

Ohne den Ball gäbe es nämlich keinen Fußball! „Das Geheimnis des Fußballs ist ja der Ball“! Übrigens auch der Titel der Studie.

 

Ein Milliardengeschäft für die, die das Spiel mit dem runden Etwas über die Maßen hinweg strapazieren. Die Gewinner des Sports. Auf der anderen Seite stehen aber auch die Verlierer. Wie im normalen Leben. Wo es Gewinner gibt, z.B. an der Börse, auf der Rennbahn oder bei der Sportwette, gibt es in der Regel auch immer Verlierer. Das Pech kann dabei so grausam sein, die Verlierer sind komischerweise immer in der Mehrzahl. Sonst würde das Geschäft ja nicht funktionieren.


Die großen Verlierer des Fußballs sind die unzähligen Näherrinnen, die die Objekte der Begierde produzieren

 

Es sind aber auch Männer darunter. Das Monopol für die Spielbälle liegt, man höre und staune, in Pakistan, wo die meisten Fußbälle überwiegend in Heimarbeit genäht werden. Ein Billiglohnparadies für die großen Gewinner des Fußballs! Natürlich könnte jetzt ein „kluger“ Kopf behaupten, der Kopf muss nicht einmal klug sein, lieber schlecht bezahlte Arbeit, als gar keine Arbeit. Sagen z.B. auch Frau Merkel und andere Spitzen-Politiker hierzulande, die den Niedriglohn-Auswuchs in Deutschland gutheißen und als ihren Erfolg feiern.


Apropos Fußball: Die WM-Bälle haben sich über die Jahre hinweg verändert. Genauso wie die Arbeitsbedingungen

 

Billiglöhner schuften seit Jahren für die Fußball-Gewinner! Insbesondere in einem WM-Jahr! Mit dem ersten WM-Fußball wurde 1930 in Uruguay der Reigen der Spiele eröffnet. Jahrelang spielte man mit dem Spielgerät, da es keine Veränderungen gab. Erst 1950, die Fußball-Weltmeisterschaft wurde in Brasilien ausgespielt, entstand ein neues Highlight zur Herstellung von Fußbällen. So wurde der “Superball Duplo T” erstmals mit einem Ventil ausgestattet. Ebenso galt die Lederschnürung als veraltet. Zudem wurde er aus echtem Rindsleder angefertigt!

 

Ab der Fußball-WM 1954, in der Schweiz, gab es erstmals Vorgaben in Hinblick auf Gewicht und Größe des Balls. Der “Swiss World Champion Match Ball” wurde aus gegerbtem Leder genäht und hatte statt brauner, eine gelbliche Färbung. Außerdem wurde dieser Ball aus 18 Leder-Panels fixiert.

 

Bei der Weltmeisterschaft in Mexiko (1970) war zum ersten Mal die FIFA für die Organisation des Balls zuständig und nicht wie zuvor das Gastgeberland. So wurde die Ballproduktion an adidas weitergegeben und “Telstar” war geboren. Seit dieser WM ist adidas der offizielle Partner für die FIFA. Besitzer des lukrativen Ball-Monopols! Des Weiteren war dies der Beginn des Wabenmusters, bestehend aus 20 weißen Sechs- und 12 schwarzen Fünfecken. Ein Ball extra für das damalige Schwarz-Weiß-Fernsehen war geboren!

Der WM-Ball 1994, der übrigens in Frankreich produziert wurde, galt als fortschrittlicher und innovativer Ball. Er gewährleistete eine hohe Energierückgabe dank seiner weißen Polyethynelbeschichtung. Sein Nachfolger, namens “Tricolore”, erwies sich als einer der besten Fußbälle seiner Art.

 

Er wurde 1998 außerhalb von Europa genäht. Der nächste hörte auf den Namen “Teamgeist”, falls Bälle hören könnten. Bekanntlich der WM-Fußball für das „Sommermärchen“ 2006. Inzwischen spricht man ja eher von einem Drama.

 

Jabulani“ ist der WM-Fußball, der 2010 in Südafrika gespielt wurde. Er wog etwa 440 g und hatte einen Durchmesser von 69 cm.

 

Der „Brazuca“, der WM-Ball für 2014, wurde im Dezember 2013 in Rio de Janeiro offiziell in einer großen Eröffnungsshow vorgestellt. Eine Show eigens für den Ball!

 

Der offizielle Spielball der FIFA WM 2014 ist der Ball, der laut adidas am meisten getestet wurde. Vor wenigen Tagen nun die Vorstellung von adidas für den offiziellen Spielball für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft in Russland 2018.

 

Sein Name: „Telstar“! Offizieller Preis, so adidas: 149,95 €.


Soweit zu den Bällen

 

Manch einer wird sich wundern, warum ausgerechnet in Pakistan, besser gesagt in Sialkot, die überwiegende Produktion der runden „Sahnestücke“ stattfindet. Ein Blick in die Geschichte verrät, dass bereits im 19. Jahrhundert manufakturähnliche Großbetriebe in Sialkot, das nordöstlich von Pakistan in der Provinz Punjab liegt, entstanden sind. Diese Großbetriebe sind das Erbe des Kolonialreichs. Seit 1975 erlangte Sialkot eine immer größere Rolle und ist bis heute der Mittelpunkt der weltweiten Fußball-Produktion.


Puma, adidas und Nike lassen u.a. in Pakistan ihre „Goldstücke“ produzieren

 

Die weltweiten Sportmarken-Führer verlangen schon einmal bis zu 130 Euro und noch mehr für einen Ball. Im Vergleich dazu bekommen die Näherinnen etwa 70 Euro im gesamten Monat. Also nicht mal den Gegenwert eines Balles! Fußballnäherinnen haben ein durchschnittliches Einkommen im Monat von etwa umgerechnet 35,23 €, was fast 20 Prozent unter dem in Punjab festgelegtem Mindestlohn für Arbeiterinnen liegt. Kostet ein Ball beispielsweise nur 36 €, so erhält der pakistanische Exportbetrieb davon lediglich etwa 3,20 bis 3,50 €. Also rund zehn Prozent. (Quelle: Studie TU Berlin, 2015) Je teurer der Ball, desto größer der Gewinn der Weltkonzerne!

Schätzungsweise 18 000 Frauen und Mädchen nähen Fußbälle in Heimarbeit. Die Frauen nähen zusammen mit ihren Freundinnen und Nachbarinnen in den Höfen ihrer Häuser und nähen gemeinsam. Alleine nähen ist ja langweilig! In Sialkot, natürlich kein Einzelfall, helfen auch die Kinder bei der Arbeit! Für viele Menschen stößt dies auf Unverständnis und Fassungslosigkeit, doch durch die stark verbreitete Armut, vor allem in den Entwicklungsländern, sind die Eltern zum größten Teil gezwungen, ihre Kinder für harte und schlecht bezahlte Tätigkeiten zu missbrauchen. Das heißt: Arbeiten, anstatt in die Schule zu gehen!

 

Heute kommen etwa 75 Prozent der Weltproduktion an Fußbällen aus Sialkot. In Jahren der Fußball-Weltmeisterschaft bedeutet das ein Produktionsvolumen von 40 Mio. Fußbällen pro Jahr. Ausnahme: Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurden die Fußbälle nicht in Pakistan hergestellt, weil die Preise in Sialkot zu teuer waren. Die Verträge gingen an thailändische Unternehmen. Es gibt also noch billigere Näherrinnen? Noch Fragen? Das Milliardengeschäft: Fußball! Es blüht! Insbesondere in einem WM-Jahr! Die Verbandsfunktionäre der Uefa werben ja gern mit dem Slogan „Respect“.

 

Wo ist eigentlich der Respekt vor den Näherrinnen, meine Herren?


Angesichts dieser haarsträubenden Zustände denkt vielleicht manch ein Fußballfan beim nächsten Spiel einmal an die fleißigen Näherrinnen, wenn das wunderbare runde Objekt der Begierde in das Eckige fliegt. Ohne Ball kein Fußball und ohne Ball kein Tor! Politiker nennen das übrigens Globalisierung. Fifa, Uefa und DFB, in der Regel gemeinnützige Verbände, die üppige Steuerprivilegien genießen, sollten sich was schämen! umo                

Fotos der Bälle bis 2014 aus der Studie der TU Berlin von 2015

239 (2017-11-06) Uwe Morchutt

60 Jahre Zweitakt-Kult!

Das Original –

hergestellt in der DDR

 

 

Ich taufe das „süße“ Baby auf den Namen "Trabant". Einer Umfrage zufolge erhielt der AWZ P 50 den Namen, was in tschechischer Sprache soviel wie "Treuer Begleiter" bedeutet. Symbolträchtig rollte das erste Exemplar am 7. November 1957, dem 40. Jahrestag der Oktoberrevolution, vom Band. Der Trabant gehörte zur DDR wie Coca-Cola zu Amerika. Ein Original mit für die Ewigkeit geschaffenem Design! Oftmals belächelt und verhöhnt. Vor allem im Ausland. Deshalb war der Trabant hauptsächlich für den Binnenmarkt, die kleine DDR, vorgesehen. Ausnahme Ungarn, denn dort gab es keine PKW-Prodution. Hat er doch dort wie hier die Wende fast schadlos überstanden: Nun wird der knuddelige Zweitakt-Stinker 60 Jahre alt!

Im DDR-Volksmund wurde der Trabant meist nur Trabi genannt. Er bekam im Laufe der Zeit einige Spitznamen, wie „Gehhilfe“, „überdachte Zündkerze“, „Plastebomber“ oder „Pappe“. Eine Besonderheit war und ist, schließlich fahren ja noch etliche Exemplare des putzigen Weggefährten auf gesamtdeutschen Straßen, dass die Kotflügel aus Duroplast nicht etwa beulten, nein, sie splitterten oder bekamen Löcher. 7.400 DDR-Mark kostete der fahrbare Untersatz. Durch die lange Wartezeit, die Nachfrage war immer größer als das Angebot, sozusagen für jedermann erschwinglich. Die lange Ansparphase machte es möglich. In der bescheidenen Werbung laß sich das so: "Ein Fahrzeug, das viel zu bieten hat, Komfort, Platz und Zuverlässigkeit."

Mit genügsamen 26 PS bei 0,6-Liter-Zweizylindern schaffte er es ohne große Anstrengungen auf 100 kmh. Natürlich nicht bergauf und voll beladen! Immerhin hatte der Kofferraum ein Volumen von 415 Litern. Bis heute noch unerreicht im Kleinwagensegment. Ein 26-Liter-Tank sorgte für ausreichend Kraftstoff-Ölgemisch. Die Erbauer des „Zweitakters“, einem ventillosen Ottomotor mit Gemischschmierung und Zündkerze, sahen sich allemal bestätigt. Ein Auto, das einfach, kostengünstig und leicht daherkommt! Heute ist der Zweitakter vor allem in nervenden Laubbläsern anzutreffen!

Der PKW Trabant P 601 steht sinnbildlich für den Trabant. In seiner fast unveränderten äußerlichen Erscheinungsform wurde der P 601 seit April 1964 immerhin über 26 Jahre produziert. Anfänglich nur mit 23 PS, gab es ihn ab 1968 mit starken 26 PS.

Dabei sparsam im Verbrauch: 6,8 l auf 100 km!

 

Vom P 50 wurden insgesamt 131.435 Fahrzeuge hergestellt. Die Limousine und Kombiwagen wurden als Standard (601) und Sonderwunsch (601 S) sowie als Vollausstattung (601 de luxe, später 601 S de luxe) gefertigt. Optisch konnten sie leicht unterschieden werden. Der "de luxe" hatte in der Regel ein andersfarbiges Dach und Chromstoßfänger. Später kamen noch Stoßhörner, Nebelscheinwerfer, Rückfahrscheinwerfer und Nebelschlussleuchte hinzu. Aus einer statistischen Erhebung des VEB Sachsenring aus dem Jahr 1961 geht hervor, dass der privat genutzte Trabant jährlich nur etwa 3.000 bis 7.000 km zurücklegte. Der dienstlich eingesetzte Trabant brachte es hingegen schon einmal auf 10.000 bis 15.000 km Jahreslaufleistung.

Nach dem Abschlussbericht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden 1.819 Trabant zugunsten der Umweltprämie zwischen dem 27. Januar 2009 und dem 31. Juli 2010 verschrottet. Am 1. Januar 2015 waren noch 32.832 Trabant in Deutschland zugelassen. Der Bestand ist inzwischen stabil, derzeit werden sogar mehr Fahrzeuge wieder angemeldet als abgemeldet. Sozusagen aus der Schrottpresse wieder auferstanden. So betrug der Bestand am 1. Januar 2017 wieder 34.449 Trabant. Ein deutliches Zeichen, dass man die alten Fahrzeuge, ohne Elektronik, wieder flott machen kann. Heute, wer hätte das jemals gedacht, fahren die Zweitakt-Stinker sogar auf Augenhöhe mit den Diesel-Stinkern!

 

Mit dem am 30. April 1991 um 14.51 Uhr letzten gefertigten Trabant verließen in 34 Jahren insgesamt 3.096.099 Fahrzeuge das Autowerk in Zwickau. Eine planmäßige Karosserieänderung war erst wieder für 1995 vorgesehen. Der Fall der Mauer verhinderte bekanntlich das ambitionierte Vorhaben der Parteiführung! Was die DDR nicht schaffte: 60 Jahre Trabant – nicht nur für Liebhaber. Ein Jubiläum der ganz besonderen Art. Allzeit gute Fahrt! Du kleiner Stinker! Siehe auch „IM BILDE“ vom 07. November 2017. Umo

238 (2017-11-04) Uwe Morchutt

Trumps Steuerreform

Nur noch vier Steuerklassen!

 

 

Untätigkeit kann man Donald Trump wohl kaum vorwerfen. Auch wenn er dem großen Erfolg noch hinterherläuft. Jetzt hat er als Nächstes eine neue Steuerreform angekündigt. Was deutsche Politiker seit Jahrzehnten halbherzig orakeln und kläglich bei der Umsetzung scheitern, verkündet der „beste Präsident der USA“ seit George Washington, wie er sich selbst gern sieht, einfach mal so im Vorbeigehen. Selbstverständlich arglistig beäugt von den vielen Auguren hierzulande und den Medien, die vehement auf ihre Objektivität pochen! Wir sind nur der „Wahrheit“ verpflichtet!

 

Hinter jedem Tun und Handeln von Trump vermutet man nämlich alles, nur nichts Gutes. Wieso schaut man eigentlich nicht genauso skeptisch auf deutsche Politiker wie auf Mister Trump? Tun die etwa nur Gutes? Siehe Steuerreform, Rentenreform, Pflegereform, um nur einige Problemfelder zu nennen: ein Notstand an Reformen, die auf die lange Bank geschoben werden. Zwölf Jahre Merkel, ein einziger Reformstau - wie auf der Autobahn vor einem Brückentag!

 

 

Der neue Fed-Chef (US-Notenbank) wurde auch gleich mit verkündet. Jerome Powell, 64, soll Janet Yellen, 71, am 3. Februar 2018 ablösen. Er wird die gemäßigte Zinspolitik seiner Vorgängerin fortsetzen. Das heißt vor allem, den Arbeitsmarkt, die Preise und die Zinsen im Auge zu behalten. Schließlich ist er als Multimillionär, geschätztes Vermögen 55 Mio. US-$, auch ein Mann des Geldes. Sein Vermögen soll ja nicht schrumpfen! Wo schon viel Geld ist, wird bekanntlich weiteres hinzukommen. Der bekannte Matthäus-Effekt!

 

Der Höchststeuersatz für Unternehmen soll von 35 auf 20 Prozent sinken. Für Haushalte sollen künftig nur noch vier statt bisher sieben Steuerklassen gelten – 12, 25, 36 und 39,5 Prozent. Der Höchstsatz wurde bewahrt – vermutlich, um dem Vorwurf zu entgehen, die Reichen zu entlasten. Allerdings gilt er mit der geplanten Steuerreform erst ab einem Jahreseinkommen von einer Million Dollar und nicht wie derzeit ab 470.000 Dollar. Erbschaftssteuern für millionenteure Immobilien sollen wegfallen. Demzufolge sinkt das Steueraufkommen insgesamt.

 

Die 23,8 Prozent des Volkes, bei einer Wahlbeteiligung von 51,3 Prozent, die den Präsidenten gewählt haben, werden sich freuen, tut er doch das, was er angekündigt hat. Ganz nach dem Motto: Wer nicht zur Wahl geht, braucht sich hinterher auch nicht zu beschweren! Wann und wo auf der Welt tut ein Politiker schon das, was er vor der Wahl verkündet hat? Etwa Barack Obama oder Politiker in Deutschland? Mir fällt da augenblicklich, verflixt nochmal, keiner ein! Der deutsche Steuerpflichtige wird weiterhin geschröpft! Die schwarze Null wird derweil gebetsmühlenartig zelebriert, obwohl die Straßen, Brücken und Schulen zerbröseln! Um von den eigenen Problemen hierzulande abzulenken, wird weiterhin auf Trump eingeprügelt!

 

Wer es vergessen hat: Alle Parteien, die sich derzeit gegenseitig ausloten, haben seit 1998 mehr oder weniger mitregiert. Sind also für die Lethargie in der deutschen Gesetzgebung verantwortlich! Was in Deutschland anno dazumal auf einen Bierdeckel passen sollte, eine Steuerreform, die den Namen verdient, darauf wartet man weiterhin vergeblich. Egal, wie man zu Donald Trump steht, untätig ist der 71-Jährige wahrlich nicht. Obwohl er gerade einmal zehn Monate im Amt ist!

 

Die Loser-Partei, die SPD, hat bereits Schaum vor dem Mund beim Blick auf die  Sondierungsgespräche. Frau Merkel tut indes das, was sie am besten kann: Abtauchen und unsichtbar machen, damit sie keiner kritisieren kann! Die Mainstream-Postillen haben zum Glück Präsident Trump, um sich an ihm vergnüglich zu reiben! Übrigens, die offiziellen Zahlen zur Arbeitslosigkeit in den USA sind unter Trump auf 4,7 Prozent gesunken! Dem Wahl-Motto getreu: Mister President: Make America great again! umo

237 (2017-10-29) Uwe Morchutt

Autobahn

A 20 gesperrt

Bodenstabilisierung versagt?

 

 

Man stelle sich einmal vor: Man fährt mit 130 Stundenkilometern, es kann auch noch schneller sein, und plötzlich tut sich vor dir ein riesiges Loch auf, weil die Fahrbahn absackt! Der blanke Horror auf der Autobahn! Zum Glück ist nichts passiert! Wenn etwas schief geht, muss selbstverständlich der Grund für die Ursache gefunden werden. In der Regel ist jemand verantwortlich dafür.

 

Die Spurensuche beginnt!


Doch der Reihe nach. Die Vorzeige-Autobahn A 20 ist auf Höhe von Tribsees seit Tagen gesperrt, weil sie doch tatsächlich abgesackt ist. An dieser Stelle quert der Autobahndamm das Trebeltal auf Moorboden. Bauen im Moor - für Bauexperten eine Herausforderung. Wurden etwa Fehler begangen? Ein kurzer Blick zurück.

 

Hinter dem harmlosen Kürzel VDE verbirgt sich das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit. Es geht in diesem Fall um die Nummer 10. Gemeint ist der Neubau der Bundesautobahn A 20 von Lübeck bis Stettin in Polen. Immerhin gute 324 km lang. Am 7. Dezember 2005 eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel nach 14 Jahren Planungs- und Bauzeit die letzten Teilstücke bei Tribsees und Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern. Die Baukosten betrugen insgesamt 1,9 Mrd. Euro. Der erste Spatenstich zu dieser Autobahn erfolgte im Jahr 1992 vom damaligen Bundesminister für Verkehr, Günther Krause, an der Anschlussstelle Wismar-Mitte. Im Volksmund hieß die Autobahn damals nur „Krause-Autobahn“.

 

Also vor knapp zwölf Jahren

 

Gut für die verantwortlichen Baufirmen, weil die Gewährleistungsfrist abgelaufen ist. Schlecht für das Land, muss es den Schaden doch beheben und die neuerlichen Kosten tragen! Die Gewährleistung beträgt nach BGB fünf, nach VOB sogar nur vier Jahre! Jetzt wird der Schuldige gesucht, vielleicht sogar langwierig vor Gericht? Es geht schließlich um einen Millionenschaden! Ist vielleicht sogar Pfusch am Bau die Ursache?


Das Undenkbare, besonders für die vielen Pendler auf dieser Strecke, ist nun eingetreten. Aufkommende Hektik und Sorge füllten die letzten Tage: Bei Tribsees sackte die Fahrbahn in Richtung Westen auf etwa 100 m Länge urplötzlich ab und wurde daraufhin erst einmal auf unbestimmte Zeit gesperrt. Jetzt wird sich manch ein Baulaie fragen, wie kann das denn passieren?

 

Zur Bodenstabilisierung kamen Trockenmörtelsäulen (CSV-Säulen), bestehend aus einem Gemisch aus Sand und Zement, erstmals in extrem weichen Böden und erstmals mit Längen von bis zu 13 m, zur Ausführung. Die Bodenverbesserung unter dem Damm erfolgte auf eine Länge von 600 m. Bei diesem Verfahren werden Verdrängungssäulen kleinen Durchmessers in engen Abständen mit Hilfe eines Schneckengestänges in den Boden eingebracht. Die Zement-Sand-Mischung wird hierbei als Trockengranulat eingebracht. Durch den Wasserentzug des umliegenden Bodens erhärtet es zu einer Betonsäule, die den Boden stabilisiert und zusätzlich noch Feuchtigkeit entzieht. Das Moor trocknet langsam aus!


Der geprüfte und genehmigte Durchmesser der Säulen beträgt 15 cm

 

Tatsächlich haben die Säulen einen Durchmesser von 18 bis 22 cm, wie beim Ausgraben von Säulen an Testfeldern festgestellt wurde. Herstellungsbedingt sind die Säulen also teilweise deutlich dicker als gefordert. Diese durchaus gewünschte Abweichung nach oben trägt zu einer zusätzlichen Sicherheit bei (höhere Tragfähigkeit). Das Verfahren ist im Vorfeld getestet worden: Direkt im Trebeltal wurden Testfelder aufgebaut. Säulen wurden in den Boden eingebracht und kontrolliert belastet, um so Rückschlüsse auf die Dimensionierung zu ziehen. Einzelne Säulen wurden dabei im Nachgang aus dem Boden geborgen, um eine qualitätsgerechte Herstellung sicherzustellen. Dieses Verfahren ist erprobt und wurde bzw. wird von Sonderfachleuten, Prüfingenieuren, DEGES (Auftraggeber) und Genehmigungsbehörden begleitet.

 

Das verwendete Bodenstabilisierungsverfahren wird seit den 1990er Jahren eingesetzt. Was vorher nur mit Kalkpfählen erfolgte, entwickelte die Ingenieurgesellschaft Coplan zu einem neuen Gründungsverfahren. CSV steht dabei für „Combined Soil Stabilisation with vertical Columns“.


Ursache für den Vorfall ist laut Verkehrsminister Christian Pegel, dass die Autobahn bei Tribsees über einer so genannten "Torflinse" verläuft, die mit kleinen Betonkernen (CSV-Säulen) stabilisiert worden war. Diese haben möglicherweise der Last nicht standgehalten, die genaue Ursache soll jetzt ermittelt werden. Jedes Bauwerk, also auch eine Straße braucht Zeit, die der Unterbau benötigt, bis er sich ausreichend gesetzt hat und nicht weiter absackt, wenn dann der Verkehr die Belastung mit sich bringt. Genau wie bei einem Gebäude!

 

Fazit: Die Autofahrer auf der A 20 werden demnächst viel Geduld aufbringen müssen, weil die jetzige Sperrung viele Monate andauern wird. Das nervende Schild „Umleitung“ wird für ausreichend Unmut sorgen. Die Fachwelt darf gespannt sein, wie die Antworten ausfallen? Ob das gewählte Bodenstabilisierungs-Verfahren das geeignete Verfahren für diesen schwierigen Untergrund war? Hinterher ist man natürlich immer schlauer! Bauen im Moor – eine Herausforderung der besonderen Art! umo

236 (2017-10-27) Uwe Morchutt

Notfalls frisiert

man den Lebenslauf

Erschreckend viele

Abbrecher im Bundestag

 

Im alten, 18. Bundestag saßen 630 Abgeordnete, wovon 35 Abgeordnete, das entspricht 5,6 Prozent der Abgeordneten, keinen Studien- bzw Berufs-Abschluss vorzeigen konnten. Um nicht aufzufallen, wird die peinliche Bildungsstrecke vertuscht oder gar schön gefärbt. Der neue, 19. Bundestag, der sich am 24. Oktober 2017 konstituiert hat, besteht aus 709 Abgeordneten. Wieviele davon keinen Berufsabschluss haben, wird sich noch erweisen, denn freiwillig wird sich in der Regel keiner zu erkennen geben. Siehe Hochstaplerin Hinz von der SPD!

 

Der eine verweigert die Aussage, der andere lässt hartnäckig seinen Eintrag bei Wikipedia säubern, der Dritte gesteht gesenkten Hauptes: Ja, er habe abgebrochen. Ein Studium ohne Abschluss versuchen viele Politiker lieber zu verbergen. Sehen so wahre Vorbilder des Volkes aus? Übrigens, da gibt es ja auch noch die Betrüger, die allzu gern einen Doktortitel gehabt hätten! Macht sich ja gut auch der Visitenkarte. Hallo, Herr Doktor!

 

Den größten Abbrecher-Anteil hatten im alten Bundestag die Grünen (8,8 Prozent), die FDP folgt mit sieben Abbrechern (7,5 Prozent), SPD mit zehn (6,8 Prozent), die Linke mit vier (5,3 Prozent) und CDU/CSU-Fraktion mit acht Abbrechern (3,6 Prozent). Sie sitzen sozusagen parteiübergreifend im hohen Haus des Volkes! Sitz an Sitz mit der Unwahrheit! Wir werden demnach von dutzenden Betrügern und Lernschwachen regiert! Ist das dem Volk (Wähler) wirklich total egal! Sieht so der gewollte Mainstream des 21. Jahrhunderts aus, wo jeder betrügen und schummeln darf und kann? Seit dem Dieselskandal hat das Schummeln schließlich Hochkonjunktur! Es sogar bis in den Bundestag zu schaffen, alle Achtung, den der fleißige Steuerzahler mit seiner harten Arbeit bezahlt? Hautsache, die Loyalität zur Partei stimmt?

 

Werfen wir einen Blick auf eine Frontfrau, bei der die Fakten klar sind. Bei einem Klick auf die Website der Grünen sieht der verdutzte Betrachter; „Katrin und Cem auf Tour mit dem Fahrrad“. Das bekannte, selbst inszenierte Image der „Umweltpartei“. Was haben „die Grünen“ in all den Jahren tatsächlich für die Umwelt getan. Mir fällt da bloß das Dosenpfand von Herrn Trittin ein! Seither trinke ich kein Büchsenbier mehr! Oder bei der Bildung. Was lesen meine leicht entzündeten Augen da: „Bildung ist der Schlüssel zu einem guten Leben.“

 

Wieso hat Frau Göring-Eckardt dann keinen Schulabschluss? Noch dazu aufgewachsen in der DDR, wo es zur Verwunderung aller sogar eine Schulpflicht gab? Braucht man in einer Partei keinen Abschluss, um sich für ein gehobenes Amt in der Politik zu bewerben? Gilt das Gesagte immer nur für die Anderen? Solche Leute wollen Deutschland in eine bessere Zukunft führen? Da wird mir ganz schlecht! Da sind nicht nur die Augen entzündet! Kein Wunder, dass die Welt außer Rand und Rand ist! Wenn die Kleingeister die Welt regieren!

 

Es kommt aber noch schlimmer: Solche selbsternannten „Gutmenschen“ nehmen dann noch das Wort „Fake-News“ in den Mund, um andere auf den richtigen Weg zu führen! Wie ein Verirrter, der von Gottesweg abgekommen ist? Auch Pädophile? Dürfen wir das schweigend tolerieren? Trotz anstehender Sondierungsgespräche! Worum wird da eigentlich gerungen, doch nicht etwa um das „Wohl des Volkes“ oder der Gesundung unseres Erdklimas? In Wahrheit geht es doch nur um den kleinen Kreis der Partei-Oberen, sich lukrative Posten zu sichern? Wer anderer Auffassung ist, wird in die rechte Ecke gestellt oder ist gar ein Populist! Wer möchte schon die Aussicht auf einen lukrativen Posten gefährden?

 

Der Duden sagt übrigens zu Populismus:

- (Politik) von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen (im Hinblick auf Wahlen) zu gewinnen,

- (Literatur) eine Richtung des 20. Jahrhunderts, die bestrebt ist, das Leben des einfachen Volkes in natürlichem realistischem Stil ohne idealisierende Verzerrungen für das einfache Volk zu schildern.

 

Wer mit dem Fahrrad fährt, rettet das Klima. Vielleicht werden deswegen so viele Fahrräder in Deutschland gestohlen! Ist das nicht auch Populismus? Ach ja, unsere Studienabbrecherin, Studium der evangelischen Theologie in Leipzig, sagt doch u.a. auch so pfiffige Sätze: Flüchtling ist kein Beruf. Wenn es nur so einfach wäre? Das Leben! Dann würden alle fliehen. Sicher auch von der Uni. Oder fliegen?

Das Leben der Grünen-Spitzenfrau gleicht einem Werbespott.

Alles so schön grün hier, oder? umo

235 (2017-10-19) Uwe Morchutt

Drastisches Insektensterben

Gesamte

Menschheit bedroht

 

 

Der Mensch, das vernunftbegabte Wesen, ist dabei, seine Lebensgrundlage absichtlich zu zerstören. Leise, ganz leise, manchmal auch nervend, verschwinden die kleinen Plagegeister von der Erdoberfläche. Für Vögel sind sie eine wichtige Nahrungsquelle, fast alle Obst- und Gemüsesorten sind auf ihre Bestäubung angewiesen, Gewässer werden durch ihre Larven reingehalten: Insekten sind wichtig für unser Ökosystem.

 

Doch es gibt immer weniger davon!


Die Menge an Insekten hat gravierend abgenommen! An 63 verschiedenen Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg hatten Hobby-Entomologen seit 1989 spezielle Netzvorrichtungen aufgestellt, sogenannte Malaise-Fallen, in denen Fluginsekten in einen Sammelbehälter schwirren und dort konserviert werden. Wissenschaftler um Caspar Hallmann von der niederländischen Radboud University in Nijmegen haben diese Daten der Krefelder Insektensammler nun ausgewertet. Das alarmierende Ergebnis zeigt: Die jährlich gesammelte Insektenmasse ist innerhalb der vergangenen 27 Jahre um mehr als 75 Prozent geschrumpft!


Insekten, auch als Kerbtiere (aus lateinisch insectum „eingeschnitten“) bezeichnet, sind die artenreichste Klasse der Gliederfüßer. Beinahe eine Million Insektenarten sind bisher wissenschaftlich beschrieben worden. Damit sind mehr als 60 Prozent aller beschriebenen Tierarten Insekten. Fossil, versteinert, lassen sich Insekten zum ersten Mal vor rund 400 Mio. Jahren im Devon nachweisen.

 

Im Fachmagazin „Plos One“ nannten Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden die Arbeit überzeugend und warnten vor einem massiven Sterben von Fluginsekten. Die Auswertung der Daten und die Publikation der Ergebnisse liefere den Beleg, dass der Schwund nicht nur einzelne Standorte betreffe, sondern "wirklich ein größerflächiges Problem" sei, sagte der Biologe Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle. "Ein Schwund wurde bereits lange vermutet, aber er ist noch größer als bisher angenommen", sagte der Studienautor Caspar Hallmann.

 

Ist die intensive Landwirtschaft schuld am Insektensterben?

 

Der zunehmende Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln sowie die ganzjährige Bewirtschaftung spielten vermutlich eine Rolle, klare wissenschaftliche Belege für diese Annahme lägen aber nicht vor. Teja Tscharntke etwa, ein Agrarökologe der Georg-August-Universität Göttingen, sehe in der Intensivierung der Landwirtschaft eine plausible Ursache für den "dramatischen Insekten-Rückgang".

Vertreter des deutschen Bauernbundes, wen wundert es, widersprachen dieser Darstellung und forderten weitere Untersuchungen. Angesichts der immensen Vorwürfe muss die Frage erlaubt sein.

 

Gehören die Bauern und deren Lobby-Vertreter eigentlich auch zu den vernunftbegabten Wesen?

 

Schließlich vergiften sie auch großflächig das Grundwasser mit ihrer Jauche! Das Schlimme daran, sie streiten noch alles ab!


Der Präsident des Naturschutzbundes Nabu, Olaf Tschimpke, nannte die Studienergebnisse "höchst dramatisch und bedrohlich" und verlangte von der neuen Bundesregierung den Einsatz für einen Kurswechsel in der Agrarpolitik auf EU-Ebene. Der Verlust der Insekten wirke sich kaskadenartig auch auf andere Lebewesen aus und habe weitreichende Folgen für die Ökosysteme insgesamt. Fast alle Untersuchungsstandorte, 94 Prozent, waren von landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben.

 

Alexandra-Maria Klein, Landschaftsökologin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, ist beunruhigt: Weitere Langzeitdaten seien dringend erforderlich - aber wir sollten "nicht auf diese Ergebnisse warten, bis wir unsere Landnutzung ändern", sagt sie. "Dies könnte für einige Insekten zu spät sein." Ebenso dramatisch und alarmierend das Bienen- und Vogelsterben.

 

Amsel, Drossel, Fink und Star machen sich zunehmend rar. Der Mensch zerstört absichtlich seine Lebensgrundlagen!

Der Raubbau an der Natur geht indes ungezügelt weiter! Wie lange noch?

umo

234 (2017-10-11) Uwe Morchutt

„Huh“, wir kommen!

Island-Pferde

und der Fußball

 

 

Island, begrifflich hervorgehend aus Eis und Land, ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich südlich des nördlichen Polarkreises. Hier leben rund 340 110 Einwohner (März 2017). Über 60 Prozent der isländischen Bevölkerung verbringen ihren Alltag in der Hauptstadtregion von Reykjavík. Bemerkenswert ist, dass Island einen der höchsten Lebensstandards der Welt hat. Der eigentliche Star der Insel ist aber das Island-Pferd, eine vielseitige und robuste Pferderasse mit einem kräftigen Körperbau.

 

Mit einem Stockmaß von nur 125 bis 148 cm gehört es zu den Gangpferden, da die meisten von ihnen nicht nur über die Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp verfügen, sondern darüber hinaus noch über die genetisch fixierten Gangarten Tölt oder Pass vorwärts schreiten. In Fachkreisen durchaus bekannt, der prominente Passgang, den schon die Kultband Rammstein in einem ihrer Lieder hervorhob. Das Bemerkenswerte ist, verlässt ein in Island geborener Vierbeiner die schroffe Insel, darf er nicht wieder nach Island eingeführt werden! Reine Vorsichtsmaßnahme zur Gesundheitserhaltung, damit keine Krankheiten auf die Insel gelangen! Könnte man übrigens auch bei Zweibeinern einführen?


Dessen nicht genug. Ürplötzlich bekommt der zottelige Vierbeiner ernste Konkurrenz auf der rauen Insel. Seltsam anzusehende Erdbewohner, alle das gleiche Outfit, schicken sich doch an, den Stolz der Insel von den Titelseiten zu verdrängen. Obwohl sie nur einem Ball nachjagen, werden sie mit unüberhörbaren Gesängen bekleidet! Ein wahres Wunder, das nur der Sport hervorbringt. Mit dem Schlachtruf: „Huh“ haben sie bereits in Frankreich 2016 bei der Fußball-EM für Angst und Schrecken gesorgt! Übrigens auch sportlich. Unglaublich!

 

Obwohl es nur etwa 50 isländische Profifußballer geben soll, hat man sich nach der Europameisterschaft 2016 soeben erstmals für die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert. Unvorstellbar! Ein wahres Fußballmärchen, welches 2011 geboren wurde. Als Lars Lagerbäck, ein Schwede, die Mannschaft übernahm. Anderswo wird ja viel über Spielsysteme und Strategien gestritten. Hier und da schon einmal ein Trainer ausgetauscht. Lagerbäck gab der talentierten Generation an Kickern ein starres 4-4-2-System an die Hand und ließ es über Jahre einspielen. Der Erfolg wird nun ausgiebig strapaziert! Zum Nachteil etablierter Fußballnationen! So einfach kann Fußball sein! Der Schachspieler Lagerbäck trainiert inzwischen die norwegische Nationalmannschaft, leider nicht annähernd so erfolgreich.

 

Große Trauer hingegen in den Niederlanden, den USA und in Chile, wo man sich die Spiele in HD ansehen kann, wenn man einen passenden Vertrag hat. Die Schweiz, Italien, Kroatien, Nordirland, Schweden, Dänemark, Irland und Griechenland dürfen in Europa noch hoffen, bestreiten sie doch am 9. und 14. November 2017 die Play-offs. Am 1. Dezember 2017 werden dann die feststehenden 32 Teilnehmer in Moskau, im Kreml, in die WM-Gruppen ausgelost.

 

Schon jetzt steht fest, dass die Isländische Delegation mit ihrem Feldgeschrei „Huh“ die Moskauer Straßen unsicher machen wird. Das Fußballmärchen geht in die nächste Runde! Liebe selbsternannten Fußball-Experten, so einfach kann Fußball sein! umo

233 (2017-10-08) Uwe Morchutt

BGH – Verbrauch

korrekt angeben

Viel Unwissen unterwegs

 

Die Niedrigzinspolitik der EZB macht deutschen Sparern schwer zu schafffen. Es geht sozusagen an das Sparguthaben! Es gibt zwar auch eine Kreditersparnis, die beziffert die DZ Bank für die Jahre 2010 bis 2017 auf 188 Mrd. Euro. Unterm Strich bleibt aber immer noch eine Einbuße von 248 Mrd. Euro und damit im Schnitt 3024 Euro je Bundesbürger. „Deutschlands Sparer zahlen einen üppigen Teil der Rechnung für die lockere Geldpolitik der EZB“, sagte der Chefökonom der DZ Bank, Stefan Bielmeier, vor einigen Wochen. Seit dem 16. März 2016 steht der Leitzins der EZB sogar auf Null Prozent!

Was sagen eigentlich die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister dazu? Gar nichts! Obwohl der Sparer quasi enteignet wird. Sieht so, Schaden vom Volk abwenden aus? Keiner regt sich auf, keiner geht auf die Straße und verschafft seinem Unmut Luft! Obwohl es soviele betrifft? Die verheerende Geldpolitik von Draghi macht die Durchschnittsverdiener in Deutschland arm.

 

Wieso erzähle ich das eigentlich?

 

Weil der Run auf Immobilien ungezügelt anhält. Sparbuch und Lebensversicherungen lohnen sich nicht mehr. Aktien sind zu risikobehaftet! Bleibt also nur noch die Immobilie! Die Folge: Mieten, Boden- und Immobilienpreise schießen durch die Decke! Experten vermeiden zwar das böse Wort „Blase“ am Immobilienmarkt, noch, aber die Zeichen stehen zumindest auf „besorgniserregend“.


Passend hierzu ein aktuelles, höchstrichterliches Urteil des BGH. Was zunächst lapidar klingt, aber in die entsprechende Richtung tendiert. Der Energieausweis für Gebäude wurde vor dem BGH verhandelt. Jetzt wird sich manch Unbedarfter verdutzt fragen: Was hat der Energieausweis mit der Immobilie zu tun? Sehr viel! Weil mittlerweile auch die Schrottimmobilien verhökert werden. Wer nicht aufpasst, sitzt auf einem Scherbenhaufen! Insbesondere dann, wenn die Zinsen steigen! Die amerikanische Notenbank Fed hat die Zinsen bereits angehoben! Wann folgt Signore Draghi?

 

Der Bundesgerichtshof hat zu Angaben über den Energieverbrauch in Immobilienanzeigen von Maklern geurteilt. Hierzu drei Urteile vom 5. Oktober 2017: AZ: I ZR 229/16, AZ: I ZR 232/16 und AZ: I ZR 4/17. Demzufolge dürfen Immobilienmakler in ihren Anzeigen Informationen aus einem vorhandenen Energieausweis nicht verschweigen. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt in Paragraf 16a, dass für Immobilien, für die ein Energieausweis vorliegt, in Anzeigen für Verkauf, Vermietung oder Leasing Pflichtangaben gemacht werden müssen. Dazu zählen die Art des Ausweises, der Energieverbrauch oder -bedarf des Gebäudes, die wesentlichen Energieträger (etwa Öl oder Gas) sowie bei Wohngebäuden das Baujahr und die Energieeffizienzklasse.

 

Aufgrund des Mangels sind viele Mietwohnungen sehr begehrt

 

Auf eine Wohnung kommen dutzende Bewerber! Nur eine kleine Spur von Mangelwirtschaft, wie man sie aus der DDR bestens kennt. Lange Schlangen von Mietinteressenten bilden sich zu Besichtigungsterminen und verschandeln immer häufiger das Stadtbild! Fakt ist, auch wenn der Andrang noch so groß ist – nur gucken darf nichts kosten!


Wer bezahlt eigentlich den Makler bei Mietwohnungen? Für die Vermittlung von Mietwohnungen gilt seit 1. Juni 2015 das Bestellerprinzip: "Wer bestellt, bezahlt". Der Grundsatz ist im Wohnungsvermittlungsgesetz verankert. Und weil überwiegend Vermieter auf die Dienste von Maklern zurückgreifen, zahlen sie auch die Courtage. Diese dürfen sie nicht abwälzen. Tun Vermieter es dennoch, droht ein Bußgeld von 25 000 Euro. Das Bundesverfassungsgericht hat jüngst das Bestellerprinzip bestätigt (AZ: 1 BvR 1015/15). Ein Immobilienvertrag ist erst dann gültig, wenn er unterschrieben ist. Mündliche Vereinbarungen sind nichtig!


Und was gilt bei Kaufimmobilien?

 

Hier gilt das Bestellerprinzip nicht. Weil ein Kaufvertrag vermittelt wird, ist nach wie vor Maklergebühr fällig. Deren Höhe und die Frage, wer bezahlt, sind vertraglich frei vereinbar. "Hier gilt Vertragsfreiheit", sagt Hans-Joachim Beck vom Immobilienverband Deutschland (IVD). Überwiegend bleibt die Gebühr am Käufer hängen, der sie über einen prozentualen Aufschlag auf den Kaufpreis bezahlt.

 

Die Provision fällt aber nur an, wenn der Kaufvertrag tatsächlich unter Dach und Fach kommt. Der Interessent muss also nicht zahlen, wenn er ein Objekt zwar besichtigt, sich aber gegen dessen Erwerb entscheidet. Das Aushändigen eines Exposés durch den Makler reicht nicht, um Courtage zu fordern, wie Beck erläutert.


Nachfolgende Angaben aus dem Energieausweis gehören nach EnEV 2014 in die Immobilienanzeige. §16a der Energieeinsparverordnung regelt, welche Angaben aus dem Energieausweis in Immobilienanzeigen verpflichtend enthalten sein müssen:

  • die Art des Energieausweises – Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis,
    - im Energieausweis genannte Informationen zum Endenergiebedarf oder Energieverbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr,
    - wesentlicher Energieträger für die Heizung (Gas, Öl, Pellets, Fernwärme etc),
    - das Baujahr sowie
    - Energieeffizienzklasse (bei älteren und noch gültigen Energieausweisen entfällt die Pflicht zur Angabe der Energieeffizienzklasse).

Bitte beachten Sie, dass Immobilien-Makler jeder werden kann

 

Ohne Ausbildung und ohne Studium. Lediglich eine behördliche Erlaubnis nach Paragraf 34c der Gewerbeordnung ist erforderlich. In der Regel reicht eine mehrtägige „Schnellbesohlung“, um mit Immobilien handeln zu dürfen! Wenn sich das oberste Gericht in Deutschland mit Pflichtangaben in einer Immobilienanzeige befasst, kann doch etwas nicht stimmen, oder? umo

232 (2017-10-04) Uwe Morchutt

Staatsoper Berlin – Wiedereröffnung

„Det dauert noch Jahre,

bis et fertich is“

 

Liebe Berliner, habt Geduld. Wer die Luftbrücke überstanden hat und die Mauer, der wundert sich schließlich über gar nichts mehr. Sind die Berliner wirklich so gelassen? Ganz nach dem Motto: Neu bauen kann jeder! Die Staatsoper zu sanieren, war auch ein Staatsakt. Denn die marode Bausubstanz war schlimmer als gedacht. Veraltete Bühnentechnik, eine dumpfe Akustik im Saal, schlechte Sicht auf die Bühne von den Seitenrängen – die Mängelliste war lang. Im Wettbewerb 2008 siegte ein Entwurf, der mit einem Totalumbau des Saals alle Probleme lösen sollte. Doch bedenke, das Bauen in Berlin ist eine komplizierte Sache: Von allen guten Geistern verlassen!


Generalmusikdirektor Daniel Barenboim, 74, war anfangs euphorisch, aber Denkmalschützer und Künstler sowie der Verein der Freunde der Staatsoper protestierten. Sie spuckten dem Dirigenten quasi in die Akustik-Suppe! Der Entwurf wurde gekippt und das Stuttgarter Büro HG Merz mit der denkmalgerechten Sanierung des Opernhauses beauftragt. Viele „Bauexperten“ verderben bekanntlich den Bauendtermin! Und so nahm das Drama seinen Lauf!

 

Bei allem Streit stand eins jedoch fest, die Staatsoper Unter den Linden war seit langem ein Sanierungsfall: 1741 bis 1743 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtet und nach schweren Kriegszerstörungen 1955 von DDR-Architekt Richard Paulick - außen nach historischem Vorbild und innen angelehnt an Rokokoformen - wieder aufgebaut.


2010 ging es doch tatsächlich los. Das Abenteuer am Bau begann. Um die 239 Mio. Euro sollte die Sanierung anno dazumal kosten, davon wollte der Bund 200 Mio. Euro übernehmen. Es ist ja schließlich eine Staatsoper! Die Fertigstellung war für den 3. Oktober 2013 geplant. Heute vor vier Jahren. Die Probleme häuften sich: es folgten Planungsänderungen, der nicht tragfähige Baugrund bereitete Schwierigkeiten, ein Ingenieurbüro meldete Insolvenz an. Am Ende wurden es sieben Jahre Bauzeit, die Kosten stiegen auf knapp 400 Mio. Euro – ein Debakel. Wie immer, wenn eine Baumaßnahme schlecht vorbereitet wird, endet sie im Desaster. Letztlich verstummen aber auch die letzten Kritiker, wenn doch noch alles fertig wird. Deutschlands Vorzeige-Bauwerke, ein Tal der Tränen!

In der historischen Bauhülle steckt jetzt ein modernes Opernhaus. Am 3. Oktober 2017 wurde der Bau wiedereröffnet. Die Fassaden leuchten nun in zartem Rosa. Die Inschrift unter dem Giebel verkündet in goldenen Lettern die Bestimmung des Hauses: Fridericus Rex Apollini et Musis – von König Friedrich, Apoll und den Musen gewidmet. 

 

Die Bühnentechnik wurde komplett erneuert und das Volumen des denkmalgeschützten Zuschauersaals vergrößert, um die Nachhallzeit von 1,1 Sekunden auf 1,6 Sekunden zu steigern. Der Akustik wegen wurde die Saaldecke um fünf Meter angehoben. Über dem dritten Rang ist eine Nachhallgalerie eingezogen worden, die der Architekt HG Merz mit einem bis zur Decke reichenden gewölbten Gitter aus Keramik und Glasfaser kaschierte. Barenboim zeigte sich versöhnt, er sei zufrieden!

 

Bevor die Staatsoper den Regelbetrieb aufnehmen kann, wird das Haus allerdings noch einmal für letzte Feinschliff-Arbeiten geschlossen. Das hat in diesem traditionsreichen Haus allerdings Tradition: 1742 wurde sie eingeweiht, der Bau aber erst im folgenden Jahr vollendet. Zum 275. Geburtstag des Opernhauses am 7. Dezember 2017 eröffnet dann endgültig die neue Opernsaison Unter den Linden. Die Hofoper Friedrichs II. gehört mit zur Anlage des Forum Fridericianum, dem einstigen Zentrum Berlins. Die wie ein antiker Tempel gestaltete Oper ist im 18. Jahrhundert das erste freistehende Opernhaus Deutschlands und das größte in Europa. Wie doch die Zeit vergeht?

 

München hat eine, Hamburg hat eine. Jetzt hat Berlin auch wieder seine Staatsoper. Moderner denn je. Die großen Meister wären begeistert. Leider können sie ihre Werke nicht mehr hören. Beethovens 9. Sinfonie wurde zur Eröffnung schon einmal auf dem Vorplatz gespielt. Oper für alle, volksnah! Trotz elend langer Bauzeit überwiegt jetzt die Freude. Passend dazu die „Ode an die Freude“! Die 9. Sinfonie in d-Moll op. 125, 1824 uraufgeführt, ist die letzte vollendete Sinfonie des Musik-Genies. Die Ode "An die Freude" dichtete Schiller 1785 auf Bitten eines Freundes, des Feimaurers Christian Gottfried Körner, für eine Tafelloge der Loge "Zu den drei Schwertern" in Dresden.

 

Die 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens entstand 1815. Der letzte Satz mit dem bekannten Chorfinale basiert auf Schillers Ode "An die Freude". Die Chorversion entstand 1823. Der letzte Satz von Schillers 'Ode an die Freude', ('Seid umschlungen Millionen'), in der Bearbeitung und Vertonung durch Beethoven. So lasst uns gemeinsam einstimmen, so dass die Tickets „volksnah“ bezahlbar bleiben:


Freude, schöner Götterfunken,

Tochter aus Elysium,
wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
was die Mode streng geteilt,
alle Menschen werden Brüder,
wo dein sanfter Flügel weilt.

 

Wenn Ludwig van Beethoven das miterleben könnte, wie sein Werk heute klingt, mit Nachhallzeit von 1,6 Sekunden, er wäre sicher begeistert! umo

231 (2017-09-27) Uwe Morchutt

Wunden lecken nach der Wahl 2017

Das Wandern ist

des Wählers Lust!

 

Eines der beliebtesten deutschen Volkslieder heißt: Das Wandern ist des Müllers Lust. Das knapp 200 Jahre alte Gedicht, genauer gesagt, die 1821 von Wilhelm Müller verfassten Zeilen, die 1823 vom österreichischen Komponisten Franz Schubert vertont wurden, erhielten ihre Popularität aber erst so wirklich, nachdem Carl Friedrich Zöllner (1844) dem Gedicht eine volksliedhafte Melodie anheftete. Nach der „heil“ überstandenen Wahl kann man das Lied nun getrost umbenennen: Das Wandern ist des Wählers Lust! 

Wie konnte es soweit kommen?


Für Werbung im TV oder in den Printmedien muss man normaler Weise viel Geld in die Hand nehmen, will man sein Produkt größflächig und erfolgreich bewerben. Anders bei dem „Shooting Star“ AfD. Stundenlange Debatten nur über die AfD, sowohl im „Staatsfernsehen“ als auch bei den Privaten! Seit Wochen und Monaten. Praktisch bis zum Erbrechen und bis zur Wahlprognose, am 24. September 18.00 Uhr. Und danach noch einmal einen oben drauf. Jetzt stellt sich doch die Frage: 

Wer hat die Partei eigentlich so stark gemacht, mit der keiner koalieren möchte?


Bereits die zweite Partei, nach den Linken, die „radikal“ daherkommt, und mit der keiner etwas zu tun haben will. Es scheint so, dass die linke und die rechte Flanke bei Frau Merkel und Herrn Seehofer offen wie Scheunentore sind? Knapp ein Viertel der Wählergunst! Siehe einmal an, die Linke: respekt! 27 Jahre nach der Wende bejubeln die „roten Socken“ eins ihrer besten Ergebnisse überhaupt. Sogar im Weißwurstgürtel, in Bayern, wo sie bisher nur als „Söckchen“ wahrgenommen wurden, erzielten sie 6,1 Prozent Wählerzustimmung.

Und die AfD, man glaubt es nicht,12,4 Prozent. Obwohl es Bayern am besten geht von allen Bundesländern, wie die CSU-Vorderen im Wahlkampf gebetsmühlenartig betonten. Man hat quasi Vollbeschäftigung. Wohin nur mit der vielen Arbeit? Und dann das schlechteste Ergebnis seit 1949, wo ich noch nicht einmal geboren war! Nach Auszählung aller 46 Wahlkreise in Bayern erreichte die CSU nur noch 38,8 Prozent. Unfassbar! Nicht einmal die CSU kennt ihre Wähler, obwohl Herr Seehofer ständig appelliert hat, wir müssen näher am Volk sein! Sieht so vertraute Nähe aus, liebe CSU! Das liebe Kreuz mit dem Vertrauen, das scheint doch tatsächlich abhanden gekommen zu sein!


Am Ende steht ein dramatisches Minus von mehr als zehn Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2013 (49,3 Prozent) auf dem Wahlergebnisbogen des Freistaates Bayern: 

 

Die Linke kann es selbst kaum fassen. Was haben wir nur getan? Quasi im Rausch zur Wiesn-Gaudi: "Damit habe ich selber nicht gerechnet", sagte der Spitzenkandidat der Linken im Freistaat, Klaus Ernst. Insbesondere ehemalige Nichtwähler und Ex-CDU-Wähler haben ihr Kreuz bei der AfD gemacht. Sage und schreibe 1,1 Mio. Wählerstimmen von der Union deutschlandweit. Vielen Dank, Frau Merkel. In einem Land, wo man gut und gern lebt! Wer hat sich eigentlich diesen blöden Werbespruch ausgedacht? Bestimmt kein Werbe-Profi!

Eine Blamage sondersgleichen. So kommt CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann nicht in den neuen, aufgeblähten Bundestag. Der bayerische Innenminister stand zwar auf Platz eins der CSU-Liste für die Bundestagswahl, trat jedoch nicht als Direktkandidat an. Sieht so blau-weißer Größenwahn aus? Auch alle anderen CSU-Listenbewerber gingen leer aus. Möchtegern Bundesinnenminister Herrmann trat noch bis kurz vor Wahlschluss als Werbebotschafter für sein tolles, einmaliges, grandioses und unnachahmliches Bayern auf, wo alle gern leben wollen, obwohl dort seit Jahren die Mieten durch die Decke gehen! Hat das keiner gemerkt, trotz Volksnähe?

Die ersten Rücktrittsforderungen von der CSU-Basis an Horst Seehofer werden laut. Der Chef des CSU-Kreisverbandes Nürnberg West, Jochen Kohler, forderte Seehofers Rücktritt. Zuvor hatte bereits der mittelfränkische CSU-Ortsverband Großhabersdorf dasselbe gefordert. Zum Schluss noch etwas Positives: Die Wahlbeteiligung lag im Freistaat mit 78,2 Prozent deutlich über der von 2013 (70,0 Prozent). Daran, wie sollte es auch anders sein, ist bestimmt die AfD schuld? umo

230 (2017-09-22) Uwe Morchutt

Max Otte, deutsch-US-amerikanischer Ökonom:

„Merkels Zuwanderungspolitik wird Deutschland zerstören“

 

 

Anständige Demokraten, wie sie sich selber allzu gern in der Öffentlichkeit bezeichnen, beispielsweise unser draller Kanzleramtschef Altmaier, sagt doch unverhohlen: Geht lieber nicht wählen, als euer Kreuz bei der AfD zu machen! Ist das die wohlverstandene Merkel-Demokratie, wie sie in Deutschland seit 12 Jahren von der CDU praktiziert wird? Und weitere vier Jahre so funktionieren soll? Man hat sich ja so fein eingerichtet! Ganz nach dem Motto: Die beste Politik für Deutschland und deren Menschen kann nur von der CDU/CSU kommen. Deshalb, nehmt uns unsere Macht nicht weg? Sieht so die vielgepriesene Wahlfreiheit des Souverän nach Art. 38 Grundgesetz aus, Herr Altmaier? Wer sein Kreuz bei der AfD machen will, wird in aller Deutlichkeit denunziert! „Kauft nicht bei Juden“, lautete die Propaganda ab 1. April 1933 nach Hitlers Machtergreifung!

Anständige Bürger werden in die Schmuddelecke gestellt, nur weil sie sich Sorgen um unser Land machen? Beispielsweise der Wirtschaftswissenschaftler Max Otte, der Angela Merkels Bundesregierung vorgeworfen hat, Deutschland zu ruinieren. Am CDU-Parteiprogramm habe er nichts auszusetzen, die gelebte Praxis sei jedoch „grausam“, sagte Otte dem Internetportal wallstreet:online. „Niemals hätte ich gedacht, daß eine CDU-Regierung unser Land dermaßen schädigen könnte.“ Merkel reiße Deutschland „sehenden Auges in den Strudel“. Die Einwanderungspolitik habe ihn als CDU-Mitglied, seit 1991, bewogen, dieses Mal sein Kreuz bei der AfD zu machen.


Ist Max Otte, 52, etwa ein fehlgeleiteter Wirrkopf mit brauner Attitüde? Er ist Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre. Seine Professur an der Hochschule Worms ruht allerdings derzeit. Er hat an der Princeton University studiert. Von 2011 bis 2016 war er zudem Professor für quantitative und qualitative Unternehmensanalyse und -diagnose an der Universität Graz. Otte ist Leiter des von ihm im Jahr 2003 gegründeten Instituts für Vermögensentwicklung (IFVE) sowie unabhängiger Fondsmanager. Seine Schwerpunkte sind Finanzmarktordnung und Value Investing. Seine 2006 erfolgte Voraussage einer Finanzkrise machte ihn mit Eintreffen der Finanzkrise ab 2007 zum häufigen Vortragsredner und Fernsehgast.

 

Otte sagt heute unverhohlen: „Die Zuwanderung, wie sie jetzt betrieben wird, ist katastrophal. Sie wird unser Land zerstören“. Bereits jetzt gäbe es sogenannte No-go-Areas und einen ersten Fall, in dem ein Moslem in Deutschland mehrere Frauen haben dürfe. Hinzu kämen mehr als 1000 registrierte Kinderehen.


Otte befürchtet obendrein Nachteile wegen seines Outing. Am 11. September 2017 hatte Otte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter angekündigt, bei der Bundestagswahl am 24. September AfD zu wählen. „Mein Outing wird mir viele Nachteile und Anfeindungen bringen, aber ich halte es für meine staatsbürgerliche Pflicht“, rechtfertigte der Wirtschaftswissenschaftler seine Entscheidung.


Er vermute, künftig von vielen Medien nicht mehr eingeladen zu werden und auf „schwarze Listen“ zu kommen. „Das sind Zustände wie 1933. Menschen, die sich für die AfD outen, haben nichts zu lachen.“ In der Partei gäbe es „vielleicht“ einzelne Menschen mit antisemitischen Ansichten, sie sei aber demokratischer als die CDU. „Denn bei der AfD wird noch im Diskurs über Inhalte gerungen“, ergänzte Otte.


Es sind vor allem folgende Themen, die mich bewogen haben, diesmal mein Kreuz bei der AfD zu machen: Die katastrophale Einwanderungspolitik, die katastrophale Eurorettungspolitik samt Niedrigzinsen und die Entspannungspolitik mit Russland.


Professor Max Otte hat 2006 die Finanzkrise vorhergesehen. Jetzt, 2017, warnt er vor der „Blase Bitcoin“ und noch eindringlicher vor einer gesellschaftlichen „Katastrophe“. Die Niedrigzinspolitik vernichtet Realvermögen von Sparern, sorgt aber gleichzeitig für steigenden Wohlstand von Aktionären und in der Investmentbranche. Das ist unerträglich, obwohl ich ja auf der Seite der Gewinner stehe! Der Max Otte Vermögensbildungsfonds hat beispielsweise in einem Jahr um 21 Prozent zugelegt. Auch Buffett, aktuelles Vermögen: 78,9 Mrd. US-$, hat gesagt, dass die falsche Klasse gewinnt. Die Niedrigzinspolitik nützt den Staaten, den Konzernen und den Superreichen. Sie schadet der Mittelschicht, die ihr Geld auf dem Sparkonto oder in einer Lebensversicherung hat.

 

In den Medien wird der Eindruck vermittelt: Die Politik von Merkel rettet Menschen und quasi nebenbei unser Rentensystem. Nein, das ist falsch, weil wir die Fluchtursachen nicht bekämpfen. Hans-Werner Sinn hat vorgerechnet, dass Flüchtlinge unsere Rente nicht bezahlen. Wir sehen ein groteskes Zerrbild in den Mainstream-Medien. Bei der Kriminalität, der Rente, dem Dieselskandal, Russland und Libyen. Die Berichterstattung ist grauenhaft. Parteiisch. Punktuell. Tendenziös.


Angela Merkel hat gerade wieder betont, dass sie keine Obergrenze will und dass sie alles wieder ganz genauso machen würde. Diese Frau reißt unser Land sehenden Auges in den Abgrund. Das war alles absehbar und wurde bewusst in Kauf genommen, mahnt Otte.

 

Otte hat in seinem Buch 2006 „Der Crash kommt“ die Finanzkrise vorhergesehen. Wie akut die Gefahren heute sind, beantwortet Otte folgendermaßen: Die Gefahren sind riesig, in vielerlei Weise größer als 2007. Die Niedrigzinspolitik kommt an ihre Grenzen; die Welt ist politisch in Unordnung. Es sind so viele Menschen auf der Flucht wie noch nie. Wir haben zu viele Geldvermögen beziehungsweise Schulden. Es muss eine Bereinigung geben. Die Zwangspolitik der Notenbanken und die Verdrängung des Bargelds haben die staatlichen Kontrollmöglichkeiten erhöht. Ich glaube daher nicht an einen großen Crash. Es wird viele kleine Eingriffe und kontrollierte Explosionen, wie Insolvenzen, geben.


Ich frage Sie ganz ehrlich, Herr Altmaier, zwei Tage vor der Bundestagswahl: Sieht so ein Fehlgeleiteter aus, nur weil er sich Sorgen um unsere Zukunft macht? umo

Mi                 22.11.2017 

Nr.            2.585 - 1.282

Aktualisierung:        16:30

Übrigens,

 

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 18.11.2017

     2    5    9    12    20   25    SZ: 7

 

Spiel 77:  5449 972

Super 6: 848 704

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

2092 (2017-11-22) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Zum 100. Jubiläum (1920 - 2020)

„Alte Försterei“

wird bundesligareif

Fußballer sind noch nicht im Soll

Profiwissen für den

privaten Bauherrn

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© laptopwerk

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.