LaptopwerkPlus
LaptopwerkPlus

(RH)EINSICHTEN

von Uwe Morchutt

 

 

210 (2017-05-15) Uwe Morchutt

 

Streiten, dass die Kissen platzen!

Brustimplantate mit Industriesilikon

 

Betrüger lieben den Rechtsstaat

 

Weil hier die Chancen am größten sind, straffrei davonzukommen. Trotz Betrug! Man braucht nur gute Anwälte und ein wenig „Kleingeld“! In einer Despotie kann schon einmal der Kopf rollen oder der Kerker warten. Das Motto lautet also, betrügen, ohne bestraft zu werden. VW macht es vor, wie es funktioniert. Viele unredliche Personen versuchen deshalb, es den Betrügern in Nadelstreifen gleich zu tun. Denn mit ehrlicher und fleißiger Arbeit, scheinbar ein Relikt aus der Vergangenheit, versaut man sich bloß den Tag und bleibt trotzdem arm!

Der TÜV Rheinland, der eigentlich Verbraucher vor Schaden schützen soll, hat wohl auch nach diesem Prinzip gehandelt. Das Prüfmotto: Prüfen vom Sessel aus. Lediglich die Unterlagen habe man studiert, nicht aber die Produkte. Ist ja auch am einfachsten. Der TÜV hatte das Herstellungsverfahren bei PIP zertifiziert, nicht aber die Silikonkissen selbst kontrolliert. Ohne die Produkte eingehend zu untersuchen und deren Inhalt zu überprüfen. Auf dieser Grundlage wurde das europäische CE-Kennzeichen vergeben. Ein klarer Verstoß gegen die Kontroll- und Aufsichtspflichten! Das anerkannte CE-Kennzeichen, auf das sich Verbraucher verlassen sollen, übrigens europaweit, wird obendrein noch mit Füßen getreten.

 

Wenn die lasche Prüfweise herauskommt, kann man ja immer noch alles abstreiten und sich durch alle Instanzen klagen! So geschehen. BGH, EuGH, nicht einmal vor den höchsten richterlichen Rechtsinstanzen schreckt man zurück. Unterdessen ein wahrer Horrortrip für die unzähligen Opfer. Die über viele Jahre hinweg erniedrigt worden sind und gleichzeitig die körperlichen Schmerzen ertragen müssen und mussten. Darunter auch Krebserkrankte! Das Prüfhonorar hat man natürlich einkassiert!

 

 

Clever ausgedacht! 

 

Die Prüfer und der Hersteller PIP, so ein Anwalt der Geschädigten, hätten einen Vertrag geschlossen, aus dem sich keine sogenannte Schutzwirkung für die geschädigten Frauen ableite. Genial! Wenn etwas schiefgeht, ist keiner verantwortlich! Diese dreiste List sei bisher das Hemmnis für Entschädigungszahlungen gewesen!

 

Ein Gerichtsmarathon liegt bereits hinter den Opfern. Tausende Frauen, deren „Kissen“ bereits ausgelaufen sind. Die Folgen fatal! Ein neuerliches Gerichtsurteil in Frankreich hat den TÜV Rheinland nun abermals zu 60 Mio. Euro verdonnert! Nun will man angeblich zahlen! Wer lässt jetzt noch beim TÜV Rheinland unabhängig prüfen? 

 

Das Vertrauen ist im Eimer!

 

Was ist geschehen?

Poly Implant Prothèse (PIP) war ein französisches Unternehmen in La Seyne-sur-Mer bei Toulon. Es wurde 1991 von Jean-Claude Mas gegründet. Es stellte Brustimplantate her und war drittgrößter Hersteller in diesem Bereich. PIP wurde 2011 liquidiert. Im Skandal um Brustimplantate aus Billig-Silikon hat ein französisches Berufungsgericht die vierjährige Haftstrafe für den Gründer des Herstellers PIP bestätigt. Der Betrüger Mas muss wegen schwerer Verbrauchertäuschung und Betrugs ins Gefängnis. Vier lächerliche Jahre für vorsätzliche Körperverletzung in zig tausend Fällen.

Die inzwischen insolvente Firma hatte jahrelang Brustimplantate, gefüllt mit Industriesilikon, an Kliniken geliefert. Also kein Einzeltäter.

 

Alle, die damit zu tun hatten, haben daran verdient!

 

Wer denkt eigentlich an die vielen Opfer? Mas ist inzwischen schon wieder ein freier Mann. Vier Jahre sind auch für einen Betrüger schnell vorbei! Mitleid wird ihm wohl kaum ereilen!

Weltweit hatten Frauen über 20 Jahre hinweg nach Brustkrebs-Operationen oder im Rahmen einer Brutvergrößerung solche mangelhaften Silikonkissen der Firma PIP implantiert bekommen. Das billige Industrie-Gel bezog das Unternehmen aus Deutschland. Sozusagen als Subunternehmer! Rund 30.000 Frauen waren und sind allein in Frankreich von dem Betrug betroffen, etwa 5.000 in Deutschland. Weltweit erhielten um die 400.000 Patientinnen die Implantate mit der falsch deklarierten Füllung. Keiner hat sich einmal die Mühe gemacht, sich die Implantate genauer anzusehen?

 

Swissmedic in der Schweiz reagierte im April 2010. Die Zertifizierung der Implantate für den europäischen Markt ist durch den TÜV Rheinland zu verantworten und wurde erst im Mai 2010 widerrufen, mehr als einen Monat nach den behördlichen Betriebsuntersagungen.

 

Am 14. November 2013 urteilte das französische Tribunal de Commerce (Handelsgericht) in dem Fall und wies dem TÜV Rheinland eine Mithaftung zu. Der TÜV Rheinland gab nach der Urteilsverkündung bekannt, in Berufung gehen zu wollen. Im sogenannten Brustimplantate-Skandal hat das französische Handelsgericht in seinen Urteilen vom 20. Januar 2017 den TÜV Rheinland zur Zahlung eines Vorschusses auf Schadensersatz in Höhe von insgesamt über 60 Mio. Euro wegen Pflichtverletzung bei der Überwachung des französischen Herstellers von Silikonbrustimplantaten PIP verurteilt.

 

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat nun mit seinem Urteil vom 16. Februar 2017 klargestellt, dass in einem Fall, wie etwa dem des TÜV Rheinland, keine generelle Pflicht obliegt, unangemeldete Inspektionen durchzuführen, Produkte zu prüfen und/oder Geschäftsunterlagen des Herstellers zu sichten. Liegen jedoch Hinweise darauf vor, dass ein Medizinprodukt die Anforderungen der Richtlinie möglicherweise nicht erfüllt, muss die benannte Stelle alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Verpflichtungen aus dieser Richtlinie nachzukommen. (EuGH - Urteil vom 16. Februar 2016, AZ: C-219/15 - Elisabeth Schmitt / TÜV Rheinland LGA Products GmbH). Hier muss die Frage erlaubt sein: Gab es keine Verdachtshinweise über all die Jahre hinweg, dass mit den Brustimplantaten etwas nicht stimmt?

 

Nur ein Skandal unter vielen!

 

Der überforderte Rechtsstaat lässt grüßen. Die Opfer, die keine Lobby haben, geschweige denn das „Kleingeld“ für den Rechtsmarathon, kämpfen mit den Folgen und dem unsäglichen Leiden! Das bewährte Motto: Streiten, bis keine Kläger mehr da sind!

 

Apropos: Als Technischer Überwachungsverein (abgekürzt TÜV) werden eingetragene Vereine bezeichnet, die als technische Prüforganisation Sicherheitskontrollen durchführen. Insbesondere solche, die durch staatliche Gesetze oder Anordnungen vorgeschrieben sind und auf privatwirtschaftlicher Basis als mittelbare Staatsverwaltung in Form von Beleihungen vollzogen werden. Wer kontrolliert eigentlich die Prüfer? umo

209 (2017-05-11) Uwe Morchutt

Gefräßige Steuerkrake

Steuergerechtigkeit – Oh, wann kommst du?

 

Alle Parteien sprechen im Wahlkampf über soziale Gerechtigkeit. Ist die Wahl erst vorbei, vielleicht auch noch erfolgreich, erinnert sich plötzlich keiner mehr daran. Im Wahlkampf wird seit 1991 die Partei, die Linke, in die Schmuddelecke gesteckt, weil sie den Steuerzahler ja angeblich zu gern schröpfen möchte. Vor allem die wirklich Reichen. Dr. Schäuble tut das schon seit vielen Jahren, und zwar ganz ungeniert. Ist er etwa mit seinem Rollstuhl plötzlich zur Linksfraktion gerollt, mit roten Socken an den Füßen?

 

Schäubles Reiche fangen übrigens schon bei 54.058 Euro im Kalenderjahr an. Das sind 4 505 Euro brutto im Monat! 

 

Eine Frechheit!

 

Wer darüber liegt, zahlt bereits 42 Prozent in das Staatssäckel. Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland werden mit dem Spitzensteuersatz veranlagt. Nach aktuellen Schätzungen des Bundesfinanzministeriums fallen in diesem Jahr etwa 2,69 Mio. Steuerpflichtige unter den Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Unter Berücksichtigung der Zusammenveranlagung von Eheleuten betrifft dies sogar 3,73 Mio. einkommensteuerpflichtige Personen. Die Rede ist hier von Angestellten, also Steuerpflichtigen, die ihre Steuern am Monatsende automatisch, je nach Steuerklasse, abgezogen bekommen.

 

Damit unterliegen 6,4 Prozent aller Steuerpflichtigen dem Spitzensteuersatz von 42 Prozent, wie es in einer in den lezten Tagen bekanntgewordenen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken, siehe da, schon wieder die Linken, im Bundestag heißt. Im Jahr 2004 fielen noch gut 1,2 Mio. Steuerpflichtige in diese Kategorie. Also in einem Zeitraum, wo ausschließlich die CDU, genauer gesagt seit 2005, die Regierungsverantwortung trägt.

Wird der Wähler bewusst abgelenkt und hinters Licht geführt?

 

Die Schätzzahlen liegen sogar noch unter den Angaben des arbeitgebernahen IW-Wirtschaftsforschungsinstituts, Köln, das kürzlich von 4,2 Mio. Personen sprach, die vom Spitzensteuersatz von 42 Prozent betroffen seien. Unter den sogenannten Reichensteuersatz von 45 Prozent wiederum fallen nach den Schätzungen des Ministeriums etwa 101.000 Steuerpflichtige - was einem Anteil von 0,2 Prozent entspreche.

 

Derzeit greift für Ledige ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 54.058 Euro der Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Dieser muss zwar nicht auf das Gesamteinkommen gezahlt werden, sondern nur auf die Einkünfte ab die besagten 54.058 Euro. Hier ein Beispiel: Wer ein zu versteuerndes Einkommen von 59.058 Euro hat, muss diesbezüglich auf 5000 Euro den höchsten Steuersatz zahlen. Bei wirklichen Spitzenverdienern ist von 256.303 Euro an (Ledige) dann die tatsächliche „Reichensteuer“ von lediglich 45 Prozent fällig. Übrigens nur lächerliche 3 Prozent mehr! 

 

Sieht so christlich-demokratische Steuergerechtigkeit aus?

 

Zusätzlich zur Einkommensteuer wird der Solidaritätszuschlag erhoben, der in Höhe von 5,5 Prozent der Einkommensteuer zu entrichten ist. Nach Schätzungen des Finanzministeriums beträgt das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen jener 2,69 Mio. Steuerzahler mit dem Spitzensatz 2017 rund 117.930 Euro. Die durchschnittliche Steuerlast belaufe sich auf 37.370 Euro. Das mache etwa 34 Prozent der gesamten Steuerlast aus. Im Bereich der „Reichensteuer“ belaufe sich das durchschnittliche zu versteuernde Einkommen auf jährlich 965.450 Euro. Sie tragen damit gut 12 Prozent der Gesamtsteuerlast.

 

Die am 3. Mai 2017 verstorbene Sängerin Daliah Lavi, Gott hat sie selig, sang 1970: Oh, wann kommst du? Wann kommt endlich die Steuergerechtigkeit in Deutschland? Sicher wohl erst, wenn die CDU nicht mehr regiert und Schäuble nicht mehr Finanzminister ist, oder? umo

208 (2017-05-05) Uwe Morchutt

 

Neuer Bundestrainer mit Debüt

Wenn ein „Handball-Verrückter“ den anderen ablöst

 

Den Isländer Dagur Sigurdsson, der ehemalige Erfolgstrainer des DHB (Deutscher Handball-Bund), immerhin ist er mit den „Bad-Boys“ überraschend Europameister geworden, hat es bekanntlich in die Handball-Provinz nach Japan verschlagen. Sicher ein zuckersüßes Angebot! Reisende soll man ja bekanntlich nicht aufhalten. Ein „Handball-Verrückter“ geht, ein neuer Bundestrainer musste her. Man hat ihn relativ schnell gefunden. Es ist dem Anschein nach wieder ein „Handball-Verrückter“.

Ohne diese spezielle Mentalität hat man im Handball wohl schlechte Karten?

 

Noch dazu der zweitjüngster Bundestrainer nach Horst Bredemeier in der Geschichte des DHB.

Am 3. Mai 2017 stand bereits das Pflichtspieldebüt des neuen Bundestrainers Christian Prokop aus Leipzig an. Die DHB-Auswahl, so vermelden es die einschlägigen Gazetten, setzte sich souverän im Topspiel der EM-Qualifikation beim WM-Dritten Slowenien in Ljubljana mit 32:23 (19:12) durch. Ein Kantersieg! Nach dem dritten Sieg im dritten Spiel steuert die Mannschaft deutlich auf Endrundenkurs zu. Schließlich ist man ja Titelverteidiger und möchte den Titel 2018 in Kroatien wieder allzu gern nach Deutschland holen!

Was aber gar nicht geht, die GEZ-Sender haben wieder einmal durch Abwesenheit geglänzt

 

Bildschirm dunkel. Wer ist dafür eigentlich verantwortlich? Der werbeüberfrachtete Spartensender Sport1 hat die bewegten Bilder geliefert. Und das alles im Dunstkreis der Medientage, die vom 2. bis 4. Mai in Leipzig abgehalten wurden. Was beharrlich auffällt, die Messestadt-Leipzig ist weiter im Kommen. Nicht nur im Fußball!

Unter anderem wurde in der Medienstadt Leipzig über das Geld der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ab 2021 verhandelt. Neben anderen Themen stand somit die gebühren-nervende Zukunft der „GEZ-Anstalten“ im Mittelpunkt des Geschehens. Ginge es allein nach den Gebühren-Eintreiber-Medien, würden sie den Beitrag, zur Zeit liegt der Obolus bekanntlich bei 17,50 Euro im Monat, ab 2021 selbstverständlich deutlich erhöht sehen. Und das bei dem derzeitigen Programm? Aberwitzige Quiz- und Koch-Shows haben es doch tatsächlich geschafft, dass ich mittlerweile schon das Wasser anbrennen lasse!

 

Bekanntlich berichtet die Kef-Kommission den Landesregierungen alle zwei Jahre über die Finanzlage der Rundfunkanstalten. Im Beitragsbericht empfiehlt die Kommission auf der Basis des ermittelten Finanzbedarfs, ob und in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt eine Änderung des Rundfunkbeitrags erforderlich ist. Im Zwischenbericht werden Prognosen der Kommission geprüft und Veränderungen dokumentiert. Die Kommission für den Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Sender (KEF) geht davon aus, dass die Rundfunkgebühren um mehr als einen Euro pro Monat ab 2021 steigen könnten. 

Ein Gebührenwahnsinn!

 

Doch zurück zum Handball, ehe mir der GEZ-Kragen platzt!

Der „böse“ Wolff und der Tür-DIN-Norm sprengende Finn Lemke waren natürlich auch dabei. Und zwar nicht nur dabei. Beide waren wieder herausragend! Keeper Andreas Wolff war der beherrschende Rückhalt. Kapitän Uwe Gensheimer der eiskalte Vollstrecker. "Damit konnte man in der Form nicht rechnen", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning. "Das war sehr konzentriert, fokussiert und eines der besten Spiele, seit ich in meiner Funktion dabei bin." Wolff zeigte sich übrigens von der Arbeit des neuen Coaches begeistert: "Wir haben in der Kürze der Zeit schon einiges von dem umgesetzt, was Christian uns mitgegeben hat. Mit seinen Paraden sorgte der 26-Jährige dafür, dass die Gastgeber von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen mussten.

 

Apropos: Prokop wechselte als Trainer zur Saison 2013/14 zum SC DHfK Leipzig. In der Saison 2015/16 wurde er zum Trainer der Saison der Handball-Liga gewählt! Wie immer, wenn einer durch Leistung im Sport auffällt, werden Begehrlichkeiten geweckt. Nun seine achte Trainerstation mit 38 Jahren. Heilig Abend 1978 in Köthen, heute Sachsen-Anhalt, geboren. Ein Christkind sozusagen! Nur wenige Tage älter als mein Sohn. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Umo

Foto: u.a. Sascha Klahn (Aufmacher)

207 (2017-05-02) Uwe Morchutt

Unsicher im

eigenen Land!

Freizeit-Flüchtling - „Sohn“ eines Gemüsehändlers

 

 

 

Ein alter Spruch sagt: Wenn man denkt, es kann nicht schlimmer werden, kommt es meißt noch schlimmer. Wäre es nicht so ernst, könnte man nur laut lachen. Es geht doch immer noch schlimmer! Die größte Lachnummer in der Legislaturperiode. Deshalb sage ich, bitte, treten Sie zurück, um weiteren Schaden vom Volk abzuwenden, wie sie es im Amtseid geschworen haben!

 

Sehr geehrte Frau Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und sehr geehrter Herr Bundesinnenminister Thomas de Maizière, es reicht. Das erträgliche Maß an Pleiten, Pech und Pannen ist überschritten. Als besorgter Bürger empfehle ich Ihnen, dass Sie Ihre verantwortungsvollen Posten Bewerbern überlassen, die es besser können. Ich fühle mich nicht mehr sicher in Deutschland! Mit dieser Meinung stehe ich sicher nicht allein da?

Der fassungslos machende Fall Franco. A:

 

Was bisher geschah? Ein Zwischenbericht. Denn zuviele Fragen sind noch offen! Wie immer, wenn etwas Unsägliches passiert, kommt automatisch, wie aus einer Pistole geschossen, der Vergleich stimmt in diesem Fall sogar, die rhetorische Floskel von den verantwortlichen Politikern: Der Sachverhalt wird schonungslos aufgeklärt! Wie im Sport bei einem positiven Dopingfall. Passieren tut in der Regel gar nichts!

 

Niemand hat etwas gegen einen Nebenjob. Aber ausgerechnet ein Offizier der Bundeswehr, der im Ernstfall die Bundesrepublik Deutschland verteidigen soll, bekam rund 400 Euro monatlich zusätzlich zu seinem Sold und pendelte zwischen seinen Wohnungen in Straßburg und Offenbach sowie der Unterkunft in Erding hin und her. Man stelle sich einmal vor, dass ein 28-jähriger Bundeswehr-Offizier, ein Oberleutnant, der Untergebenen bisweilen Befehle erteilt, nach dem Dienst seine Uniform gegen bescheidene Klamotten eintauscht, um als getarnter Flüchtling unterzutauchen.

 

Ein sogenannter Freizeit-Flüchtling!

 

Das Schlimme daran ist, dass er die Ohnmacht des Staatsapparates auf arglistige Weise ausgenutzt hat, um sich als Flüchtling auszugeben. Die bisherigen Fakten sprechen eine deutliche Sprache, wie Franco A. die Behörden regelrecht an der Nase herumgeführt hat. Denn klar ist, dass sich der angeblich perfekt Französisch sprechende Soldat am 30. Dezember 2015 gegenüber der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen, wo einst „Zonen-Flüchtlinge“ kampierten, als syrischer Flüchtling ausgab.

 

Er stellte sich als David Benjamin vor und behauptete, verfolgter christlicher Sohn eines Gemüsehändlers aus Damaskus zu sein. Er werde wegen seine Glaubens verfolgt! Obwohl er kein Arabisch spricht, konnte er sich als Flüchtling aus Syrien registrieren lassen. Das Bamf (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) gewährte ihm nach einer Anhörung auf Französisch Ende 2016 eingeschränkten Schutz. Im Asylbescheid vom 16. Dezember 2016 habe Franco A. einen Schutzstatus wegen des Bürgerkrieges in Syrien, nicht aber aufgrund religiöser Verfolgung erhalten. Den Asylantrag stellte der Mann Anfang Januar 2016 in der Erstaufnahmeeinrichtung im bayerischen Zirndorf, Landkreis Fürth, und wurde von dort einer Unterkunft im Landkreis Erding zugewiesen.

 

Bundestagsabgeordnete untersuchen nun, ob es Verbindungen in die rechtsextremistische Szene Österreichs gibt. Denn der Oberleutnant war aufgefallen, weil er auf einer Toilette des Flughafens Wien-Schwechat eine Waffe versteckt und behauptet hatte, diese habe er vorher gefunden. Der „Nachkomme“ eines angeblichen Gemüsehändlers wird dringend verdächtigt, einen möglichen Anschlag geplant zu haben mit dem Ziel, die Schuld dafür Flüchtlingen in die Schuhe schieben zu können.

 

Der Freizeit-Soldat war im französischen Illkirch im Jägerbataillon 291 stationiert. Als er die Pistole aus ihrem Versteck in einem Putzschacht holen wollte, war er am 3. Februar 2017 von den österreichischen Behörden festgenommen, aber nicht inhaftiert worden. Für die Waffe besaß der „Krieger“ keine Erlaubnis. Üblicherweise werde so eine Tat mit einer Geldstrafe geahndet, zumal der Mann unbescholten gewesen sei, teilte die Staatsanwaltschaft in Wien mit. Die österreichische Polizei nahm Fingerabdrücke, glich sie mit den Fingerabdrücken der europäischen Datenbank Eurodac ab und landete den Treffer. Plötzlich wurde offenkundig: Franco A. und David Benjamin sind ein und dieselbe Person.

 

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte die nachträgliche Überprüfung von Asylbescheiden. Der jetzt aufgedeckte Fall, ausgerechnet in Bayern, sei auch „ein makabrer Beleg, dass seit 2015/2016 zeitweise Asylbewerber ohne ernsthafte Prüfung ihrer Identität anerkannt wurden“, sagte er. Nach dem Auffliegen des als Asylbewerber getarnten Bundeswehrsoldaten lässt Bundesinnenminister de Maizière (CDU) im Bundesflüchtlingsamt in Nürnberg nachforschen. „Zur lückenlosen Aufklärung des Falls habe ich eine Untersuchungsgruppe im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) eingerichtet, die sehr rasch Ergebnisse vorlegen soll“, gab der überforderte de Maizière in einer Mitteilung bekannt. Kommt mir irgendwie bekannt vor?

 

Franco A. schweigt bisher zu den Vorwürfen. Die Bundesregierung hat bereits Fehler eingeräumt und Aufklärung versprochen. Bundesinnenministerium und Bamf würden „jeden Stein umdrehen, bis wir wissen, wie es dazu kommen konnte“, hieß es. Die nächste Lachnummer, Herr Bundesinnenminister! Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt geht davon aus, dass mit der Waffe eine schwere staatsgefährdende Straftat geplant war. Zu möglichen Anschlagszielen äußerten sich die Ermittler bisher nicht. Tropfen für Tropfen an neuen Informationen kommen nahezu stündlich ans Tageslicht. Nach neuesten Erkenntnissen, so das Berliner Landeskriminalamt, fand man bei Franco A. eine Liste für potentielle Anschlags-Opfer, die er unschädlich machen wollte!

 

Allgemeines Tohuwabohu! Die Anzahl derer, die nichts Gutes im Schilde führen, ist weiter unbekannt. Keiner weiß, wie viele es tatsächlch sind? Vielleicht als „Schläfer“ getarnt! Klägliches Versagen! Es gibt nur eine Konsequenz! Wenn Ihnen die Sicherheit unseres Landes und seiner Bürger am Herzen liegt, ziehen Sie bitte die politischen Konsequenzen! Wenn man denkt, es kann nicht schlimmer werden, kommt …...! umo

206 (2017-04-30) Uwe Morchutt

Einzigartig dank Glasboden

Neubau der „ElbFlorenzArena“ in Dresden

Ist es denn zu fassen, in Dresden wird gebaut, als ob die Balken fliegen könnten. Friedrich August I., der Herzog von Sachsen, wäre stolz auf seine Stadt. Ist er doch als „Goldener Reiter“ ständiger Beobachter des Geschehens! Prestige-Projekte werden fertig, trotz Pegida! Soll heißen, man kann sie sogar nutzen. Gerade wurde der „Kulti“ offiziell in Beschlag genommen. Die verschwendeten Steuergelder, wen interessiert das schon? Es reicht doch, wenn die Musiker, die Dresdener Philharmoniker, begeistert sind. Der Konzertsaal, so berichten es Ohrenzeugen, soll sogar ein besseres Klangerlebnis darbieten als der kostspielige Saal in der Elbphilharmonie Fluss abwärts.

 

Wie sich doch die Ereignisse überschlagen

 

Die nächste Einweihungspartie steht schon bevor, ein spektakulärer Glasboden lässt leuchtend dreinblicken. Glasboden, wieso Glasboden? In der Tat, die erste Mehrzweck-Arena, in der Mehrheit gedacht für Handballer, verfügt über einen Glasboden. Die Linien, und davon gibt es viele, werden mit LED-Lampen eingeblendet: Diese, in Deutschland einmalige Wettkampf-Sportstätte, lädt ab dem 5. Mai 2017 die Besucher in die sächsische Metropole ein. Kommt nur alle herbei und schaut auf die LED-Leuchten.

Ein Schauspiel besonderer Güte!

 

Nur in Bayern steht als Referenzobjekt des Glasboden-Herstellers eine Schulsporthalle. Eine Hightech-Turnhalle in der Privatschule - Schloss Stein im Chiemgau. Die neue BallsportARENA in Sachsen hat einen multifunktionalen, beheizten Glasboden. Der besondere Knüller: die LED-Linien markieren die Spielfelder für Tennis, Handball, Basketball, Volleyball und Badminton.

 

Initiator und Privatinvestor dieses Vorzeigeobjektes ist der sächsische Unternehmer Uwe Saegeling, der gleichzeitig Präsident des Drittligisten HC Elbflorenz ist. Auch das Einblenden von Werbung auf dem Fußboden wäre denkbar, frohlockt Saegling. Da dieser aus Glasplatten besteht, könne man diese ganz leicht herausnehmen, um zum Beispiel einen Monitor darunter zu platzieren, erklärt der Gönner.

 

Grundgedanke der Entstehungsgeschichte war, professionellen Handballsport in Dresden zu etablieren und die notwendigen Voraussetzungen für Training, Wettkampf, Nachwuchsentwicklung sowie Leistungsförderung zu verwirklichen. In Wahrheit geht man mit der BallsportARENA Dresden sogar darüber hinaus: multifunktional, hochmodern und professionell werden hier die Wünsche von Sportlern, Veranstaltern, Unternehmern und Gästen gestillt.

Das liegt an zwei besonderen Komponenten

 

Zum einen an dem in Deutschland einzigartigen innovativen Hallenboden. Der besteht aus 11,52 Millimeter dickem Spezialglas. Wobei 330 blau schimmernde Platten, jede 180 Kilogramm schwer, die 1 936 Quadratmeter große Hallenfläche bedecken. Unter diesen Platten sind knapp 2,5 Kilometer an Spielfeldmarkierungen mit LED-Linien verlegt worden. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat ohne großes Getue die Zulassung für den außergewöhnlichen Untergrund erteilt. Das für den Spezialboden verantwortliche Unternehmen ASB Babinsky, das eigentlich als Weltmarktführer für Squash-Bodenbeläge bekannt ist, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Uwe Saegeling, ein 51-jähriger Unternehmer aus Heidenau, der Impresario, kann sich einen Seitenhieb auf öffentlich finanzierte Bauprojekte schon gar nicht verkneifen: „Anders als bei geförderten Projekten sind wir in unserem Budget und Zeitplan geblieben.“ Der Geschäftsführer der Saegeling Medizintechnik GmbH hat die Halle mit rund 80 meist regionalen Firmen in 18 Monaten hochgezogen. Zur Zeit läuft der Endspurt an der Außenhaut der keilförmigen Arena, die aus Aluminium besteht. Einen offiziellen Namen, mit dem sich Geld verdienen lässt, hat die Halle noch nicht. „Da laufen gerade Gespräche“, so der Betreiber.

Es sei noch auf eine bauliche Besonderheit hingewiesen

 

Das Gebäude befindet sich in einer hochwassergefährdeten Zone und wurde daher bis Oberkante Rohfußboden im Erdgeschoss wasserundurchlässig hergestellt. Eine Weiße-Wanne-Konstruktion, bestehend aus WU-Beton, sprich „wasserundurchlässigem Beton“ wurde hier zur Abdichtung gegen den Lastfall drückendes Wasser vorgesehen. Übrigens der schwierigste Lastfall für eine Abdichtung im Kellerbau! Allein die Bodenplatte hat eine Stärke von ca. 80 cm. Frostfrei gegründet nennt das der Fachmann! Um die notwendige Baufreiheit zu bekommen, musste zuerst ein Industrie-Schornstein mit einer Höhe von 30 m geprengt werden. Die Riesen-Esse wurde am 23. September 2015 um 11.00 Uhr dem Erdboden gleichgemacht. Einen Glückwunsch an den Sprengmeister!

 

Übrigens: An die Sportler wurde selbstverständlich auch gedacht. Der Glasboden erfülle alle Normen hinsichtlich Schwingungs- und Rutschverhalten eines normalen Sportbelags, betont Saegeling. Damit die Verletzungsgefahr im Erträglichen bleibt. Bei soviel Transparenz kann man nur alles Gute wünschen! Der „Goldene Reiter“ wäre sicher beeindruckt von der glänzenden Zukunft dieser tollen BallsportARENA – ohne Namen! umo

205 (2017-04-22) Uwe Morchutt

Geld-Gier unstillbar

Cum-Ex-Geschäfte – Steuergeschenk

für Reiche

Der Matthäus-Effekt

 

Hat übrigens nichts mit Lothar Matthäus zu tun, ist eine These aus der Soziologie, sprich der Gesellschaftslehre, die ein Prinzip skizziert, bei dem aktuelle Erfolge lieber durch frühere Erfolge als durch gegenwärtige Leistungen erzielt werden. Ehemalige Erfolge öffnen so die Tür für neuerliche Erfolge. Dieses Mysterium wird in einigen Sprichwörtern bisweilen deutlich, damit es auch der „dumme“ Steuerzahler versteht, zum Ausdruck gebracht, z.B. „Wer hat, dem wird gegeben“, „Es regnet immer dorthin, wo es schon nass ist“ oder „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“.

 

Der Staat, der von den Steuereinnahmen des Volkes profitiert, man kann auch sagen, er lebt sogar davon, hat rund zwölf Milliarden Euro an reiche Aktienbesitzer verschenkt. Wie bitte, wie geht das denn? Wird sich jetzt manch anständiger Steuerzahler denken. Durch Cum-Ex-Geschäfte! Durch was, Cum-Was? Um das Matthäus-Prinzip erfolgreich anzuwenden, bedarf es zum Beispiel findiger Steuerberater, man kann auch sagen Steuertrickser, die eine Gesetzeslücke entdeckt haben. Banken und Superreiche hatten mit Aktiendeals den Staat zur Auszahlung von großen Geldsummen auf ihr Konto bewegt.

 

Und so funktionierte das „Geschäft“ über viele Jahre hinweg kinderleicht

 

Wenn Aktionäre auf einer Hauptversammlung die Höhe der Dividende festlegen, heißt das im Börsen-Einmaleins der „Ex“-Tag. In den Genuss einer Ausschüttung kommt aber immer nur der, der tags zuvor Unternehmenspapiere besaß. Das wird dann „Cum“-Tag genannt. Die listigen Steuer-Jongleure haben rund um die beiden Tage ein lukratives Steuersparmodell zu Lasten der Steuerzahler entwickelt, das als Cum-Ex-Geschäft bekannt geworden ist. Das Lukrative daran, den Gewinn teilten sich Käufer und Verkäufer. Also nur Gewinner!

 

Am 14. Oktober 2014, also schon vor geraumer Zeit, ließ die Kölner Staatsanwaltschaft dutzende Büros und Wohnungen im In- und Ausland durchsuchen. Damit holte sie zum bislang größten Schlag gegen mehr als 30 Banker, Fondsbetreiber, Anwälte und Finanzberater wegen dubioser Aktiendeals zu Lasten des Fiskus aus.

 

Doch waren diese Geschäfte überhaupt illegal?

 

Seit Februar 2016 beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss des Bundestags mit den Aktien-Deals. Der Mannheimer Steuerexperte Professor Christoph Spengel wurde mit einem rechtlichen Gutachten beauftragt. Demnach sei davon auszugehen, dass bei einem Teil der Cum-Ex-Geschäfte der "objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung verwirklicht ist." In diesen Fällen haften die Banken für den Steuerschaden, falls sie Steuerbescheinigungen ausgestellt haben. Siehe auch Dividendenstripping!

 

Alleine die Kölner Ermittler beschäftigen sich mit einer "Tätergruppe" von 30 Institutionen. 12 Mrd. Euro sollen durch diesen Steuertrick ausbezahlt worden sein. Allerdings wiesen sowohl der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) als auch Amtsinhaber Wolfgang Schäuble (CDU) in der Befragung jede politische Verantwortung für die milliardenschweren Einnahmeausfälle von sich. Wer hätte auch etwas Anderes erwartet?

Die hohen Summen an Steuerrückzahlungen hätten doch dem letzten Finanzbeamten auffallen müssen?

 

Am 23. September 2016 lief die Reportage "Milliarden für Millionäre" von Jan Schmitt. Anhand vieler bis dahin unveröffentlichten Dokumente sowie mit den Stimmen beteiligter Zeitzeugen und Insider beschreibt der Autor das beispiellose Versagen der deutschen Politik. Der Film schilderte einen bis dahin ungeahneten Wirtschaftskrimi, der auf Tatsachen beruht. Wie immer in solchen Fällen behaupten die Mittäter, dass sie nicht gewusst hätten, um welche Geschäfte es sich genau gehandelt habe. Man habe die Geschäfte für legal gehalten, sagen Banken und Berater. Der Rechtsstaat steht somit vor einem Rechtstreit-Marathon! Ausgang wie immer ungewiss?

 

Das Bundesfinanzministerium soll bereits im Jahr 2002  vor der Gesetzeslücke gewarnt worden sein. Passiert sei jedoch zunächst nichts. Die Banken und Fonds sollen in großem Stil die Cum-Ex-Geschäfte getätigt haben. Banken mit Cum-Ex-Geschäften hätten sich "jahrelang daran beteiligt, sich aus den Taschen der Allgemeinheit zu bedienen", indem sie Wege zur Erstattung von Steuern anboten, die gar nicht gezahlt wurden, erklärte dazu der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD).

 

Seit 1992 lief der Cum-Ex-Betrug

 

Ein Urteil des Bundesfinanzhofs deutete die unklare Gesetzeslage bereits 1999 im Sinne der Finanzwirtschaft und habe daher als, wie Ex-Minister Steinbrück vor dem Ausschuss sagte, „Türöffner für solche Geschäfte“ fungiert. Tatsächlich kam es 2007 zu einer gesetzlichen Neuregelung, die sich aber als unwirksam erwies und in den Folgejahren einen regelrechten Boom dieser Art von Gewinnmaximierung auslöste.

 

Erst im Jahr 2012 wurde die Cum-Ex-Praxis mit der Umsetzung einer EU-Richtlinie tatsächlich beendet. Der immer noch am Amt klebende Schäuble, seit 28. Oktober 2009 Finanzminister, entschuldigte die lange Verzögerung in seiner Zeugenbefragung vor dem U-Ausschuss mit der schwierigen Materie: „Das Gesetzgebungsverfahren war außerordentlich komplex.“ Die Steuertrickser lachen sich derweil kaputt! Das etwas weniger kriminelle Steuersparmodell namens „Cum-Cum“ lief sogar noch länger und wurde erst im 2016 unterbunten.

 

Eine Verurteilung der Täter wäre ein wichtiges Signal für alle ehrlichen Steuerzahler, postuliert Walter-Borjans. „Denn sie haben das Geld in die öffentlichen Kassen eingezahlt, das die Cum-Ex-Täter dann entwendet haben.“ Kein Wunder, dass die Steuermoral in Deutschland am Boden liegt.

Nur der „Dumme“, der Versicherungspflichtige, zahlt seine Steuern pünktlich, weil er seinen Steuerbetrag am Monatsende gar nicht erst zu Gesicht bekommt! umo

 

------------------------------------

Dividendenstripping – Prof. Christoph Spengel

Dividendenstripping tritt seit Jahrzehnten in unterschiedlichen Varianten auf und führt in Deutschland bis heute zu Steuerausfällen im Milliardenbereich. Dividendenstripping bezeichnet Aktientransaktionen rund um den Dividendenstichtag, bei denen der Dividendenanspruch von der zugrundeliegenden Aktie getrennt wird. So werden in der Verkaufsvariante Aktien kurz vor dem Dividendenstichtag vom Eigentümer an den Erwerber verkauft, der die Dividende nach dem Dividendenstichtag vereinnahmt und die Aktien anschließend in aller Regel an den ursprünglichen Eigentümer zurück verkauft. (Quelle: Gutachten vom 28. Juli 2016)

204 (2017-04-16) Uwe Morchutt

Rund um den Henninger Turm

Vom Getreidesilo zum Luxus-Wohnturm

 

 

Der Henninger-Turm, ein Getreidesilo der Henninger-Bräu AG in Frankfurt am Main, wurde von 1959 bis 1961 im Stadtteil Sachsenhausen errichtet. Er hatte eine Höhe von 119,5 m. Der rechteckige Turm bestand aus einem Silo und dem zylindrischen Turmaufsatz samt Turmkorb. Bekannt wurde der gut sichtbare Turm vor allem durch das Radrennen „Rund um den Henninger Turm“, das 1961 ins Leben gerufen wurde. Eines der wenigen Eintagesrennen in Deutschland mit internationalem Anspruch. Am Tag der Arbeit, durchaus passend zu der Quälerei auf dem Rennrad, dem 1. Mai eines jeden Jahres, fand das allseits beliebte Rennen seit 1962 statt.

2012 wurde nun entschieden, dass der Turm abgerissen werden soll, um einem 140 m hohen Wohnhaus Platz zu machen. Es sollte ein Luxus-Wohnturm entstehen. Der Wohnturm mit Luxus-Appartements wird sich, so die städtebaulichen Vorstellungen, im Aussehen nah am alten Henninger-Turm orientieren. Bereits im Januar 2013 begannen dann die Abbrucharbeiten des maroden Turmes, die bis Ende 2013 andauerten und allein 1,5 Mio. Euro kosteten. Der Fachmann sagt dazu passender Weise: Rückbau.

Besonders markant am alten Turm war der obere runde Gebäudeaufsatz, der neben einer Aussichtsplattform in 110 m Höhe ein Drehrestaurant enthielt. Der Architekt hieß Karl Emil Lieser. Die Einweihung fand am 18. Mai 1961 statt. Bis 1974 blieb der Henninger-Turm das höchste Bauwerk der Stadt Frankfurt. Seit 2002 war der Turm für den Besucherverkehr geschlossen, weil es Probleme mit dem Brandschutz gab. Apropos Brandschutz, da war doch etwas?

 

Das Rad-Rennen wurde übrigens 1961 von den Brüdern Hermann und Erwin Moos gegründet. Über viele Jahre hinweg befanden sich sowohl der Start als auch das Ziel am Hainer Weg im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen nahe des Henninger-Turms, der somit als Namensgeber in die Rennsport-Geschichte einging. Nach dem Rückzug des einstigen Hauptsponsors fand das Rennen 2009 unter dem Namen „Eschborn-Frankfurt City Loop“ statt. Ausgangspunkt war nun in Eschborn, das Ziel lag in der Frankfurter Siedlung Riedberg. Die anspruchsvolle Streckenführung durch den Taunus blieb allerdings bestehen. Im Dezember 2009 wurde das Rennen erneut umbenannt in „Rund um den Finanzplatz Eschborn–Frankfurt“. Das Rennen führt seitdem von Eschborn zur Alten Oper nach Frankfurt, wo auf einem gut 4 km langen Rundkurs die Entscheidung des Rennens ausgetragen wird.

Der neue Henninger-Turm befindet sich nun bereits baulich auf der Zielgeraden. Die Fassade ist fertig, der Innenausbau läuft auf Hochtouren. Das 140 m hohe Gebäude gehört dann zu den höchsten Wohnhäusern in Deutschland. „Ab Sommer werden die 209 Wohnungen bezogen“, prophezeit Christoph Schaab seitens der Bauherren. Die Eröffnung des Restaurants mit Terrasse in 130 m Höhe ist für den Herbst 2017 geplant.

Nur noch drei Wohnungen seien ohne Besitzer, bemerkt Schaab. Sie liegen im 15., 16. und 19. Stockwerk. Der Quadratmeterpreis im Turm beträgt im Durchschnitt 6500 Euro. Die Bewohner können in der eleganten Lobby einen Concierge-Service nutzen, es gibt ein Fitness- und Wellness-Studio, eine Tiefgarage mit 400 Park- und Fahrradstellplätzen sowie Geschäfte und Gastronomie. Die Wohnungen haben Wintergärten oder Balkone und bodentiefe Fenster. Das nach Plänen des Architektenbüro Meixner Schlüter Wendt gebaute Wohnhochhaus ähnelt, wie gefordert, im Erscheinungsbild dem alten Getreidesilo.

Der Nachfolgebau ist im Unterschied zum Originalbau näher an den Hainer Weg gebaut. Er ist rechteckig statt quadratisch. Der Hals ist eckig und nicht mehr rund. Aus dem dreistöckigen Fass wurde ein sechsstöckiges. Am 18. Juni 2014 wurde der Grundstein für den neuen Wohnturm mit 209 Luxus-Wohnungen gelegt. Bauträger ist die Firma Actris. Der Betreiber der Gastronomie im neuen Henninger Turm steht auch fest: Das inhabergeführte Familienunternehmen Mook Group aus Frankfurt wird das Restaurant alsbald eröffnen. Anders als das Lokal im Sockelbau am Turm werde das Restaurant im 38. und 39. Stock gehobene, aber nicht abgehobene Küche bieten. Die Aussichtsplattform in etwa 130 m Höhe sei Teil des neuen Restaurants. „Das Fass-Restaurant war immer ein beliebter Treffpunkt und schon bei der Eröffnung 1961 eine Sensation“, betont der Projektleiter von Actris, Jörg Janson. Das Drehrestaurant in dem fensterlosen Silo war stets ein Publikumsmagnet!

2015 sagte die Polizei das Rennen aus Sicherheitsgründen ab, nachdem ein unter Polizeibeobachtung stehendes salafistisches Ehepaar beim Ausspähen der Rennstrecke beobachtet wurde. Zur aktuellen Saison 2017 wurde das Rennen unter dem Namen Eschborn–Frankfurt „Rund um den Finanzplatz“ endlich in den Kalender der UCI WorldTour aufgenommen. Neuer Veranstalter ist jetzt der Tour de France-Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO). Rekordsieger des Rennens ist Erik Zabel mit drei Erfolgen in den Jahren 1999, 2002 und 2005. Wie beliebt das Rennen in all den Jahren war, zeigt sich daran, dass sich 1971 ein gewisser Eddy Merckx in die Siegerliste eintrug! 

Eine lange Durststrecke im deutschen Profi-Radsport scheint somit endlich überwunden zu sein. Jetzt heißt es, neues Vertrauen gewinnen in eine Sportart, die durch den Dopingmissbrauch schweren Schaden genommen hat. Am 1. Mai 2017 trifft sich die Radsport-Elite erneut zum Rennen „Rund um den Finanzplatz“, einem der Traditionsrennen in Deutschland! Vielleicht heißt der Sieger ja dieses Jahr John Degenkolb, der Lokal-Matador, der bereits 2011 siegen konnte? umo

203 (2017-04-11) Uwe Morchutt

Hier check

ich gar nichts!

Check24 – Alles,

nur nicht unabhängig

 

Bevor am Samstagnachmittag die Sportschau anfängt, geht mir erst einmal der Dicke von Check24 gehörig auf den Zeiger. Der Darsteller in Person eines Werbefuzzis will mir doch tatsächlich weiß machen, dass ich hier alles checken soll. Und zwar unabhängig. Stromvergleiche, Handytarife, Kreditangebote, günstige Reisen und Versicherungsvergleiche werden angepriesen, als gäbe es keinen Sonntag! Der kommt aber regelmäßig einen Tag später. Wer diese haarsträubende Werbebotschaft glaubt, ist schon in die Falle getappt! Denn verdienen tut nur einer: Check24! Wie heißt es da doch so schön auf „Deutschlands größtem Vergleichsportal: Hier check ich alles!“

 

Im amerikanischen Format einer Sitcom, eine Art „Situationskomödie“, zeigen mehr oder weniger begabte Darsteller, wie leicht man doch im täglichen Leben sparen kann. Wer möchte nicht einmal sparen, wenn zum Beispiel der Strom in Deutschland immer teurer wird? Wie immer im Leben, wenn einer erfolgreicher ist als die Anderen, oder zumindest so tut, ruft es Zweifler und Neider auf den Plan! Nicht nur das: rund 12 000 Versicherungsmakler, die durch den Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) vertreten werden, haben Check24 verklagt. Es geht wie immer in derartigen Fällen um unlauteren Wettbewerb.

Kern des ganzen Prozesses war der Vorwurf der Versicherungsmakler, dass Check24 unter falscher Flagge segle: Das Unternehmen tritt auf seiner Webseite bislang wie ein neutraler Dienstleister auf, der die billigsten Preise heraussucht. Die Information, dass Check24 als Online-Makler tätig ist und ebenso wie ein normaler Vertreter Provisionen kassiert, können bislang aber nur Nutzer finden, gut versteckt im Kleingedruckten, die aktiv auf der Webseite suchen.

 

Das Landgericht München hat dem Preisvergleichsportal Check24 größere Transparenz für seine Nutzer verordnet. Das Münchner Internet-Unternehmen muss seine Kunden künftig bei der Vermittlung von Versicherungsverträgen deutlich darüber informieren, dass es als Versicherungsmakler agiert - und somit auch Provisionen von den Firmen kassiert, deren Produkte Check24 vertreibt. Die Vorsitzende Richterin Barbara Clementi, Landgericht München I, 37. Zivilkammer, verkündete das Urteil nach einem mehrmonatigen Zivilprozess am 13. Juli 2016. Clementi formulierte zugleich, die Informationen müssten dem Nutzer so präsentiert werden, "dass er nicht erst danach suchen muss". Die bisherige Praxis von Check24 ist damit nach Auffassung des Landgerichts rechtswidrig.

 

BVK-Verbandspräsident Heinz begrüßte das Urteil und betont: "Es muss jedem Verbraucher klar sein: Hier ist kein Gutmenschentum, sondern es ist ein Versicherungsmakler." Nach Angaben des Verbands sind die Provisionen, die die Portale kassieren, sogar höher als die Vergütung eines traditionellen Versicherungsvertreters.


Da wir in einem Rechtsstaat leben, hatte Check24 natürlich das Recht, in Berufung zu gehen. Check24 tat das naturgemäß. Das Oberlandesgericht (OLG) München hat nun aktuell das Urteil mit Signalwirkung für den Verbraucherschutz im Internet gesprochen: Das Internetportal Check24 muss künftig seine Kunden vor dem Online-Abschluss einer Versicherung besser informieren und gründlicher beraten als bisher. Das entschied der 29. Zivilsenat am 6. April 2017. Damit bestätigte das OLG das Urteil des Landgerichts München vom Juli 2016.

 

Sofern das Urteil rechtskräftig wird, muss Check24 künftig die Besucher der Webseite beim ersten Geschäftskontakt unübersehbar darauf hinweisen, dass das Portal nicht nur Preise vergleicht, sondern als Online-Versicherungsmakler Provisionen kassiert. Die Richter ließen keine Revision zu! Check24 kann jedoch Beschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) einlegen. "Es handelt sich nicht um ein Vergleichsportal, das ist eine Verkaufsmaschine", beklagt Heinz vom BVK. Check24 verlor aber nicht in allen Streitpunkten: Gesetzlich ist zwar beim Verkauf von Versicherungspolicen eine Beratungs- und Befragungspflicht vorgeschrieben - "aber keine vorgelagerte Prüfpflicht", wie OLG-Richter Cassardt ausführte. Ich freue mich schon auf die nächste Sportschau. Ob der Dicke immer noch so gut drauf ist? umo

202 (2017-04-06) Uwe Morchutt

DFB und Clubs genießen Sonderstatus

Vor der NADA doch

nicht alle gleich?

 

Eigentlich wollte ich nie mehr über Doping schreiben

 

Weil es keinen Sinn macht. Denn auf keinem Gebiet wird so gelogen und betrogen, am ehesten vielleicht noch in der Politik, als wenn es um das Thema Doping geht. Sollen sich die Sportler doch zu Tode dopen! Gefährlich wird es nämlich immer dann, wenn man vor der eigenen Haustür kehren will. Deutschlands eifrigster Dopingjäger, Hajo Seppelt, von der ARD, kennt sich damit bestens aus. Noch vor wenigen Jahren war Seppelt in Deutschland eine Persona non grata (lateinisch), auf deutsch - eine unerwünschte Person. Ihm drohte das Aus bei den öffentlich-rechtlichen „Sauber“-Anstalten! Er hatte seine Nase zu tief in – angebliches – Doping im deutschen Biathlon gesteckt. Unverzeihlich!

 

Die ARD entschuldigte sich öffentlich für seine Arbeit

 

Was nicht sein darf, darf vor allem niemals sein! Seppelt wandte sich in der Folge von Deutschland ab und dem Ausland zu. Er war schließlich maßgeblich beteiligt an der Aufdeckung des Staatsdopings in Russland. Jetzt ist er als Reporter zu höchsten Ehren gekommen. Er brachte die Welt des Sports in Aufruhr. Nun strotzt er wieder vor Selbstbewusstsein. Warum nicht gleich so, Herr Seppelt. Sie wissen doch, dass in Deutschland nicht „gedopt“ wird! Schon gar nicht im Fußball! Wann begreift ihr Dopingfander das endlich?

 

Nun, man glaubt es kaum, berichtet doch der BR, Bayerische Rundfunk, auch im Schoß der ARD, dass es im deutschen Profifußball im Verhältnis zur Anzahl der Spieler nach wie vor zu wenige Dopingkontrollen gibt. Außerdem räumt die Nationale Anti-Doping-Agentur, kurz NADA genannt, dem DFB und den Vereinen Sonderrechte ein. Ist das zu glauben? Oder doch nur wieder so eine Erfindung von recherchewütigen Möchtegern-Enthüllern?

Doping im Fußball macht vor allem im Trainingslager Sinn

 

Da sind sich die viele Experten einig. Dann, wenn sich die Spieler von Blessuren erholen und sich auf die Saison oder die Rückrunde vorbereiten. Doch nach BR-Recherchen wurde in der Winterpause nicht einmal jeder zehnte Erstligaspieler getestet. Bei RB Leipzig beispielsweise kam im Trainingslager überhaupt kein Dopingkontrolleur vorbei. Fußball ist halt Vertrauenssache!

 

Fritz Sörgel, Pharmakologe und Anti-Doping-Experte, sagt: Die NADA erklärt dazu, das Kontrollsystem sei auf unberechenbare Zielkontrollen angelegt. Deshalb würden einige Spieler im Trainingslager getestet, einige zu einem anderen Zeitpunkt. Trotzdem bleiben Zweifel. Denn die Kontrollen werden seit knapp zwei Jahren zwar komplett von der NADA durchgeführt, aber die räumt dem DFB und den Bundesliga-Vereinen Sonderregeln ein. Demnach werden Verband und Vereine über die Ergebnisse der Dopingtests so informiert, dass sie das Krisenmanagement in der Hand haben.

 

Für Sörgel passt das genau ins Bild. "Das ganze System [...] basiert darauf, dass man zu jedem Zeitpunkt alles erfährt. Über den Spieler, über irgendwelche Dinge im Verein. Über irgendwelche Informationen, die an die Öffentlichkeit geraten, oder geraten könnten. Und man möchte natürlich, weil ein spektakulärer Dopingfall für die Spitzenvereine wirklich der 'Worst Case' wäre, das mit allen Mittel zu verhindern versuchen."

 

Durch diese Sonderregeln verstoße der DFB gegen das allgemein geltende Anti-Doping-Regelwerk, den sogenannten NADA-Code und missachte nach Aussage von Stefan Brink, dem Datenschutzbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, der sich seit Jahren mit der Problematik beschäftigt, auch den Datenschutz. "Eine Einbeziehung des Vereins, in dem Sinne: Ich gebe Dir die Informationen, und Du teilst das bitte dem Spieler mit, ist aus datenschutzrechtlicher Sicht, hochproblematisch, und im Prinzip auch inakzeptabel. Der Spieler selbst muss der Adressat der Information sein. Ganz einfach auch deswegen, weil es ganz gegenläufige Interessen zwischen Spieler und Verein geben kann."

DFB und NADA bestreiten allerdings eine Sonderregelung

 

Wer hätte auch etwas Anderes erwartet? Die Anti-Doping-Richtlinien des DFB seien mit dem NADA-Code vereinbar, heißt es auf Anfrage. Ausgangspunkt der BR-Recherche sind Zahlen für die Saison 2015/2016. Da wurden in der 1. und 2. Bundesliga 517 Dopingproben im Training genommen. Das klingt nach viel, ist aber im Verhältnis zur Anzahl der Spieler wenig. Unter der Annahme einer Kadergröße von mindestens 20 Spielern pro Mannschaft war es nicht einmal theoretisch möglich, jeden Bundesliga-Profi auch nur ein einziges Mal während des gesamten Saisonverlaufs im Training zu testen. Ein wahres Paradies für unlautere Mittel!

 

Bezüglich Wettkampfkontrollen teilt die NADA mit, dass in der 1. und 2. Bundesliga, der 3. Liga, den Junioren-Bundesligen, der 1. Frauen-Bundesliga sowie dem DFB-Pokal 1 395 Proben genommen wurden. Dem stehen 2 374 Spiele gegenüber, die in diesen Wettbewerben stattgefunden haben. Geht man davon aus, dass jede Mannschaft pro Partie 14 Spieler einsetzt, ergeben sich hochgerechnet über 65 000 mögliche Doping-Kontrollen. Das durchschnittliche Risiko für einen Spieler nach einer Partie getestet zu werden, liegt also im deutschen Profifußball bei nur knapp über zwei Prozent. Lediglich Nationalspieler werden deutlich häufiger getestet. Alles im harten Wettstreit um den runden Ball!

 

Übrigens: Die deutschen Sportverbände können ihren Beitrag zur Finanzierung des Dopingkontrollsystems offenbar nicht erfüllen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums (BMI) hat der DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) der NADA lediglich eine Zahlung von einer Million Euro zugesagt – 500 000 weniger als kalkuliert. Das BMI, sprich der Steuerzahler, stattet demzufolge die NADA mit den fehlenden Finanzmitteln aus! Der Fußball macht derweil Milliardenumsätze! Andere Sportarten werden sogar noch verhöhnt! Eigentlich ein Skandal! umo

 

BR-Recherche: Sebastian Krause (ARD-Radio-Recherche Sport), Oliver Schnuck (BR Data), Ingo Lierheimer (BR Recherche) Stand: 4. April 2017 - Bildnachweis

201 (2017-03-24) Uwe Morchutt

Berliner Reiterstaffel umgezogen

Nur noch relaxen

nach dem Dienst

 

Die Pferde der Bundespolizei bekommen nun endlich den Platz, den sie verdienen. Rund 28 000 Quadratmeter umfasst das neue Gelände. Neben neuen Stallungen mit Boxen und Auslauf-Flächen gibt es Koppeln und großzügige Reitanlagen. Die Hufeisen der Vierbeiner werden zukünftig in einer hauseigenen Schmiede passgenau angefertigt. Für die 37 Polizeireiter gibt es ebenfalls ein neues Dienstgebäude. Die Kosten für den Neubau auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz sollen rund 7 Mio. Euro betragen. Man liege damit im Kostenrahmen, erklärt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Man höre und staune!

Rund sechs Jahre nach den ersten Umzugsplänen haben die 24 Dienstpferde der Bundespolizei nun endlich am 21. März 2017 ihr neues Quartier im brandenburgischen Stahnsdorf bezogen. Der Umzug aus den alten Stallungen in Berlin-Grunewald sollte allerdings bereits im Herbst 2016 erfolgen. Der Termin konnte aber nicht eingehalten werden. Ende November 2016 hieß es dann ganz überraschend. Die Reiterstaffel der Bundespolizei wird in drei Wochen, also am 15. Dezember 2016, ihren neuen Standort an der Alten Potsdamer Landstraße eröffnen. Der angesetzte Termin zur symbolischen Schlüsselübergabe wurde von der Bauherrin, der BImA, zum allgemeinen Bedauern der Gemeinde aber kurzerhand wieder abgesagt.

 

Jetzt dürfen alle Laptop-Leser einmal raten warum? Der Bau der neuen Anlage hat sich doch tatsächlich verzögert! Was ich seit Jahrzehnten prophezeie, ist erneut eingetreten: Kaum ein Bauvorhaben in Deutschland, ist es auch noch so klein, wird pünklich fertig! Woran das wohl liegen mag?

 

Dienstpferde sind inzwischen zuverlässige Helfer zur Wahrung vieler polizeilichen Aufgaben. Die Beamten werden beispielsweise zum Schutz von Gebäuden im Regierungsviertel eingesetzt, berittene Streifen sichern darüber hinaus die Außengrenzen der Flughäfen. Auch zur Deeskalation, etwa bei Fußballspielen oder Fanmeilen, kommen vermehrt berittene Polizisten zum Einsatz. Die treuen Vierbeiner machen hierbei einen prima Job!

 

Jetzt ging mit einem mal alles ganz schnell. Im Morgengrauen des 21. März wurden die 24 Dienstpferde am alten Sitz in Berlin-Grunewald in einen Hänger geladen und rund 15 Kilometer nach Südwesten zu ihrem neuen Domizil transportiert. Der alte Standort bot zu wenig Platz für Ross und Reiter. „Wir mussten deshalb sogar einige Pferde in einer privaten Pferdepension unterstellen", sagt Schobranski, der Sprecher der Reiterstaffel.

 

"Die Bedingungen werden sich also deutlich verbessern." Das neue Areal mit seinen modernen Bauten ist obendrein ein klares Bekenntnis zur Reiterstaffel. "Wir halten an ihr fest", betont der Sprecher. "Die Staffel ist ein bewährtes Einsatzmittel."

 

Der einstige Truppenübungsplatz aus DDR-Zeiten ist übrigens im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die am 1. Januar 2005 gegründet wurde und ihren Sitz in Bonn hat. Sie untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesfinanzministeriums. Alle Beamten, sowohl auf zwei als auch auf vier Beinen, haben nun ein neues, wunderschönes Zuhause gefunden, um sich vom anstrengenden Dienst zu erholen! umo

200 Herzlichen Glückwunsch! (2017-03-20) Uwe Morchutt

Das Spiel mit

den Nachträgen

Kulturpalast Dresden –

kurz vor der Wiedereröffnung

Am 5. Oktober 1969 wurde der Kulturpalast, Architekten Hänsch, Löschau, Zimmermann und Schölzel, nach drei Jahren Bauzeit in Dresden mit einem feierlichen Programm eröffnet. Die Dresdner Philharmonie spielte zum ersten Mal zwei Tage später im neu errichteten Haus der Kultur unter Kurt Masur. Die Gründungsidee eines offenen, für verschiedene Zwecke nutzbaren Kulturbaues ist bis heute erhalten geblieben. Der „Kulti“ - so nennen die Dresdner ihren Palast - steht zudem unter Denkmalschutz. Deshalb soll das Haus in seiner „elementaren äußerlichen Form“ erhalten bleiben. Der „Kulti“ war mit max. 2740 Plätzen einst der größte Mehrzwecksaal in der DDR. 103 m lang und 72 m breit, aber nur eine 20 m hohe Stahlbeton-Skelett-Konstruktion mit einem 52 m großen Dachaufsatz aus Aluminium mit Kupferblechbeschlag. Nun war das beliebte Haus am Altmarkt in die Jahre gekommen. Es musste baulich runderneuert werden!

 

2009 führte die sächsische Metropole hierzu einen europaweiten Architektenwettbewerb durch. Die Jury wählte letztendlich den Entwurf des Berliner Büros „gmp - Architekten von Gerkan, Marg und Partner" einstimmig als ersten Preis aus. Im Januar 2010 begannen dann die konkreten Planungen für den Umbau. Am 11. Oktober 2013 liefen die ersten Baumaßnahmen an. Seither läuft die Modernisierung. Sozusagen auf der Zielgerade entstehen ein moderner Konzertsaal für die Dresdner Philharmonie, die Zentralbibliothek der Städtischen Bibliotheken sowie ein neuer Spielort für das Kabarett-Theater "Die Herkuleskeule".

 

Die Website des Kulturpalastes zählt schon einmal die Tage bis zur Eröffnung herunter. Der Countdown läuft: noch 40 Tage (Stand: 19. März 2017) bis zum 28. April 2017. Ursprünglich sollten die Umbaumaßnahmen Ende 2015 beendet sein! Der Zaungast würde jetzt denken, alles Paletti, die Vorfreude kennt keine Grenzen! Doch halt, wäre da nicht der Rechnungshof, der den Verantwortlichen, die vor allem die Wiedereröffnung störungsfrei feiern wollen, in die angerichtete Suppe spuckt.

 

Was Berlin vormacht, Hamburg schlecht kopiert, das kann Dresden schon lange. Teurer bauen und später fertig werden. Die kostspielige Sanierung des Dresdner Kulturpalastes. Der Rechnungshof deckt jetzt schonungslos auf (Quelle: Sächsische Zeitung vom 18. März 2017). „Es wurde gepfuscht, falsch geplant, teuer gefeiert und viel mehr verbaut als angedacht.“ Die schlampigen Planungen erfordern Nachschläge in Millionenhöhe! Die öffentlichen Bauherren, also Baumaßnahmen mit Steuergeldern, lassen sich immer wieder von den privaten Baufirmen über den Tisch ziehen. Warum eigentlich? Weil bisher keiner zur Verantwortung gezogen wird. So wird weiter lustig gepfuscht und gebaut, dass sich die Balken biegen! Der Dumme ist ja der Steuerzahler, der sich nicht wehren kann?

 

Dabei ist das noch lange nicht das Ende der Preisspirale. Weil die Prüfer weitere Details offenlegen: Allein der Rohbau kostete gut 3,3 Mio. Euro mehr als geplant. Laut den Prüfern liegt es daran, dass das Gebäude „nicht, beziehungsweise nicht ausreichend“ hinsichtlich Schäden oder Mängeln untersucht wurde. Dennoch wurden die Rohbauarbeiten aufgrund von Schätzungen ausgeschrieben, obwohl einzelne Planungen noch nicht durchgeführt worden waren.

 

Für die Planung des Tragwerkes waren 1,7 Mio. Euro vorgesehen, tatsächlich kostete sie 2,6 Mio. Euro. Außerdem entdeckten die Prüfer eine vorgezogene statische Berechnung für Gebäudeteile, die gar nicht vorgesehen war. Zur Baupreisberechnung für 2015 wurden veraltete Preise aus 2011 angesetzt. Laut Budget sollte die Einrichtung der Baustelle 1,4 Mio. Euro kosten, real wurden aber knapp 2,5 Mio. Euro fällig. Der Grund laut Prüfbericht: Containergebäude, Lastenaufzüge, Bauaufzüge, eine Schrankenanlage, Heizkosten für den Winter und das Umsetzen der Baustelleneinrichtung für die Baufreiheit wurden schlicht vergessen.

 

„Außergewöhnlich hohe Kosten“ attestieren die Prüfer ebenso für die Grundsteinlegung, das Richtfest und die Baustellenkonzerte. Insgesamt fielen dafür 142 410 Euro an. Doch diese Kosten waren in den Planungen gar nicht vorgesehen. Mit allen Nachträgen würde das ursprünglich mit 81,5 Mio. Euro geplante Projekt jetzt bereits 100 Mio. Euro kosten. Weitere Kostensteigerungen sehr wahrscheinlich. Wenn man bedenkt, dass erste Planungen einmal 65 Mio. Euro vorsahen, davon 30 Mio. Euro Zuschuss aus städtebaulichen Geldern des Landes Sachsen und des Bundes.

 

Als Bauexperte kenne ich das Prozedere sehr genau. Am Anfang wird immer billig geplant, um die Zustimmung für den Bau von der Stadt zu bekommen. Obwohl wichtige Baubereiche fehlen, die für die Funktionalität des Gebäudes erforderlich sind. Im zweiten Schritt erhält die Baufirma den Zuschlag, die in der Regel vorgibt, am billigsten zu bauen. Egal, ob sie überhaupt befähigt ist! Eine schlechte Bauvorbereitung endet dann regelmäßig in einer überteuerten Realisierung! Stichwort Nachträge: Hier werden die Arbeiten im Nachgang beschlossen, die vergessen oder nicht eingeplant worden sind. Da das Bauvorhaben in jedem Fall fertiggestellt werden muss, sind die teuren Nachträge nur noch eine Formsache!! Wer möchte schon daran schuld sein, dass der Bau nicht fertig wird? Der ganz normale Wahnsinn auf Deutschlands Baustellen. Nicht nur bei öffentlichen Bauvorhaben! Siehe auch "IM BILDE" vom 21. März 2017. umo

Bilder u.a. gmp

199 (2017-03-17) Uwe Morchutt

Ruß in der Esse

und in den Köpfen

Kein Wettbewerb auf dem Dach

 

Seit dem 1. Januar 2017 müssen Heizungskessel ein Label tragen, das die Energieeffizienz ausweist. Der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister ist also verpflichtet, nach seiner Feuerstättenschau den Heizungskessel zu labeln. Manch ein Hausbesitzer wird jetzt frohlocken, zum Glück gibt es das Kehrmonopol in Deutschland nicht mehr. 

Oder etwa doch?

 

Den Beginn des Ungemachs, auf Wunsch der Schornsteinfeger, haben die Nazis 1935 in der Gewerbeordnung deutschlandweit Bezirksschornsteinfeger eingeführt. Scharfe Kritik übt Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, indem er sagt: „Die Regulierung des Berufs des Schornsteinfegers ist eine klassische Sünde wider Marktwirtschaft und Wettbewerb."

 

Und zwar heute noch!

 

Mit der „Verordnung über das Schornsteinfegerwesen“ vom 15. April 1935 (13. April 1935 (RGBl. I S. 508) entstanden sogenannte Kehrbezirke, so dass die Bezirksschornsteinfeger ein Kehrmonopol erhielten. Ganz nach dem Motto: Hier kehre nur ich, oder mein Geselle! Ein cleverer Hausbesitzer wird jetzt denken:

 

Was geht mich das Gesetz von 1935 an?

 

Die EU drohte der Bundesrepublik mit einem Vertragsverletzungsverfahren. Der Bundestag reformierte aus diesem Anlass die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) und beschloss am 26. November 2008 das „Schornsteinfeger-Handwerksgesetz – SchfHwG“. Das neue Gesetz trat dann knapp fünf Jahre später zum 1. Januar 2013 in Kraft. Weil die Schornsteinfeger-Lobby das Gesetz am liebsten verhindert hätte. Endlich machte die frohe Botschaft in der Szene die Runde, die Liberalisierung auf dem Dach sorgt für mehr Wettbewerb im Markt und lässt die Preise purzeln.

Hurra, kein Kehrmonopol mehr!

 

Vorgestern sah ich die Sendung „plusminus“ in der ARD, also am 15. März 2017, vier Jahre nach Einführung des neuen Gesetzes, das mehr Wettbewerb versprach. Und siehe da, die schlechte Botschaft zuerst, der Wettbewerb funktoniert immer noch nicht. Der Hausbesitzer, der laut neuem Gesetz seinen Schornsteigfeger frei wählen kann, in der Theorie, hat diese Wahl in der Praxis eben immer noch nicht. Was verkündet „plusminus“ da, in der Esse-Kehrer-Branche ginge es drunter und drüber! Der Dumme ist der Verbraucher, sprich der private Hausbesitzer. Und natürlich auch der Mieter, der die überhöhten Kosten vom Vermieter umgelegt bekommt.

In der Praxis, also gegen das vier Jahre alte Gesetz, funktioniert immer noch das Kehrmonopol mit seinen Kehrbezirken. Freie Schornsteinfeger sind trotz aufwendiger Suche nicht auffindbar! Die Landeskartellbehörde NRW spricht sogar von geheimen Absprachen. „Es häufen sich insbesondere Beschwerden dahingehend, dass es Kaminkehrer auf Kundenanfrage ablehnen, in anderen Kehrbezirken als dem eigenen tätig zu werden. Es werden entweder keine oder unrealistische überteuerte Angebote abgegeben“, so das unglaubliche Fazit der Landeskartellämter!

Kaum ein Schornsteinfegermeister verlässt also bisher seinen Kehrbezirk, um beim Konkurrenten die Schornsteine zu fegen!

 

Ein Skandal! Gesetzesbruch!

 

Die Aufsichtsbehörden schauen gelangweilt weg, trotz auf der Hand liegendem Rechtsverstoß! Auf Deutschlands Dächern werden die Abgaseinrichtungen wie 1935 nach der „Verordnung über das Schornsteinfegerwesen“, die die Nazis verabschiedet haben, behandelt. Dabei heißt es doch so schön, der Schornsteinfeger bringt Glück! Nicht auf Deutschlands Dächern, in einem industrialisierten Land mitten in Europa! umo

198 (2017-03-13) Uwe Morchutt

Fundament zu schwach

„Schiefer Turm von Zwickau“

wird stabilisiert

 

Für eine wahre Touristen-Attraktion, wie beispielsweise der Glockenturm in Pisa, ist der Zwickauer Dom nicht schief genug. Der Dom St. Marien neigt sich dennoch. „In zehn Meter Höhe ist der Dom schon 43 Zentimeter aus dem Lot“, sagt Dombaumeister Michael Kühn. „Wenn wir nicht eingreifen, ist der Dom irgendwann nicht mehr tragsicher. Er würde im schlimmsten Fall einstürzen“, mahnt der Baumeister, der sich seit 1984 um den Dom kümmert.

Mit der Gründung der Rechtsstadt Zwickau durch Kaiser Barbarossa entstand zwischen 1180 und 1190 St. Marien als romanische Saalkirche und ist seither die Hauptkirche der Stadt. Die evangelisch-lutherische Kirche St. Marien wird vor allem durch den 87 m hohen Kirchenturm, der allseits gut sichtbar ist, geprägt. Die Kirche war ab 1501 Wirkungsstätte von Hieronymus Dungersheim, ein Theologe, der auch Ochsenfart genannt wurde. Im Jahr 1520 predigte hier Thomas Müntzer auf Empfehlung von Martin Luther. Gegenüber dem Hauptportal liegen die 500 Jahre alten Priesterhäuser, die als die ältesten erhaltenen Wohnbauten Ostdeutschlands gelten.

Das Gotteshaus neigt sich indes unaufhaltsam in Richtung Osten. Jetzt werden endlich die Fundamente saniert. Richtig gerade stehen wird die Kirche aber trotzdem nie. Je schiefer die Kirche stehe, desto mehr drücke das tonnenschwere Gewicht auf das Bauwerk. „Sowohl außen als auch innen sind bereits Risse im Mauerwerk zu erkennen.“ Der Fachmann sagt hierzu Setzungsrisse!

Zwei riesige Holzstützen, krakenähnliche Langarmgebilde, stabilisieren seit dem 8. März 2017 die Pfeiler des Chorraums am Dom. Der Einfluss des Steinkohlebergbaues im 19. und 20. Jahrhundert unter dem Zwickauer Stadtzentrum führte zu Senkungen des Bauwerkes um ca. 3,60 m.

 

Tatsächlich ist der Dom allein zwischen 1925 und 1935 im Mittel um 3,63 Meter in die Tiefe gerutscht, erklärt Kühn. Das liege vor allem daran, dass die damals vorhandenen Kohleflöze nicht durchgängig gewesen seien, sondern Verwerfungen aufwiesen. Die daraus resultierenden Setzungen hätten sich seit 1940 beruhigt.

Allein seit der Wende, im Jahr 1989/90, habe sich das Gebäude um weitere zwölf Zentimeter geneigt. „Inzwischen wissen wir, dass die Fundamente das eigentliche Problem sind.“ In mühevoller Handarbeit haben Arbeiter mit Hacke und Schaufel seit Herbst die Gründung des Doms im Inneren freigelegt. Der Blick in drei Meter Tiefe war für den erfahrenen Dombaumeister ernüchternd: Außen sind die Sandsteine des Fundaments schlecht vermörtelt, im Inneren sind sie sogar nur lose aufgeschichtet. „Für die damalige Belastung war das Fundament von 1470 zwar nicht gut, aber völlig ausreichend“, sagt der Experte.

 

Nachdem der gotische Turmhelm 1650 durch einen Blitzschlag zerstört worden war, erhielt der Turm in den Jahren 1671 bis 1677 seinen charakteristischen barocken Helm, der nach einem Entwurf von Zimmermeister Joachim Marquard aus Plauen entstand. Die Erhöhung des Dom-Turmes um weitere fünf Meter lies das Gewicht natürlich ansteigen, so dass das Fundament nicht mehr ausreichend tragfähig war.

Nun soll die alte Gründung durch Stahlbeton ersetzt werden. Dafür wird das Gebäude im sogenannten „Pilgerschrittverfahren“ (Unterfangung nach DIN 4123) etappenweise unterfahren. Damit der Dom nicht vornüber kippt, halten derweil zwei riesige Stützen das Bauwerk. Die bislang veranschlagten Kosten von 400 000 Euro trägt zu 80 Prozent der Freistaat, die übrigen 20 Prozent übernimmt die Landeskirche. Ein Anstieg der Kosten ist aber jetzt schon absehbar!

 

Übrigens: Das Zwickauer Steinkohlenrevier entstand im Oberkarbon und bildete elf bauwürdige Flöze von bis zu 32 m Gesamtkohlenmächtigkeit. Vom 10. Jahrhundert bis zur Einstellung des Bergbaues 1978 wurden ca. 230 Mio. t Steinkohle gefördert. Es gehört somit zu den ältesten Steinkohle-Abbaugebieten Deutschlands. umo

So                 21.05.2017 

Nr.             2.410 - 1.107

Aktualisierung        08:55

Übrigens,

 

… für die Vereinigten Staaten von Amerika würde die derzeitige Klassifizierung von HTS als terroristische Organisation das Eingeständnis bedeuten, dass sie hochentwickelte Waffen, darunter TOW-Panzerabwehrraketen an „Terroristen“ geliefert haben, und würde Aufmerksamkeit auf die Tatsache ziehen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika weiterhin islamistische Milizen in Syrien mit Waffen beliefern.

Sie haben richtig gelesen: der Grund, warum die Vereinigten Staaten von Amerika al-Qaeda in Syrien nicht als terroristische Gruppierung einstufen können, liegt darin, dass das die Vereinigten Staaten von Amerika gesetzlich dafür haftbar machen würde, eine terroristische Gruppe mit extrem hochentwickelten Waffen und Ausbildung versorgt zu haben.

Die Vereinigten Staaten von Amerika bewaffnen Terroristen in Syrien und bilden sie aus, aber statt sich einfach zurückzuziehen geben sie vor, dass al-Qaeda keine terroristische Organisation ist.

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 20.05.2017

   15    29    34   37   44    SZ: 7

Spiel 77:  4072 755

 

Super 6: 718 112   

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

1924 (2017-05-21) 

Honoré de Balzac 

und Heinrich Seidel 

 

Liebe zur Natur

ist die einzige Liebe,

die menschliche Hoffnungen nicht enttäuscht.

Jahreszeiten

BREAKING NEWS

Stand: Urlaub

Profiwissen für den privaten Bauherrn

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© laptopwerk

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.