LaptopwerkPlus
LaptopwerkPlus

MAXI mit

 WEIBER-TICKER

Von Frau - nicht nur für Frauen

Zur Person: MAXIMILIANE GEBHARDT

2011-11-15 (57 KUNSTERZIEHERINERNTHELFER[...]
Microsoft Word-Dokument [62.5 KB]

15 (2014-02-24)

Was liegt im Wein?

Im Wein liegt eine Nähmaschine, ach, was haben wir gelacht, über diese Übersetzung von „In vino veritas“.
Wir, das waren die DDR-Bürger. Warum eine Nähmaschine zu Deutsch „Wahrheit“ heißen musste, war uns völlig unklar.

 

Wäre da nicht das russische Wort „Prawda“, wie sich das Zentralorgan der KPdSU nannte, angebrachter gewesen? Aber deren Wahrheit hat mit dem, was wir heute suchen, wenig zu tun! Wollen wir also erörtern, warum im Weine Wahrheit liegt. Die DDR-Nähmaschine und die Russenzeitung können wir also schon mal außen vor lassen.

 

Da fällt mir gleich als nächstes Glykol ein. Ja, das ist schon ein paar Tage her. Aber es war im Wein. Ein Frostschutzmittel, das ihn wohl etwas süßer machte. Versteh ich gar nicht, die Wessis trinken doch alle nur so trocknen herben Wein, nach dessen Genuss man nicht mehr „Oma“, sondern nur noch „Großmütterchen“ sagen kann. Okay, ich glaube, auch damit sind wir der Wahrheit noch kein Stück näher gekommen.

 

Im Wein liegt Wahrheit. Also einen Fachmann fragen. Der Winzer weiß: Das wichtigste ist bei der Qualität des Weines die Anzahl der kleinen Ochsen. Ja, ehrlich! Ab 67 ° Oechsle geht’s erst los, da darf er sich Cabinet nennen, das ist aber noch gar nichts, die Trockenbee-renauslese, die eine Handauslese verlangt, bringt dann 150 ° Oechsle vor den Karren. Ist das die im Wein liegende Wahrheit? Nöö, für mich sind das nur weinwissenschaftliche Fakten.

Christian Morgenstern hat dereinst geschrieben: Eine Wahrheit kann erst wirken, wenn der Empfänger für sie reif ist. Nicht an der Wahrheit liegt es deshalb, wenn die Menschen noch so voll Unweisheit sind.

 

Leute, so geht’s doch auch nicht. Wir können doch jetzt nicht unserer ohnehin schon durch Pommes mit Majo, Marshmallows, Chewinggum, Alcopops und Extasy versauten Jugend auch noch das Weintrinken antragen, auf dass sie endlich weiser werde?!

 

Dann gibt es noch einen Fachfachmann für Weine. Sommelier heißt der. Und so richtig gute teure Hotels wie unser Adlon können, ja Quatsch, müssen sich einen solchen halten. Und der Sommelier erzählt uns dann, welchen Wein wir zu welchem Gericht genießen sollten.

„Darf ich Ihnen zum Dingsbumsfilet an Soundsoße unseren 19hmziger Ähämhäm empfehlen?“ Nun ja, er darf. Aber nur, wenn wir darin die Wahrheit finden!

Am besten gefallen mir aber die Fachmänner, die sich Weinverkoster nennen.


Den ganzen Tag saufen, ist das nicht ein cooler Beruf?!
Und dann erst das Ritual: etwas Wein ins Glas gefüllt, welches dann unter Schräghaltung gegen das Licht leicht gedreht wird. Als nächstes lässt man die Flüssigkeit im Glase kreisen und hält die Nase so dicht drüber, dass es schon sehr viel Übung erfordert, ein trockenes Gesicht zu behalten. Jetzt wird ein gehöriger Schluck durch die Zähne geschlürft, kurz damit der Mund gespült, ein kleines Tröpfchen die Kehle hinabrinnen gelassen und der Rest ... ja, der kommt in einen Spuckeimer.


Und nun die Kommentare:
Also dieser hat ein recht blumiges Bukett, etwas reichlich Restsüße.
Na der erst, voller Körper, herzige Note, Abgang etwas unspektakulär.

Und der dritte: angenehme Säure, sehr harmonisch.
Der nächste ist dann reif, fruchtig pikant, und noch einer lebhaft, ausgeglichen ...

Und all das landet dann im Spuckeimer. Die ganze schöne Wahrheit!!!
Mir reicht’s, nehmt es mir bitte nicht übel, aber ich hätte jetzt gern ein Bier!

Caro v. Creutz


 

14 (2014-01-09)

Wie das fünfte Rad am Wagen...

Eifersucht

Haben Sie schon mal erlebt, was aus einem ganz normalen Mann wird, wenn ein reizendes weibliches Wesen (das NICHT seine Partnerin ist!) in seine Nähe kommt?

 

Heimlich beobachte ich meinen Mann aus den Augenwinkeln, und ich frage mich, merkt er das denn nicht, wie sie ihn um den Finger wickelt? Eigentlich macht er sich richtig lächerlich, aber außer mir scheint das keinem aufzufallen. Wie doch diese jungen Dinger ein gestandenes Mannsbild verwandeln können!


So neidlos wie ich nur kann gebe ich zu, Jessica ist ein engelsgleiches Geschöpf. Diese makellose Pfirsichhaut, Terence-Hill-blau strahlende Augen, naturblonde Korkenzieherlöckchen, die das make-up-freie Gesicht umranken und ihre charmante Natürlichkeit machen es mir nicht gerade leichter. Sie hat so gar nichts Aufreizendes an sich, das mir Anlass geben könnte, sie zu verwünschen. Nein, ich muss sogar verständnisvoll sein, denn ich mag sie auch sehr gern. Aber gerade wenn es um die Gunst des geliebten Menschen geht, ist man eben nicht gern zweiter Sieger.


Dinge, die ich mir Meter für Meter erkämpfen muss, schafft sie mit einem entwaffnenden Lächeln. Jetzt isst er sogar Spinat oder Reis! (Natürlich nur, wenn sie dabei ist!) Er unterhält sich mit ihr über ihre Freundinnen und Freunde - für meine hat er höchstens mal eine abfällige Bemerkung übrig, wahrscheinlich weiß er nicht mal deren Namen!

 

Er interessiert sich für ihren Tagesablauf, mich fragt er vielleicht, ob ich seinen grauen Anzug aus der Reinigung geholt habe und ob für ihn jemand angerufen hat. Ihr neues himmelblaues Kleid mit den Streublümchen versetzt ihn in Entzücken und wahre Begeisterungsstürme, seine Komplimente sind geradezu peinlich übertrieben. Bei meiner neuen Bluse interessiert ihn nur der Preis und - höchst ironisch - dass nun wohl auch eine neue Hose dazu fällig sei.


Das aus meiner Sicht Schärfste hat sie sich gestern erlaubt, als sie doch tatsächlich seinen Fahrstil kritisierte. Und das als Nicht-Führerschein-Besitzer! Aber es gab kein Donnerwetter, er ignorierte es.
Er hasst Kino - mit ihr war er schon dreimal in diesem Jahr dort. Sonntag lockte sie ihn ins Hallenbad, da verzichtet er schon mal auf „Sport extra“. Natürlich könnte ich auch mitgehen, sagt er, aber ich komme mir dann so verdammt überflüssig vor wie ein fünftes Rad am Wagen. Wenn er sich mit eingezogenem Bauch und angespannten Muskeln vor ihr produziert und versucht einen Kopfsprung mit besten Haltungsnoten zu fabrizieren, ach nein, das ist mir einfach zu albern, das muss ich mir nicht mit ansehen.


All das werde ich noch tapfer ertragen, bis unsere Tochter ihren kleinen Sonnenschein wieder abholt und der Opa wieder einen Gang zurückschalten kann.

Caro v. Creutz

 

13 (2013-11-21)

Hallo, junger Mann!

Eines Tages ist es soweit. Unweigerlich. Es gibt kein Entkommen. Nun passiert es also schon in meinem unmittelbaren Umfeld. Die Männer, ob nun Lebenspartner,  Freunde, Cousin oder Schwager werden von einem grassierenden Virus erfasst, vor dem es kein Entrinnen gibt. Sie werden Sechzig!


 

Die Sechs macht sie fertig

Aber noch war ich auf keiner einzigen dazugehörigen  Fete. Denn diese Herren haben alle ein gemeinsames Problem: Sie werden mit der Sechs, der neuen Zahl vor der Null, nicht fertig und suchen erst mal das Weite. Zum Beispiel auf den Kanaren, in der Dom. Rep. oder auf dem Survival-Trip in Nordschweden.

 

Ob sie das dort finden sei ebenso dahingestellt, wie die unerfreuliche Tatsache, doch eines Tages zurück kommen zu müssen. Außerdem muss Mann sich auch noch spitzfindige Bemerkungen meiner Geschlechts-genossinnen anhören, bisher unbemerkte Zipperlein an sich konstatieren, sich von hübschen jungen Damen einen Platz in der Bahn anbieten lassen - kurzum, er ist plötzlich in der dicksten nur denkbaren Midlifecrisis.

 

Erst Nachzucht vollenden

Die wollte er eigentlich nie selber erleben, denn er steht ja über den Dingen. Stand. Bis zum 60. Geburtstag.

So viel Leid und Elend kann ich mir gar nicht mit ansehen. Deshalb möchte ich euch allen, die ihr euch in einer solchen Situation befindet, ein paar tröstende Worte mit in das siebente (ja, das siebente!) Lebensjahrzehnt geben.

 

Der Hersteller hat sich die Sache mit dem Homo sapiens erectus einst so gedacht: Er soll - ob nun Männlein oder Weiblein sei zu vernachlässigen - so lange auf Erden weilen, bis er seine Nachzucht vollendet hat. Sprich: Eure Kinder sollen mit Eltern erwachsen werden, das reicht. Alles was darüber hinaus geht ist GESCHENKT!!! Und Geschenke hat man so zu nehmen, wie sie kommen.

 

Altwerden – fast eine Freude

Dass es heutzutage nicht alle schaffen, mit Sechzig erwachsenen und zu eigenständigem Leben befähigten Nachwuchs zu haben, hat ja damals noch keiner ahnen können ...

 

Dazu kommt noch der große Vorteil unserer Generation: Wissenschaft und Forschung sind so weit, dass einem das Altwerden resp. -sein ja fast zur Freude werden muss:

 

Von Haartonikum bis Viagra

Bei nachlassender Sehkraft helfen Optikerbrillen und den Eitlen unter euch Linsen für die Augen. Es gibt tolle elektronische Kleinsthörgeräte, Antigrau-Haartonikum, Echthaar-transplantationen, implantierbare Zahnprothesen, Antifaltencremes, Hormonsubstitutionspräparate, fast unsichtbare Harninkontinenz-Unterwäsche, LIFTA-Lift , Granufink, Voltax und Viagra. Also, was wollt ihr noch? Unsterblich sein? Wohl eher nicht.

 

Am 60. Geburtstag beginnt der Rest Eures Lebens. Nehmt ihn hin, er ist ein Geschenk und geht entsprechend damit um: DANKBAR und ZUFIEDEN! Wenn ihr das packt, könnt ihr in aller Ruhe und mit angenehmem Abstand noch eine weitere Nachzucht beobachten, die euch liebevoll "Opi" nennt und für die ihr NICHT verantwortlich seid. Kann es denn etwas Schöneres geben?

 

Caro v. Creutz

 

12 (2013-10-19)

Abgeklärt

aufgeklärt

Eines Tages ist es soweit. Unweigerlich. Es gibt kein Entkommen und auch das Vertagen kann fatale Folgen haben. Wenn man nicht möchte, dass die Kinder von Spielkameraden oder, noch schlimmer, durch heimlich weitergereichte zweifelhafte Printmedien ein gefährliches Halbwissen erlangen, muss man sich der Aufgabe mutig stellen: Aufklärung der Kinder – dem heikelsten Thema überhaupt. Hier werden ganz schnell Väter zu Versagern und sprachgewandte Mütter plötzlich maulfaul.


Nachdem wir das WANN geklärt hatten, nämlich Freitag, am frühen Abend, ging es ja nur noch um das WIE und WER. Letzteres verteilt sich in einer funktionierenden Partnerschaft mit hohem Selbstverständnis auf beide Elternteile, aber das WIE stellt uns vor eine fast unlösbare und ebenso schlecht planbare Aufgabe.


Unser Sohn ging in die erste Klasse, seine Schwester noch in den Kindergarten. Trotzdem wollten wir es versuchen, die ganze Aufklärung unserer Kinder in einer Veranstaltung zu absolvieren. Der Große hätte nach einer heimlichen Konferenz hinter verschlossenen Türen seiner jüngeren Schwester gegenüber sowieso geplappert, also los.

 

Wir hatten uns bemüht, unsere Kinder zu einem selbstverständlichem Verhältnis zum eigenen Körper großzuziehen, Nacktheit war für sie nichts Besonderes, auch nicht die der Eltern. Den gemeinsamen Ostsee-Urlaub verlebten wir, wann immer es möglich war, am FKK-Strand. Wir lasen das „Magazin“, das monatlich einen ästhetischen Frauenakt veröffentlichte und verbargen es nicht vor unseren Kindern.

Die Blümchen-Bienchen-Story können wir getrost vergessen, so viel war uns klar. So machten wir es uns mit den lieben Kleinen in den heimischen Polstermöbeln gemütlich, bemühten uns, keine feierlichen oder gar Jetzt-kommt-was-ganz-Besonderes-Mienen aufzusetzen. Eine gewisse Weltunter-gangsstimmung war dennoch fühlbar. Der Papa sah betont gelangweilt zur Zimmerdecke und dachte gar nicht daran, das Gespräch zu eröffnen.


„Ach, hab ich eine Spinnenwebe übersehen?“, fragte ich ein bisschen scheinheilig und sehr provokant. Nach einem kurzen geringschätzigen Blick in meine Richtung, fragte er mit zuckersüßer Stimme: „Wisst ihr eigentlich, wo die Babies herkommen?“ Peng! Wirkungstreffer, Eins zu Null für ihn. Unsere Kleine wusste natürlich Bescheid. „Ja, das wächst in meinem Bauch und wenn ich groß bin und Hochzeit habe, dann ist es auch groß und kommt raus.“

 

Da hatten wirs – Halbwissen! Keine Ahnung woher, aber noch nicht so, dass wir nicht rechtzeitig gegensteuern konnten. Aber auch der Große hatte schon was gehört. „Die Babies wachsen unter den Herzen.“ Er stellte sich einen großen Teich vor, in dem die ungeborenen Kinder sind, ein jedes mit einer Schnur an der Hand und oben dran ein Herz-Luftballon, an dem es dann rausgezogen werden kann.

 

Wir unterdrückten tapfer jedes Erstaunen oder gar Grinsen. Irgendjemand musste ihm erzählt haben, die Kinder wachsen unter dem Herzen … So hatten wir wirklich einen guten Einstieg und konnten Einiges richtig stellen.

 

Das Töchterlein zeigte sich leicht enttäuscht, als wir ihm klar machten, dass es jetzt noch kein Baby im Bauch habe, das langsam mit ihm mit wüchse. Die Kleine hatte ein bisschen Angst, dass sie nun gar keins bekäme. Erst kürzlich wurde das durch die Geburt ihres ersten Kindes widerlegt. Die Angst hat sich wohl schon ein paar Jahre früher verloren, wahrscheinlich hatte sie die eher zeitweilig in der umgekehrten Richtung … Nach dem WO ließ die zwangsläufige Frage nach dem WIE nicht auf sich warten.

 

Wir fühlten uns für diesen Abend schon als die großen Sieger, nachdem wir in aller Sachlichkeit die visuell hinlänglich bekannten körperlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern damit begründeten, dass sie so gestaltet waren, um eine Eizelle befruchten zu können, wo diese sich befände und womit sie dann befruchtet werden müsse. Wir formulierten kindgerecht und redeten uns richtig in Fahrt.


Dann trat auf allen Seiten eine nachdenklich Stille ein. Für die Kleine war das Thema „durch“ und sie wollte spielen gehen. Der Große machte ein Gesicht, das wir nicht so richtig deuten konnten. Dann stand er auf, um seiner Schwester ins Kinderzimmer zu folgen. Er sah uns beide mit fast unmerklichem Kopfschütteln etwas verständnislos an. Bevor er das Wohnzimmer verließ, sagte er, und es war nicht wie eine Frage, sondern wie eine enthüllende Feststellung - jedes einzelne Wort betonend - ausgesprochen: „Und das habt ihr zweimal gemacht?!"

Caro v. Creutz

11 (2013-08-30)

Repro: Archiv LWP

Wunsch-

anbauplan

Auch wenn sie längst erwachsen sind, unsere Kinder hören nie auf, uns zu brauchen. Und wir sind auch noch froh darüber!

„Mami,

-      kannst Du nicht mal einen Vorhang für unsere Korridortür in der und der Farbe mit den und den Maßen nähen?“

-      bitte versuch doch mal aus Andys Shirt diesen undefinierbaren Fleck rauszukriegen, du schaffst das doch immer.“

-      würdest du für unsere Party nächsten Samstag mal so drei, vier von deinen köstlichen Salaten für ungefähr dreißig Leute zaubern? Wäre ganz süß, wenn du sie noch vor 18 Uhr vorbeibringen könntest.“

-      dir macht es doch bestimmt viel Spaß, unsere Prinzessin mal für drei Tage behalten? In der Kita nehmen sie sie mir mit ihrer Erkältung nicht ab und wegen meiner Weiterbildung kann ich nicht zuhause bleiben.“

-      wenn wir die eine Woche im Allgäu sind, schaust du doch mal nach unserem Haus, den Blumen und lüftest das Gewächshaus? Montag müsstest du mal den Waschgerätemechaniker empfangen und am Mittwoch oder Donnerstag werden die Rigipsplatten für den Dachbodenausbau geliefert. Ruf Dienstag einfach mal dort an, dann erfährst du den genauen Termin.“

-      weißt du, was ganz zauberhaft von dir wäre? Wenn du meine helle Lederjacke mal zur Spezialreinigung bringen könntest. Du kriegst ganz bestimmt raus, wo so eine ist. Aber unterschreib ja nicht, dass du einverstanden bist, dass die Behandlung ohne jede Garantie erfolgt, dann krieg ich das gute Stück garantiert versaut zurück!“

 

Undsoweiter undsofort. Ich werde gebraucht, hurra!

Also bestelle ich weinroten Thermo-Chenille im Versand-haus, kaufe Garn, Kräuselband und Gardinenhäkchen, schneide den Stoff auf meinem beigen Teppichboden zu (herrlich, die dunkelroten Fusseln wieder wegzube-kommen!) nähe an zwei Wochenenden den Vorhang, verpacke ihn und schleppe ihn zum Töchterchen. Ach, das liebe Kind war ja so begeistert, da geht der Mami doch sofort das Herz auf!

 

Der Fleck im Lieblingsshirt vom Schwiegersohn war da schon eine größere Herausforderung. Ich scheiterte nach fast zehn Versuchen und Chemikalien, weshalb ich mich dann entschloss, dem jungen Mann ein neues zu kaufen, was dieser klaglos akzeptierte.

 

Für die Salatproduktion nahm ich einen Tag frei, so habe ich die Aufgabe spielend bis zum geforderten Termin bewältigt. Pünktlich stand ich mit meinem Einkaufstrolley, vollgepackt mit Salatköstlichkeiten in Plastikdosen vor der Tür. Montag durfte ich die schmutzigen Schüsseln wieder abholen, die Gäste hatten wirklich alles aufgegessen; kann es einen schöneren Dank geben?

 

Meine Enkelin war wirklich sehr lieb, auch wenn sie wegen ihrer Ohrenschmerzen viel weinte und wenig schlief. Die drei Tage Urlaub mit ihr waren trotzdem recht schön für mich.

 

Da war die Urlaubsbetreuung des Hauses schon fast Stress dagegen, aber ich konnte meine Nacharbeits-stunden, die ich dafür brauchte, durch geschicktes Zeit-Management und präzise Absprachen relativ gering halten. Die Pflanzen und der Bewuchs des Gewächs-häuschens gediehen, das war meine größte Freude.

 

Dass ich in beiden von mir ausfindig gemachten Lederspezial-Reinigungen die Jacke nur gegen die mir strengstens untersagte Unterschrift losgeworden wäre, hat mir mein Kind inzwischen verziehen. Ich habe deswegen noch heute ein schlechtes Gewissen, denn die feine teure Jacke hängt seit dem immer noch unbenutzt im Flurschrank, SO kann mein Mädel die nun wirklich nicht mehr anziehen…

 

Was meinen Sie? Ich ließe mich ausnutzen? Aber ich doch nicht! Meine Kinder kümmern sich auch um mich, so gut sie nur können. Als ich im vergangenen Jahr nach einer schweren Operation nachhause kam, brachten sie mir von einer Kollegin diesen Einkaufstrolley vorbei, weil ich nicht schwer heben konnte. Im Krankenhaus verschonten sie mich weitestgehend mit Besuchen und Anrufen, sie waren einfach rührend.

 

Leider kann ich hier jetzt nicht weiter beschreiben, was meine Kinder alles für mich tun. In wenigen Minuten kommt ein Bekannter von mir, der einen PKW mit Hänger hat, damit wollen wir Gartenabfälle und Strauchschnitt vom Garten der Kinder wegbringen, auf der Rücktour gleich Mutterboden mitnehmen und den noch vor Einbruch der Dunkelheit im Garten und den Blumenkästen verteilen.

Also dann bis später!

 

Caro v. Creutz

10 (2013-06-03)

Foto: Archiv LWP

Fremderziehung

Erziehung ist Beispiel und Liebe, sagte einmal der Pädagoge Friedrich Fröbel,

 

Wir aber brauchen unsere Kinder nicht mehr zu

 erziehen. Wir müssen ihnen nicht mehr die Spielregeln des Lebens beibringen. Das sagt jedenfalls die Werbung. Und sie sagt es uns täglich.


Fernseh-Werbe-Mütter, von der Maskenbild-

nerin frisch geschminkt und sowieso der Gage wegen gut gelaunt, signalisieren vor den Kameras, wie gerne sie dank der tollen innovativen Produkte der Haushaltchemie ihren Sprösslingen hinterher putzen, wischen, waschen, räumen. Die wahren Mütter aber bekommen Herzrasen, feuchte Hände und Schaum vorm Mund, wenn sie so etwas sehen:

Eine Kinderhorde rennt mit schlammig triefenden Füßen ins Haus - Mutter gratuliert sich fröhlich zum Wischmop.
Ketchupbeschmierte Hände werden an den sachen abgewischt, macht nichts! Mama hat ja das neue Waschmittel mit dem Reinigungsbenzin für ihre aktiven Kinder!
Die lieben Kleinen beschmieren die Scheiben? Na und !? Da gibt es doch den neuen Superglasreiniger!
Eine 2 bis 3 jährige behindert die Windel beim Rumtoben? Ja, dann wird die liebe Mutti halt die neue dünnere mit den super elastischen Bündchen kaufen müssen!
In den Schulklamotten gleich zum Spielplatz düsen? Das ist schon okay, schließlich hat Mama den Schmutzmagneten.


Diese Werbespots können nur die Kinder begeistern! Die Mütter wollen ihren Kindern Beispiel sein und ihnen Liebe geben. Sie wollen ihnen begreiflich machen, dass es die Achtung vor der Arbeit des anderen gebietet, sich die Füße abzutreten, die Hände an der Serviette abzuwischen oder sich zum Toben umzuziehen. Sie wollen ihre Kinder gerne dazu anhalten, aufs Töpfchen zu gehen und lieber eine Maltafel, statt der Balkontüren zu beschmieren! Sie wollen stolz darauf sein, was die Kleinen schon wissen und können und nicht verlogen so tun, als mache ihnen die zusätzliche Arbeit gar nichts aus.


Wann werdet Ihr, liebe Werbeleute, das begreifen und aufhören, uns unsere pädagogischen Fähigkeiten abzusprechen? Letztendlich sind wir Mütter als Konsumenten doch die Zielgruppe. Lasst unsere Kinder solange sie noch so unkritisch sind, ihre praktischen Lebenserfahrungen selber machen.

Mich habt Ihr ja längst soweit:
Meine Kreditkarte ist „Deutschlands meiste“ - mein Germanistik-Professor möge mir verzeihen - , mein Küchenherd gehört zur Familie, meine Bratpfanne denkt an alles, ich trinke aus der Quelle, aus der die Welt trinkt, meine Tankstelle sorgt für Bewegung, meine Kosmetik folgt dem beauty-concept, nichts bewegt mich wie mein Auto, meine Bank macht den Weg frei und meine Minka kriegt nur das Futter, das Katzen kaufen würden.
Natürlich nicht immer.
Aber immer öfter.

 

Caro v. Creutz

9 (2013-05-07)

Gebügelt

Klamotten-Shopping ist für so manche meiner Geschlechtsgenossinnnen das Erlebnis schlechthin. Wie herrlich, stundenlang (und möglichst mit SEINER Kreditkarte in der Tasche) durch die zahlreichen Boutiquen eines größeren Centers zu bummeln...

 

Ich habe einen solchen Einkaufstempel quasi vor der Tür. Dieser beherbergt etwa 150 Geschäfte, davon elf Schuhläden und ebenso viele Modegeschäfte, „die üblichen Verdächtigen“, aber auch kleine, teure, private.

 

Für mich kommt aus Zeitgründen nur ein Samstag mit angesagtem Mitternachtsshopping infrage. Ich mache mich dann am späten Nachmittag auf den Weg. Uuuch, ist das hier voll! Eintauchend in ein unbeschreibliches Gewimmel, Getümmel und Menschenmassen, frage ich mich, wie heutzutage, wo alle über Geldknappheit klagen, noch soviel Kaufkraft freizusetzen ist.


Mich zieht es – wie immer – erst mal zu den Buchläden. Ehe ich mich versehe, habe ich da schon mal weit über eine Stunde Zeit vertrödelt, aber genug Kraft getankt, für das, was jetzt kommt. Also ab ins Modehaus. Ein freches Oberteil soll es sein und etwas Passendes für drunter. Nachdem ich mir drei mehr oder weniger transparente Blüschen im Tunikastil, ein Glitzershirt und dazu zwei Miederteile ausgewählt habe, quäle ich mich drängelnd an Teenies, die drehbare Schmucksäulen belagern und bepackten Kundinnen an den Parka-Drehge-stellen vorbei in Richtung Umkleidekabinen.

 

Angesichts der davor entstandenen Warteschlangen kommt doch glatt ein bisschen DDR-Gefühl in mir auf. Mein linker Zeigefinger ist am Absterben, die Kleiderbügel schneiden ein. Strengen Blickes naht eine Direktrice, die mir bedeutet, dass ich maximal drei Teile zum Anprobieren mitnehmen darf. Wie soll ich das organisieren, ohne jemanden mitzuhaben, den ich dann losschicken kann, wenn die nächste Garnitur probiert werden muss?

 

Auf meiner Kopfhaut bilden sich langsam größer werdende Perlen, die sich dann als Rinnsale einen Weg an meinen Schläfen hinab bahnen. Endlich! Ich bin dran und auch schon drin. Und zwar mit allen sechs Teilen! Aha, hier hat auch schon die neue Manier um sich gegriffen, das Nichtinfragekommende einfach in der Kabine hängen zu lassen. Es gibt genau drei Haken und die quellen über mit Kleidungsstücken, die vom Style und auch der Größe her für mich jenseits von Gut und Böse liegen.

 

Kein Ablagebord, keinen Hocker, keinen Spiegel. Wohin nun mit Brille, Handtasche, Schal, Winterjacke usw.? Energisch ziehe ich den Vorhang zu, um dann doch im Freien zu stehen. Warum sind diese Dinger eigentlich NIE breit genug, um sie geschlossen zuziehen zu können? In einer Ecke baue ich nun ein Türmchen aus Jacke, Pullover, Wäsche mit Tasche und Brille obenauf.

 

Weiter schwitzend probiere ich an, kann mich kaum bewegen in der kleinen Kabine, habe scheußliches Licht und schließlich keine Lust mehr. Entnervt hänge ich meine Nicht-Einkäufe - was die anderen können, kann ich schließlich auch - noch auf den Klamottenwust an den drei Haken obenauf und verlasse schnellen Schrittes das Etablissement. Die nächste Kundin freut sich wahrscheinlich nur sehr kurz, dass sie jetzt hinein darf...

Zuhause lege ich meine müden Beine hoch und suche mir im Modekatalog vom Versandhaus einiges aus. Am Sonntag-morgen faxe ich meine Bestellung, die dann am nächsten Samstag bei mir ankommt. Nun stehen mir 70 Quadratmeter Platz zum Anprobieren zur Verfügung, ich darf alle neun Teile, jawoll, NEUN! hintereinander anziehen, ganz entspannt ohne Zeitdruck, vor vier verschiedenen Spiegeln, außerdem mit einer Tasse Kaffee, bei Tageslicht und meiner Lieblingsmusik.

 

Und sollte mir davon was nicht gefallen, packe ich es wieder ein und gebe es gegenüber im Zeitungsladen ab, wenn ich meinen Lottotipp mache. Die Rechnung bezahle ich per Online-Banking am PC, bequemer geht’s nicht.

 

Ist das jetzt Masochismus, oder wie ist es zu erklären, dass ich mich zum nächsten Mitternachtsshopping wieder voller Enthusiasmus in dieses Center stürze, um es Stunden später total frustriert zu verlassen?

Caro v. Creutz

 

8 (2013-03-17)

Verklemmt

„Mensch, los jetzt, ich habe Hunger!“ Der Kerl im Blaumann kam zielstrebig mit der Wasserpumpenzange in der Hand genau auf meine linke Brust zu. „Halt! Warte noch,“ rief ein anderer, „wir könnten es doch von hinten mit einem Teppichmesser versuchen!“ Mir wurde schlecht. Vor Angst und vielleicht auch vor Hunger. Auf meiner Stirn bildeten sich ganz schnell tausende kleiner Perlchen, blanker kalter Schweiß.

 

Ich hatte mir einige Handwerker in die noch leere neue Wohnung bestellt, und es ließ sich so herrlich arbeiten ohne dass wir uns gegenseitig im Wege standen.
Das schnöde Bereiten eines Mittagsmahles für die fleißigen Helfer hätte meinen Tatendrang derartig negativ beeinflusst, dass ich mich für eine Pizza-Hotline entschied.

 

Nun stand er also mitten im Flur, die begehrte warme Fracht hatten wir dem freundlichen Boten schon abgenommen, nur mit der Gegenleistung wollte es nicht so richtig klappen. In meiner linken Brusttasche befanden sich 20 Euro, die er kriegen sollte, aber der Reißverschluss klemmte. Er ging einfach nicht auf. Die restlichen Personen in der Wohnung hatten entweder nur einen Hunderter, der sich nicht wechseln ließ, nicht genug oder gar kein Geld dabei.

 

Aber alle waren selbstverständlich der Meinung, sie würden diesen lächerlichen kleinen Reißverschluss mühelos öffnen können, was mir nur mangels technischen Geschickes verwehrt sei. Aber wie sich nun an das Corpus delicti wagen, ohne die Dame des Hauses zu kompromittieren?

 

Vier mittelschwer genervte Männer beratschlagten das weitere Vorgehen. Nicht nur der Pizzamann wurde langsam ungeduldig. Das besagte Teppichmesser war zu meiner Beruhigung wieder in einer Hosentasche verschwunden, womit wir dem Ziel allerdings nicht einen Schritt näher gekommen waren. Einer fing nun an, mit weitausgestreckten Armen an meiner Bluse zu nesteln, der nächste hielt oben an der Tasche fest und schrie „ Ziehen!“

 

Die Anzahl meiner Schweißperlchen war gerade dabei sich zu verdoppeln, als es klingelte, meine Freundin brachte die Getränke. Ich beeilte mich sehr, die Situation wortreich zu erklären. Entschlossen schob sie die Herren zur Seite, griff locker den Reißverschluss, der ganz leise „ritsch!“ sagte und überreichte dem Pizzafritzen mit zwei Fingern und einem eine Spur zu frechen Grinsen den zutage getretenen Geldschein.

 

Caro von Creutz



7 (2012-12-02)

 

 

Abschied auf Raten 

 

Schon ohne einen Blick auf das Display ihres Handys wusste sie, dass Paul anrief. Sie hatte ihm einen eigenen Klingelton zugeordnet. „Lydia“, ich bin jetzt an der Liebermannstraße. Ich weiß noch, dass ich unbedingt hier aussteigen sollte. Aber, Liebes, sag mir doch bitte, warum bin ich hier?“ „Paul, du wolltest zum Friseur!“ „Ach ja, danke, ich bin ja eine Schlafmütze, bis zum Mittag dann. Tschüss.“

 

Lydia kicherte ein wenig in sich hinein. Also, ihr Paul hatte schon lange nicht mehr das beste Gedächtnis, aber in letzter Zeit fiel es auf, dass er sich einfachste Dinge nicht merken konnte. Nach diesem Vorfall merkte sie wieder wochenlang gar nichts Ungewöhnliches und schalt sich schon eine Angsthäsin. Aber das bange Gefühl kam wieder. So entdeckte sie eines Tages im Schuhschrank seinen dicken silbernen Lieblings-Kugelschreiber in einer Sandale.

 

Vor ein paar Wochen hatte es wegen dessen Verlustes ziemliches Lamentieren und Schuldzuweisungen gegeben. Aber sie wollte ihm das Relikt nicht triumphierend unter die Nase halten, sondern legte es unbeobachtet in seine Stifteschale. Am Nachmittag sah sie ihn dann damit ganz selbstverständlich ein Rätsel ausfüllen. Die skurrilen Funde häuften sich. Und es gab noch andere Abnormitäten.

 

Wenn Lydia Paul etwas fragte, antwortete er, indem er ihre Frage wiederholte. Das brachte sie mächtig auf die Palme, bis sie merkte, dass es ihm völlig fern lag, sie damit zu provozieren. Manchmal hatte er so einen hilflosen Blick, wenn er eine Frage an sie richtete, die immer begann: „Lydia, weißt du zufällig …“? Meist suchte er etwas, das er an einer nicht nachvollziehbaren Stelle abgelegt hatte, wie einst den silbernen Kugelschreiber.

 

„Lydia“, rief er ungeduldig, und noch einmal „Lydia!“.

Sie eilte ins Wohnzimmer. Paul saß reglos im Schaukelstuhl und sah sie vorwurfsvoll an. „Lydia, ich wollte doch duschen.“ „Ja und?“ Er wandte sein Gesicht ab und flüsterte: „Ich weiß nicht mehr, wie das geht.“ Von da an war ihr klar, ihre schlimmsten Befürchtungen waren eingetreten. Und er wusste es auch. Am Abend, als sie gemütlich beisammen saßen, führten sie ein ernsthaftes offenes Gespräch.

 

Paul nahm Lydia in den Arm. „Bitte bring mich in ein Pflegeheim, wenn du nicht mehr mit mir fertig wirst, ich weiß, dass ich dir eines Tages zur Last fallen werde. Ich werde keine Verlustgefühle dadurch haben und du sollst dich nicht jahrelang mit mir herumquälen, wenn ich mich langsam vom Leben verabschiede. Lass uns alles regeln, solange ich dazu noch in der Lage bin.“

 

Sie setzten eine Patientenverfügung und Betreuungs-vollmacht auf. Lydia musste immer wieder heftig weinen, aber Paul wirkte direkt erleichtert. Es dauerte kein Jahr mehr und es war soweit: sie musste Paul in Pflege geben. Nach ein paar Wochen erkannte er sie schon nicht mehr und sie musste sich sehr zusammenreißen, nicht in Weinkrämpfe auszubrechen. Fast bei jedem Besuch im Heim stellte sie eine weitere Verschlech-terung fest.

 

Dann ging sie immer seltener hin, denn sie dachte sich, ob nun die Putzfrau oder seine Ehefrau in sein Zimmer kommt, macht für ihn keinen Unterschied. So wartete sie auf die Nachricht, dass sich sein Leben vollendet habe. Und sie schämte sich auch nicht bei dem Gedanken, dass ein schneller gnädiger Tod, nach dem der Übriggebliebene sein Leben neu regeln kann, viel menschlicher sei, als so ein langer Abschied auf Raten.

 

Caro v. Creutz   Nov. 2012



6 (2012-11-03)

"Sir Henry" von innen. Foto: Archiv LW

 

 

 

Sir Henry

 

 

 

In unserem Haushalt haben dienstbare Geister meistens einen Namen. Warum wir unsere erste Spülmaschine Sir Henry tauften, kann ich heute nicht mehr nachvollziehen. Möglicherweise war die Zeit der Anschaffung während der Glanzzeit Henry Maskes, der sich einst diesen Beinamen gab.

 

Nur kurz vorgespült

 

Unser Sir Henry wurde sofort zu einem wichtigen und sehr beliebten Mitarbeiter in der Firma Haushalt. Schon nach kurzer Zeit war das
Ausräumen des sauberen Geschirrs eine unzumutbare Belastung.Mit der Treue hielt
er es nicht so genau. Zweimal schon musste ihm ein Monteur für saftige Rechnungsbeträge auf die Sprünge helfen.

 

Deshalb beschlossen wir, als er uns im zarten Alter von gerade mal 5 Jahren wieder die Dienste ver-weigerte, ihm den Gnadenstoß zugeben. Freund-licherweise hatte der gute Junge mal kurz vorge-spült und war dann stehen geblieben. Mehrmaliges Betätigen aller Tasten, Schalter und sonstiger
elektronischer Einrichtungen an seinem Bedienpult quittierte er zwar, aber unter Auslassung des Wasch- und des Spülganges trocknete er den verbliebenen Dreck noch richtig schön fest – das anschließende Handspülen war eine wirkliche
Freude. Die Wut hierüber hat sicher die Entschei-dung für ein neues Gerät
wesentlich beschleunigt.

 

Seine vermeintlich letzte Tat

 

Quasi zur Strafe suchten wir uns einen supertollen
Nachfolger für Sir Henry aus. Noch eine Sprühebe-ne mehr, verstellbarerOberkorb, Thermodry-ystem, zwei Besteckkörbe, noch geringerer  Wasserver-brauch...

 

Bis zur Lieferung sollten zwei qualvolle Wochen vergehen, Ich weiß nicht mehr zu sagen, wie wir diese über-standen. Am Vortag des Eintreffens beschloss ich, dass der Sir mir wenigstens seinen letzten Tag noch etwas verschönen soll, in dem ich das Handspülgeschirr von ihm wenigstens vorspülen ließ. Das konnte er ja noch! Dummer-weise versäumte ich, ihn während dieser verant-wortungsvollen Tätigkeit im Auge zu behalten.

 

Noch heute bei Conny

 

Nach anderthalb Stunden, als ich meiner Küche wieder einen zufälligen Besuch abstattete, fuhr mit der Schreck in die Glieder: Programm beendet! Ach, bitte nicht noch mal sorgfältig angetrocknete Speisereste! Was aber bot sich mir dar, als ich bangen Herzens die Klappe öffnete? Sorgfältig
gespültes und getrocknetes Geschirr funkelte mir regelrecht vorwurfsvoll entgegen. Das war nun also die Strafe für mich. Ich versuchte den Durchlauf
eines anderen Programms. Perfekt! Noch ein anderes, das gleiche Ergebnis.

 

In meiner nun einsetzenden Verzweiflung – der neue war nämlich schon voll bezahlt - fragte ich meine Freundin Conny, ob sie denn nicht schon immer einen Geschirrspüler haben wollte... Sie wollte und Sir Henry wurde der ihre. Unser neuer bekam keinen Namen. Auch dieser segnete inzwischen das Zeitliche. Sir Henry aber spült noch heute bei Conny. Sie meint, er hätte wohl eher was Seelisches gehabt. Wenn ich sie mal besuche, würdige ich den fiesen Kerl keines Blickes.

 

Caro v. Creutz

5 (2012-10-03)

Foto: Archiv

 

Ich sammle

 

 

 

nichts

Ein Bericht von Karl-Ludwig W. (66) aus Berlin-H.

Ich sammle nichts. Ich wüsste erstens nicht was ich sammeln soll, zweitens nicht wozu und drittens hätte ich auch gar keinen Platz für eine Sammlung.

 

Ich habe nämlich nur eine kleine 2-Zimmerwohnung. In dem kleinen Zimmer, dem halben, ist mein Schlafraum. Darin stehen außer meinem Bett nur noch ein Kleiderschrank und ein Wäschebehälter. Außerdem zwei Wäsche-Trocken-gestelle, das Bügelbrett und der Staubsauger. Aber so kann ich mich kaum noch darin rühren. Deshalb ist mein Bett schon ein wenig die Ablage für ungebügelte Wäsche geworden und mein Schlafplatz hat sich reduziert, aber das geht schon so. Das andere Zimmer ist natürlich mein Wohnzimmer.

 

Darin steht meine alte DDR-Schrankwand und ebenso die große Couchgarnitur, ein riesiger tschechischer Fernseher, außerdem ein ganzes Blumenfenster voller Pflanzen. Leider sind die Pflanzen bis auf zwei Kakteen schon eingegangen, weil ich einfach mit der Gießkanne nicht bis zum Fenster durchkomme. Das sieht nun wahrscheinlich auch von außen nicht so sehr schön aus mit den vielen welken Blättern und Stängeln – aber das ist nun mal nicht zu ändern. Ich musste ja auch noch einen Essplatz in dem Raum unterbringen. Da verzichte ich schon auf einen großen Teil des Platzes auf dem Tisch.

 

Genialerweise habe ich mein alltägliches Geschirr nämlich gleich griffbereit. Das meiste davon kann man ja sowieso gleich nach dem Essen da stehen lassen. Essen ist ja kein Dreck – also ist es sauber. Auch Zeitungen habe ich da immer praktisch griffbereit. Manche sind zwar schon ein paar Jahre alt, aber ich habe wirklich nur die aufgehoben, in denen was steht, was ich noch lesen will. Meine drei Kätzchen brauchen auch ein bisschen Platz. Die Fressnäpfe stehen gleich neben dem Esstisch, sie merken schon, dass ich ein ganz praktischer und gut organisierter Mensch bin.

 

Überall liegt und steht alles griffbereit. Zu mir könnte immer jemand kommen, der vielleicht mal eine Tüte braucht, oder eine Plastikdose. Ich hebe alles auf, was der Mensch irgendwann mal gebrauchen kann. Man kann so viele Dinge nochmals verwenden oder gebrauchen, wenn man nur ein bisschen drüber nachdenken würde. Ich sag’s ja, ich bin perfekt organisiert – das spart ja auch zusätzlich noch Geld. Wenn ich jetzt ein Zimmer mehr hätte, wäre das natürlich richtig prima, dann könnte sich alles, was ich so habe, ein bisschen besser verteilen und ich mich in meinen vier Wänden besser bewegen, aber wie gesagt, das geht schon so, man muss nur wollen.

 

Also wirklich, wo sollte ich noch eine Sammlung unterbringen? Auf meinen Schränken stehen überall Bananenkisten, da wäre nicht mal mehr Platz für eine Briefmarkensammlung. Was in den Kisten drin ist? Das weiß ich leider nicht mehr. Aber es war 100%ig was, was man noch gebrauchen kann. Wenn ich mal Zeit habe, guck ich in alle rein und schreibs außen drauf. Ich weiß bloß nicht, wie ich das machen soll, weil ich mir nicht vorstellen kann, wo ich die einzelnen Kisten zum Durchgucken erstmal hintun soll.

 

Kürzlich sagte meine Freundin, sie besuche mich nicht mehr, denn ich hätte ein Messie-Problem. Nun verstehe ich nicht, was habe ich mit dem argentinischen Fußballspieler zu tun, was versteht die von Fußball und was ist daran negativ? Mein einziges Problem ist, ich habe wirklich NULL Platz. Und deswegen kann ich einfach nichts sammeln.


Caro von Creutz 2012

 

4 (2012-04-11) MAXI

Foto: Archiv LW

 

 

Telefonliebe

Montag, der 3., 20.16 Uhr

Hallo Schatz! Du hast doch am Freitag gesagt, du rufst an.

 

Ach ja Liebling, wollte ich auch. Ich hatte es mir gestern so richtig gemütlich gemacht, ein Video angesehen und ein Bierchen getrunken beim Schein einer Kerze. Es war eine ganz romantische Stimmung, da dachte ich, jetzt rufst du deinen Liebling an. Griff nach dem Hörer, stieß an die Kerze. Das ganze dunkelrote Wachs verspritze auf meinem schönen hellen Laminatboden, die Tischdecke war durchtränkt, Geschirr und Besteck bekleckert, sogar an der Schrankwand fand ich noch dunkelrote Punkte, es war eine üble Sauerei. Als ich das alles auch nur einigermaßen beseitigt hatte, war die schöne Stimmung natürlich hinüber und ich bin frustriert schlafen gegangen. Lieb, dass du angerufen hast, ich guck jetzt Fußball. Ich ruf dich wieder an, bis dann!

 

Mittwoch, der 5., 20.21 Uhr

Hallo Schatz, du hast doch am Montag gesagt ...

 

Ach ja, Liebling, wollte ich auch. Es war so ein herrlicher Spätnachmittag, ich bin noch mal raus in den Garten, um frische Osterglocken auf den Tisch zu stellen, ehe ich mit dir ein romantisches Schwätzchen mache. Und was passiert? Tür knallt zu, keinen Schlüssel mit und ich stehe frierend draußen. Irgendwann kam der Nachbar von der Arbeit, bei dem ich mir eine Leiter borgen und durchs Badfenster in mein eignes Haus einsteigen konnte. Ich war so durchgefroren, die schöne Stimmung war hinüber. Bin nur noch in die Wanne und dann ins Bett. Lieb, das du angerufen hast. Du, ich hab gerade Bouletten auf dem Herd, ich ruf dich wieder an, bis dann!

 

Sonnabend, der 8., 20.17 Uhr

Hallo Schatz, du hast doch ...

 

Ach ja, Liebling, wollte ich auch. Gestern Abend, da war so ein romantischer Sonnenuntergang. Ich guckte vom Küchenfenster in den Vorgarten. Plötzlich sehe ich, wie jemand den Hund sein großes Geschäft direkt an meinem Zaun verrichten lässt! Da bin ich aber raus (nee, nee, an den Schlüssel hab ich noch gedacht!) und hab dem erst mal ein paar Takte erzählt, dass er den Dreck beseitigen muss, ich hol sonst das Ordnungsamt. Du, der Kerl ist fast noch handgreiflich geworden! Die schöne Stimmung war hinüber. Ich war derart aufgeregt, musste Baldrian nehmen und bin auf der Couch eingeschlafen. Lieb, dass du angerufen hast, ich geh jetzt mit Harald ein Bierchen trinken, ich ruf dich wieder an, bis dann!

 

Dienstag, der 11., 20.15

Hallo Schatz, du ...

Ach ja, Liebling wollte ich auch. Sonntagnachmittag wollte ich dich fragen, ob wir was zusammen unternehmen. Da kam meine Muter mit den neuen Gardinen. Die mussten natürlich sofort aufgehängt und ordentlich gelobt werden. Dann musste ich ihr natürlich einen Kaffee anbieten. Sie erzählte mir die langweiligsten Geschichten von ihrer Nachbarin, die ich gar nicht kenne, zum achtundzwanzigsten mal, ich schlief dabei ein. Als ich erwachte, war sie weg, aber einen Zettel mit zwei hässlichen Sätzen lag auf dem Tisch. Die schöne Stimmung war hinüber. Lieb, dass du angerufen hast, ich muss jetzt zum Sport, ich ruf dich wieder an, bis dann!

 

Mittwoch, der 19., 20.04

Hallo Liebling, ich hab ja so lange nichts von dir gehört!

 

Ach ja, Schatz. Weißt du, ich war an diesem wunderbaren Frühlingssonntag im Chinesischen Garten. Es war eine herrliche Stimmung, die überall sprießenden Blumen, die fröhlich zwitschernden Vögel und die wärmende Sonne. Da setzte sich ein netter Kerl zu mir auf die Bank. Wir haben uns wunderbar unterhalten und später noch ein Eis zusammen gegessen. Montag waren wir im Kino und gestern im Konzert. Plötzlich dachte ich an dich, da war die ganze schöne Stimmung hinüber und deshalb ... habe ich dich ganz schnell wieder vergessen!

 

Caro v. Creutz



3 (2012-02-10) MAXI

Foto: Archiv LW

 

 

Traumfrau

Was die Werbung in meiner bunten Frauenzeitschrift namens Das Bild der kleinen heilen Welt der Frau von heute im Spiegel der neuen Woche oder so ähnlich uns hier erzählen will, glaubt frau mitunter allzu gern:

 

DER LEICHTE WEG ZUR WUNSCHFIGUR – OHNE DIÄT, OHNE OPERATION!!!!

 

Ein Mann im Arztkittel, schön wie Armin Müller-Stahl mit der seriösesten Ausstrahlung der Welt lächelt der Betrachterin erfolgversprechend ins Gesicht.

Die Methode ist natürlich SENSATIONELL,

Die Gelegenheit ist natürlich EINMALIG,

Der Preis ist natürlich WAHNSINNIG GÜNSTIG,

Der Erfolg ist natürlich VERBLÜFFEND,

Der Wirkung ist natürlich DAUERHAFT,

 

Der Effekt ist natürlich ENORM, denn frau hat danach ein schöneres, leichteres Leben, die Welt und ganz besonders die Männerwelt liegt ihr nun zu Füßen, darauf wartend ihr diese küssen zu dürfen oder von ihnen getreten zu werden ...

 

Welche Aussicht auf ein besseres Dasein, aus dem eigenen, zugegeben doch etwas großflächigen Schatten heraustreten zu können. Aufgeregt tasten sich meine Blicke zum Seitenende, die kleingedruckten Preise tapfer überspringend, auf der Suche nach einer Telefonnummer. Natürlich habe ich nicht den tollen Doktor aus der Anzeige an der Strippe, sondern eine leicht schnippische Vorzimmertussi - garantiert rappeldürr - die mir aber sofort meinen Wunschtermin verspricht, als hätte sie nur auf meinen Anruf gewartet.

 

Aus irgendeinem Nirvana komme ich ganz langsam zu mir.

Zunächst nur schemenhaft durch sehr viel gleißendes Licht nehme ich ein Zimmer wahr, in dessen Mitte ein hochmodernes Krankenbett mit mir obendrauf platziert ist. Die alle Sinne lähmende Watte in meinem Kopf verflüchtigt sich langsam und gibt mir Gelegenheit für einen Erinnerungsversuch.

 

Im gleichen Moment erlange ich auch eine gewisse Bewegungsfähigkeit wieder, hebe meinen Arm und erschrecke fast. Ein dünnes Ärmchen, wie ich es vielleicht mal mit 13 hatte, ach und erst der Oberkörper! Fast kann ich meine Taille mit den Händen umspannen. Einen Bauch habe ich nicht mal andeutungsweise, eher ist eine kleine Kuhle an seiner Stelle! Schmale Hüften und Oberschenkel, wie ein Mannequin, ich kann mich gar nicht mehr einkriegen vor Begeisterung. Schlank, schlank, ich bin schlank! Armin Müller Stahl hat Wort gehalten!

 

Ab den Knien abwärts liegt eine voluminöse, aber ganz leichte Decke auf meinen Beinen. Nur dieser verdeckte Teil meines Körpers fühlt sich etwas komisch an. So, wie gar nicht richtig zu mir gehörig. Fremd und schwer. Kaum denke ich daran in der unmittelbaren Umgebung des Bettes nach einer Klingel zu suchen, kommt schon eine hübsche alterslose Schwester um freundlich nach meinem Begehr zu fragen.

 

„Meine Beine...“ stammle ich nur und zeige ganz schüchtern auf die dicke Beule am Fußende. Mit lautem Lachen reißt sie die Decke hoch und weidet sich an meinem Entsetzen. Meine Waden haben je 30 cm Durchmesser, das Fleisch ist in Falten gelegt, es sieht aus wie Isolatoren an Hochspannungsmasten oder als hätte man mir auf jeden Unterschenkel 10 türkische Fladenbrote aufgespießt. „Stehen Sie auf!“ befiehlt sie mir und das schöne Gesicht wird zur hässlichen Fratze. Ich versuche zu gehorchen, die Schwere der Beine reißt selbige auf den Boden und meinen Oberkörper in die Höhe.

 

Wie ein Stehaufmännchen, denke ich verzweifelt und überlege doch tatsächlich, was ich denn jetzt für Röcke tragen muss. Gezwungenermaßen breitbeinig stehe ich da und versuche ein paar Schritte zu machen, aber ich kann die Füße kaum anheben. „ Ja, meine Liebe“ geifert sie wieder los, „das sind fast 15 kg Fett in jedem Bein, oder was meinen sie denn, wo die jetzt sein sollen!?!“ Mir wird schlecht und schwindlig, ich muss mich auf das Bett fallen lassen, die Ohnmacht erlöst mich.

 

Als ich diesmal zu mir komme, sieht es um mich herum aus wie zuhause und ich wie immer. Auf meinem Speckrollenberg liegt diese Zeitschrift namens Das Bild der kleinen heilen Welt der Frau von heute im Spiegel der neuen Woche oder so ähnlich und ich auf meiner Couch. Mit einem Schwung bin ich auf den Füßen und die Zeitung im Altpapier. Wild entschlossen und motiviert bis in die Haarspitzen erklimme ich meinen Hometrainer und stelle mir ehe ich in die Pedale trete eine wesentlich höhere Ziel-Kalorienverbrauchszahl als gestern ein.

 

Caro v. Creutz

 



2 (2012-01-08) MAXI

Repro: Tapetenwechsel o.h.G

 

 

Teamwork

Es muss uns sehr gut gegangen sein an dem Tag, als wir beschlossen, unsere Resturlaubstage mit dem Renovieren zweier Räume unseres trauten Heimes anzureichern. Dunkel erinnerte ich mich, dass wir bei der letzten solchen Aktion einmütig festgelegt hatten, beim nächsten Mal einen Fachmann zu beauftragen.

Keine Ahnung, wo dieser Anflug von Großzügigkeit damals herkam, so was macht man doch locker selber und spart noch eine Menge Kohle dabei. Als dann aber der begleitende Beziehungsstress einsetzte, kamen doch gedankliche Assoziationen zu Parallelen, die längst ins tiefste Unterbewusstsein verbannt waren.

Das erste Kräftemessen gewann ich, mir wurden - abweichend von den originellen weißgetünchten Raufaserflächen - zwei farbige Wände zugestanden. Fast stündlich hielt das Leben neue Überraschungen für uns bereit und bescherte uns ein nicht gerade anregendes emotionales Wechselspiel: So beschäftigte uns einen ganzen ungeplanten Tag lang die Entfernung vorhandener Tapete mit 5-7 Farbschichten.

Wer kennt und wer erst beschreibt Freude, ach was - Triumph! wenn es gelingt, ein Stück abzulösen, das mehr als handtellergroß ist? Tapete hatte ich trotz fünfmaligen Nachrechnens viel zu viel besorgt, dafür reichte sein Rissband nicht; mein Pinsel für die Kunstharzfarbe ließ schwarze Haare auf den weißen Türrahmen zurück; Er  beschädigte die Verdünnerflasche, weil Ihm der Öffnungsme-chanismus nicht vertraut war; ich hatte nicht genug Tapetenkleister angerührt, trotz gleicher Technologie hatte der Nachschlag eine andere Konsistenz, man sieht es noch heute an der Bahn hinter dem Fernseher.

Die Belastung durch die ungewohnte körperliche Arbeit und der Druck, diese in einem hohen Qualitätsniveau innerhalb einer vorgegebenen Frist zu absolvieren, hatten unsere Toleranzgrenze im täglichen Miteinander erheblich abschwellen lassen. Schuldzuweisungen für die kleinen Missgeschicke saßen wie Stachel mit Widerhäkchen direkt unter der Haut. Eine spätere Entschuldigung zählte nicht, denn im entsprechenden Moment war jedes Wort so gemeint, gesteuert von der Menge des gegenwärtigen Adrenalinausstoßes. Erst beim abendlichen Gestöhne über Nacken- und Rückenschmerzen sowie schwere Beine war die partnerschaftliche Harmonie wieder unüberhörbar.

Eines Tages, der Urlaub war längst vorbei, lagen akzeptabel renovierte Räume vor uns. Die Freude über das selbst und ganz allein Vollbrachte ließ uns fast vergessen, was hinter uns lag. Nun befürchte ich, dass wir uns beim nächsten Renovieren gar nicht mehr erinnern. Die körperlichen Kräfte verhalten sich zum reifenden Alter umgekehrt proportional und diese Entwicklung ist eher dynamisch, denn linear. Auch die Voraussetzungen für einen konstruktiven Streit werden mit dünnerem Nervenkostüm und spitzeren Zungen ebenfalls eher schlechter.

Noch sind wir weitsichtig der Meinung, von jetzt an nur noch einen Fachmann zu beauftragen. Vielleicht findet sich jemand, so in ca. 3-5 Jahren, der uns dann mal diese Zeilen unter die Nase hält!


1 (2011-12-02) MAXI

Perlhuhnbrüstchen oder Gänsebraten - das ist hier die Frage...

Fotos: Archiv LW


Mama

Mama.doc
Microsoft Word-Dokument [23.5 KB]

Do              20.07.2017 

Nr.           2.461 - 1.158

Aktualisierung        19:15

Übrigens,

 

… in Berlin werden immer noch dringend Wahlhelfer gesucht - ein Interessent wollte sich deshalb melden, aber … Sie glauben nicht, was dann geschah (doch Sie ahnen es sicherlich): Online ließ sich die „Bereitschaftserklärung" auf dem beschriebenen Weg an die angegebene Stelle nicht senden, also schickte unser freundlicher Helfer das Papier per Mail an die allgemeine Adresse des Bezirksamts - das war vor zehn Tagen, bis heute keine Antwort. Nächster Versuch: Persönliche Anmeldung im Rathaus Weißensee - doch dort hieß es: Nicht bei uns! Fahren Sie zum Rathaus Pankow … Das Resümee: „Im Bürgeramt Weißensee kann man kein Formular raussuchen und das ausgefüllte Ding dann nach Pankow senden? Statt dessen soll ich noch Fahrgeld bezahlen, um nach Pankow zu kommen? Also lassen wir das.“ TSCP

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 19.07.2017

17    19   21   27    36   41    SZ: 1

Spiel 77:  0177 997 

 

Super 6: 422 100  

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

1974 (2017-07-20) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Metalldiebe im Bergener Gotteshaus

In Sankt Marien hat

die Stunde 61 Minuten

Die westliche Außenwand

mit dem Grabstein einens

wendischen Priesters

BREAKING NEWS

Stand: 20.07.2017 - 19.25 Uhr

 

International

 

US-Präsident Donald Trump hat laut einem Medienbericht die verdeckten Waffenlieferungen der CIA an syrische Rebellen, die gegen die Regierung von Bashar al-Assad kämpfen, stoppen lassen. Die Entscheidung habe Trump vor knapp einem Monat nach einem Treffen mit CIA-Direktor Mike Pompeo und seinem Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster getroffen.

 

Nach dem Hickhack um die Gesundheitsreform und die Russland-Affäre seines Sohnes bringt ein Zeitungsinterview US-Präsident Donald Trump abermals in Erklärungsnot. Eben wegen der Kontakte seines Teams nach Moskau hat sich Trump nun offenbar nachhaltig mit seinem Justizminister Jeff Sessions entzweit. Er hätte Sessions nicht ernannt, wenn er gewusst hätte, dass dieser sich in der Causa für befangen erklären würde, sagte Trump in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der "New York Times".

 

In Russland ist der Entzug der Staatsbürgerschaft bei einer Verurteilung wegen terroristischer Straftaten nun möglich. Die Abgeordneten des Unterhauses verabschiedeten am Mittwoch in Moskau in dritter Lesung das Gesetz, das ausschließlich eingebürgerte Russen betrifft.

 

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu befand sich im Gespräch mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán. Sein Mikrofon soll bei dem privaten Treffen zeitweise noch eingeschaltet gewesen sein, so dass ihn Journalisten außerhalb des Zimmers hätten hören können. "Europa gefährdet seine eigene Entwicklung, in dem es seine Beziehung zu Israel in Gefahr bringt wegen dieses verrückten Versuchs, Bedingungen zu schaffen" für einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern, sagte er laut "Ynet" weiter. "Europa muss sich entscheiden, ob es leben und gedeihen will oder ausdörren und verschwinden."

 

In Griechenland haben sich in den vergangenen Wochen gewalttätige Angriffe auf Migranten gehäuft. Die Attacken werden meist nachts von Schlägertrupps durchgeführt, die mit Messern und Schlagstöcken bewaffnet sind.

 

Beim Errichten von Wohnraum haut Österreich im internationalen Vergleich kräftig auf den Putz: Mit 7,6 Bauvorhaben pro 1.000 Einwohner wurde 2016 der höchste Wert von 19 untersuchten Ländern erreicht, wie aus dem aktuellen Deloitte Property Index hervorgeht. Dahinter folgten Israel mit 6,1 und Frankreich mit 5,7 geplanten Wohnungen. Das Schlusslicht bildete Portugal mit 1,1 Wohnbauvorhaben. 

 

Deutschland/Berlin

 

Im Streit zwischen der Türkei und Deutschland über die Inhaftierung deutscher Staatsbürger wird der Ton immer schärfer. Das türkische Außenministerium erklärte am Donnerstag, die deutschen Äußerungen zur Festnahme von Menschenrechtsaktivisten seien nicht akzeptabel. "Das war eine direkte Einmischung in Angelegenheiten der türkischen Justiz."

 

Ein Unwetter über dem Ruhrgebiet hat zum Tod einer 51 Jahre alten Frau in Dortmund geführt. Die Frau sei an den lebensgefährlichen Verletzungen gestorben, die ihr am Mittwochabend ein umstürzender Baum zugefügt habe, sagte eine Polizeisprecherin am Donnerstag. 

 

Sport

 

Fussball

 

Teammanager Antonio Conte hat seinen Vertrag beim englischen Fußball-Meister FC Chelsea vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2021 verlängert. Das gaben die Londoner am Dienstagabend bekannt. Der ursprüngliche Vertrag des 47-Jährigen wäre bis 2019 gelaufen.

 

Spaniens Fußball-Teamstürmer Alvaro Morata wechselt von Champions-League-Sieger Real Madrid nach London zum englischen Meister Chelsea. Dies bestätigten beide Clubs am Mittwochabend. Die Ablösesumme für den 24-Jährigen soll laut spanischen Medienberichten 80 Millionen Euro betragen. Damit würde Morata zum Rekord-Verkauf der Madrilenen und zum teuersten Chelsea-Transfer. 

 

Radsport

 

Tour de France

 

Chris Froome strampelt bei der Tour de France seinem vierten Gesamtsieg entgegen. Der Brite hielt mit seinem Sky-Team am Donnerstag auch auf der letzten Bergetappe den Angriffen der Konkurrenz stand. Auf der 18. Etappe mit dem Schlussanstieg auf den Col d'Izoard belegte Froome Rang vier zeitgleich hinter seinem schärfsten Rivalen Romain Bardet.

 

18. Etappe, Briancon – Izoard (179,5 km):

 

1. Warren Barguil (FRA) Sunweb 4:40:33 Stunden 2. Darwin Atapuma (COL) UAE +20 Sek. 3. Romain Bardet (FRA) AG2R 4. Chris Froome (GBR) Sky 5. Rigoberto Uran (COL) Cannondale 22 6. Mikel Landa (ESP) Sky 32 7. Louis Meintjes (RSA) UAE 37 8. Daniel Martin (IRL) Quick-Step 39 9. Simon Yates (GBR) Orica 59 10. Alberto Contador (ESP) Trek 1:09 Min.

 

Gesamtwertung:

 

1. Froome 78:08:19 2. Bardet +23 Sek. 3. Uran 29 4. Landa 1:36 5. Aru 1:55 6. Martin 2:56 7. Yates 4:46 8. Meintjes 6:52 9. Barguil 8:22 10. Contador 8:34

 

Profiwissen für den privaten Bauherrn

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© laptopwerk

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.