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DEM TAG AUF

 DEN PULS GEFÜHLT

 

Man sollte es nicht gleich jeden Tag tun... -aber auch möglichst  keinen  auslassen

906 (2017-05-08) Hilmar Bürger

 

Max Lang zog zum dritten Mal blank

 

Der Chemnitzer Publikumsliebling gewann das Gewichtheber-Turnier um den Pokal der Blauen Schwerter in Meißen wie auch schon 2012 und 2013

Collage: Hilmar Bürger

 

Im Programmheft der 28. Auflage des Gewichtheber-Traditionsturnier um den Pokal der Blauen Schwerter in Meißen wurde eine Seite den vier Doppelsiegern seit 1973 gewidmet: Andreas Letz (1981 und 1982), Ronny Weller (1989 und 1992), Bernardin Kingue Matam (2014 und 2016) sowie Max Lang (2012 und 2013). Sie sind als Spielkarten-Buben dargestellt.

Von links: Jürgen Spieß (4.), Arturs Plesnieks (2.), Daniel Dolega (2.), Max Lang, Simon Brandhuber (5.), Frau Beate Preuß von der Porzellanmanufaktur

 

Nach dem ereignisreichen Wettkampftag am 6. Mai müssen die Karten neu gemischt werden: Es gibt nun einen Dreifachsieger: Max Lang, der Publikums-Liebling vom Chemnitzer AC, hat die Trophäe zum dritten Mal erkämpft. Und dabei stellte der Schützling von Trainer Michael Vater einen neuen Rekord auf. Mit der neuen Bestleistung für die Turniere des Neubeginns an 2012 von 187.0 Relativpunkten erkämpfte er sich bei stärkster Konkurrenz die begehrte, wertvolle Porzellanvase erneut.

Nun heißt es zum dritten Mal: „Max Lang zog blank“:

 

Max-Lang und AC-Chef

Andreas Wünsche aus Meißen

An meinem erneuten Erfolg haben die Fans hier in der Halle und die Organisatoren vom AC Meißen großen Anteil“, lobte der starke Sachse. „Die erste Vase habe ich meiner Oma gewidmet, die zweite meinem einstigen Trainer Stefan Grützner und die dritte möchte ich dem AC Meißen übergeben.“ Und er überreichte die Trophäe dem Vereinsvorsitzenden Andreas Wünsche.

Von links:

Atenery Hernandez, Rebeka Koha und

Patricia Strenius

Moderator Marc Huster konnte schon vor der ersten Hebung dieser zweiteiligen Veranstaltung einen Rekord verkünden. Gäste aus zehn Ländern waren diesmal angereist. Mehr waren es seit 2012 noch nie. Und dann purzelten auch auf der Heberplattform die Rekorde. Auch die Siegerin bei den Frauen erreichte eine neue Punktbestleistung.

Die 18-jährige Vorjahrssiegerin Rebeka Koha aus Lettland erreichte 169.0 Zähler. Die Vizeeuropameisterin 2017 verbesserte ihren eigenen Europarekord der Altersklasse U23 von 95 kg, mit dem sie in dieser Disziplin in Split sogar EM-Gold gewann in Meißen jetzt auf 96 kg.

 

Und so hatten nach dem Wettstreit der 33 Teilnehmer EWF-Vizepräsident Colin Buckley aus Irland, Meißens Bürgermeister Markus Renner und die Produktions-Leiterin der Porzellanmanufaktur Beate Preuß bei der

abschließenden Siegerehrung alle Hände voll zu tun. Bei den Männern standen der Lette Arturs Plesnieks und der Pole Daniel Dolega mit 175.0 Punkten gemeinsm auf zweiten Treppchen. Bei den Frauen schafften hinter

Rebeka Koha, die auch Siebente der Gesamtwertung wurde, die Spanierin Atenery Hernandez (11./2.) und die Schwedin Patricia Strenis (12./3.) den Sprung auf das Treppchen. Auch die beiden vertretenen Europameister wurden besonders geehrt: Joanna Lochowska aus Polen erhielt den Publikumspreis und der Italiener Marco Scarantino, der knapp dreimal

an einem gültigen Stoßversuch scheiterte, konnte sich wenigstens über einen Trostpreis freuen.

 

Zum Pokalkampf hatten sich auch elf deutsche Heber eingefunden. Neben Max Lang überzeugte National-Mannschaftskapitän Jürgen Spieß und Simon Brandhuber mit hohem Kampfgeist. Auch die Junioren Jon Luke Mau und Leon Schedler aus dem Branden-burgischen fanden viel Beifall der Fans. Dem stimmten auch Jürgen Heuser, der Superschwergewichts-Weltmeister von 1978 von der Ostseeküste sowie Sport-journalist Gunnar Meinhardt aus Berlin zu, die einst selbst auf der Blaue-Schwerter-Heberbühne standen und nun von Marc Huster im Talk befragt wurden..

Die Stimmung hier ist wie schon früher absolut begeisternd“, versicherte der „Löwe“ aus dem Norden.

Von links:

Marc Huster, Jürgen Heuser

und Gunnar Meinhardt

Und es waren noch weitere Gäste zugegen, die einst beim Pokal der Blauen Schwerter mitgewirkt hatten:

Gabi und Peter Butze waren aus Chemnitz gekommen. Sie trafen viele Bekannte, hatten als einziges DDR-Profi-Bodybuildingpaar 1986 im Rahmenprogramm mitgewirkt. „Wir haben lange kein Gewichtheben

mehr gesehen – zuletzt beim AC in Chemnitz – das hier war wieder

ein tolles Erlebnis.“

Gabi Butze und Eva Petzold

Diesen Termin werden sich alle Fans schon heute dick im Notizbuch angestreichen: Am 14. Mai 2018 steigt der 29. Pokal der Blauen Schwerter.

Hilmar Bürger

905 (2017-05-03) Hilmar Bürger

Hall of „Shame“

Unmögliches und Kurioses

 

Der 1. April ist nun doch schon etliche Tage vorbei. Doch es gab in den letzten Tagen einige Ereignisse im Sport, die manchem durchaus als Aprilscherz erscheinen könnten. Als ganz besonders schlechter muss jener gelten, den sich wieder einmal die Jury der sogenannten deutschen

„Hall of Fame“ ausgedacht hat. Mit Gustav „Täve“ Schur und Heike Drechsler hielten sie zwei der erfolgreichsten und populärsten

DDR-Sportler nicht für würdig, aufgenommen zu werden.

Täve – das Idol ganzer Generationen in der DDR – erhielt jetzt sogar diese Ablehnung zum zweiten Mal.

Da muss mit dieser Halle doch irgend etwas schief laufen. Oder geht es hier gar nicht um Sport? Soviel können sich die Fans nicht geirrt haben, die den

zweifachen Weltmeister im Straßenradsport und zweifachen Friedensfahrtsieger neunmal zum DDR-Sportler des Jahres gewählt haben. Da weiß man jetzt, was ihre Meinung heute noch wert ist.

 

Dass es auch anders geht, beweist das Sportmuseum in Marzahn Hellersdorf, wo Täve Schur neben dem leider verstorbenen, einstigen Berliner SAT.1-Sportchef Michael Lion sowie der aus Marzahn stammenden deutschen „Hammerwurf-Lady“ Betty Heidler in der „Galerie der Ehre“ aufgenommen ist (siehe unten).

Sollte sich die Hallen-Jury mal ansehen.

 

Zum Nachdenken regt auch eine Diskussion an, die sich jetzt im fernen Auckland bei den Gewichtheber-Wettbewerben der World Masters Games ergab. Im höchsten Limit der jüngsten Frauen-Altersklasse (35 bis 39 Jahre) gewann Laurel Hubbard für Neuseeland, geboren vor 39 Jahren

als Sohn Gavin des Bürgermeister von Auckland.

Der ehemalige Juniorenmeister Neuseelands

ließ sich als Mittdreißiger in eine Frau umwandeln

und gab nun allen Rekorden der Alterklasse den Garaus. Neben Beifall gab es auch viele

Verwunderte Gesichter.

 

Nicht nur im großen Sport passieren merkwürdige Dinge. So gab es am Sonnabend in Gotha ein Verbandsliga-Fußballspiel, das nur 19 Minuten dauerte. Nicht, dass die Gastgeber vom FSV Wacker 03 Gotha gegen

das Teistunger Wacker-Team aus dem Eichsfeld beim 4:0 genug hatten. Und auch nicht, weil der Schiedsrichter den Roten Karton mehrfach

zeigen musste.

Der Referee pfiff das Spiel ab, weil die Gäste nur noch sechs Spieler auf dem Platz hatten. Sie waren mit sieben Spielern angereist. Die anderen sollen zu einer Hochzeit eingeladen gewesen sein Von den Sechsen verletzte sich einer. Und sechs sind laut Reglement zu wenig. Das hatte sicherlich noch kein Beteiligter erlebt. Auch kein Zuschauer. Eigentlich hätten sie rund vier Fünftel vom Eintrittsgeld wiederbekommen müssen. Aber das wollte sicher

keiner haben.

 

HB

904 (2017-04-04) Hilmar Bürger

Bürger 

Gingen

Gemeinsam

Eine Kappe voll Vorosterfreuden 

 

Die Baugesellschaft Gotha mbH (BGG) lud am Sonnabend zum Osterspaziergang ein. Etwas vorzeitig, aber genau richtig. Die Organisatoren hatten für die fast Dreistunden-Runde auf dem Boxberg österliches Frühlingswetter vom Feinsten bestellt.

 

Gemäß der Initialien könnte man über diese von rund 200 BGG-Fans in Angriff genommene Wanderung auch „Bürger Gingen Gemeinsam“ beim „Boxberger Gesundheits-Gang“ sagen – was alles ebenfalls zutraf.

 

Die BBG ist der größte regionale Wohnungsanbieter, und so zählten natürlich die gut gelaunten Mitspazierer, die sich am Morgen in der Sonder-Waldbahn einfanden, meist alle zum Mieterkreis der Gesellschaft.

 

Man versteht sich dort auf Kundenpflege, und so spornten die Begrüßungsworte von Geschäftsführerin Christine Riede an der Boxberg-Haltestelle regelrecht an, die Wanderstrecke unter die Füße zu nehmen.

 

Für nicht Ortskundige: Der Boxberg ist einer der drei Hausberge Gothas.

Er war in ganz Deutschland bekannt durch sein Gestüt und seine Galopprennbahn, wo in der Nachkriegszeit auch bei Gras- und

Sandbahnrennen Motorräder knatterten. Das ist nun leider vorbei.

Das letzte Pferderennen gab es Im Jahr 2011 – der Berg und auch das

fast 140 Jahre alte Ensemble mit denkmalgeschützter Tribüne, Wettschaltern und natürlich der „Rennbahn-Gaststätte“ blieben erhalten. Auf dem einstigen Geläuf weiden nun streckenweise einige Pferde. Im Zielraum ist es Maulwürfen überlassen, zum Endspurt anzusetzen. Dafür gibt es keine Wetten. 

 

Das war auch das Ziel, wo rechtzeitig der Brätelrost angworfen wurde.

Zuvor gab es je nach Lust und Kondition sehenswerte Zwischenstationen, zu denen Tilo Schmidt aus Gospiteroda führte, wo es auch interessante Erläuterungen über Bedeutung und Geschichte des jeweiligen

Objektes gab.

 

Beim Hügelgräberfeld aus der Jungsteinzeit und der frühen Eisenzeit erfuhr man, was bei Grabungen gefunden oder nicht gefunden wurde. In braunen Zeiten wurde dort sogar dem Germanenkult gehuldigt. Jetzt kümmert sich das Landesamt für Archäologie und ehrenamtliche Heimatforscher um diese Stätte. Mir kam so in den Sinn: Vielleicht ist auch der „Herr von

Boilstädt“ aus dem Frühmittelalter, der 2013 nur einige Kilometer entfernt entdeckt und ausgegraben wurde, hier mal vorbeigekommen. 

Wie dem auch sei – der Leinakanal, an dem vorbei die Wanderung weiterging, ist auch so ein Zeugnis der Vergangenheit. Landgraf Balthasar ließ Mitte des 14. Jahrhunderts das rund 30 Kilometer lange künstliche Gewässer anlegen, um die Stadt Gotha mit Wasser

zu versorgen. Zur Zeit allerdings ist der Kanal streckenweise ausgetrocknet.

Nächste Station war einer der schönsten Aussichts-Punkte im Thüringer Land - der Thüringer-Wald-Blick mit gleichnamiger Gaststätte und einer Pferdekoppel.

Hier gibt es die Sicht auf das wunderschöne Rennsteigpanorama mit dem Großen Inselsberg als Höhepunkt.

 

Übrigens:

Auch ein gutes Gelände, Ostereier zu verstecken.

 

Die Kinder fanden sie trotzdem!

 

Weiter ging es entlang der ehemaligen Rennbahn bis zur „Alten Eiche“, die 1000 Jahre auf dem knorrigen Buckel haben soll. Das war zugleich die Wendestelle.

 

Im Biergarten der „Rennbahn-Gaststätte“ fanden sich alle Wanderer wieder zusammen. Bratwurst,

oder (und) Rostbrätel hieß hier die Frage. Und

natürlich gab es auch Erfrischungen vom Faß. Hier parkte auch das Rote-Kreuz-Auto und dessen treue Begleiter. Und auch die fleißigen Helfer hatten sich diese Rast verdient.

 

Fazit: All das, was zum Gelingen dieses gut organisierten Osterspaziergangs beitrug, nahm die BGG auf ihre Kappe...

Hilmar Bürger

903 (2017-03-28) Hilmar Bürger

Mit einem Schluck

aus „KRIPO-LIVE“

Hauptkommissar Erfolg

 

Hagen Becker, Trainer vom FSV Wacker 03 Gotha – rechts mit Iskander Ezzine aus seinem Team.

Am Sonntagmorgen klingelte bei uns das Telefon: Kriminalpolizei Gotha ! Normalerweise eine Schocksituation. Für mich ein erfreuliches Erlebnis. Kriminalhauptkommissar Hagen Becker. Aber nicht in seiner Eigenschaft bei der Gothaer Kriminalpolizei, sondern als ehrenamtlicher Trainer des Fußball-Verbandsligateams vom FSV Wacker 03 Gotha.

„Ich möchte Dir etwas Erfreuliches mitteilen. Wir sind gestern Mannschaft des Jahres geworden...“ Dazu muss ergänzt werden: des Jahres 2016 im Landkreis Gotha.

Für den Coach, der seit Jahren die Geschicke seiner Mannschaft leitet, ist das ein ganz besonderer Erfolg. Er hatte vor Jahren den Mut eines Neubeginns mit maßgeblich sehr jungen Spielern vom damaligen Thüringer Landesmeister der A-Junioren. Dem Abstieg aus der Verbandsliga 2014 folgte ein absoluter Durch-Marsch in der Landesklasse 2016 und der Wiederaufstieg. Dafür erhielt sein Team und alle, die daran beteiligt waren jetzt die wohlverdiente Ehrung.

 

In den letzten Monaten lief es nicht gut, die Abstiegszone rücke bedrohlich näher. Aber gerade an dem Tag, an dem die Niederlagenserie durch einen Erfolg beim Team von Glücksbrunn Schweina mit einem 2:1 durchbrochen wurde, gab es abends in der Goldberg-Halle von Ohrdruf die umjubelte Zugabe! „Das soll uns weiter beflügeln“, versicherte Hagen Becker.

Der Coach und sein Mannschaftskapitän Younes El Antaki, Student in Jena.

Sein Vater ist Deutscher und TA-Sportredakteur in Eisenach, seine Mutter stammt aus Algerien.

Die Familie nahm ihren Namen an. 

Das Geheimnis seines Erfolges liegt in seiner Persönlichkeit. Er baut auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Trainer- und Betreuerteam – vor allem aber auch mit der Mannschaft. Diese ist nicht nur sehr jung - mit einigen

im Lauf der Zeit eingezogenen Korsettstangen durch einige erfahrene Rückkehrer zum Verein, sondern auch ein gutes Beispiel für Integrationsarbeit.

Das Wacker-Trikot der „Ersten“ tragen auch Spieler, deren Familien aus Afghanistan, Algerien, Tunesien, dem Irak und Vietnam stammen.

Hagen Becker findet in jeder Situation die richtigen Worte: Ruhig, bedacht, hin und wieder auch mal ein Scherz, ganz selten nutzt er die gehobene Stimme.

Eine Eigenschaft, die ich fast drei Jahre lang selbst schätzen konnte, da mein Besuch als Berichterstatter in seiner Kabine vor dem Spiel obligatorisch war.

Und er selbst hat dafür auch eine Art Wundermittel: Ein Schluck Kaffee aus seiner Tasse „Kripo Live“.

So wird auch auf dem Platz fast jeder Fall mit Erfolg gelöst.

 

Da ich aus gesundheitlichen Gründen meine eigene Website www.habe.web.de auflösen musste, soll diese Geschichte nun in www.laptopwerk.de“ erzählt werden. Es müssen sich nicht immer die

absoluten Höhen des Sports widerspiegeln. Auch so etwas gehört dazu.

In der gestrigen Ausgabe der „Thüringer Allgemeine“ wurde darüber berichtet.

Aus der TA vom 27. März:

Reportage von Falk Böttger,

Fotos von Lutz Ebhardt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto unten:

Mannschaftsbe-

treuer Manfred Meisel,

Kapitän Younes El Antaki

und Wacker-Vizepräsident Christian Gehret nehmen die Auszeichnung entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hilmar Bürger

902 (2017-03-12) Hilmar Bürger

Zwei eiserne Jubilare

Der „Schwarze Peter“ und

der „Deutsche“ aus Russland

 

In diesen Tagen haben zwei gute Freunde einen runden Geburtstag. Wolfgang Peter wird 90, David Rigert 70.

Besonderer Grund, sich an sie zu erinnern. 

Was verbindet mich mit Wolfgang Peter (rechts), der also gestern Geburtstag hatte. Zuerst einmal das Gewichtheben. Der gebürtige Mannheimer Junge war Jahrzehnte eine führende Persönlichkeit im internationalen Gewichtheben und deutschen Gewichtheben. Ersparen wir die Aufzählung seiner Tätigkeiten, Verdienste und Auszeichnungen. Es würde abendfüllend werden.

 

Ich lernte ihn 1980 beim Pokal der Blauen Schwerter in Meißen kennen. Es war die Zeit, als vor allem in westlichen Ländern ein Olympiaboykott für die Olympischen Spiele in Moskau avisiert wurde. Auch von der Sportführung der Bundesrepublik. BVDG-Präsident Wolfgang Peter gehörte zu jenen, die ihre Stimme dagegen erhoben und kämpfte leidenschaftlich um die Chancen der BRD-Gewichtheber. Von denen damals Rolf Milser zur absoluten Weltspitze gehörte.

 

Der Präsident gewährte mir für das „Sportecho“ ein

Interview, in dem er seine Meinung klar zum Ausdruck brachte. Und obwohl ihm das auch viel Ärger einbrachte,

bedankte er sich später bei mir, als er das Ergebnis unseres Gespräches schwarz auf weiß in der Zeitung gelesen hatte. Es war der Beginn einer freundschaft-lichen Beziehung, die ich viele Jahre später mit einem weiteren Interview für das Porträt „Manchmal musste er der ‚Schwarze Peter’ sein“ für die dreiteilige CD „Deutsches Gewichtheben“ krönen durfte.

Jetzt ist es ruhiger geworden um den kämpferischen wie auch freundlichen Mann,

der im französischen Bouzonville lebt.

Die Spuren seines erfolgreichen Wirkens sind jedoch überall dort zu finden, wo es um Historisches im Gewichtheben geht.

Was verbindet mich mit David Rigert (unten), der heute Geburtstag hat? Natürlich ebenfalls das Gewichtheben. Er ist eine lebende Legende dieser Sportart. Der Olympiasieger von 1976 weniger als erfolgreichster Gewichtheber aller Zeiten, sondern vor allem als einen der charismatischen Heber, den es je gab. Keiner konnte Gewichtheben so zelebrieren, wie er. Meine ich jedenfalls.

Als ich ihn persönlich 1975 beim Pokal der Freundschaft in Saporoshje kennelernte, war er schon lange weltbekannt. Es war jener Wettkampf, bei dem der Meißner Peter Petzold ihn das einzige Mal bezwingen konnte. Das zahlte David Rigert ihm mit seinen Weltrekorden beim Heimatturnier um die berühmte Porzellanvase stets insofern heim, als dass er damit in Abwesenheit zu hohe Hürden für den mehrfachen Dritten von Welt- und Europameisterschaften auftürmte. Der Pokal wurde für die erreichten Prozente des Zweikampf-Weltrekords vergeben. „Beck“ – wie ihn seine Freunde heute noch nennen – konnte ihn nie gewinnen. Dafür organisiert er jetzt als Sportlicher Leiter das Turnier ehrenamtlich.

 

Was vielleicht nicht so bekannt ist: David Rigert war sowjetischer Staatsbürger deutscher Nationalität. Irgendwie merkte man seiner Sprache an, dass sie mal irgendwo im deutschen Südwesten ihre Grundlage hatte,

Zar Peter hatte einst meine Vorfahren nach Russland geholt“, so David Rigert, wenn er von ganz früher redete.

Was er über die Stalinzeit zu berichten hatte, war höchst unerfreulich. Seiner Familie ereilte das Schicksal aller Russlanddeutschen in jener Zeit.

 

Während der siebziger und achtziger Jahre hatte ich mehrfach Begegnungen mit dem Modellathleten, der in vielen Dingen auch so seine eigene Philosophie betrieb. So meinte er zum Verhältnis Mann und Frau: „In der Ehe ist der Mann der Kopf und die Frau der Hals.... Der Kopf muss sich aber immer dahin drehen, wohin der Hals sich wendet...“ Sein sportlicher Grundsatz lautete: „Der Wille formt den Geist und die Muskeln“. Das Ergebnis waren nicht nur große Erfolge in drei Heber-Gewichtsklassen, sondern auch andere körperliche Höchstleistungen wie

speziell einarmige Klimmzüge. Kaum zu glauben, dass er ein kränkliches Kind war und mit fünf Jahren kaum gehen konnte.

 

Die Hantel war sein Freund. „Wenn ich die Heberbühne betrete, sehe ich das Eisen vor mir, das im Scheinwer-ferlicht blinkt und blitzt. Und ich denke mir immer: Na warte, Freundchen – dich packe ich!“ Aber: „An der Hantel muss man brutal sein können – gegen sich selbst!“

Seit 1985 prangt David Rigerts Konterfei auf dem Buchtitel von „Kraftproben“, das ich gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Klaus Weidt für den Sportverlag schreiben durfte. Das Konzept dazu hatten wir beide 1980/1981 bei unserer Wanderung rund um Berlin in zehn Etappen mit den Füßen erarbeitet. Und auch das Titelfoto von unserem leider schon verstorbenen, großartigen Buchillustrator Günter Bersch, hat seine Geschichte.

 

Es bedurfte einer langen Nacht im Moskauer Hotel

anlässlich der Weltmeisterschaften 1983, um ihn

davon zu überzeugen, dass er auf den Titel der „Kraftproben“ Buches gehört.

 

Nach seiner aktiven Laufbahn wirkte David Rigert mehrere Jahre als russischer Nationaltrainer. So

hatten wir auch 1986 bei den Europameisterschaften in

Karl-Marx-Stadt Gelegenheit zu erleben, dass nicht

all seine Schützlinge das Verhältnis zu Hantel so teilten, wie er es früher selbst handhabte. Jetzt lebt der einstige eiserne Weltstar in Taganrog, ist als Abgeordneter tätig und betrieb einige Jahre eine Gewichtheberschule.

Hilmar Bürger

901 (2017-03-01) Hilmar Bürger

 

Wo Hase und Igel sich treffen

Am Aschermittwoch ist doch nicht alles vorbei

Vorgestern zum Rosenmontag hatte ich ein echt närrisches Erlebnis.

An der Bushaltestelle in der Gothaer Südstraße. Unweit von meinem heimatlichen Gefilde. Ich hatte dort eine besondere Begegnung.

Nicht unheimlicher Art, aber eben besonders närrischer.

Zwei Busse kamen auf einmal. Jetzt wird jeder gelernte

Gothsche sagen: „Ist doch nichts Neues.

Das gibt es doch schon seit Jahresbeginn.“ Stimmt, aber ich hatte sie mir so noch nicht zur Brust gezogen: Zuerst kam der

von der RVG genannten Regionalen Verkehrsgesell-

schaft, dann der von Firma Steinbrück.

Da wird jeder Nicht-Gothaer staunen:

So ein toller Service, zwei Busse zur gleichen Zeit, da bleibt bestimmt keiner, der in die Stadt will, an der Haltestelle zurück. Stimmt. Im ersten Bus fuhren geschätzt acht Personen, im zweiten ein Fahrgast + Fahrer...

 

In Gotha, das sich immer so stolz Residenzstadt nennt, residiert derzeit das Bustransportchaos. Es ist wohl der einzige Ort in der Welt, in dem man jetzt gleichzeitig zwei Busse verpassen kann,

wenn man etwas zu spät kommt. Und wenn dann einem noch die gelben Müllsäcke, die an den Zäunen aufgehängt werden, um die Ohren fliegen, ist das närrische Glück perfekt.

 

Und da gerade Fasching ist, konnte man am Anfang dieses Doppelspasses einen der Busse als Hasen definieren und den zweiten als Igel.

Da war man sich aber noch nicht einig, wer wer war.

Jetzt scheint zumindest das geklärt: Jetzt sind Hase und Igel (fast) immer gleichzeitig da.

 

Und das nicht nur auf der Stadtlinie B, sondern auf 13 der 41 RVG-Linien. Die Gothaer schütteln nur die Köpfe. Die RVG lässt nun auf diesen Linien andere Busse fahren, weil sie die Verträge

mit der Gothaer Firma Wolfgang Steinbrück wegen finanzieller Differenzen kündigte.

Doch Steinbrück fühlt sich nicht gekündigt, weil seine

Verträge bis 2019 laufen würden.

 

Und so gibt es seit Anfang des Jahres auch ein rechtliches Hickhack, in dem vier Verfahren auf einmal vor dem Kadi verhandelt werden. Ein Ende ist vorerst nicht abzusehen.

Und so kann sich Gotha noch auf ungewisse Zeit an den „Doppeldeckern“ erfreuen.

 

So etwas macht berühmt. So berichtete bereits der NDR in einer Satireshow über die Gothsche Wundernswürdigkeit.

Und auch die „Thüringischer Allgemeine“ nahm sich heute sogar mit einem Titelfoto dieser Sache an.  

 

Leider gilt aber in dieser Hinsicht in Gotha nicht das närrische Motto „Am Aschermittwoch ist alles vorbei...“

 

Hilmar Bürger

900 Glückwunsch! (2017-02-07) Hilmar Bürger

 

Kraftmeier aus dem Weißen Haus

Deutsche Einwanderer unter sich

Für das internationale Gewichtheben richten sich in diesem Jahr alle Blicke nach Anaheim. Ein Ort, der nicht jedem Normalbürger und auch jedem Gewichtheber (noch nicht) geläufig sein dürfte. Dort sollen vom 28. November bis zum 5. Dezember die diesjährigen Weltmeisterschaften der starken Männer stattfinden.

Auch wir mussten googeln: Eine kalifornische Stadt, ungefähr 40 km südöstlich von Los Angeles, die erst 1857, also vor 160 Jahren, gegründet wurde. Wie der Name vermuten lässt, waren da deutsche Einwanderer im Spiel. Sie kamen aus der Gegend von Rothenburg ob der Tauber in Mittelfranken. Der erste Bayer dort soll Daniel Krämer gewesen sein. Vielleicht hat er Anteil an dem Wortteil „heim“ in dem Ort in der neuen Heimat. Man weiß nicht, ob seine Frau Anna hieß, falls er verheiratet war. Auch wenn das so gewesen wäre, sie hätte keinen Anteil am ersten Teil des Ortsnamens gehabt. Dafür zeichnete der Fluß Santa Ana verantwortlich. Er ist einer der größten Kaliforniens, rund 150 Kilometer lang.

In jenem Jahr, als der Ort - später die Stadt Anaheim - gegründet wurde, übernahm James Buchanan als 15. Präsident der Vereinigten Staaten das wichtige Amt.

Gelernt“ hatte er vorher als Außenminister. Doch die Zeit meinte es mit ihm nicht sehr gut. Es tobten noch Auseinandersetzungen zwischen den Nord- und Südstaaten, die später zum Bürgerkrieg eskalierten. Zum Teil herrschte auch noch Sklaverei.

 

Kein Wunder, dass der ursprüngliche Anwalt nur vier Jahre durchhielt. Wobei der Junggeselle, der seine Nichte als „First Lady“ zur Seite hatte, seinen Nachfolger Abraham Lincoln wissen ließ: „Wenn Sie so glücklich sind, das Präsidentenamt anzutreten, wie ich es bin, dass ich es verlassen habe, dann sind Sie ein wirklich glücklicher Mann....“

 

Buchanan kam mit seinen Eltern aus Irland nach Amerika. Bei allen Problemen, die auch er in seinem Amt hatte, ist er offensichtlich nie auf die Idee gekommen, irgendwelchen Menschen aus fremden Ländern die Einreise zu verweigern. Wovon schließlich

die Begründer von Anaheim profitierten.

 

Der aktuelle Nachfolger im Präsidentenamt, hat mit seinem Einreisebann vor allem auch für die Organisatoren in Anaheim für Verunsicherung gesorgt. Sind doch die von ihm verfemten sieben Länder auch Mitglieder des Internationalen Gewichtheberverbandes.

Phil Andrews vom Gewichtheberverband der USA erklärte sinngemäß, dass man aufrichtig hoffe, die Vertreter dieser Länder bei der WM in Anaheim begrüßen zu können. Es sei unvorstellbar, dass sie bei diesem Weltereignis nicht zugegen seien. Vom NOK der USA war zu erfahren: Die US-Regierung teilte mit, sicherzustellen, dass Athleten und Vertreter aus allen Ländern Zugang zu internationalen Sportwettkämpfen in den USA erhalten sollen...

 

So wie es bei allen internationalen Gewichtheber-Höhepunkten in den USA bereits war: Bei den Weltmeisterschaften 1978 in Gettysburg und 2015 in Houston. Natürlich auch bei Olympia, wobei ich mich 1996 in Atlanta als Mitarbeiter des Pressezentrums persönlich davon überzeugen konnte, welch vorzügliche Arbeit die Organisatoren boten und wie groß die Gastfreundschaft war.

 

Freundlicher Empfang in Atlanta – hier bei den vorolympischen Wettbewerben

 

Warten wir ab, wie Mister Präsident den von ihm inszenierten Kraftakt überstehen wird. In Anaheim jedenfalls sollte die oft gescholtene Sportart nachweisen, dass sie es auch mit dem Kraftmeier aus dem Weißen Haus aufnehmen kann.

Hilmar Bürger

899 (2016-12-31) Hilmar Bürger

Same procedure

as every year...

Adaption: HB

 

Neujahrsgebet des katholischen Pfarrers Hermann Kappen von St. Lamberti zu Münster aus dem Jahre 1883 mit einer atheistischen Adaption aus dem Jahre 2016

 

 

Herr, setze dem Überfluss Grenzen

und lasse die Grenzen überflüssig werden.

Lasse die Leute kein falsches Geld machen 

und auch das Geld keine falschen Leute.   

Nimm den Ehefrauen das letzte Wort    

und erinnere die Männer an ihr erstes.  

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit

und der Wahrheit mehr Freunde.   

Bessere solche Beamte, Geschäfts- und Arbeitsleute,

die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.  

Gib den Regierenden ein besseres Deutsch

und den Deutschen eine gute Regierung.  

Herr, sorge dafür, daß wir alle in den Himmel kommen

aber nicht sofort.

 

Herr, setze der Wegwerfgesellschaft Grenzen 

und lasse die Grenzen wieder solche sein.

Lasse die falschen Leute nicht ihr Geld machen

und gebe dem Geld wieder Wert für alle. .

Nimm den Frauenquoten das letzte Wort

und lasse den Männern noch etwas zu sagen.

Schenke unseren Fremden mehr Wahrheit

und der Wahrheit nichts Fremdes.

Bessere alle Politiker und Großverdiener,

die wohl rührig, aber oft ehrenrührig sind. 

Gib den Herrschenden ein gutes Volk

und dem Volk eine bessere Herrschaft. 

Sorge dafür, dass wir alle zu Rande kommen

- aber möglichst sofort. 

898 (2016-12-24) Hilmar Bürger

Da doch lieber

Hefeklöße

mit Hingfong

Leib und Seele

sollen sich freuen

Wem ist bei dem versalzenen deutschen Pannenmenü in der terroristischen Vorweihnachtszeit wohl nicht der Appetit vergangen? Die für unsere Sicherheit Verantwortlichen haben völlig versagt. Ein polnischer Fernfahrer bezahlt es mit dem Leben, in Berlin Schlimmeres zu verhindern. Marokkanische Warnungen wurden in den Wind geschrieben. Und letztlich blieb es italienischen Polizisten überlassen, dem grausamen Spiel in diesem Falle ein Ende zu setzen. Und die Deutschen? Sie rührten fleißig – aber nicht erfolgreich die Hände. Die letzten Endes dafür verantwortlichen „Chefköche“ weinen Krokodilstränen für das, was sie zu verantworten haben. Sie sollten sich vor Scham ihre Kochmützen tief ins Gesicht ziehen. Oder besser den (Koch)löffel abgeben. Haben sie doch wichtige, unge-nießbare Zutaten geliefert. Da kann man sich nicht nur den Magen verderben.

 

Gerade in der Weihnachtszeit wird viel Wert auf gutes Essen und Trinken gelegt. Leib und Seele sollen sich freuen. Und deshalb wird geschlemmert, was das Zeug hält. Saftige Braten, eine Invasion an Kuchen und Gebäck, diverse Alkoholitäten und vieles mehr sorgen nicht nur für Gaumenfreuden, lassen auch die Waage kräftig ausschlagen und den Zuckerspiegel jubilieren. Allerdings wurde in den USA herausgefunden, dass man

über die Feiertage nicht etliche Kilo, sondern im Durchschnitt nur 370 Gramm zunimmt. Aber was heißt schon Durchschnitt? Es ist schon nützlich, wenn jeder

mal seinen eigenen mal überprüft.

 

Und doch – da hat so jeder seine Vorlieben, jedes Land und jede Zeit seine besonderen Sitten und Gebräuche. Martin Luther beispielsweise soll sich zu Weihnachten sehr an Birkhühnern gelabt haben. Verziert durch in Wein eingelegte, gesottene Zwetschen. Mit Zucker, Honig, Pfeffer, Ingwer und Nelken als weitere Zutaten.

Gegessen wurde damals noch mit den Fingern.

 

Im Baltikum gibt es zum Heiligabend einen Sauna- oder Badetag. Wenn der erste Stern zu sehen ist, kommt in Erinnerung an die letzten zwölf Monate ein Zwölfgän-gemenü auf den Tisch. Neben Fleisch und Fisch gehört auch eine Mohnmilchsuppe dazu. Bleibt die Frage: Was passiert, wenn kein Stern zu sehen ist? Vielleicht sollten die Balten es wie die Dänen halten. Dort besteht der

Nachtisch aus einer Weihnachtsgrütze, in der Mandeln versteckt sind. Findet einer eine solche, bekommt er

ein Geschenk. So kann man den Geschenkewahn auf

ein vertretbares Maß reduzieren.

 

Zu DDR-Zeiten gab es eine allerdings imaginäre Weihnachtsspezialität. Wurde eine Hausfrau gefragt, was sie auf den Tisch bringe, gab es oft die Antwort: „Hefeklöße mit Hingfong“. Das allerdings war nur ein imaginäres Gericht. Hefeklöße sind real und auch

Hing Fong. Aber beides zusammen sicher nicht.

 

Für alle, die mit Hingfong nichts anzufangen wissen,

ein paar Kostproben. Es ist ein Arzeneimittel mit einem Alkoholgehalt von 70 Prozent, besteht unter anderem aus Baldrianwurzen, Pfefferminz-, Rosmarien-, Fichtennadel-, Fenchel- Bitterfenchelöl – ist also rein pflanzlich. So hilft es bei Magenverstimmungen, Kopf-, Bauch- und anderen Schmerzen.

 

Der originale Hing Fong kommt aus Thüringen – aus Königsee in der Nähe von Bad Blankenburg. Erfunden wurde er vom Kaufmann Franz Hofmann. Das Laborantengeschäft Hofmann & Sommer liefert die Essenz und andere heilsame Wässerchen noch heute europaweit. Und ein Fläschchen davon kann sich durchaus auf dem Gabentisch sehen lassen. Und es ist durchchaus auch für Verstimmungen anfänglich genannter Art geeignet. Vielleicht helfen da doch Hefeklöße mit Hingfong.

Hilmar Bürger

897 (2016-12-14) Hilmar Bürger

Kein Platz mehr für

die "Heiligen"?

Ein Stück ostdeutsche Sportgeschichte geht

den Bach hinunter

 

 

Der gestrige Aufmacher in der „Thüringer Allgemeinen „ ging wohl jedem Fan des Motor- und des Thüringer Sports und ganz speziell denen in und um Eisenach an die Nieren: Er verkündete praktisch das Aus der Wartburg-Rallye. Der ADC hat die älteste Bestzeiten-Rallye Deutschlands aus dem Meisterschafts- Sportkalender gestrichen. Durch den Wegfall der Gruppe H, was besonders die Marken Trabant und Wartburg betrifft, würde die Rallye degradiert, argumentieren die Organisatoren und Veranstalter. Sie haben die Veranstaltung für vorerst unbestimmte Zeit abgesagt.

 

Eisenach ohne Wartburg-Rallye mag zwar nicht ganz so tragisch sein, wie Eisenach ohne Wartburg. Aber diese Entwicklung ist ein Schlag gegen eine Tradition, die für die Geschichte des Atomobilbaus und damit für die Entwicklung der Stadt sehr wichtig war. Und wie schon vieles geht wieder ein Stück ostdeutsche Sportgeschichte den Bach hinunter.

 

Erinnerungen kommen auf. Für mich persönlich bei „Wartburg“ – gleich zweimal. Gemeinsam mit Bachhaus, Lutherhaus, Burschenschaftsdenkmal, Landestheater, Eselstation, Drachenschlucht. Meist übriggeblieben aus Kindheitserinnerungen, denn als Gothaer war man doch öfter in der Nachbarstadt. Auf Schulausflug, mit Freunden oder einfach so in Familie. Immer ein Erlebnis.

 

Einmal hatte ich da auch dienstlich zu tun. In meiner ersten Zeit als Erfurter Sportredakteur. Ich besuchte im damaligen Wartburgwerk die Rallyesport-Abteilung, wo mir Hermann Hanf, ihr damaliger Leiter, von der Großbritannien-Rallye 1968 erzählte, die für sein Team recht erfolgreich verlaufen war. Nur 15 Jahre nach der „Geburt des Wartburg“ mischte der Zweitakter aus Eisenach und seine Piloten bei internationalen Rallye-Wettbewerben gut mit. So auch in diesem Fall. Das AWE-Duo Günter Rüttinger/Günter Bork – soweit ich mich recht erinnere – wurde Siebenter.

Der Wartburg 353 mit dem Kennzeichen LC61-34 und der Startnummer 34 - das war der mit Günter Rüttinger und Günter Bork.

 

Aber nicht so sehr die einzelnen Platzierungen blieben mir vor allem in Erinnerung. Es waren in erster Linie die detaillierten und eindrucksvollen Schilderungen meines Gesprächspartners der einwöchigen Rallye im November 1968 durch Großbritannien. Und das war wahrhaft keine Sightseeing-Tour. Es ging quer durch die britischen Wälder über meist unbekannte Schotterstraßen. Und das zum Teil auch noch bei Schnee und Eis. Von den Ortschaften ist mir nur noch Nottingham im Gedächtnis geblieben. Dort, wo einst Robin Hood der Sage nach als Rächer der Armen gelebt haben soll.

 

Das alles war für mich, dessen erste „Weltreise“ damals bis Prag ging, sehr fremdartig und faszinierend zugleich. Ich ahnte damals noch nicht, dass ich später selbst zweimal Nottingham erleben würde. Allerdings bei internationalen Wettbewerben der Rennkanuten.

 

Jedenfalls animierte mich Hermann Hanfs Bericht dazu, eine Reportage von einer ganzen Zeitungsseite über das Abenteuer RAC Rallye zu schreiben. Ich erinnere mich noch an die Schlagzeile: „When the saints go marching in“... Die Sache gefiel den Eisenacher Rallye-Leuten ganz gut, so dass Hermann Hanf mich und meinen Freund und Kollegen, den Sportfotografen Manfred Fromm einlud, in seinem Führungswagen wenige Wochen später die Wartburg-Rallye mitzufahren. Dass muss so ähnlich wie in Old England gewesen sein.

 

Ich glaube, erläutert zu haben, warum ich bei dem Wort Eisenach gleich zweimal an Wartburg denke. Nicht, weil ich einen solchen selbst besaß.

Da hielt ich es mit dem Trabbi aus Zwickau. Es wäre aber schon ganz interessant gewesen, zu wissen, was Martin Luther dazu gesagt hätte, wie sich die „Saints“ aus Eisenach geschlagen haben. Den Wartburg gibt es heute nur noch als Kult-Wagen. Dass aber jetzt in Eisenach immer noch Autos produziert werden, ist eine Erfolgsgeschichte. Ebenso wie die Erinnerung an das einstige Rallyeteam. Grund genug, einmal das Museum „automobile welt eisenach“ zu besuchen.

 

Grund genug dem MC Eisenach die Daumen zu drücken, dass das mit der Wartburg-Rallye wieder in die Reihe kommt.

 

Hilmar Bürger/© www. wartburgcars.de/Thüringer Allgemeine

896 (2016-11-27) Hilmar Bürger

 

Mit dem „Weltenbummler“

nach Kroatien

Teil VIII und Schluss:

Auszeit in der Tauernalm-"Landzeit"

 

Nun heißt es Abschied nehmen, von Njivice, von der Insel Krk und von Kroatien. Es war eine erlebnisreiche Woche, nicht immer erholsam – aber mit unvergesslichen Eindrücken. Dank „Weltenbummler“, dank unseren Reisebegeleitern.

Es ist nicht sinnvoll, die Heimreise zu beschreiben, denn sie war im Prinzip die gleiche wie hinwärts. Der Unterschied war, dass es diesmal die ganze Zeit in Strömen regnete. Durch Nordkroatien mit einem wehmütigen Blick von der Höhe bei Rijeka auf die Adria. Durch Slowenien, durch die Tunnels, Kärnten, Salzburg, Oberbayern, Niederbayern, Franken nach Thüringen.

 

 

Ich möchte aber die Gelegenheit nutzen, den Eindruck auf einem Rastplatz in Österreich zu beschreiben, der uns schon auf der Hinfahrt begeisterte. Es ist die „Landzeit“-Raststätte mit Hotel an der Tauern-Autobahn A10 bei Flachau – ungefähr 80 Kilometer vor Salzburg. Schon das Panorama der Berge rundum ist ein Augenschmaus. Und dann erst die Angebote der Gastronomie! Eine willkommene Auszeit von der Busfahrt bei „Landzeit“.

 

Die „Landzeit“-Kette ist überall in Austria zu finden. Das Familienun-ternehmen definiert sich so: Land steht für die einzelnen Regionen Österreichs,  Zeit für die vier Saisons im Jahreskreis. Die Brüder Heinz J. und Wolfgang Rosenberger sen. gründeten 1970 das Unternehmen, das zuerst „Holiday“ hieß und 2004 in „Landzeit“ umbenannt wurde. Im Mittelpunkt der kulinarischen Angebote stehen seit jeher regionale und saisonale Produkte. Die Bayern würden „Schmankerl“ sagen.

 

Schon der Eintritt in dieses Reich der Genüsse zeigt, dass man hier ständig up to date ist: „Erntedank bei ‚Land-zeit’“ lädt auf einem Schild an der Eingangstür ein. Es ist fast unmöglich, alles zu nennen, was dann Augen und Magen anregt. Spezielle Buffets, Gemüse-, Pfannen und Fischmarktstand,  Quiche Lorraine, Lachsräucherei, Feuerwand mit Bratenstücken, Salat- und Delikatessenbuffet, Essig- und Ölbar, „Landzeit“-Backstube, kanadische Waffeln, selbstgemachtes Eis, und auch jede Menge Souvenirs – um nur einiges zu nennen. Natürlich probierten wir eines der knackigen Baguetts mit geräuchertem österreichischen Landschinken. Der Geschmack hielt sich bis nach Thüringen... 

 

Das also war Landzeit auf der Tauernalm. Man kann unter http://landzeit.at/tauernalm auf der Website selbst einen Eindruck bekommen. Es macht Verlangen nach mehr. Man sollte vielleicht doch irgendwann einmal das „Flaggschiff österreichischer Gastlichkeit“, das „Landzeit Steinhäusl“ bei Wien besuchen....

Hilmar Bürger

895 (2016-11-23) Hilmar Bürger

Mit dem „Weltenbummler“ nach Kroatien

 

Teil VII:

Statt auf 

Winnetous Spuren

zum Korzo von Rijeka

 

 

Heute ausnahmsweise mal keine Insel. Und das hat folgenden Grund: Auf dem Programm standen die Plitvitzer Seen und Wasserfälle – übrigens ein UNESCO-Weltkulturerbe auf dem Festland östlich der Adria. Auf sieben Kilometern sind 16 Seen miteinander verbunden. Und das mit einem Höhenunterschied von 135 Metern. Und was neben der Natur besonders reizvoll ist: Dort kann man auf Winnetous Spuren wandeln, denn die Karl-May-Verfilmungen mit dem DDR-Gastindianer Gojko Mitic wurden teilweise dort gedreht.

 

Wenn man kann. Da meine Frau und ich leider nicht ganz gut zu Fuß waren, folgten wir dem Hinweis unserer Reiseleiter, dass es kompliziert werden könne und sagten diesen Ausflug ab. Schade, zum x-tenmal in Kroatien und wieder nicht nach Plitvitz! Irgendwo auf den Parkplätzen dort auf die anderen warten, das wollten wir uns ersparen. Also musste Ersatz her. Aber ordentlicher.

Warum nicht nach Rijeka?, sagten wir uns. Ein Wiedersehen mit der Hafenstadt, die wir schon vom Gewichtheben her kannten. 1997 fanden die Europameisterschaften dort in der Sporthalle direkt neben der Burg statt. Quartier hatten wir damals allerdings im faszinierenden Opatija. Also Pendelbus. Drei Jahre später sah Kraljevice die Junioren-Europameisterschaften. Da wohnten wir im Hotel

Uvala Scott direkt an der Brücke zur Insel Krk. Ebenfalls Pendelbus. Auch hier standen einige Abstecher nach Rijeka auf dem Programm.

 

Also auf nach Rijeka – mit dem Bus von Njivice aus, gut 30 Kilometer. „Die Haltestelle befindet sich in der Nähe der Kirche“, hatte uns die Reiseleiterin mit auf den Weg gegeben. Doch trotz bester Bemühungen bekamen wir an beschriebener Stelle weit und breit keine Kirche zu Gesicht. Die musste sich hinter dichten Bäumen vor uns versteckt haben. Doch nach mehrfachem Fragen fanden wir den Njivicer Busstopp. Glück gehabt, dass noch zwei Plätze frei waren, denn hier bestellt man die Tickets vorher per Internet. Das Busunternehmen heißt übrigens Autotrans. Eine für gelernte DDR-Bürger auch nicht ganz unbekannte Bezeichnung. 

 

Die Fahrt ging vorbei am Flughafen der Insel, der auch der von Rijeka ist. Man könnte sagen Feldflughafen. Aber hier landen in der Saison auch Maschinen aus etlichen deutschen Städten. Wir konnten damals im Uvala Scott davon ein Lied singen, wenn sie kurz vor der Landung über uns hinwegbrummten. Ein Stück von dieser Herberge sahen wir dann von der Brücke aus. In Kraljevica hielt der Bus sogar. Bei unseren früheren Aufenthalten ging es nun im großen Bogen um die Bucht von Bakar. Hier befanden sich früher eine Ölraffinerie sowie ein Erz- und Kohlehafen. Man sieht es der geschundenen Gegend heute noch an. Rijeka ist jetzt besser  durch die Zementmonster der neuen Autobahnen mit ihren Brücken und Tunnels zu erreichen.

 

Nachdem wir im Osten der Stadt die umstrittenen Hochhäuser im Vorbeifahren „bewundert“ hatten, kamen wir am Busbahnhof am Zabica-Platz an. Mitten in der Stadt. Auch nicht unweit vom Hafen. Und was noch viel besser war: In Sichtweite des Korzo. Es ist die „Seele“ der größten Hafenstadt Kroatiens. Eine Flanier-, Shopping-

und Amüsiermeile besonderer Art. Für uns vor allem deshalb: Bei vielen Gebäuden kann man meinen, man sei mitten in Wien. K und K lässt grüßen. Die Geschichte der Stadt gibt das her.

Natürlich kannten wir die meisten Häuser schon von damals, aber manches hat sich auch verändert. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es das Book Caffe Dnevni Boravak schon vorher gab. Diesmal haben wir es entdeckt: Ein echtes Wohnzimmer – wie die Übersetzung heißt – mit Bücherei. Wir genossen es, auf dem Diwan in den großen bunten Kissen zu sitzen, einen guten Kaffee in der Tasse und Sinatra im Ohr zu haben. Für ein gutes Buch war leider keine Zeit. 

 

Dann das große Kaufhaus. Früher so etwas wie das KdW Rijekas. Als wir es vor fast 20 Jahren erkundeten, hatte sogar manches deutsche den Vergleich nicht bestanden. Doch diesmal gab es neben vielen noch vorhandenen schönen Dingen auch zahlreiche leere Geschäft oder Schaufenster zu sehen.

 

Ein nächster Hinseher: Rijekas Stadtturm aus dem Mittelalter. Am Portal die Wappen von Kaiser Leopold und Karl VI.. Dieser Bau mit der riesigen Turmuhr muss so etwas wie der Treffpunkt für Aktionen verschiedener Art sein. Als wir vorbei gingen, demonstrierten dort viele junge Leute für oder gegen etwas. Bei weit mehr als 100 000 Einwohnern wird so etwas sicher öfter vorkommen.

Durch den Stadtturm durch – und schon ist man in der Altstadt. Beispielsweise auf dem Kobler-Platz. Leider konnte ich nicht erkunden, wer oder was der Herr Kobler war. Aber bestimmt etwas Wichtiges. Denn dieser Platz mit seinem sehenswerten und für Kinder besonders begehrenswerten Brunnen war früher das Zentrum der Stadt. Hier hielten wir – allerdings erst auf der Rückkehr - unsere Essenspause und fanden im „Maslina na zelenem trgu“ – auf Deutsch „Olive auf dem grünen Markt“ - ein schon vom Flair her äußerst sehenswertes Restaurant. Wir saßen und aßen allerdings outdoor, also mitten auf dem Kobler-Platz. 

 

Die vielen Eindrücke um und am Korzo sollen mit einem Seitensprung zum Markt nicht nur abgerundet, sondern sogar gekrönt werden. Die historische, dreiteilige Markthalle bot eine wahre Orgie an Früchten, Blumen, Gemüsen und anderen Köstlichkeiten des Landes – vor allem auch für die Augen. Ein Bummel hindurch und dann auf einer der Bänke am Platz vor dem Theater am Brunnen in der Sonne zu sitzen – begleitet von Musik, die für irgendeine Oper Werbung machte – das war ein kaum vergesslicher Eindruck zum hoffentlich nicht letzten Abschied von Rijeka.

Fortsetzung folgt.

Hilmar Bürger

894 (2016-11-15) Hilmar Bürger

 

Mit dem „Weltenbummler“ nach Kroatien

Teil VI: Das Wunder von Veli Lošinj

 

Schade, die Gänsegeier, die uns auf der Insel Cres versprochen wurden, hatten wohl Urlaub. Dafür gab es nach der Überfahrt mit der Fähre von Valbiska auf der Insel Krk nach Merag auf der Insel Cres später ein doppeltes Insel-Erlebnis.

Mit der stattlichen Fähre, die sogar ein Bistro hatte, waren wir in der Kvarner Bucht eine knappe halbe Stunde unterwegs. Da sahen wir schon von der Ferne, was uns vielleicht blühen könnte: Ein schier unendliche Schlange von Fahrzeugen allen Coleurs, die nach der Insel Krk wollten, wartete auf der abschüssigen Straße, die zum Hafen führte. Ahnungsvoll meinte Reiseleiter Andrei: „Da müssen wir rechtzeitig wieder zurück sein, um noch die Fähre zu bekommen...“

Nun waren wir also auf der Zwillingsinsel von Krk. Ich hatte in dieser Serie schon geschrieben, dass sie bis auf die Quadratmeter gleich groß sind. Jede für sich nimmt in Anspruch, das größte Eiland

an der kroatischen Küste zu sein. Und sie haben noch eine Gemeinsamkeit: Auch hier heißt der Hauptort genau so wie die Insel.

Wir fuhren jedoch erst einmal an Cres vorbei, cirka 50 Kilometer fast nur durch an den Rändern dicht mit Grün bewachsenen Straßen. Man sah kaum etwas von der Landschaft. Unser Ziel war die Insel Lošinj, sozusagen der südliche Anhänger von Cres. Beide sind in Osor durch eine Drehbrücke getrennt, oder auch verbunden – je nachdem. Hier hatten die Römer vor 2000 Jahren einen Kanal angelegt, wodurch

Lošinj zur Insel wurde. 

 

Es war eine kluge Entscheidung unserer Reiseleitung, zuerst dorthin zu fahren. Wir lernten nun das schönste Stück Kroatiens in dieser Woche kennen. Welches wir um die Mittagszeit bei schönstem Sonnenwetter in Mali Lošinj erlebten.

Natur und Flair gleichen einer jener traumhaften Hafenstädte im Mittelmeer. Hier grünt und blüht es, wie wir es zuvor auf dieser Reise noch nie sahen – subtropische Vegetation. Die vielen Restaurants und Geschäfte entlang der Hafenpromenade auf der einen und mit ihren Schiffen vom Riesenpott bis zum Segler auf der anderen Seite, bieten Genüsse für alle Sinne. Einen Stadthafen in dieser Form habe ich selten gesehen. Der gefürchtete Bora hat hier kaum eine Chance. Und oft entdeckt man hier in den Läden auch Originelles aus Holz – meist mehr als nur ein Souvenir – vor allem nicht aus China. Selbstredend, dass wir im Freiluftrestaurant Fortuna bestens gegessen haben.

 

Mali Lošinj bedeutet übrigens Klein-Lošinj, obwohl es der größte Ort der Insel ist. Die Italiener nennen den Ort Lussinpiccolo. Wenn es ein Mali Lošinj gibt, muss es natürlich auch ein Groß- oder auch Veli Lošinj geben. Dieser Ort liegt gegenüber von Mali Lošinj auf der anderen Hafenseite. Von hier aus fahren auch Linienschiffe nach Triest, Rijeka und Pula. Leider reichte die Zeit nicht, hinüber zu gehen, denn dort gibt es etwas, wovon wir schon mehr als 40 Jahre wussten, aber nicht genau, wo es sich befindet.

 

Zu DDR-Zeiten erzählte mir meine Frau von einem Gothaer Arbeitskollegen, dass sein kleines Töchterchen, das an Rheuma litt, zur Kur nach Jugoslawien verschickt worden sei. Tatsächlich hatte das DDR-Ministerium für Gesundheit hier in Veli Lošinj ein Sanatorium gemietet, in dem von 1968 bis 1989 etwa 30 000 Kur-Patienten mit Haut- und Atemwegserkrankungen behandelt wurden. Ab 1975 übrigens auch Erwachsene. Etwa 50 Ärzte, Physiotherapeuten, Erzieher und Lehrer aus der DDR waren dort tätig.

 

Reiseleiter Andrei, der uns darüber berichtete, sagte: „Mit dem Ende Jugoslawiens war auch damit Schluß. Die Gebäude zerfielen zum Teil. Wie das Land. Aber immer wieder wurde nach Veli Lošinj gefragt. Erst seit einiger Zeit haben sich Leipziger Ärzte zusammen-

getan und hier wieder Kureinrichtungen entstehen lassen. Allerdings bezahlt jetzt keine Krankenkasse etwas.“

Noch lange gingen mir dieses Dinge auf der Rückfahrt durch den Kopf. Und ich muss ehrlich sein:

So interessant auch der anschließende Rundgang durch den Ort Cres mit seinem teilweise echt altitalienischem Flair war - Veli Lošinj, das wir leider nicht gesehen hatten, wird mich nicht so schnell loslassen (siehe Video).

Nur gut, dass wir auf der Anfahrt zur Fähre die Überholspur nutzen konnten.

Hilmar Bürger  


So                 21.05.2017 

Nr.             2.410 - 1.107

Aktualisierung        08:55

Übrigens,

 

… für die Vereinigten Staaten von Amerika würde die derzeitige Klassifizierung von HTS als terroristische Organisation das Eingeständnis bedeuten, dass sie hochentwickelte Waffen, darunter TOW-Panzerabwehrraketen an „Terroristen“ geliefert haben, und würde Aufmerksamkeit auf die Tatsache ziehen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika weiterhin islamistische Milizen in Syrien mit Waffen beliefern.

Sie haben richtig gelesen: der Grund, warum die Vereinigten Staaten von Amerika al-Qaeda in Syrien nicht als terroristische Gruppierung einstufen können, liegt darin, dass das die Vereinigten Staaten von Amerika gesetzlich dafür haftbar machen würde, eine terroristische Gruppe mit extrem hochentwickelten Waffen und Ausbildung versorgt zu haben.

Die Vereinigten Staaten von Amerika bewaffnen Terroristen in Syrien und bilden sie aus, aber statt sich einfach zurückzuziehen geben sie vor, dass al-Qaeda keine terroristische Organisation ist.

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 20.05.2017

   15    29    34   37   44    SZ: 7

Spiel 77:  4072 755

 

Super 6: 718 112   

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

1924 (2017-05-21) 

Honoré de Balzac 

und Heinrich Seidel 

 

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die menschliche Hoffnungen nicht enttäuscht.

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