LaptopwerkPlus
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DEM TAG AUF

 DEN PULS GEFÜHLT

 

Man sollte es nicht gleich jeden Tag tun... -aber auch möglichst  keinen  auslassen

913 (2017-11-20) Hilmar Bürger

Das Gewichtheben

hält den Atem an

Naum Suleymanoglu im Alter von 50 Jahren verstorben

 

Als vor kurzem bekannt wurde, dass Naum Suleymanoglu an Leberzirrhose leidet, war Schlimmes zu ahnen: Der dreifache Olympiasieger von 1988, 1992 und 1996 und erfolgreichste Gewichtheber der Welt ist gestern, am 18. November, im Memorial Atasehir Hospital von Istanbul im Alter von nur 50 Jahren verstorben. Die noch durchgeführte Leber-Transplantation führte mit einer Gehirnblutung zu Komplikationen, was letzten Endes sein Dahinscheiden bedeutete.

 

Präsident Erdogan am Krankenbett

 

Nicht nur die internationale Gewichtheberwelt ist davon sehr betroffen – vor allem auch die Menschen in der Türkei,

die ihn abgöttisch als Volksheld verehrten. Präsident Erdogan hatte ihn vor einigen Tagen im in der Klinik besucht. Viel zu früh fand ein erfolgreiches Leben sein Ende, das am 23. Januar 1967 im bulgarischen Ptichor begann.

 

Der Sohn einer türkischen Minderheitsfamilie wurde als Naim Sulejmanov geboren. Seine geringe Körpergröße von nur 1.47 m und die idealen Hebelverhältnisse, schienen den Fachleuten sehr gut prädistiniert, dass er sich dem Gewichthebersport zu wandte. Sehr bald erwarb er sich als „Pocket Hercules“ oder „Westentaschen-Herkules“ internationalen Ruf.

So kannte man die Heber-Legende

 

Bereits mit 16 Jahren gelang ihm der erste von insgesamt später 51 Senioren-Weltrekorden. Das war 1983. Drei Jahre später weilte der junge Bulgare zweimal in der DDR. Er wurde in Karl-Marx-Stadt Europameister und gewann auch das Turnier um den Pokal der Blauen Schwerter in Meißen.

Das allerdings unter dem Namen Naum Shalamanow. Die Bulgarisierung hatte auch vor seiner Familie nicht Halt gemacht. Trotz mehrmaligen Nachfragens war er bei

der Pressekonferenz in Meißen nicht dazu zu bewegen, etwas zu seiner Namensänderung auszusagen. Vom bulgarischen Verband war er noch als Naim Sulejmanow gemeldet worden.

 

1986 bei der Pressekonferenz mit Ministerpräsident Basbakan Özal

 

Das Jahr 1986 endete für ihn dramatisch. Beim Weltcup-finale in Australien setzte er sich ab und ging in die Türkei. Dort adoptierte ihn der damalige Ministerpräsident Basbakan Özal als Naim Suleymanoglu. Es folgte ein Gerangel zwischen der Türkei und Bulgarien wegen des möglichen Olympiastartes des Heberstars 1988 in Seoul. Als Ergebnis sollen für die Freigabe eine Million Dollar auf den Balkan geflossen sein.

 

Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney misslang sein Versuch, zum vierten Mal Olympiasieger zu werden. Das war auch mit 33 Jahren das Ende seiner sportlichen Laufbahn. Hoch geehrt, wie beispielsweise durch das IOC mit dem Olympischen Orden oder die Aufnahme in IWF-Hall of Fame setzte er sein Wirken in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und auch in der Politik fort.

 

 

Naim Suleymanoglus Tod ist einer der Verluste einst erfolgreicher Gewichtheber, die in letzter Zeit das internationale Gewichtheben traf. Viel zu früh. So starb erst im August der Bulgare Welitschko Tscholakow, Olympiadritter von 2004 im Superschwergewicht im Alter von 35 Jahren. Zwei Jahre zuvor ereilte den Olympiasieger 2004 in der 94-kg-Klasse Milen Dobrew im gleichen Alter das gleiche Schicksal.

Briefmarke aus Paraguay 1992

Hilmar Bürger

912 (2017-11-07) Hilmar Bürger

Trabi-Tag

Hochzeitsgeschenk

kam zwölf Jahre später

 

 

Jeder Tag hat einen besonderen Namen. Meine alltäglichen Quellen besagen, dass gestern der internationale Tag des Saxophons war. Nichts gegen das Blasinstrument, ohne das der Bigband-Sound meiner Jugendzeit geklungen hätte, wie Trallalla und Hoppsassa.

Den 7. November reserviere ich zwar keinem anderen Musikinstrument, aber einem Gebrauchsgegenstand mit unverwechselbarem Zweitakter-Sound – dem Trabi. Heute vor 60 Jahren krochen bei Sachsenring in Zwickau die ersten Plastebomber aus dem Ei. Es ist also Trabi-Tag.

Wenn man es so recht bedenkt, für viele gelernte DDR-Bürger bedeutete dieses Gefährt einen echten Gefährten durch dick und dünn. Und über lange Zeit. Uns begleiteten

dabei Trabi I und Trabi II – natürlich nicht gleichzeitig. Mit einer damals alltäglichen und jetzt undenkbaren Vorge-

schichte. Die erste Anmeldung für die Zwickauer Renn-

pappe lief seit 1961 in Gotha – sozusagen als Hochzeits-geschenk für die Zukunft. Bekommen haben wir Trabi I dann 1973 in Berlin.

Derweil hatte ich in Gotha gute Gelegenheit, mich auf Trabi vorzubereiten. Mit keinem geringeren als Helmut Aßmann (rechts), einem DDR-bekannten Tüftler und Schrauber vor dem Herrn. Ich lernte den damaligen Chef des MC Gotha bei einem Interview für die Zeitung kennen und besuchte ihn in seiner Werkstatt im damaligen FDJ-Klubhaus. Er war als Berufsschullehrer tätig, und sein Hobby hatte viel mit Motoren zu tun. Als Konstrukteur, aber auch als Trabi-Rennfahrer. 111 mal holte er sich in den 90-er Jahren einen Siegerpokal. Als gelernter Ingenieur hatte er es geschafft, die 26 PS eines normalen Trabi auf 86 Pferdestärken hochzutrimmen. Der leider 2010 verstorbene Gothaer organisierte auch 1990 die ersten Meisterschaftsläufe der Formel Easter und der Trabis auf dem … Nürburgring.

 

Da wir in Gotha West quasi Nachbarn waren, entstand auch privat eine enge Freundschaft. Ich konnte als Hilfs-Copilot so manches Mal seine hervorragenden Fahrkünste im Edel-Trabi fürchten und genießen.


Für meinen eigenen ersten Trabi der Serie 601 reichten mir aber die 26 PS. Er karrte mich zehn Jahre treu durch Berlin – das für uns damals noch am Brandenburger Tor endete, nach Thüringen und zurück, in den Urlaub an die Ostsee und bis zum Balaton. Und hätte es sicherlich auch länger getan, wenn uns im Februar 1983 in der Nähe des Sportforums nicht ein Lada die Vorfahrt geschnitten und den Motorraum „aufgeraucht“ hätte. Das war das Aus für Trabi I. Wir kamen mit leichten Verletzungen davon. Das große Kopfschütteln bekam ich aber, als sich herausstellte, dass unser Unfallpartner einem prominenten Dynamo-Eisschnelllauftrainer gehörte. Der ihn an diesem Tag allerdings nicht selber fuhr.


Ein Glück, dass wir uns lange rechtzeitig für Trabi II angemeldet hatten. Den bekamen wir dann knapp zwei Jahre später 1985. Er begleitete uns treu bis über die Wende hinaus. Bei allem Wenn und Aber – es hat viel Spaß gemacht. Man sieht's doch auf untenstehendem Foto...

 

Hilmar Bürger

911 (2017-11-01) Hilmar Bürger

Mit dem Neuesten

von vorgestern

Ein Blick in die

„Thüringer Allgemeine“

 

Als Medienmensch bin ich absoluter Zeitungsfan. Trotz des Sprichwortes „Es gibt nichts Älteres als die Zeitung von heute, denn da steht das Neueste von gestern drin“. Das „Volk“ in Erfurt und später in Berlin das „Sportecho“ und die „Berliner Zeitung“ waren meine Stationen als Zeitungsmacher.

 

Abseits aller Redaktionen zählt jetzt die „Thüringer Allgemeine“ - eine Art Wendenachfolgerin vom „Volk“ - zu meiner täglichen Lektüre. Die heutige Ausgabe allerdings ist wegen dem Feiertag schon vorgestern in den Druck gegangen. Ausgabe Nummer 254 trägt das Datum 31. Oktober/1. November. Erst morgen gibt es eine neue. Hier müsste es im Sprichwort heißen „... das Neueste von vorgestern...“.

 

Stets versuche ich mich in die Haut des Autors, des Redakteurs und der verantwortlichen Macher zu versetzen, um auch den Hintergründen auf die Spur zu kommen. Dabei bin ich schon immer absoluter Schlagzeilen-Fetischist. Eine gut gemachte Überschrift muss in Korrespondenz zu der ergänzenden Unterzeile nahezu zum Lesen anreizen.

An zwei meiner amateurjournalistischen Zeit in Gotha kann ich mich noch genau erinnern. Obwohl das noch etwas länger her ist. „Und morgen wieder Balla“ stand über einem Interview mit Manfred Krug, der zu einem Jazzkonzert nach Gotha kam. Als Fußballtrainer Werner Hose ging, hieß es über einem Artikel „Motor Gotha jetzt ohne Hose“...

 

Ich klammere mal die Fotos aus, denn für mich sind sie noch wichtiger. Ein gutes und aussagekräftiges Foto ersetzt viele – auch gute - Zeilen. Diese Philosophie eignete ich mir an, als ich vor fast 50 Jahren mit Manfred Fromm in Erfurt zusammenarbeiten durfte. Der gebürtige Gothaer war einer der besten Sportfotografen der DDR. Sein Vermächtnis setzt jetzt zu meiner Freude sein Sohn Sascha mit noch größerem nationalen und internationalen Erfolg auch zum Wohle des Blattes fort.

 

Kommen wir zu einigen Schlagzeilen der lutherlastigen Reformations-Ausgabe 254. Die meiner Meinung nach gelungenste macht derzeit verworrene Verhandlungen in Berlin plastisch: „Bis Weihnachten nach Jamaika“ besagt vieles. Alles andere als versteckte Reisebürowerbung. Auf der Ratgeberseite sind „Sternschnuppen im Anmarsch“. Das klingt es ziemlich militärisch. Bei „Impfmuffel in Weiß“ interessiert bestimmt, zu erfahren, warum die Bekittelten muffeln. Wo Gysi ist, kann man durchaus „Klamauk und politische Wahrheiten“ erfahren. Hier macht sogar noch die Unterzeile neugierig, die einen Slapstick bei der Schilderung einer Bahnfahrt avisiert.

 

Im Sportteil finde ich „Sturmtief über Deutschland“ am gelungensten. Hier geht es um die Torjägerflaute im Fußball. Nicht ganz so eingängig scheint mir auf der Gothaer Lokalseite „Wenn's gerade heimelig wird, spricht Schlitzohr Steimle über die große Politik“ über das Gastspiel des sächsischen Kabarettisten. Ich habe den Knaben vor zwei Jahren selbst erlebt. Diese Schlagzeile wird er sich bestimmt nicht übers Sofa neben das Blauhemd hängen. Noch eine kleine Zugabe von der „bunten Seite“. „Auto prallt mit Bär zusammen“ heißt es über einer kleinen Meldung. Vielleicht war das genau anders herum...

 

Das grafisch Beste ist für mich in dieser Ausgabe ist die Doppelseite zu Martin Luther. Hier wird in Grafik und Text sehr anschaulich sein Lebensweg - vor allem durch Thüringen aufgezeigt. Da ist keine Schlagzeile notwendig. Das erspart zig Artikel zum Thema und könnte auch für die nächsten 500 Jahre reichen.

Hilmar Bürger

910 (2017-10-30) Hilmar Bürger

Wo die Zeit gemacht wird

Streifzug durch

das Ruhlaer Uhrenmuseum

 

 

Vielleicht war das ein symbolischer Vorgang: Ich hatte gestern morgen etwas schlaftrunken gerade die Uhr im Bad eine Stunde zurückgestellt, da fiel sie mit lautem Knall auf die Fliesen. Peng – das wars für sie mit der Winterzeit. Die als Aufhänger benutzte Kordel hatte sich gelöst.


Vielleicht sollte es nicht sein. Bei dem jahrelangen Hin und Her zwischen Sommer- und Winterzeit kann man eben leicht mal die Contenance verlieren. So eine Uhr ist eben auch nur ein Mensch. Wenn die Uhren wüssten, welch Blödsinn mit der jährlich doppelten Zeitumstellung bisher angerichtet wurde. Das hat sogar die EU bewogen, der Sache mal auf den Grund zu gehen. Vielleicht kommt man nun zu der Ansicht, darauf verzichten zu können. Das wäre eine nützlichere Tat, als die Sache mit den krummen Gurken, die überhaupt keine Zeit anzeigen können. E-Uhren könnte man durchaus akzeptieren.

 

Das ist zumindest etwas Menschliches. Dies wurde mir klar, als wir kürzlich -  wie schon seit Jahren geplant - mal das Ruhlaer Uhrenmuseum besuchten. Zumal die erste Armbanduhr meines Lebens als Geschenk zur Konfirmation von dorther stammte. Es war eine Thiel-Uhr. Mittlerweile hätte bestimmt der sagenhafte Rühlsche Schmied so manchen Hammerschlag getan, wie er die Geschichte der Thüringer Uhrenfabrik begleitete. Denn er war das Motiv der ersten Taschenuhr (für 3 Mark), mit der aus der kleinen Werkzeugfabrik 1892 ein Zentrum der Uhrenproduktion wurde.

Rund vierzig Jahre später begann dort die hohe Zeit der

Armbanduhren. „Prinzess“ und „Lola“ hießen die ersten. Leider ist mir der Markenname meiner ersten nicht mehr im Sinn. Jedenfalls tickten die Produkte des VEB Ruhlaer Uhrenwerke in dieser und jener Form bei fast jedem im Lande. Und auch der Wecker, auf den mancher manchem ging, stammte meist von hier. Dazu viel weiteres feinmechanisches Nützliches. Zu DDR-Zeiten machte dann das standardisierte Uhrwerk Kaliber 24 nicht nur national Furore.

 

Das änderte sich, als sich Anfang der 90-er so vieles in diesem Land veränderte. Jetzt ist dort alles viel kleiner. ticken in Ruhla Gardè-Uhren, die an die Tradition der Armbanduhren anknüpfen, sich aber neuerlichen Erfordernissen angepasst haben. So gibt es jetzt Ausführungen als Funkuhren.  Die für Kinder heißen nicht mehr „Sandmännchen“, sondern beispielsweise „Bernd das Brot“.  Spezialuhren für Schach und Wilduhren  gibt es ebenfalls. Ich habe allerdings noch nie ein Wildschwein mit Taschenuhr gesehen.

Man hätte den Museumsführer fragen können, wenn es denn einen gegeben hätte. So ist man bei der beeindruckenden Uhrenschau mit sich, über 1300 Uhren, 35 Maschinen und Automaten und 50 Schautafel fast allein. Nicht alle ticken, aber bei jedem, der sich dieses Erlebnis gönnte, wird die Erkenntnis ticken, dass man einen interessanten Einblick in die berühmte Ruhlaer Uhrentradition gewonnen hat.

 

Mehr noch. Die Besucher können sich im Foyer des Museums frisch aus der Vitrine ein Gardè-Prachtstück auswählen, kaufen und anpassen lassen. Man geht hier eben auch mit der Zeit. Wo, wenn nicht hier...

Hilmar Bürger

909 (2017-10-06) Hilmar Bürger

Weniger, aber sauberer?

Nach Anaheim

ohne „alle Neune“

 

Anaheim im kalifornischen Orange County erlebt Ende November/ Anfang Dezember im Convention Center Gewichtheber-Weltmeisterschaften.

 

Es sind nach St. Louis 1904, Philadelphia 1947, Columbus 1970, Los Angeles 1932 und 1984, Montreal 1976, Gettysburg 1978, Atlanta 1996, Vancouver 2003 und Houston 2015 die elften Jahreshöhepunkte dieser Sportart – Olympia einbezogen -, die in Nordamerika, also in den USA oder in Kanada, über die Bühne gehen. Und ohne nur ein Ergebnis zu kennen, kann man jetzt schon sagen, es werden denkwürdige Titelkämpfe sein. Ohne Russland, ohne China, ohne Aserbaidschan, ohne Armenien, ohne Weißrussland, ohne Kasachstan, ohne Moldawien, ohne die Türkei, ohne die Ukraine. Aber ganz gewiss gut organisierte, was der Autor aus eigenen Erfahrungen von Atlanta und Vancouver bestätigen kann.

 

Ist den nationalen Verbänden dieser neun Länder plötzlich das Geld für eine solch weite Reise ausgegangen? Nein, im Gegenteil. Sie hatten zu viele …. Dopingfälle. Mindestens drei und bis zu zehn bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012 in London.

 

Das ständig ausgebaute Kontrollsystem hat nun endlich gegriffen

 

Die „kleinen Sünder“ ließ man dabei sogar durch das Netz fallen. Der Ordnung halber aber soll erwähnt sein, dass es sich in diesem Fall nur um Georgien mit einer Disqualifikation handelt.

 

Nach nahezu unendlichen Verhandlungen lehnte der Internationale Sportgerichtshof CAS die letzten Proteste der betroffenen Länder ab und beauftragte die Internationale Gewichtheber-Föderation IWF, alle neun von den Weltmeisterschaften auszuschließen. Was das bedeutet, zeigt die Tatsache, dass damit allein 18 der 45 Medaillen-gewinner von Rio de Janeiro nicht antreten dürften. Russland war bekanntlich auch für Rio schon gesperrt.

 

Natürlich ist das für eine solch traditionsreiche Sportart, die schon 1896 bei den ersten Olympischen Spielen in Athen auf dem Programm stand und sogar 1891 in London ihre ersten Weltmeisterschaften ausrichtete, ein herber Schlag.

 

Es ist aber auch eine frohe Botschaft für die Verfechter des sauberen Sports

 

Denn: Eine Weltmeisterschaft 2017 ohne die ausgeschlossenen Länder, deren Ursprung vor der politischen Wende größtenteils der UdSSR zugerechnet wurde, ist zwar eine „amputierte“, aber hoffentlich eine ohne Doping.

 

Zu lange hat man im internationalen Gewichtheben dem Treiben der Dopingsünder nicht mit entsprechenden, vor allem durchgreifenden Konsequenzen zugesehen. Vor allem seit Montreal 1976 tauchten immer wieder die gleichen ertappten Akteure auf. Und wenn nicht sie persönlich, dann Funktionäre dieser Länder, die das mit zu verantworten hatten, in internationalen Funktionen. Bulgarien spielte dabei damals eine Hauptrolle.

 

Die IWF scheint jetzt endlich die Kurve bekommen zu haben

 

Zu sehen an der (fast) neuen Zusammensetzung der Führungsgremien seit den Wahlen diesen Jahres. Zu sehen auch in vielen neuen Maßnahmen für einen sauberen Sport. Dazu zählt auch eine Kommission, die sich IWF Clean Sport Commission nennt. In das siebenköpfige Gremium wurde auch BVDG-Präsident Dr. Christian Baumgartner berufen. Es soll das IWF-Anti-Doping-Programm noch weiter verbessern und blickt dabei in die Vergangenheit, um die Gegenwart zu beurteilen. Ihre Ergebnisse spielten auch auf der IWF-Exekutivtagung in Bukarest eine Rolle, in der sich viel um die Antidoping-Problematik drehte.

 

Ende Oktober wird das internationale Gewichtheben in seiner reduzierten Form also in Anaheim Einzug halten. Mit mindestens neun Ländern weniger, als sonst eigentlich möglich. Vielleicht auch noch mehr. Es kann durchaus sein, dass der US-Präsident nicht alle hereinlässt.

Hilmar Bürger

908 (2017-06-24) Hilmar Bürger

In memoriam Gert Rickers.

29.5.1947-21.6.2017:

 

Nicht mehr

step by step

Das waren zu Pfingsten die letzten Lebenszeichen von Gert auf

meinem Smartphone:

 

Rechts: Gert, wie wir ihn kannten und schätzen lernten: Voller Tatendrang, zupackend, jedes Problem angehend – auch wenn es noch so schwer erschien.

Links: Eine von ihm herausgesuchte Laudatio satirischer Art gegen Bewegung und für Ruhe.

Ich konnte damals nicht ahnen, was das für ihn bedeutete.

Am 21. Juni hat er einen Monat nach seinem 70. Geburtstag seine ewige Ruhe im Krankenhaus Greifswald gefunden. 

 

Step by step – Schritt für Schritt - war für ihn zur Maxime geworden, als er vor gut einem Jahr mit seiner Frau Gudrun von Marzahn auf die Insel Rügen zog, um dort gemeinsam einen schönen, aber nicht gerade geruhsamen Lebensabend im Einklang mit Land und Leuten zu verleben.

 

Doch gleich mehrere Krankheiten nahmen ihm die Kraft. Der einst erfolgreiche Powerlifter magerte ab, verlor innerhalb eines Jahres rund

20 Kilo und auch die Lust an seinem geliebten Sport.....

 

Gert Rickers. war einer der Ersten, der 2011 bei Laptopwerk nachfragte, mittun zu dürfen. Vor allem, um auch als „Schreiber“ Erfahrung zu sammeln, denn ihm schwebte ein Buch vor, wie man aktiv und gesund dem Alter begegnen kann. Eine seiner ersten E-Mail-Adressen

hieß deshalb www.innerer-schweinehund.de....

AUS-LESE 92 (2013-03-19)

 

Schweinehund vertreiben

Seit Juni 2007 beschäftige ich mich mit der Frage, wie gestalte ich mein Rentnerleben, wie gelingt es mir, trotz aller Widrigkeiten, n i c h t in ein Rentnerloch zu fallen, nicht in die Alterseinsamkeit abzudriften.

 

Und so bewegten sich seine Themen vielfach um Bewegung – sowohl körperlicher, als auch geistiger Art. Später kamen vor allem in den Serien „Rickers Lesebrille“ und „Aus-Lese“ immer mehr Rezensionen zu Bücher oder Filmen mit seinem Lieblingsthema hinzu. Schon allein diese Titel sprechen dafür. So „Honig im Kopf“, „Restlaufzeit“, „Alter Sack, was nun?“ oder auch „Günter, der innere Schweinehund“.

AUS-LESE 109 (2014-01-14)

Das "Fitnessgerät" von Familie Rickers. heißt NASH

Foto: Rickers

Apropos Hund. Durch Gert lernten wir auch seinen Nash kennen – einen der liebenswertesten Vierbeiner seiner Art. Auf etlichen gemeinsamen Spaziergängen war auch er immer dabei. Nash wird sein Herrchen gewiss

fehlen. Nun muss er sich gemeinsam mit Frau Gudrun im Rügener Hundeclub trösten.

Noch einmal zu „Aus-Lese“. Das war nicht nur eine Rezensions-Kolumne, sondern auch mit von Gert ausgelesenen Themen der besonderen Art. Ich empfehle unbedingt, darin nachzublättern.

Die letzten Folgen beschäftigten sich fast ausnahmslos mit der neuen Heimat auf Rügen. Die Insel,

Schifffahrt und die Ostsee erschloss

er „step by step“ für sich. Nun wird er

ihn ihr seine ewige Ruhe finden.

 

Gert war auch einer der Laptopwerk-Motoren. Er steuerte nicht nur zahlreiche Ideen und Anregungen bei, sondern auch weitere Laptopwerker. So auch Catrin Resch (Überreschendes), die Bauleiterin aus Schwerin, nicht nur in ihrer Kraftsport-Kategorie Weltklasse, sondern auch eine hervorragende Malerin und Künstlerin, zudem ausgestattet mit einer „Edelfeder“, die uns lange Zeit erfreute.

So kann Catrin Resch, wenn sie denn kann...

Fotos: Archiv Resch

Als ein Interview starb

Hallo Leute, wenn ich nicht bald aus den Puschen komme, werdet ihr mich wirklich noch ganz vergessen.

 

So vor allem auch Walter Staufenbiel

(„Staufis Flohmarkt“) aus Dresden, die ehrliche

Haut mit dem großen Herzen.

 

Staufis Flohmarkt 86 (2017-05-10)

Eigentlich ging es ja

nur um mein Hobby!

Aber, wer Bücher verbrennt...

Wer mich kennt, der weiß, ich brenne für mein Hobby – Das Miniaturbuch

Die beiden wuchsen in Halberstadt auf. Staufi erinnert sich: „Wie in einer Kleinstadt üblich, haben wir als Kinder zusammen gespielt. Unsere Wohnungen lagen fast im Nachbarschaftsbereich und der kleine Tante-Emma- Laden von Gert‘s Eltern war für uns Kinder immer ein Anziehungspunkt mit loser Milch, losem Senf, sowie Heringen und Gurken im Fass. Die Grundschulzeit haben wir in verschiedenen Schulen absolviert. Ab 1961 kamen wir in die gleiche Klasse an der erweiterten Oberschule Halberstadt. Gert, als Jüngster in der Klasse, war immer unser Nesthäckchen. Aber durch seine stets positive und lebenslustige Art auch gleichzeitig der Sonnyboy der Klasse. Mit ihm konnte man auch mal richtigen Blödsinn machen und Pferde stehlen. Bereits in der Schulzeit begann seine Liebe für den Sport der schweren Jungs, die so scheinbar mühelos große Lasten heben konnten.“

 

Gert Rickers war es auch, der seinem Freund in Dresden 2012 den gelben Helm als Zeichen der Laptopwerker überbrachte. „Seine Beiträge waren immer von dem Gedanken achtungsvoller zwischenmenschlicher Beziehungen geprägt. Große Bedeutung hatten für Gert die Alltagsprobleme von Menschen, die vor dem Übergang in das Rentnerdasein standen“, erinnert sich Walter Staufenbiel. „Gert, Du wirst mir fehlen, denn ich werde Deine stets fröhlich optimistische Grundhaltung

zum Leben sehr vermissen.“

So denkt auch das Team der Laptopwerker, die ihn gekannt haben. Lieber Gert, leider geht nun nichts mehr – Auch nicht „step by step“. Wir werden Dich nie vergessen. Unser Freund Staufi hat Dir noch dieses

Denkmal gesetzt.

907 (2017-06-01) Hilmar Bürger

Autoziehen –

diesmal mit „Ente“

Wettbewerb „Stärkster Mann

von Crawinkel“ im Zeichen der Partnerschaft mit Juniville

 

Christian Ullrich aus Jena beim „Entenziehen“

 

„Das Wetter ist so wie bestellt“, meinte Jürgen Püschel, der Organisationschef von der SG Jugendkraft des alljährlichen Crawinkler Kraftsportspektakels zum Auftakt des 19. Wettbewerbes „Stärkster Crawinkler gesucht“. Und obwohl es insgesamt schon stärkere Besetzungen gab, hatte die diesjährige Auflage auf dem Marktplatz der rund 1500 Einwohner zählenden Thüringer Gemeinde ihre ganz besondere Note.

Man feierte an jenem Wochenende dort zu Ehren des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft mit dem französischen Ardennenort Juniville ein Europafest mit einer Dixielandband, mit Frankreich-Flair sowie

einer Freiluft-Dokumentation der 25 Jahre, wozu natürlich französische Gäste begrüßt werden konnten.

Und das öffentliche Kräftemessen war einer der Höhepunkt des Festes.

 

Crawinkel im Zeichen der Partnerschaft

 

Die Crawinkler Organisatoren setzten diesmal aus diesem Grunde auch beim Kraftmehrkampf in der Disziplin Autoziehen eine ganz besondere Note. Der Trabbi, der normalerweise dafür herhalten muss, war aus besagtem Anlass eine „Ente“, einer jener legendären Citroen 2CV, die in Frankreich mindestens so populär sind wie die DDR-Rennpappe.

Das war natürlich eine ganz besondere Gaudi.

 

Außer Konkurrenz brachte unter dem Jubel seiner Landsleute auch Fabien Simon, der Sohn des Bürgermeisters von Juniville, die Ente ins „Rennen“. Auch der Jenaer Kraftsportler Christian Ullrich hatte in Crawinkel seine Premiere. „Ich habe noch nie ein Fahrzeug gezogen. Es lag nicht an der ‚Ente’, dass es nicht ganz so lief“, meinte er. „Zu Hause trainiere ich Kraftsport, das ist doch etwas anders...“

Da ahnte der hochaufgeschossene Athlet noch nicht, in dieser Disziplin Bester geworden zu sein.

Auch im Steinstoßen und Bierglasstemmen konnte ihn keiner gefährden. Dazu kamen ein zweiter Platz im Bierfasstransport und Rang drei im Baumstamm-drücken – das alles zusammen kürte ihn in diesem Jahr zum „Stärksten Mann von Crawinkel“ für Nichtaktive. Bei den „Profis“ setzte sich erneut Seriensieger Tobias Wils aus Erfurt durch.

 

Zehn Teilnehmerinnen nahmen den aus Eierkuchen in der Pfanne wenden, Nägeleinschlagen und Kohleimertragen bestehenden Dreikampf auf. Beste wurde hier die 34-jährige Khava Tashtamirova. Sie gehört zu der Verstärkung, die der SV 90 Gräfenroda durch aus Tschetschenien stammende Sportler erhielt.

 

Der Gräfenrodaer Coach Renè Holtmann (gelbes T-Shirt) stand auch den Jüngsten zur Seite

 

Ich hatte schon damit gerechnet, dass sie unter die besten Drei kommen würde. Nun ist sie die „Stärkste Frau von Crawinkel – Wahnsinn“, freute sich Erfolgstrainer Renè Holtmann, der sechs junge Damen und auch einige der jüngsten Starter für den Kinder-Mehrkampf mitgebracht hatte.

HB

906 (2017-05-08) Hilmar Bürger

 

Max Lang zog zum dritten Mal blank

 

Der Chemnitzer Publikumsliebling gewann das Gewichtheber-Turnier um den Pokal der Blauen Schwerter in Meißen wie auch schon 2012 und 2013

Collage: Hilmar Bürger

 

Im Programmheft der 28. Auflage des Gewichtheber-Traditionsturnier um den Pokal der Blauen Schwerter in Meißen wurde eine Seite den vier Doppelsiegern seit 1973 gewidmet: Andreas Letz (1981 und 1982), Ronny Weller (1989 und 1992), Bernardin Kingue Matam (2014 und 2016) sowie Max Lang (2012 und 2013). Sie sind als Spielkarten-Buben dargestellt.

Von links: Jürgen Spieß (4.), Arturs Plesnieks (2.), Daniel Dolega (2.), Max Lang, Simon Brandhuber (5.), Frau Beate Preuß von der Porzellanmanufaktur

 

Nach dem ereignisreichen Wettkampftag am 6. Mai müssen die Karten neu gemischt werden: Es gibt nun einen Dreifachsieger: Max Lang, der Publikums-Liebling vom Chemnitzer AC, hat die Trophäe zum dritten Mal erkämpft. Und dabei stellte der Schützling von Trainer Michael Vater einen neuen Rekord auf. Mit der neuen Bestleistung für die Turniere des Neubeginns an 2012 von 187.0 Relativpunkten erkämpfte er sich bei stärkster Konkurrenz die begehrte, wertvolle Porzellanvase erneut.

Nun heißt es zum dritten Mal: „Max Lang zog blank“:

 

Max-Lang und AC-Chef

Andreas Wünsche aus Meißen

An meinem erneuten Erfolg haben die Fans hier in der Halle und die Organisatoren vom AC Meißen großen Anteil“, lobte der starke Sachse. „Die erste Vase habe ich meiner Oma gewidmet, die zweite meinem einstigen Trainer Stefan Grützner und die dritte möchte ich dem AC Meißen übergeben.“ Und er überreichte die Trophäe dem Vereinsvorsitzenden Andreas Wünsche.

Von links:

Atenery Hernandez, Rebeka Koha und

Patricia Strenius

Moderator Marc Huster konnte schon vor der ersten Hebung dieser zweiteiligen Veranstaltung einen Rekord verkünden. Gäste aus zehn Ländern waren diesmal angereist. Mehr waren es seit 2012 noch nie. Und dann purzelten auch auf der Heberplattform die Rekorde. Auch die Siegerin bei den Frauen erreichte eine neue Punktbestleistung.

Die 18-jährige Vorjahrssiegerin Rebeka Koha aus Lettland erreichte 169.0 Zähler. Die Vizeeuropameisterin 2017 verbesserte ihren eigenen Europarekord der Altersklasse U23 von 95 kg, mit dem sie in dieser Disziplin in Split sogar EM-Gold gewann in Meißen jetzt auf 96 kg.

 

Und so hatten nach dem Wettstreit der 33 Teilnehmer EWF-Vizepräsident Colin Buckley aus Irland, Meißens Bürgermeister Markus Renner und die Produktions-Leiterin der Porzellanmanufaktur Beate Preuß bei der

abschließenden Siegerehrung alle Hände voll zu tun. Bei den Männern standen der Lette Arturs Plesnieks und der Pole Daniel Dolega mit 175.0 Punkten gemeinsm auf zweiten Treppchen. Bei den Frauen schafften hinter

Rebeka Koha, die auch Siebente der Gesamtwertung wurde, die Spanierin Atenery Hernandez (11./2.) und die Schwedin Patricia Strenis (12./3.) den Sprung auf das Treppchen. Auch die beiden vertretenen Europameister wurden besonders geehrt: Joanna Lochowska aus Polen erhielt den Publikumspreis und der Italiener Marco Scarantino, der knapp dreimal

an einem gültigen Stoßversuch scheiterte, konnte sich wenigstens über einen Trostpreis freuen.

 

Zum Pokalkampf hatten sich auch elf deutsche Heber eingefunden. Neben Max Lang überzeugte National-Mannschaftskapitän Jürgen Spieß und Simon Brandhuber mit hohem Kampfgeist. Auch die Junioren Jon Luke Mau und Leon Schedler aus dem Branden-burgischen fanden viel Beifall der Fans. Dem stimmten auch Jürgen Heuser, der Superschwergewichts-Weltmeister von 1978 von der Ostseeküste sowie Sport-journalist Gunnar Meinhardt aus Berlin zu, die einst selbst auf der Blaue-Schwerter-Heberbühne standen und nun von Marc Huster im Talk befragt wurden..

Die Stimmung hier ist wie schon früher absolut begeisternd“, versicherte der „Löwe“ aus dem Norden.

Von links:

Marc Huster, Jürgen Heuser

und Gunnar Meinhardt

Und es waren noch weitere Gäste zugegen, die einst beim Pokal der Blauen Schwerter mitgewirkt hatten:

Gabi und Peter Butze waren aus Chemnitz gekommen. Sie trafen viele Bekannte, hatten als einziges DDR-Profi-Bodybuildingpaar 1986 im Rahmenprogramm mitgewirkt. „Wir haben lange kein Gewichtheben

mehr gesehen – zuletzt beim AC in Chemnitz – das hier war wieder

ein tolles Erlebnis.“

Gabi Butze und Eva Petzold

Diesen Termin werden sich alle Fans schon heute dick im Notizbuch angestreichen: Am 14. Mai 2018 steigt der 29. Pokal der Blauen Schwerter.

Hilmar Bürger

905 (2017-05-03) Hilmar Bürger

Hall of „Shame“

Unmögliches und Kurioses

 

Der 1. April ist nun doch schon etliche Tage vorbei. Doch es gab in den letzten Tagen einige Ereignisse im Sport, die manchem durchaus als Aprilscherz erscheinen könnten. Als ganz besonders schlechter muss jener gelten, den sich wieder einmal die Jury der sogenannten deutschen

„Hall of Fame“ ausgedacht hat. Mit Gustav „Täve“ Schur und Heike Drechsler hielten sie zwei der erfolgreichsten und populärsten

DDR-Sportler nicht für würdig, aufgenommen zu werden.

Täve – das Idol ganzer Generationen in der DDR – erhielt jetzt sogar diese Ablehnung zum zweiten Mal.

Da muss mit dieser Halle doch irgend etwas schief laufen. Oder geht es hier gar nicht um Sport? Soviel können sich die Fans nicht geirrt haben, die den

zweifachen Weltmeister im Straßenradsport und zweifachen Friedensfahrtsieger neunmal zum DDR-Sportler des Jahres gewählt haben. Da weiß man jetzt, was ihre Meinung heute noch wert ist.

 

Dass es auch anders geht, beweist das Sportmuseum in Marzahn Hellersdorf, wo Täve Schur neben dem leider verstorbenen, einstigen Berliner SAT.1-Sportchef Michael Lion sowie der aus Marzahn stammenden deutschen „Hammerwurf-Lady“ Betty Heidler in der „Galerie der Ehre“ aufgenommen ist (siehe unten).

Sollte sich die Hallen-Jury mal ansehen.

 

Zum Nachdenken regt auch eine Diskussion an, die sich jetzt im fernen Auckland bei den Gewichtheber-Wettbewerben der World Masters Games ergab. Im höchsten Limit der jüngsten Frauen-Altersklasse (35 bis 39 Jahre) gewann Laurel Hubbard für Neuseeland, geboren vor 39 Jahren

als Sohn Gavin des Bürgermeister von Auckland.

Der ehemalige Juniorenmeister Neuseelands

ließ sich als Mittdreißiger in eine Frau umwandeln

und gab nun allen Rekorden der Alterklasse den Garaus. Neben Beifall gab es auch viele

Verwunderte Gesichter.

 

Nicht nur im großen Sport passieren merkwürdige Dinge. So gab es am Sonnabend in Gotha ein Verbandsliga-Fußballspiel, das nur 19 Minuten dauerte. Nicht, dass die Gastgeber vom FSV Wacker 03 Gotha gegen

das Teistunger Wacker-Team aus dem Eichsfeld beim 4:0 genug hatten. Und auch nicht, weil der Schiedsrichter den Roten Karton mehrfach

zeigen musste.

Der Referee pfiff das Spiel ab, weil die Gäste nur noch sechs Spieler auf dem Platz hatten. Sie waren mit sieben Spielern angereist. Die anderen sollen zu einer Hochzeit eingeladen gewesen sein Von den Sechsen verletzte sich einer. Und sechs sind laut Reglement zu wenig. Das hatte sicherlich noch kein Beteiligter erlebt. Auch kein Zuschauer. Eigentlich hätten sie rund vier Fünftel vom Eintrittsgeld wiederbekommen müssen. Aber das wollte sicher

keiner haben.

 

HB

904 (2017-04-04) Hilmar Bürger

Bürger 

Gingen

Gemeinsam

Eine Kappe voll Vorosterfreuden 

 

Die Baugesellschaft Gotha mbH (BGG) lud am Sonnabend zum Osterspaziergang ein. Etwas vorzeitig, aber genau richtig. Die Organisatoren hatten für die fast Dreistunden-Runde auf dem Boxberg österliches Frühlingswetter vom Feinsten bestellt.

 

Gemäß der Initialien könnte man über diese von rund 200 BGG-Fans in Angriff genommene Wanderung auch „Bürger Gingen Gemeinsam“ beim „Boxberger Gesundheits-Gang“ sagen – was alles ebenfalls zutraf.

 

Die BBG ist der größte regionale Wohnungsanbieter, und so zählten natürlich die gut gelaunten Mitspazierer, die sich am Morgen in der Sonder-Waldbahn einfanden, meist alle zum Mieterkreis der Gesellschaft.

 

Man versteht sich dort auf Kundenpflege, und so spornten die Begrüßungsworte von Geschäftsführerin Christine Riede an der Boxberg-Haltestelle regelrecht an, die Wanderstrecke unter die Füße zu nehmen.

 

Für nicht Ortskundige: Der Boxberg ist einer der drei Hausberge Gothas.

Er war in ganz Deutschland bekannt durch sein Gestüt und seine Galopprennbahn, wo in der Nachkriegszeit auch bei Gras- und

Sandbahnrennen Motorräder knatterten. Das ist nun leider vorbei.

Das letzte Pferderennen gab es Im Jahr 2011 – der Berg und auch das

fast 140 Jahre alte Ensemble mit denkmalgeschützter Tribüne, Wettschaltern und natürlich der „Rennbahn-Gaststätte“ blieben erhalten. Auf dem einstigen Geläuf weiden nun streckenweise einige Pferde. Im Zielraum ist es Maulwürfen überlassen, zum Endspurt anzusetzen. Dafür gibt es keine Wetten. 

 

Das war auch das Ziel, wo rechtzeitig der Brätelrost angworfen wurde.

Zuvor gab es je nach Lust und Kondition sehenswerte Zwischenstationen, zu denen Tilo Schmidt aus Gospiteroda führte, wo es auch interessante Erläuterungen über Bedeutung und Geschichte des jeweiligen

Objektes gab.

 

Beim Hügelgräberfeld aus der Jungsteinzeit und der frühen Eisenzeit erfuhr man, was bei Grabungen gefunden oder nicht gefunden wurde. In braunen Zeiten wurde dort sogar dem Germanenkult gehuldigt. Jetzt kümmert sich das Landesamt für Archäologie und ehrenamtliche Heimatforscher um diese Stätte. Mir kam so in den Sinn: Vielleicht ist auch der „Herr von

Boilstädt“ aus dem Frühmittelalter, der 2013 nur einige Kilometer entfernt entdeckt und ausgegraben wurde, hier mal vorbeigekommen. 

Wie dem auch sei – der Leinakanal, an dem vorbei die Wanderung weiterging, ist auch so ein Zeugnis der Vergangenheit. Landgraf Balthasar ließ Mitte des 14. Jahrhunderts das rund 30 Kilometer lange künstliche Gewässer anlegen, um die Stadt Gotha mit Wasser

zu versorgen. Zur Zeit allerdings ist der Kanal streckenweise ausgetrocknet.

Nächste Station war einer der schönsten Aussichts-Punkte im Thüringer Land - der Thüringer-Wald-Blick mit gleichnamiger Gaststätte und einer Pferdekoppel.

Hier gibt es die Sicht auf das wunderschöne Rennsteigpanorama mit dem Großen Inselsberg als Höhepunkt.

 

Übrigens:

Auch ein gutes Gelände, Ostereier zu verstecken.

 

Die Kinder fanden sie trotzdem!

 

Weiter ging es entlang der ehemaligen Rennbahn bis zur „Alten Eiche“, die 1000 Jahre auf dem knorrigen Buckel haben soll. Das war zugleich die Wendestelle.

 

Im Biergarten der „Rennbahn-Gaststätte“ fanden sich alle Wanderer wieder zusammen. Bratwurst,

oder (und) Rostbrätel hieß hier die Frage. Und

natürlich gab es auch Erfrischungen vom Faß. Hier parkte auch das Rote-Kreuz-Auto und dessen treue Begleiter. Und auch die fleißigen Helfer hatten sich diese Rast verdient.

 

Fazit: All das, was zum Gelingen dieses gut organisierten Osterspaziergangs beitrug, nahm die BGG auf ihre Kappe...

Hilmar Bürger

903 (2017-03-28) Hilmar Bürger

Mit einem Schluck

aus „KRIPO-LIVE“

Hauptkommissar Erfolg

 

Hagen Becker, Trainer vom FSV Wacker 03 Gotha – rechts mit Iskander Ezzine aus seinem Team.

Am Sonntagmorgen klingelte bei uns das Telefon: Kriminalpolizei Gotha ! Normalerweise eine Schocksituation. Für mich ein erfreuliches Erlebnis. Kriminalhauptkommissar Hagen Becker. Aber nicht in seiner Eigenschaft bei der Gothaer Kriminalpolizei, sondern als ehrenamtlicher Trainer des Fußball-Verbandsligateams vom FSV Wacker 03 Gotha.

„Ich möchte Dir etwas Erfreuliches mitteilen. Wir sind gestern Mannschaft des Jahres geworden...“ Dazu muss ergänzt werden: des Jahres 2016 im Landkreis Gotha.

Für den Coach, der seit Jahren die Geschicke seiner Mannschaft leitet, ist das ein ganz besonderer Erfolg. Er hatte vor Jahren den Mut eines Neubeginns mit maßgeblich sehr jungen Spielern vom damaligen Thüringer Landesmeister der A-Junioren. Dem Abstieg aus der Verbandsliga 2014 folgte ein absoluter Durch-Marsch in der Landesklasse 2016 und der Wiederaufstieg. Dafür erhielt sein Team und alle, die daran beteiligt waren jetzt die wohlverdiente Ehrung.

 

In den letzten Monaten lief es nicht gut, die Abstiegszone rücke bedrohlich näher. Aber gerade an dem Tag, an dem die Niederlagenserie durch einen Erfolg beim Team von Glücksbrunn Schweina mit einem 2:1 durchbrochen wurde, gab es abends in der Goldberg-Halle von Ohrdruf die umjubelte Zugabe! „Das soll uns weiter beflügeln“, versicherte Hagen Becker.

Der Coach und sein Mannschaftskapitän Younes El Antaki, Student in Jena.

Sein Vater ist Deutscher und TA-Sportredakteur in Eisenach, seine Mutter stammt aus Algerien.

Die Familie nahm ihren Namen an. 

Das Geheimnis seines Erfolges liegt in seiner Persönlichkeit. Er baut auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Trainer- und Betreuerteam – vor allem aber auch mit der Mannschaft. Diese ist nicht nur sehr jung - mit einigen

im Lauf der Zeit eingezogenen Korsettstangen durch einige erfahrene Rückkehrer zum Verein, sondern auch ein gutes Beispiel für Integrationsarbeit.

Das Wacker-Trikot der „Ersten“ tragen auch Spieler, deren Familien aus Afghanistan, Algerien, Tunesien, dem Irak und Vietnam stammen.

Hagen Becker findet in jeder Situation die richtigen Worte: Ruhig, bedacht, hin und wieder auch mal ein Scherz, ganz selten nutzt er die gehobene Stimme.

Eine Eigenschaft, die ich fast drei Jahre lang selbst schätzen konnte, da mein Besuch als Berichterstatter in seiner Kabine vor dem Spiel obligatorisch war.

Und er selbst hat dafür auch eine Art Wundermittel: Ein Schluck Kaffee aus seiner Tasse „Kripo Live“.

So wird auch auf dem Platz fast jeder Fall mit Erfolg gelöst.

 

Da ich aus gesundheitlichen Gründen meine eigene Website www.habe.web.de auflösen musste, soll diese Geschichte nun in www.laptopwerk.de“ erzählt werden. Es müssen sich nicht immer die

absoluten Höhen des Sports widerspiegeln. Auch so etwas gehört dazu.

In der gestrigen Ausgabe der „Thüringer Allgemeine“ wurde darüber berichtet.

Aus der TA vom 27. März:

Reportage von Falk Böttger,

Fotos von Lutz Ebhardt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto unten:

Mannschaftsbe-

treuer Manfred Meisel,

Kapitän Younes El Antaki

und Wacker-Vizepräsident Christian Gehret nehmen die Auszeichnung entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hilmar Bürger

902 (2017-03-12) Hilmar Bürger

Zwei eiserne Jubilare

Der „Schwarze Peter“ und

der „Deutsche“ aus Russland

 

In diesen Tagen haben zwei gute Freunde einen runden Geburtstag. Wolfgang Peter wird 90, David Rigert 70.

Besonderer Grund, sich an sie zu erinnern. 

Was verbindet mich mit Wolfgang Peter (rechts), der also gestern Geburtstag hatte. Zuerst einmal das Gewichtheben. Der gebürtige Mannheimer Junge war Jahrzehnte eine führende Persönlichkeit im internationalen Gewichtheben und deutschen Gewichtheben. Ersparen wir die Aufzählung seiner Tätigkeiten, Verdienste und Auszeichnungen. Es würde abendfüllend werden.

 

Ich lernte ihn 1980 beim Pokal der Blauen Schwerter in Meißen kennen. Es war die Zeit, als vor allem in westlichen Ländern ein Olympiaboykott für die Olympischen Spiele in Moskau avisiert wurde. Auch von der Sportführung der Bundesrepublik. BVDG-Präsident Wolfgang Peter gehörte zu jenen, die ihre Stimme dagegen erhoben und kämpfte leidenschaftlich um die Chancen der BRD-Gewichtheber. Von denen damals Rolf Milser zur absoluten Weltspitze gehörte.

 

Der Präsident gewährte mir für das „Sportecho“ ein

Interview, in dem er seine Meinung klar zum Ausdruck brachte. Und obwohl ihm das auch viel Ärger einbrachte,

bedankte er sich später bei mir, als er das Ergebnis unseres Gespräches schwarz auf weiß in der Zeitung gelesen hatte. Es war der Beginn einer freundschaft-lichen Beziehung, die ich viele Jahre später mit einem weiteren Interview für das Porträt „Manchmal musste er der ‚Schwarze Peter’ sein“ für die dreiteilige CD „Deutsches Gewichtheben“ krönen durfte.

Jetzt ist es ruhiger geworden um den kämpferischen wie auch freundlichen Mann,

der im französischen Bouzonville lebt.

Die Spuren seines erfolgreichen Wirkens sind jedoch überall dort zu finden, wo es um Historisches im Gewichtheben geht.

Was verbindet mich mit David Rigert (unten), der heute Geburtstag hat? Natürlich ebenfalls das Gewichtheben. Er ist eine lebende Legende dieser Sportart. Der Olympiasieger von 1976 weniger als erfolgreichster Gewichtheber aller Zeiten, sondern vor allem als einen der charismatischen Heber, den es je gab. Keiner konnte Gewichtheben so zelebrieren, wie er. Meine ich jedenfalls.

Als ich ihn persönlich 1975 beim Pokal der Freundschaft in Saporoshje kennelernte, war er schon lange weltbekannt. Es war jener Wettkampf, bei dem der Meißner Peter Petzold ihn das einzige Mal bezwingen konnte. Das zahlte David Rigert ihm mit seinen Weltrekorden beim Heimatturnier um die berühmte Porzellanvase stets insofern heim, als dass er damit in Abwesenheit zu hohe Hürden für den mehrfachen Dritten von Welt- und Europameisterschaften auftürmte. Der Pokal wurde für die erreichten Prozente des Zweikampf-Weltrekords vergeben. „Beck“ – wie ihn seine Freunde heute noch nennen – konnte ihn nie gewinnen. Dafür organisiert er jetzt als Sportlicher Leiter das Turnier ehrenamtlich.

 

Was vielleicht nicht so bekannt ist: David Rigert war sowjetischer Staatsbürger deutscher Nationalität. Irgendwie merkte man seiner Sprache an, dass sie mal irgendwo im deutschen Südwesten ihre Grundlage hatte,

Zar Peter hatte einst meine Vorfahren nach Russland geholt“, so David Rigert, wenn er von ganz früher redete.

Was er über die Stalinzeit zu berichten hatte, war höchst unerfreulich. Seiner Familie ereilte das Schicksal aller Russlanddeutschen in jener Zeit.

 

Während der siebziger und achtziger Jahre hatte ich mehrfach Begegnungen mit dem Modellathleten, der in vielen Dingen auch so seine eigene Philosophie betrieb. So meinte er zum Verhältnis Mann und Frau: „In der Ehe ist der Mann der Kopf und die Frau der Hals.... Der Kopf muss sich aber immer dahin drehen, wohin der Hals sich wendet...“ Sein sportlicher Grundsatz lautete: „Der Wille formt den Geist und die Muskeln“. Das Ergebnis waren nicht nur große Erfolge in drei Heber-Gewichtsklassen, sondern auch andere körperliche Höchstleistungen wie

speziell einarmige Klimmzüge. Kaum zu glauben, dass er ein kränkliches Kind war und mit fünf Jahren kaum gehen konnte.

 

Die Hantel war sein Freund. „Wenn ich die Heberbühne betrete, sehe ich das Eisen vor mir, das im Scheinwer-ferlicht blinkt und blitzt. Und ich denke mir immer: Na warte, Freundchen – dich packe ich!“ Aber: „An der Hantel muss man brutal sein können – gegen sich selbst!“

Seit 1985 prangt David Rigerts Konterfei auf dem Buchtitel von „Kraftproben“, das ich gemeinsam mit meinem Freund und Kollegen Klaus Weidt für den Sportverlag schreiben durfte. Das Konzept dazu hatten wir beide 1980/1981 bei unserer Wanderung rund um Berlin in zehn Etappen mit den Füßen erarbeitet. Und auch das Titelfoto von unserem leider schon verstorbenen, großartigen Buchillustrator Günter Bersch, hat seine Geschichte.

 

Es bedurfte einer langen Nacht im Moskauer Hotel

anlässlich der Weltmeisterschaften 1983, um ihn

davon zu überzeugen, dass er auf den Titel der „Kraftproben“ Buches gehört.

 

Nach seiner aktiven Laufbahn wirkte David Rigert mehrere Jahre als russischer Nationaltrainer. So

hatten wir auch 1986 bei den Europameisterschaften in

Karl-Marx-Stadt Gelegenheit zu erleben, dass nicht

all seine Schützlinge das Verhältnis zu Hantel so teilten, wie er es früher selbst handhabte. Jetzt lebt der einstige eiserne Weltstar in Taganrog, ist als Abgeordneter tätig und betrieb einige Jahre eine Gewichtheberschule.

Hilmar Bürger

901 (2017-03-01) Hilmar Bürger

 

Wo Hase und Igel sich treffen

Am Aschermittwoch ist doch nicht alles vorbei

Vorgestern zum Rosenmontag hatte ich ein echt närrisches Erlebnis.

An der Bushaltestelle in der Gothaer Südstraße. Unweit von meinem heimatlichen Gefilde. Ich hatte dort eine besondere Begegnung.

Nicht unheimlicher Art, aber eben besonders närrischer.

Zwei Busse kamen auf einmal. Jetzt wird jeder gelernte

Gothsche sagen: „Ist doch nichts Neues.

Das gibt es doch schon seit Jahresbeginn.“ Stimmt, aber ich hatte sie mir so noch nicht zur Brust gezogen: Zuerst kam der

von der RVG genannten Regionalen Verkehrsgesell-

schaft, dann der von Firma Steinbrück.

Da wird jeder Nicht-Gothaer staunen:

So ein toller Service, zwei Busse zur gleichen Zeit, da bleibt bestimmt keiner, der in die Stadt will, an der Haltestelle zurück. Stimmt. Im ersten Bus fuhren geschätzt acht Personen, im zweiten ein Fahrgast + Fahrer...

 

In Gotha, das sich immer so stolz Residenzstadt nennt, residiert derzeit das Bustransportchaos. Es ist wohl der einzige Ort in der Welt, in dem man jetzt gleichzeitig zwei Busse verpassen kann,

wenn man etwas zu spät kommt. Und wenn dann einem noch die gelben Müllsäcke, die an den Zäunen aufgehängt werden, um die Ohren fliegen, ist das närrische Glück perfekt.

 

Und da gerade Fasching ist, konnte man am Anfang dieses Doppelspasses einen der Busse als Hasen definieren und den zweiten als Igel.

Da war man sich aber noch nicht einig, wer wer war.

Jetzt scheint zumindest das geklärt: Jetzt sind Hase und Igel (fast) immer gleichzeitig da.

 

Und das nicht nur auf der Stadtlinie B, sondern auf 13 der 41 RVG-Linien. Die Gothaer schütteln nur die Köpfe. Die RVG lässt nun auf diesen Linien andere Busse fahren, weil sie die Verträge

mit der Gothaer Firma Wolfgang Steinbrück wegen finanzieller Differenzen kündigte.

Doch Steinbrück fühlt sich nicht gekündigt, weil seine

Verträge bis 2019 laufen würden.

 

Und so gibt es seit Anfang des Jahres auch ein rechtliches Hickhack, in dem vier Verfahren auf einmal vor dem Kadi verhandelt werden. Ein Ende ist vorerst nicht abzusehen.

Und so kann sich Gotha noch auf ungewisse Zeit an den „Doppeldeckern“ erfreuen.

 

So etwas macht berühmt. So berichtete bereits der NDR in einer Satireshow über die Gothsche Wundernswürdigkeit.

Und auch die „Thüringischer Allgemeine“ nahm sich heute sogar mit einem Titelfoto dieser Sache an.  

 

Leider gilt aber in dieser Hinsicht in Gotha nicht das närrische Motto „Am Aschermittwoch ist alles vorbei...“

 

Hilmar Bürger


Mi                 22.11.2017 

Nr.            2.585 - 1.282

Aktualisierung:        16:30

Übrigens,

 

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 18.11.2017

     2    5    9    12    20   25    SZ: 7

 

Spiel 77:  5449 972

Super 6: 848 704

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

2092 (2017-11-22) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Zum 100. Jubiläum (1920 - 2020)

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