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79 (2017-10-02) Uwe Morchutt aus Eltville

Enable –

einsame Klasse!

96.  Prix de l’Arc de Triomphe, Chantilly

 

 

Die noble Rennbahn in Longchamp wird immer noch modernisiert. 2018 soll dann wieder alles in neuem Glanz erstrahlen. Bis es aber soweit ist, muss das historische Areal von Chantilly, vor den Toren von Paris gelegen, noch einmal als Ausweichstandort fungieren. 

 

Die 96. Austragung der inoffiziellen Weltmeisterschaft im Galopprennsport, der Prix de l’Arc de Triomphe, rief wie jedes Jahr, seit dem 3. Oktober 1920, die Pferderennsportliebhaber auf den Plan, um den Turf-Höhepunkt hautnah mitzuerleben. Lediglich unterbrochen vom Krieg 1939 und 1940, wo kein Rennen stattfand. Schon wieder der unsägliche Krieg, der größte Feind des Galopprennsports!

 

Die Pferderennbahn von Chantilly wurde am 15. Mai 1834 offiziell eingeweiht. Die aktuelle Bahnführung stammt aus dem Jahre 1879. Die großen Tribünen erbaute 1881 der französische Architekt Honoré Daumet. Sie gehören heute zu den ältesten Pferderenntribünen Frankreichs und stehen somit unter Denkmalschutz.

Charles Girault erbaute 1891 das alte Waage-Gebäude. Der Architekt Saint-Ange, ein Schüler von Daumet, ließ 1911 die Tribüne des Komitees und die alte Tribüne des Prinzen errichten. Die Pferderennbahn trennt das Waldstück Bois Bourillon vom Wald von Chantilly. Es ist nach Bourillon, dem Eigentümer im 16. Jahrhundert, benannt.

 

Doch kommen wir zum eigentlichen Höhepunkt


18 Vierbeiner, 3 Stuten und 15 Hengste, haben sich in das prominente Teilnehmerfeld gelaufen, sozusagen durch gute Leistungen empfohlen, um am 1. Oktober eine gute Figur zu machen. Wer kann, sorgt für extra Spannung. Die von John Gosden für Khalid Abdullah trainierte Nathaniel-Tochter Enable wurde für 120 000 Euro soeben einmal schnell nachgenannt, also vier Tage vor dem Rennen, so dass die Pferdedame unter Frankie Dettori als klare Favoritin ins Rennen gehen konnte. Wer es sich leisten kann, kauft sich spät in das Feld ein, obwohl es die Klassestute Enable gar nicht nötig hat.

 

Ein Blick in das Pedigree (Abstammung) verrät die Sonderstellung als Wettfavorit. Großvater Galileo, spricht für edles Blut, ist er doch ein siegreicher Nachkomme vom deutschen Vererber Birkhahn, der 1948 beide Derbys gewann. Trainer John Gosden, 2015 Arc-Sieger mit Golden Horn, schwärmt in höchsten Tönen, er habe noch nie eine so gute Stute wie Enable trainiert. Weltklassejockey Frankie Dettori schloss sich der hohen Meinung an. Hat er doch die Ehre, die auf Erfolg programmierte Stute im Sattel zu führen.

Zur Freude der deutschen Galoppsportfans ist aber nicht nur hochkarätiges Vererberblut im Teilnehmerfeld anzutreffen, nein, es sind auch zwei chancenreiche Vierbeiner am Start. Ganz nach der Prämisse: Wer an den Start geht, der hat auch Siegchancen. Dschingis Secret und Iquitos wollen Danedream, die das Rennen 2011 gewinnen konnte, nacheifern. Dschingis Secret wurde durchaus als chancenreicher Außenseiter gehandelt!

 

Woran erkennt man nun aber den wahren Galoppsport-Interessierten?

 

Am Fernglas und an der Pferdelektüre, wo alle Formen der Pferde abgedruckt sind. Was in Deutschland die „Sportwelt“ ist, in der DDR war es der „Rennkurier“, ist in Frankreich „France Galop“ oder „Paris-Turf“. Für Laien schwer zu lesen, aber wichtig für die Tipp-Auswahl. Anhand der gelaufenen Rennen kann der routinierte Rennbahnbesucher erkennen, welches Pferd in Form ist. Rennpferde sind schließlich auch nur Leistungssportler. Wer zu faul zum Trainieren ist, gewinnt keine Rennen und bekommt obendrein noch Übrgewicht. Wie beim Menschen auch!


Entscheidend ist natürlich auch das Geläuf

 

Nicht jedes Pferd mag beispielsweise weichen Boden! Die Favoritin Enable kann alle Böden, so dass sie nur schwer zu schlagen sein dürfte! Obendrein hat sie mit Startbox 2 das Losglück auf ihrer Seite gehabt. Ein Blick auf die Gewichte zeigt, dass die dreijährigen Stuten Winter und Enable mit 55 kg im Vorteil sind. Die Hengste tragen 59,5 und die vierjährige Stute Seventh Heaven 58 kg.

 

Wie immer kann nur einer gewinnen

 

Sie ging als haushohe Favoritin (18:10 auf Sieg) ins Rennen. Was die feine Pferdedame wenig später auf der Zielgerade zeigte, 400 m vor dem Zielpfosten verabschiedete sie sich vom Rest des Feldes, war schon Extraklasse: Stutenpower vom feinsten!

 

Mit 21/2 Längen Vorsprung siegte sie wie eine Championesse. Die 17 Gegner hatten keine Chance. Und die Deutschen? Dschingis Secret wurde Sechster, Iquitos Siebter. Gut gelaufen, aber knapp an den Geldrängen vorbei. Nur die ersten Fünf machten Kasse. Dotierung: 5 000 000 € (2 857 000; 1 143 000; 571 500; 285 500; 143 000).

Zum krönenden Abschluss der Dettori-Jump, der Sprung aus dem Sattel. Bereits der fünfte Sieg in dem Klassiker! 1995, 2001, 2002, 2015 und nun 2017. Alle Achtung, Frankie! umo

78 (2017-09-17) Uwe Morchutt aus Eltville

 

Die Sonne lachte für Capri!

241. St. Leger, Doncaster

 

Das klassische St. Leger beendet in der Regel eine Galopprennsport-Saison. Warum sollte es 2017 anders sein? Doncaster, zwischen Leeds und Sheffield gelegen, ist eine mittelgroße Stadt in der englischen Grafschaft South Yorkshire. Die letzte Volkszählung 2001 ergab 67 977 Seelen. Wie viele sich davon für Pferderennen interessieren, ist mir allerdings nicht bekannt. Schließlich steht hier die Wiege des englichen Pferderennsports. Die Pferderennbahn in Doncaster ist demzufolge die Heimstätte der zwei ältesten Pferderennen der Welt überhaupt.

 

Der Doncaster Cup, der über zwei Meilen und zwei Achtelmeilen (furlongs) gelaufen wird, also rund 3600 m, ist das älteste je gelaufenen Pferderennen der Welt. Es wurde 1766 das erste Mal ausgetragen. Die erste Siegerin, wie könnte es auch anders sein, eine Lady, trug den namen Charlotte. Die flinke Charlotte wurde 1760 geboren! Heutzutage ein Gruppe II-Rennen. Die Wiege des deutschen Galopprennsports befindet sich übrigens in Bad Doberan, wo 1822 die ersten Pferderennen stattfanden.

Zehn Jahre später, wir schreiben das Jahr 1776, rief der Colonel Anthony St. Leger ein Rennen ins Leben, das bis heute äußerst prominent ist. An der ersten Austragung, am 24. September 1776, nahmen lediglich fünf Pferde teil. Das St. Leger ist heute das älteste klassische Pferderennen überhaupt. Es findet jedes Jahr im September statt und ist nur für dreijährige Pferde zugelassen. Der Fachmann spricht hierbei vom Derby-Jahrgang. Das St. Leger kann demzufolge ein Pferd, genauso wie das Derby (seit 1780 in UK), nur einmal in seiner Laufbahn gewinnen, nämlich mit drei Jahren. Wallache sind natürlich vom Rennen ausgeschlossen, da es sich um ein Zuchtrennen handelt! Das St. Leger ist ein Gruppe I-Rennen, also die höchste Kategorie im Pferde-Rennsport. Die Distanz beträgt 1 mile, 6 furlongs and 115 yards (rund 2937 m).

 

Außer in den Jahren von 1915 bis 1918 und 1942 bis 1944, als das Rennen in Newmarket ausgetragen wurde, und in den Jahren 1940, 1941 und 1945 sowie 1989, fand das Rennen immer in Doncaster statt. Während des ersten Weltkrieges diente das Gelände in Doncaster beispielsweise militärischen Zwecken. Der Krieg ist demnach der größte Feind des Galopprennsports!

Nur einmal in all den Jahren bis heute, wo die 241. Austragung gerade ausgefochten wurde, fand das Rennen gar nicht statt.

Es war das Jahr 1939, als Hitler in Polen einmarschierte und der II. Weltkrieg ausbrach! Wenn das der Soldat und Major-General

St. Leger gewusst hätte, dass ausgerechnet ein Krieg sein Rennen eines Tages an der Austragung hindern würde!

 

Vielleicht hätte er dann lieber Schach gespielt?

 

Den 251. Doncaster Cup im Rahmen des Doncaster Festivals, das über drei Tage geht, fand bereits am 15. September 2017 statt. Es siegte der dreijährige Wallach Desert Skyline, dessen Großvater der großartige Vererber Acatenango aus Deutschland ist. Als Wallach (Gelding) hätte er natürlich nicht am St. Leger einen Tag darauf teilnehmen dürfen!

 

Am 16. September 2017 fand nun das prestigeträchtige St. Leger Stakes statt. Elf Pferde versammelten sich an der Startbox, um ohne große Verzögerung einzurücken. Die einzige Stute im Feld, Coronet, wurde vom Jockey-Champion persönlich geritten: Frankie Dettori. Als Stute hat sie gegenüber den Hengsten eine Gewichtserlaubnis von 8 zu 9 Stone. Wobei ein Stone 6,35 kg bedeuten. Anscheinend kein Problem für den 46-jährigen Dettori, der das leichte Gewicht von rund 51 kg schließlich auf die Waage bringen muss!

 

Wie immer kann es nur einen Sieger geben: Klarer Favorit vor dem Rennen (40:10 auf Sieg) war der Galileo-Sohn Capri, der bereits das Irische Derby 2017 gewinnen konnte. Der derzeit beste Jockey Ryan Moore steuerte den Schimmel, so dass der Sieg fest eingeplant war. Moore zeigte dann auch seine große Klasse im Sattel. Der graue Hengst siegte letztendlich mit einer halben Länge Vorsprung vor Crystal Ocean. Aidan O’Brien, der irische Meistertrainer, sattelte Capri und kassierte die üblichen zehn Prozent vom Siegercheck, der mit 396 970 englischen Pfund hübsch dotiert ist. Die Stute Coronet wurde gute Fünfte in dem von Hengsten dominierten Feld. umo

77 (2017-09-14) Uwe Morchutt aus Eltville

 

„Langer Lulatsch“ wieder offen

Berliner Funkturm im Spiel der Farben

 

Türme, die von Menschenhand errichtet wurden, üben eine unglaubliche Faszination aus, so dass die Begeisterung auch noch nach Jahrzehnten anhält. Der Pariser Eiffelturm, der 1889 eröffnet wurde, ist das Paradebeispiel für dieses Phänomen. Anfangs verachtet, heute das meistbesuchte Bauwerk auf der Welt. Wen wundert es da, dass der Berliner Funkturm dem Eiffelturm nacheiferte. Sozusagen der kleine Bruder. Das Vorbild und der Pate in Paris, mit seinen 324 m Höhe bis zur Antennenspitze, überragt den Funkturm in Berlin, mit seinen 147 m bis zur Antennenspitze, dabei um mehr als das Doppelte.

 

Prof. Heinrich Straumer ist es letztlich zu verdanken, dass wir noch heute den Funkturm bestaunen können. Unter seiner Regie wurden insgesamt 140 Konstruktionszeichnungen für den Bau der Stahlfachwerk-Konstruktion angefertigt. Am 8. November 1924 war Baubeginn und knapp zwei Jahre später, am 3. September 1926, fand anlässlich der Eröffnung der „3. Großen Deutschen Funkausstellung“ die Einweihung des Funkturms statt. Bauzeiten, die heute ihres gleichen suchen. Obwohl die Bautechnik knapp 100 Jahre später viel moderner und effizienter ist!


Manch ein aufmerksamer Beobachter wird sich jetzt fragen, warum widme ich mich so ausführlich dem Funkturm? Eins vorweg: Alle Türme, und nicht nur die, müssen regelmäßig gewartet und gepflegt werden, weil sie permanent der Witterung ausgesetzt sind. Das geht natürlich an die Substanz! So muss der Funkturm, im Volksmund gern auch als „langer Lulatsch“ bezeichnet, regelmäßig einer Neuauffrischung unterzogen werden. Die ist nun vorbei und überstanden:


Denn am 13. September 2017, also gestern, wurde der Funkturm auf dem Charlottenburger Messegelände wieder für Besucher geöffnet. Modernisiert wurde vor allem die Aufzugskabine. Als Besonderheit hebt die Messe Berlin deren neue Außenbeleuchtung hervor: Auf Knopfdruck kann der Aufzug – wie bisher schon das Stahlgerüst des Turms – weithin sichtbar in verschiedenen Farben erstrahlen. Dafür wurden vier 1,20 m lange LED-Leisten an den Außenwänden der Kabine installiert. Per Mausklick am Computer erstrahlt das Wahrzeichen dem Anlass entsprechend in der gewünschten Farbe.


Hier noch ein paar Daten und Fakten zum Funkturm: Insgesamt wiegt der Funkturm rund 600 Tonnen. Davon fallen 400 Tonnen auf die Stahlkonstruktion, zusätzliche 220 Tonnen wiegt das Fundament. Die statischen Berechnungen kalkulieren weitere 40 Tonnen Besuchergewicht und 105 Tonnen Winddruck ein. Im Vergleich dazu wiegt der Berliner Fernsehturm am Alex über 31 000 Tonnen, wobei er aber auch 368 m hoch ist. Er wurde von 1965 bis 1969 in Stahlbetonbauweise errichtet.

 

Der Fahrstuhl im Funkturm befördert bis zu 10 Personen in 33 Sekunden (Geschwindigkeit 4 Meter pro Sekunde) zur Aussichtsplattform. Der Fahrstuhl wird per Funk kabellos gesteuert. Die Funksteuerung ist eine Sonderanfertigung, die es so nur noch im Eiffelturm in Paris gibt. Seit der Einweihung des Funkturms im Jahr 1926 besuchten insgesamt mehr als

17 Mio. Menschen die Aussichtsplattform und das Restaurant, zuletzt

etwa 60 000 pro Jahr.

 

Bereits an der Farbe erkennt der aufmerksame Besucher, welches Highlight am Messegelände gerade ansteht. So erstrahlt der Funkturm traditionell zur IFA in Rot, zur ITB in Orange, zur InnoTrans in Blau und während der Fruit Logistica in gelber Farbe. Zur Internationalen Grünen Woche leuchtet der Funkturm passender Weise in Grün.

 

Die Aussichtsplattform des Funkturms in 126 m Höhe ist täglich ab 10 Uhr geöffnet. Das 55 m hoch gelegene Restaurant bedient seine Gäste dienstags ab 18 Uhr sowie mittwochs bis sonntags ab 11.30 Uhr.

 

Der Funkturm ist im Besitz des Landes Berlin und wird durch die Capital Catering GmbH betrieben und bewirtschaftet. 91 Jahre „Langer Lulatsch“: Faszination pur! Ein Besuch lohnt sich garantiert! umo

76 (2017-09-08) Werner Häfner aus Gotha: Report 7/Schluss

„Irma“ war es nicht

Air Berlin war der Grund

 

Zuerst muss ich einen Irrtum aufklären, der dadurch entstand, dass am Ende kein Kontakt mehr zwischen Orlando und Gotha zu Stande kam. Also, unser Flieger flog zwar nicht, aber der Grund war nicht der angekündigte Hurrikan „Irma“ – wie zu vermuten war - , sondern die Air Berlin. Wir warteten und warteten im Hotel Hyatt, aber sie konnte die Maschine für unseren geplanten Rückflug nicht stellen. Da gab es ein hektisches Hin und Her, bis die Lufthansa in die Bresche sprang. Und dann hatten wir einen besseren Heimflug als hinüber.

Perspektiven im Airport-Hotel Hyatt

Das Thema „Irma“ ist allerdings noch nicht erledigt. Im Gegenteil – was dieser Hurrikan auf seinem Weg in Richtung Florida schon angerichtet hat, lässt mich für unsere freundlichen amerikanischen Gastgeber fürchten. Auch für die Gothaer Delegation, die sich wegen der Ausstellung über Gotha und den Thüringer Wald auf dem Weg zur amerikanischen Partnerstadt Gastonia in North Carolina aufgemacht hat. Allerdings liegt das alles doch ein gutes Stück nördlicher.

 

Ein wenig Werbung für Gotha konnte ich unter dem Motto „Gotha adelt“ schon mit den Souvenirs vom Rathaus in Orlando bei den Kraftsportlern machen. Das kam gut an. Von der Stadt selbst habe ich allerdings nicht viel gesehen. Bin kaum aus dem Komplex Airport, Hotel Hyatt und Wettkampfstätte herausgekommen. Ich habe noch nicht einmal eine Ahnung, wo die Viertelmillion Einwohner dort im Orange County wohnt.

 

Gotha-Souvenirs gingen nach Brasilien und Japan

 

Ein Stadtzentrum, wie wir das kennen, gibt es (wahrscheinlich) nicht - oder ich habe es nicht gefunden..
Man sah immer nur kleine Siedlungen mit Einkaufsläden und Restaurants sowie riesige Parkplätze. Hin und wieder sichtete ich in der Nähe kleine Wohnsiedlungen mit Einfamilien-oder Doppelhäusern.

Unser Hotel hat mich jedenfalls am meisten beeindruckt.

Werner Häfner

75 (2017-09-05) Werner Häfner aus Orlando (Gotha): Report 6

All flights cancelled

Hoffentlich geht Irma vorüber

 

Am Sonntag sollten wir uns eigentlich in die Luft erheben: Mit dem Flieger in Richtung Europa. Doch unser Flug fiel aus, so dass wir also erst später Old Germany wiedersehen.

 

Hurrikan Irma soll im Anzug sein. Das ist aber möglicherweise auch Zeit, uns Orlando einmal etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Worüber dann noch zu berichten sein wird.

So also jetzt erst einmal eine Art Abschlussbericht, vom Anlass unserer Reise – den Junioren- und Jugend-Welt-meisterschaften der Kraftdreikämpfer. Und eigentlich hatten wir für den letzten Wettkampftag noch einmal mit einem besonderen Höhepunkt aus unserer Sicht gerechnet. Denn immerhin stellten wir in der Juniorenklasse bis 120 kg mit Kevin Jäger den Titelverteidiger. 

Doch die schönsten Hoffnungen zerrannen schon beim Kniebeugen. Dreimal ungültig für den Darmstädter in dieser Disziplin. Das war nicht sein Tag. Obwohl er kämpfte bis zum Letzten – der dritte Versuch war nur 1:2 gültig -, damit war das Aus für eine gute Platzierung im Dreikampf besiegelt.

Es wurde noch schlimmer: Im Bankdrücken steigerte Kevin trotz jeweils ungültiger Bewertungen von 360 kg über 365 kg auf 375 kg. Noch einmal bäumte er sich im Kreuzheben auf. Mit 250 kg konnte er den einzigen von acht Versuchen gestalten, was Platz acht in dieser Teildisziplin bedeutete. Der zweite ging mit 277.5 kg daneben. Den dritten Versuch verlangte er zum Abschluss erst gar nicht.

 

Alle im Team hatten es ebenso schwer wie er, das zu verdauen. Trösten wir uns, dass es bis dahin für den BVDK in Orlando unter der Regie von Bundestrainer Francesco Virzi recht gut verlaufen war. Allen voran natürlich der Titel und viermal Gold sowie drei Weltrekorde der Jugendklasse für Sonja Stephanie Krüger in der 72 kg-Kategorie. Die Jüngste in der Mannschaft sorgte für das Highlight aus unserer Sicht. Hinzu kamen bei den Junioren Platz vier und zwei Einzelmedaillen durch Julian Schnurr und Rang fünf durch Franz Graaf (beide im 93 kg-Limit), Rang vier und zweimal Bronze für Tim Leitow in der Gewichtsklasse bis 105 kg und Rang sieben durch Marie Hauschild mit Bestleistung bei ihrem Debüt in der 63-kg-Klasse zu einer Junioren-WM. Für mich war es jedenfalls eines der größten Erlebnisse in meiner 30-jährigen Tätigkeit als internationaler Kampfrichter.

                                                                                              Werner Häfner

 

74 (2017-09-02) Werner Häfner aus Orlando (Gotha): Report 5

Deutscher Medaillentanz

im Ballroom

Sonja-Stefanie Krüger aus Hessen wurde in Orlando Jugend-Weltmeisterin

 

 

Gestern ging für das deutsche Team im Continental Ballroom des Hotels Hyatt von Orlando die Post ab. Der Absender: Sonja-Stefanie Krüger vom Rhein-Main Fitness-Club Rüsselsheim. Die 18-jährige Schülerin (siehe unten), das sportliche Allroundtalent, das neben Kraftdreikampf auch Eisschnelllauf, Duathlon, Triathlon, Leichtathletik, Skifahren und Snowboarden betreibt, avancierte zur besten Jugendlichen der Welt der 72-kg-Kategorie ihrer Altersklasse.

 

Es war ein traumhafter Wettkampf, den die junge Hessin auf das Parkett legte. Mit 222 und 230 kg zum Auftakt zwei Weltrekorde im Kniebeugen, dann mit 147 kg im Bankdrücken ein weiterer Weltrekord. Das gab natürlich Gold in diesen beiden Disziplinen. Wie auch für 180 kg im Kreuzheben. Das alles zusammen bedeutete 557 kg im Dreikampf, ebenfalls ein Weltrekord ihrer Altersklasse. Das brachte 573,84 Wertungspunkte und damit die zweitbeste Leistung aller jugendlichen Kraftdreikämpferinnen bei diesen Meisterschaften.

 

Man kann sich vorstellen, dass damit das deutsche Team in Orlando auf Wolke sieben abhob. Was auch auf der BVDK-Fanseite zu sehen war. Doch der Medaillentanz ging noch weiter. Mit Julian Schnurr und Franz Graaf traten auch die beiden ersten der vier deutschen jungen Männer an. Sie stellten sich in der 93-kg-Klasse der Junioren der Konkurrenz. Heraus sprangen für sie Rang vier und fünf ihrer Gewichtsklas-se. Dabei gab es für Julian Schnurr, den 23-jährigen Studenten vom KSV Renchtal in Baden-Württemberg, im Kniebeugen Bronze und im Kreuzheben sogar Silber.

Werner Häfner

73 (2017-08-31) Werner Häfner aus Orlando (Gotha): Report 4

Marie war so stark wie noch nie

Zehn Stunden Zoll-

und Sicherheitskontrolle

 

 

Nun sind wir schon eine halbe Woche in Orlando. Alles ist sehr spannend, aber auch gewöhnungsbedürftig. American Way of Live! Allein die Zoll- und Sicherheits-kontrollen bei der Ankunft dauerten sage und schreibe zehn (!) Stunden. Am ersten Tag hatte ich gleich eine Verabredung. Es ist schon so Tradition, dass ich mich mit japanischen Sportler treffe und ihnen ein paar Souvenirchen überreiche. Da warten sie schon immer darauf. Diesmal hatte ich Basecaps der Stadt Gotha mit. Das fand guten Anklang. So kommt meine Heimatstadt auch nach Nippon.

 

Man kann sich kaum vorstellen, wie das ist, wenn im Ballraum des Hotels, in dem die Wettkämpfe stattfinden, die Paare sich im Tanz wiegen. Mit soviel Eisen, wie jetzt war er bestimmt noch nicht bestückt.

 

„Willkommen Kraftdreikämpfer!“

Marie Hauschild mit Werner Häfner und Bundestrainer Francesco Virzi

 

Am Mittwoch wurde es auch erstmals bei diesen Meisterschaften für den BVDK ernst. Die Thüringerin Marie Hauschild trat bei den Junioren in der Klasse bis 63 kg an. Bei ihrem ersten WM-Start stellt nicht nur durch die „Fernreise“ in die Vereinigten Staaten von Amerika, sondern auch durch die gemeldete Gegnerschaft die größte Herausforderung dar. Zum einen ist der Wettkampfort das bisher entfernteste Ziel, zum anderen trat Marie in der am stärksten besetzten Klasse an. In einem zahlen- und auch leistungsmäßig WM-würdigem Feld von 12 jungen Damen. Mit dem EM-Ergebnis von 435 Kilo im Dreikampf, ihrer aktuellen Bestleistung, war sie in der Meldeliste mit Rang acht positioniert.

Carsten Hauschild

beim Bankdrücken

 

Ich kann mir vorstellen, wie man zu Hause in Günstedt die Daumen gedrückt hat. Vater Carsten Hauschild ist einer der Macher im thüringischen Kraftsport, Vereinschef, Trainer und hin und wieder auch aktiver Athlet.

 

Obwohl leider nicht alles so lief, wie sie sich das vorstellte – sie hatte im Bankdrücken und Kniebeugen jeweils nur zwei gültige Versuche – verbesserte Marie ihren persönlichen Zweikampfrekord um fünf Kilo und wurde Siebente. Dazu kann man ihr gratulieren. Orlando ist für sie jedenfalls eine sehr wertvolle Erfahrung.

Werner Häfner

72 (2017-08-29) Werner Häfner aus Orlando (Gotha): Report 3

Das habe ich

noch nie erlebt

Hotel und Wettkampfstätte

in einem Komplex 

 

Von meinem Zimmer kann man auf der einen Seite das Flugfeld und auf der anderen die Abfertigungshalle sehen.

Es ist schon alles ganz schön aufregend – die vielen neuen Impressionen.

Hier also ein erster Gruß in die Heimat.

 

Am Montag musste ich allerdings früh aus den Federn, weil mich meine Pflicht als Jurymitglied der männlichen Klassen bis 53 kg und 59 kg zum ersten Wettkampf dieser Titelkämpfe rief. Gemeinsam mit Johan Smith aus Südafrika und dem Iraner Farshid Soltani bilden wir die Jury.

Ich habe unter den Kampfrichtern viele gute Bekannte getroffen.

Unter den 26 Referees sind wir acht Europäer.

 

Die erste Aufgabe war heute der Equipmentcheck um 7.30 Uhr, also die Überprüfung des Wettkampfgeräts, ob alles dem Reglement entspricht. Wettkampfbeginn war 10 Uhr.

Bei diesen Zeitangaben ist ein Uhrenvergleich angebracht.

Die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Orlando beträgt –

sechs Stunden.

Das heißt, wir „hinken“ hier immer hinterher.

 

Wer Interesse hat, kann die Wettkämpfe unter http://goodlift.info/live1/onlineside.html

in Bild und Statistik verfolgen.

 

Hier die Wettkampfzeiten unserer sechs deutschen Teilnehmer:

 

Marie Hauschild (Junioren/63 kg):

Mittwoch, 30. August, 14 Uhr (20 Uhr MESZ)

Sonja Krüger (Jugend/72 kg):

Donnerstag, 31. August, 10 Uhr (16 Uhr MESZ)

Julian Schnurr und Franz Graaf (Junioren/93 kg)

Donnerstag, 31.August, 15 Uhr (21 Uhr MESZ)

Tim Leitow (Junioren/105 kg)

Freitag, 1. September, 15 Uhr (21 MESZ)

Kevin Jäger (Junioren120 kg)

Sonnabend, 2. September, 10 Uhr (16 MESZ).

 

 

Mit eigenen Fotos hat es noch nicht geklappt, aber hier eine erste Impression vom Livestream unseres Wettkampfes. Herausragender Athlet war dabei der 22-jährige Lin Yi-Chun aus Taiwan, der in der Klasse bis 59 kg der Junioren mit 700.5 kg im Dreikampf und 263 kg im Kreuzheben zwei neue Weltrekorde aufstellte. Da bei der Siegerehrung erst mal alle Teilnehmer eine Erinnerungsmedaille überreicht bekamen, klimpert es bei ihm mit viermal Edelmetall um den Hals nach viereinhalb Stunden Wettkampf und Zeremoniell am meisten.

Werner Häfner 

71 (2017-08-26) Werner Häfner aus Gotha: Report 2

Mit dem

„Medaillen-Jäger“

im Team

Einige Erläuterungen vor den Junioren- und Jugend-Weltmeisterschaften im Kraftdreikampf in Orlando

 

 

Während wir derzeit irgendwo über den Wolken zwischen Europa und Amerika dahinfliegen, möchte ich die Zeit nutzen, noch etwas über unsere Sportart und die bevorstehenden Wettkämpfe in Orlando zu vermitteln.

 

Und da sind wir auch schon dabei, diese attraktive Form des Kraftsports zu erläutern. Der Kraftdreikampf (englisch Powerlifting) setzt sich aus den Disziplinen Kniebeugen (Squat), Bankdrücken (Bench Press) und Kreuzheben (Deadlift) zusammen. Um zu zeigen, wie das funktioniert, habe ich drei Beispielfotos aus meinem Archiv herausgesucht. Wobei jeweils Thüringer Landsleute in Aktion sind.

Kniebeugen

Bankdrücken

Kreuzheben

 

Soweit erst einmal zu den Einzeldisziplinen, in denen auch Einzel-Wettkämpfe und -Meisterschaften ausgetragen werden können. Zu anderen Dingen des Reglements werde ich dann gegebenenfalls noch weiteres sagen.

Jetzt zum deutschen Team für Orlando. Wer kann das besser vorstellen als Francesco Virzi (34), der Bundestrainer Kraftdreikampf im BVDK für Jugend und Junioren?

Kurz zur Person:

Er ist von Beruf Physiotherapeut, stammt aus Niedersachsen, war zuerst Ju-Jutsu-Sportler. Seine bisher größten Erfolge im Kraftdreikampf waren Junioren-Europameister 2006 sowie ein fünfter Rang beim Classic World Cup 2012. Seine Lieblingsdisziplin im Kraftdreikampf ist die Kniebeuge.

 

„Unser Team besteht aus den folgenden sechs Sportlern:

Sonja Krüger (links - Fitnessclub Rhein-Main Rüsselsheim) wird bei dieser WM in der Jugendklasse in der Klasse bis 72 kg antreten. Im Training zeigte sie bereits sehr starke Versuche mit neuen Bestmarken. Ihr Ziel ist der WM-Titel sowie ein neuer Jugend-WR im Total. Dieser liegt aktuell bei 510 kg.

In der Juniorenklasse bis 63 kg wird Marie Hauschild (links - KSV Weißensee) an ihrer ersten WM teilnehmen. Auch sie zeigte schöne Trainingsversuche und möchte

Bestleistungen auf der internationalen Bühne abrufen. Aktuell ist sie auf dem achten Meldeplatz geführt. Es wird schwer werden hier nach oben aufsteigen zu können. Ich rechne mit einem Zweikampf um Platz sieben gegen die Norwegerin.

In der Klasse bis 93 kg haben wir zwei Starter (links), Julian Schnurr (KSV Renchtal) und Franz Graaf (AC Amberg), die wir ins Rennen schicken können. Bereits bei der EM waren beide auf einem ähnlichen Leistungsniveau (glatte 800 kg) und machten die Platzierung unter sich aus. Bei dieser WM sieht es laut Meldeliste auch danach aus, dass sie um den fünften Platz gegeneinander kämpfen müssen. Beide Athleten sind in einer soliden Form, hatten aber im Bankdrücken bei den Kaderlehrgängen Wackelversuche. Auch bei der Kniebeuge im Equipment (wie aus vorherigen Wettkämpfen bekannt ist) müssen die Sportler verstärkt auf die Tiefe achten, woran sie aber im Training gearbeitet haben.

In der Klasse bis 105 kg tritt Tim Leitow (links - FSV Sarstedt) an. Er ist auf den vierten Platz gelistet. Mit einem soliden Wettkampfergebnis im Bereich seiner Bestleistung, kann er evtl. um den dritten Platz mitkämpfen. Tim hatte in dieser Vorbereitung Probleme mit der Brust, welche er aber in den letzten Wochen wieder in den Griff bekommen hat. Drücken wir ihm die Daumen, dass er seine Kraft auf die Bühne bringen kann.

In der Klasse bis 120 kg wird Kevin Jäger (links - Powerlifting Duisburg) antreten. Kevin möchte selbstverständlich seinen Titel aus dem letzten Jahr verteidigen. Man darf gespannt sein, was er auf die Bühne bringen wird. Er konnte an den Kadermaßnahmen nicht teilnehmen. Wünschen wir ihm viel Erfolg beim Vorhaben „Titelverteidigung“.

Als Kampfrichter begleitet uns Werner Häfner. Heiko Krüger wird das Team als Assistenzcoach unterstützen.“

 

Ein recht hoffnungsvolles Team also, das unser Bundestrainer für Orlando präsentierte. Vom WM-Neuling Marie Hauschild aus dem thüringischen Weißensee, bis zum erfahrenen „Medaillen-Jäger“ und Titelverteidiger – alles dabei.

Werner Häfner

70 (2017-08-24) Werner Häfner aus Gotha: Report 1

Leider ohne Gotano nach Orlando

17th Sub-Junior and 35th Junior World Powerlifting Championships from 27. August to 03. September 2017 in Orlando, Florida, USA

Als ich vor 30 Jahren noch in der DDR als Mitglied der BSG Chemie Gotha – dem jetzigen Verein gleichen Namens gehöre ich heute noch an - die Prüfung als Kampfrichter für Kraftsport ablegte, war mir nicht bewusst, welch vielfältige Erlebnisse mir bevorstehen würden. 

 

Bei dem nicht förderungswürdigen Stellenwert, den der Kraftsport damals im DDR-Sportgefüge hatte, hätte ich nicht ahnen können, dass ich einmal bei Junioren-Weltmeisterschaften eingesetzt werde, und dazu auch noch im Mutterland dieser Sportart, in den USA. Wo 1971 die Internationale Powerlifting Federation (IPF) gegründet wurde. Nach den Wendejahren begann meine Kampfrichterlaufbahn im Kraftdreikampf erst so richtig. Seit 2007 habe ich die höchste Internationale Kampfrichterlizenz 1 und schon viele internationale Einsätze absolviert.

Am Freitag geht es auf die Reise. Das Ziel heißt Orlando im US-Staat Florida. Der Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer hat mich für diese Nachwuchs-Weltmeisterschaften nominiert. Sie werden in zwei Altersklassen ausgetragen: Jugend bis 19 Jahre und Junioren bis 24 Jahre.

Orlando – gehört habe ich diesen Namen schon öfter. So weiß ich, dass es dort das weltberühmte Disneyland gibt, die Universal-Filmgesellschaft zu Hause ist und die Stadt selbst als die Touristenhauptstadt der USA gilt. Immer, wenn der Begriff Orlando fällt, denke ich auch an Gotano, was so so ähnlich klingt, aber nichts miteinander zu tun hat. 

Gotano ist eine Wermutsorte, die ursprünglich aus Gotha stammt, aber jetzt in Suhl hergestellt wird. In Gotha gab es mal ein Hochhaus, das 1996 abgerissen wurde. Und das nannten die Gothschen wegen der auf ihm angebrachten Werbung auch „Wermutsäule“. In meinem Reisegepäck für Orlando wird allerdings keine Flasche Gotano zu finden sein, aber einige schöne Souvenirs, die mir vom Gothaer Rathaus freundlicherweise mitgegeben werden.

 

Die Titelkämpfe in den USA finden vom 27. August bis 3. September statt. Und – wenn ich richtig informiert bin – im historischen Ballsaal des Hotel Hyatt auf dem Airport Orlando (siehe oben). Diese Berufung berührt mich sehr. Sie nimmt einen sehr hohen Stellenwert in meiner langjährigen Karriere als Internationaler Kampfrichter ein. Mir und meinen Kollegen der Referee-Zunft wird es also obliegen, im erwartungsgemäß heißen Medaillentanz die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

Ich werde versuchen, mich regelmäßig zu melden, zu informieren und zu berichten. Einen ganz besonderen Blick werde ich dabei auch auf Marie Hauschild vom KSV Weißensee (Foto oben) haben, die in Orlando ihre WM-Premiere erleben wird. Ich bin also dann nicht der einzige Thüringer dort im fernen Florida…

Werner Häfner

69 (2017-07-30) Uwe Morchutt aus Eltville

Stute blamiert die Hengste

Ascot – 67. King George VI

and Queen Elizabeth Stakes

 

Seine königliche Hoheit, der Duke of Edinburgh, Prinz Philip, the Husband, man kann auch Ehemann sagen, von Queen Elizabeth II., geht am 4. August 2017 in den wohlverdienten Ruhestand. Der "erfahrenste Tafelenthüller der Welt", wie er sich selbst gern nennt, ist am 10. Juni dieses Jahres stolze 96 Jahre alt geworden. Sicher ein Renteneintrittsalter, das so manchen Politiker hierzulande auf dumme Gedanken kommen lässt, angesichts der permanenten Ebbe in der Rentenkasse! Das Okay der Queen hat er natürlich bekommen!

 

Der „alte“ von Battenberg, väterlicherseits entstammt er dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg, mütterlicherseits dem Haus Battenberg, einer morganatischen Nebenlinie des Hauses Hessen, heißt seit langem Mountbatten, um die nebulöse Herkunft zu verbergen. Mütterlicherseits ist er Neffe von Louis Mountbatten, 1. Earl Mountbatten of Burma, vormals Prinz Louis von Battenberg, dessen 1917 ins Englische übersetzten Namen Mountbatten er später annahm. Mountbatten klingt für einen Herzog von Edinburgh allemal besser als Battenberg!

 

Der Renter in spe ist allseits bekannt für seine markanten Sprüche und Fettnäpfchen, in die er all die Jahre mit Wonne getreten ist, natürlich auch in deutsch, was nur seine Herkunft verrät. 1997 sagte er zum damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl: „Willkommen, Herr Reichskanzler.“ Die Reaktion von Kohl ist mir nicht bekannt!

 

Warum erzähle ich das eigentlich alles? Ursprünglich wollte ich doch über die King George VI and Queen Elizabeth Stakes berichten. Eines der prestigeträchtigsten Rennen in Europa über die Distanz von 1m 3f 211y (1 Meile, 3 Fourlongs und 211 Yards – metrisch = 2414 m) für 3-jährige und ältere Rennpferde. Seit 1951 wird es alljährlich im Juli auf der royalen Anlage in Ascot ausgetragen. Mit einer Dotierung von 1,15 Mio. Pfund in diesem Jahr ist das Gruppe I-Rennen nach dem Derby in Epsom und den ebenfalls in Ascot ausgetragenen Champion Stakes das dritthöchstdotierte Rennen im Mutterland des Galopprennsports.

 

Bereits zum 67. Mal fand nun das zu Ehren des Vaters von Queen Elizabeth II. ins Leben gerufene Galopprennen am 29. Juli 2017 in Royal Ascot statt. Unvergessen der Sieg der Ausnahmestute Danedream im Jahr 2012, als zum ersten Mal ein deutsches Pferd dieses Turfspektakel gewann. Heute genießt die feine Pferdedame ihr Leben als Pferdemama! Einmal ist aber nicht genug: Der zweite deutsche Erfolg mit dem Monsun-Sohn Novellist im Jahr 2013 folgte prompt, der das Rennen überlegen mit fünf Längen Vorsprung und Bahnrekord gewann.

 

Zehn Pferde, eine Stute, acht Hengste und ein Wallach, rückten in die Startboxen ein. Wie immer kann nur einer gewinnen. Tote Rennen sind bekanntlich sehr selten! Der Vorjahressieger Highland Reel, ein Galileo-Sohn, der das Rennen 2001 gewann, und Birkhahn-Nachkomme, Doppel-Derby-Sieger 1948 in Hoppegarten und Hamburg, stand erwartungsgemäß hoch im Kurs bei den Buchmachern. Im Sattel der derzeit wohl beste Jockey auf den Rennbahnen der Welt: Ryan Moore. Die Jockey-Legende, Lester Piggott, konnte das Rennen übrigens sieben Mal gewinnen.

Die Siegerin 2017 hört auf den Namen Enable, oder auch nicht. Die einzige Stute im Feld entwichte den Hengsten und gewann mit 41/2 Längen Vorsprung. Die zweifache Oaks-Siegerin 2017, Stutenderby, in England und Irland, zeigte, dass sie enorme Qualitäten aufzuweisen hat. Nicht von ungefähr wurde sie bei den Buchmachern als Favoritin auf Sieg geführt. Im Sattel saß der Weltklasse-Jockey Frankie Dettori (46), der, wie nach jedem Sieg, seinen legendären Dettori-Jump aus dem Sattel vollführte. Zur Freude der Wetter und Galoppsport-Enthusiasten! Sein fünfter Sieg in diesem Klassiker! Im Stammbuch steht wie so oft auch der Name Birkhahn! Der Besitzer des Siegers kassiert allein 689 027 Pfund. Ein stattliche Summe, um viele Tafeln produzieren zu können!

 

Die Siegertafel zeigt Enable unverhüllt, damit es jeder lesen kann. Zum Abschied in wenigen Tagen wird der Herzog von Edinburgh vielleicht sagen: Lebt' wohl ihr verhüllten Tafeln dieser Welt, in Zukunft enthüllt ihr euch gefälligst selbst! God save the Queen! umo

68 (2017-07-17) Bernd Jürgen Morchutt aus Berlin

 

Ha-Neu – die schrumpfende Stadt

Ein Jahrestag der besonderen Art

 

Wer war schon einmal in Halle-Neustadt?

99 Prozent der Befragten würden mit einem Nein antworten. Die einschlägigen Travelkataloge enthalten auch kein Reiseziel unter dieser Ortsangabe. Mit einem GPS kann der Weg dorthin allerdings gefunden werden. Doch, warum sollte jemand nach Ha-Neu – wie die Ortsansässigen diesen Flecken Sachsen-Anhalts nennen – reisen?

Eine reine Wohnstadt

Nur Plattenbauten, die meisten zumal noch aus DDR-Zeiten. Erst 1999 wurde eine Straßenbahnlinie entlang der Magistrale gebaut. Richtung Halle natürlich. Wie überhaupt sich die Neustadt seitdem radikal verändert hat: 70 Prozent des Wohnungsbestandes sind saniert und farblich neu gestaltet, 15 Prozent teilsaniert – und rund 4.800 Wohnungen rückgebaut. Die Stadt plant, in den kommenden zehn Jahren weitere Wohnblocks mit bis zu 2.500 Wohnungen abzureißen.

Selbst jemand wie ich, der Reisen wie kaum ein anderer liebt, war bereits über 43 Jahre nicht mehr dort. Vor ein paar Tagen bin ich durch Zufall darauf gestoßen, dass am 15. Juli 1964 Horst Sindermann, erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Halle, den Grundstein legte für den Bau der sozialistischen Wohnstadt westlich von Halle. Ein Jahr später, am 9. August 1965 zogen die ersten Mieter nach Halle-Neustadt. Mit einem „IM BILDE“ habe ich am vergangenen Sonnabend diesem Juli-Tag vor 53 Jahren gedacht. 

 

Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich fast nur gute Erinnerungen an Halle-Neustadt

Als 18-jähriger Thüringer bin ich im September 1970 am S-Bahnhof Zscherbener Straße gelandet. Nach fünf Minuten Fußweg stand ich vor dem Studentenwohnheim der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Es muss wohl erst kurz vorher fertig geworden sein. Um den Block herum sah es noch nach Baustelle aus. Zu viert bezogen wir eine Wohnung von rund 30 m² (Bad und Küchenecke inklusive). Das Doppelhochhaus mit 13 Obergeschossen sollte für knapp vier Jahre mein Zuhause werden. Eine Besonderheit Halle-Neustadts war der Verzicht auf Straßennamen, stattdessen wurden alle Wohnblöcke und Eingänge nach einem für Außenstehende kaum zu durchschauenden Prinzip durchnummeriert. Wir wohnten im Block 499.

Nach der Wende 1989/90 wurde dieses System zugunsten von Straßennamen abgeschafft. Es war wohl wie vieles im Sozialismus für die Mehrheit der Einwohner und Besucher zu schwer verständlich.

Bodo Wylezich, früherer Kabarettist der Halle-Neuspötter, textete das auf seine Art:

"Wenn Du in Halle-Neustadt mal
ne Liebste willst besuchen.
Dann gehste ziemlich schnell am Stock
und fängst bald an zu fluchen.
Die Straßen sind hier namenlos
man muss nach Zahlen wandern.
Und find'ste endlich Deine Braut
hat sie schon längst 'nen andern."

 

Für mich Hinterwäldler aus Ilmenau war das neue Wohngefühl überwältigend.

Eine Wohnung mit Bad kannte ich vorher nur aus den Besuchen bei den Großeltern in Gotha.

 

Hier kam sogar das heiße Wasser aus der „Wand“

 

Alles für 10 Mark im Monat, die gleich von den 190 Mark Stipendium abgezogen wurden. Nach dem ersten Studienjahr verbessserte sich die Wohnsituation sogar noch. Wir zogen vom sechsten in den ersten Stock und waren auch nur noch zu dritt. Zum Einkaufen mussten wir lediglich ein paar Meter über die Straße laufen. Die Kneipe gab`s gleich nebenan. Zur Mittagszeit wurden hier Schüler und Bauarbeiter „beköstigt“. Am Abend standen dann die süffigen Halbliterbiere für die Studenten auf den Tischen. Wie diese – aus heutiger Sicht – unmögliche Gaststätte mit angeschlossener Kegelbahn hieß, weiß ich bis heute nicht. Sicher Gastronom, wie die meisten in den Neubausiedlungen. Wir nannten das Glasbiergeschäft nur „Zum dreck`schen Löffel“. Am Monatsende, wenn das Stipendium zur Neige ging, war dieser Laden eine preiswerte Alternative. Ansonsten bevorzugten wir natürlich die angestammten Studentenkneipen in der Altstadt von Halle, in der Nähe des Universitätsviertels.

 

Der Bus aus Halle-Neustadt brachte uns jeden Morgen zu den Vorlesungen in den altehrwürdigen Lehrgebäuden, deren Namensgeber fast alle aus Martin Luthers Freundeskreis kamen. Das Frühstück gab es meist gleich an der dortigen Bushaltestelle. Der Fleischer gegenüber bot leckere Köstlichkeiten an, für 20 Pfennig. Heute würde man sagen: „Sandwiches to go mit Pferdefleischwurst“. Preis und Belag sind heute eher unüblich.

 

Wir lebten in einer „Sozialistischen Stadt der Chemiearbeiter“

 

Deshalb entsprachen auch nicht alle Infrastrukturbedingungen dem studentischen Lebens- und Lernrhythmus.

Endete eine Party in Halle mal zu spät, dann musste man entweder auf den ersten Bus warten oder fußläufig den Heimweg zum Internat zurücklegen. Die S-Bahn nutzte uns recht wenig, denn die brachte die fleißigen Schichtarbeiter nach Leuna und zu Buna.

 

Es gab auch Tage, da verfluchten wir die Chemiegiganten der näheren Umgebung

 

Stand der Wind falsch, war es ratsam, die Fenster der Studierstube geschlossen zu halten. Heutiger Smog erinnert die Atemorgane im Vergleich zu den bissigen Dämpfen von damals eher an ein gewöhnungsbedürftiges Parfüm. Schon in den 1970ern gab es inoffizielle Untersuchungen, die davon ausgingen, dass ein jahrzehntelanger „Genuss“ dieser Schadstoffe, die Lebenserwartung um zehn Jahre reduzieren würde.

Trotzdem waren die beiden Chemiekombinate bei uns Studenten recht beliebt. Eine Wochenend-Nachtschicht brachte bis zu 50 Mark auf die Hand. Eine kleine Budgetaufbesserung – steuerfrei, die vor allem vor den Ferien und vor Weihnachten willkommen war.

 

Schrumpfungsprozess

 

Mit der schlechten Luft sind in den vergangenen 27 Jahren auch viele Einwohner Ha-Neus verschwunden. "Schrumpfende Städte" heißen solche Wohngebiete. Die Einwohnerzahl ist seit 1990 von ehemals 93.000 deutlich auf rund 44.500 Einwohner (Stand: 2012) gesunken. Die Generation der Erstmieter, mittlerweile meist im Rentnerstand, wohnt noch recht gern in diesem Wohngebiet, das am 6. Mai 1990 nach Halle (Saale) eingemeindet wurde.

 

Heute ist Halle-Neustadt einer von 34 halleschen Stadtteilen

 

Nicht mehr die Neonazis bereiten heute Kopfzerbrechen, sondern die zunehmende Kinder- und Altersarmut. Ein Drittel der Neustädter Kinder leben in Familien, die Arbeitslosengeld oder Hartz IV beziehen. 27 Prozent der Einwohner bekommen Arbeitslosengeld.

Wo früher die Atemwege brannten, sind heute soziale Brennpunkte entstanden. Die werden trotz aller Gegenbestrebungen - Erweiterung des Straßenbahnnetzes auf der Magistrale zwischen dem jetzigen Stadtbezirk West und anderen Stadtbezirken der Stadt Halle und Bau mehrerer Supermärkte und Einkaufszentren – in den kommenden Jahren noch zunehmen.

Der reichliche Wohnungsleerstand verleitete die Behörden, eine große Zahl an Flüchtlingen, illegalen Einwanderern, Sozialmigranten und deren Familien in Halle-Neustadt unterzubringen und langfristig anzusiedeln.

Wer sich anschauen möchte, welche neuen Lebensbedingungen und Nachbarschaftsverhältnisse daraus erwachsen, sollte mal in folgenden Clip eindringen: https://www.facebook.com/berndjurgen.morchutt/posts/1637575556285027

 

Die Fremden und Gäste von damals kamen nur kurzzeitig

Wir winkten und jubelten auf Bestellung, dann verschwanden sie wieder. Wie z.B. vor 45 Jahren Fidel Castro, der am 15. Juni 1972 zu Gast in Halle-Neustadt war. Er besichtigte mit Erich Honecker das Bildungszentrum, die Erweiterte Oberschule und die Schwimmhalle Halle-Neustadts. Vielen Staatsgästen der DDR wurde damals die neue sozialistische Planstadt präsentiert.

Heute taucht dieser Teil Deutschlands kaum noch als Reisedestination auf. Die Gründe sind in den Jahren seit 1990 entstanden.

BJM

67 (2017-07-03) Uwe Morchutt aus Eltville

Nur ein Windstoß?

Hamburg Horn -

148. Deutsches Derby

 

1855 wurde die Horner Rennbahn, unweit von Hamburg entfernt, für Pferderennen ausgebaut. Bereits im Jahr 1869 fand hier das 1. Galoppderby, das zunächst als Norddeutsches Derby (bis 1889) ausgetragen wurde, statt. Das Vorbild lieferte bekanntlich das „Englische Derby“, das bereits 1780 zum ersten Mal ausgetragen wurde. 1874 wurde Horn zunächst zum Vorort von Hamburg erhoben, die Eingemeindung erfolgte aber bereits wenige Jahre später 1894.

 

Schnell ist heute die Rede vom Horner Moor, wenn es ein paar Stunden hintereinander geregnet hat. Das empfindliche Geläuf nimmt dann schon einmal Züge eines Moores an. Der anhaltende Regen schaffte es sogar, den Freitragsrenntag platzen zu lassen. Das Geläuf konnte nicht einmal einem Sumpfhuhn zugemutet werden. Am Samstag liefen sie aber schon wieder die fleißigen Vierbeiner! Der Boden jetzt immer noch weich bis schwer.

Pünktlich zum 148. Deutschen Derby am 2. Juli 2017 strahlte die Sonne aber schon wieder über Hamburg-Horn. Wegen des G20-Gipfels wurde das Spitzentreffen der dreijährigen Vollblüter um eine Woche vorgezogen. Damit die Turffreunde nicht unter die G20-Tumulte geraten! 18 Kandidaten, ausschließlich Hengste, schafften es, in den erlauchten Kreis der Teilnehmer zu gelangen. Doch welch' ein Wunder, weil seltener Anblick, hat es doch eine „Lady“ in den begehrten Sattel eines Vierbeiners geschafft. In 148 Jahren ist Sibylle Vogt erst die vierte Amazone, nach Monika Blasczyk, Steffi Hofer und Eva-Maria Zwingelstein, die im Blauen Band mitreiten durfte. Der Beruf des Rennreiters oder des Jockeys ist somit eine der wenigen Heiligtümer, wo Frauen nicht so rasant auf dem Vormarsch sind. Die Pferde werden ja nicht gefragt, wer auf ihnen Platz nimmt?

 

 

Glücklicher Sieger wurde der Shirocco-Sohn Windstoß, ein Nachkomme von dem Schimmel Sternkönig, trainiert von Markus Klug, mit Maxim Pecheur im Sattel, der als Mitfavorit ins Rennen ging. Den Rekord hält nach wie vor Andrasch Starke, der bereits sieben Mal das Derby gewann. Der Asterblüte-Jockey triumphierte mit Robertico (1998), Samum (2000), Next Desert (2002), Schiaparelli (2006), Kamsin (2008), Lucky Speed (2013) und Nutan (2015).

 

Der mehrfache Champion und beste Jockey in Deutschland wurde dieses Mal mit dem von Peter Schiergen trainierten Enjoy Vijay Zweiter vor dem Dritten Rosenpurpur. Die einzige Amazone saß auf Markus Klugs Sternkranz, der insgesamt sieben Pferde an den Start brachte, den eigentlich Pecheur reiten sollte. Sibylle Vogt landete bei dem 2400 m langen Gruppe I-Rennen auf dem 14. Rang, was letztendlich nur als Randnotiz in die Turfgeschichte eingehen dürfte. Das Bodenprüfgerät („Penetrometer“) zeigte den Wert „weich“ an, was selbstverständlich nicht jedes Pferd mag!

 

Welches Format und Klasse hat der Sieger Windstoß? Das muss die Zukunft zeigen. Allzu oft schon hat man vom Derbysieger nichts mehr gehört. Das Glück scheint er aber gepachtet zu haben. Im Hannoveraner Derby-Trial vor vier Wochen stürzte der Shirocco-Sohn spektakulär, verletzte sich aber wie durch ein Wunder nur leicht, so dass er nur eine Woche später in der „Union“ (Oppenheim Union-Rennen, Köln) Zweiter hinter Colomano wurde.

 

Nun der ganz große Erfolg für den Röttgener, der für den ersten Derby-Sieg der Heumarer Zuchtstätte seit 1959 sorgte. Der favorisierte Colomano (Markus Klug/Andreas Helfenbein) wurde im Rennen von einem Gegner touchiert, so dass er mit einem blutenden Huf aus dem Rennen zurückkehrte. Am Ende wurde der „Union“-Sieger 13., der mit 45:10 Euro auf Sieg als Favorit ins Rennen ging.

 

Das Siegerteam kassierte allein 390 000 der 650 000 Euro Gewinnsumme. Auf Sieg zahlte der Toto 75 für 10 Euro Einsatz. Eine lohnende Dividende, die aktuell keine Aktie geschweige denn Geldhaus zu bieten hat. umo

Di               17.10.2017 

Nr.           2.549 - 1.246

Sollte es in diesen Tagen zu Unregelmäßigkeiten bei der Aktualisierung der Website kommen, bitte ich um Entschuldigung. Webmaster und Internet Provider primacom führen einen Vertragsstreit!

BJM

Aktualisierung        23:15

Übrigens,

 

… nach dem wohl heftigsten Sturm in Irland seit 50 Jahren, kehrt das Land am Dienstag langsam in die Normalität zurück. Der Sturm hatte die irische Atlantikküste am Montagmorgen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h erreicht und war im Lauf des Tages über die Insel hinweg in Richtung Großbritannien und Nordirland gezogen. Dem Energieunternehmen ESB Networks zufolge waren etwa 360.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. "Ophelia" ist bereits der zehnte Hurrikan, der sich in dieser Saison über dem Atlantik zusammengebraut hat. Der Sturm erreichte Mitte vergangener Woche südwestlich der Azoren seinen Höhepunkt, seitdem bewegt er sich in Richtung Nordosten. Mit dem Eintritt in kühlere Regionen hat "Ophelia" teilweise an Kraft verloren und ist nun kein Hurrikan mehr. Doch die Rede ist vom heftigsten Sturm in Irland seit 50 Jahren. Für Schottland, Wales und den Nordwesten Englands wurden auch für Dienstag starke Winde vorausgesagt. An der Westküste Schottlands sei zudem mit Hochwasser zu rechnen. Meteorologen zufolge sei aber weit weniger schlimmes Unwetter zu erwarten als am Vortag in Irland. 

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 14.10.2017

7    9    10   13    35   40    SZ: 7

Spiel 77:  6663 149

 

Super 6: 022 453

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

2060 (2017-10-17) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Der Fängersee in der Nähe von Strausberg in Brandenburg

„Xavier“ war vor uns da

Wanderung mit Hindernissen im Landkreis Märkisch-Oderland

BREAKING NEWS

Stand: 17.10.2017 - 23.15 Uhr

 

International

 

Es war die augenscheinlichste Änderung bei der Machtübernahme von Sebastian Kurz im Mai. Der neue ÖVP-Parteichef verhandelte sich aus, künftig ohne Mitsprache des Vorstands die Regierungsmitglieder bestimmen zu können. Kurz will sein Team selbst zusammen stellen. Kein Tauziehen mehr zwischen den Ländern und Bünden um die Ministerposten. Doch wer hat die besten Chancen, den Sprung ins Kabinett Kurz zu schaffen? Auch in der Regierung will Kurz, wie auf der Bundesliste, das Reißverschlusssystem zwischen Mann und Frau berücksichtigen.


Die Wahlbeteiligung ist bei dieser Nationalratswahl gestiegen wie nie zuvor in der Zweiten Republik: Schon nach Auswertung des ersten Teils der Briefwahl am Montag gab es einen Zuwachs von 4,50 Prozentpunkten auf nun 79,41 Prozent - und mit der Auszählung der noch ausständigen rund 36.000 Wahlkarten am Donnerstag wird das Plus auf fünf Punkte und die Beteiligung auf fast 80 Prozent steigen.


In der Türkei gelten nur Personen offiziell als Journalisten, die eine offizielle Akkreditierung haben. Diese wurde im vergangenen Jahr rund 900 Mal entzogen. Damit wird nicht nur begründet, warum so viele Medienschaffende im Gefängnis sind, sondern auch die Arbeit der Journalisten erschwert. Die Anzahl der Inhaftierten Journalisten in der Türkei ist strittig: Berufsverbände beziffern die Zahl der Inhaftierten Kollegen auf 156.


Die Zahl der afghanischen Mädchen mit Schulbildung geht zurück, warnen Experten der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). In einem am Dienstag veröffentlichten 132 Seiten langen Bericht über den Zugang von afghanischen Mädchen zu Bildung heißt es, die Bemühungen von Gebern und Regierung seien in den vergangenen Jahren erheblich eingebrochen. "16 Jahre, nachdem die US-geführte militärische Intervention die Taliban vertrieben hat, gehen etwa zwei Drittel aller afghanischen Mädchen nicht zur Schule", hieß es weiter.


Der seit fünf Monaten amtierende Macron hatte am Sonntagabend seine Reformpolitik verteidigt und vor Neid gegenüber erfolgreichen und damit gut verdienenden Mitbürgern gewarnt. Macrons Mitte-Regierung plant, die umstrittene Vermögenssteuer künftig nur noch auf Immobilienbesitz zu erheben. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Harris Interactive antworteten 61 Prozent der Befragten, Macron habe sie nicht überzeugt.

 

Deutschland/Berlin

 

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer wertet die konservative Machtverschiebung in Österreich als Signal für die zukünftige Politik in Europa: "Wir brauchen einen Kanzler Sebastian Kurz als Verbündeten Bayerns und Deutschlands", so Scheuer. Kurz war mehrmals bei der CSU zu Gast, Merkels Asylpolitik hingegen hatte er scharf kritisiert. Auch Paul Ziemiak, der Chef der Jungen Union (JU), lobt den Kurs von Kurz: "Die Menschen in Österreich wollten frischen Wind, neue Köpfe und Klartext."

 

Merkel allerdings stellt am Montag klar, dass Österreich kein Vorbild sei: "Die Situation in Österreich ist nicht so, dass ich sie als nachahmenswert empfinde", sagt sie mit Blick auf das FPÖ-Ergebnis. Ihr Generalsekretär Peter Tauber findet das Resultat der ÖVP "toll", schränkt aber ein: "Man kann es nicht mit Deutschland vergleichen. Die CDU muss von der Mitte aus möglichst viele Menschen ansprechen."

 

Auch in Niedersachsen steht eine schwierige Regierungsbildung bevor. Zwar legte die SPD am Sonntag zu und bescherte SPD-Bundeschef Martin Schulz endlich wieder einmal einen erfreulichen Wahlabend. Aber Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kann nicht mehr mit den Grünen weiterregieren, einer Ampel aus SPD, Grünen und FDP verweigern sich die Liberalen. Es bleibt nur die unbeliebte große Koalition.

 

Sport

 

Fussball

 

In einem über die kompletten 90 Minuten kurzweiligen Spiel hat sich RB Leipzig für eine bärenstarke Leistung belohnt und mit dem 3:2 gegen Porto den ersten Champions-League-Sieg in der Vereinsgeschichte eingefahren. Die Sachsen, die wie zuletzt gegen Dortmund zu begeistern wussten, mussten jedoch bis zum Abpfiff zittern, da sie ihre Chancen auf die Entscheidung nicht nutzten.

 

Bernd Storck ist nicht mehr Trainer der ungarischen Fußball-Nationalmannschaft. Nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation trennen sich der Coach und der Fußball-Verband (MLSZ) einvernehmlich, wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Dienstagabend nach einer Sitzung der MLSZ-Führungsspitze berichtete. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Storcks Vertrag wäre noch bis zum Juli 2018 gelaufen.

 

Leicester City entließ Trainer Craig Shakespeare. Nach dem 1:1 gegen West Bromwich und acht Runden liegt der Meister von 2016 nur an drittletzter Stelle der englischen Premier League. Shakespeare (53) hatte im März 2017 Meistertrainer Claudio Ranieri abgelöst und erst im Juni für drei Jahre unterschrieben.

 

Überblick über die vier Play-off-Duelle der europäischen Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland:

Schweden – Italien

Kroatien – Griechenland

Dänemark – Irland

Nordirland – Schweiz

Die Hinspiele finden vom 9. bis 11. November, die Rückspiele vom 12. bis 14. November statt.

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