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65 (2017-05-07) Uwe Morchutt aus Eltville

Vom Sieg träumend

143. Kentucky Derby – Churchill Downs

 

Die Vereinigten Staaten von Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

 

Tausende deutsche Auswanderer haben insbesondere nach 1945 ihr Glück in Übersee gesucht, um der Zerstörungshölle in Deutschland, das Land von Goethe und Schiller lag bekanntlich in Trümmern, zu entfliehen. Aus dem beschworenen „Endsieg“ wurde nichts, die meisten Städte bestanden nur noch aus Ruinen. Jetzt hatten die Siegermächte das Sagen! Viele junge Menschen, und nicht nur die, packten ihre sieben Sachen zusammen, wenn es überhaupt so viele waren, und kehrten dem Land für alle Ewigkeit den Rücken.

 

Es wartete ein ganz neues Leben auf sie, als Ausländer!

 

An das vielbesungene „Auferstanden aus Ruinen“ glaubten sie in diesem Moment nicht, angesichts der immensen Katastrophe, den „totalen“ Krieg verloren zu haben. Nur das nackte Leben war sprichwörtlich gerettet. Wer soll es ihnen verdenken? Man lebt ja nur einmal! Ihre persönliche Zukunft sahen sie entweder in den USA oder in Kanada. Jeder kann sich ungefähr vorstellen, was das für den Einzelnen bedeutet hat. Fremde Sprache, unbekannte Gesetze, fremd in einem Land zu sein, um bei Null neu anzufangen!

 

72 Jahre später hat sich daran leider nichts geändert

 

Es gibt einfach zuviele Kriegsgewinner, die verbrannte Erde und millionenfache Verlierer zurücklassen. Die Folge, ein Heer von Flüchtlingen! Unter den Kriegstreibern natürlich auch demokratisch gewählte Despoten, die behaupten, im Sinne des Volkes zu handeln. Der schmale Österreicher aus Braunau kam 1933 auch durch den Willen des Volkes an die Macht! Einige Wenige von damals, wie auch heute, schafften oder schaffen es, zu Reichtum oder einen gewissen Wohlstand zu gelangen.

 

Von den meisten, den Verlierern, hört man nie wieder etwas

 

Von den wenigen Gewinnern, die es beispielsweise zum Millionär geschafft haben, berichtet man von der verheißungsvollen Story: vom Tellerwäscher zum Millionär! Warum erzähle ich das, wird sich jetzt manch einer verdutzt fragen? Weil dieses Schicksal eng mit der eigenen und vielen anderen Familien verknüpft ist! Es gibt Momente im Leben, da ändert sich jäh das

ganze Leben! Atemberaubend!

 

Kentucky, der Bundesstaat in den USA, der wie kaum ein anderer mit dem „Wasser des Lebens“ verbunden ist: dem Whisk(e)y! Kentucky Bourbon! Ein Genuss, bei dem man schwach werden kann. Kentucky war zunächst ein Teil Virginias und trat 1792 als 15. Staat dem Bund der Vereinigten Staaten bei. Die Gruppe der Deutsch-Stämmigen beträgt heute in Kentucky rund 14,6 Prozent. 

Die Hauptstadt heißt nicht von ungefähr Frankfort

 

Eine Kleinstadt mit weniger als 30 000 Einwohnern.

Neben dem Kentucky-Whiskey sind es vor allem die Rennpferde, die Kentucky über die Landesgrenze der USA hinaus bekannt gemacht haben. Das Derby, das ein Rennpferd nur einmal in der Karriere gewinnen kann, nämlich mit drei Jahren, ist die wertvollste Zuchtprüfung, die auf den 12. Earl of Derby, einem britischen Politiker, in England 1780 zurückgeht. Also lange vor dem „Brexit“!

 

Nun stand bereits das 143. Kentucky-Derby am 6. Mai 2017 auf dem Programm. In Churchill Downs, Louisville, fand das Rennspektakel statt. 20 Galopper rückten in die Boxen ein. Ganz normal, dass alle Besitzer vor dem Start des Rennens von einem Sieg träumten. Denn nur wer mitläuft, kann gewinnen! Ein Sieg im „Run for the Roses“, wie das Rennen auch genannt wird. Wahnsinn! Mit zwei Mio. US$ dotiert, ist es das traditionsreichste Rennen mit dem höchsten Prestige überhaupt in den USA. Gruppe I, 2012 m lang.

Wie immer kann aber nur einer gewinnen

 

Der Sieger heißt: Always Dreaming, der schon das Derby in Florida gewann und somit als Favorit an den Start ging. „Immer träumend“, der Besitzer hat schon bei der Namensgebung alles richtig gemacht! Unter Jockey John Velazquez und Trainer Todd Pletcher siegte der dunkelbraune Hengst mit der Startnummer 5 im Schlamm von Churchill Downs. Der Regen, der böse Regen hatte den Untergrund, Dirt, auf deutsch Sand, stark aufgeweicht. Der Bodemeister-Sohn gewann letztendlich überzeugend mit zweidreiviertel Längen Vorsprung vor dem Zweiten „Looking at Lee“.

Apropos: Der wilde Truthahn, ein flugunfähiger Vogel, ist sozusagen das Wappentier von Kentucky und eine bekömmliche Whiskey-Marke zugleich: Wild Turkey. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wohl bekomm's! umo

64 (2017-04-26) Medienspiegel

Syrische Flüchtlinge

als Top-Kriminelle

Polizeireport:

Fast 60 Prozent mehr kriminelle Asylbewerber in Bayern, Baden-Württemberg noch schlimmer 

 

Die neuen Kriminalitätszahlen des Bundeslandes Bayern liegen vor. Die Zahl der kriminellen Asylbewerber in Bayern ist deutlich gestiegen, um fast 60 Prozent. Die meisten der Straftäter kommen aus dem Nahen Osten, Spitzenreiter sind geflüchtete Syrer. In Baden-Württemberg sieht es zahlenmäßig noch schlimmer aus. Dort verdoppelte sich die Zahl der Körperverletzungsdelikte nahezu.

Fast jeder zehnte Tatverdächtige in Bayern ist somit ein Einwanderer – zum Vergleich: 2012 waren es nur 1,8 Prozent.

Syrer als Top-Kriminelle


Die meisten der Tatverdächtigen mit 16,1 Prozent stellen die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien dar, gefolgt von Afghanen (14,3 Prozent) und Irakern (8,8 Prozent). Den Kriminellen aus Nahost folgen mit 6,8 Prozent die Asylbewerber aus Nigeria.

Der Anstieg der Kriminalität in Bayern im Jahr 2016 ist im Ergebnis ganz überwiegend ausländischen Tatverdächtigen, darunter insbesondere Zuwanderern, zuzuschreiben.“ (Joachim Herrmann, CSU, Innenminister in Bayern)

 

Baden-Württemberg: noch schlimmer


Hier ist der Anstieg mit 37,5 Prozent (ohne Aufenthaltsdelikte) zwar nicht so gravierend wie in Bayern, aber mit 42.443 Straftaten, von 25.379 Flüchtlingen begangen, zeigt sich eine noch größere Dimension einer offenbar beginnenden Sicherheits-Krise.

Der Präsident des Landeskriminalamtes in Ba-Wü, Ralf Michelfelder, sagte der DPA dazu: „Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr im Kriminalitätsgeschehen angekommen.“

Addiert man zu dieser Zahl noch die Vergehen gegen das Aufenthaltsrecht, kommt man auf stattliche 64.329 Straftaten. Die Zahlen stammen aus einer Statistik der Polizei, die dem „SWR“ vorliegt.

Weniger Kriminelle durch Abschiebung


In 2016 wurden insgesamt 251.000 Tatverdächtige erfasst, 107.417 von ihnen waren nicht-deutsche Tatverdächtige, so der „SWR“ erläuternd. Wie schon in den Vorjahren stammen die meisten aus der Türkei, gefolgt von Rumänien und Italien. Hinzu kommen 25.379 tatverdächtige Asylbewerber und Flüchtlinge, zumeist Männer (22.055). Im Vorjahr waren es noch 18.695 (ohne Aufenthaltsrechtsverstöße).

Bei den Flüchtlingen zeichnete sich vor allem die Gruppe der Syrer mit 4.053 ab, eine mehr als Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr (1.253). Den Bürgerkriegsflüchtlingen folgen 2.346 Gambier (2015: 1.592) und Afghanen (2016: 1.934, 2015: 638).

Rückgängig ging die Zahl der von Menschen aus dem Kosovo und aus Serbien begangenen Straftaten. 2016 wurden 1.094 kriminelle Kosovaren (2015: 1.531) und 1.244 kriminelle Serben (2015: 1.488) verzeichnet. In diese Länder wurde im vergangenen Jahr verstärkt abgeschoben.

 

Dramatischer Anstieg der Körperverletzungen


Während die meisten der von Asylbewerbern begangenen Straftaten im Bereich der Diebstahls-, Vermögens- und Fälschungsdelikte, größtenteils bei Ladendiebstählen und Schwarzfahren, zu finden waren, bereitet der Polizei die zunehmende Aggressivität Probleme.


Größere Sorgen bereiten uns aber die Körperverletzungsdelikte, also die Gewaltanwendung durch Asylbewerber.“ (Michelfelder, LKA-Chef)

Hier verzeichnete die Polizei einen Anstieg um sage und schreibe 95,5 Prozent auf 7.670 Fälle, bei denen mindestens ein Flüchtling beteiligt war, so der „SWR“ weiter. Etwa 60 Prozent dieser Delikte geschahen demnach in Unterkünften, aber auch rund 40 Prozent in der Öffentlichkeit.

Des Weiteren sind Asylbewerber bei Rauschgiftdelikten und einfachen Diebstählen auffällig stark vertreten. Es gäbe inzwischen nahezu kein Kriminalitätsfeld mehr, in dem nicht auch Flüchtlinge als Tatverdächtige ermittelt würden, so Michelfelder.

 

Menschen aus Kriegsgebieten: anderes Verhältnis zu Gewalt


"Asylbewerber sind nicht nur Täter, sondern auch überdurchschnittlich oft Opfer von Straftaten", betonte Michelfelder. Denn die meisten Körperverletzungen (gut 60 Prozent) fanden in Flüchtlingsunterkünften statt. "Es gibt immer wieder Streitigkeiten. Häufig sitzen die Menschen dicht aufeinander, werden aggressiv oder ethnische Gruppen verstehen sich nicht", erklärte Michelfelder. Er führte den Anstieg der Kriminalität begangen durch Migranten auch darauf zurück, dass diese Menschen aus Kriegsgebieten kommen und möglicherweise ein anderes Verhältnis zu Gewalt haben.

Infolge des Anstiegs der Kriminalität durch Asylbewerber werden bei den regionalen Polizeipräsidien täterbezogene Erkenntnisse gezielt ausgewertet. "Sofern Hinweise auf Mehrfach- oder Intensivtäterschaft vor allem mit Blick auf die Zuwanderung vorliegen, werden durch die Dienststellen gezielte Maßnahmen der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung eingeleitet", betonte Michelfelder. Dies umfasse auch die Prüfung beziehungsweise die Vorbereitung von ausländerrechtlichen Maßnahmen durch die zuständigen Ausländerbehörden.

GettyImages

63 (2017-04-18) Uwe Morchutt

Krümel“ meldet sich zu Wort

Wie wohltuend für Augen und Ohren 

Mal keine Meldung über Trump, Erdogan oder Putin. Als hätten wir kein eigenes Leben in Deutschland. Oder vielleicht sogar Probleme? Es scheint ja so einfach im Gleichklang der deutschen Medien, egal ob nun GEZ oder privat, über das Übel in der großen weiten Welt monatelang zu schwadronieren. Als würden wir keine Mitschuld daran tragen? Hierzulande wird dieser mediale Einheitsbrei zudem auch noch als „Pressefreiheit“ gefeiert!

 

Man denke nur an unsere türkischen Mitbewohner, die zwar hier leben, ob nun gern oder nicht, die Politik von Erdogan in ihrem Heimatland, von dem sie sich geografisch weit entfernt haben, insgeheim doch sehr willkommen heißen. Wie ein Vegetarier, der sich klammheimlich in der Nacht über die Fleischklopse hermacht! Wer soll das verstehen?

 

Den Pferden ist das natürlich alles egal! Solange man sie nur ordentlich behandelt und sie nicht auf dem Speiseplan stehen, obwohl sie eine Delikatesse sind! Adolf Furler sei dank, dass wir wieder den „Galopper des Jahres“, dieses Mal für die Rennsaison 2016, küren dürfen. Das Pferd des Jahres 2016 in den USA heißt übrigens California Chrome. Ob Donald Trump das weiß?

 

Die Rennsportexperten hierzulande haben wieder drei Galopper in die engere Auswahl gebracht, damit der Galoppsport-Interessierte, im Sinne der ältesten Publikumsauswahl, den besten Vierbeiner leichter auswählen kann. Iquitos, 2012 geb., Protectionist, 2010 geb., und Potemkin, 2011 geb., drei Hengste, kamen also in den Genuss, aus der Schar der vielen Vierbeiner, den beliebten Preis an die Stalltür geheftet zu bekommen. Natürlich kann wie immer nur einer gewinnen. Ein totes Rennen, wie im richtigen Renngeschehen, gibt es ja bei dieser Auswahl nicht!

 

Hier ist er nun: gerade frisch vorgestellt auf der Rennbahn in Köln-Weidenpesch: Der „Galopper des Jahres 2016“ heißt: Iquitos. 40,6 Prozent der abgegebenen Stimmen sicherte sich der Adlerflug-Sohn. Der Sieger der German Racing Champions League gewann vor Potemkin,

34,4 Prozent, und Protectionist, 25 Prozent.

 

Ein Erfolg, den man „Krümel“, wie er aufgrund seines geringen Stockmaßes zu Hause im Stall genannt wird, natürlich gönnt, gilt die Wahl doch als sportlich fair. Eine schwere Kolik hätte dem „Kleinen“ ein Jahr zuvor beinahe das Leben gekostet. Bei acht Jahresstarts galangen ihm zwei Siege und eine Platzierung. Seine Gewinnsumme 2016 beträgt 224 000 Euro. Stolzer Besitzer ist der Stall Mulligan. Trainiert wird „Krümel“ von Hans-Jürgen Gröschel in Hannover.

 

Namensgeber: Von wegen Krümel! Iquitos ist mit über 400 000 Einwohnern die größte Stadt im tropischen Regenwald des südamerikanischen Anden-Staates Peru und die Hauptstadt der Region Loreto sowie der Provinz Maynas.

 

Übrigens: Recep Tayyip Erdoğan ist seit dem 28. August 2014 Präsident der Türkei, der 12. in der Geschichte des stolzen Landes. Davor war er von 2003 an Ministerpräsident. Frau Merkel ist seit 2005 Bundeskanzlerin. Auch ohne Präsidialamt entscheidet sie ganz frei am Parlament und somit am Grundgesetz vorbei, wenn Millionen Flüchtlinge um Einlass gewähren! Nicht Merkel, sondern das Parlament entscheidet, postuliert Peter Gauweiler von der CSU! Die vielen Krümel, sprich der Wähler, werden ja schon gleich gar nicht gefragt! umo

62 (2017-03-27) Uwe Morchutt

Arrogate – spielend

leicht zum Sieg

22. Dubai World Cup -

Meydan Racecourse

Wenn es ein Paradies auf Erden geben würde, dann wäre Meydan City sicherlich ein erster Anwärter auf den Titel. Die Rennbahn, Meydan Racecourse, in Dubai, den Vereinigten Arabischen Emiraten, eingebunden in das faszinierende Areal von Meydan City, verfügt beispielsweise über die längste Zuschauertribüne der Welt. Sie ist über eine Meile (rund 1600 m) lang und kann mehr als 60 000 Besuchern Platz bieten. Die Pferderennsport-Anlage wurde vor nunmehr sieben Jahren, am 27. März 2010, eröffnet. Allein die Parkmöglichkeiten sind für 8600 Parkplätze konzipiert.

Die Bahn der Superlative verfügt über zwei Geläufe. Eine 1750 m lange Sandbahn (Dirt track) und eine 2400 m lange Grasbahn (Turf track). Alles nur vom Feinsten, First-Class sozusagen. Im Vergleich zu Deutschland, inzwischen zur Galoppsport-Provinz mutiert, unvorstellbar, baut man hier doch länger an einem Flughafen, siehe Berlin, als Dubai City an einem ganzen Stadtbezirk. Sozusagen vom Reißbrett in den Wüstensand gebaut. Wobei ganz Dubai mit seinen rund 2,7 Mio. Einwohnern nicht einmal die Größenordnung von Berlin erreicht!

Der letzte Renntag im Rennkalender von Dubai stand nun an. Die Rennsaison dauerte nur vom 3. November 2016 bis zum 25. März 2017. Sicher der Hitze geschuldet. Der Schlusstag bot dafür ein Galopprennsport-Spektakel, das sich der Enthusiast eigentlich nur im Traum vorzustellen vermag. Es ist aber tatsächlich geschehen! Auf der Rennkarte standen insgesamt neun Rennen, die mit über 30 Mio. US$ dotiert waren. Zum Abschluss, sozusagen als Krönung, der Dubai World Cup mit allein 10 Mio. US$. 14 ambitionierte Vierbeiner aus der ganzen Welt rückten in die Startboxen ein. Für europäische Verhältnisse ungewohnt, wird das Rennen über 2000 m doch auf Sand ausgetragen. In „good old Europe“ läuft man doch lieber auf Turf, also auf Gras.

Wie immer kann nur einer siegen. Das derzeit wohl beste Rennpferd der Welt, der vierjährige Arrogate, galt als klarer Favorit. Mit Startnummer 9 startete er aus Box Nummer 9. Bob Baffert, der Erfolgstrainer, fand diese Auslosung als nicht besonders tragisch. Mit den Worten: „I know I have a great horse,“ war Bafferts Optimismus und sein Vertrauen in sein Pferd ungezügelt. Er sollte recht behalten. Arrogate, der bei Longines aktuell das höchste Rating von 134 besitzt, machte zwar spät ernst, aber dann so richtig, so dass er das Preisgeld und den Siegerpokal für seine Besitzer einheimste. Im Sattel saß übrigens der amerikanische Spitzenjockey Mike Smith.

In der 22. Austragung des Dubai World Cups gelang Trainer Baffert somit bereits der dritte Treffer. Mit Silver Charm, 1998, und Captain Steve, 2001, schaffte er nun mit Arrogate, alle drei Sieger waren jeweils vier Jahre alt, den nächsten Erfolg in diesem prestigeträchtigen Rennen. Arrogate, ein Unbridled's Song-Sohn, der im Besitz der Juddmonte Farms Inc. ist, siegte bei seinem achten Start zum siebenten Mal, mit 21/4 Längen Vorsprung. Seine Gewinnsumme liegt nun aktuell bei 13,34 Mio. englischen Pfund.

Vom letzten Platz nach dem Start kommend überholte er auf der Zielgeraden alle Gegner. Unglaublich! Das gegenwärtig beste Rennpferd wurde seiner Favoritenrolle spielend leicht gerecht. Zweiter wurde Gun Runner vor Neolithic. Alle drei Pferde kommen aus den USA. Dazu das ungewöhnliche Wetter. Es regnete in Meydan! Die Protagonisten sahen nach dem Rennen auch dementsprechend aus. Die englische Bezeichnung Dirt, für Sand, sprach Bände! Ein schmutziger, aber süßer Sieg, wenn man allein nur an das üppige Preisgeld denkt! umo

61 (2017-01-25) Bernd Jürgen Morchutt

Der Fußball

rollt wie gedruckt

Täglicher K(r)ampf bei Bild 2

 

Jetzt gibt es sie endlich wieder, eine tägliche Sportzeitung in Deutschland.

Halt, nicht Sport-, sondern Fußball-Zeitung.

Und sie heißt „FUSSBALL Bild“.

Seit 20. Januar ist das Fußball-Blatt bundesweit im Angebot. Gegen alle Erwartungen habe ich die 32-seitige Ausgabe sogar auf Anhieb in Marzahn gefunden. Gestern war der Erstverkaufstag des aktuellen Heftes meiner Lieblingszeitschrift „Bergwelten“, deshalb ging ich zum Zeitungskiosk.

 

Ein paar Emotionen waren da schon mit im Spiel. Schließlich bin ich kein normaler Leser. Auch nicht Teil der avisierten Zielgruppe dieses Boulevard-Blättchens. Wenn ich eine solche Zeitung sehe, habe ich natürlich sofort „Sportecho“ und „fuwo“ im Hinterkopf. Selbst 26 bzw. 24 Jahre später.

Was ich gestern in der Hand hielt, war dünn, mager und arm. Ich hatte die Zeitung auf unserem ovalen Wohnzimmertisch aus Kirschholz ausgebreitet, einen „Coffee to read“ gekocht und mich auf eine spannende Lektüre vorbereitet.

 

Nach gut zehn Minuten war ich fertig. Ich muss es gleich rauslassen: Das ist eine billige Verwertung von Überhangartikeln der Bild-Zeitung. Dass es sich um einen Ableger von Deutschlands größter Kaufzeitung handelt, hatte natürlich vorher niemand verschwiegen. Wie auch? Der Titel spricht für sich. Aber die Idee derart offensichtlich umzusetzen und zu vermarkten, halte ich doch schon für reichlich dreist.

 

Auf der Titelseite eine wilde Ansammlung populistischer Schlagzeilen. Reine Effekthascherei, die den wahren Fan oder Insider nicht von der Reservebank lockt.

Das Thema des Tages findet sich gleich auf den Seiten zwei und drei: „Götze in der Sackgasse“. Spekulationen ohne Tiefgang, fern jeder fachlichen Beurteilung. Selbstverständlich eine perfekte Vorlage für den Kolumnisten Lukas Podolski, der einmal pro Woche exklusiv in „FUSSBALL Bild“ schreibt. „POLDI HAUT IHN REIN“ - nennt sich der 2-Spalter vielsagend. Ich hatte Glück, dass Poldi gerade dienstags auftauchte. Der Kölner mit Migrationshintergrund orakelt: „Vielleicht belastet Mario das WM-Tor“. Mag ja sein! Sicher bin ich keiner, der erwartet, dass Podolski jede Woche eigenhändig eine Kolumne in sein Smartphone tippt oder toucht. Aber, liebe Kollegen, das war so weit weg von Poldi wie Merkel von Trump.

 

Dann steht auf Seite 6 über Pal Dardai: „Den netten kleinen Ungarn gibt es nicht mehr“. Hertha hatte am Wochenende in Leverkusen verloren. Jetzt mutiert der Trainer der Berliner zu einem "stinkigen Puszta-Stier". Ich bedanke mich für diese tolle Information.

 

Eines fällt dem geneigten Leser auf: Ein prominenter Fußball-“Experte“ oder Ex-Spieler hat einen mehr oder weniger inhaltsreichen Satz abgesondert. „FUSSBALL Bild“ macht daraus einen 60-zeiligen Artikel, in dem die leeren Worthülsen krachend aufeinander prallen.

 

Das Highlight journalistischen Schaffens prangt auf der Doppelseite in der Mitte des dünnen Heftes (Die Grafik des Tages): Wer sitzt wo im Mannschaftsbus. Freie Fahrt für den FC Bayern München.

Zumindest weiß ich jetzt, dass der Schwiegersohn von Carlo Ancelotti, der Ernährungsberater Mino Fulco, in der Bordküche des 500 PS starken und 500 000 EUR teuren Transportmittels den Kaffee kocht.

 

Zum Schluss noch zwei positive Bemerkungen. Auf den Seiten 26 und 27 geht es um den internationalen Fußball. Unter NEWS fand ich folgende Meldung: „Die WM-Auslosung findet am 1. Dezember (meinem Geburtstag – der Verfasser) im russischen Machtzentrum statt. Witali Mutko (58): `Wir haben den Kreml vorgeschlagen und die Fifa hat zugestimmt`. Das Turnier in Rußland wird vom 14.6. bis 15.7.2018 gespielt.“

 

Angenehm und gut lesbar empfand ich die „TABELLEN & STATISTIK“ am Ende der Ausgabe. Das gilt sowohl für die 1. und 2. Bundesliga sowie die 3. Liga als auch für die fünf internationalen Ligen. Das sind Basics für den Fan. Die Ergebnisse, Spieltage, Tabellen und Torjägerlisten aus England, Spanien, Frankreich und Italien spiegeln das Fußball-Geschehen in unserer Nachbarschaft wider. Die Statistiken zur Türkei sind wohl eher ein Zugeständnis an die Fußball-Liebhaber unter unseren muslimischen Mitbürgern.

 

Alles in allem lässt sich zusammenfassen: Für einen Euro kann man nicht mehr erwarten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

BJM

60 (2016-12-12) Uwe Morchutt

Hong Kong – der „Duftende Hafen“

Hier geht der Bär ab!

 

Die chinesische Stadt Hong Kong wurde als Folge des 2. Opium-Krieges im 19. Jahrhundert unter britische Verwaltung gestellt, da die Chinesen kapituliert hatten. Das ganze Gebiet ging 1898, so sah es der Pachtvertrag vor, für 99 Jahre an das Vereinigte Königreich. Bis zur Rückgabe 1997 stand die Kolonie vollständig unter britischer Verwaltung, mit Ausnahme von etwa vier Jahren während des Zweiten Weltkrieges, als Hong Kong von den Japanern besetzt war. Am 1. Juli 1997 holte die Volksrepublik China die abtrünnige „Schönheit“ mit bombastischem Getöse wieder heim in das gelbe Reich. Seither ist Hong Kong mit seinen rund 7,3 Mio. Einwohnern eine Sonderverwaltungszone. Die Affinität zu den Pferderennen, die die Engländer 1793 einführten, ist geblieben.

 

Was die Japaner können, das können wir auch. Gesagt, getan! Sieben Jahre nach der Einführung des Japan Cups haben die Chinesen, besser gesagt die Hong Kong-Chinesen, den Hong Kong Cup ins Leben gerufen. Das heutige Gruppe I-Rennen wurde 1988 zum ersten Mal ausgetragen, wobei es den höchsten Status im Galopprennsport erst seit 1999 trägt. Die Rennbahn in Sha Tin, 1978 eröffnet, ist ein Ortsteil von Hong Kong, der sich zur Satellitenstadt Sha Tin New Town gemausert hat. Sha Tin bietet Platz für 85 000 Besucher. Der Renn-Höhepunkt eines jeden Jahres, der Hong Kong Cup, ist dodiert mit 25 Mio. HKD, was ca. 3 Mio. Euro sind.

 

Wie in Japan sind Pferderennen auch hier eine Art Volkssport. Die Asiaten zocken einfach zu gern! Obwohl nur Pferde laufen, geht hier sprichwörtlich der Bär ab! Warum auch nicht. Mit etwas Glück kann man sein Einkommen aufpeppeln. Der Hong Kong Jockey Club, der Betreiber, 1884 gegründet, unterhält übrigens noch eine zweite Rennbahn mit dem Namen Happy Valley. Diese wurde bereits 1845 eröffnet und bietet 55 000 Gästen Platz. Die Anlage wurde 1995 imposant rekonstruiert, so dass Hong Kong über zwei moderne Rennbahnen verfügt, die international gesehen, höchsten Ansprüchen gerecht werden.

 

 

Rund 700 Rennen finden auf beiden Bahnen jährlich statt. Eine Winterpause, wie wir sie in Europa kennen, gibt es in Hong Kong nicht, da die Temperaturen nie unter 15 Grad Celsius gehen. Ein wahres Zockerparadies! Im Vergleich hierzu ist Deutschland mit seinen veralteten Rennbahnen eine nostalgische Galopp-Provinz!

 

Am 11. Dezember 2016 fand nun der 29. Kong Kong Cup statt. Der krönende Abschluss der internationalen Rennsaison 2016. Zwölf 3-jährige und ältere Pferde rückten dafür in die Boxen ein. Dabei auch der Vorjahressieger A Shin Hikari, der natürlich versuchte, seinen Titel zu verteidigen. Mit Elliptique, der den großen Dallmayr Preis 2016 in München gewann, war auch ein guter Bekannter unter den Teilnehmer.

 

Um 19.30 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MEZ) rückten die Teilnehmer ein, um den Sieger zu ermitteln. Gewinnen kann wie immer nur einer. Mit einem grandiosen Ritt vom derzeit besten Jockey auf der Welt, Ryan Moore, flog der fünfjährige Hengst Maurice, der als Wettfavorit ins Rennen ging, von hinten kommend auf der Zielgeraden an allen vorbei und siegte überlegen vor Secret Weapon. Japans Pferd des Jahres 2015, im Besitz von Kazumi Yoshida, zeigte in beeindruckender Manier, was es drauf hat. 

Bei 18 Starts der elfte Sieg! Vorjahressieger A Shin Hikari, der es mit einem Ausreißversuch probiert hat, wurde Zehnter und der französische Hengst Elliptique errang den siebten Platz. Ein klasse Renntag, der Pferderennsport in höchster Perfektion und Klasse demonstrierte!

 

Die Rennsaison ist nun schon wieder Geschichte. Die Vierbeiner dürfen sich jetzt ausruhen, die Zweibeiner zählen das Geld. Hals und Bein allen Vierbeinern. Auf ein gesundes Wiedersehen in 2017! umo

59 (2016-12-09) Gerald Gleichmann aus Erfurt

Gerald Gleichmann, Jahrgang 1957, stammt aus Sonneberg und lebt heute in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Er ist sowohl gelernter Porzellanmaler als auch Bibliotheksassistent und kann bereits zahlreiche Veröffentlichungen seiner Werke vorweisen. Wir berichteten darüber. Auch in diesem Jahr gibt es von ihm eine Weihnachtsgeschichte. Exklusiv erzählt auf laptopwerk.de:

 

Morgen kommt der Weihnachtsmann...

 

Morgen kommt der Weihnachtsmann...", trällerte Klein-Johanna, da warfen die Bäume ihre bunten Blätter gerade von sich und türmten in den Läden Stollen und Lebkuchen zuhauf.

Vater Freddy entfloh schon bald dem nicht enden wollenden Gesang der Tochter in seine Kneipe, während Mutter Erika bereits die ersten Festeinkäufe nach Hause schleppte.

"Morgen kommt der Weihnachtsmann...", wiederholte die Kleine Wochen später noch genauso begeistert, dass Freddy mit zusammengekniffenen Augen knurrte: "Kommt er nicht! Jedenfalls nicht morgen."

"Warum?"

"Weil erst in vier Wochen Weihnachten ist."

"Warum?"

"Ich habe den Kalender nicht gemacht. Frage deine Mutter!"

Die wedelte mit Putzlappen und Eimer durch die Wohnung und hatte vorbeugend gegen jede nur denkbare Belästigung Flaschenkorken in beiden Ohren stecken.

Klein-Johannas Stimme klang schon recht heiser, da fröstelte die Bratgans in der Gefriertruhe, stapelten im Flur sich Kartons mit Glaskugeln und Lametta für die im Vorgarten herumlungerte Blautanne, werkelte Freddy an der defekten Lichterkette und grübelte Erika angestrengt nach, in welchem Schrank wohl welches Präsent wohlverwahrt liegen mochte.

"Er kommt sowieso nur zu braven Kindern!", ermahnte Freddy sie und hoffte, seine Tochter unterbrach für einen winzigen Moment die Singerei.

"Mutti!", heulte Johanna dafür laut los.

"Vati hat recht", beschwichtigte die überforderte Hausfrau sie.

"Warum?"

"Weil dein Vati immer recht hat!", entgegnete die, schränkte aber ein: "Jedenfalls ist er in dem Glauben. Und solange die Lichterkette nicht brennt, überzeugen wir ihn lieber nicht vom Gegenteil."

Klein-Johanna dachte eine kurze Weile darüber nach, als sie plötzlich wissen wollte: "Bringt er auch seine Renntiere mit?"

"Es heißt Rentier!", verbesserte Freddy, als die Lämpchen kurz kunterbunt flimmerten, ehe sie scheinbar auf ewig verloschen.

"Falls er den weiten Weg zu uns überhaupt findet...", murmelte Erika abwesend. Denn bei aller vorweihnachtlichen Hektik hatten sie doch das allerwichtigste Requisit für eine schöne Bescherung völlig vergessen! Sie hüpfte gestikulierend im Wohnzimmer herum, denn es dauerte mal wieder, ehe Freddy begriff.

"Heiliger Bimbam!", rief er und spurtete sogleich mit der um seinen Hals hängenden Festtagsbeleuchtungskette mit dem Hinweis los: "Ich rufe schnell mal beim Weihnachtsmann an!"

Klein-Johanna staunte mit offenem Mund, ehe sie sich besann und dem Vater nachrief: "Vielleicht kann er mir noch ein paar ganz ganz wichtige Wünsche erfüllen!"

"Wir werden sehen", entgegnete Mutter Erika, als sie in den Keller hinabstieg. Noch immer in der Hoffnung, bis zur gegenseitigen Beschenkung sämtliche Kartons und Tüten gefunden zu haben.

Derweil sang Johanna umso fröhlicher: "Morgen kommt der Weihnachtsmann..."

 

Als es am ersehnten Abend vor der Tür polterte und krachte, grinste Freddy geheimnisvoll, jauchzte Johanna erfreut und robbte Erika auf der Suche nach einer ihrer verlustig gegangenen Kontaktlinsen über den Teppich.

"Hohoho...!", brüllte der verkleidete Geselle im tiefsten Bass.

Lediglich nur mit einem Auge klarsehend, erkannte Erika den hinter einem mächtigen Wattebart verborgenen Uniformierten dennoch sofort. Aber auch Klein-Johanna kicherte gleich los: "Das ist doch nicht der Weihnachtsmann, sondern nur der Jägermeister!"

"Und wenn der kommt, dann bescheißt er...", entfuhr Erika es nüchtern.

"Das ist Onkel Rick!", belehrte die Tochter sie ernst.

"Trotzdem taugt er bloß zum..." Hastig biss sie sich auf die Zunge.

"Aber Erika!", riefen die beiden Männer zugleich.

"Immerhin besser als der Schornsteinfeger", piepste Mutter Erika mit hochrotem Kopf giftig und hastete in die Küche, um traditionell die Feuerzangenbowle anzurichten.

Während Freddy über die dichterischen Einfälle seiner Ehefrau staunte, räusperte Rick sich geistesgegenwärtig und wollte wissen, ob Johanna ein schönes Gedicht aufsagen konnte?

"Lieber guter Jägersmann...", begann die unsicher, stockte dann aber, als eben in diesem Moment die bisher bunt flimmernde Lichterkette am Weihnachtsbaum förmlich explodierte und einer der sprühenden Funken den falschen Bart des Gabenbringers in Brand setzte.

 

Sogleich stürzte Freddy sich auf den und umklammerte dessen Hals so fest, dass Johanna gellend schrie: "Er soll erst meine Geschenke rausrücken!"

Da stürmte auch Erika mit der Bowle ins Wohnzimmer zurück, trat dabei versehentlich auf ihre auf dem Boden liegende Kontaktlinse, warf beim Anblick der brennenden Blautanne das heiße Getränk in die Glasvitrine, flüchtete hinters Ledersofa und schwor feierlich, in ihrem noch verbleibenden Lebensjahren kein einziges Weihnachtsfest in Familie mehr zu feiern!

Einzig Klein-Johanna nutzte die Gelegenheit und verschwand mit dem bis oben hin mit Geschenken gefüllten Kartoffelsack in ihrem Zimmer.

 

Aber auch später an diesem eher unheilig verlaufenen Abend, nachdem jeder bekommen hatte, was er nicht verdiente; die Scherben weggeräumt waren; das verkohlte Gerippe des Baumes im Vorgarten stakte und Klein-Johanna selig im Bett schlief, blieb die Stimmung im Wohnzimmer recht frostig. Die beiden Männer belauerten sich gegenseitig äußerst wortkarg und sprachen umso mehr den alkoholischen Vorräten für die geplante Silvesternacht zu. Erika nippte niedergeschlagen an ihrer verdünnten Limonade, schniefte dabei in ihr Taschentuch und nahm sich vor, alles vehement zu leugnen, was man ihr jemals vorhalten könnte.

Irgendwann hatte sie jedoch keine einzige Träne mehr und war ihre zweite Kontaktlinse ebenfalls spurlos verschwunden. Freddy torkelte schwankend durchs Zimmer und nuschelte fortwährend: "Im Wald und auf der Heide, da findet mancher Förster seine Beute..." Der von ihm Beschuldigte widersprach nicht, da er vom plüschigen Hocker rutschte und laut zu schnarchen begann.

Mit arg betretenen Gesichtern fand das verkrachte Trio sich am Morgen darauf seltsamerweise einträchtig nebeneinander liegend im Ehebett wieder, aber wollte keiner von ihnen es so genau wissen, welches möglicherweise himmlische Wunder neuerdings über sie gekommen war!

Ausgerechnet in diesem Augenblick stürmte Klein-Johanna ins Schlafzimmer der Eltern, in ihren Armen die von wem auch immer gebrachte Puppe, bestaunte zunächst ein wenig ungläubig die in den Kissen ruhende Dreifaltigkeit, ehe sie inbrünstig wie ebenso laut trällerte: "Ihr Kinderlein kommet...!"

Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. Und bis dahin allen ein friedliches wie ebenso fröhliches Weihnachtsfest!

58 (2016-11-28) Uwe Morchutt

Pferderennen - großes Geschäft in Japan

ジャパンカップ Japan Kappu

 

Wer bisweilen denkt, Pferderennsport sei nur in Europa oder den USA beliebt, der irrt sich gewaltig


In Asien leben die wahren Zocker. Horse racing is big business in Japan! Hier wechseln Milliardenbeträge den Besitzer. Glaubt man den Auguren, wurden die ersten Pferderennen in Japan 1862 in Yokohama von Ausländern nach westlicher Art organisiert. Man höre und staune, immer wieder die „Foreigner“! Hinter der Bezeichnung „big four“, die großen Vier, verbergen sich Tokyo, Nakayama, Kyoto und Hanshin, also die Orte, wo die größten Pferderennbahnen Japans hunderttausende Besucher wöchentlich anlocken, um auf das große Glück zu wetten. 

 

Hier wird nicht geknausert, sondern gezockt, dass die Wettscheine glühen!

 

Japan verfügt insgesamt über zehn Pferderennbahnen. Der „Tokyo Racecourse“ in Fuchu beheimatet, ein Vorort von Tokyo, eröffnete bereits 1933. Die größte japanische Rennbahn bekam im Frühjahr 2007 eine Erfrischungskur, ehe sie nach siebenjähriger Komplettsanierung wieder für die Vierbeiner freigegeben wurde, so dass sie nun Sitzplätze für 120 000 Besucher bei einer Gesamtkapazität von 223 000 parat hält.

 

Eine unfassbare Dimension, wohingegen deutsche Rennbahnen doch eher klein und provinziell anmuten. Morbider Charme umhüllt die meisten Anlagen hierzulande! Die Tokyoer nennen ihre Rennbahn auch ganz bescheiden: ‘racecourse of racecourses’. Hier findet auch das japanische Derby (Tokyo Yushun) seit 1932 statt.

 

In Nakayama, Funabashi, Chiba, 1920 gegründet, finden wir die Rennbahn, die vor allem für „Steeplechase“-Rennen, also für Hindernisrennen, bekannt ist. Die großzügige Anlage verfügt über eine Sand- (Dirt), eine Hindernis- und zwei Grasbahnen (Turf). In Nakayama findet beispielsweise das höchstdotierte Hindernisrennen der Welt mit dem Grand-Jump statt. Die Anlage wurde 1990 eröffnet und bietet seither Platz für rund 166 000 Besucher.

 

Kyoto, bekannt auch durch das Kyoto-Protokoll vom 11. Dezember 1997, dem Klimaabkommen der Vereinten Nationen, beheimatet die älteste Pferderennbahn im westlichen Teil Japans. Dieser Renn-Parcours wurde schon 1924 für die Besucher freigegeben. 2007 erhielt die Rennbahn auch eine Video-Wall nach dem Vorbild von Tokio. Die sogenannte „Turf Vision“ präsentiert Videos und Renninformationen im Großbildformat. Der 10,80 m hohe und 64 m breite Jumbo-Bildschirm nahe der Ziellinie erlaubt einen grandiosen Blick auf das jeweilige Rennen in brillanter Bildqualität. Selbstverständich in 3-HD-Format. Der Kyoto Race Course verfügt über zwei Grasbahnen, eine Sandbahn und eine Hindernisbahn.

 

Der Hanshin Racecourse, der Vierte im „Big-Business“, wurde kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges 1949 eröffnet. Die Anlage hat eine Kapazität für rund 140 000 Besucher, wobei knapp 13 000 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Wetter oder echte Zocker wird man aber kaum sitzend antreffen, da sie ständig zwischen Führring, wo die Pferde vorgestellt werden, und Wettscheinannahme umhertoben, wobei natürlich auch die aktuellen Formen der Pferde überprüft werden müssen. 30 Jahre eigene Rennbahnerfahrung können dieses Ritual bestens nachvollziehen. Ein Blick auf die „big four“ verdeutlicht, dass Japan grandiose Rennbahnen verfügt.

Ein kleiner, faszinierender Einblick in das große Geschäft der pferdeverrückten Japaner

 

Am 27. November 2016 fand nun der 36. Japan Cup, ein Gruppe I-Rennen über 2400 m, auf der „Rennbahn der Rennbahnen“ in Tokyo statt. Das wichtigste Rennen im japanischen Rennkalender wurde 1981 ins Leben gerufen. Offen für 3-jährige und ältere Rennpferde, wobei auch ausländische Cracks eingeladen werden. Dotiert mit beachtlichen 575.340.000 JPY, was rund 4,8 Mio. Euro entspricht, ist es das höchstdotierte Galopprennen Asiens überhaupt.

Lediglich drei ausländische Pferde, darunter zwei deutsche Hoffnungsträger, von 17 Startern rückten um 15.40 Uhr Ortszeit (7.40 Uhr MESZ) in die Startboxen ein. Mit Nightflower und Iquitos versuchte man, nach 1995, als Lando vom legendären Vererber Acatenango aus der Birkhahn-Linie gewann, den Siegerpokal wieder nach Deutschland zu holen. Die Klassestute Danedream, die mittlerweile ihr edles Blut in Japan vererbt, wurde 2011 Sechste. Die Trauben hängen allerdings sehr hoch, weil das Rennen für die japanischen Vertreter einen immensen Prestigewert besitzt. Ausländische Sieger gab es seit 1981 nur ganz wenige. Wie immer kann nur einer gewinnen.

 

Der vier Jahre alte Hengst Kitasan Black, ein Black Tide-Sohn, hat das Rennen schließlich als Favorit überlegen gewonnen. Im Sattel saß der 47 Jahre alte Jockey Yutaka Take, der das Rennen somit zum vierten Mal gewinnen konnte. Hinter sechs japanischen Pferden wurde Iquitos (Ian Ferguson), der die diesjährige Champions League gewann, Siebter. Nightflower (Andrasch Starke) belegte den zwölften Platz. 

 

Über 100.000 Besucher wohnten dem Galopp-Highlight bei. Kitasan Blacks Mutter Sugar Heart hat sicher viele Wettanleger mit einem „Zuckerherz“ nach Hause gehen lassen! umo

 

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Dermoplastik – Aus dem Griechischen: Es beschreibt das Verfahren zur naturgetreuen Nachbildung von Tieren unter Benutzung eines Modells, dass mit der gegerbten Originalhaut überzogen wird.

57 (2016-11-06) Uwe Morchutt

 

Einzigartige Rennserie

33. Breeders' Cup – Santa Anita, Kalifornien

Tierzüchter gibt es viele auf der Welt

 

Idealismus und Liebe zu den Tieren sind oftmals der Auslöser, so lange es keine Nutztiere sind, die ausschließlich zum Zwecke des Verzehrs gehalten werden. Gelungene Zuchterfolge werden deshalb auch gern mit einem Preis bedacht, wenn im sportlichen Wettstreit mit anderen Züchtern vielleicht der Schnellste gesucht wird. Der Breeders' Cup in den USA ist solch ein Wettbewerb, wo die erfolgreichsten Züchter (Breeder) aus der ganzen Welt jedes Jahr am Ende einer Rennsaison mit ihren Zuchterfolgen gegeneinander antreten. Die stolzen Züchter beobachten genau, was aus ihren Schützlingen geworden ist, auch wenn sie gar nicht mehr im Besitz ihrer Zöglinge sind. Gemeint sind die Rennpferde, die sensiblen Vollblüter mit ihrem edlen Blut.

 

Der Santa Anita Park

 

Eine Pferderennbahn und ein Reitsportzentrum in Arcadia, Kalifornien, war am Wochenende Schauplatz dieses einzigartigen Rennsport-Spektakels. Die legendäre Rennstecke im Santa Anita Park wurde am 25. Dezember 1934 eröffnet, nur ein Jahr nach der offiziellen Legalisierung des Pferderennsports in Kalifornien. Der Santa Anita Park diente u.a. auch als Sportstätte der Olympischen Sommerspiele 1984.

 

Die Rennsport-Veranstalter nahmen ihren Job von Anfang an sehr ernst. Sie galten als äußerst kreativ und innovativ. Beispielsweise wurden hier erstmals die Startboxen (Startmaschine) und das Fotofinish im Galopprennsport eingeführt, die seither zum Standard gehören.

 

Das berühmte Rennpferd Seabiscuit, dessen Karriere 2003 verfilmt wurde, gewann 1940 bei seinem letzten Start das Santa Anita Handicap. Seabiscuit, das „Pferd des Jahres 1938“ in den USA, steht heute, in ewiger Erinnerung an seine sportliche Leistung, als Statue im Führring (Paddock). Während des Zweiten Weltkrieges war auf dem Gelände ein Internierungslager für japanisch-stämmige Amerikaner eingerichtet. 1945, dem Pferdeverstand sei Dank, öffnete der Parcours dann wieder für die flinken Vierbeiner.

 

Ein unvergleichliches Erlebnis für jeden Vollblut-Liebhaber

 

An zwei Tagen, am 4. und 5. November 2016, fanden insgesamt 13 Rennen, darunter allein neun Gruppe I-Prüfungen mit Preisgeldern in Höhe von 21,5 Mio. Dollar statt. Nach Keeneland, Kentucky, im Jahr 2015, waren die Augen dieses Mal wieder auf Santa Anita gerichtet, weil der Veranstaltungsort unregelmäßig wechselt. Ein Dankeschön gilt dem Initiator, der 1984, also vor genau 32 Jahren, diese grandiose Rennserie ins Leben rief. Quasi ein Stelldichein der „Crème de la crème “ des Galopprennsports. Die „Sahne der Sahne“, angezogen von den üppigen Preisgeldern.

 

Zwei Rennen ragen dabei besonders aus den 13 Rennen heraus

 

Der Breeders' Cup Turf (auf Rasen) mit 4 Mio. US$ dotiert, und der Breeders‘ Cup Classic (Dirt – auf Sand), der mit 6 Mio. US$ am höchsten dotiert ist. Wie immer kann nur einer gewinnen.

Der dreijährige Unbridled‘s Song-Sohn Arrogate aus dem Besitz von Khalid Abdullah hat den 19:10 Favoriten auf Sieg California Chrome im Breeders‘ Cup Classic über 2011 m bezwungen. Sozusagen Start-Ziel triumphierte Highland Reel geritten von Seamie Heffernan im Breeders' Cup Turf. Die ebenfalls von Aidan O’Brien trainierte Found, die in diesem Jahr den Prix de l’Arc de Triomphe gewinnen konnte, wurde drittes Pferd. Wieder ein Tropfen Birkhahn-Blut erfolgreich, denn der Vater heißt Galileo!

Gleich im zweiten Rennen des zweiten Tages gab es einen Erfolg für Europas Pferdezucht. Im mit 2 Mio. US$ dotierten Breeders‘ Cup Filly an Mare Turf (Gr.I) über 2011 m auf der Grasbahn triumphierte Frankie Dettori nach einem brillanten Ritt mit der von Sir Michael Stoute für das Cheveley Park Stud trainierten Stute Queen‘s Trust. Der Star unter den Reitern, Lanfranco Dettori, trug sich somit auch in die prominente Siegerliste ein!

 

Übrigens: 2017, am 3. und 4. November, wird die „Weltmeisterschaft“, wie der Breeders Cup auch genannt wird, das erste Mal in Del Mar, Kalifornien, stattfinden. Unter dem Motto: “Where The Turf Meets The Surf” trifft sich die sportbegeisterte Turfwelt im 1937 eröffneten Rennpark. Bis dahin: Hals und Bein! umo

56 (2016-11-01) Uwe Morchutt

Almandin überraschender Sieger

156. Melbourne Cup – Flemington, Australien

 

Ruby Tuesday ist ein erfolgreicher Song der Rolling Stones, der im Jahr 1966 aufgenommen und im Januar 1967 veröffentlicht wurde. Er war ein Nummer-eins-Hit in Deutschland und in den USA. Ruby Tuesday wurde obendrein unzählige Mal gecovert. Eine der bekanntesten Versionen stammt von Melanie Safka. Laut Keith Richards schrieb er das Liebeslied 1966 in einem Hotel über ein Groupie.

2010 erklärte er in seiner Autobiographie, dass er damit Linda Keith,

seine damalige Freundin, meinte.

 

Jetzt wird sich manch einer denken, was hat es mit dem

Dienstag auf sich?

 

Ich sage es allen gern.

Der Melbourne Cup, das prestigeträchtigste Pferderennen Australiens über 3200 m, fand das erste Mal 1875 am ersten Dienstag im November statt. Seither wird es immer am ersten Dienstag des Novembers eines Kalenderjahres ausgetragen. 

Das Gruppe-I-Rennen ist offen für 3-jährige und ältere Pferde und ist mit 6,2 Mio. australischen Dollars dotiert. Das Rennen der „gelben Rose“, wie es auch genannt wird, findet seit 1861 auf der Pferderennbahn in Flemington statt. Flemington ist ein Stadtteil der australischen Stadt Melbourne, der sich ungefähr 4 km nordwestlich des Stadtzentrums befindet.

 

Um 5 Uhr deutscher Zeit, also 15 Uhr australischer Zeit, bei zehn Stunden Zeitunterschied, rückten heute früh zu deutscher Zeit 24 Galopper mit ihren Reitern in die Startboxen ein. 

 

Ein internationales Feld mit vielen Ambitionen

 

Wie jedes Jahr herrschte auch dieses Mal Volksfeststimmung in Flemington, um hautnah am Renn-Spektakel teilzunehmen. Für hiesige Verhältnisse unvorstellbar wohnten rund 97.500 turfbegeisterte Zuschauer der 156. Austragung bei. Wie immer kann nur einer gewinnen. Mit dem Überraschungssieger Almandin, aus der Schlenderhaner Zucht, siegte zwei Jahre nach Protectionist erneut ein Monsun-Nachkomme im legendären Melbourne-Cup.

 

Wer als Kenner der Szene den Namen Monsun hört, muss zweifelsfrei sofort an Birkhahn (geb. 1945) denken, der nachträglich mit seinem Vererber-Blut mithalf, Almandins Talent zu befördern.

 

In einem packenden Finish verwies der sechsjährige Birkhahn-Nachkomme den von Tony Martin vorbereiteten Heartbreak City (187:10 auf Sieg), der übrigens von Lando abstammt, mit einem Kopf Vorsprung, sozusagen mit dem letzten Galoppsprung hauchdünn auf den Ehrenplatz. 

 

Geritten von Kerrin McEvoy, siegte der inzwischen sechs Jahre alte Wallach Almandin zur Siegquote von 118:10. Trainer Robert Hickmott siegte zum zweiten Mal nach Green Moon 2012 und der Besitzer Lloyd Williams (76) feierte bereits seinen fünften Sieg im „Yellow-Rose-Race“. Er kassierte dafür mehr als die Hälfte der Gesamtdotierung des Rennens von umgerechnet rund 3,7 Mio. AUD. Nachträgliches Pech für die deutschen Besitzer und Züchter, die Almandin 2014 an seinen heutigen Besitzer nach Australien verkauften. Nachdem er am 1. Juni 2014 den „Großen Preis der Badischen Unternehmer“ in Iffezheim gewonnen hatte.

 

Zur Erinnerung:

 

Die Besitzer des ersten Siegers 1861 Archer, der auch 1862 gewann, geritten von John Cutts und von Etienne De Mestre trainiert, erhielten zur Belohnung eine Golduhr und 930 Pfund. Die erste Austragung des Rennens erlebten gerade einmal 4000 Besucher mit. Wie sich doch die Zeiten ändern. Der neue Literatur-Nobel-Preisträger Bob Dylan würde nur antworten: The Times They Are Changin', das Lied, das er 1964 gesungen hat. Übrigens sang er auch „Like a Rolling-Stone“ im Jahre 1965, so dass ich wieder bei den Rolling Stones angekommen bin. Goodbye Ruby Tuesday, dann zum 157. Yellow-Rose-Race 2017! umo

 

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Kurs am 1. November 2016: 1 Euro = 0,6960 AUD – Australische Dollar

55 (2016-10-27) Bernd Jürgen Morchutt

Das „Geheimnis

von Leuna“:

Doping und Ausverkauf

 

Laptopwerker Klaus Blume ist von einer Lese-Reise zurück

 

 

Der Förderverein Kulturhaus Leuna e.V. und die cCe Kulturhaus Leuna GmbH veranstalteten am 20.10.2016, 17.00 Uhr mit Unterstützung der InfraLeuna Dienstleistungs GmbH im cCe Kulturhaus Leuna (im Bild oben) eine Buchlesung mit Klaus Blume, Autor des Saale-Krimis „Das Geheimnis von Leuna“.

Der 1940 in Halle geborene und aufgewachsene, heute in Hamburg lebende Autor beschäftigt sich seit 1964 journalistisch mit Korruption und Doping. Er schrieb für die Die Welt, FAZ und SportBild, seine Artikel erschienen auch in der SZ, ZEIT, NZZ, im Spiegel, Focus, Stern und auf laptopwerk.de. Für seine fünfunddreißigjährige Berichterstattung über die Tour de France wurde er mit der Ehrenmedaille der ASO ausgezeichnet.Seit 1977 ist er zudem für den ARD-Hörfunk tätig. Klaus Blume ist Autor zahlreicher Sachbücher, zuletzt „Die Dopingrepublik“ (2012) und „Tatort Fankurve“ (2013).

Es ist die erste Lesung von Klaus Blume zu diesem Roman

 

Das „Geheimnis von Leuna“ ist sein erster Kriminalroman. Der Hamburger Journalist präsentierte sein Werk auf Einladung anlässlich der 100-Jahr-Feiern in Leuna.

 

Etwa 120 Zuhörer kamen am vergangenen Donnerstag ins Kulturhaus von Leuna: Prasselnder Beifall; stehende Ovationen; leidenschaftliche Debatten; und das Signieren: ohne Ende!

Gratulation zu diesem Erfolg, lieber Klaus.

 

Warum er sich, der zahlreiche Sachbücher geschrieben hat, nun einem Kriminalroman widme und was er sich von der Lesung erhoffe, hat ihn MZ-Redakteurin Melain van Alst vorab gefragt:

 

Herr Blume, was ist denn nun das Geheimnis von Leuna?

 

Blume: Ich habe über den Verkauf der Leuna-Werke recherchiert und bin darauf gestoßen, dass oftmals Politiker, meist im Hintergrund, und französische Unternehmer daran beteiligt waren. Das betrifft nicht nur Leuna, sondern auch Buna und den Park in Bitterfeld-Wolfen. Da tauchen ominöse Konten auf, über die Gelder, ohne Beleg, an französische Künstler oder sogar nach Weißrussland geflossen sind. Irgendetwas ist daran bis heute faul. Nun machen sich die fiktiven Hauptpersonen meines Buches auf die Suche nach diesem Geheimnis. In einem zweiten Strang geht es auch um die Herstellung von Drogen. Die Geschichte spielt entlang der Saale von Jena bis Calbe. Als gebürtiger Hallenser ist mir die Region sehr vertraut.

 

Warum haben Sie aus ihren Erkenntnissen zum Verkauf der Leuna-Werke kein Sachbuch gemacht, schließlich sind Sie in diesem Bereich zu Hause?

 

Blume: In diesem Fall gibt es zu viele Spekulationen, und aus Sicherheitsgründen habe ich mich - zusammen mit dem Verlag - entschieden, stattdessen einen Roman zu schreiben.

 

Sind Sie an das belletristische Werk anders herangegangen?

 

Blume: Natürlich muss man den Leser anders ansprechen und die Figuren genau beschreiben. Aber alle Personen in diesem Buch sind real. Sie heißen anders, haben vielleicht zu verschiedenen Zeiten gelebt und kennen sich nicht. Doch ihre Geschichten basieren auf Menschen, die ich kenne.

 

Haben Sie bereits Reaktionen auf das Buch erhalten?

 

Blume: Nein, es hat bisher ja auch noch keine Lesungen gegeben. Die erste jetzt in Leuna. Ich glaube auch nicht, dass Menschen aus dem Westen dafür zu begeistern sind. Viele kennen Leuna und die Geschichte der Region gar nicht. Aber ich denke, dass die Menschen hier sehr wohl etwas damit anfangen können.

Was erwarten Sie sich von der Lesung?

 

Blume: Ich hoffe, dass eine lebhafte Diskussion und eine Debatte entsteht. Ich möchte gern mit den Menschen hier ins Gespräch kommen und hören, was sie von der Geschichte halten. (mz)

 

Die User von laptopwerk.de möchten natürlich auch wissen, worum es in diesem Krimi von unserem Kolumnisten Klaus Blume geht:

 

„In ihrer Heimatstadt Halle kreuzen sich nach zwanzig Jahren die Wege der Wissenschaftler Tom Wegelius und Moritz Hirscher. Wegelius will die kriminellen Praktiken bei der Privatisierung der Chemiewerke von Leuna, Schkopau und Bitterfeld-Wolfen aufdecken. Doch seitdem sich ungewöhnliche Todesfälle in seinem Umfeld ereignen, ist er abgetaucht, um nicht selbst zum Opfer zu werden. Hilfe kann er nur von der jungen Staatsanwältin Dörte Stoye aus Freyburg und einem alten Kollegen aus Jena erwarten. Hirscher hingegen betreibt nun nach Jahren im Ausland die ehrwürdige Hallenser Paracelsus-Apotheke. Zumeist aber forscht er in einem Labor in Pößneck - nach süchtig machenden 'Cocktails' für einen Arzneimittelkonzern. Als der Mord an einer beliebten Apothekerin der Paracelsus-Apotheke und früheren Topathletin durch die Lokalpresse geht, schaltet sich die Kripo Jena ein, und es entspinnt sich ein gefährliches Netz aus Gewalt und Betrug.“

 

In „Das Geheimnis von Leuna“ verknüpft Klaus Blume kunstvoll das Thema Doping mit dem Ausverkauf ostdeutscher Chemiewerke nach 1989 und schafft einen fesselnden Krimi von großer Brisanz.

 

„Das Geheimnis von Leuna“, Ein Saale-Krimi; Broschiert, 192 Seiten, Verlag:Bild und Heimat; Preis: 9,99 EUR; Schauplätze: JENA, HALLE; LEUNA 

BJM

54 (2016-10-10) Uwe Morchutt aus Eltville

Found – Speed

wie Birkhahn

Chantilly - 95. Prix de

l’Arc de Triomphe

 

Europas prestigeträchtigstes Pferderennen

 

Der „Prix de l’Arc de Triomphe“, der seit 1920 jeweils am ersten Sonntag im Oktober ausgetragen wird, fand erstmals in Chantilly statt. Der Grund sind Umbauarbeiten auf der Prachtbahn von Longchamp. Ungeachtet dessen zog es rund 40 000 Besucher an den Stadtrand von Paris, um das einzigartige Rennspektakel zwischen Mensch und Tier am 2. Oktober 2016 nicht zu verpassen.

 

Die im vornehmen Bois de Boulogne liegende Pariser Pferderennbahn Longchamp, 1857 vom Architekten Antoine-Nicolas Bailly erbaut, gilt bekanntlich als Synonym für Luxus und Reichtum. Die Bauten der Rennbahn sind allerdings in die Jahre gekommen, so dass sie einer baulichen Auffrischung bedürfen. Das bestehende Tribünenensemble wurde bereits 1964 fertiggestellt.

 

Das Architektur-Büro von Dominique Perrault (Paris), Jahrgang 1953, der gern als Star-Architekt bezeichnet wird, hat den internationalen Einladungswettbewerb gewonnen. Das neue Projekt basiert auf der Definition eines weitläufigen Fußweges, „Les Planches", der sich unter dem derzeitigen Bodenniveau entwickeln wird. Der darüber hinaus alle Funktionen der Pferderennbahn von Norden nach Süden miteinander verbindet und von unverzichtbaren Konstruktionen ergänzt wird, die für die eigentlichen Funktionen der Pferderennbahn bestimmt sind (Hallen, Tribünen und Restaurants). Alle Gebäude werden für die Zuschauer durch einen auf der Rückseite gelegenen, auf Höhe des ersten Obergeschosses verlaufenden Holzsteg miteinander verbunden sein. Es wird mit einer Bauzeit von 21 Monaten gerechnet, die Kosten werden auf rund 120 Mio. Euro veranschlagt.

 

Chantilly ist aber nun wahrlich keine Notlösung

 

38 Kilometer nördlich von Paris gelegen, gilt das Areal samt Schlossanlage als das wahre Zentrum der französischen Pferdezucht. Hier finden jährlich u.a. die hochkarätigen Rennen „Prix du Jockey Club“ (franz. Derby) und „Prix de Diane“ (Stutenderby) statt. Die französische Rennpferdezucht hat hier ihre Heimstätte. In rund 100 Ställen sind tausende englische Vollblutpferde untergebracht.

 

Das ebenfalls im Schloss gelegene Gestüt, wo sich auch das Pferdemuseum befindet, ist eines der am meisten besuchten Zentren der Pferdezucht weltweit. Es wurde zwischen 1790 und 1840 von Jean Aubert erbaut. Die Hallen des Museums wurden renoviert und 2011 wieder eröffnet. Hier findet man alles, was Pferde für ihr Wohlergehen benötigen. Das Museum ist auch kein gewöhnliches Museum, das nur tote Ausstellungsstücke zeigt. Es ist ein lebendiges Museum, wo sich zahlreiche Vierbeiner vor den Augen der Besucher tummeln.

 

Am 2. Oktober 2016 fand nun das mit 5 Mio. Euro dotierte, über 2400 m führende Gruppe I-Rennen zum 95. Mal statt. Am Start 16 Vollblüter, 3-jährige und ältere Pferde, die die Turfszene 2016 beherrscht haben. Sozusagen ein Stelldichein der „Creme de la Creme“ auf vier Beinen. Einen Favoriten gab es natürlich auch. Dem fünfjährigen Hengst Postponed, der nur 5. wurde, ereilte dabei das Schicksal so vieler Favoriten vor ihm. Wie immer kann nur einer gewinnen. 

Die Siegerin heißt Found (106:10 für Sieg)

 

Eine vierjährige Galileo-Tochter, die vom irischen Erfolgstrainer Aidan O’Brien trainiert wird. Das Unfassbare an dem Rennen ist aber, dass O’Brien Trainer der ersten drei Pferde ist. Darüber hinaus ist der Deckhengst Galileo der Vater aller drei Erstplatzierten. Die Besitzer Tabor, Magnier und Smith sammelten somit den Hauptanteil der Siegprämien ein. 2.857.000, 1.143.000 und 571.500 Euro. Der Zweitplatzierte Highland Reel (S. Heffernan) und der Dritte Order Of St George (L. Dettori) machten den totalen Triumph komplett. Viel Geld für die irische Vorzeige-Zuchtstätte Coolmore, um neues Pferde-Blut einzukaufen!

Ryan Moore, der derzeit wohl beste Jockey auf der Welt, ritt die imponierende Siegerin, die auch edles Birkhahn-Blut in sich trägt. Found, die unter Fachleuten natürlich keine Außenseiterin war, gewann sie doch am 31. Oktober 2015 in Keeneland den Breeders' Cup Turf, wo sie ihr großes Talent bereits dreijährig andeutete. Der deutsche Gast, der von Jean-Pierre Carvalho trainierte Derby-Zweite 2016 Savoir Vivre, belegte den achten Rang.

Mit einem Satz nach vorn, 300 m vor dem Ziel, es erinnerte schon stark an Birkhahn im Deutschen Derby 1948, verabschiedete sich die Zweite der Irish Champion Stakes, wo sie Almanzor nach hartem Kampf knapp unterlegen war, von den Konkurrenten und katapultierte mit dem sechsten Sieg beim 19. Start ihre Gesamtgewinnsumme auf 4.533.631 Pfund! Nach Danedream 2011, Solemia 2012 und Treve 2013 uund 2014 schon wieder eine Stute, die das wichtigste Galopp-Rennen gewinnen konnte. Was ist nur mit den Hengsten los? umo

53 (2016-09-26) Uwe Morchutt aus Eltville

 

Nightflower zum Zweiten

Köln-Weidenpesch - 54. Preis von Europa

 

Der vorausschauende Kölner Oberbürgermeister Wilhelm von Becker, Typen seines Kalibers sucht man heute vergebens, hatte 1896 eine geniale Idee, in Köln Galopprennsport zu veranstalten. 

Hierfür musste natürlich eine Rennbahn gebaut werden. Vor allem sollten die Bewohner der Rheinischen Metropole davon profitieren, und obendrein sollte auch noch der Fremdenverkehr angekurbelt werden. Typisch deutsch, es wurde erst einmal ein Verein gegründet, der sich am 29. April 1897 als Kölner Renn-Verein 1897 e.V. konstituierte. Kurz danach erfolgte bereits der Spatenstich zum Bau der Pferderennbahn, so dass am 3. September 1898 bereits der Rennbetrieb aufgenommen werden konnte.

 

Galoppennsport in Köln-Weidenpesch war somit geboren

 

Was heute allerdings undenkbar wäre, Wilheln von Becker war, bevor er Kölner OB wurde, zehn Jahre Bürgermeister in Düsseldorf!

 

Die Kölner Rennbahn, mitten in der Stadt gelegen, ist seit dieser Zeit eine der ersten Adressen in der deutschen Turflandschaft. Die zweigeschossige Zuschauertribüne, die seit dem 12. April 1983 unter Denkmalschutz steht, wurde von dem Berliner Architekten Otto March, der am 7. Oktober 1845 in Berlin-Charlottenburg geboren wurde, errichtet.

Otto March ist heute vor allem als Erbauer des ersten Olympiastadions in Berlin bekannt. Zu den Frühwerken Marchs gehört u.a. die gegen Ende des 19. Jahrhunderts an der Peripherie der Reichshauptstadt in Pankow entstandene Wohnanlage des so genannten „Amalienparks“. Eine Gedenktafel zu Ehren von Otto March hängt heute noch in Berlin.

 

Man höre und staune!

 

Die Galopprennbahn ist die erste Sportstätte überhaupt, die in Köln gebaut wurde. Heute unvorstellbar! Unter anderem findet hier Deutschlands ältestes Pferderennen statt. Das seit 1834 ausgetragene Oppenheim-Union-Rennen, das ursprünglich in Berlin Tempelhof ausgetragen wurde, bevor es 1868 nach Hoppegarten wechselte, hat 1947, nach dem 2. Weltkrieg, im Weidenpescher Park seine Heimstätte gefunden. Pro Saison kommen rund 140 000 Besucher zu den sportlichen Höhepunkten der Vierbeiner.

 

German Jockey School

 

Des Weiteren können hier talentierte Nachwuchsjockeys eine Ausbildung absolvieren. Seit dem März 2003 befindet sich auf dem Areal die einzige Jockeyschule Deutschlands. An der Schule wird der Beruf des Pferdewirts mit dem Schwerpunkt Rennreiten unterrichtet, ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Während einer dreijährigen Ausbildungszeit erlernen die Auszubildenden in einem Rennstall das Reiten von Vollblütern mit dem Ziel, einmal Jockey, wofür 50 Siege vonnöten sind, zu werden.

 

Der Preis von Europa

 

Dieses Gruppe I-Rennen über die Derbydistanz, fand nun am 25. September 2016 zum 54. Mal statt. Das neunte Rennen im Rahmen der Galopp Champions-League, das mit 155 000 € ordentlich dotiert ist, gilt als Höhepunkt der Kölner Rennsaison. Acht Vollblüter, offen für 3-jährige und ältere Pferde, rückten dafür in die Startboxen ein. Darunter auch Iquitos, der zuletzt den Großen Preis von Baden in Iffezheim gewonnen hat.

 

Die Siegerin heißt Nightflower, die 4-jährige Stute und Galopperin des Jahres 2015 unter dem besten deutschen Jockey Andrasch Starke wiederholte ihren Sieg aus dem Vorjahr. Für Starke war es bereits der vierte Sieg in diesem Rennen. Der Lohn 100 000 Euro Siegprämie. Zweiter wurde der Außenseiter Red Cardinal. Iquitos, der in Iffezheim vor Nightflower gesiegt hatte, wurde Fünfter. Nightflower, die schnelle Lady, wechselt 2017 in die Zucht, erklärte der Erfolgstrainer Peter Schiergen aus Köln, um ihr edles Sieger-Blut weiter zu vererben!

 

Übrigens:

 

Der sowjetische Ausnahme-Hengst Anilin, Vater Element, ist bis heute das einzigste Pferd, das den Preis von Europa dreimal hintereinander, 1965, 1966 und 1967, gewonnen hat. Der 1961 geborene Vierbeiner war in seiner Rennkarriere bei 27 Starts 21 mal erfolgreich. umo

Mi                 28.06.2017 

Nr.            2.439 - 1.136

Aktualisierung        18:15

Übrigens,

 

… Österreich ist ein Einwanderungsland. Allein 2016 wurde eine Nettozuwanderung von rund 113.000 Personen verzeichnet – ein Plus um 1,3 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Laut Statistik Austria leben damit aktuell (Stand 1.1.2017) 8.722.865 Menschen in Österreich, davon sind 1.341.930 Ausländer. Und Schätzungen des Integrationsfonds zufolge sind  700.000 der 8,7 Millionen islamischen Glaubens. Zwischen diesen und den Nicht-Muslimen wird das Zusammenleben am kritischsten bewertet, wie das Integrationsbarometer 2017 des Integrationsfonds ergab. Am zweitschlechtesten ist die Stimmung zwischen Mehrheitsbevölkerung und Flüchtlingen.Die Frage, ob der Islam zu Österreich gehört, wurde von den 1000 telefonisch befragten Österreichern  eindeutig beantwortet: 76 Prozent stimmen dem nicht zu. Jeweils 80 Prozent waren für strengere Kontrollen in Moscheen und islamischen Kindergärten. Ebenfalls 80 Prozent sprachen sich für ein Vollverschleierungsverbot im öffentlichen Raum aus.  Und auch, dass Oberösterreich die Mindestsicherung für Asyl- und Schutzberechtigte von 914 auf 560 Euro kürzte, fanden 72 Prozent der Befragten richtig. 

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 24.06.2017

13    23   27   38    43   46    SZ: 6

Spiel 77:  9064 635 

 

Super 6: 944 310  

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

1952 (2017-06-28) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Die magische Wildnis am Meer

im Westen Hiddensees

Das ungebändigte Tosen der Ostsee

Der Klang der Stille in ausgedehnten Lagunen,

den Bodden

BREAKING NEWS

Stand: 28.06.2017 - 08.05 Uhr

 

International

 

Das Einreiseverbot für Bürger aus sechs muslimischen Ländern (Iran, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien und Jemen) setzte der Oberste Gerichtshof der USA in abgeschwächter Form in Kraft. Das Einreiseverbot ist auf 90 Tage beschränkt, der Einreisestopp für Flüchtlinge auf 120 Tage – die Regierung will indessen an besseren Mechanismen zur Überprüfung von Visa-Antragstellern arbeiten. Falls das Verbot bis dahin nicht aufgehoben ist, wird es die Richter ab Oktober beschäftigen.

 

US-Präsident Donald Trump, der Medien beharrlich das Verbreiten falscher Nachrichten vorwirft, schmückt sich in seinen Golfclubs mit einem gefälschten Titelbild des Time Magazine. Das gerahmte Bild zeigt Trump mit verschränkten Armen in die Kamera blickend. Unter Bezug auf Trumps TV-Show lautet die Schlagzeile: "Donald Trump: "The Apprentrice" ist ein Riesen-TV-Erfolg!" Das Cover ist auf den 1. März 2009 datiert. Eine solche Time-Ausgabe hat es nie gegeben. Wie die Washington Post berichtet, hing es in mindestens vier der 17 Trump-Golfclubs."Ich kann bestätigen, dass dieses kein echter Time-Titel ist", bestätigte eine Sprecherin am Dienstag den Bericht der "Post". Die Trump Organization und das Weiße Haus wollten den Bericht nicht kommentieren.

 

Trotz aller militärischer Ehren: Politisch gesehen betrat Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Dienstag auf der Prager Burg eher glattes Parkett. In der Tat tauschten beide Staatsoberhäupter dann bei der gemeinsamen Pressekonferenz nicht nur Höflichkeitsfloskeln aus. "Wir sind enge Verwandte, und wie Sie wissen, sind enge Verwandte nicht immer die besten Freunde", sagte Van der Bellen. "Aber insgesamt können wir uns aufeinander verlassen." Zeman wiederum kommentierte das nicht ganz reibungslose Verhältnis zu seinem österreichischen Gast mit dem ihm eigenen Humor – und einer eigenwilligen Auswahl der Gemeinsamkeiten: "Wir sind beide 1944 geboren, und – das schätze ich besonders – wir sind beide Kettenraucher."

 

Vor einem halben Jahr hat sie Apple 13 Mrd. Euro Steuernachzahlung in Irland aufgebrummt. Jetzt muss der Google-Konzern 2,42 Mrd. zahlen, weil er seine Marktdominanz unfair ausgenutzt hat: Die dänische Kommissarin Margrethe Vestager wird immer mehr zum Schrecken der amerikanischen Konzerne.

 

Die Vertreterin der Opferorganisation "Mütter von Srebrenica" Munira Subasic, die geklagt hatte, reagierte enttäuscht und kündigte an, vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen. Der Hohe Rat, ein niederländisches Berufungsgericht hat am Dienstag teilweise ein Urteil aus dem Jahr 2014 bestätigt. Demnach ist der niederländische Staat zu 30 Prozent für die schmerzlichen Verluste der Angehörigen von im Juli 1995 rund um Srebrenica Ermordeten verantwortlich, weil niederländische Soldaten diese damals nicht geschützt hatten.

 

Deutschland/Berlin

 

Der türkische Geheimdienst sammelt einem Zeitungsbericht zufolge verstärkt Informationen über deutsche Politiker. Im Visier stünden Innen-, Außen- und Verteidigungspolitiker des Bundestags, berichtet "Die Welt" in ihrer Mittwochausgabe.

 

Man kennt das aus ganz normalen Familien. Noch ist der Verstorbene gar nicht beigesetzt, da tobt schon der Kampf um sein Erbe. Bei Helmut Kohl, der am 16. Juni im Alter von 87 Jahren starb, ist es nicht anders. Es geht dabei aber nicht um seine materiellen, sondern um immaterielle Werte: Akten, Aufzeichnungen und Papiere aus seiner Amtszeit als Bundeskanzler (1982 bis 1998).

 

Beerdigt wird Kohl am Samstagabend in Speyer. Zuvor findet ein europäischer Trauerakt in Straßburg statt. Reden werden unter anderem Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und Ex-US-Präsident Bill Clinton. Auch eine Rede des russischen Premierministers Dmitri Medwedew ist vorgesehen, um an die Rolle der Sowjetunion bei der deutschen Wiedervereinigung zu erinnern. Nach dem Trauerakt fliegt ein Bundeswehr-Hubschrauber den Sarg in Kohls Geburtsstadt Ludwigshafen, wo es einen Konvoi geben soll. Mit einem Schiff wird dann der Leichnam über den Rhein ins rund 20 Kilometer entfernte Speyer gebracht.

 

Sport

 

Tour de France

 

Christopher Froome hätte sich vermutlich andere Schlagzeilen gewünscht. Die Ergebnisse der Vorbereitung auf die Tour de France (ab Samstag) lassen zu wünschen übrig. Vierter beim Critérium du Dauphiné, dem traditionellen Formtest für die wichtigste Radrundfahrt der Welt, ohne Saisonerfolg nimmt der Brite das Projekt "Toursieg Nummer 4" in Angriff. Dazu kamen Anfang des Jahres noch störende Meldungen rund um Medikamentenlieferungen an sein Team Sky. Es sind erste Kratzer in der Fassade des Teams, das sich gerne als Vorreiter gegen Doping hinstellt – und das in den vergangenen fünf Jahren viermal den Toursieger gestellt hat. 2012 gewann Bradley Wiggins, 2013, ’15 und ’16 hatte dann Froome seine großen Auftritte. 

 

Fussball

 

U21-EM in Polen

 

Halbfinale

 

Der viermalige Titelträger Spanien setzte sich im Halbfinale in Krakau mit 3:1 (0:0) gegen Rekordeuropameister Italien durch und trifft im Endspiel am Freitag (30.06.17) auf die deutsche Mannschaft. Saúl Ñíguez von Atletico Madrid (53./65./74.) erzielte alle Tore für die Spanier, die als einziges Team die Vorrunde mit der Maximalausbeute von neun Punkten abgeschlossen hatten. Für die Azzurri, die im letzten Gruppenspiel die DFB-Elf mit 1:0 besiegt hatten, traf Federico Bernadeschi (62.). Sie müssen weiter auf ihren ersten EM-Titel seit 2004 warten.

 

Elfmeterschießen bleibt einfach eine DFB-Domäne. Deutschland hat sich in einem Krimi bei der U21-Europameisterschaft gegen England durchgesetzt - und das Finale erreicht. Torhüter Julian Pollersbeck parierte am Ende den Ball von Nathan Redmond und sicherte der Mannschaft von Stefan Kuntz damit das 6:5 (2:2, 1:1) nach Elfmeterschießen. 

 

Das Finale findet am Freitag, 30.06.2017, um 20.45 Uhr statt. Deutschland trifft auf Spanien.

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