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53 (2016-09-26) Uwe Morchutt aus Eltville

 

Nightflower zum Zweiten

Köln-Weidenpesch - 54. Preis von Europa

 

Der vorausschauende Kölner Oberbürgermeister Wilhelm von Becker, Typen seines Kalibers sucht man heute vergebens, hatte 1896 eine geniale Idee, in Köln Galopprennsport zu veranstalten. 

Hierfür musste natürlich eine Rennbahn gebaut werden. Vor allem sollten die Bewohner der Rheinischen Metropole davon profitieren, und obendrein sollte auch noch der Fremdenverkehr angekurbelt werden. Typisch deutsch, es wurde erst einmal ein Verein gegründet, der sich am 29. April 1897 als Kölner Renn-Verein 1897 e.V. konstituierte. Kurz danach erfolgte bereits der Spatenstich zum Bau der Pferderennbahn, so dass am 3. September 1898 bereits der Rennbetrieb aufgenommen werden konnte.

 

Galoppennsport in Köln-Weidenpesch war somit geboren

 

Was heute allerdings undenkbar wäre, Wilheln von Becker war, bevor er Kölner OB wurde, zehn Jahre Bürgermeister in Düsseldorf!

 

Die Kölner Rennbahn, mitten in der Stadt gelegen, ist seit dieser Zeit eine der ersten Adressen in der deutschen Turflandschaft. Die zweigeschossige Zuschauertribüne, die seit dem 12. April 1983 unter Denkmalschutz steht, wurde von dem Berliner Architekten Otto March, der am 7. Oktober 1845 in Berlin-Charlottenburg geboren wurde, errichtet.

Otto March ist heute vor allem als Erbauer des ersten Olympiastadions in Berlin bekannt. Zu den Frühwerken Marchs gehört u.a. die gegen Ende des 19. Jahrhunderts an der Peripherie der Reichshauptstadt in Pankow entstandene Wohnanlage des so genannten „Amalienparks“. Eine Gedenktafel zu Ehren von Otto March hängt heute noch in Berlin.

 

Man höre und staune!

 

Die Galopprennbahn ist die erste Sportstätte überhaupt, die in Köln gebaut wurde. Heute unvorstellbar! Unter anderem findet hier Deutschlands ältestes Pferderennen statt. Das seit 1834 ausgetragene Oppenheim-Union-Rennen, das ursprünglich in Berlin Tempelhof ausgetragen wurde, bevor es 1868 nach Hoppegarten wechselte, hat 1947, nach dem 2. Weltkrieg, im Weidenpescher Park seine Heimstätte gefunden. Pro Saison kommen rund 140 000 Besucher zu den sportlichen Höhepunkten der Vierbeiner.

 

German Jockey School

 

Des Weiteren können hier talentierte Nachwuchsjockeys eine Ausbildung absolvieren. Seit dem März 2003 befindet sich auf dem Areal die einzige Jockeyschule Deutschlands. An der Schule wird der Beruf des Pferdewirts mit dem Schwerpunkt Rennreiten unterrichtet, ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Während einer dreijährigen Ausbildungszeit erlernen die Auszubildenden in einem Rennstall das Reiten von Vollblütern mit dem Ziel, einmal Jockey, wofür 50 Siege vonnöten sind, zu werden.

 

Der Preis von Europa

 

Dieses Gruppe I-Rennen über die Derbydistanz, fand nun am 25. September 2016 zum 54. Mal statt. Das neunte Rennen im Rahmen der Galopp Champions-League, das mit 155 000 € ordentlich dotiert ist, gilt als Höhepunkt der Kölner Rennsaison. Acht Vollblüter, offen für 3-jährige und ältere Pferde, rückten dafür in die Startboxen ein. Darunter auch Iquitos, der zuletzt den Großen Preis von Baden in Iffezheim gewonnen hat.

 

Die Siegerin heißt Nightflower, die 4-jährige Stute und Galopperin des Jahres 2015 unter dem besten deutschen Jockey Andrasch Starke wiederholte ihren Sieg aus dem Vorjahr. Für Starke war es bereits der vierte Sieg in diesem Rennen. Der Lohn 100 000 Euro Siegprämie. Zweiter wurde der Außenseiter Red Cardinal. Iquitos, der in Iffezheim vor Nightflower gesiegt hatte, wurde Fünfter. Nightflower, die schnelle Lady, wechselt 2017 in die Zucht, erklärte der Erfolgstrainer Peter Schiergen aus Köln, um ihr edles Sieger-Blut weiter zu vererben!

 

Übrigens:

 

Der sowjetische Ausnahme-Hengst Anilin, Vater Element, ist bis heute das einzigste Pferd, das den Preis von Europa dreimal hintereinander, 1965, 1966 und 1967, gewonnen hat. Der 1961 geborene Vierbeiner war in seiner Rennkarriere bei 27 Starts 21 mal erfolgreich. umo

52 (2016-09-06) Uwe Morchutt aus Eltville

Iffezheim – Perle des Galopprennsports

Iquitos - kleiner Hengst ganz groß

 

Edouard Bénazet, der Sohn von Jacques Bénazet, der 1838 die Lizenz für die Spielbank in Baden-Baden erhielt, übernahm nach dem Tod seines Vaters 1848 die Leitung des Spielsalons. Mit den Casino-Einnahmen wollte er die Attraktivität der Kurstadt Baden-Baden aber weiter vorantreiben, indem er sowohl die prunkvollen Säle der Spielbank als auch das Stadttheater am Goetheplatz errichten ließ. Doch er war nach wie vor ungehalten. Es mussten einfach noch mehr Attraktionen her. Es reifte in ihm die Idee, eine Rennbahn zu errichten, um Pferderennen durchzuführen.

 

Infiziert hatte ihn der Herzog von Morny, mit dem Bénazet befreundet war. Ein französischer Unternehmer und Pferdenarr, der selbst Vollblüter züchtete. Eben dieser Charles de Morny, ein Halbbruder Napoléons III., ließ gerade in Deauville, in der Normandie, auf Sand und Sumpf, „ein Königreich der Eleganz“ entstehen, wozu natürlich neben dem Casino eine Rennbahn gehörte. Das Hippodrom in Longchamp wurde auch zu dieser Zeit, wir schreiben das Jahr 1857, auf den Mauern der bei der französischen Revolution zerstörten Abtei Longchamp erbaut. Die Pferderennbahn von Longchamp, heute bekannt durch den „Prix de l’Arc de Triomphe“, wurde übrigens 1857 von Napoléon III. feierlich eröffnet. In Paris galten Turfveranstaltungen seit 1834 in Chantilly, wo heute das französische Derby stattfindet, immer als Großereignisse der High Society, an die sich Bénazet gern erinnerte.

 

Das Vorbild von Deauville sollte Ansporn genug sein, um auch in Baden-Baden eine Pferderennbahn entstehen zu lassen. Aus der Absicht wurde, dank Bénazet, schon bald Realität. Für diese Zwecke ging man sogleich auf die Suche, ein passendes Gelände zu finden. Am 16. Februar 1858 fand die Unterzeichnung des Pachtvertrages über das Gelände „In der Bey“ und „Im Weichen“ statt. Auf dem Gelände eines ausgetrockneten Rheinarmes, ein ehemaliges Sumpfgebiet, am nordöstlichen Ortsrand von Iffezheim, heute eine 5000-Seelen-Gemeinde, ließ Bénazet kurze Zeit später für 300.000 Franken drei Tribünen und weitere Gebäude aufbauen. Die ersten Rennen wurden bereits am 5. September 1858 ausgetragen. Drei Renntage umfasste das erste Meeting, das heute als „Große Woche“ bekannt ist. Höhepunkt war damals wie heute der „Große Preis von Baden“. Als erste Siegerin trug sich die dreijährige Stute La Maladetta, trainiert in Frankreich, in die lange Siegerliste ein. Die Renndistanz betrug in den ersten Jahren 3200 m, seit 1898 wird die Derbydistanz gelaufen.

 

In nun 158 Jahren Turfgeschichte durchlebte die Rennbahn so manche Höhen und Tiefen. Die Gemeinde Iffezheim entwickelte sich aber trotz aller Widrigkeiten immer mehr zur ersten Adresse des Galopprennsports in Deutschland. Nach der Insolvenz des Internationalen Clubs im Jahr 2009 wurde im Juni 2010 die Baden Racing GmbH Pächter der Rennbahn. 2011 war das erste komplette Rennjahr von Baden Racing mit drei Meetings, die von knapp 120.000 Zuschauern besucht wurden. Das Schweizer Uhrenunternehmen Longines ist offizieller Zeitnehmer und hat als Titelsponsor den Saison-Höhepunkt übernommen: Den Großen Preis von Baden, ein Gruppe I-Rennen über 2 400 m mit internationaler Wertschätzung und einer Dotierung von 250.000 Euro.

 

Die 144. Austragung fand nun am 4. September 2016 statt. Das 8. Rennen im Rahmen der Galopp Champions League. Zehn Starter, dreijährige und ältere Pferde, rückten in die Startboxen ein. Heftiger Regen hatte den „trockenen“ Rheinarm weich werden lassen, was nicht jedes Pferd mag.

Überraschender Sieger ist der vierjährige Adlerflug-Sohn Iquitos, der nach einer Stadt in Peru benannt wurde. Mit zweidreiviertel Längen Vorsprung verwies er die Galopperin des Jahres 2015, Nightflower, auf den zweiten Rang. 79:10 gab es für die Wette auf Sieg, den der Ire Ian Ferguson im Sattel einritt. Der 73 Jahre alte Trainerfuchs Hans-Joachim Gröschel war begeistert, hatte der Jockey doch genau seine Order umgesetzt! Iquitos führt nun mit 22 Punkten vor Ito (14) und Nightflower (12) in der Champions League. Rund 14 000 Besucher der Rennbahn wohnten der Attraktion bei, die Edouard Bénazet vor 158 Jahren mit seinem Engagement möglich gemacht hat.

Früher waren es Großereignisse der High Society, heute kann jeder auf die Rennbahn nach Iffezheim. Auch ohne Hut! Man sollte aber zeitig anreisen, weil der Andrang sehr groß ist. Der Dank gilt Edouard Bénazet. Macher seines Kalibers fehlen uns heute. Unternehmer, die anpacken und nicht nur leere Worthülsen absondern, wie unsere Politiker. Erinnert sei an den 5. September 2006, heute vor zehn Jahren erfolgte der erste Spatenstich am BER! umo

51 (2016-08-16) Uwe Morchutt aus Eltville

Protectionist

gewinnt spielerisch

126. Großer Preis von Berlin

Bekanntermaßen ist das Bier ein wichtiges Nahrungsmittel, wenn nicht sogar für viele ein Grundnahrungsmittel. Der unverwechselbare Gerstensaft benötigt für seine Herstellung in der Regel auch den bitteren Hopfen, der dem süffigen Getränk den einzigartigen Geschmack verleiht. Das ist seit Jahrhunderten getrunkene Tradition. Die kleine Gemeinde Hoppegarten, östich vor den Toren der Hauptstadt gelegen, ist zwar vor allem durch seine Pferderennbahn bekannt geworden. Ihren Namen verdankt sie aber dem Bier. Im 18. Jahrhundert war Bier bereits ein wichtiges Nahrungsmittel!

Bevor die Pferde das Areal final eroberten, wuchs hier also der Hopfen. Friedrich Wilhelm I. versuchte, die kümmerliche Landwirtschaft in der Mark (heute Brandenburg) voranzutreiben. Dazu gründete der Gutsherr Samuel von Marschall um 1734 auf Dahlwitz den ersten Hopfengarten.

Im Wendischen heißt das Hopengarten. Die sorbische/wendische Sprache gehört zur slawischen Sprachfamilie, die heute noch in der Lausitz weit verbreitet ist.

Die Vierbeiner kamen somit erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert nach Hoppegarten. 

 

Am 17. Mai 1868 eröffneten Kaiser Wilhelm I. und Reichskanzler Otto von Bismarck die Rennbahn Hoppegarten. Die Pferderennbahn entwickelte sich anschließend schnell zu einer Hochburg des Pferderennsports in Deutschland. Die Erfolgsgeschichte in Zahlen: 430 Hektar Fläche, 800 Pferde, 20 Renntage, in Hochzeiten bis zu 40.000 Besucher. Viele der heute noch bekanntesten Rennen wurden hier ausgetragen – das Stutenderby, der Preis der Diana, heute in Düsseldorf, das Union-Rennen, heute in Köln, und der Große Preis von Berlin, der seit 2011 zum Glück wieder in der Heimat ist. Bis zum Jahr 1944 wurde der 1888 in Hoppegarten gegründete „Große Preis von Berlin“ in der Hauptstadt ausgetragen. 1947 bis 2009 fand er in Düsseldorf und 2010 in Hamburg statt. Seit fünf Jahren ist er nun endlich wieder da, nach den Wirren der Geschichte, wo alles einmal angefangen hat!

Monarchie, Weimarer Republik, Drittes Reich und 40 Jahre DDR - jede dieser Epochen hat die Galopp-Rennbahn geprägt, so dass ihr Fortbestand lange auf der Kippe stand. Als die Galopprennbahn Hoppegarten im Jahr 2007 vor dem Ruin stand, da stieg Gerhard Schöningh mit 3 Mio. Euro seines privaten Kapitals ein. Der verdient als Fondsmanager sein Geld in London und hat sich in Ascot mit dem Galopp-Virus infiziert, um den traditionsreichen Ort wieder Leben einzuhauchen. Seit der gelungenen Privatisierung im Jahr 2008 ist Hoppegarten als einzige Rennbahn in Europa komplett in privater Hand und soll wieder das werden, was sie früher einmal war. Ein bisweilen beschämender Übernahmepoker diverser Möchtegern-Investoren nach dem Mauerfall bis 2007 fand somit ein glückliches Ende!

 

Die Tradition hilft Schöningh indes bei der Sanierung: Jüngst wurde die Bahn in das Denkmalpflegeprogramm für national wertvolle Kulturdenkmäler aufgenommen, so dass „Maßnahmen zur Substanzerhaltung und Restaurierung von Gebäuden und Anlagen der Rennbahn" nun „mit Mitteln des Bundes und des Landes Brandenburg gefördert werden können", wie das im Beamtendeutsch heißt. Aber der Markt wird immer enger, die Umsätze sinken. Der Galopprennsport in Deutschland fristet mitterweile ein Schattendasein! Elitärer Sport, ohne elitär zu sein.

Der inzwischen 126. Große Preis von Berlin, das siebte Rennen im Rahmen der Galopp-Champions League, der auch zugleich das wichtigste Rennen im Hoppegartener Rennkalender eines Jahres bedeutet, fand nun mit Preisgeldern von insgesamt 175.000 Euro am 14. August 2016 statt. Eines der besten aktiven Galopprennpferde in Deutschland, der sechsjährige Hengst Protectionist (14:10 Favorit auf Sieg), u.a. Sieger im Melbourne Cup 1014, hat mit Jockey Eduardo Pedroza das prestigeträchtige Berliner Gruppe-I-Rennen überlegen, mit zweieinhalb Längen Vorsprung, gewonnen. 

 

Nightflower, Galopperin des Jahres 2015, unter Andrasch Starke, wurde Zweite. Bei herrlichem Rennbahn-Wetter, sozusagen Kaiserwetter, sorgten 10 100 begeisterte Zuschauer für einen würdigen Rahmen. Eine nicht olympische Sportart, die immer wieder zu begeistern vermag! umo

50 (2016-08-01) Uwe Morchutt aus Eltville

Wenn ein Reiter mehr Aufmerksamkeit erfährt als die eigentlichen Hauptdarsteller, die Rennpferde, muss es sich um eine außergewöhnliche Person handeln. Ein Ass der Szene und ein Publikumsliebling zugleich. Geschätzt und bewundert auf den Rennbahnen in Europa, Asien und Nordamerika. 

Der in England beheimatete gebürtige Italiener ist einer der erfolgreichsten Jockeys aller Zeiten. Die Rede ist von Lanfranco „Frankie“ Dettori (Jahrgang 1970). Dazu noch bester Abstammung, ähnlich seiner siegreichen Pferde, die er reiten durfte, weil sein Vater, Gianfranco Dettori (Jahrgang 1941), ebenfalls ein erfolgreicher Jockey (3798 Siege) in Italien war.

 

Mit 13 verließ der kleine Frankie die Schule, um Stalljunge zu werden. In der Folge ging er nach England, um bei Trainer Luca Cumani in Newmarket eine Ausbildung zu machen. Bereits 1985 wurde er Stalljockey. Mit 15 gewann er sein erstes Rennen auf Rif in Turin am 16. November 1986. Sein erster Sieg in England folgte dann schon am 9. Juni 1987 auf Lizzy Hare in Goodwood. Allein für den Stall Godolphin, gegründet von Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum, hat Dettori von 1994 bis 2010 96 Gruppe-I-Rennen weltweit gewonnen. In Deutschland gibt es gerade einmal sieben Rennen dieser höchsten Kategorie in einem Rennjahr!

 

2015 siegte Dettori mit Golden Horn unter anderem im Epsom Derby und im Prix de l’Arc de Triomphe und konnte Preisgelder in Höhe von 4,90 Mio Pfund einlaufen, womit die Saison 2015 die finanziell erfolgreichste seiner Berufslaufbahn war, die er vor über 30 Jahren begann. Insgesamt bringt es Dettori aktuell auf 2986 Siege, wobei er Preisgelder in Höhe von 44,6 Mio. Pfund eingaloppierte. Unglaublich, alles auf den Rücken der Pferde verdient! 

 

Frankie“, wie er von seinen Fans genannt wird, hat es eigentlich nicht mehr nötig am Großen Dallmayr-Preis teilzunehmen, dem ersten von zwei Gruppe-1-Rennen dieses Jahres in München. Schließlich hat er alle großen Rennen, die es auf der Welt gibt, gewonnen. Selbst das Bayerische Zuchtrennen hat er bereits zweimal siegreich beenden können. Mit Germany 1995 und mit Kutub 2001. Was treibt ihn also in die „Galopp-Provinz“ nach München. Mit gerade einmal 155 000 Euro dotiert, eine „klägliche“ Summe für eine Gruppe-I-Prüfung, so dass man sofort denkt, dass ein Multimillionär wie Dettori sich solch' einen Ritt im fortgeschrittenen Alter nicht mehr antut. Schließlich ist sein Beruf nicht ganz ungefährlich. Doch er war da und ist tatsächlich aufs Pferd gestiegen! Er nimmt seinen Job also immer noch ernst!

 

Freudig erregt war man natürlich in München, als im Verlauf der Woche eine sehr prominente Nachnennung die Runde machte: Aus dem Erfolgs-Quartier von Andre Fabre, aus Chantilly, nördlich von Paris gelegen, sollte Elliptique nach München reisen. Bislang hat der New Approach-Sohn, der in den Farben der Familie Rothschild läuft, zwei Gruppe-III-Erfolge vorzuweisen. Sechs Siege bei 18 Starts klingt zwar nicht berauschend, die Wahl des Jockeys aber schon. Für den Ritt auf dem Fünfjährigen wurde der „World's Best Jockey 2015“ „Frankie“ Dettori, wie er von Longines in Hong Kong ausgezeichnet wurde, engagiert. 

 

In diesem Jahr ging es in Riems prestigereichster Prüfung außerdem noch um wichtige Punkte für die Gesamtwertung der neu geschaffenen German Racing Champions League. Insgesamt zwölf Pferde gingen beim mittlerweile fünften Rennen dieser Serie an den 2000-m-Start. Auch der zur Zeit mit 14 Punkten in Führung liegende Ito versuchte, seinen Vorsprung auszubauen. Gewonnen hat schließlich, na, wer wohl? Frankie hat es wieder getan! Eine halbe Länge Vorsprung mit Elliptique vor Royal Solitaire. Ito wurde enttäuschender Achter. Soviel zur Klasse deutscher Spitzenpferde! 100 000 Euro für die Besitzer-Familie Rothschild, 10 Prozent davon für den Trainer und 5 Prozent davon für Frankie. Ein Ritt in München, der sich gelohnt hat!

Bei jetzt 2987 Siegen schafft er vielleicht auch die Anzahl seines Vaters, der bis 51 ritt. Ich weiß nicht, bei wie vielen er davon seinen berühmten Dettori-Jump präsentiert hat. Ein wahrer Künstler im Sattel. Eines haben wir sogar gemeinsam, mich ereilte der Galopp-Virus auch 1986, allerdings nur als begeisterter Beobachter. „Hals und Bein“, Frankie, bis zum nächsten Ritt in Deutschland! Bei der Konkurrenz! umo

49 (2016-07-24) Uwe Morchutt aus Eltville

Dritter

Platz für

die Queen!

Ascot -

King George VI

& Queen Elizabeth Stakes

Auch wenn sich nach dem Brexit in England einiges verändern wird, die spektakulären Pferderennen werden bleiben. Wer verfügt schon über eine Pferderennbahn, wie wir sie in Ascot bewundern dürfen? Das Mutterland des Pferderennsports wird niemals untergehen!

 

Am 23. Juli 2016 fanden nun zum 66. Mal die King George VI & Queen Elizabeth Stakes statt, eines der prestigeträchtigsten Gruppe-I-Rennen in Europa über die Derby-Distanz (2400 m). Der Engländer würde jetzt korrekter Weise sagen: 1 Meile und 4 Achtelmeilen (furlongs) gleich 2414 Meter. Anhand dieser Längenangabe erkennt der gemeine Beobachter bereits, dass die Engländer anders ticken als die Leute auf dem Festland!

Das zu Ehren des Vaters von Queen Elizabeth II. am 21. Juli 1951 ins Leben gerufene Rennen war dieses Jahr mit beachtlichen 1,215 Mio. Pfund (1 659 993 €) dotiert. Postponed, der Vorjahressieger, musste kurzfristig zurückgezogen werden, weil er gesundheitliche Probleme hatte. Für ihn rückte der vierjährige Dubawi-Sohn, Dartmouth, ins siebener Feld, der unter den königlichen Farben läuft, weil er kürzlich ein Gruppe-II-Rennen, die Hardwicke Stakes, gewinnen konnte. Die späte Nachnennung kostete der Queen immerhin 75 000 Pfund-Sterling!

 

In der Favoritenrolle stand der von Aidan O'Brien in Irland trainierte Highland Reel, obwohl er zuletzt in den Hardwicke Stakes noch hinter Dartmouth einkam. Mit 26:10 (Siegwette) notierte der vierjährige Galileo-Sohn als klarer Favorit vor dem Rennen. Von der Spitze aus reitend, kontrollierte der Favorit das Geschehen, um auf der Zielgeraden seinen sechs Konkurrenten das Hinterteil zu zeigen. Unter dem derzeit wohl besten Jockey der Welt, Ryan Moore, siegte der Galileo-Nachkomme, der das Rennen 2001 für sich entschied, schließlich sicher mit 1¼ Längen Vorsprung vor Wings of Desire unter Frankie Dettori.

 

 

Dritter wurde der im Besitz der Königin befindliche Dartmouth unter dem französischen Spitzenjockey Oliver Peslier. Mit rund 131 000 Pfund Gewinnprämie für den 3. Platz hatte sich die Nachnennung für die Pferdefreundin Elizabeth II. durchaus gelohnt! Schließlich hat die Queen das Rennen erst einmal 1954 mit Aureole gewinnen können. 

Der irische Erfolgstrainer Aidan O'Brien feierte somit bereits seinen vierten Sieg in diesem hochdotierten Rennen. 2001 mit Galileo, dem Vater von Highland Reel, 2007 mit Dylan Thomas, 2008 mit Duke of Marmalade und nun mit dem Nachkommen vom legendären Birkhahn, der 1948 beide deutsche Derbys gewann! Aidan O'Brien sagte nach dem Rennen: „He's a wonderful horse, who is getting better." Bei der Abstammung kein Wunder! Was soll man da noch sagen: Der Gewinner hat immer recht! umo

48 (2016-06-05) Uwe Morchutt aus Eltville

Harzand von

Sea The Stars

237. Epsom Derby – 4. Juni 2016

Der 12. Earl of Derby, Edward Smith-Stanley, der sich auch als Politiker betätigte, besaß in der Nähe von Epsom, ein Vorort süd-westlich von London gelegen, ein Gut mit dem Namen „The Oaks“. Der Pferdenarr Smith-Stanley plante eines Tages ein Pferderennen mit seinen Freunden, das nur Stuten vorbehalten war. Das „Epsom Oaks“ war geboren. Heute auch als weltweites Stuten-Derby bekannt. Wir schreiben das Jahr 1779. 

Natürlich sollten auch die Hengste am Wettstreit untereinander teilhaben. Wer würde wohl der Schnellste sein? Am 4. Mai 1780 war es dann soweit. Das Derby war geboren!. Der erste Sieger, der sich in die lange Liste der Gewinner eintragen konnte, hieß Diomed. Ein Rennpferd, ich spreche von einem englischen Vollbut, hat nur einmal im Leben die Chance, das Derby zu gewinnen, weil nur dreijährige Pferde, Hengste und Stuten zugelassen sind.

 

1793 wurde das erste Gestütbuch für die Vollblutzucht in England herausgegeben. Aus der akribischen Auflistung der Vollblutzucht lässt sich wunderbar ableiten, dass heute weltweit 80 Prozent aller Vollblüter von nur drei englischen Pferden abstammen. Im Gegensatz zum Menschen dürfen sich allerdings nur die Besten ihrer Art reproduzieren, die allesamt in Gestütsbüchern aufs Gewissenhafteste aufgelistet sind. Das Problem derInzucht ist natürlich immer latent vorhanden!

Jetzt, 237 Jahre später, gilt das englische Derby als das wohl wichtigste Zuchtrennen auf der Welt. Das älteste Derby ist zugleich auch das prestigeträchtigste Rennen für dreijährige Emporkömmlinge auf vier Beinen. Im Vergleich dazu fand das Kentucky Derby dieses Jahr zum 142. Mal statt. Am 5. Juni, also heute, wird das französische Derby, der Prix Du Jockey Club, zum 179. Mal in Chantilly ausgetragen. Das deutsche Derby, in Hamburg-Horn, findet am 6. Juli dieses Jahres zum 147. Mal statt. Noch älter ist nur das St. Leger, Doncaster, das dieses Jahr zum 240. Mal ausgetragen wird. England besitzt demzufolge die längste Tradition an Pferderennen. 

Offiziell heißt das „Blue Ribbon“, das „Blaue Band“, „The Derby Stakes“ in Epsom Downs, das 2423 m lang ist und jedes Jahr Anfang Juni ausgetragen wird. Epsom, die Kleinstadt, die 1727 gegründet wurde, ist seit 1780 der Austragungsort. Das „The St. Leger Stakes“ in Town Moor, Doncaster, Yorkshire, etwa 2900 m, das Mitte September eines jeden Jahres ausgefochten wird, gilt als das älteste Pferderennen nach festen Regeln.

England ist somit in erster Linie das Mutterland des Galopprennsports. Denn erst knapp 100 Jahre später wurde England auch zum Mutterland des Fußballs, als 1863 in London die Football Association (FA), der „Englische Fußballverband“, gegründet wurde und das umfangreiche Regelwerk die Entwicklung des gesamten Fußballs förderte. Wenn Derbytag in Epsom ist, kommt dies einem Volksfest gleich. Natürlich lässt sich auch die Queen, die königliche Pferde-Liebhaberin auf der „Royalen“ Tribüne blicken. Pferdewetten gehören zu den großen Leidenschaften der Briten! Wer hat dieses Jahr auf das richtige Pferd gesetzt?

Der Derby-Sieger 2016 heißt: Harzand, der am 6. März 2013 geboren wurde. Der von Dermot Weld trainierte Sea The Stars-Sohn (75:10 auf Sieg) besiegte den Favoriten US Army Ranger unter Ryan Moore mit 11/2 Längen. Der geschlagene Galileo-Sohn wird vom Erfolgstrainer Aidan O’Brien trainiert. Mit 1 545 000 engl. Pfund dotiert, war das diesjährige Derby das höchstdotierte Rennen in der Geschichte englischer Flachrennen. Der Sieger kassierte allein 876 169,50 Pfund davon!

 

Die Freude bei Trainer Weld und Jockey Pat Smullen war natürlich grenzenlos, war es doch für beide der erste Triumph im Epsom Derby, während der Besitzer, der Aga Khan, bereits seinen fünften Derby-Sieger feiern durfte. Übrigens, neun Väter der letzten 16 Derby-Sieger waren entweder Galileo (5 Mal, Derby-Sieger 2001) oder Sea The Stars (4 Mal, Derby-Sieger 2009). Die väterliche Abstammung eines Rennpferdes sorgt in der Regel für die Klasse eines Vollblüters! Der vorjährige Sieger Golden Horn gewann übrigens auch den Prix de l'Arc Triomphe! umo

47 (2016-01-08) Gerald Gleichmann aus Erfurt

Aus dem Leben gegriffen und auf laptopwerk.de veröffentlicht

Nun hat es doch geklappt mit einer kleinen Geschichte aus dem Leben... Naja, mit derlei Übeln schlage ich mich ebenfalls herum. 

Cleopatra aß gerne Auberginen

"Sie müssen mir helfen!", schrie eine weibliche Stimme verzweifelt in Hildchens Ohr, kaum dass die den Hörer abgenommen hatte. Als erfahrene Bibliothekarin wahrlich die sonderlichsten Wünsche gewohnt, schwante ihr in diesem Moment dennoch nichts Gutes. Zumal die Anruferin bereits im hellsten Sopran kicherte: "Hier spricht Frau Erfurt!" Sie tat, als wusste zumindest die Mehrheit der Bevölkerung, wer sie war.

Ehe sie etwas erwidern konnte, fügte die schon belehrend hinzu: "Genau wie die Landeshauptstadt Thüringens mit sechs Buchstaben!"

"Was kann ich trotzdem für Sie tun?", erkundigte sie sich betont freundlich.

"Mir will partout der verflixte Name einer ägyptischen Königin nicht einfallen. Leo - Deo - Cleo sowieso - und weitere fünf Buchstaben."

"Cleopatra", gab die erfahrene Bibliothekarin bereitwillig Auskunft.

"Richtig!", jauchzte Frau Erfurt nach kurzer Pause glücklich.

Währenddessen listete Hildchen gedanklich alle momentan ausleihbaren Bücher der Dynastien des Neuen Reiches und aus römischer Zeit auf, welche sie stets gerne empfahl.

Doch Frau Erfurt schien nicht im Mindesten daran interessiert, denn einen Atemzug später war der wesentlich wichtiger, wie denn üblicherweise der Säulengang genannt wurde, den eben jene Cleopatra in ihren geflochtenen Papyruspantöffelchen durchschlurft hatte.

"Cleopatra wandelte durch eine Kolonnade?"

"Gewiss doch!", beteuerte die Anruferin. "Des Öfteren sogar Hand in Hand mit dem höchsten Beamten aus dem alten Athen!"

Da Hildchen nach dieser sie überraschenden Mitteilung nicht gleich antwortete, fügte die Andere erklärend hinzu: "Übrigens war der von mir Gesuchte ein oft freudig empfangener Gast am Hof dieser Pharaonen..."

"Meines Wissens ist Archon nie und nimmer Cleopatra persönlich begegnet!", widersprach die belesene Bibliothekarin ernst.

Frau Erfurts Sopran erklomm eine weitere halbe Oktave. "Dann ist sie eben mit dem anderen plattfüßigen Vater der Geschichtsschreibung durch die steinernen Gemäuer gesaust. Dieser - nun sagen Sie schon!"

"Herodot!", nuschelte Hildchen.

"Genau!", flötete Frau Erfurt selig. "Der bärtige Mann mit sieben Buchstaben."

"Unmöglich!", versuchte die Bibliothekarin den fatalen Geschichtsirrtum aufzuklären.

Doch die Buchstaben zählende Nerventöterin ließ keinerlei Einwände gelten. "Waren Sie etwa dabei, als Cleopatra ein Weilchen mit ihm durch die zugigen Hallen flanierte? Jedenfalls so lange, bis sie plötzlich und unerwartet das heftigste Gliederreißen bekam."

"Cleopatra hatte Rheuma?" Der belesenen Bibliothekarin blieb vor Staunen beinahe die Luft weg.

Doch Frau Erfurt war überzeugt, einzig der überreichliche Verzehr einer ominösen Eierplanzenfrucht trug Schuld daran. "Und das Gemüse muss mit einem A beginnen..."

"Apfel?", riet Hildchen verwirrt.

"Nein!"

"Ananas?"

"Blödsinn!", wies Frau Erfurt sie streng zurecht. "Kennen Sie denn überhaupt irgendeine Eierpflanzenfrucht?"

"Auberginen", fiel der glücklicherweise rechtzeitig ein. Bevor die Buchstabensucherin erneut in Rage geriet. "Cleopatra aß Auberginen?", fragte sie dennoch entsetzt und traute plötzlich ihrem geschichtlichen Wissen nicht mehr. Zudem jene Frau Erfurt tat, als hatte sie die Salate für den Pharaonenpalast eigenhändig zubereitet.

"Tagtäglich!", schwor die nämlich. Und: "Am allerliebsten naschte sie ihre Auberginen vom bronzenen Tellerchen ihres jüngeren Verwandten aus der männlichen Seitenlinie ihrer Sippe."

Hildchens Stimme zitterte: "Cleopatra speiste mit einem Agnaten?"

"Gewiss doch, meine Liebe", bestätigte Frau Erfurt. "Jeden Mittag um Punkt zwölf Uhr im prächtigen Saal zum Nilufer hin. Dort saßen die beiden an der reichlich gedeckten Tafel und genossen währenddessen den Blick auf ein aus Stein geschlagenes Abbild ihres Onkels. Eventuell auch ihres angeheirateten Neffens dritten Grades..."

"Um Himmels willen, von welchem Standbild reden Sie?" Einen solchen Unsinn hatte Hildchen ja noch nie gehört.

"Demnach wissen Sie auch nicht sonderlich viel!", tadelte die Andere. "Falls Sie dennoch eine Idee haben sollten, dann besteht jenes unbekannte Objekt aus sechs Buchstaben."

"Was denn nur?", entfuhr es der gereizt.

"Na, das aus Stein gemeißelte Abbild von Cleopatras Onkel!" Und eine Schrecksekunde später wesentlich genervter: "Jetzt strengen Sie sich ausnahmsweise mal ein bisschen an!"

"Die Statue", schniefte die Bibliothekarin beleidigt.

"Es geht doch!", lobte Frau Erfurt dagegen überschwänglich.

Die erfahrene Bibliothekarin rang nach Fassung, als die Buchstabenzählerin am Telefon einlenkte: "Ich will Sie ja nicht unnötig verwirren, doch unglücklicherweise kam letztlich noch dieser quergestreifte Hautflügler durchs offene Fenster geflogen und..."

Hildchen raufte sich die Haare. "Cleopatra wandelte mit Herodot durch die Kolonnade, aß Auberginen mit ihrem Agnaten, bekam irgendwann Rheuma und wurde schließlich von einer Hornisse gestochen? Das ist Schwachsinn, aber niemals Weltliteratur!", empörte sie sich.

"Das ist schlicht und einfach die Wahrheit!", entgegnete Frau Erfurt. "Im Übrigen verstehe ich sowieso nichts von Literatur."

"Demnach erkundigen Sie sich überhaupt nicht nach einem bestimmten Buch, welches Sie gerne lesen würden?"

"Ich lese doch keine Romane über eine ägyptische Königin, die sich von einer Hornisse eher stechen lässt, als das lästige Insekt mit ihrem linken aus Papyrus geflochtenen Pantöffelchen totzuschlagen!"

"Aber..."

"Aber gerne verrate ich Ihnen, was es zu gewinnen gibt, wenn ich die richtige Lösung einsende", fuhr Frau Erfurt vertraulich fort. "Nämlich eine zehntägige Urlaubsreise durch das Land der Pharaonen."

"Aber was..."

"Was ausgerechnet ich dort will?" Die Rätsellöserin kicherte im hellsten Sopran. "Selbstverständlich die Pyramiden und das Tal der Könige besuchen. Und falls wider Erwarten Cleopatra zufällig meine sandigen Wege kreuzen sollte, werde ich gerne mit ihr eine riesige Portion Auberginen futtern. Rheuma habe ich ja schon. Somit dürfte ich während dieser Nilkreuzfahrt vor weiteren Übeln gefeit sein..."

"Aber...", wiederholte Hildchen mit bebender Stimme.

"Selbstverständlich werde ich es Sie wissen lassen, sollte mir unglücklicherweise eine quergestreifte Hornisse zu nahe kommen."

Kaum hatte jene Frau Erfurt das Gespräch grußlos beendet, hastete Hildchen flugs zu den übervollen Regalen mit allerlei Nachschlagewerken. Sie musste unbedingt herausfinden, welcher der nubischen Hoflieferanten mit möglicherweise neun oder mehr Buchstaben Cleopatra tagtäglich jene ominöse Eierpflanzenfrucht geliefert hatte. Vielleicht suchte später ja irgendwer nach genau diesem einen Buchtitel. Denn sie war wahrlich die sonderlichsten Wünsche gewohnt...  

Gerald Gleichmann, geboren 1957 bei Sonneberg/Thüringen, lebt heute in Erfurt. Nach der Mittleren Reife und einer Ausbildung als Porzellanmaler fand er nach Umwegen in dem Beruf des Bibliotheksassistenten seine Erfüllung. Schon seit seiner frühesten Kindheit beschäftigt sich Gleichmann mit der Literatur und beginnt, selbst zu schreiben. Seit 1976 hielt er Lesungen mit eigenen Texten. Von 1990 bis 1993 folgte ein intensives Literaturstudium. Seitdem veröffentlicht er Lyrik, Prosa und versucht sich auch in weiteren Genres. Gleichmann hat im Verlag Neue Literatur bereits mehrere Bücher veröffentlicht. Er ist dort inzwischen Stammautor. Darüber hinaus wurden seine zahlreichen Texte in Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht.

Gerald Gleichmann sagt, worüber er schreibt: Was ich beobachte, was mich bewegt, was ich empfinde: von Kindheit an. Kurze Prosa, heitere Geschichten, Gedichte, satirische Kabinettstückchen, Erzählungen. Anfang der 1990er-Jahre habe ich intensiv noch Literatur studiert, seither veröffentliche ich meine Arbeiten auch.

46 (2015-02-10) Herbert Grießig aus Hönow

Sport  und Legenden   

Geschichte und Gegenwart im Berliner Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit Wolfgang Turowski (WT), dem Leiter des Sportmuseums in Marzahn-Hellersdorf – im Bild – sprach Laptopwerker Herbert Grießig (HG):

HG: Wolfgang, Sie sind von Anbeginn der Chef „vons Janze“. Aber vielleicht können Sie uns eingangs einmal kurz das Konstrukt des Ganzen vorstellen?

 

WT: Als Sportmuseum sind wir Teil des Hauses des Sports von Marzahn-Hellersdorf, eines Berliner Stadtbezirks mit bemerkenswerten sportlichen Meriten aus Vergangenheit und Gegenwart und hoffentlich auch in der Zukunft. Das Bezirksamt  stellt dem Bezirkssportbund, dem Betreiber dieser Begegnungsstätte, die Räumlichkeiten hier in der Eisenacher Straße 121- direkt neben den bekannten „Gärten der Welt“ - mietfrei zur Verfügung.

Den Großteil unserer bewirtschaftenden Tätigkeit regeln wir – zum harten Kern zählen vier Sportfreunde - unter und mit uns. Per Dienstleistungsvertrag sichert die Museumsleitung jedoch auch kleinere Arbeiten in Vorbereitung und  Durchführung von Veranstaltungen ab.

Ehrenamt geht vor. Ja, und ich mache es natürlich auch ehrenamtlich und trotz mancher Hindernisse sehr gern. Die sichtbare Freude der Besucher und Gäste und der Erfolg unserer Veranstaltungen haben uns bislang noch immer der Mühen entschädigt.

Zu einem der sportlichen Highlights zählen wir neben dem musealen und sammlerischen Auftrag einen ganz besonderen: Wir haben im Museum eine Ehrengalerie des Sports eingerichtet, wo wir feierlich erfolgreiche Sportler und engagierte Sportaktivisten - für jeden Besucher sichtbar - aufnehmen. Aber darüber vielleicht  im Weiteren noch etwas mehr.

 

HG: Ein Blick ins Museum genügt, um zu realisieren, hier begegnet dem Besucher authentische Sportgeschichte. Wo beginnt diese Geschichte und wo hört sie gegenwärtig auf?

 

WT: Schwierige Frage, nächste Frage. Nein, genau das ist es, was uns eigentlich immer wieder stolz und unsere Besucher wahrlich erstaunen lässt. So unscheinbar wie das Museum den vorbeiströmenden Berlinern und ihren Gästen vielleicht vorkommen mag, so frappierend und nachhaltig wirken die mehr als 5.000 musealen Exponate aus der Welt des deutschen und internationalen Sports, wobei eine Vielzahl mehr als nur einen flüchtigen Touch zum gastgebenden Berliner Bezirk aufweisen kann. 

"Werner-Seelenbinder-Relief" aus Bronze, Leihgabe des Berliners Kurt Schellinger

Schlittschuhe von Inge Wischnewski

Alle „ Trophäen“ können aus Platzgründen natürlich nicht gleichzeitig ausgestellt werden, so dass neben der ständigen Exhibition diese auch alternierend in zeitweiligen und thematischen Ausstellungen den Besuchern präsentiert werden. 

Dazu gehören u.a. auch ein „Werner Seelenbinder-Relief“ aus Bronze, eine Leihgabe des Berliners Kurt Schellinger, und die Schlittschuhe von Inge Wischnewski, der  Berliner Eiskunstlauftrainerin, die damit 1951/52 den damaligen DDR-Politiker Walter Ulbricht  zweimal pro Woche  trainierte.

Jahresband von 1896 der Illustrierten Zeitschrift "Sport im Bild" von dem britischen Verleger und Fotojournalisten Andrew Pitcairn-Knowles – Leihgabe von Bernd Morchutt aus Berlin 

Die ältesten papiernen Dokumente kommen aus dem Jahr 1896, ein gebundener Jahresband der Illustrierten Zeitschrift „ Sport im Bild“ (Die im Museum vorhandenen Jahrgänge reichen bis 1924.), und ein Turnerpass aus dem Jahr 1924. Die älteste Medaille, eine Goldmedaille im Gewichtheben, hat der Gothaer Sportjournalist  Hilmar Bürger dem Museum „vermacht“. Das älteste Sportgerät aus der Ära der olympischen Neuzeit, ein Paar Schlittschuhe, stammt wahrscheinlich aus dem Jahre 1896. 

Goldmedaille der EM im Gewichtheben 1935 in Paris (oben rechts) – Leihgabe von Hilmar Bürger aus Gotha

Turnerpaß (Mitgliederausweis) aus dem Jahre 1924

Schlittschuhe aus dem Jahre 1896

Eine der erfolgreichsten Eiskunstläuferinnen Deutschlands Christine Errath – von Inge Wischnewski trainiert -  hat uns ihre Goldmedaille der Europameisterschaften von 1975 in Kopenhagen und die Bronzemedaille der Olympischen Spiele von 1976 nebst original Laufkleidchen in die Vitrine gelegt.

Kürkostüm der Berliner Eiskunstläuferin Manuela Groß von den Olympischen Spielen 1976

Ein Unikat, was es ja bekanntlicherweise nur einmal geben kann, ist das Kürkostüm der Berliner Eiskunstläuferin Manuela Groß von ihrer Bronzekür mit Uwe Kagelmann zu den OS 1976 in Innsbruck. Beim Blick auf Reinhard Gusts  Silbermedaille aus dem DDR-Rudervierer mit Steuermann von den OS 1972 in München darf man schon mal ehrfurchtsvoll innehalten, bei so viel Kraft in so viel Wasser.

Beinahe kurios mutet der ausgestellte Schläger der indischen Goldmedaillengewinner  im Hockey von den Spielen1964 in Tokio an. Unterschrieben von allen Teammitgliedern fand er seinen Weg ins Sportmuseum Marzahn-Hellersdorf. 

Trainingsrad von Bill Huck

Trainings- und Wettkampfräder von den Radsportweltmeistern Bill Huck und Jan Ullrich, dem einzigen deutschen Sieger der „Tour der Leiden“ in Frankreich, die  Sprunglaufskier des  Olympiasiegers, zweifachen Weltmeisters und legendären Holmenkollen-Siegers Helmut Recknagel komplettieren den Fundus der hochkarätigen Sportexponate.

Eine überaus reiche Sammlung an Dokumenten, Sportutensilien und Medaillen von Sportlern, Journalisten, Kampfrichtern, Sportwissenschaftlern und Funktionären, deren Wirken und vor allem deren Erfolge beim Messen mit der Weltelite Teil des sporthistorischen Gedächtnisses des deutschen Sports, zu dem der DDR-Sport maßgeblich 40 Jahre beigetragen hat, geworden sind.

 

Was erstaunlich gut in den letzten Jahren gelang, war der Spagat zwischen lokalen und  bundesweitem Sport, nicht zuletzt, weil es zahlreiche international sehr erfolgreiche Hochleistungssportler sind, die ihre Wurzeln in Marzahn-Hellersdorf haben, die hier zur Schule gingen und  ihre ersten Trainingsstunden in lokalen Sportvereinen absolvierten. Viele sind Marzahn und Hellersdorf treu geblieben und lassen sich ab und zu mal sehen. Für uns ein Grund mehr zur Freude, dass es in den Wirren um den Niedergang der DDR 1989 und 1990 gelungen ist, die „Entsorgung“ und damit den Verlust wertvoller historischer Zeugnisse des DDR- Leistungs- und Breitensports – immerhin gab es zum damaligen Zeitpunkt 120 Vereine und 38 Sportgemeinschaften hier im Bezirk - zu verhindern und sie für die Zukunft bewahren zu helfen.

 

HG: Nun wird ja Historie oft auch instrumentalisiert, um die Gegenwart politisch korrekt erklären zu wollen. Das ist ja mit dem DDR-Sport nicht anders. Dass diese Auseinandersetzung jedoch welke Blüten tragen muss und dabei Sportlegenden wie Täve Schur die Hall of Fame des  Deutschen Sports verwehrt wird, ist schon skurril, oder?

 

WT: Jeder  kann sich sein Bild selbst machen. Geschichtsschreibung birgt immer die Gefahr in sich, ehemaligen Akteuren auf welchem Parkett auch immer unrecht zu tun. Das kann umso tragischer sein, wenn es Teile des Lebenswerkes einzelner betrifft, die keinerlei Einfluss auf politische Entscheidungen oder gar mit Politik überhaupt nichts am Hut hatten. Wenn sie dann noch erfolgreich waren, ihre Jugend dem überaus harten Training ihres Sports gewidmet haben, ist eine spätere Missachtung ihrer  Meriten eine lebenslange Strafe.

Der Weltmeister Max Schmeling hat zu einer Zeit geboxt, die zweifelsfrei zu den dunkelsten der deutschen Geschichte gehört. Obwohl er sich damals schon mal politisch konform positioniert hat oder musste, wird er immer einer der erfolgreichsten deutschen Boxer bleiben. Die Zeit zur Differenzierung der Persönlichkeit eines Sportlers muss sein.

In unsere Galerie der Ehre, die wir zur Würdigung der Leistungen verdienstvoller Sportler, Journalisten, Funktionäre und anderer, mit dem Sport und unserer Region eng verbundener Persönlichkeiten  geschaffen haben, sind zurzeit Mitglied:

 

Gustav-Adolf Schur oder besser Täve, die Radsportlegende der DDR;

der leider schon verstorbene Sportchef von SAT 1 Michael Lion, dessen gesamtes Sportarchiv das Sportmuseum zur Aufbewahrung erhielt und der übrigens Lehrmeister der  bekannten Sportmoderatoren Reinhold Beckmann und Johannes B. Kerner ist;

Betty Heidler, die gebürtige Marzahnerin, Olympiateilnehmerin und  Weltrekordlerin im Hammerwurf;

Günter Haering, der Begründer des Sports im damaligen Ostberliner Neubaugebiet Marzahn und dort erster Kreisvorsitzender des DTSB;

Jenny Wolf, die mehrfache Sprintweltmeisterin über 100 und 500m und olympische Silbermedaillengewinnerin von Vancouver 2010, auch ein Marzahner Kind;

Hans-Jürgen Zeume, ein verdienstvoller Sportjournalist und einer der Mitbegründer des Sportmuseums

sowie Erhard Richter, der Sprecher der Arbeitsgruppe  Sportsenioren.

 

HG: Wie aus den Veranstaltungsplänen zu ersehen, gibt sich hier ja öfters die ehemalige Sportprominenz der DDR die Klinke in die Hand. Was hat Ihr Museum denn so auf dem Plan?

 

WT: So einiges. Mit dem Klinken in die Hand geben wird es so bleiben. Von Zeit zu Zeit und aus besonderem Anlass und zu runden Jubiläen werden sich hier auch weiterhin ehemalige und erfolgreiche deutsche Sportler treffen.

Am 7. März 2015 wird es wieder sehr bunt und farbenfroh, wenn auch gediegen und eher leise. Wie jedes Jahr  treffen sich dann hier in unseren Räumen die Sportphilatelisten, um sich am neuesten und vielleicht auch am gerade wieder gefundenen Postwertzeichen zu erfreuen und natürlich darüber zu fachsimpeln.

 

HG: Das Museum existiert seit 12.Juni 2009. Die Schätze sind enorm. Ihr Verlust wäre unwiederbringlich. Ein Dornröschenschlaf eine Katastrophe. Gibt es Ideen und Unterstützung, den Schatz für alle zu bewahren?

 

WT: Nicht nur bewahren, sondern möglichst vieles vielen zugänglich zu machen, bleibt unser Credo. Hierzu arbeiten wir  zur Zeit an der Verwirklichung der Idee, thematische Wanderausstellungen in Vitrinen zu gestalten, die dann auch bundesweit zu verschiedenen Anlässen gezeigt werden können.

 

 

HG: Sport hatte schon seit der Antike immer einen besonderen Platz in der Gesellschaft. Von politischen Zwängen befreit kann sein Einfluss auf die Gesellschaft ein sehr wohltuender sein. Wo sieht das Museum dabei seinen Platz?

 

WT: Wir wollen erst einmal bleiben, was wir schon sind: Eine Begegnungsstätte für Jung and Alt, für Senioren und Schüler, für aktive und ehemalige Sportler, für Sportenthusiasten und gewöhnliche Neugierige.

Wolfgang Turowski in seinem "Element"

Neben einer Vielzahl von unterhaltsamen Veranstaltungen mit ehemaligen und aktiven Hochleistungssportlern, mit Sportjournalisten wie Christin Otto, Volker Kluge und Heinz-Florian Oertel, die regelmäßig hier auch ihre Neuerscheinungen über aktuelle Olympische Spiele vorstellen, werden in den Räumen des Museums auch weiterhin die für den Jugend- und Breitensport erforderliche Sportstättenvergabe, wissenschaftliche Fachkonferenzen, Mitgliederversammlungen und Weiterbildungen der Sportvereine sowie die nicht unwesentlichen Tagungen des Sportausschusses des Bezirkes stattfinden.

Geschichte bewahren, heißt vor allem die jungen Menschen mit der Geschichte vertraut machen. Mit einer Museumsrallye, einem Fragenquiz durch den Sport von gestern und heute, wo schon mal mancher „Auslasser“ nachdenklich stimmt, haben wir schon zahlreiche unkonventionelle Sportstunden von Schülergruppen begleiten können. Favorit aller richtigen Antworten war da natürlich die zum viermaligen Fußballweltmeister Deutschland. Bewerber für Olympische Spiele kamen dagegen eher schlecht weg.

 

Jetzt wird sicherlich die Antwort wieder leichter fallen. Berlin könnte wieder unter den Kandidaten sein. Wir hoffen sehr, vor allem auf den Zuschlag, würden die Reflektionen über die Olympischen Sommerspiele 2024 danach doch wunderbar in unser Museum passen.

 

Text: Herbert Grießig/Images: Werner Ambrasat

45 (2014-12-18) Gerald Gleichmann aus Erfurt

Welch eine Bescherung:                                  Na dann, frohes Fest!                 

Der Erfolgsautor exklusiv auf Laptopwerk

Gerald Gleichmann, Jahrgang 1957, stammt aus Sonneberg und lebt heute in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Er ist sowohl gelernter Porzellanmaler als auch Bibliotheksassistent und kann bereits mehrere Veröffentlichungen seiner Werke vorweisen.

Überhaupt Weihnachten! Das fängt in meiner Familie jedenfalls schon im Sommer an. Nämlich im August, wenn Maria und ich wie leblos am Strand liegen und die Sonne uns kaffeebraun röstet, während der Erstgeborene Ferdinand in seiner pubertären Phase verdächtige Sandburgen baut und Klein Max mal wieder um ein blond gelocktes Haar im Meer ertrinkt.                                                                               

Letzteren Umstand nimmt Maria gelassen hin, da sie derweil die dringendere Frage beschäftigt, wie sie ihre Familie am nächsten Geschenke - Austausch - Fest beglücken kann. Ich darf mich sicherlich an einer farbenfrohen Krawatte erfreuen, die danach genauso schnell wieder verschwinden wird, ehe ich das Muster irgendwann später in der Patchwork Decke entdecken werde, an der Maria unermüdlich näht,

seit wir uns kennen.                                                                           

Während ich noch rechne, wie viele Schlipse diesen Überwurf mittlerweile zieren, kündigt der Kalender den September an. Maria hastet durch die Geschäfte, um mit Argusaugen zu erspähen, was sich irgendwie originell verpacken lässt. Dass ihr Erstgeborener nachts nicht nach Hause findet, bemerkt sie darum erstaunt erst im Oktober. Da ist der bereits verlobt und raucht intellektuell Pfeife. Als ich Maria besorgt mitteile, Klein Max erzähle in der Vorschule, der Weihnachtsmann sei eine Erfindung der Eltern, um Kinder gefügig zu machen, winkt die unwirsch ab, da sie gerade sämtliche Backbücher nach Plätzchenrezepten durchsucht. Nebenbei entdeckt sie auch das gesammelte wie gebügelte Lametta des letzten Jahrzehntes wieder und in der Tür unseren Erstgeborenen Hand in Hand mit einem scheinbar weiblichen Wesen, das ausschaut, als kam es vom Himmel zur Erde hernieder, um den Menschen das Ende aller Zeiten zu verkünden.        

Mitleidig mustert die erst ihre silbern verhüllte Schwiegermutter in spe, um danach mir verschwörerisch zuzuzwinkern. Woraufhin Maria alle weiteren festlichen Vorbereitungen in den November hinein verschiebt. Stattdessen durchschnüffelt sie meine Hosentaschen, weil ich mich träumend nach einer Carmen gesehnt haben soll.                                   

Zwar taufe ich den einzigen noch lebenden Goldfisch sofort in Tobias um, doch bleibt mir bis zum Heiligabend jede Flucht in meine Lieblingskneipe verwehrt. Dafür überzuckere und streusele ich unter strenger Aufsicht Tonnen von Festtagsgebäck. Bis der Backofen noch vor mir seinen Geist aufgibt. Anfang Dezember ist es da bereits und Maria beginnt, sämtliche Möbel umzustellen und die Böden zu wienern. Der Erstgeborene entschwebt mitsamt der schwarzen Fee eilig ihrem Staubwedel und mir bleibt es vorbehalten, derweil Lebensmittel zu bunkern, als erwarteten wir statt der Geburt des Jesuskindes eine mittelschwere biblische Hungerkatastrophe.                                        

Zufällig fallen Maria beim Hausputz auch die von ihr selbst vor Ostern versteckten Hasen aus Schokolade wieder in die Hände, die Klein Max sich nunmehr nachträglich einverleibt und er demzufolge bis zu den

Feiertagen an den übelsten Beschwerden leidet.                                                                                            

Ich schleppe einen Wald aus krummen, die Nadeln abwerfenden und zwergenhaften Tannen und Kiefern an, ehe eine von ihnen Marias Vorstellungen von einem Weihnachtsbaum annähernd entspricht. Allerdings zeigt Klein Max wenig Verständnis für meine Dekorationsversuche und spielt lieber Fußball mit den gläsernen Kugeln, deren scharfkantige Scherben unsere nackten Zehen magisch anziehen.                                                                                              

Doch irgendwie schaffen wir es ohne lebensbedrohliche Verletzungen, der Heiligen Nacht ins verschneite Auge zu blinzeln. Vollzählig finden wir uns am Lichterbaum ein, um disharmonisch fromme Lieder zu trällern. Der Erstgeborene und die mögliche Schwiegertochter müssen zuvor an diversen Fläschchen schnüffeln und nach einigen Gläsern Glühwein sehen sie sogar Engel durch unser Wohnzimmer schweben.  

Mein vorbei huschender Engel heißt Maria. Die wirft uns ihre kunstvoll verschnürten Geschenke zu und kümmert sich nebenher in der Küche um den Braten. Der schmeckt am Ende ein wenig angekohlt. Der Goldfisch Carmen Tobias erstickt an einer mit Rum getränkten Stollenrosine. Und während auf allen Kanälen georgelt wird, entfliehen Ferdinand und seine rabenschwarze Fee allen feierlichen Momenten dieser Welt. Derweil zündelt Klein Max mit dem Feuerzeug am geschmückten Baum und bis zum Morgen sind wir damit beschäftigt, den Brand zu löschen. Ehe ich erschöpft in den Sessel fallen kann, bestimmt Maria, zuvor muss schnell noch das Wohnzimmer neu tapeziert werden. Ferdinand ist keine große Hilfe. Zu Marias Bedauern hat der sich gerade wieder entlobt und erwägt bis zur Wiederfindung seines Ichs nach Indien zu reisen. Während ich die Leiter erklimme, um die rußigen Tapetenreste abzulösen, versucht er schon mal, auf einem Bein stehend, hinduistisch zu meditieren.                                     

Klein Max spielt nach dem Aufstehen Aquarium und stülpt sich darum das verwaiste Goldfischglas über den Kopf. Was nicht allzu tragisch wäre, müsste Maria das runde Behältnis nicht mit dem Hammer zertrümmern, ehe dem Spross die Atemluft ausgeht. Daraufhin hat sie ein für alle Mal genug von einer friedvollen Weihnacht und schließt sich im Bügelzimmer ein, um dort an ihrer Patchwork Decke zu wörken. Mittels der mir zuvor geschenkten Krawatte. Da stolpert Klein Max erst über den Eimer mit quellendem Kleister und gleich darauf gegen die schwankende Leiter, auf der ich mit den Armen rudernd stehe, bis ich mich mit einem verwegenen Salto am Kronleuchter in Sicherheit bringe, der jedoch Sekunden später zusammen mit mir in die Tiefe stürzt. Mitten hinein in die nach Farben sortierten und gestapelten Weihnachtsbaumkugeln. Zu allem Unglück taucht da gerade der verschollen geglaubte Erstgeborene wieder auf, dem Indien dann doch zu weit weg vom gedeckten Tisch ist und stattdessen alle Schränke nach seiner Geburtsurkunde durchwühlt, die beweisen soll, Maria und ich sind nie und nimmer seine biologischen Eltern. Was er, nebenbei bemerkt, jedes Jahr um diese Zeit tut.                                                                                   

Na dann, frohes Fest, wie man in anderen Familien wohl sagt, klopft Weihnachten mal wieder an die Tür!

40 (2013-07-01)

HiLMAR BÜRGER sprach mit KLAUS WEIDT, einem Kenner der ägyptischen Szene

Klaus und Marianne Weidt haben ihren zweiten Wohnsitz im ägyptischen El Gouna. Foto: Archiv Weidt

Noch kein neuer

Pharao in Sicht

Der Journalist und Reisemanager Klaus Weidt bereist Ägypten nicht nur seit 1993, sondern hat auch einen zweiten Wohnsitz in El Gouna in der Rote-Meer-Region, den er regelmäßig nutzt.

 

Was meinst du, kann man denn zurzeit noch nach Ägypten reisen?

In die Urlauberorte am Roten Meer auf jeden Fall. Ob Hurghada, El Gouna, MarsaAlam oder Sharm El Sheikh, die Leute dort freuen sich über jeden Touristen, sind freundlich und immer entgegenkommend. Dort ist es durchweg ruhig und angenehm. Die Hotels ab 4 Sterne-Niveau haben immer noch einen guten Standard. Lediglich in diesen Juli- und Augustwochen würde ich der hohen Temperaturen wegen zum Urlaub abraten, 40 Grad verträgt nicht jeder, auch wenn durchweg ein erfrischendes Lüftchen weht. Aber auch Luxor, Assuan oder eine Nilkreuzfahrt dorthin kann ich jedem weiterhin empfehlen. Selbst wenn da, wie neulich, in der Tempelstadt Luxor eine größere Demonstration stattfand, die nicht nur Mursi, sondern auch dem neuen Bürgermeister galt.

 

Kairo und Alexandria sind wohl zu meiden?

In diesen Tagen ja. Wenn Hunderttausende auf die Straße gehen, aufgewühlt und voller Wut gegen ihren Präsidenten und die wirtschaftliche Schieflage, sollte man seinen vorgenommenen Pyramiden-Besuch in der ägyptischen Hauptstadt oder eine Mittelmeer-Visite im schönen Alexandria verschieben.

 

War dieses Ausmaß an Demonstrationen und Bürgerwut abzusehen?

Ja. Das Datum 30. Juni, ein Jahr Präsident Mursi, war schon seit längerem von seinen Gegnern anvisiert worden. Man muss wissen: Schon lange ist inzwischen die Mehrheit der Ägypter mit der politischen und wirtschaftlichen Lage unzufrieden. Die Preise stiegen unaufhörlich, die Warteschlangen an den Tankstellen wurden immer länger, das Benzin immer teurer, und selbst das Fladenbrot, Grundnahrungsmittel des einfachen Mannes am Nil, geriet in die Preisschraube. Fleisch wie vom Huhn oder Rind, vom Lamm ganz zu schweigen, kann sich dieser vielleicht nur noch an Feiertagen leisten. Ein Freund von uns, ein Maler in El Gouna, dessen Familie in Minja, 700 km entfernt, wohnt, muss der explodierenden Transportkosten überlegen, wann er es sich noch leisten kann, mit dem Bus nach Hause zu fahren. Heute sagen die meisten, bei Mubarak war es besser – was natürlich keine Lösung ist.

 

Gibt es denn eine Lösung?

Ich sehe keinen neuen Pharao, der das Ruder von heute auf morgen herumreißen könnte. Mursi ist die Marionette der Muslembrüder-Partei, selbst, wenn er wollte, er kann einfach nicht wie angekündigt, der „Präsident aller Ägypter“ sein. Doch auch die Opposition ist nicht momentan dazu in der Lage, auch wenn sie Millionen hinter sich weiß. Sie ist untereinander nicht einig, hat keine Führungsperson und auch noch kein Programm. Nehmen wir mal an, sie stürzt den Präsidenten und käme an die Macht, würde sich absehbar für Ägypten nicht viel ändern. Hier muss es wohl zu einem gemeinsamen Dialog kommen. Nur in dieser aufgeheizten Situation wird dieser schwierig sein.

 

Wann fliegst du wieder nach Ägypten?

Nach dem heißen Sommer. Ich freue mich schon darauf und hoffe, viele meiner Freunde wieder zu treffen, denen es dann hoffentlich nicht schlechter geht als sowieso schon.

 

39 (2013-06-21)

ARMAND DE WINTER (Belgien) – Präsident ad interim Internationales Europeadekomitee:

Armand de Winter (links) und Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch

Foto: LWP

Es begann mit

"De Kegelaar"

Das Interview für LAPTOPWERK PLUS führte HILMAR BÜRGER

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ZUR PERSON

ARMAND DE WINTER (68)

Präsident ad interim des Internationalen

Europeadekomitees

Wohnort: Antwerpen-Wilrijk (Belgien)

Familienstand: verheiratet, drei Söhne

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LWP: Herr Präsident, was ist das Fazit Ihres Besuches in Gotha, knapp einen Monat vor Beginn der 50. Europeade in der Residenzstadt?


ARMAND DE WINTER: Im Prinzip, wie auch bei allen drei vorhergehenden Visiten in Gotha: Die Vorbreitungen laufen auf vollen Touren. Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Jubiläum in Gotha ein großes Fest wird. Ich kann es kaum erwarten. Am liebsten würde ich jetzt schon hier bleiben.


LWP: Können Sie sich erinnern, wann der Name Gotha Ihnen zum ersten Mal bewußt wurde?


ARMAND DE WINTER: Das war schon vor vielen Jahren in Zusammenhang mit dem belgischen Königshaus. Damals war Gotha für mich eine Stadt in Deutschland von vielen. Erst als sie sich bei unserem Internationalen Europeade-Komitee um die Ausrichtung des diesjährigen Festes bewarb, lernte ich sie kennen und auch schätzen. Ich bin überzeugt davon, dass Oberbürgermeister Knut Kreuch mit allen Organisatoren und Helfern in Gemeinsamkeit mit den rund 5000 Teilnehmern von 26 Ländern aus allen Teilen Europas unvergessliche Tage gelingen werden. Sozusagen auch als Tor zum Osten, das wir in Zukunft weiteren Europeadeorten öffnen wollen.


LWP: Was bedeutet das konkret?


ARMAND DE WINTER: So wird die Europeade im nächsten Jahr erstmals auch in Polen stattfinden – in Kielce. Auch darüber habe ich bei meinem jetzigen Aufenthalt in Gotha mit Experten beraten, beispielsweise auch mit Herrn Rüdiger Heß, dem Präsidenten des Deutschen Europeadekomitees aus Frankenberg in Hessen. Natürlich standen letzte Feinabstimmungen für die Gothaer Europeade-Tage im Vordergrund.


LWP: Was fasziniert Sie an der Europeade-Idee?


ARMAND DE WINTER: Das ist wie Olympische Spiele der Folklore- und Trachtengruppen in einem immer enger zusammen wachsenden Europa. Und das Jubiläum in Gotha in dessen Mitte feiern zu dürfen, vergleiche ich mit einer olympischen Goldmedaille.


LWP: Wie begann für Sie alles?


ARMAND DE WINTER: Es gab in meinem Heimatort Wilrijk, was jetzt zu Antwerpen zählt, einen Folkore-gruppe, die sich vor etlichen Jahren verzankt hatte. Da war ich als Krisenmanager gefragt, was ich gern übernahm und die Wogen glätten konnte. Das Ergebnis: Ich blieb dabei und diese Gruppe „De Kegelaar“ besteht immer noch. Sie wird wird sich auch hier in Gotha vorstellen.


LWP: Krisenmanager haben Sie doch sicherlich nicht als Beruf erlernt...


ARMAND DE WINTER: Natürlich nicht. Ursprünglich habe ich ein Studium als Musiklehrer absolviert, den Beruf aber nie ausgeführt. Aber auch daher rührt meine besondere Vorliebe für die Folklore. Viele Jahre habe ich im Büro eines metallverarbeitenden Betriebes gearbeitet. Ehrenamtlich wurde ich auch Vizebürgermeister und Bürgermeister von Walrijk.


LWP: Bis an die Spitze des Europeade-Komitees war sicher ein langer Weg?


ARMAND DE WINTER: Ich will jetzt nicht alle Stationen nennen. Nur soviel: Als 2011 Präsident Bruno Peeters zurücktrat, wurde ich gefragt, ob ich nicht dieses ehrenamtliche Arbeit übernehmen möchte. Da ich damals schon Sekretär des Europeadekomitees war, sagte ich zu. Lege aber nach wie vor Wert auf den kleinen Zusatz ad interim.

38 (2013-06-09)

Fotos: Website Mario Hochberg, LWP

Ein eiserner "Eisbär"

MARIO HOCHBERG – der Paralympicssportler von Weltformat - kommt aus Gotha

ZUR PERSON

Geboren: 11. Dezember 1970 in Gotha

Beruf: Sportler / Hausverwalter / EU-Rentner /

           Vereinsvorsitzender Gothaer Bierfass-

           heberverein e.V

Familie: Ehefrau Melanie und Sohn Hans

Behinderung: Komplette Querschnittlähmung TH 10

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Vereine: BiG (Basketball in Gotha) Gotha /Gothaer Bierfassheberverein

Trainer: Thomas Mersdorf

Sportart: Gewichtheben, Bankdrücken- Starts auch bei Nichtbehinderten

Bestleistung Bankdrücken: 215 kg (Dubai 2009)

Frühere Sportart: Fußball (Motor Gotha)

Größte Erfolge – alle im Behindertensport

Vierfacher Paralympicsteilnehmer – 2000 Sydney (11.), 2004 Athen (erkrankt) , 2008 Peking (5.), 2012 London (10.)

7. WM 2006

1.EM 2003

1. Internationale Arabische Meisterschaften in Dubai

Mehrfacher Deutscher und Thüringer Meister

Website: http://mariohochberg.de

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Ein "Eisbär", der sich über einen "Rasselbock" freut – wie geht das? Ganz einfach: Mario Hochberg (42) ist nicht nur einer der erfolgreichsten Sportler des Kreises Gotha, sondern auch einer der populärsten.Der Behindertensportler hat im Bankdrücken schon international und national viele Trophäen und Preise gewonnen. Die (vorerst) letzte Ehrung erhielt bei der Sportlerwahl des Kreises Gotha 2012, bei der er für seinen 10. Platz in London und seinen tapferen Kampf dort trotz übermächtiger Erfolge der Schlittensportler im Landkreis auf Rang drei gewählt wurde. Freudig nahm er, den seine Freunde den "Eisbär" nennen, dafür auch den Rasselbock, das lustige Maskottchen vom Basketballteam Oettinger Rackets Gotha, in Empfang. HILMAR BÜRGER führte mit ihm für LAPTOPWERK PLUS nachstehendes Ex-klusiv-Interview.

 

Fußball bei Motor Gotha  

 

LWP: Welche Erinnerungen haben Sie an ihre Kinderzeit?

 

Mario Hochberg: Nur gute, zumindest auf den Sport bezogen. Ich habe jede freie Minute genutzt, um Sport zu treiben. Ich wuchs im Gothaer Ostviertel auf. Und so führt mich der Weg auch bald zu den Fußballern von Motor Gotha, bei denen ich von 1978 bis 1990 spielte.

 

LWP: Möchten Sie darüber sprechen, wie es 1995 zu dem Unfall kam, der Ihr Leben verändert?

 

Mario Hochberg: Damit habe ich kein Problem. Es war ein Arbeitsunfall. Ich arbeitete am 30. September als Dachdecker und Zimmermann auf einem Haus in Warza, einem Dorf in der Nähe von Gotha. Ich stürzte aus sechs Meter Höhe ab und fiel auf das Kreuz. Kaum eine Schramme, aber den zehnten Brustwirbel gebrochen und damit querschnittgelähmt.

 

Große Hilfe im Umfeld 

LWP: Wer und was half Ihnen damals am meisten?

 

Mario Hochberg: Meine damalige Freundin und jetzige Frau Melanie, die Familie und viele gute Freunde.

 

LWP: Man sagt über Sie, dass Sie ein Familienmensch sind...

 

Mario Hochberg: Ein solches Schicksal schweißt natürlich zusammen. Unsere kleine Familie wurde am 8. November 2000 komplett, als unser Hans geboren wurde. Ich hatte damals doppeltes Glück.

 

Dreimal Hochberg: Melanie, Hans und Mario

In Sydney voller Unruhe

 

LWP: Inwiefern?

 

Mario Hochberg: Meine Frau war damals hochschwanger, als ich zu den Paralympics nach Sydney reisen sollte. Wir berieten hin und her. Schließlich sagte Melanie, dass eine solche Chance wie in Australien möglicherweise nie wieder bekommen würde. Ich trat das Abenteuer also an und wurde dort Elfter. Die ganze Zeit aber voller Unruhe. Zum Glück hatte aber unser Nachwuchs noch gewartet, sodass ich dann doch noch bei der Geburt von Hans mit dabei sein konnte.

 

LWP: Welche Rolle spielt in Ihrem Leben der der Begriff "Stufen-

schnitt"?

 

Mario Hochberg: Er sorgt dafür, dass ich immer gut frisiert bin. Aber im Ernst, so heißt der Friseursalon meiner Frau. Nicht, weil sie sich auf diesen Art des Haareschneidens spezialisiert hat, sondern weil es dorthin ein paar Stufen hinabgeht

 

Gleich zweimal gut aufgehoben

 

LWP: Was bedeutet Ihnen der Sport ganz allgemein?

 

Mario Hochberg: Eine ganze Menge, alleine durch den Sport konnte ich meinen Unfall und die damit verbundenen Probleme am besten lösen. Sport verbindet und hilft ein schöneres und gesundes Leben zu führen. Für mich ist es beispiels-

weise ein schöner Ausgleich, mit dem Hand-Bike zu fahren oder mit Hans Basketball zu spielen.

 

LWP: Sie sind sportlich doppelt engagiert: BiG und Gothaer Bier-

fassheberverein – wieso diese Doppel? 

 

Mario Hochberg: Das funktioniert prima, für BiG starte ich, und den Bierfassheberverein leite ich. In beiden Vereinen fühle ich mich gut aufgehoben.

 

Mario Hochberg und sein Bierfassheberverein - auch eine Erfolgsgeschichte

Vielleicht mal auf die Biermeile

 

LWP: Ist die ehrenamtliche Arbeit nicht zu anstrengend für Sie?

 

Mario Hochberg: Überhaupt nicht, ich liebe immer wieder neue Herausfor-

derungen und gebe immer alles für die Sache - wie auch im Sport.

 

LWP: Könnten Sie sich vorstellen, dass der Gothaer Bierfassheber-

verein mal beim Internationalen Berliner Bierfestival mit einem zünftigen Bierfassheben auftreten würde?

 

Mario Hochberg: Wir sind für alles offen. Das wäre schon eine tolle Sache. So etwas muss aber gut geplant und abgesprochen werden. Es ist eine Frage des Termines, der Logistik und auch der Kosten. Da brauchte man gewiss einen starken Sponsor. Ich wüsste schon einen...

 

Schon vorher auch Kraftsport

 

LWP: Sie selbst wurden im Rollstuhl ein besonders erfolgreicher Sport-

ler. Ging das alles im Selbstlauf?

 

Mario Hochberg: Ich hatte gute Voraussetzungen für meine Laufbahn, da ich schon vor meinem Unfall auch diese Sportart erfolgreich betrieben habe.

 

LWP: Ihre Titel sind kaum zu zählen – was waren aus Ihrer Sicht bisher die Höhepunkte?

 

Mario Hochberg: Alle vier Paralympics, aber auch die Europa- und Weltmeisterschaften gehören dazu.

 

Eisbär seit der Kinderzeit

 

Mit seinen Fans und dem "Eisbär"-Transparent in London

LWP: Wie war das in London mit der Verletzung?

 

Mario Hochberg: Zwei Tage vor meinem Wettkampf zog ich mir beim Ab-

schlusstraining einen Teilanriss der Trizepssehne zu. Das war sehr bitter, aber wir sind wenigstens am Start und vor allem dabei gewesen.

 

LWP: Sie hatten Ihre Fans auch dort. Auf einem Transparent war vom "Eisbar" zu lesen. ist das eine Art Kampfname?

 

Mario Hochberg: Nein das ist mein Spitzname aus meiner Kindheit.

 

Entscheidung fällt eine Woche zuvor

 

 

LWP: Sie waren auch schon mehrfach zum Wettkampf in Dubai. Welche Be-

wandtnis hat das?

 

Mario Hochberg: Wir wurden nach Peking 2008 zum ersten Fazza 2009 in Dubai eingeladen. Diesen Wettkampf gewann ich auch mit neuer Bestleistung. Das ist jedes Jahr ein Highligth, klasse Bedingungen und natürlich immer super Wetter.

 


LWP: Ihr Freund Andy Dittmar hofft, dass Sie am 29. Juni wieder beim Kugelstoß-Schlossmeeting in Gotha antreten. Was kann man da von Ihnen erwarten?

 

Mario Hochberg: Das kann ich noch leider nicht sagen, weil ich immer noch nicht ganz gesund bin und zur Zeit nur leicht trainieren kann. Ich werde in der Woche vor dem Meeting entscheiden, ob ich daran teilnehmen kann.

 

37 (2013-05-02)

Spricht man von aktuellen Gothaer Sportlerpersönlichkeiten, so ist immer wieder von Andy Dittmar, dem Kugelstoßer, und Mario Hochberg, dem Paralympics-Kraftsportler die Rede. Zwei Außergewöhnliche ihrer Art. Beide sind im Senioren- oder Masters-Alter (je nach Sportart) und starten für BiG – Basketball in Gotha. Mario Hochberg konnten wir bereits mit dem Gothaer Bierfassheberverein, vorstellen, den er leitet. Nun rollt die Kugel zu ANDY DITTMAR. Er gewährte HILMAR BÜRGER von LAPTOPWERK PLUS nachstehendes EXKLUSIV-Interview.



Herr über Knut und Börge

Oben: Vorderseite der Autogrammkarte; unten: Sein großer Rückhalt die Familie: Ehefrau Nadine und die Kinder Emilie, Arved und Lenny.

Fotos. Archiv Dittmar, LWP

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ZUR PERSON

Geburtstag/-ort: 5. Juli 1974 in Gotha

Größe/Gewicht: 1.96 m/138 kg

Beruf/Tätigkeit: Sozialversicherungsfachangestellter/Leitender

                           Angestellter bei AOK PLUS

Familienstand: Verheiratet mit Nadine, drei gemeinsame Kinder: Emilie, Arved und Lenny

Sportliche Entwicklung: BSG Lok Gotha, SC Turbine Erfurt, LG Ohra Hörselgas (Trainer Stefan

 Schreyer, Gerd Elze), BiG Gotha

Sportliche Erfolge:

1984 (10): Bezirksmeister im Schlagball

1993 (19): Finalist Landesmeisterschaft 110 m H

                 Kugelstoßen:

                 Deutscher Juniorenmeister (18.78 m)

2002 (28): Deutscher Vizemeister

2006 (32): Deutscher Vizemeister (20.09m)

                 Deutscher Hallenmeister (20.14m)

                 EM-Siebenter (19.98m)

                 Bestleistung 20.55 m (in Schönebeck)

2010 (36), 2012 (36/38): Senioren-Hallen-Weltmeister Ü35

2011(37), 2013 (39): Senioren-Hallen-Europameister Ü35

2012 (38): Senioren-Europameister Ü35

Ob Lennys Kugel auch schon einen Namen hat?

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Ein Zappelphilipp

 

LWP: Ist Andy eigentlich ihr offizieller Vorname oder ein „Künstlername“?

 

Andy Dittmar: Man kann in meinem Personalausweis nachschauen. Da steht Andy, nicht Andreas. Als ich geboren wurde, gab es einige Andys, die auch in der DDR bekannt waren. Und auch einen aktiven Fußballer bei der WM 1974, welcher wohl Pate bei der Namensfindung durch meine Eltern war.

 

LWP: Waren Sie schon in der Wiege eine Art Herkules?

 

Andy Dittmar: Ich würde eher sagen – ein Zappelphilipp mit außerordentlichem Bewegungsdrang. Und die haben ja bekanntlich nicht allzuviel zwischen den Rippen.

 

Urkunde von Erich Honecker

 

LWP: Da mussten Sie ja die sportliche Richtung einschlagen...

 

Andy Dittmar: Genau so. Zumal mein Vater auch ein guter Volleyballer war. Mit sechs Jahren kam ich dann ins Gothaer Trainingszentrum Leichtathletik, aber nicht als Kugelstoßer. Es ging so in die Richtung Mehrkampf. Einen ersten sportlichen Erfolg hatte ich aber sofort im Auge…im Mehrkampf.

 

LWP: Und das war?

 

Andy Dittmar: Genau genommen nur eine Urkunde. Es gab zu meiner Kinderzeit einen Schülerwettbewerb um die „Urkunde des Staatsratsvorsitzenden“. Das war ein Dreikampf mit 60-m-Lauf, Weitsprung und Schlagballwerfen. Ich beneidete alle, die sie schon hatten. Das in Gold gedruckte Staatswappen faszinierte mich darauf besonders. Und die Unterschrift von Erich Honecker. Die musste ich haben. So wurde mein sportlicher Ehrgeiz geweckt. Ich besitze diese Urkunde, die ich dreimal gewinnen konnte, heute noch.

 

Es kam alles ganz anders

 

LWP: Obwohl sicherlich dann bald etliche und auch zahlreiche Medaillen hinzukamen.

 

Andy Dittmar: So schnell ging das auch nicht. Anfangs auf Kreis – und Bezirksebene in allen möglichen Disziplinen. Nachdem ich zur KJS nach Erfurt delegiert wurde, kamen dann welche im DDR-Maßstab hinzu. Alles deutete an, dass ich mal ein ganz passabler Speerwerfer werden würde. Doch dann kam es durch die Wende ganz anders.

 

LWP: Zum Beispiel?

 

Andy Dittmar: Dass wir im November 1989 etwas taten, was wir uns vorher nie getraut hätten. Wir schwänzten am Sonnabend nach dem Mauerfall das Training. Ich fuhr mit meinen Eltern nach Coburg. Vom Begrüßungsgeld durfte ich die Hälfte für mich verwenden und kaufte mir einen Gewichthebergürtel für das Krafttraining.

 

Nichts mit blauen Kügelchen

 

LWP: Was änderte sich noch für Sie?

 

Andy Dittmar: Fast alles. Ich ging wieder zurück nach Gotha und machte 1992 an der Arnoldischule das Abitur. Es war das letzte Ost-Abitur, das ich als Drittbester bestand. Da ich aus einer Lehrerfamilie stamme, hätten es meine Eltern sicherlich gern gesehen, dass ich diese Tradition fortgesetzt hätte. Vielleicht als Lehrer für Sport und Biologie oder so. Nach meiner zwölfmonatigen Zeit beim Bund in der Gothaer Friedenstein-Kaserne entschied ich mich anders. Ich bin jetzt so etwas wie ein Lehrer für Sozialversicherungsangestellte. Und mit meiner Arbeit bei der AOK PLUS sehr zufrieden.

 

LWP: Und der Sport?

 

Andy Dittmar: Den wollte ich natürlich nicht missen. Nun begann eigentlich erst meine erfolgreiche Zeit. Grundlage für diese Entwicklung war, dass ich zurück unter die Fittiche von Trainer Stefan Schreyer kam, seinerzeit als Gothaer auch ein Spitzenzehnkämpfer, Fünfter der Olympischen Spiele 1972 in München. Er machte aus mir einen Kugelstoßer. Es wurde ausgerechnet, was ich so zunehmen müsse, um international mitstoßen zu können. Danach richtete sich das Training und meine Lebensweise. Nichts mit den berüchtigten blauen Kügelchen. Wie übrigens auch nicht zu meiner Zeit beim SC Turbine Erfurt.

 

LWP: Auf Ihrer Autogrammkarte stehen zwei Namen für Ihre Kugeln. Wie kam das zu Stande?

 

Andy Dittmar: Jeder Stoßer hat seine eigene Wettkampfkugel, die bewacht-gepflegt-geliebt wird. Ich gab meiner ohne Anlehnung auf lebende oder verstorbene Personen einen Namen. Knut kam mir spontan in den Sinn. Da ich auch ein inniges Verhältnis zu meiner Trainingskugel habe, gab ich ihr ebenfalls einen Namen – Börge. heißt der Sohn von Kjelt aus der Olsenbande. Nach einem Fernsehabend mit Filmen der Olsenbande taufte ich meine Trainingskugel so.

 

Weltklasse auf dem Schlosshof

 

LWP: Wenn man Ihre Erfolgstatistik liest, dann fällt sofort das Jahr 2006 ins Auge...

 

Andy Dittmar: Das war mein erfolgreichstes Jahr als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. Sehr gute Erinnerungen habe ich noch an die Europameisterschaften in Göteborg. Platz Sieben erfüllt mich immer noch mit Stolz! Na gut, Sechster wäre ich vielleicht geworden, wenn ich die Bestleistung von 20.55m dort geschafft hätte. Es war vor allem die Atmosphäre im Stadion und Wettkampf, die mich begeisterte. Und außerdem hatte ich mit dem Neubrandenburger Ralf Bartels, der ja Gold gewann, viel Spaß am Ring.

 

LWP: Nun nehmen Sie als frischgebackener Senioren-Europameister am 29.Juni das 16. Gothaer Schloßmeeting als Cheforganisator ins Visier. Was darf man erwarten?

 

Andy Dittmar: Auf alle Fälle wieder ein hochklassiges Erlebnis auf dem Schlosshof. Das Meeting wurde vom deutschen Verband als zweitwichtigster Wettkampf nach den Meisterschaften eingeordnet. So werden der Olympiazweite von London David Storl aus Chemnitz und Ralf Bartels dabei sein, der sich dabei von Gotha verabschiedet. Mit Weltmeister Tomasz Majewski aus Polen sind wir noch in Verhandlung. Und dann hat sich mein Freund Mario Hochberg für diesen Tag noch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Er fordert einen gestandenen „Rollikugelstoßer“ in einem schon zur Tradition gewordenen Kugelstoßwettbewerb auf dem Schloss heraus. Ich ziehe nur den Hut vor dem, was der Mario so bewegt. Wir werden aber auch von unserem Verein BiG – also Basketball in Gotha - sehr gut unterstützt. Wie auch das gesamte Umfeld hier in Gotha bestens stimmt.

 



Fr                 30.09.2016 Nr.                2.184 - 881

Aktualisierung        09:15

Übrigens,

… dem Bundesnachrichtendienst ist seit 2004 bekannt, dass ein US-Hersteller seine Raumüberwachungssysteme mit Zugängen für amerikanische Geheimdienste ausstattete. Der deutsche Geheimdienst gab diese Informationen aber nicht weiter, obwohl ihm außerdem auffiel, dass der Hersteller seine Systeme gezielt Regierungsbehörden wie dem Auswärtigen Amt sowie Rüstungs- und Technikfirmen anbot. Dabei soll er seine Überwachungslösungen sogar unter Wert angeboten und zugleich eine umsatzstärkere Anfrage einer Ladenkette abgelehnt haben.Es handelt sich bei dem Anbieter um die Firma NetBotz. Deren Überwachungssysteme sollen insbesondere in kritischen Sicherheitsbereichen wie Serverräumen zum Einsatz kommen, beispielsweise am Frankfurter Flughafen. 

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 28.09.2016

11    15    38    41    44    46    SZ: 2

Spiel 77:   3794 134

 

Super 6:   925 850

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

1698 (2016-09-30)

Bernd Jürgen Morchutt

 

Der Freizeitberg Ruhpoldings Minengefahr

auf dem Unternberg Gemütliches Höhenwandergebiet mit herrlichem 360°- Panoramablick

BREAKING NEWS:

 

International

 

Als der Staatschef den Ausnahmezustand über die Türkei verhängte, versuchten seine Minister noch, die Öffentlichkeit zu beruhigen. Die drei Monate, wie sie die türkische Verfassung festlegt, würden nicht ausgeschöpft. Doch Tayyip Erdoğan sieht das anders. Der autoritär regierende türkische Präsident scheint noch nicht bereit, die Sondervollmachten aus der Hand zu geben. "Vielleicht reichen auch zwölf Monate nicht", schleuderte er am Donnerstag in einer Rede seinen Kritikern im In- und Ausland entgegen.

 

Die dänischen Steuerbehörden haben für Informationen über mögliche Steuerschwindler 6 Mio. Kronen (805.250 Euro) bezahlt. Ein Direktor des Steueramtes bestätigte am Donnerstag dem Dänischen Rundfunk, dass es sich dabei um Dokumente der sogenannten Panama-Papers handelt.

 

650 Euro Entschädigung hat Microsoft gezahlt, weil ein ungewolltes Upgrade auf Windows 10 den Alltag eines Alzheimer-Patienten durcheinandergebracht hat.

 

Ungeachtet von tiefen Differenzen und gegenseitigen Vorwürfen will Russland die Zusammenarbeit mit den USA im Syrien-Konflikt fortsetzen. Dies erklärte am Mittwochabend das Verteidigungsministerium in Moskau. Es reagierte damit auf die Drohung Washingtons, wegen der Bombenangriffe auf die Stadt Aleppo die Syrien-Gespräche mit Russland abzubrechen.

 

Schweden führt ab 2018 die Wehrpflicht wieder ein. Die Wehrpflicht in dem skandinavischen Land war 2010 abgeschafft worden.

 

Deutschland/Berlin

 

Air Berlin: „Das Unternehmen wird sich als fokussierter Netzwerk-Carrier mit einem klaren Profil auf das Kerngeschäft konzentrieren. Die Verkleinerung des operativen Geschäfts bedingt eine strukturelle Anpassung der Personalkapazität von bis zu 1200 Stellen.“ Na? Ganz einfach: „Wir sind pleite.“ TSCP

 

Vor der Wahl hatten SPD und CDU den entnervten Bürgern versprochen, dass mit den Bürgerämtern alles gut wird - aber eben nur, wenn die Bürger SPD und CDU wählen. Nun, die Bürger haben ihren Teil nicht so überzeugend erledigt, also fühlen sich die Parteichefs Müller und Henkel auch nicht mehr an ihr Versprechen gebunden. In einem von Regierendem Bürgermeister und Innensenator unterzeichneten Schreiben ans Parlament heißt es, dass alle Reformvorschläge hinfällig sind. TSCP

 

Sport 

 

Fußball

 

Europa League

 

Mit dem verdienten 3:1 (1:0) gegen Österreichs Fußball-Meister FC Salzburg schossen sich die Gelsenkirchener am Donnerstagabend (29.09.2016) den Frust aus dem Liga-Alltag und kamen zum zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel nach dem 1:0 gegen OGC Nizza vor zwei Wochen. 

 

Dank zweier Joker-Tore durften am Ende die Mainzer ihren ersten Sieg in der Europa League feiern. Die beiden erst kurz zuvor eingewechselten Jhon Cordoba (68. Minute) und Levin Öztunali (78.) sorgten mit ihren beiden Treffern in Aserbaidschan für ein 3:2 (1:0), nachdem der Fußball-Bundesligist zwischenzeitlich sogar mit 1:2 zurückgelegen hatte.

 

Der serbische Fußballverband geht vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen die Aufnahme des Kosovo in die UEFA vor. Der CAS in Lausanne setzte nach eigenen Angaben für den 31. Oktober eine Anhörung in dem Fall an. Kosovo sei kein eigener Staat, gehöre auch nicht der UNO an und dürfe daher kein Mitglied der Europäischen Fußball-Union sein. Die Anwälte des serbischen Fußballverbandes hatten bereits im Mai beim CAS einen Klage-Schriftsatz eingereicht. Der Kosovo war am 5. September zum Auftakt der WM-Qualifikation für 2018 zu einem 1:1 gegen Finnland gekommen. Zuvor hatte die UEFA das Neu-Mitglied aus Sicherheitsgründen der Gruppe I zugeteilt und damit ein Aufeinandertreffen mit Serbien sowie Bosnien-Herzegowina, wo viele Serben leben, vermieden. 

 

Champions League

 

Manchester City kam in einer turbulenten Partie der Gruppe C bei Celtic Glasgow nur zu einem 3:3 (2:2).

 

Der SSC Neapel kam zu einem souveränen 4:2 (1:0) gegen Benfica Lissabon.

 

Gegen den Schweizer Meister FC Basel gewann der FC Arsenal am Mittwoch durch zwei Tore von Theo Walcott mit 2:0.

 

FK Rostow und der PSV Eindhoven trennten sich 2:2. Für die Russen waren es die ersten Tore und der erste Punkt in der Fußball-Königsklasse.

 

Der FC Bayern München konnte wieder einmal nicht gegen Atletico Madrid gewinnen. Die Spanier setzten sich dank eines Treffers von Yannick Carrasco mit 1:0 durch.

 

Borussia Mönchengladbach steht trotz eines denkwürdigen Champions-League-Abends gegen Neymar und Co. vor dem K.o. in der Gruppenphase. Die Mannschaft unterlag dem FC Barcelona mit 1:2 (1:0) und braucht nach der Lehrstunde bei Manchester City (0:4) zum Auftakt nun ein Fußball-Wunder, um doch noch das Achtelfinale zu erreichen.

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