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69 (2017-07-30) Uwe Morchutt aus Eltville

Stute blamiert die Hengste

Ascot – 67. King George VI

and Queen Elizabeth Stakes

 

Seine königliche Hoheit, der Duke of Edinburgh, Prinz Philip, the Husband, man kann auch Ehemann sagen, von Queen Elizabeth II., geht am 4. August 2017 in den wohlverdienten Ruhestand. Der "erfahrenste Tafelenthüller der Welt", wie er sich selbst gern nennt, ist am 10. Juni dieses Jahres stolze 96 Jahre alt geworden. Sicher ein Renteneintrittsalter, das so manchen Politiker hierzulande auf dumme Gedanken kommen lässt, angesichts der permanenten Ebbe in der Rentenkasse! Das Okay der Queen hat er natürlich bekommen!

 

Der „alte“ von Battenberg, väterlicherseits entstammt er dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg, mütterlicherseits dem Haus Battenberg, einer morganatischen Nebenlinie des Hauses Hessen, heißt seit langem Mountbatten, um die nebulöse Herkunft zu verbergen. Mütterlicherseits ist er Neffe von Louis Mountbatten, 1. Earl Mountbatten of Burma, vormals Prinz Louis von Battenberg, dessen 1917 ins Englische übersetzten Namen Mountbatten er später annahm. Mountbatten klingt für einen Herzog von Edinburgh allemal besser als Battenberg!

 

Der Renter in spe ist allseits bekannt für seine markanten Sprüche und Fettnäpfchen, in die er all die Jahre mit Wonne getreten ist, natürlich auch in deutsch, was nur seine Herkunft verrät. 1997 sagte er zum damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl: „Willkommen, Herr Reichskanzler.“ Die Reaktion von Kohl ist mir nicht bekannt!

 

Warum erzähle ich das eigentlich alles? Ursprünglich wollte ich doch über die King George VI and Queen Elizabeth Stakes berichten. Eines der prestigeträchtigsten Rennen in Europa über die Distanz von 1m 3f 211y (1 Meile, 3 Fourlongs und 211 Yards – metrisch = 2414 m) für 3-jährige und ältere Rennpferde. Seit 1951 wird es alljährlich im Juli auf der royalen Anlage in Ascot ausgetragen. Mit einer Dotierung von 1,15 Mio. Pfund in diesem Jahr ist das Gruppe I-Rennen nach dem Derby in Epsom und den ebenfalls in Ascot ausgetragenen Champion Stakes das dritthöchstdotierte Rennen im Mutterland des Galopprennsports.

 

Bereits zum 67. Mal fand nun das zu Ehren des Vaters von Queen Elizabeth II. ins Leben gerufene Galopprennen am 29. Juli 2017 in Royal Ascot statt. Unvergessen der Sieg der Ausnahmestute Danedream im Jahr 2012, als zum ersten Mal ein deutsches Pferd dieses Turfspektakel gewann. Heute genießt die feine Pferdedame ihr Leben als Pferdemama! Einmal ist aber nicht genug: Der zweite deutsche Erfolg mit dem Monsun-Sohn Novellist im Jahr 2013 folgte prompt, der das Rennen überlegen mit fünf Längen Vorsprung und Bahnrekord gewann.

 

Zehn Pferde, eine Stute, acht Hengste und ein Wallach, rückten in die Startboxen ein. Wie immer kann nur einer gewinnen. Tote Rennen sind bekanntlich sehr selten! Der Vorjahressieger Highland Reel, ein Galileo-Sohn, der das Rennen 2001 gewann, und Birkhahn-Nachkomme, Doppel-Derby-Sieger 1948 in Hoppegarten und Hamburg, stand erwartungsgemäß hoch im Kurs bei den Buchmachern. Im Sattel der derzeit wohl beste Jockey auf den Rennbahnen der Welt: Ryan Moore. Die Jockey-Legende, Lester Piggott, konnte das Rennen übrigens sieben Mal gewinnen.

Die Siegerin 2017 hört auf den Namen Enable, oder auch nicht. Die einzige Stute im Feld entwichte den Hengsten und gewann mit 41/2 Längen Vorsprung. Die zweifache Oaks-Siegerin 2017, Stutenderby, in England und Irland, zeigte, dass sie enorme Qualitäten aufzuweisen hat. Nicht von ungefähr wurde sie bei den Buchmachern als Favoritin auf Sieg geführt. Im Sattel saß der Weltklasse-Jockey Frankie Dettori (46), der, wie nach jedem Sieg, seinen legendären Dettori-Jump aus dem Sattel vollführte. Zur Freude der Wetter und Galoppsport-Enthusiasten! Sein fünfter Sieg in diesem Klassiker! Im Stammbuch steht wie so oft auch der Name Birkhahn! Der Besitzer des Siegers kassiert allein 689 027 Pfund. Ein stattliche Summe, um viele Tafeln produzieren zu können!

 

Die Siegertafel zeigt Enable unverhüllt, damit es jeder lesen kann. Zum Abschied in wenigen Tagen wird der Herzog von Edinburgh vielleicht sagen: Lebt' wohl ihr verhüllten Tafeln dieser Welt, in Zukunft enthüllt ihr euch gefälligst selbst! God save the Queen! umo

68 (2017-07-17) Bernd Jürgen Morchutt aus Berlin

 

Ha-Neu – die schrumpfende Stadt

Ein Jahrestag der besonderen Art

 

Wer war schon einmal in Halle-Neustadt?

99 Prozent der Befragten würden mit einem Nein antworten. Die einschlägigen Travelkataloge enthalten auch kein Reiseziel unter dieser Ortsangabe. Mit einem GPS kann der Weg dorthin allerdings gefunden werden. Doch, warum sollte jemand nach Ha-Neu – wie die Ortsansässigen diesen Flecken Sachsen-Anhalts nennen – reisen?

Eine reine Wohnstadt

Nur Plattenbauten, die meisten zumal noch aus DDR-Zeiten. Erst 1999 wurde eine Straßenbahnlinie entlang der Magistrale gebaut. Richtung Halle natürlich. Wie überhaupt sich die Neustadt seitdem radikal verändert hat: 70 Prozent des Wohnungsbestandes sind saniert und farblich neu gestaltet, 15 Prozent teilsaniert – und rund 4.800 Wohnungen rückgebaut. Die Stadt plant, in den kommenden zehn Jahren weitere Wohnblocks mit bis zu 2.500 Wohnungen abzureißen.

Selbst jemand wie ich, der Reisen wie kaum ein anderer liebt, war bereits über 43 Jahre nicht mehr dort. Vor ein paar Tagen bin ich durch Zufall darauf gestoßen, dass am 15. Juli 1964 Horst Sindermann, erster Sekretär der SED-Bezirksleitung Halle, den Grundstein legte für den Bau der sozialistischen Wohnstadt westlich von Halle. Ein Jahr später, am 9. August 1965 zogen die ersten Mieter nach Halle-Neustadt. Mit einem „IM BILDE“ habe ich am vergangenen Sonnabend diesem Juli-Tag vor 53 Jahren gedacht. 

 

Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich fast nur gute Erinnerungen an Halle-Neustadt

Als 18-jähriger Thüringer bin ich im September 1970 am S-Bahnhof Zscherbener Straße gelandet. Nach fünf Minuten Fußweg stand ich vor dem Studentenwohnheim der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Es muss wohl erst kurz vorher fertig geworden sein. Um den Block herum sah es noch nach Baustelle aus. Zu viert bezogen wir eine Wohnung von rund 30 m² (Bad und Küchenecke inklusive). Das Doppelhochhaus mit 13 Obergeschossen sollte für knapp vier Jahre mein Zuhause werden. Eine Besonderheit Halle-Neustadts war der Verzicht auf Straßennamen, stattdessen wurden alle Wohnblöcke und Eingänge nach einem für Außenstehende kaum zu durchschauenden Prinzip durchnummeriert. Wir wohnten im Block 499.

Nach der Wende 1989/90 wurde dieses System zugunsten von Straßennamen abgeschafft. Es war wohl wie vieles im Sozialismus für die Mehrheit der Einwohner und Besucher zu schwer verständlich.

Bodo Wylezich, früherer Kabarettist der Halle-Neuspötter, textete das auf seine Art:

"Wenn Du in Halle-Neustadt mal
ne Liebste willst besuchen.
Dann gehste ziemlich schnell am Stock
und fängst bald an zu fluchen.
Die Straßen sind hier namenlos
man muss nach Zahlen wandern.
Und find'ste endlich Deine Braut
hat sie schon längst 'nen andern."

 

Für mich Hinterwäldler aus Ilmenau war das neue Wohngefühl überwältigend.

Eine Wohnung mit Bad kannte ich vorher nur aus den Besuchen bei den Großeltern in Gotha.

 

Hier kam sogar das heiße Wasser aus der „Wand“

 

Alles für 10 Mark im Monat, die gleich von den 190 Mark Stipendium abgezogen wurden. Nach dem ersten Studienjahr verbessserte sich die Wohnsituation sogar noch. Wir zogen vom sechsten in den ersten Stock und waren auch nur noch zu dritt. Zum Einkaufen mussten wir lediglich ein paar Meter über die Straße laufen. Die Kneipe gab`s gleich nebenan. Zur Mittagszeit wurden hier Schüler und Bauarbeiter „beköstigt“. Am Abend standen dann die süffigen Halbliterbiere für die Studenten auf den Tischen. Wie diese – aus heutiger Sicht – unmögliche Gaststätte mit angeschlossener Kegelbahn hieß, weiß ich bis heute nicht. Sicher Gastronom, wie die meisten in den Neubausiedlungen. Wir nannten das Glasbiergeschäft nur „Zum dreck`schen Löffel“. Am Monatsende, wenn das Stipendium zur Neige ging, war dieser Laden eine preiswerte Alternative. Ansonsten bevorzugten wir natürlich die angestammten Studentenkneipen in der Altstadt von Halle, in der Nähe des Universitätsviertels.

 

Der Bus aus Halle-Neustadt brachte uns jeden Morgen zu den Vorlesungen in den altehrwürdigen Lehrgebäuden, deren Namensgeber fast alle aus Martin Luthers Freundeskreis kamen. Das Frühstück gab es meist gleich an der dortigen Bushaltestelle. Der Fleischer gegenüber bot leckere Köstlichkeiten an, für 20 Pfennig. Heute würde man sagen: „Sandwiches to go mit Pferdefleischwurst“. Preis und Belag sind heute eher unüblich.

 

Wir lebten in einer „Sozialistischen Stadt der Chemiearbeiter“

 

Deshalb entsprachen auch nicht alle Infrastrukturbedingungen dem studentischen Lebens- und Lernrhythmus.

Endete eine Party in Halle mal zu spät, dann musste man entweder auf den ersten Bus warten oder fußläufig den Heimweg zum Internat zurücklegen. Die S-Bahn nutzte uns recht wenig, denn die brachte die fleißigen Schichtarbeiter nach Leuna und zu Buna.

 

Es gab auch Tage, da verfluchten wir die Chemiegiganten der näheren Umgebung

 

Stand der Wind falsch, war es ratsam, die Fenster der Studierstube geschlossen zu halten. Heutiger Smog erinnert die Atemorgane im Vergleich zu den bissigen Dämpfen von damals eher an ein gewöhnungsbedürftiges Parfüm. Schon in den 1970ern gab es inoffizielle Untersuchungen, die davon ausgingen, dass ein jahrzehntelanger „Genuss“ dieser Schadstoffe, die Lebenserwartung um zehn Jahre reduzieren würde.

Trotzdem waren die beiden Chemiekombinate bei uns Studenten recht beliebt. Eine Wochenend-Nachtschicht brachte bis zu 50 Mark auf die Hand. Eine kleine Budgetaufbesserung – steuerfrei, die vor allem vor den Ferien und vor Weihnachten willkommen war.

 

Schrumpfungsprozess

 

Mit der schlechten Luft sind in den vergangenen 27 Jahren auch viele Einwohner Ha-Neus verschwunden. "Schrumpfende Städte" heißen solche Wohngebiete. Die Einwohnerzahl ist seit 1990 von ehemals 93.000 deutlich auf rund 44.500 Einwohner (Stand: 2012) gesunken. Die Generation der Erstmieter, mittlerweile meist im Rentnerstand, wohnt noch recht gern in diesem Wohngebiet, das am 6. Mai 1990 nach Halle (Saale) eingemeindet wurde.

 

Heute ist Halle-Neustadt einer von 34 halleschen Stadtteilen

 

Nicht mehr die Neonazis bereiten heute Kopfzerbrechen, sondern die zunehmende Kinder- und Altersarmut. Ein Drittel der Neustädter Kinder leben in Familien, die Arbeitslosengeld oder Hartz IV beziehen. 27 Prozent der Einwohner bekommen Arbeitslosengeld.

Wo früher die Atemwege brannten, sind heute soziale Brennpunkte entstanden. Die werden trotz aller Gegenbestrebungen - Erweiterung des Straßenbahnnetzes auf der Magistrale zwischen dem jetzigen Stadtbezirk West und anderen Stadtbezirken der Stadt Halle und Bau mehrerer Supermärkte und Einkaufszentren – in den kommenden Jahren noch zunehmen.

Der reichliche Wohnungsleerstand verleitete die Behörden, eine große Zahl an Flüchtlingen, illegalen Einwanderern, Sozialmigranten und deren Familien in Halle-Neustadt unterzubringen und langfristig anzusiedeln.

Wer sich anschauen möchte, welche neuen Lebensbedingungen und Nachbarschaftsverhältnisse daraus erwachsen, sollte mal in folgenden Clip eindringen: https://www.facebook.com/berndjurgen.morchutt/posts/1637575556285027

 

Die Fremden und Gäste von damals kamen nur kurzzeitig

Wir winkten und jubelten auf Bestellung, dann verschwanden sie wieder. Wie z.B. vor 45 Jahren Fidel Castro, der am 15. Juni 1972 zu Gast in Halle-Neustadt war. Er besichtigte mit Erich Honecker das Bildungszentrum, die Erweiterte Oberschule und die Schwimmhalle Halle-Neustadts. Vielen Staatsgästen der DDR wurde damals die neue sozialistische Planstadt präsentiert.

Heute taucht dieser Teil Deutschlands kaum noch als Reisedestination auf. Die Gründe sind in den Jahren seit 1990 entstanden.

BJM

67 (2017-07-03) Uwe Morchutt aus Eltville

Nur ein Windstoß?

Hamburg Horn -

148. Deutsches Derby

 

1855 wurde die Horner Rennbahn, unweit von Hamburg entfernt, für Pferderennen ausgebaut. Bereits im Jahr 1869 fand hier das 1. Galoppderby, das zunächst als Norddeutsches Derby (bis 1889) ausgetragen wurde, statt. Das Vorbild lieferte bekanntlich das „Englische Derby“, das bereits 1780 zum ersten Mal ausgetragen wurde. 1874 wurde Horn zunächst zum Vorort von Hamburg erhoben, die Eingemeindung erfolgte aber bereits wenige Jahre später 1894.

 

Schnell ist heute die Rede vom Horner Moor, wenn es ein paar Stunden hintereinander geregnet hat. Das empfindliche Geläuf nimmt dann schon einmal Züge eines Moores an. Der anhaltende Regen schaffte es sogar, den Freitragsrenntag platzen zu lassen. Das Geläuf konnte nicht einmal einem Sumpfhuhn zugemutet werden. Am Samstag liefen sie aber schon wieder die fleißigen Vierbeiner! Der Boden jetzt immer noch weich bis schwer.

Pünktlich zum 148. Deutschen Derby am 2. Juli 2017 strahlte die Sonne aber schon wieder über Hamburg-Horn. Wegen des G20-Gipfels wurde das Spitzentreffen der dreijährigen Vollblüter um eine Woche vorgezogen. Damit die Turffreunde nicht unter die G20-Tumulte geraten! 18 Kandidaten, ausschließlich Hengste, schafften es, in den erlauchten Kreis der Teilnehmer zu gelangen. Doch welch' ein Wunder, weil seltener Anblick, hat es doch eine „Lady“ in den begehrten Sattel eines Vierbeiners geschafft. In 148 Jahren ist Sibylle Vogt erst die vierte Amazone, nach Monika Blasczyk, Steffi Hofer und Eva-Maria Zwingelstein, die im Blauen Band mitreiten durfte. Der Beruf des Rennreiters oder des Jockeys ist somit eine der wenigen Heiligtümer, wo Frauen nicht so rasant auf dem Vormarsch sind. Die Pferde werden ja nicht gefragt, wer auf ihnen Platz nimmt?

 

 

Glücklicher Sieger wurde der Shirocco-Sohn Windstoß, ein Nachkomme von dem Schimmel Sternkönig, trainiert von Markus Klug, mit Maxim Pecheur im Sattel, der als Mitfavorit ins Rennen ging. Den Rekord hält nach wie vor Andrasch Starke, der bereits sieben Mal das Derby gewann. Der Asterblüte-Jockey triumphierte mit Robertico (1998), Samum (2000), Next Desert (2002), Schiaparelli (2006), Kamsin (2008), Lucky Speed (2013) und Nutan (2015).

 

Der mehrfache Champion und beste Jockey in Deutschland wurde dieses Mal mit dem von Peter Schiergen trainierten Enjoy Vijay Zweiter vor dem Dritten Rosenpurpur. Die einzige Amazone saß auf Markus Klugs Sternkranz, der insgesamt sieben Pferde an den Start brachte, den eigentlich Pecheur reiten sollte. Sibylle Vogt landete bei dem 2400 m langen Gruppe I-Rennen auf dem 14. Rang, was letztendlich nur als Randnotiz in die Turfgeschichte eingehen dürfte. Das Bodenprüfgerät („Penetrometer“) zeigte den Wert „weich“ an, was selbstverständlich nicht jedes Pferd mag!

 

Welches Format und Klasse hat der Sieger Windstoß? Das muss die Zukunft zeigen. Allzu oft schon hat man vom Derbysieger nichts mehr gehört. Das Glück scheint er aber gepachtet zu haben. Im Hannoveraner Derby-Trial vor vier Wochen stürzte der Shirocco-Sohn spektakulär, verletzte sich aber wie durch ein Wunder nur leicht, so dass er nur eine Woche später in der „Union“ (Oppenheim Union-Rennen, Köln) Zweiter hinter Colomano wurde.

 

Nun der ganz große Erfolg für den Röttgener, der für den ersten Derby-Sieg der Heumarer Zuchtstätte seit 1959 sorgte. Der favorisierte Colomano (Markus Klug/Andreas Helfenbein) wurde im Rennen von einem Gegner touchiert, so dass er mit einem blutenden Huf aus dem Rennen zurückkehrte. Am Ende wurde der „Union“-Sieger 13., der mit 45:10 Euro auf Sieg als Favorit ins Rennen ging.

 

Das Siegerteam kassierte allein 390 000 der 650 000 Euro Gewinnsumme. Auf Sieg zahlte der Toto 75 für 10 Euro Einsatz. Eine lohnende Dividende, die aktuell keine Aktie geschweige denn Geldhaus zu bieten hat. umo

66 (2017-06-30) Klaus Blume aus Hamburg

Der Dopingfall Cardoso

Wie verseucht ist

John Degenkolbs 

Team Trek-Segafredo?

 

Wie sauber ist der Radsport des Jahres 2017?

 

Noch bevor am Samstag in Düsseldorf die 104. Tour de France startet, musste das amerikanische Team Trek-Segafredo seinen portugiesischen Profi André Cardoso (32) provisorisch suspendieren, weil er am 18. Juni positiv auf das verbotene Blutdopingmittel EPO getestet wurde.

Wie sauber ist also der Radsport 2017?

 

Es gäbe heute keinerlei Chance mehr, klare Trends festzustellen. Das meint der erfahrene Schweizer Martial Saugy, einst langjähriger Chef des angesehenen Anti-Doping-Labors in Lausanne. Warum? Weil der jetzige Blutpass dem heutigen Dopingmissbrauch nicht angepasst sei, erklärt Francesca Rossi. Die Italienerin leitet im schweizerischen Aigle die 2008 gegründete gemeinnützige Stiftung CADF (Cycling Anti-Doping Foundation), die seit 2013 - unabhängig vom Radsport-Weltverband UCI - Doping-Nachforschungen in aller Welt vornimmt.

 

Mit dem bisherigen Blutpass konnte zwar ab 2008 Blutdoping massiv eingeschränkt werden, denn ein Algorithmus ermittelt die natürlichen Grenzen des Menschen. Benutzt ein Sportler also EPO, steigt die Produktion junger Blutkörperchen an; setzte er es ab, sinkt diese Produktion ab. Das hatte Cardoso wohl nicht beachtet.

 

Diese Formel gilt zwar noch immer, reicht aber schon deshalb zu einer Überführung immer seltener aus, weil die Sportler gelernt haben, mit Mini-Dosen an Dopingmitteln und Eigenblut auszukommen. Weil diese Dosen kaum nachzuweisen sind, ist ihnen kaum auf die Spur zu kommen.

 

Wie sauber ist also der Radsport 2017?

 

Die CADF bleibt misstrauisch, stellte sogar einen Kriminologen ein. Denn im letzten Jahr wurden schon mal 2000 Dopingproben für die nächsten zehn Jahre eingefroren, um diese dann zu öffnen, wenn es bessere Untersuchungsmethoden gibt. Heute spürt man vor allem Rad-Profis nach, deren Blutpässe auffällig unauffällig sind. Das gilt zwar als Basis für gezielte Nachforschungen, reicht aber - so Francesca Rossis CADF - bei weitem nicht aus, um wirklich etwas zu erreichen.

Dennoch sind bereits einige Teams bei ihr besonders ins Visier geraten. Ob auch Trek-Segafredo dazu gehört, für das der deutsche Klassiker-Spezialist John Degenkolb in die Pedale tritt, wird verständlicherweise nicht kund getan. Fest steht jedoch, dass dessen Mannschaft, an der einst Lance Armstrong mit seiner Gesellschaft Livestrong beteiligt war, mit dem Spanier Alberto Contador einen wegen Dopings umstrittenen Favoriten in die 104. Tour de France schickt.

Außerdem: Im Team Trek-Segafredo, dessen Fahrer André Cardoso nun unter Doping-Verdacht steht, hat man eine Menge Erfahrung im Umgang mit leistungssteigernden, aber verbotenen Medikamenten. Einer seiner Teamchefs, der Däne Kim Andersen, wurde als Profi 1985, 1986, 1987 und 1992 des Dopings überführt. 1987 wollte ihn der Weltverband sogar als ersten Profi auf Lebenszeit sperren, reduzierte dieses Vorhaben unverständlicherweise jedoch auf nur ein Jahr. 

 

Andersens Kollege in der Führung von Trek-Segafredo, der Ukrainer Jaroslaw Popowych, wiederum lernte sein Handwerk einst bei Lance Armstrong. Später ackerte er an der Seite von Contador. 2014 wies ihm die Staatsanwaltschaft Padua eine gefährliche Nähe zu dem auf Lebenszeit gesperrten Doping-Arzt Michele Ferrari nach. Popovychs Reaktion: Er stieg vom Rennsattel ins Auto des Teamleiters um.

 

Wie sauber ist also der Radsport 2017?

 

Anstelle des Portugiesen Cardoso wird nun der 40-jährige Spanier Haimar Zubeldia ins Trek-Team einrücken. Ein Mann, der sich ebenso gut mit Lance Armstrong wie mit Alberto Contandor verstanden hat. Einer der weiß, wie es bei der Tour zu laufen hat.

 

Auch mir ist dieses leidige Thema seit Jahrzehnten zur zweiten Natur geworden. Als Journalist muss ich deshalb mit nur mir zugänglichem Hintergrundmaterial darauf reagieren. Das wird wohl auch während der nächsten drei Wochen hin und wieder so sein.

 

KBL 

65 (2017-05-07) Uwe Morchutt aus Eltville

Vom Sieg träumend

143. Kentucky Derby – Churchill Downs

 

Die Vereinigten Staaten von Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

 

Tausende deutsche Auswanderer haben insbesondere nach 1945 ihr Glück in Übersee gesucht, um der Zerstörungshölle in Deutschland, das Land von Goethe und Schiller lag bekanntlich in Trümmern, zu entfliehen. Aus dem beschworenen „Endsieg“ wurde nichts, die meisten Städte bestanden nur noch aus Ruinen. Jetzt hatten die Siegermächte das Sagen! Viele junge Menschen, und nicht nur die, packten ihre sieben Sachen zusammen, wenn es überhaupt so viele waren, und kehrten dem Land für alle Ewigkeit den Rücken.

 

Es wartete ein ganz neues Leben auf sie, als Ausländer!

 

An das vielbesungene „Auferstanden aus Ruinen“ glaubten sie in diesem Moment nicht, angesichts der immensen Katastrophe, den „totalen“ Krieg verloren zu haben. Nur das nackte Leben war sprichwörtlich gerettet. Wer soll es ihnen verdenken? Man lebt ja nur einmal! Ihre persönliche Zukunft sahen sie entweder in den USA oder in Kanada. Jeder kann sich ungefähr vorstellen, was das für den Einzelnen bedeutet hat. Fremde Sprache, unbekannte Gesetze, fremd in einem Land zu sein, um bei Null neu anzufangen!

 

72 Jahre später hat sich daran leider nichts geändert

 

Es gibt einfach zuviele Kriegsgewinner, die verbrannte Erde und millionenfache Verlierer zurücklassen. Die Folge, ein Heer von Flüchtlingen! Unter den Kriegstreibern natürlich auch demokratisch gewählte Despoten, die behaupten, im Sinne des Volkes zu handeln. Der schmale Österreicher aus Braunau kam 1933 auch durch den Willen des Volkes an die Macht! Einige Wenige von damals, wie auch heute, schafften oder schaffen es, zu Reichtum oder einen gewissen Wohlstand zu gelangen.

 

Von den meisten, den Verlierern, hört man nie wieder etwas

 

Von den wenigen Gewinnern, die es beispielsweise zum Millionär geschafft haben, berichtet man von der verheißungsvollen Story: vom Tellerwäscher zum Millionär! Warum erzähle ich das, wird sich jetzt manch einer verdutzt fragen? Weil dieses Schicksal eng mit der eigenen und vielen anderen Familien verknüpft ist! Es gibt Momente im Leben, da ändert sich jäh das

ganze Leben! Atemberaubend!

 

Kentucky, der Bundesstaat in den USA, der wie kaum ein anderer mit dem „Wasser des Lebens“ verbunden ist: dem Whisk(e)y! Kentucky Bourbon! Ein Genuss, bei dem man schwach werden kann. Kentucky war zunächst ein Teil Virginias und trat 1792 als 15. Staat dem Bund der Vereinigten Staaten bei. Die Gruppe der Deutsch-Stämmigen beträgt heute in Kentucky rund 14,6 Prozent. 

Die Hauptstadt heißt nicht von ungefähr Frankfort

 

Eine Kleinstadt mit weniger als 30 000 Einwohnern.

Neben dem Kentucky-Whiskey sind es vor allem die Rennpferde, die Kentucky über die Landesgrenze der USA hinaus bekannt gemacht haben. Das Derby, das ein Rennpferd nur einmal in der Karriere gewinnen kann, nämlich mit drei Jahren, ist die wertvollste Zuchtprüfung, die auf den 12. Earl of Derby, einem britischen Politiker, in England 1780 zurückgeht. Also lange vor dem „Brexit“!

 

Nun stand bereits das 143. Kentucky-Derby am 6. Mai 2017 auf dem Programm. In Churchill Downs, Louisville, fand das Rennspektakel statt. 20 Galopper rückten in die Boxen ein. Ganz normal, dass alle Besitzer vor dem Start des Rennens von einem Sieg träumten. Denn nur wer mitläuft, kann gewinnen! Ein Sieg im „Run for the Roses“, wie das Rennen auch genannt wird. Wahnsinn! Mit zwei Mio. US$ dotiert, ist es das traditionsreichste Rennen mit dem höchsten Prestige überhaupt in den USA. Gruppe I, 2012 m lang.

Wie immer kann aber nur einer gewinnen

 

Der Sieger heißt: Always Dreaming, der schon das Derby in Florida gewann und somit als Favorit an den Start ging. „Immer träumend“, der Besitzer hat schon bei der Namensgebung alles richtig gemacht! Unter Jockey John Velazquez und Trainer Todd Pletcher siegte der dunkelbraune Hengst mit der Startnummer 5 im Schlamm von Churchill Downs. Der Regen, der böse Regen hatte den Untergrund, Dirt, auf deutsch Sand, stark aufgeweicht. Der Bodemeister-Sohn gewann letztendlich überzeugend mit zweidreiviertel Längen Vorsprung vor dem Zweiten „Looking at Lee“.

Apropos: Der wilde Truthahn, ein flugunfähiger Vogel, ist sozusagen das Wappentier von Kentucky und eine bekömmliche Whiskey-Marke zugleich: Wild Turkey. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wohl bekomm's! umo

64 (2017-04-26) Medienspiegel

Syrische Flüchtlinge

als Top-Kriminelle

Polizeireport:

Fast 60 Prozent mehr kriminelle Asylbewerber in Bayern, Baden-Württemberg noch schlimmer 

 

Die neuen Kriminalitätszahlen des Bundeslandes Bayern liegen vor. Die Zahl der kriminellen Asylbewerber in Bayern ist deutlich gestiegen, um fast 60 Prozent. Die meisten der Straftäter kommen aus dem Nahen Osten, Spitzenreiter sind geflüchtete Syrer. In Baden-Württemberg sieht es zahlenmäßig noch schlimmer aus. Dort verdoppelte sich die Zahl der Körperverletzungsdelikte nahezu.

Fast jeder zehnte Tatverdächtige in Bayern ist somit ein Einwanderer – zum Vergleich: 2012 waren es nur 1,8 Prozent.

Syrer als Top-Kriminelle


Die meisten der Tatverdächtigen mit 16,1 Prozent stellen die Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien dar, gefolgt von Afghanen (14,3 Prozent) und Irakern (8,8 Prozent). Den Kriminellen aus Nahost folgen mit 6,8 Prozent die Asylbewerber aus Nigeria.

Der Anstieg der Kriminalität in Bayern im Jahr 2016 ist im Ergebnis ganz überwiegend ausländischen Tatverdächtigen, darunter insbesondere Zuwanderern, zuzuschreiben.“ (Joachim Herrmann, CSU, Innenminister in Bayern)

 

Baden-Württemberg: noch schlimmer


Hier ist der Anstieg mit 37,5 Prozent (ohne Aufenthaltsdelikte) zwar nicht so gravierend wie in Bayern, aber mit 42.443 Straftaten, von 25.379 Flüchtlingen begangen, zeigt sich eine noch größere Dimension einer offenbar beginnenden Sicherheits-Krise.

Der Präsident des Landeskriminalamtes in Ba-Wü, Ralf Michelfelder, sagte der DPA dazu: „Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr im Kriminalitätsgeschehen angekommen.“

Addiert man zu dieser Zahl noch die Vergehen gegen das Aufenthaltsrecht, kommt man auf stattliche 64.329 Straftaten. Die Zahlen stammen aus einer Statistik der Polizei, die dem „SWR“ vorliegt.

Weniger Kriminelle durch Abschiebung


In 2016 wurden insgesamt 251.000 Tatverdächtige erfasst, 107.417 von ihnen waren nicht-deutsche Tatverdächtige, so der „SWR“ erläuternd. Wie schon in den Vorjahren stammen die meisten aus der Türkei, gefolgt von Rumänien und Italien. Hinzu kommen 25.379 tatverdächtige Asylbewerber und Flüchtlinge, zumeist Männer (22.055). Im Vorjahr waren es noch 18.695 (ohne Aufenthaltsrechtsverstöße).

Bei den Flüchtlingen zeichnete sich vor allem die Gruppe der Syrer mit 4.053 ab, eine mehr als Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr (1.253). Den Bürgerkriegsflüchtlingen folgen 2.346 Gambier (2015: 1.592) und Afghanen (2016: 1.934, 2015: 638).

Rückgängig ging die Zahl der von Menschen aus dem Kosovo und aus Serbien begangenen Straftaten. 2016 wurden 1.094 kriminelle Kosovaren (2015: 1.531) und 1.244 kriminelle Serben (2015: 1.488) verzeichnet. In diese Länder wurde im vergangenen Jahr verstärkt abgeschoben.

 

Dramatischer Anstieg der Körperverletzungen


Während die meisten der von Asylbewerbern begangenen Straftaten im Bereich der Diebstahls-, Vermögens- und Fälschungsdelikte, größtenteils bei Ladendiebstählen und Schwarzfahren, zu finden waren, bereitet der Polizei die zunehmende Aggressivität Probleme.


Größere Sorgen bereiten uns aber die Körperverletzungsdelikte, also die Gewaltanwendung durch Asylbewerber.“ (Michelfelder, LKA-Chef)

Hier verzeichnete die Polizei einen Anstieg um sage und schreibe 95,5 Prozent auf 7.670 Fälle, bei denen mindestens ein Flüchtling beteiligt war, so der „SWR“ weiter. Etwa 60 Prozent dieser Delikte geschahen demnach in Unterkünften, aber auch rund 40 Prozent in der Öffentlichkeit.

Des Weiteren sind Asylbewerber bei Rauschgiftdelikten und einfachen Diebstählen auffällig stark vertreten. Es gäbe inzwischen nahezu kein Kriminalitätsfeld mehr, in dem nicht auch Flüchtlinge als Tatverdächtige ermittelt würden, so Michelfelder.

 

Menschen aus Kriegsgebieten: anderes Verhältnis zu Gewalt


"Asylbewerber sind nicht nur Täter, sondern auch überdurchschnittlich oft Opfer von Straftaten", betonte Michelfelder. Denn die meisten Körperverletzungen (gut 60 Prozent) fanden in Flüchtlingsunterkünften statt. "Es gibt immer wieder Streitigkeiten. Häufig sitzen die Menschen dicht aufeinander, werden aggressiv oder ethnische Gruppen verstehen sich nicht", erklärte Michelfelder. Er führte den Anstieg der Kriminalität begangen durch Migranten auch darauf zurück, dass diese Menschen aus Kriegsgebieten kommen und möglicherweise ein anderes Verhältnis zu Gewalt haben.

Infolge des Anstiegs der Kriminalität durch Asylbewerber werden bei den regionalen Polizeipräsidien täterbezogene Erkenntnisse gezielt ausgewertet. "Sofern Hinweise auf Mehrfach- oder Intensivtäterschaft vor allem mit Blick auf die Zuwanderung vorliegen, werden durch die Dienststellen gezielte Maßnahmen der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung eingeleitet", betonte Michelfelder. Dies umfasse auch die Prüfung beziehungsweise die Vorbereitung von ausländerrechtlichen Maßnahmen durch die zuständigen Ausländerbehörden.

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63 (2017-04-18) Uwe Morchutt

Krümel“ meldet sich zu Wort

Wie wohltuend für Augen und Ohren 

Mal keine Meldung über Trump, Erdogan oder Putin. Als hätten wir kein eigenes Leben in Deutschland. Oder vielleicht sogar Probleme? Es scheint ja so einfach im Gleichklang der deutschen Medien, egal ob nun GEZ oder privat, über das Übel in der großen weiten Welt monatelang zu schwadronieren. Als würden wir keine Mitschuld daran tragen? Hierzulande wird dieser mediale Einheitsbrei zudem auch noch als „Pressefreiheit“ gefeiert!

 

Man denke nur an unsere türkischen Mitbewohner, die zwar hier leben, ob nun gern oder nicht, die Politik von Erdogan in ihrem Heimatland, von dem sie sich geografisch weit entfernt haben, insgeheim doch sehr willkommen heißen. Wie ein Vegetarier, der sich klammheimlich in der Nacht über die Fleischklopse hermacht! Wer soll das verstehen?

 

Den Pferden ist das natürlich alles egal! Solange man sie nur ordentlich behandelt und sie nicht auf dem Speiseplan stehen, obwohl sie eine Delikatesse sind! Adolf Furler sei dank, dass wir wieder den „Galopper des Jahres“, dieses Mal für die Rennsaison 2016, küren dürfen. Das Pferd des Jahres 2016 in den USA heißt übrigens California Chrome. Ob Donald Trump das weiß?

 

Die Rennsportexperten hierzulande haben wieder drei Galopper in die engere Auswahl gebracht, damit der Galoppsport-Interessierte, im Sinne der ältesten Publikumsauswahl, den besten Vierbeiner leichter auswählen kann. Iquitos, 2012 geb., Protectionist, 2010 geb., und Potemkin, 2011 geb., drei Hengste, kamen also in den Genuss, aus der Schar der vielen Vierbeiner, den beliebten Preis an die Stalltür geheftet zu bekommen. Natürlich kann wie immer nur einer gewinnen. Ein totes Rennen, wie im richtigen Renngeschehen, gibt es ja bei dieser Auswahl nicht!

 

Hier ist er nun: gerade frisch vorgestellt auf der Rennbahn in Köln-Weidenpesch: Der „Galopper des Jahres 2016“ heißt: Iquitos. 40,6 Prozent der abgegebenen Stimmen sicherte sich der Adlerflug-Sohn. Der Sieger der German Racing Champions League gewann vor Potemkin,

34,4 Prozent, und Protectionist, 25 Prozent.

 

Ein Erfolg, den man „Krümel“, wie er aufgrund seines geringen Stockmaßes zu Hause im Stall genannt wird, natürlich gönnt, gilt die Wahl doch als sportlich fair. Eine schwere Kolik hätte dem „Kleinen“ ein Jahr zuvor beinahe das Leben gekostet. Bei acht Jahresstarts galangen ihm zwei Siege und eine Platzierung. Seine Gewinnsumme 2016 beträgt 224 000 Euro. Stolzer Besitzer ist der Stall Mulligan. Trainiert wird „Krümel“ von Hans-Jürgen Gröschel in Hannover.

 

Namensgeber: Von wegen Krümel! Iquitos ist mit über 400 000 Einwohnern die größte Stadt im tropischen Regenwald des südamerikanischen Anden-Staates Peru und die Hauptstadt der Region Loreto sowie der Provinz Maynas.

 

Übrigens: Recep Tayyip Erdoğan ist seit dem 28. August 2014 Präsident der Türkei, der 12. in der Geschichte des stolzen Landes. Davor war er von 2003 an Ministerpräsident. Frau Merkel ist seit 2005 Bundeskanzlerin. Auch ohne Präsidialamt entscheidet sie ganz frei am Parlament und somit am Grundgesetz vorbei, wenn Millionen Flüchtlinge um Einlass gewähren! Nicht Merkel, sondern das Parlament entscheidet, postuliert Peter Gauweiler von der CSU! Die vielen Krümel, sprich der Wähler, werden ja schon gleich gar nicht gefragt! umo

62 (2017-03-27) Uwe Morchutt

Arrogate – spielend

leicht zum Sieg

22. Dubai World Cup -

Meydan Racecourse

Wenn es ein Paradies auf Erden geben würde, dann wäre Meydan City sicherlich ein erster Anwärter auf den Titel. Die Rennbahn, Meydan Racecourse, in Dubai, den Vereinigten Arabischen Emiraten, eingebunden in das faszinierende Areal von Meydan City, verfügt beispielsweise über die längste Zuschauertribüne der Welt. Sie ist über eine Meile (rund 1600 m) lang und kann mehr als 60 000 Besuchern Platz bieten. Die Pferderennsport-Anlage wurde vor nunmehr sieben Jahren, am 27. März 2010, eröffnet. Allein die Parkmöglichkeiten sind für 8600 Parkplätze konzipiert.

Die Bahn der Superlative verfügt über zwei Geläufe. Eine 1750 m lange Sandbahn (Dirt track) und eine 2400 m lange Grasbahn (Turf track). Alles nur vom Feinsten, First-Class sozusagen. Im Vergleich zu Deutschland, inzwischen zur Galoppsport-Provinz mutiert, unvorstellbar, baut man hier doch länger an einem Flughafen, siehe Berlin, als Dubai City an einem ganzen Stadtbezirk. Sozusagen vom Reißbrett in den Wüstensand gebaut. Wobei ganz Dubai mit seinen rund 2,7 Mio. Einwohnern nicht einmal die Größenordnung von Berlin erreicht!

Der letzte Renntag im Rennkalender von Dubai stand nun an. Die Rennsaison dauerte nur vom 3. November 2016 bis zum 25. März 2017. Sicher der Hitze geschuldet. Der Schlusstag bot dafür ein Galopprennsport-Spektakel, das sich der Enthusiast eigentlich nur im Traum vorzustellen vermag. Es ist aber tatsächlich geschehen! Auf der Rennkarte standen insgesamt neun Rennen, die mit über 30 Mio. US$ dotiert waren. Zum Abschluss, sozusagen als Krönung, der Dubai World Cup mit allein 10 Mio. US$. 14 ambitionierte Vierbeiner aus der ganzen Welt rückten in die Startboxen ein. Für europäische Verhältnisse ungewohnt, wird das Rennen über 2000 m doch auf Sand ausgetragen. In „good old Europe“ läuft man doch lieber auf Turf, also auf Gras.

Wie immer kann nur einer siegen. Das derzeit wohl beste Rennpferd der Welt, der vierjährige Arrogate, galt als klarer Favorit. Mit Startnummer 9 startete er aus Box Nummer 9. Bob Baffert, der Erfolgstrainer, fand diese Auslosung als nicht besonders tragisch. Mit den Worten: „I know I have a great horse,“ war Bafferts Optimismus und sein Vertrauen in sein Pferd ungezügelt. Er sollte recht behalten. Arrogate, der bei Longines aktuell das höchste Rating von 134 besitzt, machte zwar spät ernst, aber dann so richtig, so dass er das Preisgeld und den Siegerpokal für seine Besitzer einheimste. Im Sattel saß übrigens der amerikanische Spitzenjockey Mike Smith.

In der 22. Austragung des Dubai World Cups gelang Trainer Baffert somit bereits der dritte Treffer. Mit Silver Charm, 1998, und Captain Steve, 2001, schaffte er nun mit Arrogate, alle drei Sieger waren jeweils vier Jahre alt, den nächsten Erfolg in diesem prestigeträchtigen Rennen. Arrogate, ein Unbridled's Song-Sohn, der im Besitz der Juddmonte Farms Inc. ist, siegte bei seinem achten Start zum siebenten Mal, mit 21/4 Längen Vorsprung. Seine Gewinnsumme liegt nun aktuell bei 13,34 Mio. englischen Pfund.

Vom letzten Platz nach dem Start kommend überholte er auf der Zielgeraden alle Gegner. Unglaublich! Das gegenwärtig beste Rennpferd wurde seiner Favoritenrolle spielend leicht gerecht. Zweiter wurde Gun Runner vor Neolithic. Alle drei Pferde kommen aus den USA. Dazu das ungewöhnliche Wetter. Es regnete in Meydan! Die Protagonisten sahen nach dem Rennen auch dementsprechend aus. Die englische Bezeichnung Dirt, für Sand, sprach Bände! Ein schmutziger, aber süßer Sieg, wenn man allein nur an das üppige Preisgeld denkt! umo

61 (2017-01-25) Bernd Jürgen Morchutt

Der Fußball

rollt wie gedruckt

Täglicher K(r)ampf bei Bild 2

 

Jetzt gibt es sie endlich wieder, eine tägliche Sportzeitung in Deutschland.

Halt, nicht Sport-, sondern Fußball-Zeitung.

Und sie heißt „FUSSBALL Bild“.

Seit 20. Januar ist das Fußball-Blatt bundesweit im Angebot. Gegen alle Erwartungen habe ich die 32-seitige Ausgabe sogar auf Anhieb in Marzahn gefunden. Gestern war der Erstverkaufstag des aktuellen Heftes meiner Lieblingszeitschrift „Bergwelten“, deshalb ging ich zum Zeitungskiosk.

 

Ein paar Emotionen waren da schon mit im Spiel. Schließlich bin ich kein normaler Leser. Auch nicht Teil der avisierten Zielgruppe dieses Boulevard-Blättchens. Wenn ich eine solche Zeitung sehe, habe ich natürlich sofort „Sportecho“ und „fuwo“ im Hinterkopf. Selbst 26 bzw. 24 Jahre später.

Was ich gestern in der Hand hielt, war dünn, mager und arm. Ich hatte die Zeitung auf unserem ovalen Wohnzimmertisch aus Kirschholz ausgebreitet, einen „Coffee to read“ gekocht und mich auf eine spannende Lektüre vorbereitet.

 

Nach gut zehn Minuten war ich fertig. Ich muss es gleich rauslassen: Das ist eine billige Verwertung von Überhangartikeln der Bild-Zeitung. Dass es sich um einen Ableger von Deutschlands größter Kaufzeitung handelt, hatte natürlich vorher niemand verschwiegen. Wie auch? Der Titel spricht für sich. Aber die Idee derart offensichtlich umzusetzen und zu vermarkten, halte ich doch schon für reichlich dreist.

 

Auf der Titelseite eine wilde Ansammlung populistischer Schlagzeilen. Reine Effekthascherei, die den wahren Fan oder Insider nicht von der Reservebank lockt.

Das Thema des Tages findet sich gleich auf den Seiten zwei und drei: „Götze in der Sackgasse“. Spekulationen ohne Tiefgang, fern jeder fachlichen Beurteilung. Selbstverständlich eine perfekte Vorlage für den Kolumnisten Lukas Podolski, der einmal pro Woche exklusiv in „FUSSBALL Bild“ schreibt. „POLDI HAUT IHN REIN“ - nennt sich der 2-Spalter vielsagend. Ich hatte Glück, dass Poldi gerade dienstags auftauchte. Der Kölner mit Migrationshintergrund orakelt: „Vielleicht belastet Mario das WM-Tor“. Mag ja sein! Sicher bin ich keiner, der erwartet, dass Podolski jede Woche eigenhändig eine Kolumne in sein Smartphone tippt oder toucht. Aber, liebe Kollegen, das war so weit weg von Poldi wie Merkel von Trump.

 

Dann steht auf Seite 6 über Pal Dardai: „Den netten kleinen Ungarn gibt es nicht mehr“. Hertha hatte am Wochenende in Leverkusen verloren. Jetzt mutiert der Trainer der Berliner zu einem "stinkigen Puszta-Stier". Ich bedanke mich für diese tolle Information.

 

Eines fällt dem geneigten Leser auf: Ein prominenter Fußball-“Experte“ oder Ex-Spieler hat einen mehr oder weniger inhaltsreichen Satz abgesondert. „FUSSBALL Bild“ macht daraus einen 60-zeiligen Artikel, in dem die leeren Worthülsen krachend aufeinander prallen.

 

Das Highlight journalistischen Schaffens prangt auf der Doppelseite in der Mitte des dünnen Heftes (Die Grafik des Tages): Wer sitzt wo im Mannschaftsbus. Freie Fahrt für den FC Bayern München.

Zumindest weiß ich jetzt, dass der Schwiegersohn von Carlo Ancelotti, der Ernährungsberater Mino Fulco, in der Bordküche des 500 PS starken und 500 000 EUR teuren Transportmittels den Kaffee kocht.

 

Zum Schluss noch zwei positive Bemerkungen. Auf den Seiten 26 und 27 geht es um den internationalen Fußball. Unter NEWS fand ich folgende Meldung: „Die WM-Auslosung findet am 1. Dezember (meinem Geburtstag – der Verfasser) im russischen Machtzentrum statt. Witali Mutko (58): `Wir haben den Kreml vorgeschlagen und die Fifa hat zugestimmt`. Das Turnier in Rußland wird vom 14.6. bis 15.7.2018 gespielt.“

 

Angenehm und gut lesbar empfand ich die „TABELLEN & STATISTIK“ am Ende der Ausgabe. Das gilt sowohl für die 1. und 2. Bundesliga sowie die 3. Liga als auch für die fünf internationalen Ligen. Das sind Basics für den Fan. Die Ergebnisse, Spieltage, Tabellen und Torjägerlisten aus England, Spanien, Frankreich und Italien spiegeln das Fußball-Geschehen in unserer Nachbarschaft wider. Die Statistiken zur Türkei sind wohl eher ein Zugeständnis an die Fußball-Liebhaber unter unseren muslimischen Mitbürgern.

 

Alles in allem lässt sich zusammenfassen: Für einen Euro kann man nicht mehr erwarten. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

BJM

60 (2016-12-12) Uwe Morchutt

Hong Kong – der „Duftende Hafen“

Hier geht der Bär ab!

 

Die chinesische Stadt Hong Kong wurde als Folge des 2. Opium-Krieges im 19. Jahrhundert unter britische Verwaltung gestellt, da die Chinesen kapituliert hatten. Das ganze Gebiet ging 1898, so sah es der Pachtvertrag vor, für 99 Jahre an das Vereinigte Königreich. Bis zur Rückgabe 1997 stand die Kolonie vollständig unter britischer Verwaltung, mit Ausnahme von etwa vier Jahren während des Zweiten Weltkrieges, als Hong Kong von den Japanern besetzt war. Am 1. Juli 1997 holte die Volksrepublik China die abtrünnige „Schönheit“ mit bombastischem Getöse wieder heim in das gelbe Reich. Seither ist Hong Kong mit seinen rund 7,3 Mio. Einwohnern eine Sonderverwaltungszone. Die Affinität zu den Pferderennen, die die Engländer 1793 einführten, ist geblieben.

 

Was die Japaner können, das können wir auch. Gesagt, getan! Sieben Jahre nach der Einführung des Japan Cups haben die Chinesen, besser gesagt die Hong Kong-Chinesen, den Hong Kong Cup ins Leben gerufen. Das heutige Gruppe I-Rennen wurde 1988 zum ersten Mal ausgetragen, wobei es den höchsten Status im Galopprennsport erst seit 1999 trägt. Die Rennbahn in Sha Tin, 1978 eröffnet, ist ein Ortsteil von Hong Kong, der sich zur Satellitenstadt Sha Tin New Town gemausert hat. Sha Tin bietet Platz für 85 000 Besucher. Der Renn-Höhepunkt eines jeden Jahres, der Hong Kong Cup, ist dodiert mit 25 Mio. HKD, was ca. 3 Mio. Euro sind.

 

Wie in Japan sind Pferderennen auch hier eine Art Volkssport. Die Asiaten zocken einfach zu gern! Obwohl nur Pferde laufen, geht hier sprichwörtlich der Bär ab! Warum auch nicht. Mit etwas Glück kann man sein Einkommen aufpeppeln. Der Hong Kong Jockey Club, der Betreiber, 1884 gegründet, unterhält übrigens noch eine zweite Rennbahn mit dem Namen Happy Valley. Diese wurde bereits 1845 eröffnet und bietet 55 000 Gästen Platz. Die Anlage wurde 1995 imposant rekonstruiert, so dass Hong Kong über zwei moderne Rennbahnen verfügt, die international gesehen, höchsten Ansprüchen gerecht werden.

 

 

Rund 700 Rennen finden auf beiden Bahnen jährlich statt. Eine Winterpause, wie wir sie in Europa kennen, gibt es in Hong Kong nicht, da die Temperaturen nie unter 15 Grad Celsius gehen. Ein wahres Zockerparadies! Im Vergleich hierzu ist Deutschland mit seinen veralteten Rennbahnen eine nostalgische Galopp-Provinz!

 

Am 11. Dezember 2016 fand nun der 29. Kong Kong Cup statt. Der krönende Abschluss der internationalen Rennsaison 2016. Zwölf 3-jährige und ältere Pferde rückten dafür in die Boxen ein. Dabei auch der Vorjahressieger A Shin Hikari, der natürlich versuchte, seinen Titel zu verteidigen. Mit Elliptique, der den großen Dallmayr Preis 2016 in München gewann, war auch ein guter Bekannter unter den Teilnehmer.

 

Um 19.30 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MEZ) rückten die Teilnehmer ein, um den Sieger zu ermitteln. Gewinnen kann wie immer nur einer. Mit einem grandiosen Ritt vom derzeit besten Jockey auf der Welt, Ryan Moore, flog der fünfjährige Hengst Maurice, der als Wettfavorit ins Rennen ging, von hinten kommend auf der Zielgeraden an allen vorbei und siegte überlegen vor Secret Weapon. Japans Pferd des Jahres 2015, im Besitz von Kazumi Yoshida, zeigte in beeindruckender Manier, was es drauf hat. 

Bei 18 Starts der elfte Sieg! Vorjahressieger A Shin Hikari, der es mit einem Ausreißversuch probiert hat, wurde Zehnter und der französische Hengst Elliptique errang den siebten Platz. Ein klasse Renntag, der Pferderennsport in höchster Perfektion und Klasse demonstrierte!

 

Die Rennsaison ist nun schon wieder Geschichte. Die Vierbeiner dürfen sich jetzt ausruhen, die Zweibeiner zählen das Geld. Hals und Bein allen Vierbeinern. Auf ein gesundes Wiedersehen in 2017! umo

59 (2016-12-09) Gerald Gleichmann aus Erfurt

Gerald Gleichmann, Jahrgang 1957, stammt aus Sonneberg und lebt heute in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Er ist sowohl gelernter Porzellanmaler als auch Bibliotheksassistent und kann bereits zahlreiche Veröffentlichungen seiner Werke vorweisen. Wir berichteten darüber. Auch in diesem Jahr gibt es von ihm eine Weihnachtsgeschichte. Exklusiv erzählt auf laptopwerk.de:

 

Morgen kommt der Weihnachtsmann...

 

Morgen kommt der Weihnachtsmann...", trällerte Klein-Johanna, da warfen die Bäume ihre bunten Blätter gerade von sich und türmten in den Läden Stollen und Lebkuchen zuhauf.

Vater Freddy entfloh schon bald dem nicht enden wollenden Gesang der Tochter in seine Kneipe, während Mutter Erika bereits die ersten Festeinkäufe nach Hause schleppte.

"Morgen kommt der Weihnachtsmann...", wiederholte die Kleine Wochen später noch genauso begeistert, dass Freddy mit zusammengekniffenen Augen knurrte: "Kommt er nicht! Jedenfalls nicht morgen."

"Warum?"

"Weil erst in vier Wochen Weihnachten ist."

"Warum?"

"Ich habe den Kalender nicht gemacht. Frage deine Mutter!"

Die wedelte mit Putzlappen und Eimer durch die Wohnung und hatte vorbeugend gegen jede nur denkbare Belästigung Flaschenkorken in beiden Ohren stecken.

Klein-Johannas Stimme klang schon recht heiser, da fröstelte die Bratgans in der Gefriertruhe, stapelten im Flur sich Kartons mit Glaskugeln und Lametta für die im Vorgarten herumlungerte Blautanne, werkelte Freddy an der defekten Lichterkette und grübelte Erika angestrengt nach, in welchem Schrank wohl welches Präsent wohlverwahrt liegen mochte.

"Er kommt sowieso nur zu braven Kindern!", ermahnte Freddy sie und hoffte, seine Tochter unterbrach für einen winzigen Moment die Singerei.

"Mutti!", heulte Johanna dafür laut los.

"Vati hat recht", beschwichtigte die überforderte Hausfrau sie.

"Warum?"

"Weil dein Vati immer recht hat!", entgegnete die, schränkte aber ein: "Jedenfalls ist er in dem Glauben. Und solange die Lichterkette nicht brennt, überzeugen wir ihn lieber nicht vom Gegenteil."

Klein-Johanna dachte eine kurze Weile darüber nach, als sie plötzlich wissen wollte: "Bringt er auch seine Renntiere mit?"

"Es heißt Rentier!", verbesserte Freddy, als die Lämpchen kurz kunterbunt flimmerten, ehe sie scheinbar auf ewig verloschen.

"Falls er den weiten Weg zu uns überhaupt findet...", murmelte Erika abwesend. Denn bei aller vorweihnachtlichen Hektik hatten sie doch das allerwichtigste Requisit für eine schöne Bescherung völlig vergessen! Sie hüpfte gestikulierend im Wohnzimmer herum, denn es dauerte mal wieder, ehe Freddy begriff.

"Heiliger Bimbam!", rief er und spurtete sogleich mit der um seinen Hals hängenden Festtagsbeleuchtungskette mit dem Hinweis los: "Ich rufe schnell mal beim Weihnachtsmann an!"

Klein-Johanna staunte mit offenem Mund, ehe sie sich besann und dem Vater nachrief: "Vielleicht kann er mir noch ein paar ganz ganz wichtige Wünsche erfüllen!"

"Wir werden sehen", entgegnete Mutter Erika, als sie in den Keller hinabstieg. Noch immer in der Hoffnung, bis zur gegenseitigen Beschenkung sämtliche Kartons und Tüten gefunden zu haben.

Derweil sang Johanna umso fröhlicher: "Morgen kommt der Weihnachtsmann..."

 

Als es am ersehnten Abend vor der Tür polterte und krachte, grinste Freddy geheimnisvoll, jauchzte Johanna erfreut und robbte Erika auf der Suche nach einer ihrer verlustig gegangenen Kontaktlinsen über den Teppich.

"Hohoho...!", brüllte der verkleidete Geselle im tiefsten Bass.

Lediglich nur mit einem Auge klarsehend, erkannte Erika den hinter einem mächtigen Wattebart verborgenen Uniformierten dennoch sofort. Aber auch Klein-Johanna kicherte gleich los: "Das ist doch nicht der Weihnachtsmann, sondern nur der Jägermeister!"

"Und wenn der kommt, dann bescheißt er...", entfuhr Erika es nüchtern.

"Das ist Onkel Rick!", belehrte die Tochter sie ernst.

"Trotzdem taugt er bloß zum..." Hastig biss sie sich auf die Zunge.

"Aber Erika!", riefen die beiden Männer zugleich.

"Immerhin besser als der Schornsteinfeger", piepste Mutter Erika mit hochrotem Kopf giftig und hastete in die Küche, um traditionell die Feuerzangenbowle anzurichten.

Während Freddy über die dichterischen Einfälle seiner Ehefrau staunte, räusperte Rick sich geistesgegenwärtig und wollte wissen, ob Johanna ein schönes Gedicht aufsagen konnte?

"Lieber guter Jägersmann...", begann die unsicher, stockte dann aber, als eben in diesem Moment die bisher bunt flimmernde Lichterkette am Weihnachtsbaum förmlich explodierte und einer der sprühenden Funken den falschen Bart des Gabenbringers in Brand setzte.

 

Sogleich stürzte Freddy sich auf den und umklammerte dessen Hals so fest, dass Johanna gellend schrie: "Er soll erst meine Geschenke rausrücken!"

Da stürmte auch Erika mit der Bowle ins Wohnzimmer zurück, trat dabei versehentlich auf ihre auf dem Boden liegende Kontaktlinse, warf beim Anblick der brennenden Blautanne das heiße Getränk in die Glasvitrine, flüchtete hinters Ledersofa und schwor feierlich, in ihrem noch verbleibenden Lebensjahren kein einziges Weihnachtsfest in Familie mehr zu feiern!

Einzig Klein-Johanna nutzte die Gelegenheit und verschwand mit dem bis oben hin mit Geschenken gefüllten Kartoffelsack in ihrem Zimmer.

 

Aber auch später an diesem eher unheilig verlaufenen Abend, nachdem jeder bekommen hatte, was er nicht verdiente; die Scherben weggeräumt waren; das verkohlte Gerippe des Baumes im Vorgarten stakte und Klein-Johanna selig im Bett schlief, blieb die Stimmung im Wohnzimmer recht frostig. Die beiden Männer belauerten sich gegenseitig äußerst wortkarg und sprachen umso mehr den alkoholischen Vorräten für die geplante Silvesternacht zu. Erika nippte niedergeschlagen an ihrer verdünnten Limonade, schniefte dabei in ihr Taschentuch und nahm sich vor, alles vehement zu leugnen, was man ihr jemals vorhalten könnte.

Irgendwann hatte sie jedoch keine einzige Träne mehr und war ihre zweite Kontaktlinse ebenfalls spurlos verschwunden. Freddy torkelte schwankend durchs Zimmer und nuschelte fortwährend: "Im Wald und auf der Heide, da findet mancher Förster seine Beute..." Der von ihm Beschuldigte widersprach nicht, da er vom plüschigen Hocker rutschte und laut zu schnarchen begann.

Mit arg betretenen Gesichtern fand das verkrachte Trio sich am Morgen darauf seltsamerweise einträchtig nebeneinander liegend im Ehebett wieder, aber wollte keiner von ihnen es so genau wissen, welches möglicherweise himmlische Wunder neuerdings über sie gekommen war!

Ausgerechnet in diesem Augenblick stürmte Klein-Johanna ins Schlafzimmer der Eltern, in ihren Armen die von wem auch immer gebrachte Puppe, bestaunte zunächst ein wenig ungläubig die in den Kissen ruhende Dreifaltigkeit, ehe sie inbrünstig wie ebenso laut trällerte: "Ihr Kinderlein kommet...!"

Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte. Und bis dahin allen ein friedliches wie ebenso fröhliches Weihnachtsfest!

58 (2016-11-28) Uwe Morchutt

Pferderennen - großes Geschäft in Japan

ジャパンカップ Japan Kappu

 

Wer bisweilen denkt, Pferderennsport sei nur in Europa oder den USA beliebt, der irrt sich gewaltig


In Asien leben die wahren Zocker. Horse racing is big business in Japan! Hier wechseln Milliardenbeträge den Besitzer. Glaubt man den Auguren, wurden die ersten Pferderennen in Japan 1862 in Yokohama von Ausländern nach westlicher Art organisiert. Man höre und staune, immer wieder die „Foreigner“! Hinter der Bezeichnung „big four“, die großen Vier, verbergen sich Tokyo, Nakayama, Kyoto und Hanshin, also die Orte, wo die größten Pferderennbahnen Japans hunderttausende Besucher wöchentlich anlocken, um auf das große Glück zu wetten. 

 

Hier wird nicht geknausert, sondern gezockt, dass die Wettscheine glühen!

 

Japan verfügt insgesamt über zehn Pferderennbahnen. Der „Tokyo Racecourse“ in Fuchu beheimatet, ein Vorort von Tokyo, eröffnete bereits 1933. Die größte japanische Rennbahn bekam im Frühjahr 2007 eine Erfrischungskur, ehe sie nach siebenjähriger Komplettsanierung wieder für die Vierbeiner freigegeben wurde, so dass sie nun Sitzplätze für 120 000 Besucher bei einer Gesamtkapazität von 223 000 parat hält.

 

Eine unfassbare Dimension, wohingegen deutsche Rennbahnen doch eher klein und provinziell anmuten. Morbider Charme umhüllt die meisten Anlagen hierzulande! Die Tokyoer nennen ihre Rennbahn auch ganz bescheiden: ‘racecourse of racecourses’. Hier findet auch das japanische Derby (Tokyo Yushun) seit 1932 statt.

 

In Nakayama, Funabashi, Chiba, 1920 gegründet, finden wir die Rennbahn, die vor allem für „Steeplechase“-Rennen, also für Hindernisrennen, bekannt ist. Die großzügige Anlage verfügt über eine Sand- (Dirt), eine Hindernis- und zwei Grasbahnen (Turf). In Nakayama findet beispielsweise das höchstdotierte Hindernisrennen der Welt mit dem Grand-Jump statt. Die Anlage wurde 1990 eröffnet und bietet seither Platz für rund 166 000 Besucher.

 

Kyoto, bekannt auch durch das Kyoto-Protokoll vom 11. Dezember 1997, dem Klimaabkommen der Vereinten Nationen, beheimatet die älteste Pferderennbahn im westlichen Teil Japans. Dieser Renn-Parcours wurde schon 1924 für die Besucher freigegeben. 2007 erhielt die Rennbahn auch eine Video-Wall nach dem Vorbild von Tokio. Die sogenannte „Turf Vision“ präsentiert Videos und Renninformationen im Großbildformat. Der 10,80 m hohe und 64 m breite Jumbo-Bildschirm nahe der Ziellinie erlaubt einen grandiosen Blick auf das jeweilige Rennen in brillanter Bildqualität. Selbstverständich in 3-HD-Format. Der Kyoto Race Course verfügt über zwei Grasbahnen, eine Sandbahn und eine Hindernisbahn.

 

Der Hanshin Racecourse, der Vierte im „Big-Business“, wurde kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges 1949 eröffnet. Die Anlage hat eine Kapazität für rund 140 000 Besucher, wobei knapp 13 000 Sitzplätze zur Verfügung stehen. Wetter oder echte Zocker wird man aber kaum sitzend antreffen, da sie ständig zwischen Führring, wo die Pferde vorgestellt werden, und Wettscheinannahme umhertoben, wobei natürlich auch die aktuellen Formen der Pferde überprüft werden müssen. 30 Jahre eigene Rennbahnerfahrung können dieses Ritual bestens nachvollziehen. Ein Blick auf die „big four“ verdeutlicht, dass Japan grandiose Rennbahnen verfügt.

Ein kleiner, faszinierender Einblick in das große Geschäft der pferdeverrückten Japaner

 

Am 27. November 2016 fand nun der 36. Japan Cup, ein Gruppe I-Rennen über 2400 m, auf der „Rennbahn der Rennbahnen“ in Tokyo statt. Das wichtigste Rennen im japanischen Rennkalender wurde 1981 ins Leben gerufen. Offen für 3-jährige und ältere Rennpferde, wobei auch ausländische Cracks eingeladen werden. Dotiert mit beachtlichen 575.340.000 JPY, was rund 4,8 Mio. Euro entspricht, ist es das höchstdotierte Galopprennen Asiens überhaupt.

Lediglich drei ausländische Pferde, darunter zwei deutsche Hoffnungsträger, von 17 Startern rückten um 15.40 Uhr Ortszeit (7.40 Uhr MESZ) in die Startboxen ein. Mit Nightflower und Iquitos versuchte man, nach 1995, als Lando vom legendären Vererber Acatenango aus der Birkhahn-Linie gewann, den Siegerpokal wieder nach Deutschland zu holen. Die Klassestute Danedream, die mittlerweile ihr edles Blut in Japan vererbt, wurde 2011 Sechste. Die Trauben hängen allerdings sehr hoch, weil das Rennen für die japanischen Vertreter einen immensen Prestigewert besitzt. Ausländische Sieger gab es seit 1981 nur ganz wenige. Wie immer kann nur einer gewinnen.

 

Der vier Jahre alte Hengst Kitasan Black, ein Black Tide-Sohn, hat das Rennen schließlich als Favorit überlegen gewonnen. Im Sattel saß der 47 Jahre alte Jockey Yutaka Take, der das Rennen somit zum vierten Mal gewinnen konnte. Hinter sechs japanischen Pferden wurde Iquitos (Ian Ferguson), der die diesjährige Champions League gewann, Siebter. Nightflower (Andrasch Starke) belegte den zwölften Platz. 

 

Über 100.000 Besucher wohnten dem Galopp-Highlight bei. Kitasan Blacks Mutter Sugar Heart hat sicher viele Wettanleger mit einem „Zuckerherz“ nach Hause gehen lassen! umo

 

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Dermoplastik – Aus dem Griechischen: Es beschreibt das Verfahren zur naturgetreuen Nachbildung von Tieren unter Benutzung eines Modells, dass mit der gegerbten Originalhaut überzogen wird.

57 (2016-11-06) Uwe Morchutt

 

Einzigartige Rennserie

33. Breeders' Cup – Santa Anita, Kalifornien

Tierzüchter gibt es viele auf der Welt

 

Idealismus und Liebe zu den Tieren sind oftmals der Auslöser, so lange es keine Nutztiere sind, die ausschließlich zum Zwecke des Verzehrs gehalten werden. Gelungene Zuchterfolge werden deshalb auch gern mit einem Preis bedacht, wenn im sportlichen Wettstreit mit anderen Züchtern vielleicht der Schnellste gesucht wird. Der Breeders' Cup in den USA ist solch ein Wettbewerb, wo die erfolgreichsten Züchter (Breeder) aus der ganzen Welt jedes Jahr am Ende einer Rennsaison mit ihren Zuchterfolgen gegeneinander antreten. Die stolzen Züchter beobachten genau, was aus ihren Schützlingen geworden ist, auch wenn sie gar nicht mehr im Besitz ihrer Zöglinge sind. Gemeint sind die Rennpferde, die sensiblen Vollblüter mit ihrem edlen Blut.

 

Der Santa Anita Park

 

Eine Pferderennbahn und ein Reitsportzentrum in Arcadia, Kalifornien, war am Wochenende Schauplatz dieses einzigartigen Rennsport-Spektakels. Die legendäre Rennstecke im Santa Anita Park wurde am 25. Dezember 1934 eröffnet, nur ein Jahr nach der offiziellen Legalisierung des Pferderennsports in Kalifornien. Der Santa Anita Park diente u.a. auch als Sportstätte der Olympischen Sommerspiele 1984.

 

Die Rennsport-Veranstalter nahmen ihren Job von Anfang an sehr ernst. Sie galten als äußerst kreativ und innovativ. Beispielsweise wurden hier erstmals die Startboxen (Startmaschine) und das Fotofinish im Galopprennsport eingeführt, die seither zum Standard gehören.

 

Das berühmte Rennpferd Seabiscuit, dessen Karriere 2003 verfilmt wurde, gewann 1940 bei seinem letzten Start das Santa Anita Handicap. Seabiscuit, das „Pferd des Jahres 1938“ in den USA, steht heute, in ewiger Erinnerung an seine sportliche Leistung, als Statue im Führring (Paddock). Während des Zweiten Weltkrieges war auf dem Gelände ein Internierungslager für japanisch-stämmige Amerikaner eingerichtet. 1945, dem Pferdeverstand sei Dank, öffnete der Parcours dann wieder für die flinken Vierbeiner.

 

Ein unvergleichliches Erlebnis für jeden Vollblut-Liebhaber

 

An zwei Tagen, am 4. und 5. November 2016, fanden insgesamt 13 Rennen, darunter allein neun Gruppe I-Prüfungen mit Preisgeldern in Höhe von 21,5 Mio. Dollar statt. Nach Keeneland, Kentucky, im Jahr 2015, waren die Augen dieses Mal wieder auf Santa Anita gerichtet, weil der Veranstaltungsort unregelmäßig wechselt. Ein Dankeschön gilt dem Initiator, der 1984, also vor genau 32 Jahren, diese grandiose Rennserie ins Leben rief. Quasi ein Stelldichein der „Crème de la crème “ des Galopprennsports. Die „Sahne der Sahne“, angezogen von den üppigen Preisgeldern.

 

Zwei Rennen ragen dabei besonders aus den 13 Rennen heraus

 

Der Breeders' Cup Turf (auf Rasen) mit 4 Mio. US$ dotiert, und der Breeders‘ Cup Classic (Dirt – auf Sand), der mit 6 Mio. US$ am höchsten dotiert ist. Wie immer kann nur einer gewinnen.

Der dreijährige Unbridled‘s Song-Sohn Arrogate aus dem Besitz von Khalid Abdullah hat den 19:10 Favoriten auf Sieg California Chrome im Breeders‘ Cup Classic über 2011 m bezwungen. Sozusagen Start-Ziel triumphierte Highland Reel geritten von Seamie Heffernan im Breeders' Cup Turf. Die ebenfalls von Aidan O’Brien trainierte Found, die in diesem Jahr den Prix de l’Arc de Triomphe gewinnen konnte, wurde drittes Pferd. Wieder ein Tropfen Birkhahn-Blut erfolgreich, denn der Vater heißt Galileo!

Gleich im zweiten Rennen des zweiten Tages gab es einen Erfolg für Europas Pferdezucht. Im mit 2 Mio. US$ dotierten Breeders‘ Cup Filly an Mare Turf (Gr.I) über 2011 m auf der Grasbahn triumphierte Frankie Dettori nach einem brillanten Ritt mit der von Sir Michael Stoute für das Cheveley Park Stud trainierten Stute Queen‘s Trust. Der Star unter den Reitern, Lanfranco Dettori, trug sich somit auch in die prominente Siegerliste ein!

 

Übrigens: 2017, am 3. und 4. November, wird die „Weltmeisterschaft“, wie der Breeders Cup auch genannt wird, das erste Mal in Del Mar, Kalifornien, stattfinden. Unter dem Motto: “Where The Turf Meets The Surf” trifft sich die sportbegeisterte Turfwelt im 1937 eröffneten Rennpark. Bis dahin: Hals und Bein! umo

Mi                23.08.2017 

Nr.            2.495 - 1.192

Aktualisierung        13:15

Übrigens,

 

… Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln hat die deutschen Bundesligisten für ihren Umgang mit tätowierten Fußball-Profis kritisiert. "Ich würde Tätowierungen verbieten. Bei den Klubs wird jede Kleinigkeit ernst genommen, da geht dieses Verhalten gar nicht", sagte der 60-Jährige dem SID: "Den Vereinen würde es gut tun, ihrer Verantwortung und der Leistungsfähigkeit ihrer Spieler mehr Beachtung zu schenken." Laut Froböse belegen diverse Studien, dass die Profis in der ersten Zeit nach einer Tätowierung Leistungseinbußen von drei bis fünf Prozent erleiden würden. "Die Haut ist das größte Organ, das wir haben. Und wir vergiften es", hatte der Wissenschaftler zuvor im ARD-Morgenmagazin gesagt. Weitere Untersuchungen hätten demnach ergeben, dass 60 bis 70 Prozent der Tinte nicht in der Haut blieben, sondern in die Blutbahn gingen. "Die Regeneration leidet darunter, die Frische ist nicht mehr voll da", sagte Froböse und verwies auf "grüne und blaue Lymphknoten". Zudem würden großflächige Tattoos die Fähigkeit zu Schwitzen sowie die Thermoregulation beeinflussen.

AKTUELLE LOTTOZAHLEN

Ziehung vom 19.08.2017

2    10    29    35    45   48    SZ: 2

Spiel 77:  4273 301 

 

Super 6: 393 515 

(ohne Gewähr)

Seit  2010-09-07

Aktueller Stand:

2008 (2017-08-23) 

Bernd Jürgen Morchutt

 

Wales: Mehr Burgen pro Quadratkilometer als

irgendwo sonst auf der Welt

Normannischer Turm Viktorianische Festung Gotisches Schloss

Königliche Gastfreundschaft

und prächtige Schlafplätze

BREAKING NEWS

Stand: 23.08.2017 - 10.15 Uhr

 

International

 

US-Präsident Donald Trump hat bei einer Großkundgebung in Arizona neuerlich seine umstrittene Position zu Rassisten und Neonazis in den USA verteidigt und die Medien angegriffen. Nach den gewalttätigen Zusammenstößen bei einer Rassistendemo in Charlottesville habe er sofort und eindeutig ablehnend reagiert, sagte Trump in der Nacht auf Mittwoch in Phoenix. Seine Worte seien "perfekt" gewesen.

 

US-Außenminister Rex Tillerson hat die Regierung von Pakistan aufgefordert, sich aktiver als bisher an der Stabilisierung des Nachbarlandes Afghanistan zu beteiligen.

 

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz wirft dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan "diktatorische Züge" vor. "Er entwickelt das Land in eine falsche und gefährliche Richtung. Sein Umgang mit Kritikern, Andersdenkenden und Minderheiten ist absolut inakzeptabel. Präsident Erdoğan zeigt definitiv diktatorische Züge", sagte Kurz der Zeitung "Die Welt".

 

Rumäniens Außenminister Teodor Meleşcanu hat in einem TV-Interview mitgeteilt, dass sich Rumänien bereit erklärt hat, weitere 1942 Flüchtlinge aus Griechenland und Italien aufzunehmen. Diese würden zu den bereits vorhandenen 700 hinzukommen. Unser Land sei bei der EU gegen die Festlegung von Pflichtquoten gewesen, sei aber bereit zu helfen. 

 

Deutschland/Berlin

 

Kurz, Gabriel, Kabriel: Als der türkische Staatspräsident in einer seiner Reden am vergangenen Wochenende den deutschen Außenminister zurechtwies, hat er offenbar in einem Punkt Sigmar Gabriel mit Sebastian Kurz verwechselt. "Was ist schon dein politischer Werdegang, wie alt bist du?", polterte Tayyip Erdoğan. Die korrekte Antwort lautet 57.

 

In Herne in Nordrhein-Westfalen sind in der Nacht auf Dienstag zwei Autos der SPD-Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering in Flammen aufgegangen. Sowohl das Privatauto der Politikerin als auch ein SPD-Wahlkampfauto.

 

Sport

 

Die norwegische Langläuferin Therese Johaug verpasst nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Die CAS-Richter verlängerten am Dienstag (22.08.2017) die Dopingsperre der 29-Jährigen auf insgesamt 18 Monate. Der norwegische Sportverband hatte Johaug ursprünglich für 13 Monate gesperrt. Der Ski-Weltverband FIS war gegen das Urteil vor dem CAS in die Berufung gegangen und hatte Erfolg. Johaugs Sperre endet nun erst Mitte April 2018.

 

Fussball

 

In den ersten fünf Play-Off-Paarungen zur Champions League ist am Dienstag die Entscheidung gefallen. Mit Celtic Glasgow, dem SSC Napoli, Olympiakos Piräus und dem FC Sevilla zog in praktisch allen Duellen der Favorit in die Gruppenphase ein. Einzig der NK Maribor schaffte es, einen 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel noch zu drehen.

 

Die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft hat bei Heim-EM am Anhalter Bahnhof in Berlin einen wichtigen Sieg eingefahren. Der 4:1-Erfolg gegen Rumänien am Montagabend war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Nach der Niederlage am Sonntag gegen Frankreich hat das deutsche Team durch den Sieg gegen Rumänien wieder alle Chancen aufs Weiterkommen. Nach drei Vorrundenspielen steht die Mannschaft mit sechs Punkten auf Platz zwei der Vorrundengruppe A. Die beiden besten Teams qualifizieren sich fürs Halbfinale. Am morgigen Mittwoch (23.08.) trifft Deutschland im letzten Gruppenspiel auf Tabellenführer England und kämpft dann um den Einzug ins Halbfinale.

 

Rad

 

Vuelta a España

 

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen hat der italienische Radprofi Matteo Trentin am Dienstag (22.08.2017) nahe des katalanischen Anschlagortes Cambrils die vierte Etappe der Vuelta à Espana gewonnen. Der 28 Jahre alte Quick-Step-Profi setzte sich nach 193 Kilometern in Tarragona im Massensprint vor dem Spanier Juan Jose Lobato (LottoNL-Jumbo) und dem Belgier Tom van Asbroeck (Cannondale-Drapac) durch. Als bester Deutscher kam Michael Schwarzmann (Bora-hansgrohe) auf den zwölften Platz. Klassiker-Spezialist John Degenkolb (Trek-Segafredo), der mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, konnte nicht um den Sieg mitsprinten.

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